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PRESSEINFORMATION
„SELBST & PORTRÄT“ – NEUES CLOSE UP IN DER SAMMLUNG GEGENWARTSKUNST
DIGITALE ANWENDUNG IM MUSEUM UND FÜR ZUHAUSE // FÜHRUNGSANGEBOT
Bereits seit der Antike beschäftigen sich Künstler mit dem Thema des menschlichen Abbildes: Unter dem Titel „Selbst & Porträt“ widmet sich das neue CLOSE UP der Auseinandersetzung mit dem Selbstbild in der Kunst. Vier Arbeiten von Maria Lassnig (1919–2014), Francis Bacon (1909–1992), Jonathan Meese (geb. 1970) und Gabriele Stötzer (geb. 1953) aus der Sammlung des Städel Museums zeigen, wie künstlerisch vielfältig die Beschäftigung mit dem Ich sein kann. Fühlend, spielend und abstrahierend gehen sie der Frage nach, wer oder was das Selbst ist. Zwischen Innensicht und Außensicht werden im (Selbst-)Porträt künstlerische Fertigkeiten, äußere Merkmale sowie das zugrundeliegende Selbstverständnis für den Betrachter sichtbar. Im Zentrum der gezeigten Arbeiten stehen das Erkunden des Ichs, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rollenbildern und das Ausloten der künstlerischen Darstellbarkeit des Selbst. Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler stehen dabei beispielhaft für unterschiedliche Positionen im 20. und 21. Jahrhundert. Wie in einer Nahaufnahme widmet sich CLOSE UP einem zentralen Thema der Sammlung Gegenwartskunst – als Kunst- und Vermittlungsraum vor Ort und als digitale Anwendung. Im Museum bietet CLOSE UP mit einer konzentrierten Werkauswahl Zugänge und Vertiefungsmöglichkeiten und setzt auf das Zusammenspiel von originalen Kunstwerken, Wandtexten und einer digitalen Anwendung. Durch die vielfältigen Recherchemöglichkeiten können sich die Besucher intensiv wie auch interaktiv mit dem Thema „Selbst & Porträt“ beschäftigen und dabei ihre Bild- und Informationskompetenz schärfen.
„Me, Myself and I – in der neuen Präsentation von CLOSE UP widmen wir uns der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Selbst. Wer bin ich? Was will ich? Wie zeige ich mich anderen? Sich selbst im rechten Licht zu präsentieren, ist durch die Sozialen Medien omnipräsent und trotzdem kein Phänomen des 21. Jahrhunderts, auch nicht in der Kunst. Die Werke der ausgewählten Künstlerinnen und Künstler zeigen eindrücklich, wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit dem Selbstbild sein kann. Mit der digitalen Anwendung und weiteren Möglichkeiten für eine vertiefende Recherche können sich die Besucherinnen und Besucher im CLOSE UP übergreifende Zusammenhänge selbständig erschließen und dabei Wissenswertes entdecken“, erläutern die beiden Projektleiterinnen Anne Dribbisch, Bildung und Vermittlung, und Maja Lisewski, Sammlung Gegenwartskunst.
Projektleitung und Konzept: Anne Dribbisch (Städel Museum, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bildung und Vermittlung) und Maja Lisewski (Städel Museum, Wissenschaftliche Volontärin Sammlung Gegenwartskunst)
Digitale Begleitung: Alexandra Reißer (Städel Museum, Projektmanagerin Digitale Kultur)
URL der digitalen Anwendung: closeup.staedelmuseum.de/selbstundportraet
Den kompletten Pressetext können Sie hier als PDF herunterladen.
PRESSEINFORMATION
WIEDERSEHEN MIT HOLBEINS MADONNA – STÄDEL ERHÄLT BEDEUTENDE LEIHGABE FÜR AUSSTELLUNG „HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN“
MEISTERWERK DER RENAISSANCEMALEREI AUS DER SAMMLUNG WÜRTH NACH 10 JAHREN WIEDER IN FRANKFURT ZU SEHEN // ERSTE TICKETS AB SOFORT IM ONLINE-SHOP ERHÄLTLICH
Sie gilt als eines der größten Meisterwerke der deutschen Renaissance: Die Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen (1526–1528) von Hans Holbein dem Jüngeren. Ab dem 2. November 2023 wird das berühmte Gemälde in der großen Ausstellung „Holbein und die Renaissance im Norden“ im Städel Museum präsentiert. Damit ist das Werk nach mehr als 10 Jahren wieder in Frankfurt zu sehen.
Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Gemälde im Besitz der Großherzöge von Hessen und bei Rhein und bis 2003 im Schlossmuseum Darmstadt gezeigt worden, ehe es ab dem Jahr 2004 im Städel Museum ausgestellt wurde. 2009 fiel der Entschluss der Eigentümer, das Gemälde zu verkaufen. Trotz gemeinsamer Anstrengungen von Eigentümern und Städel Museum ließ sich weder ein Erwerb durch das Städel Museum noch eine Sicherung des Bildes für die Öffentlichkeit realisieren. Das Gemälde, welches auf der Liste national wertvollen Kulturgutes verzeichnet und damit vor dem Export geschützt ist, wurde in der Folge durch den Unternehmer, Sammler und Mäzen Reinhold Würth erworben, der es der Öffentlichkeit seit 2012 in der Johanniterkirche zu Schwäbisch Hall zugänglich macht. Als bedeutende Leihgabe der Sammlung Würth wird Holbeins Madonna gemeinsam mit rund 130 herausragenden Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken von weiteren wegweisenden Künstlern der Renaissance aus den bedeutendsten Museen Europas in einer Ausstellung gezeigt.
Städel Direktor Philipp Demandt sagt: „Holbeins Madonna ist ein Schlüsselwerk unserer großen Ausstellung zur Malerei der Renaissance. Als Städel Direktor bin ich sehr glücklich über diese bedeutende Leihgabe aus der Sammlung Würth. Dem Hohenloher Unternehmer, Kunstsammler und Mäzen ist es zu verdanken, dass dieses Meisterwerk noch immer zu sehen ist – er allein war es, der die Verpflichtung wahrnahm, dieses Werk zu sichern und für die Öffentlichkeit zu erhalten. Das Städel Museum, vor mehr als 200 Jahren aus privatem Stiftergeist entstanden, betrachtet diese großzügige Leihgabe auch als Würdigung seiner Arbeit. Denn mit Reinhold Würth, der seine bedeutende Kunstsammlung in fünf Museen und zehn Kunstdependancen kostenfrei dem Publikum zur Verfügung stellt, verbindet uns die Absicht, Kunst für Menschen zugänglich zu machen und immer wieder neu zu betrachten.“
Der Sammler und Unternehmer Reinhold Würth über sein Engagement: „Kunst verbindet Menschen, und sie inspiriert, zum Nachdenken und zum Eintauchen in andere Welten. Unsere Museen sind im Prinzip die demokratischsten Orte, hier sind alle gleich. Seit 2012 begeistert die Madonna von Hans Holbein dem Jüngeren nun die Besucherinnen und Besucher aus nah und fern in Schwäbisch Hall. Es ist mir eine große Freude, dass das Gemälde ab diesen Herbst in der großen Ausstellung zur Malerei der Renaissance des Nordens in Frankfurt präsentiert wird. Ich bin mir sicher, dass dem Städel Museum einmal mehr eine ebenso innovative wie wunderschöne Ausstellung gelingen wird.“
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das Zusammentreffen von Holbeins Madonna aus der Sammlung Würth mit der Solothurner Madonna (1522, Kunstmuseum Solothurn), die ebenfalls von Holbein dem Jüngeren gemalt wurde. Die Städel Schau „Holbein und die Renaissance im Norden“ (2. November 2023 – 18. Februar 2024) zeigt mit Blick auf die bedeutende Reichsstadt und Handelsmetropole Augsburg einen Überblick über die Entwicklung der Kunst zwischen Spätgotik und beginnender Neuzeit. Allen voran waren es die Maler Hans Holbein der Ältere und Hans Burgkmair der Ältere, die in Augsburg neue Möglichkeiten der Malerei erprobten. Nicht umsonst gelten sie neben Albrecht Dürer als Wegbereiter der deutschen Renaissance, die Holbein der Jüngere endgültig europaweit bekannt machte.
