Anlässlich der aktuellen Ausstellung „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“ hat das Städel Museum den Fotografie-Experten Alexander Alberro (*1957) für einen Vortrag gewonnen. Alberro ist Professor und Kunsthistoriker an der Columbia University New York und wird in seinem Vortrag am Freitag, 23. Juni 2017 um 19.00 Uhr im Städel Museum die Becher-Klasse aus einer amerikanischen Perspektive betrachten.

In der Abendveranstaltung geht es um die Anfänge und Auswirkungen eines mit der Becher-Schule einhergehenden, internationalen Paradigmenwechsels im Medium Fotografie. Alberro blickt einerseits besonders auf die Gemeinsamkeiten zwischen den Bechers und amerikanischen Künstlern, zum Beispiel Andy Warhol mit seinen seriellen Anordnungen von Fotos im Siebdruckverfahren. Andererseits vergleicht der Kunsthistoriker Fotografien der Becher-Schüler in den 1980er Jahren mit gleichzeitigen Strömungen in der amerikanischen Fotografie, wie mit den Vertretern der „Pictures Generation“.

Analog zu seinem Katalogaufsatz „Vom Verschwinden des Nüchternen. Die Becher-Klasse und das perfekt konstruierte Bild“ für die Frankfurter Ausstellung untersucht Alberro in seinem Vortrag, wie die Becher-Schüler sich nach anfänglich großem Einklang mit ihren Lehrern allmählich von deren Projekt entfernten und die strenge Ästhetik zum Ende des 20. Jahrhunderts hinter sich ließen. Einlass ist ab 18 Uhr, der Eintritt beträgt 5 Euro für den Vortrag und die Sonderausstellung, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Alexander Alberro unterrichtet moderne und zeitgenössische europäische, amerikanische und lateinamerikanische Kunst sowie Geschichte der Fotografie. Er hat zahlreiche kunstwissenschaftliche Bücher und Aufsätze publiziert. Darin untersuchte er unter anderem, wie sich Institutionskritik am Museumsbetrieb und Kunstmarkt als künstlerische Haltung äußert und wie sich neue Formen der Kunst und des Besucherverhaltens in den letzten zwei Jahrzehnten herauskristallisiert haben.

Zur Ausstellung:
Die umfassende Überblicksausstellung „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“ geht anhand von rund 200 Fotografien der Frage nach, welchen Einfluss Bernd und Hilla Becher auf ihre Studentinnen und Studenten an der Düsseldorfer Kunstakademie ausübten. Das Werk des Künstlerpaares ist der Ausgangspunkt, um die radikale Veränderung im Umgang mit dem Medium der Fotografie, die sich ab den 1980er- und vor allem in den 1990er-Jahren in den Arbeiten der Becher-Schüler manifestiert, aufzuzeigen und ihre kunsthistorische Tragweite bis in unsere Gegenwart zu untersuchen. Zu sehen sind großformatige Hauptwerke sowie zentrale Frühwerke der wohl einflussreichsten deutschen Fotografengeneration. Die erfolgreich gestartete Ausstellung läuft noch bis zum 13. August 2017 im Frankfurter Städel Museum.


Standpunkte zur Kunst:
The Becher School of Photography. An American Perspective
Freitag, 23. Juni 2017, 19.00 Uhr, (Einlass ab 18.00 Uhr)

Vortrag in englischer Sprache zur Ausstellung „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“.
Mit Alexander Alberro, Virginia Bloedel Wright Professor of Art History, Barnard College/Columbia University.
Einführung: Dr. Martin Engler.

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon: +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Metzler-Saal, Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Einlass: ab 18 Uhr
Eintritt: 5 Euro (Vortrag inkl. Sonderausstellung „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“)
Anmeldung: Nicht erforderlich