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PRESSEINFORMATION
KOLLWITZ
20. MÄRZ BIS 9. JUNI 2024
Ausstellungshaus
Sie ist die berühmteste deutsche Künstlerin des 20. Jahrhunderts und doch eine Ausnahmeerscheinung: Käthe Kollwitz (1867–1945). In diesem Frühjahr widmet ihr das Städel Museum eine große Ausstellung und nimmt die Vielfalt, Sprengkraft und Modernität ihres Werks in den Blick. Kollwitz ging als Künstlerin eigene Wege: Sie entschied sich ebenso kühn wie zielstrebig nicht für Malerei, sondern vor allem für Druckgrafik und Zeichnung und fand darin zu einer eigenständigen Bildsprache von eindringlicher Unmittelbarkeit. In ihrer Kunst verhandelte sie aus neuer Perspektive existenziell menschliche Fragen, auch unbequeme Themen, und wollte damit auf die Gesellschaft einwirken. Künstlerin und Werk wurden nicht zuletzt deshalb in Deutschland nach 1945 politisch vereinnahmt – eine Rezeption, die in der breiten Öffentlichkeit bis heute nachwirkt.
Ausgehend von dieser komplexen Rezeptionsgeschichte sowie dem umfangreichen, eigenen Bestand und bereichert um Werke aus führenden Museen und Privatsammlungen zeigt die Ausstellung mehr als 110 eindrucksvolle Arbeiten auf Papier, Plastiken und frühe Gemälde der Künstlerin, darunter herausragende Leihgaben unter anderem aus dem Berliner Kupferstichkabinett, dem Käthe Kollwitz Museum Köln, dem Art Institute of Chicago, dem Sprengel Museum Hannover oder der Staatsgalerie Stuttgart. Pointiert bezeugen diese Werke Kollwitz’ Entscheidung für das Medium Grafik sowie ihre Experimentierfreude und Unangepasstheit. Sie offenbaren die Besonderheit ihrer Themen, ihres Formenvokabulars und ihrer kompositorischen Dramaturgie. Darüber hinaus befasst sich die Ausstellung mit dem Spannungsfeld zwischen Ästhetik und Politik in ihrem Werk. Ein Überblick über die deutsch-deutschen Lesarten der Künstlerin nach 1945 reflektiert abschließend die Wirkmacht kulturpolitischer Erzählungen.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, über die Ausstellung: „Es gibt neben Käthe Kollwitz wohl keine andere Künstlerin in Deutschland, die sich so selbstbestimmt und zielstrebig eine derart frühe und anhaltende Karriere erstritt. Ihr Schaffen wirkte bis in die USA und nach China – und wurde von vielen gesellschaftlichen wie politischen Ismen instrumentalisiert, gerade auch im Nachkriegsdeutschland. Diesen deutschen ‚Mythos Kollwitz‘ zu beleuchten und das Gesamtwerk dieser bedeutenden Künstlerin der Klassischen Moderne in den Blick zu nehmen, erscheint daher umso zwingender. Für unser Haus gilt dies erst recht, als das Städel Museum Werke von Käthe Kollwitz bereits zu ihren Lebzeiten erwarb und seit dem Ankauf der Sammlung Goedeckemeyer durch die Stadt Frankfurt 1964 einen fundierten Bestand vor allem ihrer Druckgrafik bewahrt. Unsere Besucherinnen und Besucher erwartet im Frühjahr die Begegnung mit einer Künstlerin, deren Werk bis heute nichts an Aktualität verloren hat.“
Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1800 am Städel Museum und Kuratorin der Ausstellung: „Es ist äußerst herausfordernd, völlig unvoreingenommen zu bleiben, denn wir tragen immer – bewusst oder unbewusst – unsere eigenen Vorstellungen und Erfahrungen mit uns. Dies gilt besonders bei einer Künstlerin wie Kollwitz, die durch Schul- oder Straßennamen, Briefmarken und Reproduktionen ihrer Werke seit Jahrzehnten zu unserem Alltag gehört. Dass sie zu den großen Ausnahmeerscheinungen in der Kunst der Klassischen Moderne zählt, kann dadurch schnell in Vergessenheit geraten. Dabei ist das Werk von Kollwitz experimentierfreudig, unkonventionell und außerordentlich konsequent. Kollwitz weigerte sich, Kunst nur um ihrer selbst willen zu schaffen, und traf daher die radikale Entscheidung, vor allem grafisch zu arbeiten. Sie wählte anti-bürgerliche, letztlich auch politische Themen und verhandelte sie aus neuen Blickwinkeln in einer einprägsamen, bis heute packenden Bildsprache. Ihre Kunst ist, wie große Kunst immer, zeitlos und zeitlos aktuell.“
Kuratorin: Dr. Regina Freyberger (Leiterin Graphische Sammlung ab 1800, Städel Museum)