Kurator Städel Museum: Prof. Dr. Jochen Sander (Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter holländische, flämische und deutsche Malerei vor 1800)
Ausstellungsdauer: 2. November 2023 bis 18. Februar 2024
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 31. Oktober 2023, 11.00 Uhr
Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe mit Deutsche Leasing AG, Frankfurter Sparkasse & Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- & Giroverbandes; Städelscher Museums-Verein e.V., Dagmar-Westberg-Stiftung
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Presseinformation
Was uns stark macht. Kunst und Leben – Die Bildungswoche im Städel Museum
VOM 17. BIS 20. JULI 2023 ENTDECKEN KINDER UND JUGENDLICHE DIE KUNSTWERKE AUS ÜBER 700 JAHREN KUNSTGESCHICHTE IM STÄDEL
Das Städel Museum lädt gemeinsam mit der Frankfurter Volksbank Rhein/Main unter dem Motto „Was uns stark macht. Kunst und Leben“ bereits zum elften Mal Kinder und Jugendliche zur Bildungswoche ein. Während des Programms in der letzten Woche vor den Sommerferien vom 17. bis 20. Juli können die jungen Besucher die Kunstwerke der Sammlung des Städel Museums interaktiv entdecken. Die fächerübergreifenden Themen der Bildungswoche sollen Neugier auf die Kunst wecken und Kunstgeschichte erlebbar und erfahrbar machen. Dafür stellen junge Kunstvermittler an Wissensstationen in der Dauerausstellung einzelne Werke und Themen vor und kommen mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch. Interaktive Stationen und Workshops regen zum handlungsorientierten Lernen, zur kreativen Auseinandersetzung und zum praktischen Vertiefen an. Die Teilnahme an der Bildungswoche ist für alle Schulklassen, Kita- und Hortgruppen kostenfrei.
„Die jährliche Bildungswoche ist eine wunderbare Gelegenheit für Kinder und Jugendliche, die faszinierende Welt der Kunst im Städel Museum zu entdecken. Mit unserem kostenfreien Angebot ermöglichen wir einen breiten Zugang für Kinder und Jugendliche. Wir sind außerordentlich glücklich, dass wir gemeinsam mit der Frankfurter Volksbank Rhein/Main einen Bildungspartner an unserer Seite wissen, mit dem wir bereits zum elften Mal zu diesem Programm einladen können. Wir verstehen das Museum als einen Ort der Kunst und der Debatte – die Teilnehmer durch die Auseinandersetzung mit Kunst für die Herausforderungen des Lebens zu stärken, das ist ein Ziel der Bildungswoche 2023“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.
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PRESSEINFORMATION
UGO RONDINONE. SUNRISE. EAST.
VERLÄNGERT BIS 9. JUNI 2024
Städel Garten
Es sind groteske Wesen, die das Publikum ab dem Sommer im Städel Garten empfangen. Der Schweizer Konzept- und Installationskünstler Ugo Rondinone (geb. 1964) verwandelt den markanten Hügel über den Gartenhallen in eine sonderbare Landschaft. In der Werkgruppe sunrise. east. (2005) ordnet Rondinone jedem Monat einen Kopf mit charakteristischen und gleichsam stark reduzierten Gesichtszügen zu. Überlebensgroß und in silbern glänzendem Aluminium sind die klobigen, zwei Meter hohen Skulpturenköpfe auf ihre Mimik reduziert: Mit aufgerissenen Mündern blicken sie aus kleinen Augen von freundlich naiv über skeptisch und überrascht bis hin zu schaudererregend. Sie lösen die unterschiedlichsten Assoziationen aus, lassen an rituelle Masken und Geister, aber auch an die Bildsprache von Comics, Emoticons oder Memes denken. Die Besucher des Städel Gartens sind eingeladen, allen zwölf Wesen – und damit allen Monaten – von Angesicht zu Angesicht zu begegnen und die unterschiedlichen Freuden, Widrigkeiten und Emotionen eines ganzen Jahres im Schnelldurchlauf zu erleben.
