Navigation menu

Städel Newsroom Städel Museum

12.2.2015Archiv

2015

Texte

Monet und die Geburt des Impressionismus 12.2.2015

In einer groß angelegten Sonderausstellung präsentiert das Frankfurter Städel Museum vom 11. März bis 28. Juni 2015 „Monet und die Geburt des Impressionismus“. Dabei werden anhand von rund 100 Meisterwerken aus den bedeutendsten Gemäldesammlungen der Welt die Anfänge der impressionistischen Bewegung in den frühen 1860er-Jahren bis hin zum Jahr 1880 in den Blick genommen. Zu sehen sind weltberühmte Leihgaben wie Monets La Grenouillère (1869) aus dem Metropolitan Museum of Art, New York, sein Boulevard des Capucines (1873) aus dem Nelson-Atkins Museum of Art, Kansas City, Das Mittagessen: dekorative Tafel (um 1873) oder Camille auf dem Totenbett (1879), beide aus dem Musée d’Orsay, Paris. Die Ausstellung, die zu den Höhepunkten des Programms im Rahmen von „200 Jahre Städel“ zählt, fragt, wie der Impressionismus entstand und inwiefern sich in dieser Malerei eine zeitgenössische Seherfahrung manifestiert. Neben rund 50 Gemälden von Claude Monet werden Werke zahlreicher weiterer Impressionisten gezeigt, darunter wichtige Arbeiten von Auguste Renoir, Edgar Degas, Berthe Morisot, Camille Pissarro oder Alfred Sisley. Die Jubiläumsausstellung knüpft an die eigene Sammlungsgeschichte des Städel Museums an, denn schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich der damalige Direktor Georg Swarzenski (1876–1957) leidenschaftlich für die französische Malerei ein, die bis heute einen wichtigen Sammlungsschwerpunkt des Hauses bildet.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Commerzbank-Stiftung.

Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein Katalog in deutscher und englischer Ausgabe. Neben zahlreichen Essays legt dieser auch die Ergebnisse eingehender maltechnischer Untersuchungen aller impressionistischen Werke aus dem Sammlungsbestand des Städel dar, die in Vorbereitung auf die Ausstellung erfolgten. Vor Ort führt eine von der Schauspielerin Diane Kruger gesprochene Audiotour durch die Schau. Zudem bietet das „Digitorial“, ein kostenloses digitales Vermittlungsformat, interessierten Besuchern die Möglichkeit, sich vor dem Museumsbesuch mit den Inhalten der Ausstellung vertraut zu machen (monet.staedelmuseum.de). Um Wartezeiten zu vermeiden, empfiehlt das Städel seinen Online-Kartenvorverkauf unter tickets.staedelmuseum.de.

„Werke aus den Anfangstagen des Impressionismus sind rar und kostbar. Umso mehr freuen wir uns, dass wir zum Auftakt des Jubiläumsjahres eine derart komplexe und spektakuläre Sonderausstellung realisieren konnten und Leihgaben aus der ganzen Welt – Seite an Seite mit zentralen Werken der Städelschen Sammlung – zeigen können. Das Ausstellungs- und Forschungsprojekt ist sicher ein weiterer Höhepunkt in der 200-jährigen Geschichte des Städel“, sagt Max Hollein, Direktor des Städel Museums.

Ausgehend von Claude Monets Gemälde Das Mittagessen (1868/69), mit dem das Städel über ein Schlüsselwerk des frühen Impressionismus verfügt, und seinem höchst qualitätsvollen Sammlungsbestand früher impressionistischer Arbeiten von Auguste Renoir, Édouard Manet, Edgar Degas, Alfred Sisley und Paul Cézanne zeigt die Schau, wie die Künstler des Impressionismus zur Auflösung und Entmaterialisierung ihrer Bildmotive gelangten. Dem Besucher wird facettenreich vor Augen geführt, unter welchen Voraussetzungen der Impressionismus entstehen konnte und wie sich in der Malerei dieser bedeutenden Bewegung ein radikaler Wandel des Verhältnisses von Bildinhalt und Form vollzog. Der Impressionismus forderte die damaligen Sehgewohnheiten auf völlig neuartige Weise heraus – und wurde sehr unterschiedlich aufgenommen, wie zeitgenössische Karikaturen zu dieser Strömung belegen, die neben impressionistischer Malerei und Fotografien ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind.

„In unserer Ausstellung fokussieren wir die Anfänge der impressionistischen Bewegung. Ausgehend von unserer Sammlung stellen wir die Frage, wie innerhalb weniger Jahre der Impressionismus entstehen konnte. Dabei steht in der groß angelegten Ausstellung die Entwicklung des Impressionismus von seinen Anfängen bis 1880 im Mittelpunkt“, so Kurator Felix Krämer, Sammlungsleiter der Kunst der Moderne am Städel Museum.

Das 19. Jahrhundert war eine Zeit der Umbrüche und der unterschiedlichsten, zeitgleich stattfindenden Entwicklungen, die auch in der Malerei der Impressionisten ihre Spuren hinterließen. Damals vollzog sich durch die zunehmende Industrialisierung ein Wandel des Verhältnisses von Mensch und Natur sowie von Arbeit und Freizeit. Der technische Fortschritt führte zu einer allgemeinen Beschleunigung des Lebens. Auch die visuelle Erfahrung der Großstadt und die Verbreitung neuer Medien wie der Fotografie wirkten sich maßgeblich auf die Werke der Künstler dieser Epoche aus. Protagonist und ständiger Bezugspunkt in der Ausstellung ist Claude Monet, der unter den Künstlern seiner Zeit eine Vorreiterrolle in der Verbreitung der Freilichtmalerei einnahm. In seinem Werk treten die formalen Neuerungen des Impressionismus, wie der klar erkennbare Pinselstrich und eine rasche, skizzenhafte Malweise, besonders deutlich hervor. Monets Œuvre zeigt zudem augenfällig die Ablösung großformatiger Figurenbilder durch kleinere Landschaftsszenen, die sich in der Kunst der Impressionisten im Allgemeinen vollzog.

Rundgang durch die Ausstellung

Erster Teil der Ausstellung
Die Präsentation erstreckt sich über beide Etagen des Ausstellungshauses und folgt einer chronologischen Gliederung. Ein Prolog im ersten Raum des Erdgeschosses widmet sich zunächst den wichtigsten Vorbildern der Impressionisten wie der „Schule von Barbizon“, bei der sich bereits die Vorliebe für Landschaftsszenen, die Tendenz zu einer skizzenhaften Malweise und eine Loslösung von der akademischen Tradition erkennen lässt. Gezeigt werden zentrale Werke von Camille Corot, Jean-François Millet, Gustave Courbet, Charles-François Daubigny sowie von Eugène Boudin und Johan Barthold Jongkind.
Der auf den Prolog folgende erste Hauptteil der Ausstellung zeichnet die Entwicklung der frühen impressionistischen Kunst in der Zeit von 1864 bis ca. 1870/71 nach. Den Auftakt bildet eine Auswahl von Gemälden, die im Wald von Fontainebleau entstanden sind. Hier arbeiteten die Maler der „Schule von Barbizon“ an ihren Freilichtstudien. Ihren Vorbildern folgend, suchten auch Monet und seine befreundeten Künstlerkollegen Frédéric Bazille, Pissarro, Renoir und Sisley diesen Ort zum Malen auf. Flankiert wird das Kapitel von einem Fotokabinett, das sich inhaltlich dem Thema Natur in der Fotografie der damaligen Zeit widmet und so das Nebeneinander der Arbeit von Malern und Fotografen im Wald von Fontainebleau aufzeigt.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelte sich Paris von einer durch mittelalterliche Strukturen geprägten Stadt zu einer modernen, als fortschrittlich empfundenen Metropole mit großen Plätzen und ausladenden Boulevards. Monet entdeckte in dieser Zeit das Motiv des öffentlichen Stadtraums für seine Malerei. Seine ersten Auseinandersetzungen mit diesem Thema klingen im folgenden Raum der Ausstellung bereits an. Hier wird zudem deutlich, welche Rolle Édouard Manet für ihn spielte. Manet galt damals als das große Talent der Avantgarde, an ihm orientierten sich die jungen Künstler. In der Ausstellung ist sein großformatiges Gemälde Die Weltausstellung in Paris von 1867 (The National Museum, Oslo) zu sehen. Zeitgleich wandte sich auch Monet der Darstellung des städtischen Raums zu: Der Quai du Louvre aus dem Jahr 1867 (Gemeentemuseum, Den Haag) zeigt den Blick vom Balkon des berühmten Museums. Nicht die Alten Meister in den Galerien interessierten Monet, sondern der Blick in den Alltag der Gegenwart. Der Künstler und seine Kollegen malten aber auch weiterhin Landschaften und Seestücke, von denen mehrere in diesem Raum zu sehen sind.
Der hintere Teil des Erdgeschosses widmet sich den Jahren von 1868 bis zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Das zentrale Werk hier ist das Gemälde Das Mittagessen (1868/69) aus dem Städel. Die Darstellung des Heims eines Paares ohne Trauschein und mit unehelichem Kind war eine gezielte Provokation und eine Kritik an den herrschenden Konventionen. Zudem war es das erste Mal, dass ein Künstler ein privates Interieur in einem solchen Format wiedergab. Das 2,31 x 1,51 Meter messende Werk wurde 1870 gemeinsam mit der ebenfalls eingereichten Darstellung der Grenouillère (1869) von der Salonjury abgelehnt, was Monet zu einem Bruch mit dem Pariser Salon und einer radikalen Neuorientierung in seiner Kunst bewegte: Das Mittagessen markiert den Endpunkt seiner großformatigen Figurenbilder und die Überwindung von Manet als künstlerischer Referenz. Wie wichtig ihm das Bild war, belegt auch, dass er dieses damals bereits fünf Jahre alte Gemälde 1874 in der ersten Impressionisten-Ausstellung präsentierte. Es war das großformatigste Werk in der Ausstellung.
Szenen des Deutsch-Französischen Krieges sind in den impressionistischen Gemälden dieser Zeit nicht zu finden – die meisten Werke, darunter Monets holländische Landschaftsansichten, wurden im Exil geschaffen. Ein weiteres, an diese Sektion angegliedertes Fotokabinett verdeutlicht die Diskrepanz zwischen der politischen Situation und den heiteren impressionistischen Bildmotiven dieser Jahre.