Gefördert durch: DZ BANK, Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH, Städelscher Museums-Verein e.V. mit den Städelfreunden 1815
Mit weiterer Unterstützung durch: Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, Wolfgang Ratjen Stiftung, Aventis Foundation
Medienpartner: Süddeutsche Zeitung, ARTE, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
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ENDSPURT FÜR „HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN“ – NOCH VIER WOCHEN IM STÄDEL
GROSSE ALTMEISTER-AUSSTELLUNG NOCH BIS ZUM 18. FEBRUAR / UMFASSENDES PROGRAMM VOR ORT UND ONLINE / STÄDEL NIGHT. CLUB RENAISSANCE AM 3. FEBRUAR
Nur noch bis zum 18. Februar 2024 präsentiert das Städel Museum die Ausstellung „Holbein und die Renaissance im Norden“ und lädt mit einem abwechslungsreichen Programm ein, mehr über die herausragenden Werke von Hans Holbein d. J., Hans Holbein d. Ä., Hans Burgkmair, Albrecht Dürer und weiteren berühmten Künstlern zu erfahren. Als besonderes Highlight ist nach mehr als 10 Jahren die meisterhafte Holbein-Madonna wieder in Frankfurt zu sehen. In der Ausstellung erwartet die Besucher eine Begegnung mit der faszinierenden Malerei der Renaissance des Nordens, die in Augsburg ihre prachtvolle Blütezeit begann. In den nächsten vier Wochen wird es weitere Überblicksführungen auf Deutsch und Englisch in der Ausstellung, eine Online-Tour, Termine für das Offene Atelier für Kinder sowie eine internationale Tagung geben. Weitere Veranstaltungen und die digitalen Angebote wie das Digitorial® in Deutsch und Englisch, die Audioguide-App oder der Film zur Ausstellung machen die Schau zu einem umfassenden Erlebnis. Mit der großen Party „Städel Night. Club Renaissance“ am Samstag, dem 3. Februar können sich die Besucher auf ein ganz besonderes Veranstaltungshighlight freuen – mit aufregenden Einblicken in die Kunst durch junge Experten, nationalen und internationalen DJs, Drinks, Food und einer außergewöhnlichen Atmosphäre.
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JUBILÄUMSSCHENKUNG: HERAUSRAGENDE PRIVATSAMMLUNG MIT WERKEN VON HONORÉ DAUMIER IM STÄDEL
SCHENKUNG AUS ANLASS DES 125. JUBILÄUMS DES STÄDELSCHEN MUSEUMS-VEREINS / AUSSTELLUNG HONORÉ DAUMIER. DIE SAMMLUNG HELLWIG AB DEM 24. JANUAR IM STÄDEL MUSEUM
Das Städel Museum präsentiert anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Städelschen Museums-Vereins ab dem 24. Januar 2024 eine Ausstellung mit Werken des französischen Künstlers Honoré Daumier (1808–1879). Sie sind Teil der herausragenden privaten Sammlung des Frankfurter Mäzens Hans-Jürgen Hellwig, die zu den bedeutendsten Daumier-Sammlungen außerhalb Frankreichs gehört: Der Bestand umfasst insgesamt 4.200 Lithografien und Holzstiche, 19 Zeichnungen, zwei Gemälde und 36 Bronzeplastiken – viele von ihnen wurden noch nie ausgestellt. Die Privatsammlung besticht durch ihre einzigartige Qualität und bildet die ganze Breite des künstlerischen Gesamtwerks von Honoré Daumier ab. Das Städel Museum stellt mit einer Auswahl von rund 120 Werken die Sammlung Hellwig vor und macht sie erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Als Jubiläumsschenkung geht die Sammlung vollständig an den Städelschen Museums-Verein und von diesem als Dauerleihgabe an das Städel Museum, das sie zukünftig bewahrt, erforscht und vermittelt. Honoré Daumier gehört zu den größten Zeichnern Frankreichs. Als genauer Beobachter und streitbarer Zeitgenosse machte er sich im politischen Paris des 19. Jahrhunderts vor allem mit seinen Karikaturen einen Namen, die er für die Zeitungen La Caricature und Le Charivari schuf. Gefürchtet und geliebt wurde Daumier zum Gewissen einer von sozialen und politischen Umbrüchen und einem tiefgreifenden Wandel gekennzeichneten Epoche. Sein Einsatz für republikanische und liberale Ideen, für die Presse- und Meinungsfreiheit, sein waches Interesse an modernen Neuerungen und sein kritischer, aber auch zutiefst menschlicher Blick auf die Umstände der Zeit werden in seinen Werken eindrücklich sichtbar.