Ugo Rondinones Schaffen umfasst neben der Skulptur unterschiedliche Medien wie Malerei, Video und Installation. Besondere Bekanntheit erlangte der Künstler durch seine Arbeiten im öffentlichen Raum, die er seit den 1990er-Jahren kreiert. Im Sinne einer „Kunst für alle“ möchte er mit seinen charakteristischen Skulpturen im Außenraum ein breites Publikum erreichen. In seinen poetischen und konzeptuellen Arbeiten thematisiert Rondinone die Widersprüche des Lebens und schafft einen Dialog zwischen Künstlichkeit und Natur, Kultur und Gesellschaft sowie Ewigkeit und Vergänglichkeit.
Kuratorin: Svenja Grosser (Stellvertretende Leiterin Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Gefördert durch: Freunde der Tat – Städelscher Museums-Verein e. V.
FAKTENBLATT
STÄDEL DACH – DIE NEUE BESUCHERTERRASSE
BAUHERR:
Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie
BAUMASSNAHME UND BEGLEITENDE ARBEITEN:
• Bau einer Dachterrasse
• Zuwegung zum Städel Dach
PROJEKTBETEILIGTE PLANUNG:
• schneider+schumacher (Planung und Entwurf)
• Architekt Hans Eschmann (Projektsteuerung)
• Bollinger+Grohmann (Statik, Tragwerksplanung)
• IBO Ingenieurbüro Dieter Bohlmann (Technische Gebäudeausrüstung)
• brendel Ingenieure GmbH (Elektroplanung)
• Hilla Wichert Brandschutz (Brandschutzkonzept)
• Conceptlicht GmbH
Das gesamte Faktenblatt können Sie hier herunterladen.
„EIN AUSGEZEICHNETES FRAUENPORTRÄT“ – BILDNIS VON THERESE KARL FÜR DAS STÄDEL WIEDERERWORBEN
Das Städel Museum hat das eindrückliche Damenbildnis (Porträt Therese Karl) (1890) von Fritz von Uhde für die Sammlung wiedererworben. Die Stadt Frankfurt hatte das Gemälde aus dem Bestand der Städtischen Galerie im Jahr 2022 an die Erben des im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Eigentümers Gustav Rüdenberg restituiert. Dank des großzügigen Entgegenkommens der Erben, vertreten durch das Holocaust Claims Processing Office (HCPO) in New York, konnte es zurückerworben werden und verbleibt im Städel. Das Gemälde ist in der Dauerausstellung der Sammlung Kunst der Moderne zu sehen. Eine Gedenktafel am Werk erinnert an die tragische Geschichte von Gustav Rüdenberg.
Dr. Ina Hartwig, Kultur- und Wissenschaftsdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, über die erfolgte Restitution: „Es ist wichtig, die historische Verantwortung der Stadt Frankfurt zu benennen und Ergebnisse der Provenienzforschung zu teilen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im letzten Jahr konnten wir ein Gemälde von Fritz von Uhde aus dem Bestand der Städtischen Galerie des Städel Museums an die Erben Gustav Rüdenbergs restituieren. Ich danke den Erben und dem Holocaust Claims Processing Office in New York aufs Herzlichste für ihr Vertrauen.“
Dr. Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, sagt: „Die Provenienzforschung gehört zu den Kernaufgaben der Museumsarbeit am Städel. Es ist unser Ziel, für jedes Objekt, das nach 1933 in die Sammlung aufgenommen wurde und vor 1946 datiert werden kann, eine möglichst lückenlose Provenienz nachzuweisen. Unser ‚Damenbildnis‘ des Malers Fritz von Uhde befand sich einst im Besitz des Unternehmers und Kunstsammlers Gustav Rüdenberg, bis dieser es unter dem Druck der NS-Diktatur veräußern musste. An sein Leben und Schicksal zu erinnern und es im Museum sichtbar zu machen, ist unsere historische und gesellschaftliche Verantwortung. Mein tief empfundener Dank geht an die Erben nach Gustav Rüdenberg, die dem Wiederankauf des Gemäldes zustimmten, und an das Holocaust Claims Processing Office für die Vermittlung. Durch das großzügige Entgegenkommen der Erben bleibt dieses herausragende Porträt für das Städel Museum erhalten.“
