Anlässlich der Ausstellung „Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“, die noch bis zum 14. Januar 2018 im Städel Museum zu sehen ist, liest die Autorin Barbara Beuys am Mittwoch, 8. November 2017, im Städel aus ihrer Merian-Künstlerbiografie Maria Sibylla Merian – Künstlerin, Forscherin, Geschäftsfrau. Eine Biografie. In dieser beschreibt sie spannend und kenntnisreich das ungewöhnliche Leben einer Frau im 17. Jahrhundert, die selbstbewusst Pionierarbeit leistete – in der Kunst ebenso wie in den Naturwissenschaften. Maria Sibylla Merian war Künstlerin, Forscherin, Unternehmerin und Abenteurerin – und das vor über 300 Jahren. Ihre kunstvoll und detailreich illustrierten Bücher wie Der Raupen wunderbare Verwandlung und die Verwandlung der surinamesischen Insekten brachten ihr Ansehen und Ruhm in der Gelehrtenwelt. Ihre Zeichnungen von Blumen, Insekten und Früchten waren bei Sammlern in ganz Europa begehrt. Mit ihrer Tochter begab sie sich gar auf eine zweijährige Forschungsreise nach Südamerika. Und auch als Unternehmerin war Merian erfolgreich. „Was Merian auszeichnete, war ihr Mut zur Veränderung und zu immer neuen Aufbrüchen in ihrem Leben. Alle waren zielstrebig, nüchtern geplant und erfolgreich“, so ihre Biografin Barbara Beuys. Das Kombiticket für 14 Euro beinhaltet den Besuch der Lesung um 19.00 Uhr sowie einen Rundgang durch die Merian-Ausstellung, möglich bis 22.00 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Tickets sind bereits jetzt erhältlich unter tickets.staedelmuseum.de.

Maria Sibylla Merian
Maria Sibylla Merians Biografie zeugt von dem erstaunlichen Behauptungswillen einer Frau in einer patriarchisch geprägten Gesellschaft. Ihre Ausbildung als Blumenmalerin in der Tradition der Florilegienmalerei des 17. Jahrhunderts erfuhr die junge Maria Sibylla in der Werkstatt ihres Stiefvaters, des auf Blumenmalerei spezialisierten Malers Jacob Marrel (1614–1681). Das Umfeld, in dem Merian in ihrer Jugend lebte, brachte ihr die bildende Kunst, den Kunsthandel und das Publikationswesen nahe und durch die Blumenmalerei zugleich die aufmerksame Naturbeobachtung. Merian wuchs in einer calvinistisch reformierten Familie auf. 1665 heiratete Merian Johann Andreas Graff (1636–1701), einen Schüler Marrels. Ihre erste Publikation unter dem Titel Neues Blumenbuch umfasst dekorative Blumenmotive als Vorlagen für Zeichnungen oder Stickereien. Gleichzeitig machte sie Naturbeobachtungen und publizierte ihre Erkenntnisse 1679 im ersten Band ihres Werkes Der Raupen wunderbare Verwandelung, und wundersame Blumennahrung. Mit dieser Veröffentlichung betrat Maria Sibylla Merian wissenschaftliches Neuland, denn bis dato gab es keine derart umfangreiche, sorgfältig dokumentierte und vollständige Beschreibung der Metamorphosen der Raupen unter Berücksichtigung des symbiotischen Zusammenhangs von Nahrungspflanzen und Insekten. Das Raupenbuch machte Merian bekannt und war zugleich ein wirtschaftlicher Erfolg. Wenige Jahre später traf sie die folgenreiche Entscheidung, sich gemeinsam mit ihren beiden Kindern und der Mutter der radikal reformierten Gemeinschaft der Labadisten im niederländischen Wieuwert anzuschließen. Darüber kam es zum Bruch mit ihrem Mann und schließlich zur Scheidung. Nach einigen Jahren in der Labadisten-Gemeinde siedelte Merian nach Amsterdam um. Ende des 17. Jahrhunderts begab sie sich in Begleitung ihrer jüngeren Tochter auf eine Reise in die niederländische Kolonie Surinam in Südamerika. Der Aufenthalt mit zahlreichen Expeditionen in den Regenwald erstreckte sich über knapp zwei Jahre. Damit widmete sie sich als erste Frau dem Studium der tropischen Flora und Fauna. Nach ihrer Rückkehr nach Amsterdam erschien 1705 in lateinischer und holländischer Sprache ihre Abhandlung Metamorphosis Insectorum Surinamensium. Ein dritter Teil des Raupenbuchs erschien kurz nach Merians Tod am 13. Januar 1717.

