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Presseinformation
„Museum für zu Hause – Live“
Städel und Liebieghaus bieten neue Kunstvermittlungsformate online an
Ab 16. Dezember 2020 starten das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung mit „Museum für zu Hause – Live“ Online-Formate für die Kunstvermittlung. Das neu entwickelte Angebot ermöglicht die Begegnung mit Kunst und den interaktiven Austausch darüber im digitalen Raum. Gerade in Zeiten, in denen das direkte Gespräch über die Kunst nicht vor Ort im Museum möglich ist, sind Momente der gemeinsamen Kunstbetrachtung selten. Mit innovativen Online-Touren und Online-Sessions schafft „Museum für zu Hause – Live“ einen sozialen Kunsterlebnisraum im Digitalen, der Kunstbegegnungen, Einführungen in die aktuellen Sonderausstellungen und überraschende Verbindungen zwischen den Themen unserer Zeit und den großen Meisterwerken des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung bietet.
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Presseinformation
Wechsel an der Spitze der Administration des Städel Museums
Nach 20 Jahren als Vorsitzender der Administration des Städelschen Kunstinstituts legt Prof. Dr. Nikolaus Schweickart sein Amt auf eigenen Wunsch zum Jahresende nieder. Zum neuen Vorsitzenden wurde Wolfgang Kirsch ernannt. Die Administration ist das Vertretungsorgan der Stiftung und bildet ihren Vorstand; sie wird nach dem Willen des Stifters Johann Friedrich Städel aus fünf ehrenamtlichen Administratoren geformt. Nikolaus Schweickart wurde 1999 in die Administration des Städel Museums berufen. Ein Jahr später folgte er Barbara von Metzler als neuer Vorsitzender. In dieser Zeit entwickelten sich das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung zu Kunstinstitutionen von internationalem Rang. Als Vorsitzender der Administration hat Nikolaus Schweickart das Stiftungsvermögen des Städelschen Kunstinstituts erfolgreich vermehrt und das Museum als Bürgerstiftung zu einem in hohem Maße sich selbst finanzierenden Kunsthaus umgestaltet. Dem Städel Museum sicherte er stetige Unterstützung durch die Stadt Frankfurt sowie Kontinuität im unabhängigen Arbeiten. 2006 folgte die vertragliche Einigung über die Liebieghaus Skulpturensammlung. Als städtisches Museum wird die Sammlung seitdem vom Städel Museum im Rahmen einer Betriebsgemeinschaft mitverwaltet.
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PRESSEINFORMATION
STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL.
DIE JAHRE IN FRANKFURT
VERLÄNGERT BIS 29. AUGUST 2021
Max Beckmann (1884–1950) ist wie kaum ein anderer Künstler mit dem Städel Museum und Frankfurt verbunden. Er verbrachte die längste und wichtigste Zeit seines Lebens in Frankfurt, schuf hier einen Großteil seiner zentralen Werke und entwickelte den für ihn charakteristischen Stil. Das Städel Museum befasst sich seit fast einem Jahrhundert intensiv mit dem Sammeln und der Erforschung seines Œuvres. Seit 1918 wurden kontinuierlich Arbeiten des Künstlers erworben; heute verfügt das Museum über eine der weltweit umfangreichsten Beckmann-Sammlungen.
Jüngst konnte eines der bekanntesten und bedeutsamsten Werke des Künstlers, Selbstbildnis mit Sektglas (1919), für das Städel gesichert werden. Diese Ikone der Moderne wurde dank der Unterstützung des Städelschen Museums-Vereins, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Bundesrepublik Deutschland und der Kulturstiftung der Länder sowie fünf privater Mäzene erworben. In einer Sonderpräsentation widmet sich das Städel mit ausgewählten Gemälden, Papierarbeiten und dokumentarischem Material seinem Beckmann-Bestand und den Frankfurter Jahren des Künstlers. Im Mittelpunkt steht das Selbstbildnis mit Sektglas.