Die Ausstellung im Städel Museum wird gefördert durch den Städelschen Museums-Verein.
Städel Direktor Philipp Demandt über den Mäzen und die Bedeutung der Schenkung für das Städel Museum: „Hans-Jürgen Hellwig ist ein Sammler par excellence: leidenschaftlich, beharrlich, begeisterungsfähig und kenntnisreich. Es ist eine große Freude, dass wir seine exzellente Daumier-Sammlung in einer Auswahl von rund 120 Werken im Städel Museum als erste Ausstellung im neuen Jahr präsentieren können. Eine Schau, die für alle Besucher sinnliches Vergnügen bereithält, den Geist schärft und zur Auseinandersetzung mit Grundfragen unserer Zeit einlädt. Die Sammlung Hellwig ist als Jubiläumsschenkung an den Städelschen Museums-Verein und als Dauerleihgabe an uns eine unschätzbare Bereicherung unserer Sammlungsbestände. Sie wird das Städel Museum dauerhaft zu einem der wichtigsten Orte der Daumier-Forschung in Deutschland machen. Mein tiefempfundener Dank gilt Hans-Jürgen Hellwig, der sich mit seiner Arbeit im Vorstand des Museumsvereins seit Jahrzehnten für die Belange des Städel Museums einsetzt. Mit seiner außerordentlich großzügigen Schenkung schreibt er sich ein in die Geschichte des Mäzenatentums für das Städel, die mit dem Gründer Johann Friedrich Städel begann und bis heute vielfältig fortgeführt wird. Das Museum wird getragen von einem solchen Engagement der Menschen in unserer Stadt.“
Der Sammler Hans-Jürgen Hellwig über die Schenkung: „Viele Sammler beschäftigt die Frage, was einmal aus ihrer Sammlung werden soll. Für mich hat sich diese Frage nicht wirklich gestellt. Ich habe in meinen mehr als 60 Sammlerjahren Kunst ihrer selbst wegen gesammelt und nicht als Kapitalanlage. Und in dem mehr als einem halben Jahrhundert, das ich inzwischen in Frankfurt lebe, habe ich die hiesige großartige Tradition verinnerlicht, dass die Bürger die Kultur- und Sozialeinrichtungen ihrer Stadt nicht nur als öffentliche Aufgabe, sondern auch als eigene Aufgabe ansehen. Die ehemalige Leiterin der Graphischen Sammlung des Städel Museums, Margret Stuffmann, hat mich mit ihrer Kennerschaft der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts als Privatsammler begleitet. Lange hatte ich in Honoré Daumier lediglich den Karikaturisten des politischen Geschehens gesehen. Sie hat mir die Augen für den Künstler Daumier geöffnet: für seine künstlerische Qualität, die in jeder einzelnen Lithografie liegt, für die Breite seines Schaffens, das alle Themen der menschlichen Existenz umfasst, und für seine reichen Kenntnisse der Geschichte und der Kunst. Auch zum Dank dafür soll meine Sammlung dem Städel Museum zukommen – als Schenkung zu meinen Lebzeiten an den Städelschen Museums-Verein.“