Die Ausstellung
„Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes“ zeigt die faszinierende und filigrane Welt der Blumen- und Pflanzendarstellung in Zeichnungen und Druckgrafiken des 15. bis 18. Jahrhunderts. Die in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und der Technischen Universität Berlin entwickelte Ausstellung präsentiert bedeutende Werke Maria Sibylla Merians und stellt heraus, was deren Eigenständigkeit ausmacht. Gerahmt werden ihre Werke von Blumendarstellungen ihrer Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger vom 16. bis 18. Jahrhundert. Die Präsentation zeigt insgesamt über 150 Werke, neben Blättern aus den Sammlungen des Städel und des Kupferstichkabinetts auch wertvolle Leihgaben aus der Bibliothèque Nationale in Paris, der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek in Dresden, der Staatsbibliothek zu Berlin sowie der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt.

Signierstunde im Shop im Städel
Im Anschluss an die Lesung signiert Barbara Beuys ihr Buch im Shop im Städel. Der Shop mit Buchhandlung und Café ist an diesem Abend bis 22.00 Uhr geöffnet. Ein Merian-Tisch rund um das Thema Blumen und ein Büchertisch mit weiteren Werken der Autorin bieten inspirierende Geschenkideen und laden zum Stöbern ein. Die selbstgeführte Buchhandlung mit Museumsflair im Städel präsentiert immer passend zu den wechselnden Ausstellungen verschiedene Thementische mit Belletristik, Kinderbüchern, Geschenkbüchern, Kalendern und netten Kleinigkeiten. Darüber hinaus kann in der einzigen Buchhandlung am Sachsenhäuser Mainufer das gesamte Sortiment vom Kunstbuch bis zum Schulbuch bestellt werden. Der Shop kann auch ohne Eintrittskarte besucht werden und ist immer während der Museumszeiten, also auch sonntags, geöffnet.

LESUNG MIT BARBARA BEUYS

Ort: Metzler-Saal, Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Beginn: 19.00 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr (Abendkasse)
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon: +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Eintritt: 14 Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de


MARIA SIBYLLA MERIAN
UND DIE TRADITION DES BLUMENBILDES

Kurator: Dr. Martin Sonnabend (Leiter Graphische Sammlung bis 1750, Städel Museum), Dr. Michael Roth (Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin)
Ausstellungsdauer: 11. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon: +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So 10.00–18.00 Uhr; Do, Fr 10.00–21.00 Uhr; montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: 31.10.2017, 10.00–18.00 Uhr; 24.12.2017 geschlossen; 25., 26.12.2017, 10.00–18.00 Uhr; 31.12.2017 geschlossen; 1.1.2018, 11.00–18.00 Uhr; 8.1.2018, 10.00–18.00 Uhr

Eintritt: Di–Fr: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro; Sa–So, Feiertage: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro; Familienkarte 24 Euro, freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 regulär zahlenden Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain


BIOGRAFIE UND AUSSTELLUNGSKATALOG

Biografie:
Barbara Beuys
Maria Sibylla Merian – Künstlerin, Forscherin, Geschäftsfrau. Eine Biographie
Klappenbroschur
285 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen
Insel Taschenbuch
ISBN: 978-3-458-36180-0

Ausstellungskatalog:
Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein Katalog mit 256 Seiten und ca. 150 Abbildungen, herausgegeben von Michael Roth, Magdalena Bushart und Martin Sonnabend unter Mitarbeit von Catalina Heroven, mit einem Vorwort von Heinrich Schulze Altcappenberg und Philipp Demandt. Deutsch, 29,90 Euro (Museumsausgabe).