Zweiter Teil der Ausstellung
Im zweiten Teil der Ausstellung wird die weitere Entwicklung von Monets Œuvre und Werken anderer Impressionisten zwischen 1872 und 1880 nachgezeichnet, bis hin zu der Phase, in der die Unterordnung des Bildgegenstandes unter atmosphärische Phänomene ihren Höhepunkt erreichte. Zu Beginn fällt der Blick des Betrachters auf ein weiteres Gemälde mit dem Titel Das Mittagessen: dekorative Tafel aus dem Jahr 1873 (Musée d’Orsay, Paris), mit dem Monet auf das Frankfurter Bild reagiert und die Verlagerung des Hauptinteresses seiner Kunst vor Augen führt: Nicht mehr Mensch und Interieur, sondern Natur und Atmosphäre stehen nun im Mittelpunkt. Die von dunklen Tönen bestimmte Farbigkeit des Vorgängerbildes wird von dem flirrenden Duktus der unvermischt auf die Leinwand aufgetragenen Farben abgelöst. Monet konzentriert sich nun vor allem auf die Wiedergabe von Licht und Farbigkeit sowie auf die Vermittlung einer bestimmten Stimmung. Das Gemälde veranschaulicht die zunehmende Auflösung von Formen in Licht- und Farbspiele in dieser Phase des Impressionismus. Gemeinsam mit der Darstellung der Grenouillière präsentierte Monet dieses Werk in der zweiten Impressionisten-Ausstellung 1876. Mit seinem Bild Der Boulevard des Capucines aus dem Jahr 1873 (Nelson-Atkins Museum, Kansas City) findet sich in diesem Raum auch eine Darstellung der Stadt Paris. Die Spaziergänger auf der Straße sind nur skizzenhaft und durch schnelle Pinselstriche als anonyme Masse festgehalten. Monet gelingt es hier, die Unruhe und die Bewegung der Stadt mit malerischen Mitteln meisterlich festzuhalten, weshalb dieses Werk schon zu Lebzeiten des Künstlers große Bewunderung hervorrief. Im nächsten Kapitel der Ausstellung sind Landschaftsdarstellungen und Freizeitszenen aus den Jahren 1873 bis 1878 zu sehen, die das sich wandelnde Verhältnis des Menschen zur Natur thematisieren. Wie etwa Monets Gemälde Sommer von 1874 (Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin) veranschaulicht, gewinnt in dieser Zeit die Natur als Erholungsort für den modernen Städter zunehmend an Bedeutung. Im sich anschließenden, großen Hauptraum der Etage steht die Metropole Paris im Mittelpunkt. Hier werden Motive des städtischen Lebens in Gemälden von Degas, Morisot, Renoir und anderen Künstlern einander gegenübergestellt. In Monets Bahnhofsszenen wird die zunehmende Auflösung der dargestellten Szenerie durch eine skizzenhafte, diffus wirkende Malweise offensichtlich: So zeigt sein Werk Außerhalb des Bahnhofs Saint-Lazare (Das Signal) von 1877 (Niedersächsisches Landesmuseum Hannover) im Zentrum ein großes, den Blick versperrendes Verkehrsschild. Das hinter dem Signal zu erahnende Bahnhofsgelände erscheint wie die am Zugfenster vorbeiziehende Landschaft während der schnellen Fahrt des neuen Verkehrsmittels unscharf, die Wahrnehmung wird zudem durch den Dampf der Lokomotive eingeschränkt. Hier wird das verhinderte Sehen zum Motiv erhoben, während der eigentliche Bildgegenstand zunehmend in den Hintergrund rückt. Dabei kommt den atmosphärischen Qualitäten der Szene besondere Bedeutung zu. Flankiert wird dieser Abschnitt der Ausstellung von einem Kabinett, das zeitgenössische Karikaturen zeigt, die sich mit dem Impressionismus auseinandersetzen. Das auf die Spitze getriebene Phänomen der Auflösung der Bildgegenstände und die Betonung des Eigenwerts der Farbe, wie es z.B. in Monets Gemälde Vétheuil im Nebel von 1879 (Musée Marmottan Monet, Paris) zum Ausdruck kommen, werden im vorletzten Raum des Obergeschosses greifbar.

Zuletzt versammelt ein „Epilog“ einige charakteristische Arbeiten aus dem Spätwerk Monets, an denen sich die Entwicklung zum fast vollständigen Verlust des Bildgegenstandes besonders gut aufzeigen lässt: In den hier präsentierten vier Gemälden der 1892–94 entstandenen Serie der Kathedrale von Rouen (Fondation Beyeler, Riehen/Basel; Museum Folkwang, Essen; Klassik Stiftung Weimar; Privatbesitz) und den Darstellungen der ebenfalls in dieser Zeit entstandenen Londoner Brücken (Philadelphia Museum of Art; Indianapolis Museum of Art; Privatbesitz) sind die Bauwerke nur noch zu erahnen, erscheinen nahezu substanzlos. Die Wiedergabe der Lichtstimmung dominiert die Kompositionen.

Das Forschungsprojekt in Vorbereitung auf die Ausstellung
In Vorbereitung auf die Ausstellung hat die Abteilung für Gemälderestaurierung des Städel alle impressionistischen Werke aus dem eigenen Sammlungsbestand einer umfassenden maltechnischen Untersuchung unterzogen. Die mithilfe von optischen und strahlendiagnostischen Methoden wie Mikroskop, UV-, Infrarot- und Röntgenstrahlen erlangten Ergebnisse bereichern das Projekt um eine fundierte gemäldetechnologische Perspektive und werden im begleitenden Ausstellungskatalog publiziert. Zudem können Besucher in der Ausstellung bei sieben ausgewählten Werken mittels eines QR-Codes direkt auch online ausführliche Informationen zu den gemäldetechnologischen Untersuchungsergebnissen erhalten. Dank der vorausgegangenen Untersuchungen lässt sich unter anderem erstmals die komplexe Bildgenese von Monets Mittagessen nachvollziehen. Der von Felix Krämer herausgegebene Ausstellungskatalog erscheint in deutscher und englischer Sprache im Prestel Verlag. Zu den Autoren zählen neben dem Herausgeber und der Projektleiterin Dr. Nerina Santorius unter anderem Prof. André Dombrowski, University of Pennsylvania, und Prof. S. Hollis Clayson, Northwestern University.

Das Digitorial zur Ausstellung
Mit dem eigens für die Ausstellung entwickelten Digitorial bietet das Städel zudem ein neues digitales Vermittlungsformat. Auf einer responsiven Website werden wissenswerte Hintergründe, kunst- und kulturhistorische Kontexte sowie wesentliche Ausstellungsinhalte für Besucher aufbereitet. Das kostenlose digitale Angebot in deutscher und englischer Sprache ermöglicht es dem Publikum, sich bereits vor dem Museumsbesuch auf die Themen der Ausstellung einzustimmen. Die multimediale Verschränkung von Bild, Ton, Film und Text schafft eine multiple Vernetzung der Inhalte und eröffnet völlig neue Wege der Darstellung, Erzählung und Vermittlung von Kunst. Das Digitorial ist unter monet.staedelmuseum.de abrufbar.

Künstlerliste
Frédéric Bazille (1841–1870), Édouard Béliard (Edmond Joseph Béliard) (1832–1912), Eugène Boudin (1824–1898), Mary Cassatt (1844–1926), Paul Cézanne (1839–1906), Antoine Chintreuil (1814–1873), Camille Corot (1796–1875), Gustave Courbet (1819–1877), Charles-François Daubigny (1817–1878), Edgar Degas (1834–1917), Armand Guillaumin (1841–1927), Charles Jacque (1813–1894), Johan Barthold Jongkind (1819–1891), Stanislas Lépine (1835–1892), Édouard Manet (1832–1883), Jean-François Millet (1814–1875), Claude Monet (1840–1926), Berthe Morisot (1841–1895), Camille Pissarro (1831–1903), Auguste Renoir (1841–1919), Henri Rouart (1833–1912), Théodore Rousseau (1812–1867), Alfred Sisley (1839–1899), Félix Ziem (1821–1911).

MONET UND DIE GEBURT DES IMPRESSIONISMUS

Kurator: Dr. Felix Krämer, Sammlungsleiter der Abteilung Kunst der Moderne
Projektleitung: Dr. Nerina Santorius, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Kunst der Moderne
Ausstellungsdauer: 11. März bis 28. Juni 2015

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
Bis Montag, 8.6.: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–19.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: 1.5., 14.5., 24.–25.5. sowie 4.6. 10.00–19.00 Uhr
Ab Dienstag, 9.6.: tägliche Öffnung 10.00–21.00 Uhr, auch montags.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Felix Krämer herausgegebener Katalog. Mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Christoph Asendorf, Eva Bader, Marlene Bielefeld, Hollis Clayson, André Dombrowski, Chantal Eschenfelder, Dorothee Hansen, Felicity Korn, Felix Krämer, Svenja Mordhorst, Ingrid Pfeiffer, Isolde Pludermacher, Nele Putz, Nerina Santorius, Beate Söntgen und Maria Zinser. Deutsche und englische Ausgabe, ca. 300 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher und englischer Sprache, 7,50 Euro.
Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Es ist abrufbar unter monet.staedelmuseum.de.
Audiotour: Die Audiotour wird unterstützt von der Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung. Die Audiotour führt in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Gesprochen wird sie von Schauspielerin Diane Kruger. Der Preis für einen Audioguide beträgt 4 Euro, der Preis für zwei Audioguides 7 Euro.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #monet und #staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di + Sa 15.00 Uhr, Mi + So 11.00 Uhr, Do 19.00 Uhr, Fr 17.00 Uhr, sowie Mo 15. und 22. Juni 16.00 Uhr. Tickets: 5 Euro zzgl. des Eintrittspreises, erhältlich ab zwei Stunden vor Führungsbeginn, Mi + So ab 10.00 Uhr an der Städel Kasse.
Early-Bird Special: Eintritt + Führung durch die Sonderausstellung (nur online erhältlich), ab 9.6. täglich um 9.45 Uhr, 18 Euro, tickets.staedelmuseum.de.
Mittagsspecial: Eintritt + Führung durch die Sonderausstellung (nur online erhältlich), Di bis So, ab 9.6. täglich um 13.00 und 14.00 Uhr, 18 Euro, tickets.staedelmuseum.de.
Abendspecial: Eintritt + Führung durch die Sonderausstellung (nur online erhältlich), Fr und Sa, ab 9.6. Mo bis Sa 18.00 und 19.00 Uhr, sonntags zusätzlich um 17.00 Uhr, 18 Euro, tickets.staedelmuseum.de.

Gefördert durch: Commerzbank-Stiftung

Medienpartner: Alnatura, Süddeutsche Zeitung, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main.
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn AG
Kulturpartner: hr2-kultur
Die Kampagne zur Ausstellung am Flughafen Frankfurt wird unterstützt durch die Fraport AG und die Media Frankfurt.

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm Februar 2015 8.1.2015

Veranstaltungsprogramm Februar 2015

PDF anzeigen

200 Jahre Städel 21.1.2015



200 JAHRE STÄDEL „DAS FRANKFURTER BÜRGERMUSEUM: EIN GESCHENK FÜR ALLE“ –DEUTSCHLANDS ÄLTESTE BÜRGERLICHE MUSEUMSSTIFTUNG FEIERT JUBILÄUMSJAHR MIT HOCHKARÄTIGEN AUSSTELLUNGEN, EINEM GROSSEN BÜRGERFEST, BEDEUTENDEN SAMMLUNGSERWEITERUNGEN UND EINEM MASSIVEN AUSBAU SEINES VERMITTLUNGSPROGRAMMS IM DIGITALEN BEREICH.