Sylvia von Metzler, Vorsitzende des Vorstands des Städelschen Museums-Vereins e. V., über das Jubiläum und die Schenkung: „In diesem Jahr feiert der Städelsche Museums-Verein den 125. Geburtstag und damit zugleich 125 Jahre Engagement der Frankfurter Bürgerschaft für das Städel Museum. Als Förderverein ist es seit Gründung am 27. Juni 1899 unser erstes Anliegen, das Städel Museum beim Aufbau und Ausbau der Sammlung zu unterstützen – darüber hinaus auch bei wichtigen Forschungsvorhaben oder großen Sonderausstellungen. In mehr als 30 Jahren hat sich unser Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Hellwig um den Städelschen Museums-Verein außerordentlich verdient gemacht: Mit seinem Einsatz für Frankfurt und das Städel Museum macht er deutlich, wie wichtig das bürgerliche Engagement des Einzelnen für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist. Seiner Großherzigkeit verdanken wir diese Ausstellung und vor allem dieses einzigartige Geschenk. Seine eindrucksvolle Daumier-Sammlung wird nun anlässlich unseres Vereinsjubiläums in den Besitz der Stiftung des Städelschen Museums-Vereins übergehen und im Städel Museum bewahrt. Ein wahrhaft großartiger Anlass zum Feiern!“
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STÄDEL MUSEUM ERHÄLT BEDEUTENDE WERKE VON WERNER TÜBKE
Schenkung der Sammler und Mäzene Barbara und Eduard Beaucamp
Eduard Beaucamp nannte ihn den „großen Unzeitgemäßen“: Werner Tübke (1929–2004). Der Maler und Grafiker gehört zu den markantesten Künstlern der deutschen Nachkriegszeit. Das Städel Museum erhält aus der Sammlung von Barbara und Eduard Beaucamp ein ebenso eindrucksvolles wie repräsentatives Konvolut von insgesamt 46 Zeichnungen und Aquarellen des Künstlers. Die Werke umspannen nahezu die gesamte Schaffenszeit Tübkes.
Der zeitlebens in Leipzig ansässige Tübke war einer der bedeutendsten Maler der DDR. Neben Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer zählt er zu den Hauptvertretern der sogenannten ersten Leipziger Schule. Eines seiner Hauptwerke ist bis heute das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen (1976–1987), ein monumentales Panoramagemälde zu den Bauernaufständen während der Reformationszeit, das den Bauernkrieg nicht etwa als Vorläufer des sozialistischen Staates verherrlicht, sondern als düsteres, aller Hoffnung beraubtes menschliches Drama beschreibt.
Mit seiner sowohl formalen wie auch ikonografischen Anverwandlung der älteren Kunstgeschichte blieb Tübke lange Zeit singulär in der zeitgenössischen Kunst. Seine vieldeutigen Kompositionen sind das Ergebnis der Reflexion einer als problematisch empfundenen Wirklichkeit. Genauso beruhen sie auf einer einfallsreichen, manchmal geradezu überbordenden Fantasie und einem feinen Gespür für die Verletzlichkeit des Menschen, für existenzielle Fragen, Nöte und Konflikte. Dies gilt für die Malerei genauso wie für die Arbeiten auf Papier, die keine notizhaften Ideenskizzen darstellen, sondern eigenständige Überlegungen, die Gemäldekompositionen zwar flankieren können, aber in sich abgeschlossen und eigenwertig sind. Tübke schuf in Malerei und Zeichnung ein ebenso autarkes wie konsequentes, formal und inhaltlich dichtes Œuvre, das dank der Schenkung des Ehepaars Beaucamp nun auch im Städel Museum erfahrbar ist.