Traumatisiert von seinen Erlebnissen als Sanitätshelfer im Ersten Weltkrieg kam Max Beckmann im Jahr 1915 in die Mainmetropole. 1925 übertrug ihm die Stadt die Leitung einer Meisterklasse an der Kunstgewerbeschule. Zahlreiche Frankfurt-Ansichten, Selbstbildnisse und Porträts von Freunden und Bekannten belegen seine enge Bindung an die Stadt. In der Zeit seines Aufenthaltes wurden seine Werke in 18 Einzel- und Gruppenausstellungen in Frankfurt präsentiert. 1929 verlieh ihm die Stadt den Großen Ehrenpreis. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde er aus seiner Lehrtätigkeit entlassen und musste Frankfurt verlassen. 1937 floh Beckmann, als „entartet“ diffamiert, nach Amsterdam. 1950 starb er in New York.
„Das Sammeln und die Erforschung der Kunst Max Beckmanns hat eine mehr als einhundertjährige Tradition am Städel Museum. Es ist ein außerordentlicher Glücksfall, dass wir dank des überwältigenden gemeinschaftlichen Engagements privater und staatlicher Förderer erst vor Kurzem das Selbstbildnis mit Sektglas von Max Beckmann für das Städel Museum erwerben konnten. Die Erwerbung dieses Jahrhundertwerks ist in der Geschichte des Hauses singulär und zeigt einmal mehr, wie sehr sich das Museum dem Werk des Künstlers verpflichtet fühlt. Diese enge Verbundenheit des Städel Museums und der Stadt Frankfurt mit Max Beckmann unseren Besucherinnen und Besuchern zu vermitteln, ist das Anliegen der Sonderpräsentation“, so Städel Direktor Philipp Demandt.
Einblicke in die Sonderpräsentation
Die Schau „STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL. Die Jahre in Frankfurt“ gliedert sich in drei Kapitel, beginnend mit dem für Beckmann so zentralen Thema des Selbstporträts: Beckmann hat wie kaum ein zweiter Künstler der Klassischen Moderne Selbstbildnisse geschaffen. Sie entstanden in allen Techniken, von der Malerei über die Zeichnung und Druckgrafik bis hin zur Skulptur. Wie in den hier ausgewählten Selbstbildnissen deutlich wird, begleiteten sie Beckmanns künstlerischen Werdegang von seinem Früh- bis in sein Spätwerk und veranschaulichen entscheidende Phasen seiner Entwicklung. Im Zentrum des Kapitels steht dabei als Hauptwerk die jüngste Neuerwerbung des Städel, das Gemälde Selbstbildnis mit Sektglas. 1919 in Frankfurt gemalt, ist es ein Sinnbild der Zwischenkriegszeit und der Weimarer Republik. Es zeigt den Künstler zum ersten Mal als eleganten Dandy im Smoking an der Theke eines Nachtlokals, vermutlich der Bar des Frankfurter Hofs, wo Beckmann laut Zeitzeugen mit Vorliebe Champagner trank.
Neben den vielen Einzelselbstbildnissen finden sich oft szenische Darstellungen, in denen Beckmann wie ein Schauspieler auf der Bühne seiner symbolisch-rätselhaften Kompositionen agiert: als Zirkusdirektor, wie etwa in dem Gemälde Zirkuswagen (1940), als Ausrufer, wie im Zyklus Die Hölle (1919), als biblischer Adam, wie in der Skulptur Adam und Eva (1936/1979), oder als vermeintlich beiläufiger Beobachter. Zeitgenössische Ereignisse vermischte er dabei mit allgemeinen, überzeitlichen und existenziellen Themen. Denn das Selbstbildnis bedeutete für Beckmann mehr als die Darstellung persönlicher Gemütsverfassungen. Es half ihm bei der Bestimmung seiner Rolle als Künstler in der Gesellschaft und war eine Möglichkeit, weltanschauliche Fragestellungen sowie grundlegende menschliche Konflikte zu thematisieren, wie etwa in der Kaltnadelradierung Der Abend (Selbstbildnis mit den Battenbergs) (1916). Die Druckgrafik zeigt das Ehepaar Heinrich (Ugi) und Frieda (Fridel) Battenberg, bei denen Beckmann nach seinem Einsatz im Krieg in Frankfurt Unterschlupf fand. Wie ein Keil schiebt sich sein Gesicht dabei zwischen die Eheleute, der dämonische Dritte in der sonst friedlichen Zweisamkeit.