Das Damenbildnis stellt Therese Karl dar, die Uhdes Lieblingsmodell und Tänzerin am königlichen Hoftheaterballett in München war. Es handelt sich dabei um eines der wenigen Porträts, die der eher für seine religiösen und genrehaften Szenen bekannte Künstler Fritz von Uhde (1848–1911) malte. Er hatte sich 1880 in München niedergelassen und mit Max Liebermann angefreundet, der ihn zur Freilichtmalerei und dem Anfertigen von Porträts animierte. Uhde zeigt sich in diesem Werk auf der Höhe der Bildniskunst seiner Zeit. Souverän erfasst der zwischen Realismus und Impressionismus stehende Künstler mit lockerem Duktus die verschiedenen Stofflichkeiten, die dem Gemälde seine Leichtigkeit verleihen. Das Porträt erhielt bereits kurz nach seiner Entstehung lobende Kommentare in der zeitgenössischen Presse und trug zu Uhdes Popularität entscheidend bei. So bezeichnete die Zeitschrift „Kunst für alle“ das Gemälde schon im Entstehungsjahr 1890 als „ein ausgezeichnetes Frauenporträt“.
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PRESSEINFORMATION
HERAUSRAGEND! DAS RELIEF VON RODIN BIS PICASSO
24. MAI BIS 17. SEPTEMBER 2023
Ausstellungshaus
Rodin, Matisse, Gauguin, Picasso, Hans Arp oder Yves Klein – sie alle schufen im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Kunst: Reliefs. Das Städel Museum präsentiert diesen Sommer eine große Ausstellung über das Relief von 1800 bis in die 1960er-Jahre. Ist es Malerei oder Skulptur, Fläche oder Raum? Kaum ein anderes künstlerisches Medium fordert unser Sehen so heraus wie das Relief: Das macht es für die berühmtesten Künstlerinnen und Künstler seit jeher so reizvoll. Die Ausstellung zeigt vom 24. Mai bis 17. September 2023 bedeutende Kunstwerke aus rund 160 Jahren von Bertel Thorvaldsen, Jules Dalou, Auguste Rodin, Medardo Rosso, Paul Gauguin, Henri Matisse, Pablo Picasso und Alexander Archipenko sowie Hans Arp, Kurt Schwitters, Sophie Taeuber-Arp, Yves Klein, Louise Nevelson, Lee Bontecou und anderen. Dafür vereint das Städel Museum – in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle – Kunstwerke aus den eigenen Sammlungen und aus führenden europäischen Museen in Frankfurt, etwa aus dem Musée d’Orsay, dem Musée Picasso und dem Centre Pompidou in Paris, dem Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, dem Kunstmuseum Basel oder dem Musée des Beaux-Arts de Lyon. Darüber hinaus werden auch selten zu sehende Arbeiten aus Privatsammlungen vorgestellt.
„Herausragend! Das Relief von Rodin bis Picasso“ wird durch die Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH und den Städelschen Museums-Verein e. V. mit den Städelfreunden 1815 gefördert. Zusätzliche Unterstützung erfährt die Ausstellung durch die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung.