Dem 1815 gegründeten Städel Museum steht ein ereignisreiches Jahr bevor. Deutschlands älteste bürgerliche Museumsstiftung feiert „200 Jahre Städel“. Unter dem Motto „Das Frankfurter Bürgermuseum: Ein Geschenk für alle“ präsentiert sich das Städel zum Jubiläum mit einer Vielzahl hochkarätiger Sonderausstellungen – von Claude Monet bis John Baldessari –, einem massiven Ausbau seines digitalen Vermittlungsprogramms sowie maßgeblichen Sammlungserweiterungen und neuen Publikationen. Am 15. März 2015, dem Tag, an dem sich die Gründung der Stiftung zum 200. Mal jährt, feiert das Städel zudem ein großes Bürgerfest mit freiem Eintritt und zahlreichen Angeboten rund um das Museum.

Den Auftakt zum Jubiläumsjahr bilden zwei ganz besondere Geburtstagsgeschenke: Die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins, Sylvia von Metzler, überreichte Städel-Direktor Max Hollein sowie dem Städel-Administrationsvorsitzenden Nikolaus Schweickart heute das um 1596/97 entstandene Gemälde Himmelfahrt Mariens von Guido Reni (1575–1642) sowie eine kostbare Zeichnung von Edgar Degas (1834–1917). Während der Erwerb des Reni-Gemäldes einer erfolgreichen Spendenaktion der Mitglieder des Städelschen Museums-Vereins zu verdanken ist, wurde Degas’ Studie eines Aktes (Étude de Nu) (um 1888–1892) durch die großzügige Einzelspende einer Frankfurter Mäzenin ermöglicht. Der Ankauf dieser beiden bedeutenden Werke schließt zwei Lücken in der 700 Jahre Kunstgeschichte umfassenden Sammlung des Städel und ist zugleich Vorbote für ein Jubiläumsjahr, in dem das Frankfurter Bürgermuseum seine nunmehr 200-jährige Tradition des mäzenatischen Engagements durch zahlreiche weitere Schenkungen, Spenden und Förderungen, die noch im Laufe des Jubiläumsjahres 2015 separat öffentlich gemacht werden, erfolgreich fortsetzen wird.

Was Johann Friedrich Städel (1728–1816) hinterließ, kann als ausgesprochen großzügiges und weitsichtiges Geschenk verstanden werden. Am 15. März 1815 unterzeichnete der Frankfurter Bankier und Kaufmann die dritte und letzte Version seines Testaments, in dem er sein gesamtes Vermögen und seine Kunstsammlung der nach ihm zu benennenden Stiftung „Städelsches Kunstinstitut“ vermachte. Neben den immensen materiellen sowie kunsthistorischen Werten setzte der Stifter damit eine visionäre Idee in Umlauf, die bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren hat. Als bedeutendste kulturelle bürgerliche Stiftung in Deutschland steht das Städel beispielhaft für ein breites bürgerschaftliches Engagement, das auch heute ganz wesentlich zur Erhaltung und Entwicklung dieser Kulturinstitution beiträgt. Aus der Leidenschaft eines einzelnen Bürgers wurde so durch das Engagement vieler eine umfassende und hochwertige Sammlung vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart hervor, eines der renommiertesten Museen in Europa und ein zentraler Bestandteil der Frankfurter Bürgergesellschaft.

Zur Veranschaulichung der Gründungsvision – aber auch der heutigen Verfasstheit und Bedeutung des Museums – hat das Städel eine Jubiläumswand für sein zentrales Treppenhaus konzipiert. Auf über 50 m² wird dort das Gründungsjahr 1815 dem Jubiläumsjahr 2015 gegenübergestellt: Wie sah die Städelsche Sammlung 1815 aus und welche Besucher kamen in Johann Friedrich Städels Wohnhaus, um seine Kunst zu bestaunen? Welchen Umfang hat die Sammlung des Städel Museums heute – und auf welche Arten kann man sie erleben? Was hat sich in den 200 Jahren grundlegend verändert und was ist gleich geblieben? Anhand von historischen und anekdotischen Beispielen, numerischen Gegenüberstellungen und visuellen Eindrücken gibt die Jubiläumswand Einblicke in die Anfänge und Gegenwart von Deutschlands ältester bürgerlicher Museumsstiftung.

Darüber hinaus feiert das Städel sein Jubiläum mit einer Vielzahl groß angelegter Forschungs- und Ausstellungsprojekte. Zu den Höhenpunkten zählt die Sonderausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ (11. März bis 21. Juni 2015) mit rund 100 Meisterwerken von Claude Monet, Auguste Renoir, Édouard Manet, Edgar Degas, Alfred Sisley, Paul Cézanne u. a. sowie eine Gruppenausstellung zur figurativen Malerei der BRD der 80er Jahre („Die 80er“, 22. Juli bis 18. Oktober 2015). Die für den Herbst konzipierte Jubiläumsausstellung „Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum“ (7. Oktober 2015 bis 24. Januar 2016) wird an rund 80 ausgewählten Positionen in allen Sammlungsbereichen des Städel zentrale Werke aus der Städelschen Sammlung mit Meisterwerken und Pendants aus den renommiertesten Museen der Welt zusammenbringen und so temporäre, spektakuläre „Partnerschaften“ sowie lang ersehnte „Zusammenkünfte“ ermöglichen. Die Ausstellung wird von einer Vortragsreihe der Städel-Kuratoren zur Geschichte der Sammlung begleitet, die Eröffnungsrede der Ausstellung hält Daniel Kehlmann. Ab dem 5. November zeigt das Städel zusätzlich im Ausstellungshaus eine ganz besondere Werkreihe des US-amerikanischen Konzept- und Medienkünstlers John Baldessari. Seine eigens für das Städel konzipierte Serie basiert auf Werkvorlagen aus der Sammlung: Meisterwerke von Lucas Cranach d. Ä., Agnolo Bronzino, Dirck van Baburen oder Maria Lassnig dienen dabei als visuelles Material für die großformatigen Bildcollagen des weltberühmten Künstlers (bis 24. Januar 2016).

Das 200-jährige Bestehen des Städel Museums ist Anlass für die älteste bürgerliche Museumsstiftung Deutschlands, sowohl ihr vielfältiges Vermittlungsprogramm als auch das Erlebnis Museumsbesuch völlig neu zu definieren. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung des Alltags ist die Erweiterung des Bildungsauftrags in den digitalen Raum ein zentraler Baustein für das Frankfurter Museum. Hierzu hat das Städel zahlreiche Initiativen angestoßen, die im Lauf des Jubiläumsjahres öffentlich werden: So wird derzeit eine umfassende digitale Exponate-Plattform zum ebenso intelligenten wie intuitiven „Schlendern“ durch die Sammlung umgesetzt, es werden innovative und edukative Computerspiele für Kinder realisiert, Online-Kunstgeschichtskurse in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg erarbeitet, der Prototyp eines völlig neuartigen digitalen Kunstbuches entwickelt sowie mit dem bereits gestarteten digitalen Vermittlungsangebot des „Digitorials“ eine zeitgemäße Vorbereitung von Ausstellungsbesuchen ermöglicht. Ab Februar 2015 können Besucher des Städel zudem flächendeckend im gesamten Gebäude und rund um das Städel kostenfreies WIFI nutzen und z. B. die ab März erhältliche Städel App herunterladen, den Audioguide auf ihrem eigenen Device hören oder auch einfach ihre Erlebnisse aus dem Museumsbesuch festhalten und auf den zahlreichen Social-Media-Kanälen teilen. In einer ebenfalls neu konzipierten Digitalen Kunstkammer gibt es im Museum die Möglichkeit, vor Ort neben dem Medientisch auch die Exponate-Plattform sowie das Appgame für Kinder auszuprobieren.

Zusätzlich zu den neuen digitalen Formaten erscheint im März im Prestel Verlag die Festschrift „…zum Besten hiesiger Stadt und Bürgerschaft. 200 Jahre Städel“. Neben Texten von Max Hollein („Räume und Zeiten. Die Sammlung des Städel Museums“) und Jochen Sander („Johann Friedrich Städel als Gemälde-sammler“) schreibt darin Thomas Gaehtgens (Direktor des Getty Research Institute in Los Angeles) über die Entwicklung des Städel Museums von Johann Friedrich Städels Stiftung zur europäischen Institution; Florian Illies widmet sich in einem Essay dem Thema „Geschmackssache“; der Schriftsteller Martin Mosebach spekuliert über die Persönlichkeit des Stifters; Isabel Pfeiffer-Poensgen (Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder) behandelt die Bedeutung und Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements für Kunst und Kultur in Deutschland; Christoph Stölzl (Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar) schreibt über die Stiftung als Ausdruck bürgerlichen Eigensinns und Wolfgang Ullrich (Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und Prorektor für Forschung) berichtet über Museen und Social Media.
Ein von Tim Sommer (Chefredakteur, art – Das Kunstmagazin) moderiertes Gespräch mit Sylvia von Metzler, Nikolaus Schweickart und Felix Semmelroth (Kulturdezernent Frankfurt am Main) thematisiert zudem ehrenamtliches Engagement, Vergangenheit und Zukunft des Städel Museums und die Bedeutung der Stiftung in und für Frankfurt. Die Publikation wird von einer Bildstrecke der Frankfurter Fotografin Katrin Binner eingeleitet.

200 JAHRE STÄDEL

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa und So 10.00–18.00 Uhr, Do und Fr 10.00–21.00 Uhr
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert das Jubiläum in den sozialen Medien mit dem Hashtag #200jahrestaedel

Medienpartner: 3sat, Fraport AG, Media Frankfurt GmbH, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Kulturpartner: hr2-kultur

PDF anzeigen

Geschenke des Städelschen Museumsvereins zum Jubiläum 21.1.2015



GESCHENK DES STÄDELSCHEN MUSEUMS-VEREINS: STÄDEL ERHÄLT ZUM JUBILÄUM BEDEUTENDE WERKE VON GUIDO RENI UND EDGAR DEGAS
GUIDO RENI (1575–1642), HIMMELFAHRT MARIENS, UM 1596/97; EDGAR DEGAS (1834–1917), STUDIE EINES AKTES (ÉTUDE DE NU), UM 1888–1892

Mit zwei außergewöhnlichen Neuzugängen startet das 1815 gegründete Städel Museum in sein Jubiläumsjahr: Das Frankfurter Museum erhält das um 1596/97 entstandene Gemälde Himmelfahrt Mariens von Guido Reni (1575–1642) sowie die kostbare Zeichnung Studie eines Aktes (Étude de Nu) (um 1888–1892) von Edgar Degas (1834–1917). Beide Arbeiten kommen als besondere Geburtstagsgeschenke des Städelschen Museums-Vereins ans Haus. Die Ankaufsmittel für Renis Himmelfahrt wurden vollständig durch eine erfolgreiche Spendenkampagne und das außerordentliche Engagement zahlreicher Mitglieder des 1899 gegründeten Vereins akquiriert. Der Erwerb der Degas-Zeichnung wurde durch eine großzügige Einzelspende einer Mäzenin ermöglicht.