Eduard Beaucamp, der das Schaffen Tübkes seit den späten 1960er-Jahren verfolgte – zunächst als Kunstkritiker der F.A.Z., dann auch als Freund und Sammler –, erläutert seine Bewunderung für dessen Werk und die Entscheidung zur Schenkung an das Städel Museum: „Tübke ist ein außergewöhnlicher Künstler. Er ließ sich in der DDR nicht auf die Gegenwart verpflichten, sondern bewegte sich mit seiner einzigartigen spirituellen Fantasie zwischen den Epochen, Kulturen und Landschaften. Es geht ihm nicht um Brüche, Neuanfänge und Fortschritte, sondern um Erinnerungen, Wiedergeburten, Metamorphosen und Verspiegelungen. Der Nerv seiner Kunst ist ein äußerst verfeinertes Zeichnen, mit dem er seelische Verfassungen und schicksalhafte Prägungen von Menschen aufspürt und ergründet. Tübke sprach vom Zeichnen als ,elementares Bedürfnis, alles andere kommt dannʻ (1979). Das zu verfolgen, hat mich über Jahrzehnte fasziniert. Ich bin überzeugt, dass meine Sammlung im Städel ihren angemessenen Platz findet und dazu beitragen wird, sein Erbe zu bewahren und zu vermitteln.“
Städel Direktor Philipp Demandt freut sich über die großzügige Schenkung: „Ein zentraler Schwerpunkt des Städel Museums ist die deutsche Nachkriegskunst in all ihren Facetten. Längst klassifizieren wir nicht mehr in ‚Ost‘ oder ‚West‘. Tübkes verrätselter Realismus ist vielmehr gesamtdeutsch eine wichtige Position. Seine eindrücklichen Zeichnungen und Aquarelle, die Eduard Beaucamp mit sicherem Gespür über viele Jahrzehnte erwarb, bereichern unsere Graphische Sammlung nun in einer Qualität und Dichte, die alle Vorurteile sprengt. Mein außerordentlicher Dank geht an das Ehepaar Beaucamp für ihre Weitsicht, ihre Kennerschaft und diese großzügige Geste.“
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WEIHNACHTEN UND NEUJAHR IM STÄDEL UND LIEBIEGHAUS
SONDERÖFFNUNGSZEITEN UND RAHMENPROGRAMM ZU „HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN“, VICTOR MAN, MIRON SCHMÜCKLE UND UGO RONDINONE IM STÄDEL SOWIE „MASCHINENRAUM DER GÖTTER“ IM LIEBIEGHAUS, WEITERE HOLBEIN-HIGHLIGHTS IM NEUEN JAHR
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AUSSTELLUNGSVORSCHAU 2024
EINZIGARTIGE WERKE VON HONORÉ DAUMIER AUS EINER PRIVATSAMMLUNG, AB MÄRZ GROSSE KOLLWITZ-AUSSTELLUNG, GEGENWARTSKUNST VON MUNTEAN/ROSENBLUM, DER SOMMER MIT DEN STÄDEL / FRAUEN, HERAUSRAGENDE BILDNISKUNST VON REMBRANDT UND ZEITGENOSSEN, ITALIENISCHE ZEICHNUNGEN DES BAROCK ZUR BUCHMESSE, PORTRÄTS VON RINEKE DIJKSTRA
Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten.
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WANDELKONZERT – DAS HR-SINFONIEORCHESTER IM STÄDEL MUSEUM
AUSGEWÄHLTE KAMMERMUSIKEN VON JOHANN SEBASTIAN BACH BIS ZU SONGS VON GEORGE GERSHWIN IN DER DAUERAUSSTELLUNG
SAMSTAG, 11. NOVEMBER 2023, EINLASS AB 19.15 UHR, BEGINN 20.00 UHR
Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Das Städel Museum und das hr-Sinfonieorchester laden mit dem großen Wandelkonzert erneut zu einer besonderen Begegnung der Künste ein. Am Samstag, dem 11. November 2023, erleben die Besucher ab 20.00 Uhr einen außergewöhnlichen Dialog zwischen Kammermusik und bildender Kunst in der Dauerausstellung. Das Städel Museum und das Orchester des Hessischen Rundfunks setzen damit ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und präsentieren beim Wandelkonzert zum fünften Mal gemeinsam ein Rendezvous der Künste. Vor ausgewählten Werken von Max Liebermann, Edvard Munch, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein oder Michael Müller präsentieren die Musiker des hr-Sinfonieorchesters in verschiedenen Besetzungen Musik diverser Stile. Zu hören sind unter anderem Kompositionen von Johann Sebastian Bach, George Gershwin, Francis Poulenc, Gioacchino Rossini und Patrice Sciortino, welche die Kunstwerke auf inspirierende Weise neu erlebbar machen. Das Publikum kann zwischen den Epochen und musikalischen Welten wandeln, innehalten, betrachten und zuhören – eine einzigartige Erfahrung für die Sinne.