Städel Direktor Philipp Demandt über die Ausstellung: „Diesen Sommer können unsere Besucherinnen und Besucher im Städel Museum einem aufregenden künstlerischen Medium begegnen: dem Relief. Eine Kunstform zwischen Malerei und Skulptur, die den sprichwörtlichen Rahmen und die Grenzen unseres Sehens sprengt! Wir widmen dieser bisweilen verkannten Kunstform eine große Ausstellung. Es ist eine einmalige Chance, rund 140 bedeutende Werke von knapp 100 wegweisenden Künstlerinnen und Künstlern des 19. Jahrhunderts, der Klassischen Moderne und der internationalen Nachkriegskunst in Frankfurt zu erleben und das Relief als das zu würdigen, was es ist: Ausdruck großer Kunst.“
„Das Relief ist eines der ältesten Bildmedien der Menschheit. Als Hybrid steht es nicht nur zwischen den künstlerischen Gattungen Malerei und Skulptur, sondern in der Wahrnehmung auch im Spannungsfeld zwischen Sehen und Berühren. Unsere Ausstellung widmet sich den besonderen Möglichkeiten und Chancen des Reliefs in der Kunst vom Klassizismus bis in die 1960er-Jahre. Mit der Rückbindung an die klassische Antike beginnt um 1800 eine deutliche Zäsur für die Bedeutung und die Ästhetik des Reliefs und in den 1960er-Jahren markieren der ‚Ausstieg aus dem Bild‘ und der damit verbundene Transfer bildhauerischer Konzepte in Raumkonzepte einen abermaligen Dreh- und Angelpunkt. Die Ausstellung liefert keine umfassende Geschichte des Reliefs, sie wirft vielmehr einzigartige Schlaglichter auf den heute wenig bekannten Diskurs rund um die Kunst des Reliefs“, erläutern die Kuratoren der Ausstellung, Alexander Eiling und Eva Mongi-Vollmer.
Eine Ausstellung des Städel Museums, Frankfurt am Main und der Hamburger Kunsthalle.
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne), Dr. Eva Mongi-Vollmer (Kuratorin für Sonderprojekte)
Projektleitung: Dr. Friederike Schütt
Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, Städelscher Museums-Verein e.V. – Städelfreunde 1815
Mit Unterstützung von: Georg und Franziska Speyer'sche Hochschulstiftung
Medienpartner: Süddeutsche Zeitung, ARTE, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Kulturpartner: hr2-kultur
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Wandtexte
HERAUSRAGEND! DAS RELIEF VON RODIN BIS PICASSO
24. MAI BIS 17. SEPTEMBER 2023
Ausstellungshaus
Einleitung
Ist es Malerei oder Skulptur, Fläche oder Raum? Kaum ein anderes künstlerisches Medium fordert unser Sehen so heraus wie das Relief: Man kann Reliefs wahrnehmen wie ein Gemälde und ihre Oberfläche zugleich mit dem Blick ertasten wie eine Skulptur.
Aus der Antike ist das Relief vor allem als Schmuck von Architekturen bekannt. In der Renaissance spielte es eine wichtige Rolle im Wettstreit der Maler und Bildhauer, die um die Nachahmung der Wirklichkeit konkurrierten. Als das Relief um 1800 vermehrt Eingang in kunsttheoretische Debatten fand, wurde es als Zwischengattung unter den Künsten bezeichnet. In der Zone zwischen der zweiten und der dritten Dimension blieb es aber eine überwiegend bildhauerische Aufgabe.
Mit der Zeit wuchs das künstlerische Interesse, die traditionellen Gattungsgrenzen zu überwinden. Maler schufen Skulpturen, Bildhauer näherten sich der Malerei an. Das Relief wurde dabei zu einem Spielfeld für Experimente mit neuen Formen, Materialien und Techniken. Reliefs wurden jetzt nicht mehr vorrangig aus den klassischen Werkstoffen Stein, Ton, Gips oder Bronze hergestellt. Die Künstlerinnen und Künstler griffen zu Alltagsgegenständen und Fundstücken, um die plastischen Gebilde aus der Fläche hervortreten zu lassen. Ob geklebt oder genagelt, unter Verwendung von Naturschwamm oder einer Schöpfkelle gefertigt – das Relief zeigt völlig neue Erscheinungsformen. Seine gesellschaftliche Bedeutung erweiterte sich im Zuge der umwälzenden Veränderungen des frühen 20. Jahrhunderts: Das Relief wurde zum Ort für Utopien und zum Spiegel des Aufbruchs in eine neue Welt.
Der Ausstellungsrundgang präsentiert die enorme Bandbreite des Reliefs von 1800 bis 1970 in 13 Kapiteln. Sie umspannen zum Teil den gesamten Untersuchungszeitraum, zum Teil sind sie gezielt auf kürzere Perioden hin zugeschnitten. Die einzelnen Kapitel befragen die besonderen Möglichkeiten und die Grenzen der Reliefkunst jenseits entwicklungsgeschichtlicher Linien oder stilistischer Schubladen.