Renis Himmelfahrt Mariens schließt in der Altmeister-Sammlung des Städel eine Lücke im Bereich der italienischen Malerei des Frühbarock. Die auf Kupfer gemalte Preziose zählt zu den wenigen erhaltenen Frühwerken Renis, dem für die Entwicklung der Barockmalerei in Bologna und Rom eine Schlüsselrolle zukommt und dessen Œuvre die allgemeine Vorstellung des italienischen Barock bis heute nachhaltig prägt. Degas’ Studie eines Aktes (Étude de Nu) stammt aus der letzten Schaffensphase des Künstlers und ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg in die Kunst der Moderne des 20. Jahrhunderts. Die Arbeit stellt eine wertvolle Erweiterung für den Bestand französischer Zeichnungen des 19. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung des Städel Museums dar.

„Die kontinuierliche Erweiterung der Städelschen Sammlung ist eines der Hauptziele unseres Vereins. Seit Bestehen hat der 1899 gegründete Museums-Verein schon über 1.000 Ankäufe namhafter Kunstwerke ermöglicht. Wir sind sehr stolz und glücklich, dass es uns nun – dank der außergewöhnlichen Unterstützung zahlreicher Mitglieder – gelungen ist, dem Städel zum 200. Geburtstag diesen großen Wunsch zu erfüllen“, kommentiert Sylvia von Metzler, Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins.

„Die Entwicklung der Sammlung des Städel baut seit 200 Jahren auf dem mäzenatischen Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger auf. Die beiden jüngsten Erwerbungen sind nicht nur hochkarätige Zugänge für unsere Sammlung und maßgeblichen Werke der europäischen Kunstgeschichte, sondern zugleich ein eindrucksvolles Zeichen des gelebten Mäzenatentums. Der Städelsche Museums-Verein und seine Mitglieder sind so aktiv wie nie zuvor – ich empfinde dafür allergrößte Hochachtung und Dankbarkeit“, freut sich Städel-Direktor Max Hollein.

Während die Spendenkampagne zum Erwerb des Gemäldes von Guido Reni auf die großzügige Unterstützung von Fritz und Waltraud Mayer, Ibeth Biermann, Dieter und Ingrid Seydler sowie zahlreiche weitere Groß- und Kleinspenden von Vereinsmitgliedern und fördernden Institutionen zählen konnte, wurde die Degas-Zeichnung durch eine Einzelspende einer Frankfurter Mäzenin ermöglicht. Das Gesamtvolumen beider Ankäufe beträgt rund zwei Millionen Euro.

GUIDO RENI (1575–1642)
HIMMELFAHRT MARIENS, UM 1596/97
ÖL AUF KUPFER, 58 X 44,4 CM

Guido Reni galt im 17. Jahrhundert als einer der erfolgreichsten und gefeiertsten europäischen Maler. Seine Kunst war bei namhaften Auftraggebern aus Adel und Klerus äußerst begehrt. Insbesondere hat Renis künstlerischer Einfluss Spuren in der religiösen Bildwelt der europäischen Malerei hinterlassen, die er über die Epoche des Barock hinaus grundlegend verändert und geprägt hat.
Renis um 1596/97 entstandenes Gemälde zeigt in der Bildmitte Maria. Sie ist von Engeln umgeben und in den kanonischen Farben gemalt – mit rotem Gewand, blauem Mantel und weißem Schleier. Maria schwebt auf einem immateriellen Thron aus Wolken, die Arme weit ausgebreitet, den Blick in der für Reni typischen Weise verklärt zum Himmel emporgerichtet. In der Kunstgeschichte wird diese Art der Darstellung als der „himmelnde Blick“ bezeichnet. Er sollte in den folgenden Jahren zu Renis Markenzeichen werden.
Ein goldenes Strahlen erfüllt den Bildraum. Der himmlische Charakter des Lichtes deutet auf Gottvater hin, der Maria in den Himmel aufnehmen wird. Einen Ausgangspunkt für Renis Komposition stellten insbesondere die beiden großen Altarbilder der Himmelfahrt Mariens (1592–1594) von Annibale Carracci (1560–1609) und seinem Bruder Agostino Carracci (1557–1602) dar, die heute in der Pinacoteca Nazionale zu Bologna verwahrt werden. Diese entstanden wenige Jahre vor Renis Bild und lieferten motivische Anregungen für die mit ausgebreiteten Armen auf dem Wolkenthron sitzende Maria und die sie umgebenden Engel. Reni interpretiert das Bildthema jedoch grundlegend anders und revolutioniert dabei die Darstellungsweise des Motivs. Das an der Hochrenaissance, vor allem am späten Raffael geschulte Pathos der dramatischen Auffahrt Mariens übersetzt Reni in ein sanftes Emporschweben voll poetischer Harmonie und in einen klaren, an geometrischen Formen ausgerichteten Bildaufbau. So bilden die drei Hauptfiguren, Maria und die beiden großen Engel im Vordergrund, ein gleichschenkliges Dreieck. Die später in der Barockmalerei bevorzugten, in sich kreisenden Ovalkompositionen scheinen in Renis Werk bereits vorweggenommen. In der Art seiner Gestaltung verkörpert das Bild die Epochenwende vom späten Manierismus zum Frühbarock.
„Renis Himmelfahrt Mariens ist ein Meister- und Schlüsselwerk des italienischen Barock. Im Städel wird es nach mehr als vier Jahrhunderten in Privatbesitz nun erstmals in seiner Geschichte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, freut sich Bastian Eclercy, Sammlungsleiter für italienische, französische und spanische Malerei bis 1800 am Städel Museum.
Die Provenienz des Bildes lässt sich lückenlos bis in die Lebenszeit des Künstlers zurückverfolgen. Bereits sein früher Biograf Carlo Cesare Malvasia (1616–1693) bezeugte 1678 unter den frühesten Gemälden Renis eine auf Kupfer gemalte Himmelfahrt Mariens in der Sammlung Sampieri in Bologna, die mit dem Städel-Gemälde identisch sein muss. Auftraggeber dürfte der Jurist Astorre di Vincenzo Sampieri gewesen sein, der als Kanoniker des Doms San Pietro in Bologna tätig war und eine bedeutende Kunstsammlung besaß. Über Jahrhunderte in der Familie weitervererbt, gelangte das Gemälde 1811 in die Sammlung von Eugène de Beauharnais, dem Vizekönig Napoleons und späteren Herzog von Leuchtenberg. In München wurde die hochkarätige Sammlung Leuchtenberg 1851 von Johann David Passavant (1787–1861) katalogisiert und erstmals im Kupferstich reproduziert. 1917 erwarb der Stockholmer Händler Nordiska das Werk; von dort gelangte es ab 1925 in die Sammlung von Rudolph Poeschel, wo es bis 1961 bezeugt ist. Noch im selben Jahr ging die Himmelfahrt Mariens durch Versteigerung in Schweizer Privatbesitz über. 2013 schließlich erwarb sie der Londoner Altmeisterhändler Jean-Luc Baroni auf einer Auktion bei Koller in Zürich, um sie 2014 an den Städelschen Museums-Verein zu verkaufen. Mit der Erwerbung der Himmelfahrt Mariens kann das Städel nun durch ein weiteres bedeutendes Werk der Schlüsselstellung Italiens in der Geschichte der Barockmalerei gerecht werden. Einen Anknüpfungspunkt für das neu erworbene Meisterwerk im großen Italiener-Saal des Städel bietet ein etwas später entstandenes Gemälde Renis, Christus an der Geißelsäule (1604). Bezüge gibt es auch zum jüngsten Neuzugang bei den Alten Meistern, Jusepe de Riberas Heiligem Jakobus dem Älteren, der einer Schenkung der Mäzenin Dagmar Westberg zu verdanken ist. Durch diese glückliche Koinzidenz ist das Städel nun erstmals in der Lage, die beiden maßgeblichen Wurzeln der europäischen Barockmalerei an zwei Spitzenwerken vor Augen zu führen: Riberas Jakobus steht dabei für die Schule Caravaggios, Renis frühe Himmelfahrt Mariens hingegen für die Akademie der Carracci und die Reform der Malerei um 1600.

EDGAR DEGAS (1834–1917)
STUDIE EINES AKTES (ÉTUDE DE NU), UM 1888–1892
KOHLE UND PASTELLKREIDE AUF PAPIER, 55,8 X 36,8 CM

Edgar Degas zählt zu den bedeutendsten französischen Künstlern im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Weltberühmt für seine Porträts, Ballett- und Jockeyszenen, für badende und ihr Haar kämmende Frauen, gilt der 1834 in Paris geborene Künstler als ein Vorreiter der Moderne. In der für das Städel Museum erworbenen Zeichnung wählt Degas für die Darstellung seines Bildmotivs eine Nahsicht auf den weiblichen Körper, stellt sein Modell dabei jedoch nicht zur Schau. Vielmehr führt er mit seiner Studie die für seine Kunst typische Qualität einer distanzierten Darstellung an ihre Grenzen. Ihm gelingt ein besonderes Zusammenspiel von respektvoller Beobachtung und sinnlicher Auffassung. Von diesem späten Akt des Künstlers geht unausweichlich der Eindruck plastischer Präsenz und geballter Energie aus. Degas nimmt seinem Akt dabei jegliche Individualität und gewinnt aus der Form eine unmittelbare Ausdruckskraft von klassischem Rang. „Edgar Degas wiederholte immer wieder bestimmte Schlüsselthemen. Seine Vorgehensweise kann man als einen Prozess der steten Intensivierung seiner künstlerischen Erfahrungen bezeichnen. Die in die Jahre um 1888 bis 1892 zu datierende Aktzeichnung verweist den Betrachter sowohl auf seine Gemälde als auch auf seine plastische Arbeit und kann so für den ganzen Degas stehen“, sagt Jutta Schütt, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1750 am Städel Museum.
Das Werk ist mit dem Stempel des Degas-Nachlasses („Lugt 658“) versehen. Es befand sich bis zum Tod des Künstlers 1917 in seinem Atelier und wurde auf der Auktion des künstlerischen Nachlasses im Jahr 1918 versteigert. Danach befand es sich abwechselnd in Privatsammlungen und im Kunsthandel in Belgien, New York (1949), London und Kalifornien (seit 1981). Die Graphische Sammlung des Städel Museums verfügt über einen kleinen, jedoch höchst qualitätvollen Bestand französischer Zeichnungen des 19. Jahrhunderts, der zu den besten in Deutschland zählt. Edgar Degas war bislang mit der frühen Zeichnung Bildnis der Madame Gaujelin (1867) und der Monotypie Repos sur le lit (um 1876/77) vertreten. Die Neuerwerbung ist in Kürze zu den regulären Öffnungszeiten des Studiensaals der Graphischen Sammlung für interessierte Besucher zugänglich.