Die Tickets sind erhältlich im Online-Shop unter shop.staedelmuseum.de zum limitierten Vorverkaufspreis für 32 Euro, ermäßigt 22 Euro. An der Abendkasse sind Karten für 34 Euro, ermäßigt 24 Euro erhältlich.
Das Wandelkonzert wird gefördert durch die Sparda-Bank Hessen eG.
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Miron Schmückle. Flesh for Fantasy
1. DEZEMBER 2023 BIS 14. APRIL 2024
Sammlung Gegenwartskunst
Der rumänisch-deutsche Künstler Miron Schmückle (*1966, Sibiu/Hermannstadt) gehört zu den singulären Protagonisten der Gegenwartskunst. Aufgewachsen in Rumänien unter Ceaușescu, träumte sich der Künstler bereits als Kind in andere Welten, die durch den Eisernen Vorhang jedoch für immer unerreichbar schienen. Die früh einsetzende Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte einerseits wie mit der Flora und Fauna ferner Länder andererseits mündete in einem einzigartig kohärenten künstlerischen Werk. Das Städel Museum zeigt vom 1. Dezember 2023 bis 14. April 2024 eine Einzelausstellung von Miron Schmückle mit 28 Werken, darunter auch erstmals neu entstandene Arbeiten.
Schmückles Bilderkosmos war von Anfang an mit der Vorstellung von Urwald und Dschungel verbunden und oszilliert zwischen feinmalerischem Hyperrealismus und unverstelltem Eskapismus, präziser Naturbeobachtung und überbordender Vorstellungskraft. Die geradezu wissenschaftlich-botanische Herangehensweise seiner Pflanzendarstellungen täuscht über die Tatsache hinweg, dass seine komplexen Schöpfungen nicht der Natur entstammen, sondern der Fantasie. Sie basieren auf seinem Verständnis und seinen Beobachtungen der Natur mit ihren vielfältigen Farben, Formen und Beschaffenheiten von Oberflächen. Seine Arbeiten weisen Verbindungen zu Florilegien und Parallelen zur Pflanzen- und Stilllebenmalerei der Renaissance und des Barock auf, wie sie in den Kunst- und Wunderkammern gesammelt wurde.
Mit der eigens für die Ausstellung Flesh for Fantasy angefertigten Serie Cosmic Attractors (2023) lässt der Künstler das Publikum an der räumlichen und zeitlichen Komplexität seiner floralen Fantasiegebilde teilhaben, die er stets dreidimensional denkt: Durch die Anordnung unterschiedlicher großformatiger Ansichten und Erscheinungsformen ein- und derselben Pflanzenkomposition im Raum entsteht eine Installation, in der die Besucher den Pflanzen beim Wachsen förmlich zuschauen können.
Kurator: Dr. Philipp Demandt (Direktor, Städel Museum)
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HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN
2. NOVEMBER 2023 BIS 18. FEBRUAR 2024
Ausstellungshaus
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 31. Oktober 2023, 11.00 Uhr
Sie ist eine Zeitenwende in der Geschichte der Kunst: die Malerei der Renaissance. Was in Italien seinen Anfang nahm, entwickelte sich im Norden Europas zu etwas völlig Neuem – mit den Malern Hans Holbein d. Ä. (um 1464–1524) und Hans Burgkmair (1473–1531) als Wegbereiter dieser einzigartigen Kunst. Ihr Zentrum war die freie Reichs- und Handelsstadt Augsburg, die sich in nur wenigen Jahrzehnten zur Hauptstadt einer deutschen und zugleich internationalen Renaissance entwickelte. Kein anderer als einer der größten deutschen Renaissancemaler der Zeit, Hans Holbein d. J. (1497–1543), machte diese Kunst schließlich europaweit bekannt. Das Städel Museum widmet sich vom 2. November 2023 bis zum 18. Februar 2024 dieser faszinierenden Epoche der Kunst. Erstmals werden die wichtigsten Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken Holbeins d. Ä. und Burgkmairs in einer Ausstellung zusammengeführt, ergänzt durch Arbeiten weiterer Augsburger Künstler aus der Zeit von ca. 1480 bis 1530 sowie durch bedeutende Werke deutscher, italienischer und niederländischer Meister. Albrecht Dürer, Donatello, Jan van Eyck oder Hugo van der Goes haben das Schaffen von Holbein d. Ä. und Burgkmair nachhaltig geprägt. Mit rund 180 bedeutenden Kunstwerken aus führenden internationalen Museumssammlungen entsteht ein Überblick über die verschiedenen stilistischen Besonderheiten der Malerei der Renaissance im Norden. Ein Höhepunkt der Frankfurter Ausstellung ist die Präsentation der beiden Meisterwerke von Hans Holbein d. J., der Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen (1526–1528) aus der Sammlung Würth und der Solothurner Madonna (1522) aus dem Kunstmuseum Solothurn.