Diese spezielle Funktion des Selbstbildnisses zeigt sich auch in Beckmanns druckgrafischem Schlüsselwerk Die Hölle (1919), das im zweiten Teil der Schau präsentiert wird. Über Zeichnung, Radierung und Lithografie hatte Beckmann zu einer neuen, einprägsamen Formensprache gefunden: Kantige, reduzierte Formen bestimmen nun das Bildgefüge. Der Raum wird gleichsam kubistisch aufgebrochen und perspektivische Verzerrungen und verfremdete Maßverhältnisse erzeugen Instabilität und Dynamik. Der lithografische Zyklus Die Hölle, der im selben Jahr wie Selbstbildnis mit Sektglas entstand und zu dem Gemälde enge formale Bezüge aufweist, spiegelt Beckmanns Erfahrung einer aus den Fugen geratenen Welt nach dem Ersten Weltkrieg. Auf das Titelblatt mit einem Selbstbildnis als Ausrufer folgen zehn verrätselte Kompositionen einer von Menschen geschaffenen ‚Hölle‘, in denen reale Elemente aus der unmittelbaren Gegenwart ‒ Bezüge auf die Ermordung Rosa Luxemburgs oder das Frankfurter Nachtlokal „Malepartus“ beispielsweise ‒ mit Sinnbildhaftem, Allegorischem kombiniert werden. Beckmann zeichnete die ungewöhnlich großformatigen Kompositionen dafür mit Kreide auf Papier; im Umdruckverfahren wurden die Zeichnungen dann auf den Lithostein übertragen und im Auftrag des Galeristen J. B. Neumann bei der Druckerei C. Naumann in Frankfurt gedruckt.
Das dritte Kapitel der Präsentation widmet sich Beckmanns Leben in Frankfurt. Ein Stadtplan zeigt neben Beckmanns Wohn- und Wirkungsstätten auch seine bevorzugten Aufenthaltsorte und seine wichtigsten Frankfurter Kontakte. In der Mainmetropole entwickelte Beckmann sich zu einem Künstler von internationalem Rang. Er war vernetzt mit führenden Figuren der Frankfurter Medien, Industrie und Kulturpolitik. Zu seinen Freunden und Sammlern wurden u. a. das Unternehmer-Ehepaar Walter und Käthe Carl, der Verleger Heinrich Simon, der damalige Städel-Direktor Georg Swarzenski, der Journalist und Autor Benno Reifenberg, die Journalistin Käthe von Porada, die Mäzenin Lilly von Schnitzler oder der Kunsthistoriker Fritz Wichert. Die Schau zeigt daher unter anderem das Gemälde Bildnis Ehepaar Carl (1918) oder das lithografierte Bildnis von Georg Swarzenski (1921) sowie historische Aufnahmen von Frankfurter Orten. Auf täglichen Spaziergängen erkundete der Künstler zudem die Stadt und schuf eine Reihe eindrücklicher Stadtlandschaften, wie etwa Eisgang (1923) oder Die Synagoge in Frankfurt am Main (1919).
Im Städel Museum entstand bereits seit 1918 die größte öffentliche Sammlung von Werken Beckmanns. Die meisten seiner Werke wurden direkt aus seinem Atelier und mit städtischen Mitteln angekauft. 1918 erwarb der damalige Direktor des Städel Museums, Georg Swarzenski, erstmals Werke von Beckmann für die dem Städel angegliederte Städtische Galerie. Bis 1931 erweiterte Swarzenski die zeitgenössische Abteilung auf insgesamt 13 Gemälde des Künstlers und über hundert Arbeiten auf Papier. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten mussten Beckmanns Gemälde abgehängt werden und wanderten ins Depot. Im Sommer 1937 erfolgte im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ die Beschlagnahmung nahezu der gesamten Beckmann-Sammlung. Nach dem Zweiten Weltkrieg organisierte Swarzenskis Nachfolger Ernst Holzinger 1947 gemeinsam mit Beckmanns Galeristen Günther Franke wieder eine Beckmann-Ausstellung im Städel mit Werken aus Privatbesitz. Der Kunsthändler schenkte dem Städel aus diesem Anlass mehrere Grafiken. Von entscheidender Bedeutung für den Wiederaufbau der verlorenen Beckmann-Sammlung war der Zugang von fast 170 Papierarbeiten aus der großen Grafiksammlung des mit Beckmann befreundeten Ehepaars Fridel und Ugi Battenberg im Jahr 1949. Ein Jahr nach dem Tod des Künstlers realisierte die Stadt Frankfurt mit Zirkuswagen (1940) den ersten Ankauf eines Beckmann-Gemäldes in der Nachkriegszeit. Seither hat das Städel kontinuierlich weitere Arbeiten des Künstlers erworben und verfügt mit elf Gemälden, zwei Skulpturen und einem mehrere hundert Blatt umfassenden grafischen Bestand heute wieder über eine der größten Beckmann-Sammlungen weltweit.