DER STÄDELSCHE MUSEUMS-VEREIN
Der Städelsche Museums-Verein, durch den beide Ankäufe realisiert werden konnten, fördert seit 1899 die Museen. In ihm engagieren sich über 7.600 Mitglieder für das Städel Museum und darüber hinaus auch für die Liebieghaus Skulpturensammlung. Zu den zentralen Aufgaben des Städelschen Museums-Vereins zählt der kontinuierliche Ausbau der Sammlungen durch den Ankauf von Kunstwerken. Seit seiner Gründung konnten durch den Verein bereits über 1.000 Werke für das Städel erworben werden.

200 JAHRE STÄDEL
Mit der Niederschrift seines Testaments legte Johann Friedrich Städel im Jahr 1815 den Grundstein für Deutschlands älteste bürgerliche Museumsstiftung. Dieser geschichtsträchtige Tag jährt sich am 15. März 2015 zum 200. Mal. Das Städel feiert sein Jubiläum das ganze Jahr hindurch mit einer Vielzahl von hochkarätigen Ausstellungs- und Forschungsprojekten, zahlreichen bedeutenden Erwerbungen und Sammlungserweiterungen, einem großen Bürgerfest sowie einem massiven Ausbau seines Vermittlungsprogrammes, besonders im digitalen Bereich.

Städel Museum
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten des Museums: Di, Mi, Sa und So 10.00–18.00 Uhr, Do und Fr 10.00–21.00 Uhr
Öffnungszeiten der Graphischen Sammlung: Mi 14.00–17.00 Uhr, Do 14.00–19.00 Uhr,
Fr 14.00–17.00 Uhr

PDF anzeigen

200 Jahre Städel: Daten & Fakten 21.1.2015

200 Jahre Städel: Daten & Fakten

PDF anzeigen

200 Jahre Städel: Das Ausstellungsprogramm 21.1.2015



200 Jahre Städel: Das Ausstellungsprogramm

PDF anzeigen

1815 & 2015: Die Jubiläumswand 21.1.2015



1815 & 2015: Die Jubiläumswand

PDF anzeigen

Jean-Jacques de Boissieu. Ein Zeitgenosse Städels 3.2.2015

Das Jubiläumsjahr des Städel Museums beginnt mit einer Ausstellung herausragender Zeichnungen und Radierungen des französischen Künstlers Jean-Jacques de Boissieu (1736–1810), die vom 11. Februar bis 10. Mai 2015 in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung gezeigt werden. Schon zu Lebzeiten war Boissieu über die Grenzen Frankreichs hinaus ein hochgeschätzter Künstler. Seine virtuos in Zeichnung und Druckgrafik ausgeführten Landschaften, Genreszenen und Porträts begeisterten nicht nur Fürsten, sondern vor allem auch private Sammler wie Johann Friedrich Städel (1728–1816). Der Gründer des Städelschen Kunstinstituts erwarb mehr als 20 Zeichnungen und weit über 200 Radierungen des Künstlers, die somit nicht nur zum alten Bestand des Städel Museums zählen, sondern insgesamt auch eine der größten Sammlungen von Werken Boissieus in Deutschland darstellen. Für die Sonderausstellung der Graphischen Sammlung sind hiervon nun 13 Zeichnungen sowie 83 Radierungen ausgewählt worden, die einen bemerkenswerten Einblick in das künstlerische Schaffen Boissieus geben. Während sein Œuvre in einer Zeit historisch umwälzender Ereignisse rund um die Französische Revolution entstand, zeigen die Werke selbst in einer fast irritierend unaufgeregten und seriösen Stetigkeit Landschaft und Leben in der Provinz um seine Heimatstadt Lyon. Fortschrittlich vertritt Boissieu in seinen radierten Landschaften und Bildnissen sowie fein nuancierten Pinsel- und Kreidezeichnungen eine vom Naturstudium genährte Wirklichkeitsnähe, die auf eine von akademischen Normen unabhängige, bürgerliche Kunstauffassung verweist.

„Aus dem über 100.000 Arbeiten umfassenden Bestand unserer Graphischen Sammlung haben wir als Auftakt zum Jubiläumsjahr etwas Besonderes ausgesucht: eine Ausstellung, die Johann Friedrich Städel als kenntnisreichen Kunstsammler thematisiert und darüber hinaus unserem Publikum einen virtuosen Zeichner und Druckgrafiker näherbringen will“, sagt Museumsdirektor Max Hollein.

„Der reiche Bestand an Radierungen und Zeichnungen Boissieus in der Sammlung Johann Friedrich Städels zeugt vom Geschmack des Frankfurter Bankiers und Gewürzhändlers, der als Sammler nicht nur herausragende Werke alter Meister erwarb, sondern ebenso an zeitgenössischer Kunst interessiert war“, sagt Dr. Jutta Schütt, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1750 des Städel Museums.

Der 1736 in Lyon geborene Jean-Jacques de Boissieu konzentrierte sich in seiner künstlerischen Arbeit auf Zeichnungen und Radierungen. So entstanden insgesamt etwa 1.000 Zeichnungen sowie 151 Radierungen; Gemälde hingegen sind von ihm nur wenige überliefert. Boissieu, der aus einer Familie des niederen südfranzösischen Adels stammte und dessen Vater, ein Arzt, bereits in seiner frühen Kindheit verstarb, besuchte in seiner Heimatstadt Lyon eine kostenlose Zeichenschule, deren Ausbildung der ansässigen Seidenindustrie diente. Zum Radieren animierte ihn ein Kunsthändler der Stadt. Da Boissieu keine Kunstakademie besucht hatte, wurde er zu seiner Zeit als Amateur bezeichnet. Die politisch und gesellschaftlich turbulenten Zeiten rund um die Französische Revolution haben im Werk Boissieus keine Spuren hinterlassen. Sein Œuvre umfasst eher bürgerlich-private Sujets und Motivthemen wie Landschaften, Bildnisse und Porträts von Familienmitgliedern sowie alltägliche und verallgemeinernde Genredarstellungen.

Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung eröffnet mit einem Selbstporträt des damals 60-jährigen Künstlers, einer 1796 entstandenen Radierung in zwei Fassungen: Die erste zeigt Boisseu mit dem Bildnis der Ehefrau in Händen, in der späteren ist dieses einer ländlichen Idylle gewichen. Das Selbstverständnis des Künstlers, der sein Leben nicht in der Hauptstadt Paris, sondern in der damals nach ihr zweitgrößten Stadt Frankreichs, in Lyon, verbrachte, wurzelt in der Familie und der Region seiner Heimat. In der Ausstellung werden diese beiden Stränge zum einen durch Bildnisse wie das gezeichnete Porträt des jüngeren Bruders (um 1781), aber auch durch ein Motiv wie Seifenblasen (1799) unterstrichen, das an seine Söhne erinnern mag. Zum anderen sind es topografische Ansichten der Stadt Lyon und ihrer landschaftlichen Umgebung, darunter die Radierung Ansicht der Rhône-Brücke in Lyon (1761), die beispielhaft neben einem ein Jahr zuvor ausgeführten Aquarell ausgestellt wird. Die malerische Zeichnung des Bauwerks, die Licht- und Schattenverteilung und die damit erzeugte atmosphärische Wirkung zeugen von eigenständiger Qualität.

Neben der Landschaft stehen Bildnis und Genre im Zentrum der Kunst von Boissieus Werk. Ein Blatt etwa versammelt individuell-prägnante Gesichter und Bildnisse bekannter und unbekannter Personen ‒ physiognomische Studien, die ihre Entsprechung in den zeitgleich entstehenden Veröffentlichungen des Schweizer Philosophen und Autors Johann Caspar Lavater (1741–1801) finden. Die Genreszenen berühren den zeitgenössischen Alltag der Region und handeln vom Zuhören (Der Oboist, 1782) und Zuschauen (Bildnis des Hundertjährigen aus Lyon, 1780), vom Lehren und Lernen (Die Schulklasse, 1780), vom Geben und Nehmen (Der Almosen gebende Alte, 1780), von Arbeit und Handwerk (Die großen Küfer, 1790), vom Ausruhen und Spielen, von Jugend und Alter. Neben diesen vorrangig bürgerlich-privaten Bildthemen finden sich in der Präsentation nur vereinzelt Radierungen, die ein herausragendes, aktuelles Ereignis wie den Aufenthalt von Papst Pius VII. in Lyon im Jahr 1804 festhalten.

In der Ausstellung sind mit Grafiken wie der Radierung Die großen Gaukler (1772) nach einem Gemälde Karel Dujardins (um 1622–1678) schließlich auch Adaptionen von Werken niederländischer Künstler des 17. Jahrhunderts zu sehen, die jedoch keine Reproduktionsgrafiken im üblichen Verständnis, sondern weitestgehend freie Umsetzungen sind. Bereits am Beispiel seiner schon 1758 unter dem Titel Griffonnements (Kritzeleien) verlegten kleinen Radierungen von Köpfen und szenisch zusammengestellten Figuren, die in der Ausstellung zu sehen sind, wird die Orientierung Boissieus an der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts deutlich, die ganz dem wachsenden Interesse seiner Zeit an dieser Epoche entspricht.

Jean-Jacques de Boissieu zählt zu den letzten großen Druckgrafikern des 18. Jahrhunderts. Obwohl er den Großteil seines Lebens in Lyon verbrachte, vernetzte er sich bestens mit verschiedenen Verlegern unter anderem in Paris, aber auch in Nürnberg und Mannheim und genoss zeitlebens hohes Ansehen. Hierauf lassen unter anderem seine Mitgliedschaften beim Institut de France in Paris und bei den Akademien von Lyon, Florenz und Bologna schließen. Nach einem längeren Aufenthalt in Paris zwischen 1762 und 1764, wo er einflussreiche Künstler wie Jean-Baptiste Greuze (1725–1805) oder Sammler wie Pierre-Jean Mariette (1694–1774) kennenlernte, reiste Boissieu in den Jahren 1765 und 1766 im Gefolge des Herzogs de La Rochefoucauld (1743–1792) nach Genua, Neapel und Rom. Während dieser Zeit begegnete er vielen richtungsweisenden Persönlichkeiten seiner Zeit wie dem Philosophen und Autor Voltaire (1694–1778) oder dem Archäologen und Kunstschriftsteller Johann Joachim Winckelmann (1717–1768). Während seiner Reise hielt er die Eindrücke mit dem Pinsel fest, wobei die sich im Licht entfaltende Landschaft im Zentrum stand. Fortan griff er in seinen Arbeiten immer wieder auf diese italienischen Naturstudien zurück, die ihm als direkte Vorlagen oder als Erinnerungsstützen für Radierungen von frei komponierten Landschaften dienten. Auch Stiftungsgründer Johann Friedrich Städel konnte eine dieser begehrten italienischen Pinselzeichnungen Boissieus (Ruine des Apollotempels am Ufer des Averner Sees, 1765) erwerben, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.
Im Anschluss an seine Italienreise kehrte Boissieu ins heimatliche Lyon zurück und wurde 1771 königlicher Beamter, was ihm bis zum Ausbruch der Französischen Revolution ein regelmäßiges Einkommen sicherte. Boissieus adelige Abstammung, die ihm zunächst viele Türen geöffnet hatte, wurde nun zu einer lebensgefährlichen Bedrohung. Eine offizielle Bescheinigung aus Paris stellte ihn und seine Werke jedoch schließlich unter Schutz.