Städel Direktor Philipp Demandt über die Ausstellung: „Das Städel Museum wird weithin für seine großen Altmeister-Ausstellungen geschätzt. Nach Rubens, Rembrandt und Reni darf sich das Publikum abermals auf eine außergewöhnliche Schau freuen. Das Städel Museum präsentiert die Renaissance im Norden – eine neue, ganz einzigartige Malerei, die vor mehr als 500 Jahren im Norden Europas an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit entstanden ist. Mit rund 180 bedeutenden Kunstwerken aus den führenden internationalen Museumssammlungen feiern wir die großen deutschen Renaissancemaler und ihre Vorbilder in einer Ausstellung. Berühmte Gemälde von Hans Holbein dem Älteren, Hans Burgkmair und Holbein dem Jüngeren treten in einen Dialog mit Werken von Albrecht Dürer, Jan van Eyck oder Donatello. Ein Schlüsselwerk der Ausstellung ist die Madonna von Holbein dem Jüngeren aus der Sammlung Würth, die als eines der größten Meisterwerke der deutschen Renaissance gilt. Dass dieses Gemälde zusammen mit der Madonna aus dem Kunstmuseum Solothurn in Frankfurt zu sehen ist, sollte man sich nicht entgehen lassen.“
„Um 1500 war Augsburg eines der führenden Kunstzentren nördlich der Alpen. Unter den Künstlern dieser Zeit stechen die Kollegen und Konkurrenten Holbein der Ältere und Burgkmair der Ältere besonders hervor: Ihre Werke stehen beispielhaft für die unterschiedlichen stilistischen Möglichkeiten der Renaissancemalerei im Norden und beeinflussten auch nachfolgende Künstlergenerationen, wie die Werke von Holbein dem Jüngeren zeigen. Wie wegweisend seine Auseinandersetzung mit der Kunst aus Augsburg war, lässt sich eindrücklich in seinem Frühwerk nachvollziehen. In weniger als zehn Jahren hat Holbein der Jüngere eine unverwechselbare, eigene künstlerische Ausdrucksweise entwickelt, die seinen Rang als eines der bedeutendsten europäischen Künstler des 16. Jahrhunderts ausmacht“, erläutert Jochen Sander, Kurator der Ausstellung, Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800 am Städel Museum.