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Regina Freyberger (Leiterin Graphische Sammlung ab 1750, Städel Museum), Dr. Iris Schmeisser (Leiterin Provenienzforschung und historisches Archiv, Städel Museum)
STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL.
DIE JAHRE IN FRANKFURT
Ausstellungsdauer: 9. Dezember 2020 bis 5. April 2021 – verlängert bis 29. August 2021
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Regina Freyberger (Leiterin Graphische Sammlung ab 1750, Städel Museum), Dr. Iris Schmeisser (Leiterin Provenienzforschung und historisches Archiv, Städel Museum)
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Information: www.staedelmuseum.de
Besucherservice: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do 10.00–21.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren
Kartenvorverkauf: shop.staedelmuseum.de
Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein von Alexander Eiling, Regina Freyberger und Iris Schmeisser herausgegebener Katalog, mit einem Grußwort von Sylvia von Metzler und einem Vorwort von Philipp Demandt, 94 Seiten, 15 Euro.
Podcast STÄDEL MIXTAPE: Die erste Folge des neuen Podcasts STÄDEL MIXTAPE widmet sich kunst- und kulturhistorischen Fragen rund um Beckmanns „Selbstbildnis mit Sektglas“ und kombiniert diese mit einem passenden Soundtrack. Überall dort zu finden, wo es Podcasts gibt, und auf mixtape.staedelmuseum.de
Audiotracks zu Max Beckmann: Ab sofort finden Sie weiterführende Texte, Bilder und Audiotracks zu den sechs wichtigsten Beckmann-Werken der Städel Sammlung auch in unserer Highlight-App, staedelmuseum.de/app-angebot
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PRESSEINFORMATION
CORONA-MASSNAHMEN: DAS STÄDEL MUSEUM BLEIBT AB 2. NOVEMBER 2020 VORÜBERGEHEND GESCHLOSSEN
Das Städel Museum bleibt vom 2. November 2020 bis vorerst einschließlich 7. März 2021 geschlossen. Das Städel folgt damit den behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.
Über weitere Entwicklungen werden wir Sie rechtzeitig informieren.
Bereits gekaufte Tickets für die Sammlung des Städel Museums sowie für die Ausstellung „Schaulust. Niederländische Zeichenkunst des 18. Jahrhunderts“
(bis 18. April 2021) behalten ihre Gültigkeit. Auf Wunsch können die Tickets zurückgegeben werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an besucherdienst@staedelmuseum.de.
Das Städel kommt in dieser Zeit zu Ihnen nach Hause. Nutzen Sie unsere zahlreichen digitalen Angebote, vom Onlinekurs zur Kunst der Moderne über die Digitale Sammlung bis hin zu einem Tablet-Game für Kinder und der Podcast-Serie FINDING VAN GOGH. Weitere Informationen finden Sie unter digital.staedelmuseum.de.
Bleiben Sie über unsere Social-Media-Kanäle Instagram, Facebook, Twitter und YouTube mit uns im Austausch: @staedelmuseum #StaydelAtHome.
Noch mehr Geschichten und Hintergründe zur Sammlung und den Sonderausstellungen finden Sie auf unserem Städel-Blog unter blog.staedelmuseum.de.
Publikationen und ausgewählte Geschenkartikel aus unserem Museumsshop sind weiterhin online erhältlich: shop.staedelmuseum.de.