1801 publizierte der 65-jährige Boissieu ein Werkverzeichnis seiner Radierungen, von dem Johann Friedrich Städel ein handschriftlich vom Künstler ergänztes Exemplar erwarb, das auch in der Ausstellung zu sehen sein wird. Nach wenigen Jahren der frühen Zusammenarbeit mit verschiedenen Pariser Verlegern hatte Boissieu den Vertrieb seiner Druckgrafik bereits 1764 selbst in die Hand genommen. Erst im Alter, ab 1807, ließ er seine Werke wieder durch Verleger, nun durch Frauenholz in Nürnberg oder Artaria in Mannheim, vertreten. Es ist anzunehmen, dass Städel durch diese deutschen Händler beliefert wurde. Ob der Sammler jemals in persönlichem Kontakt zu dem von ihm geschätzten Künstler stand, ist nicht bekannt. Es spricht jedoch für den Geschmack und den Weitblick des Frankfurter Bürgers, einen französischen Zeitgenossen, der seinen eigenen künstlerischen Weg ging, in das Ensemble seiner Sammlung aufgenommen zu haben. Städel und Boissieu sind durch eine weitere Gemeinsamkeit verbunden: Auch Boissieu besaß eine eigene Kunstsammlung. Als Künstler, Sammler und Kunstkenner wurde Boissieu 1803 gar in die Kommission zur Einrichtung des Museums in Lyon berufen. So verbindet die beiden Zeitgenossen auch die Maßgeblichkeit ihrer Rolle bei einer Museumsgründung.

Jean-Jacques de Boissieu. Ein Zeitgenosse Städels

Kuratorin: Dr. Jutta Schütt, Leiterin Graphische Sammlung ab 1750

Ausstellungsdauer: 11. Februar bis 10. Mai 2015
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 10. Februar 2015, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de

Öffnungszeiten Städel Museum:
bis 10. März 2015: Di, Mi, Sa, So und Feiertage 10.00–18.00 Uhr; Do und Fr 10.00–21.00 Uhr
ab 11. März 2015: Di, Mi, Sa, So und Feiertage 10.00–19.00 Uhr, Do und Fr 10.00 –21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: 3. April, 5. April und 6. April 2015 10.00–19.00 Uhr;
1. Mai 2015 10.00–19.00 Uhr
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, Familienticket 20 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Sa, So und Feiertage 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienticket 24 Euro.
Ab dem 11. März 2015 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist eine Anmeldung unter +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de

Öffnungszeiten Studiensaal der Graphischen Sammlung: Mi, Fr 14.00–17.00 Uhr; Do 14.00–19.00 Uhr

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Fr 19.00 Uhr, So 15.00 Uhr
Sonderführungen auf Anfrage unter: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de
Weitere Programmangebote unter www.staedelmuseum.de

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm März 2015 9.2.2015

Veranstaltungsprogramm März 2015

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm April 2015 9.3.2015

Veranstaltungsprogramm April 2015

PDF anzeigen

Städel feiert Jubiläum 11.3.2015

Am kommenden Sonntag, dem 15. März 2015, jährt sich die Gründung des Städel Museums zum 200. Mal. Deutschlands älteste bürgerliche Museumsstiftung feiert diesen historischen Tag mit einem großen Bürgerfest. Unter dem Motto „200 Jahre Städel: Ein Geschenk für alle“ erwartet die Besucher zwischen 10 und 20 Uhr ein umfassendes Programm aus Führungen, Workshops und Kammermusik des hr-Sinfonieorchesters. Weitere Highlights sind Sammlungsrundgänge mit prominenten Städel-Freunden – darunter Steffen Seibert, Friedrich und Sylvia von Metzler, Jan Seghers und Thomas Bayrle –, Performances der Künstlerin Eva Koťátková sowie natürlich ein großer Geburtstagskuchen. Der Eintritt zum Bürgerfest ist frei.

PDF anzeigen

Rahmenprogramm zur Monet-Ausstellung 11.2.2015

Rahmenprogramm zur Monet-Ausstellung

PDF anzeigen

Wandtexte zur Monet-Ausstellung 11.2.2015

Wandtexte zur Monet-Ausstellung

PDF anzeigen

Club Monet 31.3.2015

Anlässlich der umfassenden Sonderausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ lädt das Städel Museum am 11. April ab 20.00 Uhr zur großen Monet-Nacht unter dem Motto „Club Monet“.

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm Mai 2015 8.4.2015

Veranstaltungsprogramm Mai 2015

PDF anzeigen

Blick hinter die Kulissen - TV-Dokumentation über das Städel 14.4.2015

Anlässlich des 200. Städel-Jubiläums hat ein Filmteam des Hessischen Rundfunks für ARTE über Monate hinweg im Städel gedreht – in den Galerien des Museums, den Depots, der Jubiläumsausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ sowie in den Restaurierungswerkstätten. Der daraus entstandene Film von Natascha Pflaumbaum wird erstmalig im Fernsehen auf ARTE am Sonntag, den 19. April 2015, um 17.35 Uhr ausgestrahlt sowie im HR-Fernsehen am Dienstag, den 21. April 2015, um 21.00 Uhr.

PDF anzeigen

Mehr Monet 28.4.2015

Sieben Wochen nach dem Start haben bereits über 160.000 Besucher "Monet und die Geburt des Impressionismus" gesehen

Das Städel reagiert auf den großen Zuspruch ab 9. Juni mit erweiterten Öffnungszeiten täglich von 10.00 bis 21.00 Uhr, Öffnung auch an Montagen, neuen Vermittlungsangeboten und einer Verlängerung der Ausstellungslaufzeit bis 28. Juni 2015

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm Juni 2015 6.5.2015

Veranstaltungsprogramm Juni 2015

PDF anzeigen

Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth 20.5.2015

Im Jubiläumsjahr „200 Jahre Städel“ zeigt das Frankfurter Städel Museum vom 10. Juni bis 6. September 2015 druckgrafische Arbeiten des englischen Malers, Kupferstechers und Radierers William Hogarth (1697–1764). Insgesamt 70 Werke, darunter die berühmten druckgrafischen Folgen A Harlot’s Progress (Der Weg einer Dirne, 1732), A Rake’s Progress (Der Weg eines Liederlichen, 1735) und Marriage à la Mode (Die Heirat nach der Mode, 1745), sind in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung zu sehen. In diesen Bildromanen aus dem Sammlungsbestand des Städel thematisierte Hogarth die Moden, Laster und Kehrseiten des modernen Lebens in der Weltmetropole London. Er verstand seine Kunstwerke als gedrucktes Theater seiner Zeit und legte mit ihnen unter anderem den Grundstein für die gesellschaftskritische Karikatur in England. Die besondere Qualität der Arbeiten liegt in der scharfsinnigen Beobachtungsgabe und dem beißenden Witz des Künstlers, der seine Epoche so sehr prägte, dass sie bis heute auch als „Hogarth’s England“ bezeichnet wird. Die zu Lebzeiten von Johann Friedrich Städel entstandenen Kupferstiche gehören zum alten Bestand der Städelschen Sammlung und spiegeln den kritischen Geist wider, der der Institution seit ihrer Gründung eigen ist.

Die Ausstellung wird durch die Hessische Kulturstiftung gefördert.

William Hogarth wurde 1697 in London geboren. Sein Vater Richard eröffnete entsprechend einer Mode des frühen 18. Jahrhunderts ein Kaffeehaus, in dem nur Latein gesprochen werden sollte. Das Unternehmen scheiterte und Richard Hogarth musste wegen seiner Schulden für fünf Jahre in das berüchtigte Londoner Fleet-Gefängnis. Frau und Kinder mussten ihn, wie damals üblich, begleiten. Nach der Entlassung des Vaters begann William Hogarth 1713 eine Lehre als Silbergraveur, die ihm auch die Grundlagen für die komplexen Techniken des Tiefdrucks – Kupferstich und Radierung – vermittelte. Nach siebenjähriger Ausbildung machte er sich als Kupferstecher mit einem eigenen Geschäft selbstständig und trat der privat geführten Mal- und Zeichenschule „St Martin’s Lane Academy“ in London bei, um sich als Maler auszubilden. So wurde er 1724 auch Mitglied der Kunstakademie des königlichen Hofmalers James Thornhill (1675–1734), dessen Tochter Jane er 1729 heiratete. Den Durchbruch bei einem größeren Publikum erreichte Hogarth jedoch nicht mit seiner Malerei, sondern mit den nach den Gemälden entstandenen Druckgrafiken. Mit der Folge A Harlot’s Progress begründete er zu Beginn der 1730er Jahre ein neues Genre, welches er später selbst als modern moral subjects bezeichnete (was im Deutschen häufig mit „moderne Lebensbilder“ übersetzt worden ist). Seine modern moral subjects verstand Hogarth als zeitgenössische, moralisch-didaktische Historienbilder. Er wandte sich damit gegen die Hierarchisierung der bildenden Kunst in der Akademielehre, die der klassischen Historienmalerei den höchsten Rang zugestand. Mit seinen druckgrafischen Werken gelang es dem Künstler, ein neues, zeitgemäßes Genre zu schaffen, das auf der aufmerksamen Beobachtung der Wirklichkeit beruht. 1755 wurde Hogarth in die „Royal Society of Arts“ gewählt, aus der er jedoch aufgrund von künstlerischen und persönlichen Unstimmigkeiten bereits zwei Jahre später wieder austrat. Die Ernennung zum königlichen Hofmaler folgte 1757, zog allerdings keine Aufträge nach sich. Die letzten Lebensjahre waren durch erbitterte Querelen zwischen dem Künstler und seinen Kritikern gekennzeichnet. Nach einem Schlaganfall 1763 war William Hogarth stark eingeschränkt und starb im darauffolgenden Jahr in seinem Londoner Haus in Leicester Fields.

Im Zentrum der Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung stehen jene Druckfolgen William Hogarths, die ihn international bekannt gemacht haben: A Harlot’s Progress, A Rake’s Progress und Marriage à la Mode. Dass es seine Arbeiten auf Papier waren, die ihm einen Platz in der Kunstgeschichte sicherten, hat einen einfachen Grund: die besseren Verbreitungsmöglichkeiten von Druckgrafiken gegenüber Gemälden. Auf diesem Weg erreichte der Künstler das aufgeklärte und gebildete Publikum seiner Zeit in großer Zahl. Bereits die erste Auflage von A Harlot’s Progress (1732) umfasste 1240 verkaufte Exemplare. In dieser Bildfolge schildert Hogarth in sechs Episoden den Aufstieg und Niedergang einer jungen Frau, die vom Land in die Stadt kommt, um Arbeit zu finden. Um zu Geld zu gelangen, arbeitet sie schließlich als Prostituierte und landet dafür im Gefängnis. Die letzte Szene zeigt das unwürdige Begräbnis der bereits im Alter von 23 Jahren verstorbenen Protagonistin, für deren Schicksal dem Künstler zahlreiche reale und literarische Vorbilder vor Augen standen. Angetrieben von seinem großen Interesse an der sozialen Charakterisierung seiner Zeit, richtete sich Hogarths kritischer, ironischer Blick auf alle Gesellschaftsschichten, vom höchsten Adel bis in die elendsten Verhältnisse. Hungernde Kinder, Kranke und Notleidende bildeten die Kehrseite des wirtschaftlichen Aufschwungs der Kolonial- und Handelsmetropole und seiner zahlreichen Profiteure.