KURATOR STÄDEL MUSEUM: Prof. Dr. Jochen Sander (Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter holländische, flämische und deutsche Malerei vor 1800)
AUSSTELLUNGSDAUER: 2. November 2023 bis 18. Februar 2024
PRESSEVORBESICHTIGUNG: Dienstag, 31. Oktober 2023, 11.00 Uhr
GEFÖRDERT DURCH: Sparkassen-Finanzgruppe mit Deutsche Leasing AG, Frankfurter Sparkasse & Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- & Giroverbandes; Städelscher Museums-Verein e.V., Dagmar-Westberg-Stiftung
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Victor Man. Die Linien des Lebens
14. OKTOBER 2023 BIS 4. FEBRUAR 2024
Sammlung Alte Meister
Der rumänische Künstler Victor Man (geb. 1974) gilt seit Jahren als einer der gefragtesten und gleichzeitig rarsten Künstler der Gegenwartskunst. Seine intimen und der Zeit scheinbar entrückten Gemälde entziehen sich einer unmittelbaren Interpretation. Inmitten der Sammlung Alte Meister präsentiert das Städel Museum vom 14. Oktober 2023 bis 4. Februar 2024 eine Ausstellung mit 20 Werken des Malers aus den vergangenen zehn Jahren. Sie ist seinem künstlerischen Schwerpunkt gewidmet, dem Porträt. In tiefem Dunkelgrün, Blau und Schwarz entfaltet Man ebenso feinfühlige wie rätselhafte Bildnisse, die von einem existenzialistischen, düsteren und introspektiven Ton bestimmt sind. Es sind subtile Einflüsse der Vorrenaissance, verdichtet mit Metaphern, die in seiner melancholischen Bildwelt aufscheinen. Stilistisch schwer einzuordnen und doch unverkennbar eröffnet Mans Œuvre zahlreiche kunsthistorische Referenzen und stellt zugleich eine einzigartige Position der zeitgenössischen Malerei dar. Im Städel Museum entsteht ein faszinierender Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart.
Der Titel der Ausstellung Die Linien des Lebens ist ein Zitat aus Friedrich Hölderlins Gedicht An Zimmern (1812) und verweist auf die enge Verbindung Victor Mans zur Lyrik und zu Literatur allgemein. Diese Bezüge finden sich immer wieder in seiner Malerei, wie auch Verbindungen zur eigenen Lebensrealität. So stammen etwa die in den Porträts dargestellten Personen im Hauptteil der Ausstellung aus seinem familiären Umfeld und Freundeskreis. In überwiegend dunkle Szenerien getaucht und mit gedankenversunkenem Blick, sind die Porträtierten in eine existenzielle Schwere gehüllt. Die Gemälde zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz und erzählen von der poetischen wie auch tragischen Ambivalenz des Lebens. Im zweiten Teil der Ausstellung wird die Gattung Porträt mit der Werkserie The Chandler (seit 2013) fortgesetzt und zugleich aufgebrochen, womit die Möglichkeit einer neuen Lesart entsteht. Victor Man präsentiert in verschiedenen Gemälden das gleiche Motiv in stets leicht abgewandelter Form – eine sitzende Figur mit einem Kopf auf dem Schoß – und lädt dazu ein, die eigene Wahrnehmung zu erkunden. Das Städel Museum vereint in der Ausstellung vollständig die bisher entstandenen Arbeiten dieser Serie, die selten in ihrer Gesamtheit zu sehen ist – darunter auch das jüngste Werk, welches zuvor noch nie gezeigt wurde.
„Das Städel als Bildermuseum ist der perfekte Ort für die erste institutionelle Einzelausstellung mit Werken Victor Mans in Deutschland nach fast einem Jahrzehnt. Victor Mans Œuvre ist der Malerei verpflichtet. Seine Gemälde eröffnen inmitten der 700 Jahre umfassenden Sammlung einen in der Fülle der Kunstgeschichte verankerten Dialog. Die stillen und zeitlosen Porträts wirken wie ein Gegenentwurf zu unserer hoch technologisierten und komplexen Lebenswelt. Verstehen wir sie als Angebot, auf die Suche zu gehen, nach der Essenz unseres Daseins“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.
Svenja Grosser, Kuratorin der Ausstellung, führt weiter aus: „Victor Mans Kunst ist zeitlos, und so verweigern sich seine Gemälde einer kunsthistorischen Einordnung nach Kriterien wie Stil und Entstehungszeit, selbst der Epochenzugehörigkeit. Vielschichtige Referenzen aus der Kunstgeschichte und Literatur eröffnen dabei eine Fülle an Deutungsmöglichkeiten. Eines steht jedoch immer im Mittelpunkt: Victor Mans gesamtes Œuvre kreist um die Malerei und die ihr innewohnenden Möglichkeiten, uns als Betrachter auf die Probe zu stellen.“
Kuratorin: Svenja Grosser (Stellvertretende Leiterin Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Projektleiterin: Maja Lisewski (wissenschaftliche Volontärin, Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Gefördert durch: Deutsche Bank, Städelscher Museums-Verein e.V.
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