STÄDEL MUSEUM
Information: www.staedelmuseum.de
Besucherservice: +49(0)69-605098-200, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
PRESSEINFORMATION
EINE IKONE DER MODERNE FÜR FRANKFURT – SELBSTBILDNIS MIT SEKTGLAS VON MAX BECKMANN ERWORBEN
HERAUSRAGENDER ANKAUF FÜR DAS STÄDEL MUSEUM / GEMÄLDE STEHT AB 9. DEZEMBER IM ZENTRUM EINER SONDERPRÄSENTATION
Es ist eine der bedeutendsten Erwerbungen in der über zweihundertjährigen Geschichte des Städel Museums: Das Gemälde Selbstbildnis mit Sektglas von Max Beckmann konnte durch die Unterstützung der Kulturstaatsministerin, des Städelschen Museums-Vereins, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder sowie fünf privater Mäzene für das Städel Museum erworben werden. Das Gemälde, 1919 in Frankfurt entstanden, gehört zu den bekanntesten und wichtigsten Werken des Künstlers. Seit 2011 befand es sich als Leihgabe im Museum. Mit dem Erwerb verbleibt es nun endgültig im Städel.
Das Selbstbildnis mit Sektglas ist eines der eindrücklichsten Selbstporträts des Künstlers, zudem handelt es sich dabei um das einzige aus einer kleinen Gruppe ikonisch gewordener Selbstbildnisse, das sich noch in deutschem Privatbesitz befand. Das Werk stammt aus der legendären Privatsammlung von Hermann Lange in Krefeld, der es bereits in den 1920er-Jahren erworben hatte. Seit dieser Zeit war das Gemälde ununterbrochen im Besitz seiner Nachkommen, von denen es nun für das Städel Museum erworben wurde. Max Beckmann ist heute, vor allem durch seine frühe Rezeption in den USA, der bekannteste deutsche Vertreter der Klassischen Moderne.
Vor bereits drei Jahren war Städel Direktor Philipp Demandt mit dem Wunsch, das Gemälde zu erwerben, an die Erben Hermann Langes herangetreten. Nach intensiven Gesprächen ebneten die Eigentümer durch ein großzügiges Entgegenkommen den Weg für erste Anfragen an institutionelle Förderer, deren ebenso beherzte wie bedeutende Zusagen sich fünf private Förderer mit wiederum exzeptionellen Einzelzusagen anschlossen. Das Kunstwerk ist aktuell im Beckmann-Saal des Städel Museums zu sehen und wird vom 9. Dezember 2020 bis 5. April 2021 im Mittelpunkt der Sonderpräsentation „STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL. Die Jahre in Frankfurt“ im Städel Museum stehen.
„Das Selbstbildnis mit Sektglas ist nicht nur eines der bedeutendsten Gemälde unseres Hauskünstlers Max Beckmann, sondern auch eine Ikone des 20. Jahrhunderts. Seit meinem Amtsantritt in Frankfurt war der Erwerb dieses Schlüsselwerks von Beckmann mein Herzenswunsch. Was zunächst angesichts des Wertes dieses weltweit begehrten Gemäldes unerreichbar schien, ist nun, nach drei Jahren, zu einem glücklichen Abschluss gekommen. Noch nie zuvor hat das Städel Museum eine einzelne Erwerbung in dieser Dimension gestemmt. Allen privaten und staatlichen Förderern sind wir für ihr überwältigendes Engagement ebenso dankbar wie den Eigentümern für ihr großes Vertrauen in das Städel Museum – durch dieses gemeinschaftliche Engagement kehrt Beckmanns Meisterwerk für immer nach Frankfurt, an den Ort seiner Entstehung, zurück“, so Städel Direktor Philipp Demandt.