In seiner zweiten, acht Blätter umfassenden Folge A Rake’s Progress (1735) erzählt Hogarth vom sozialen Abstieg des jungen Tom Rakewell, der durch Unvernunft sein Erbe verprasst und erst im Schuldgefängnis, dann im Irrenhaus landet. Rakewells Inhaftierung aufgrund seiner Verschuldung erinnert an die eigene Geschichte des Künstlers. Ganz im Gegensatz zu seinem Vater war William Hogarth jedoch ein ausgezeichneter Unternehmer, der das zu seiner Zeit florierende Londoner Zeitungswesen und dessen öffentliche Wirkung gezielt für sich zu nutzen wusste. In Zeitungen wie der London Daily Post, dem General Advertiser oder dem London Journal veröffentlichte er Ankündigungen seiner Druckgrafiken und schrieb die Werke zur Subskription aus.

Den Titel seiner dritten großen Folge, veröffentlicht 1745, entlehnte Hogarth einer Komödie von John Dryden (1631–1700). Marriage à la Mode behandelt eine von zwei Vätern vereinbarte Ehe, in der die Partner keinerlei Interesse füreinander hegen, sich mit ihren Liebhabern vergnügen und die letztlich ein dramatisches Ende nimmt. Hogarths Protagonisten heucheln Unschuld und betrügen doch, sie geben sich ihren Leidenschaften hin und scheitern an ihren falschen Idealen. Unter Rückgriff auf reale Schicksale und Einbeziehung bekannter Personen und erkennbarer Orte warnt er in seinen Bildromanen vor den Gefahren des modernen Lebens, die auch heute durchaus noch Aktualität besitzen. 1751 unterstützte Hogarth mit den bekannten Grafiken Beer Street und Gin Lane eine öffentliche Kampagne gegen den übermäßigen Konsum von Gin. In Beer Street präsentiert er den Genuss von Bier als gesund und wohltuend gegenüber der zerstörerischen Wirkung von Gin.

Ab der Mitte des Jahrhunderts widmete sich Hogarth neben gesellschaftskritischen Inhalten zunehmend auch national und politisch ausgerichteten Themen. Sie bilden einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. Mehrfach thematisierte der Künstler das Verhältnis zwischen den im Krieg befindlichen Staaten Frankreich und England: The Gate of Calais (1748) ist seine Antwort auf eine Festnahme wegen Spionageverdachts bei einer seiner Frankreichreisen. 1756 karikierte er in The Invasion die Franzosen erneut als hagere, groteske Gestalten, die nach dem schmackhaften Bier und dem üppigen Roastbeef der Engländer trachten. Knapp 15 Jahre später setzte sich Hogarth in der Grafik The Times, Plate 1 (1762) mit einem eindringlichen Appell für die Beendigung des Siebenjährigen Krieges ein.

Eigene kunsttheoretische Überlegungen veröffentlichte Hogarth 1753 in dem Buch The Analysis of Beauty (Die Analyse der Schönheit). Darin beschäftigte er sich mit den Grundlagen des bildkünstlerischen Schaffens und insbesondere mit der Frage, wie Schönheit und Anmut zu erreichen seien. Das Studium der Natur galt Hogarth als Schlüssel zur Schönheit. Er forderte seine Leser dazu auf, die Objekte der Natur mit eigenen Augen wahrzunehmen und sie nach den Kriterien der Vernunft zu beurteilen. Der deutsche Schriftsteller Christlob Mylius (1722–1754) war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in London und übersetzte den Text bereits 1754 ins Deutsche. Ein Exemplar dieser Übersetzung befand sich in der Bibliothek Johann Friedrich Städels und wird in der Ausstellung zu sehen sein.

Zur Ausstellung „Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth“ erscheint ein Katalog. Die Ausstellung wird nach ihrer Präsentation im Städel Museum im Schloss Neuhardenberg zu sehen sein.

Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth

Kuratorin: Annett Gerlach (Städel Museum)
Ausstellungsdauer: 10. Juni bis 6. September 2015
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 9. Juni 2015, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Fr, 19.00 Uhr, So, 15.00 Uhr (die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten)
Sonderführungen auf Anfrage unter: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de
Weitere Programmangebote unter: www.staedelmuseum.de

Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein von Annett Gerlach verfasster Katalog, herausgegeben vom Städel Museum, deutsch, ca. 50 Seiten, 9,90 Euro.

Öffnungszeiten Städel Museum: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–19.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: 24.5., 25.5. sowie 4.6. 10.00–19.00 Uhr
Von Dienstag, 9.6., bis Sonntag, 28.6.: tägliche Öffnung 10.00–21.00 Uhr, auch montags

Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren;
Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist eine Anmeldung unter +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.

Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de

Öffnungszeiten Studiensaal der Graphischen Sammlung:
Mi, Fr 14.00–17.00 Uhr, Do 14.00–19.00 Uhr

Gefördert durch: Hessische Kulturstiftung

PDF anzeigen

Monet exklusiv für Kinder und Jugendliche 21.5.2015

Monet exklusiv für Kinder und Jugendliche

PDF anzeigen

Jahresbericht 2014 3.6.2015

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm Juli 2015 11.6.2015

Veranstaltungsprogramm Juli 2015

PDF anzeigen

Städel auf Rekordkurs: "Au revoir Monet" 16.6.2015

Das Ausstellungsereignis „Monet und die Geburt des Impressionismus“ biegt auf die Zielgerade ein und schon jetzt haben über 350.000 Besucher die Sonderausstellung im Städel Museum gesehen. Bis zum Ende der Ausstellung am 28. Juni 2015 rechnet das Frankfurter Museum mit insgesamt rund 400.000 Besuchern. Damit wäre „Monet und die Geburt des Impressionismus“ die erfolgreichste Schau in der 200-jährigen Geschichte des Hauses. Die bislang besucherstärkste Ausstellung des Städel war Botticelli (2009/2010, 367.033 Besucher), gefolgt von Dürer (2013/2014, 258.577 Besucher).

Für die Verabschiedung „Au revoir Monet“ am letzten Wochenende der Ausstellungslaufzeit hat sich das Städel noch einmal etwas Besonderes vorgenommen: Am 26. und 27. Juni wird das Haus von 10.00 bis 24.00 Uhr geöffnet. An beiden Abenden gibt es ab 20.00 Uhr regelmäßige Kurzführungen in der Ausstellung, Ballett-Tänzerinnen sowie eine Bar und ein elektronisch-französisches DJ-Set im Vorgarten des Museums.

„Monet bricht nicht nur alle Rekorde, sondern macht im Jubiläumsjahr des Städel wieder einmal die ungebrochene Relevanz und Anziehungskraft des Museums deutlich. Der große Zuspruch von allen Seiten – vom Wissenschaftler über den Kulturtouristen bis hin zur Schulklasse – zeigt uns, dass unser Vermittlungsmodell voll aufgegangen ist und wir unsere Begeisterung für eine der spannendsten Epochen der Kunstgeschichte weitergeben konnten“, betont Städel-Direktor Max Hollein.

Das Städel Museum empfiehlt insbesondere von den verlängerten Abendöffnungszeiten Gebrauch zu machen und gerade auch die Zeit ab 16.00 Uhr für einen Besuch der Sonderausstellung zu nutzen. Die Ausstellung endet am 28. Juni.

Dem Städel Museum ist es mit „Monet und die Geburt des Impressionismus“ gelungen, sowohl Expertenkreise als auch das breite Publikum anzusprechen. Die zahlreichen Publikationen, Rahmenprogrammpunkte sowie Vermittlungs- und Kommunikationsmaßnahmen, die für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt und angeboten wurden, erfreuen sich sehr großer Beliebtheit. Im Verlauf der 15-wöchigen Ausstellungsdauer wurden insgesamt 3.489 Führungen abgehalten, darunter 1.931 Sonderführungen für Gruppen und 514 für Schulklassen. Allein an den beiden von der Commerzbank-Stiftung geförderten Schülertagen haben insgesamt 1.925 Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern die Ausstellung besucht.

Die Jubiläumsausstellung im Rahmen von „200 Jahre Städel“ wurde von einem breitgefächerten Medienecho begleitet. Sowohl in der regionalen als auch überregionalen Presse und in internationalen Medien stieß „Monet und die Geburt des Impressionismus“ auf außerordentlich große und überaus positive Resonanz. Rekorde verzeichnet das Museum auch im Netz. Die Städel App wurde bereits über 25.000 Mal heruntergeladen, das Monet-Digitorial (http://monet.staedelmuseum.de), mit dem das Städel erstmals einen multimedialen Online-Vorbereitungskurs für eine eigene Ausstellung anbietet, startete erfolgreich mit bislang über 250.000 Seitenaufrufen und einer Nominierung für den Grimme Online Award 2015. Auch die Auftritte des Museums in den sozialen Netzwerken erfahren seit Beginn der Ausstellung enormen Zuspruch, was sich unter anderem in den beständig steigenden Nutzerzahlen und Reichweiten spiegelt. Für internationale Aufmerksamkeit sorgt zurzeit zum Beispiel eine vom Städel initiierte Instagram-Aktion, die noch bis zum Ende der Ausstellung Monet-Fans weltweit dazu auffordert, ihre ganz persönliche – von Monet inspirierte – Impression festzuhalten und in der Foto-Sharing-App zu teilen. Mehr als 300 Fotos mit dem Aktions-Hashtag #MonetMoment wurden bereits auf Instagram gepostet.

Monet und die Geburt des Impressionismus

Kurator: Dr. Felix Krämer, Sammlungsleiter der Abteilung Kunst der Moderne
Projektleitung: Dr. Nerina Santorius, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Kunst der Moderne
Ausstellungsdauer: 11. März bis 28. Juni 2015

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: Tägliche Öffnung 10.00–21.00 Uhr; 26. und 27. Juni 2015 10.00–24.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Felix Krämer herausgegebener Katalog. Mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Christoph Asendorf, Eva Bader, Marlene Bielefeld, Hollis Clayson, André Dombrowski, Chantal Eschenfelder, Dorothee Hansen, Felicity Korn, Felix Krämer, Svenja Mordhorst, Ingrid Pfeiffer, Isolde Pludermacher, Nele Putz, Nerina Santorius, Beate Söntgen und Maria Zinser. Deutsche und englische Ausgabe, ca. 300 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher und englischer Sprache, 7,50 Euro.