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MEINUNGSBILDER. ANDERS SEHEN. EINANDER VERSTEHEN
NEUES DIGITALES ANGEBOT // DER 1. MAI IM STÄDEL MIT GROSSEM KOSTENFREIEM PROGRAMM ZU DEN THEMEN KUNST UND DEMOKRATIE // MEINUNGSBILDER-PROGRAMMWOCHE BIS 5. MAI
Wissen, was ist, was gewesen ist und was kommen könnte, sich Meinungen zu bilden, Debatten und Diskurse zu führen, um eine lebendige demokratische Kultur zu leben, steht im Zentrum der großen kulturellen Bildungsinitiative des Städel Museums mit dem Titel „Meinungsbilder. Anders sehen. Einander verstehen“. Dem Verständnis folgend, dass ein Museum ein Ort für vielfältige gesellschaftliche Aspekte des Lebens ist, entwickelt das Städel Museum seit Jahren eine zeitgemäße publikumsorientierte Kunstvermittlung. Die Meinungsbilder-Initiative soll demokratieförderndes Denken und Handeln unterstützen: Durch eine aktive Auseinandersetzung mit den Kunstwerken des Städel Museums lassen sich historische Entwicklungen und Prozesse, die das gesellschaftliche Wertesystem von Freiheit und Demokratie herausgebildet haben, eindrücklich nachvollziehen. Was erzählt uns die Kunst von gestern über das Heute? Und was hat das eigentlich alles mit mir zu tun? Die Kunstwerke der Sammlung von 1300 bis zur Gegenwart geben Antworten und erzählen Geschichten u. a. von Globalisierung, Widerstand, Utopie, Emanzipation, Macht, Unterdrückung oder Populismus.
Wenige Tage vor dem 175. Jubiläum der deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche widmet das Städel Museum im Rahmen der Meinungsbilder-Initiative eine Woche den Themen Kunst und Demokratie. Die Besucher sind eingeladen, ins Städel Museum zu kommen und an einem großen und abwechslungsreichen Programm teilzunehmen. Es gibt Angebote für die ganze Familie und alle Altersgruppen. Den Auftakt der Programmwoche bildet der 1. Mai im Städel Museum. Offene Workshops und Führungen laden dazu ein, die Kunstwerke der Sammlung lesen zu lernen, gemeinsam darüber zu diskutieren und so gesellschaftliche Entwicklungen und Phänomene unserer Zeit besser zu verstehen. Der Eintritt ins Städel und die Teilnahme am Programm sind kostenfrei.
Zum Auftakt am 1. Mai startet das Städel Museum ein neues digitales Angebot: die sechsteilige Filmreihe „Meinungsbilder“, die historische Zusammenhänge der Kunstwerke mit aktuellen gesellschaftlichen Diskursen verknüpft. Im Mittelpunkt steht jeweils ein Kunstwerk aus der Städel Sammlung, das durch den persönlichen Blick von Enissa Amani, Bless Amada, Theresia Enzensberger, Mirna Funk, Friedemann Karig und Nikeata Thompson vorgestellt wird. Sie entschlüsseln die Kunstwerke und spannen den Bogen zu den Themen der Gegenwart. Die Filmreihe ist auf staedelmuseum.de/meinungsbilder und allen gängigen Plattformen zu sehen.
Weitere Höhepunkte der Meinungsbilder-Programmwoche sind der Workshop „Let’s Talk About … Kunst und Demokratie“ am 4. Mai, Online-Sessions am 2. und 3. Mai sowie eine Abendführung am 4. Mai. Während der Meinungsbilder Programmwoche vom 2. bis 5. Mai bietet das Städel Museum zwei Lehrerfortbildungen zu dem neuen thematisch überarbeiteten Schulklassenprogramm an. Für Schulklassen, Kita- und Hortgruppen sowie Jugendgruppen und Vereine wird der Museumsbesuch mit altersgerechten Führungen und spannenden künstlerischen Workshops zu einem einzigartigen Erlebnis.
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