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Veranstaltungsprogramm November 2020
Veranstaltungsprogramm Oktober 2020
Presseinformation
Städel eröffnet den neuen Studiensaal der Graphischen Sammlung
Der Umbau der Graphischen Sammlung im Städel Museum ist erfolgreich abgeschlossen. Ab dem 1. Oktober 2020 ist das Herzstück der Graphischen Sammlung, der Studiensaal, für die Besucherinnen und Besucher wieder zugänglich. Interessierte können sich dort Meisterwerke der Zeichenkunst und Druckgrafik aus dem Bestand des Städel zum Betrachten, Studieren und Erforschen vorlegen lassen – eine einzigartige und unmittelbare Begegnung mit der Kunst wird so möglich. Die Graphische Sammlung bewahrt über 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Dank der hohen Qualität der Blätter gehört sie zu den bedeutendsten Sammlungen ihrer Art in Deutschland. Höhepunkte sind neben Werken von Dürer, Raffael oder Rembrandt u. a. nazarenische Zeichnungen, französische Blätter des 18. und 19. Jahrhunderts, Werke von Max Beckmann und des deutschen Expressionismus um Ernst Ludwig Kirchner sowie Arbeiten der US-amerikanischen Kunst nach 1945. Aufgrund der besonderen Lichtempfindlichkeit von Arbeiten auf Papier können die Werke nicht dauerhaft ausgestellt werden. Sie werden daher in Sonderschauen in der Ausstellungshalle gezeigt oder können zu gesonderten Öffnungszeiten und nach Anmeldung im Studiensaal vorgelegt werden.
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Daten und Fakten Umbau Graphische Sammlung
2020
Schaulust. Niederländische Zeichenkunst des 18. Jahrhunderts
Verlängert bis 24. Mai 2021
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Mit annähernd 600 Blättern verfügt das Städel Museum über eine der umfangreichsten Sammlungen niederländischer Zeichnungen des 18. Jahrhunderts außerhalb der Niederlande und Belgiens. Diesem wertvollen Bestand widmet das Städel vom 1. Oktober 2020 bis 24. Mai 202 eine eigene Ausstellung. Präsentiert werden 81 repräsentative Zeichnungen von heute kaum mehr bekannten, in ihrer Zeit aber oft sehr erfolgreichen Künstlern. Sie veranschaulichen exemplarisch die Struktur des Sammlungsbestands, das inhaltliche Spektrum und die künstlerische Qualität. Die häufig bildmäßig vollendeten, oft auch farbigen Handzeichnungen bedienten die Schaulust der aufgeklärten Bürgerinnen und Bürger des 18. Jahrhunderts und ihr Bedürfnis nach Austausch und Information. Mit anderen Kunstinteressierten wurde eine Gesprächskultur über Bilder durch das gemeinsame Betrachten der Zeichnungen gepflegt.
In der Ausstellung sind Entwürfe für Wand- und Deckendekorationen von Jacob de Wit, Buchillustrationen von Bernard Picart, niederländische Topografien von Cornelis Pronk, Paulus Constantijn la Fargue oder Hendrik Schepper, stimmungsvoll komponierte Landschaftszeichnungen von Jacob Cats, den Brüdern Jacob und Abraham van Strij oder von Franciscus Andreas Milatz, dekorative Blumen- und Früchtestillleben von Jan van Huysum und dessen zahlreichen Nachfolgern sowie Darstellungen exotischer Tiere von Aert Schouman oder satirische Genreszenen von Cornelis Troost und Jacobus Buys versammelt. Die ausgewählten Werke verdeutlichen eindrucksvoll die Aufwertung und Emanzipation der Zeichnung in den Niederlanden des 18. Jahrhunderts ebenso wie die immer wieder gesuchte Auseinandersetzung mit der Kunst des 17. Jahrhunderts, des sogenannten niederländischen „Goldenen Zeitalters“.
Mit dem ersten Besuchertag der Ausstellung ist auch der Studiensaal der Graphischen Sammlung nach Umbaumaßnahmen wieder zugänglich. Der Studiensaal bietet dem Publikum die Möglichkeit, sich einzelne Arbeiten aus dem über 100.000 Zeichnungen und Grafiken umfassenden Bestand des Städel Museums vorlegen zu lassen.
