PRESSEINFORMATION
Ausstellungsvorschau 2023
Frühe Meisterwerke der Italien-Fotografie / Von Rodin bis Picasso – Das Relief in der Kunst / Holbein, Burgkmair, Dürer und die Renaissance im Norden / Gegenwartskunst von Philipp Fürhofer, Ugo Rondinone, Victor Man und Miron Schmückle

Italien vor Augen. Frühe Fotografien ewiger Sehnsuchtsorte
23. Februar bis 3. September 2023
Auf dem Canal Grande schippernde Gondolieri, der schiefe Turm von Pisa oder die Altertümer Roms: Zahlreiche Fotografien von Giorgio Sommer (1834–1914), dem Unternehmen der Gebrüder Alinari (gegr. 1854), von Carlo Naya (1816–1882) oder auch von Robert Macpherson (1814–1872) prägten das Bild von Italien als Sehnsuchtsort. Das Städel Museum präsentiert in einer Ausstellung mit 90 Werken eine Auswahl der frühen Italienfotografie der Jahre 1850 bis 1880 aus der eigenen Sammlung. Noch heute wirken die Szenerien von damals fotografisch nach.

Philipp Fürhofer. Phantominseln
13. Mai bis 8. Oktober 2023
Palmenblätter, Sonnenuntergänge, Wälder – an der Schnittstelle von Installation und Malerei strahlen dem Publikum in Leuchtkästen und Gemälden tropische Landschaften des Künstlers Philipp Fürhofer (*1982) entgegen. Doch die Naturromantik trügt: Unter aufgeplatzten Schichten von Malerei offenbart sich die Frage nach der existenziellen, wechselseitigen Beeinflussung von Mensch und Natur, einer kapitalistischen Zivilisation und der stetigen Zerstörung ihres eigenen Lebensraums. In einer konzentrierten Einzelausstellung präsentiert das Städel Museum neueste Werke des Künstlers.

Herausragend! Das Relief von Rodin bis Picasso
24. Mai bis 17. September 2023
Ist es Malerei, ist es Skulptur? Kein anderes künstlerisches Medium sprengt die Grenzen unseres Sehens wie das Relief. Es ist diese Unbestimmtheit, die es für die berühmtesten Künstlerinnen und Künstler seit jeher so reizvoll macht. Das Städel Museum präsentiert im Frühjahr 2023 eine große Überblicksausstellung über die Möglichkeiten des Reliefs von 1800 bis in die 1960er-Jahre. Gezeigt werden im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Arbeiten aus rund 150 Jahren von Künstlerinnen und Künstlern wie Bertel Thorvaldsen, Jules Dalou, Auguste Rodin, Medardo Rosso, Paul Gauguin, Henri Matisse, Pablo Picasso und Alexander Archipenko sowie Hans Arp, Kurt Schwitters, Sophie Taeuber-Arp, Yves Klein, Louise Nevelson oder Lee Bontecou. Dafür vereint das Städel Museum – in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle – bedeutende Kunstwerke aus europäischen Museen in Frankfurt, etwa aus dem Petit Palais und dem Centre Pompidou in Paris, dem Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, dem Kunstmuseum Basel oder dem Musée des Beaux-Arts Lyon, sowie selten zu sehende Arbeiten aus Privatsammlungen. Mit der Ausstellung wirft das Städel Museum einzigartige Schlaglichter auf den heute wenig bekannten Diskurs rund um dieses aufregende künstlerische Medium.

Ugo Rondinone. Sunrise. East
Sommer 2023
Es sind groteske Wesen, die das Publikum im Städel Garten empfangen werden. Der Schweizer Künstler Ugo Rondinone (*1964) verwandelt den markanten Hügel über den Gartenhallen in eine sonderbare Landschaft. In der Werkgruppe Sunrise. East ordnet Rondinone jedem Monat einen Kopf mit charakteristischen und gleichsam stark reduzierten Gesichtszügen zu. Die Besucher des Städel Gartens sind eingeladen, allen zwölf Wesen – und damit allen Monaten – von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, und die unterschiedlichen Freuden, Widrigkeiten und Emotionen eines ganzen Jahres im Schnelldurchlauf zu erleben.

Victor Man
14. Oktober bis 4. Februar 2023
Intime, vorrangig kleinformatige und der Zeit scheinbar entrückte Gemälde zeichnen das Schaffen des rumänischen Künstlers Victor Man (*1974, Cluj) aus. Subtile Einflüsse der Vorrenaissance, aber auch Anklänge an den Symbolismus scheinen in seiner melancholischen Bildwelt auf. Das Städel Museum präsentiert inmitten der Sammlung Alte Meister eine Ausstellung mit Arbeiten der letzten zehn Jahre, die dem künstlerischen Schwerpunkt des Malers, Selbstbildnissen und Porträts, gewidmet ist. Sein Œuvre eröffnet zahlreiche kunsthistorische Referenzen und stellt zugleich eine einzigartige Position der zeitgenössischen Malerei dar. Es entsteht ein faszinierender Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart.

Diesseits. Renaissance im Norden
2. November 2023 bis 18. Februar 2024
Die Maler Hans Holbein der Ältere und Hans Burgkmair der Ältere gelten neben Albrecht Dürer als Wegbereiter einer neuen Kunst: der Malerei der Renaissance. Das Zentrum dieser Kunst ist die Reichs- und Handelsmetropole Augsburg, die sich in nur wenigen Jahrzehnten zur Hauptstadt einer deutschen und zugleich internationalen Renaissance entwickelte. Das Städel Museum widmet – zusammen mit dem Kunsthistorischen Museum, Wien – dieser Zeitenwende in der Geschichte der Kunst im Herbst 2023 eine große Sonderausstellung. Erstmals werden eine bedeutende Anzahl der wichtigsten Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken von Hans Holbein d. Ä. (ca. 1460/70–1524) und Hans Burgkmair d. Ä. (1473–1531) in einer Ausstellung zusammengeführt. Ergänzt werden sie um Arbeiten weiterer Augsburger Künstler aus der Zeit von ca. 1480/90 bis etwa 1530 sowie um ausgewählte deutsche, italienische und niederländische Kunstwerke u. a. von Albrecht Dürer, Andrea Solario oder Hugo van der Goes, die entweder für städtische Auftraggeber entstanden oder aber das Schaffen von Holbein und Burgkmair vorbildhaft prägten. Die Ausstellung präsentiert so einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Kunst Nordeuropas von der Spätgotik hin zur beginnenden Neuzeit.

Miron Schmückle
ab November 2023
Der rumänisch-deutsche Künstler Miron Schmückle (*1966, Sibiu/Hermannstadt) gehört zu den singulären Protagonisten der Gegenwartskunst. Aufgewachsen in Rumänien unter Ceausescu, träumte sich der Künstler bereits als Kind in andere Welten, die durch den Eisernen Vorhang jedoch für immer unerreichbar schienen. Die früh einsetzende Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte einerseits wie mit der Flora und Fauna ferner Länder andererseits mündete in einem einzigartig kohärenten künstlerischen Werk.

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