Kuratorin: Annett Sandfort (ehemalige Wissenschaftliche Mitarbeiterin, und Stipendiatin der Stiftung Gabriele Busch-Hauck, Graphische Sammlung, Städel Museum)
Ermöglicht durch: Stiftung Gabriele Busch-Hauck
STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL. Die Jahre in Frankfurt
Verlängert bis 29. August 2021
Ausstellungshaus, Obergeschoss
Max Beckmann (1884–1950) ist wie kaum ein anderer Künstler mit Frankfurt und dem Städel Museum verbunden. Von 1915 bis 1933 in Frankfurt ansässig, schuf er hier einen Großteil seiner zentralen Werke, entwickelte seinen charakteristischen Stil und erhielt 1925 von der Stadt ein Meisteratelier an der Kunstgewerbeschule. Zahlreiche Frankfurt-Ansichten, Selbstbildnisse und Porträts von Freunden und Bekannten belegen seine enge Bindung an die Stadt, die er nach seiner erzwungenen Entlassung aus seiner Lehrtätigkeit 1933 mit großem Bedauern verließ. 1937 floh Beckmann, als „entartet“ diffamiert, aus Deutschland. 1950 starb er in New York. Aufgrund seiner engen Verbindung zu Frankfurt befasst sich das Städel Museum seit fast einem Jahrhundert intensiv mit dem Sammeln und Erforschen von Beckmanns Werk, das in zahlreichen Sonderausstellungen gezeigt worden ist. Seit 1918 wurden kontinuierlich Arbeiten des Künstlers erworben, sodass das Museum heute mit elf Gemälden, zwei Skulpturen und einem mehrere hundert Blatt umfassenden grafischen Bestand über eine der weltweit umfangreichsten Beckmann-Sammlungen verfügt. Die Sonderpräsentation widmet sich vom 9. Dezember 2020 bis zum 5. April 2021 anhand von ausgewählten Werken und dokumentarischem Material diesem Bestand und Beckmanns Frankfurter Jahren. Im Mittelpunkt stehen sein berühmtes Selbstbildnis mit Sektglas sowie sein bedeutender Lithographiezyklus Die Hölle, die 1919 an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere entstanden und sein weiteres Schaffen maßgeblich prägten.
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Regina Freyberger (Leiterin Graphische Sammlung ab 1750, Städel Museum)
Dokumentation: Dr. Iris Schmeisser (Leiterin Provenienzforschung und historisches Archiv, Städel Museum)
2021
Neu Sehen. Die Fotografie der 20er und 30er Jahre
30. Juni bis 24. Oktober 2021
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Pressevorbesichtigung: 29. Juni 2021, 11.00 Uhr
Die Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre in Deutschland steht zwischen Innovation und Kontinuität. Von den einschneidenden gesellschaftlichen Umwälzungen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges nicht unberührt, wurden ungewöhnliche Perspektiven, verschiedene Stile und Kontraste zum Ausdrucksmittel der sich verändernden Lebensumstände und politischen Landschaft. Vom 30. Juni bis zum 24. Oktober 2021 zeigt das Städel Museum eine Ausstellung über Tendenzen und Bewegungen in der Fotografie der Moderne. Die Schau präsentiert eine Auswahl von über 100 wegweisenden Fotografien aus dem mehr als 5.000 Arbeiten umfassenden Bestand der Fotografie-Sammlung des Städel sowie Leihgaben von prominenten Vertreterinnen und Vertretern wie Alfred Ehrhardt, Hans Finsler, Lotte Jacobi, Felix H. Man, Albert Renger-Patzsch, Erich Salomon, August Sander, Umbo, Paul Wolff oder Yva sowie eine Reihe wenig bekannter, von Carl Albiker, Karl Theodor Gremmler und Paul W. John.
Die Fotografie hat – wie in kaum einer anderen Zeit – zwischen den Jahren 1918 und 1939 die Kunstwelt und den Alltag geprägt. In sieben thematischen Kapiteln werden wesentliche Aspekte der künstlerischen Beschäftigung mit der Fotografie und deren Einsatz in verschiedenen Gebrauchskontexten in ihrer gesamten motivischen Bandbreite vorgestellt. Historische Zeitschriften, Bücher und Plakate ergänzen die fotografischen Arbeiten und veranschaulichen ihre Verwendung in unterschiedlichen Medien. Die 1920er-Jahre boten für Fotografinnen und Fotografen zahlreiche neue Tätigkeitsgebiete, von der Illustration von Zeitschriften und Büchern bis hin zur Gestaltung von Werbung. Doch ebnete nicht nur diese wirtschaftliche Art der Nutzung der Fotografie den Weg für ihre starke Präsenz im öffentlichen Raum. Als scheinbar authentisches Abbild der Wirklichkeit wurde sie auch von politischen Bewegungen als Mittel der Gewinnung und Steuerung der Massen erkannt. Die in der Weimarer Republik mit der Kamera entwickelten neuen Sehweisen wurden ab 1933 bruchlos übernommen. Im Unterschied zur Diffamierung der Avantgarde in den bildenden Künsten gab es in der Fotografie keine gestalterischen Einschränkungen – die moderne Bildsprache hatte sich bereits fest im visuellen Gedächtnis etabliert und wurde im NS-Staat für propagandistische Zwecke eingesetzt.
Kuratorin: Kristina Lemke (Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Fotografie, Kunst der Moderne, Städel Museum) Gefördert durch: FAZIT-STIFTUNG, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith-Stiftung Symposium: Am 17. und 18. September findet ein wissenschaftliches Symposium im Städel Museum statt. Es ist dem kürzlich verstorbenen Kunsthistoriker, Journalisten und Sammler Wilfried Wiegand gewidmet, welcher der fotografischen Sammlung im Städel Museum wichtige Impulse gab. Die Ergebnisse des Symposiums werden unmittelbar in die Ausstellung miteinfließen. Unterstützt wird das Symposium von der FAZIT-STIFTUNG.
Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam
6. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022
Ausstellungshaus
Pressevorbesichtigung: 5. Oktober 2021, 11.00 Uhr
Es ist heute kaum vorstellbar: Doch als der junge Maler Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606–1669) im Jahr 1631 von Leiden nach Amsterdam zog, war er nur einer von vielen, die sich in der florierenden Kunst- und Kulturmetropole einen Namen machen wollten. In nur wenigen Jahren hatte er es geschafft: Rembrandt erwarb weitreichende Wertschätzung, bildete Dutzende angehender Künstler aus, engagierte sich im Kunsthandel und im aktiven Vertrieb seiner Gemälde und Druckgrafiken. Parallel dazu veränderte sich sein Stil in radikaler Weise von den kleinen, präzise gemalten Gemälden der Leidener Frühzeit zu den großen, dramatisch erzählenden und alle Register der Lichtregie ziehenden Leinwandbildern der Amsterdamer Zeit.
In einer großen Ausstellung thematisiert das Städel Museum gemeinsam mit der National Gallery of Canada erstmals Rembrandts Aufstieg zu internationalem Ruhm in seinen Jahren in Amsterdam. Die Schau vereint den Städel Bestand an Werken Rembrandts, darunter die Blendung Simsons (1636), mit herausragenden Leihgaben internationaler Museen u. a. aus dem Amsterdamer Rijksmuseum, der Gemäldegalerie Berlin, der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, der National Gallery in London, dem Museo del Prado in Madrid oder der National Gallery of Art in Washington. Darüber hinaus tritt Rembrandts Kunst in einen unmittelbaren Dialog mit den Meisterwerken der älteren und jüngeren Künstler seiner Zeit, darunter Nicolas Eliasz. Pickenoy und Bartholomeus van der Helst oder die Rembrandt-Schüler Govaert Flinck und Ferdinand Bol. Im Zentrum werden Gruppierungen eng verwandter Gemälde stehen, die Rembrandts Rolle und die seiner Zeitgenossen in diesem kreativen Netzwerk verdeutlichen. Rembrandts Bildproduktion war erstaunlich breit und umfasste neben Landschaften, Genreszenen und Stillleben vor allem Historienbilder und Porträts. Die Auseinandersetzung mit seinen Konkurrenten prägte seine künstlerische Entwicklung wie auch seine unternehmerischen Ambitionen. In Amsterdam wetteiferte eine Vielzahl talentierter Künstler um die Aufmerksamkeit und Patronage des wohlhabenden und kunstliebenden Bürgertums. Es war genau diese ebenso aufregende wie anregende Atmosphäre, die den jungen Künstler aus Leiden zu dem weltberühmten Meister machte, der er bis heute ist: Rembrandt.
Die Ausstellung wird organisiert vom Städel Museum, Frankfurt am Main, und von der National Gallery of Canada, Ottawa.
Kuratoren: Prof. Dr. Jochen Sander (Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter Flämische, holländische und deutsche Malerei vor 1800, Städel Museum) und Prof. Dr. Stephanie Dickey (Gastkuratorin an der National Gallery of Canada, Ottawa) Gefördert durch: ING AG, Dagmar-Westberg-Stiftung
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