Digitorial: Das kostenlos erhältliche Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Es ist abrufbar unter monet.staedelmuseum.de. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer.
Audiotour: Die Audiotour wird unterstützt von der Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung. Die Audiotour führt in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Gesprochen wird sie von Schauspielerin Diane Kruger. Der Preis für einen Audioguide beträgt 4 Euro, der Preis für zwei Audioguides 7 Euro.
Städel App: Die Städel App wird gefördert von der FAZIT-STIFTUNG. Die App ist für Android- und iOS-Smartphones in den aktuellen Versionen optimiert und bietet den Audioguide zur Ausstellung zum Download auf das eigene Smartphone für 2,99 Euro an. Download unter www.staedelmuseum.de/de/angebote/staedel-app

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #monet und #staedel.

Gefördert durch: Commerzbank-Stiftung
Medienpartner: Alnatura, Süddeutsche Zeitung, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main. Mobilitätspartner: Deutsche Bahn AG
Kulturpartner: hr2-kultur
Die Kampagne zur Ausstellung am Flughafen Frankfurt wird unterstützt durch die Fraport AG und die Media Frankfurt.

PDF anzeigen

Die 80er. Figurative Malerei in der BRD 22.6.2015

In einer gross angelegten Sonderausstellung präsentiert das Städel Museum vom 22. Juli bis 18. Oktober 2015 „Die 80er. Figurative Malerei in der BRD“. Mit rund 90 Werken von insgesamt 27 Künstlerinnen und Künstlern beleuchtet die Schau jene neuartige, irritierende und überaus dynamische figurative Malerei, die sich in den 1980er-Jahren nahezu zeitgleich vor allem in den Zentren Berlin, Hamburg und dem Rheinland entwickelte. Zu sehen sind Arbeiten u. a. von Ina Barfuss, Werner Büttner, Walter Dahn, Jiří Georg Dokoupil, Rainer Fetting, Georg Herold, Martin Kippenberger, Helmut Middendorf, Christa Näher, Albert Oehlen, Salomé oder Andreas Schulze. Die Ausstellung beleuchtet die künstlerischen Zentren der BRD – etwa den Berliner Moritzplatz oder die Mülheimer Freiheit in Köln – und macht zugleich die figurative Malerei jener Jahre in ihrer ganzen Komplexität und Differenziertheit sichtbar. Die Künstlerinnen und Künstler, die den Kunstbetrieb um 1980 mit einer ungezügelten Intensität und hohem malerischen Tempo auf den Kopf stellten, schufen figurative Bilder, die eine kritische Auseinandersetzung mit der Tradition der Malerei, den Nachkriegsavantgarden und ihrer unmittelbaren Gegenwart wagten. Die Themen entstammten in erster Linie dem unmittelbaren Umfeld der Künstler. Der etablierte Kunstbetrieb wird dabei genauso zum Inhalt der Bilder, wie die homosexuelle Emanzipation oder die rauschende Geschwindigkeit der internationalen Club- und Musikszene, die ab Mitte der 1970er-Jahre durch New Wave und Punk vermittelt wurde. Die Protagonisten der Zeit waren dennoch alles andere als eine homogene malerische Bewegung. Vielmehr zeichnet sich die Malerei jenes Jahrzehnts zwischen Studentenrevolte und wiedervereinigtem Deutschland durch ein vielschichtiges, zum Teil widersprüchliches Nebeneinander unterschiedlicher Strömungen, Einflüsse und Befindlichkeiten aus. Die Sammlung Gegenwartskunst des Städel Museums mit ihrem spezifischen Fokus auf der Malerei nach 1945 stellt einen idealen Rahmen für die Präsentation dieser ereignisreichen Dekade dar.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Deutsche Bank AG.

„Mit der Ausstellung hebt das Städel einen gewaltigen Bilderschatz, der zu lange durch die Brille überkommener Klischees gesehen wurde. Werke, die einerseits zu unserem kollektiven Bildgedächtnis gehören, andererseits in ihrer malerischen Potenz und konzeptuellen Komplexität neu bewertet und gesehen werden können“, so Max Hollein, Direktor des Städel Museums.

Der zeitgenössische, historisierende Blick auf dieses unbestritten vielschichtige ästhetische Phänomen bietet die Möglichkeit, strukturelle Gemeinsamkeiten auszumachen und neue kunsthistorische Ansätze und Fragestellungen zu erproben, ohne die Vielfalt dieser Kunst unbeachtet zu lassen. Ohne die Neuheit und Besonderheit der Bilder zu negieren, wird die Frage gestellt, woher diese Malerei kam, wie sie sich zu ihrer eigenen Tradition im Umfeld der sogenannten Postmoderne verhält und welche Rolle sie durch eine neue oder differenziertere Verortung für unsere Gegenwart spielen könnte: „Wir haben es mit einer Künstlergeneration zu tun, die in einem klar definierten Zeitraum durch die Wucht ihres Auftretens und die Neuheit ihrer Malerei für ein ungeheuer kontroverses Echo sorgte. Gleichwohl gibt es bis heute keine schlüssige Narration, die diese Bilder sinnstiftend mit dem Davor und Danach verknüpft. Diese komplexe Gemengelage macht es erforderlich, ihre Bedeutung für die nachfolgende Künstlergeneration sowie ihr Verhältnis zur eigenen Tradition kunsthistorisch und museal zu fassen“, sagt Dr. Martin Engler, Leiter der Sammlung Gegenwartskunst im Städel und Kurator der Ausstellung.

Die Ausstellung möchte einen neuen, unverstellten Zugang zu einer Malerei ermöglichen, die allzu oft durch die Raster der Diskurse gefallen ist und deren Besonderheiten durch ihren – zweifellos wichtigen und prägenden – pop-kulturellen Kontext überschattet wurden. Ohne diesen spezifischen Zusammenhang zu übergehen, will die Schau einen kunsthistorischen Fokus setzen, der auch den Bezug zur Nachkriegsmalerei in den Blick nimmt. Die westdeutsche und West-Berliner Malerei der 1980er ist keineswegs losgelöst von künstlerischen Vorläufern wie Georg Baselitz, Gerhard Richter und Sigmar Polke zu sehen, von denen sie sich zugleich aber auch klar distanziert. Die Generation, die um 1980 in den Zentren Berlin, Hamburg und dem Rheinland auftrat, schuf Bilder, deren Energie, Intensität und Direktheit ihre Kunst von allem davor Entstandenen unterscheiden. Aufgrund ihrer ungewöhnlichen Ausdruckskraft wurden die Künstler der 80er Jahre von der zeitgenössischen Kunstkritik in die Nähe des deutschen Expressionismus und der französischen Fauves gerückt. Sie erhielten zahlreiche Etiketten, wie „Junge Wilde“ oder „Neo-Expressionisten“, und stellten selbst unter dem Schlagwort „Heftige Malerei“ aus. Doch keine dieser Titulierungen konnte sich verbindlich durchsetzen, nicht zuletzt, weil es sich um eine zweifellos heterogene Bewegung handelte. Trotz der Skepsis der Kritiker feierten die Künstlerinnen und Künstler auf dem damaligen Kunstmarkt rasch Erfolge, die sich schon nach wenigen Jahren wieder relativierten. Angesichts der Schnelllebigkeit jenes ereignisreichen Jahrzehnts blieb wenig Zeit für Kunstgeschichte. Den Besuchern der groß angelegten Überblicksschau „Die 80er. Figurative Malerei in der BRD“ wird vor Augen geführt, dass die gegenständliche Malerei jener Zeit noch heute, über dreißig Jahre später, gleichermaßen fremd und vertraut erscheint.

Die Ausstellung präsentiert rund 90 hochkarätige Leihgaben, darunter Werke aus Museumssammlungen, wie dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt, der Klassik Stiftung Weimar, Neues Museum Weimar oder der Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, zahlreiche private Leihgaben sowie Werke aus der Sammlung Deutsche Bank und insgesamt neun Arbeiten aus dem Sammlungsbereich Gegenwartskunst im Städel Museum, darunter auch drei Gemälde, die 2008 im Kontext eines Konvolutes von insgesamt 600 Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank ans Städel gelangt sind.

Rundgang durch die Ausstellung

Die Präsentation erstreckt sich über zwei Etagen des Ausstellungshauses und folgt einer geografischen wie thematischen Gliederung. So werden einerseits die jeweiligen lokalen Zentren in ihrer Ambivalenz aus Verwandtschaft und Diversität abgebildet, andererseits wird deren Verbindung untereinander anhand gemeinsamer thematischer oder motivischer Interessen aufgezeigt. Den Auftakt bildet das klassische Genre der Porträtmalerei. Insbesondere die Selbstporträts, etwa Albert Oehlens Selbstportrait mit Palette (1984), Werner Büttners Selbstbildnis im Kino onanierend (1980) Luciano Castellis Berlin Nite (1979) oder Walter Dahns Selbst doppelt (1982), zeigen die intensive Auseinandersetzung mit dem Medium der Malerei. Thematisch häufig nah an traditionellen malerischen Themen, zeichnet sich die „Neue Welle“ der Malerei der 80er Jahre vor allem durch ihren experimentellen und dynamischen Stilpluralismus aus. Auch wenn Albert Oehlen mit seinem Selbstporträt auf eine erstaunlich traditionelle Variation des Bildsujets zurückgreift, bleibt unklar, ob er diese Tradition affirmiert, überprüft, karikiert, sinnentleert repetiert oder alles zugleich.

Der Konfrontation mit dem Künstler-Ich im ersten Raum folgt eine erste geografische Gruppierung am Standort West-Berlin. Das Zentrum bilden Maler der Galerie am Moritzplatz, die 1977 von Rainer Fetting, Helmut Middendorf, Salomé und Bernd Zimmer in Kreuzberg gegründet wurde. Ab 1979 war auch G. L. Gabriel Mitglied und stellte bis zur Auflösung der Galerie 1981 in Gruppen- und Einzelausstellungen am Moritzplatz aus. Das Berlin jener Zeit, die liberale, chaotische Stadt jenseits von Bundeswehr und konservativer BRD-Provinz, wurde zum zentralen Motiv dieser Maler, die aus den westdeutschen Bundesländern in die Metropole gekommen waren. Rainer Fetting malt die Berliner Mauer gleich in verschiedensten Varianten. Für ihn war die Mauer zunächst einmal Alltag und Blick aus dem Atelierfenster und nicht politisches Statement, als das sie der Betrachter der Werke mit dem Abstand von rund drei Jahrzehnten wahrnimmt. Während Künstler wie Fetting, Gabriel oder Middendorf die Architektur ihrer Stadt thematisieren, befragt Bernd Zimmer mit seinen Landschaftsbildern die Grenzen zwischen Figur und Abstraktion. In der Gegenüberstellung von Zimmers Feld, Raps (1979) und Fettings Van Gogh und Mauer-Sonne (1979) wird die Diversität der malerischen Annäherung – von der Farbfeldmalerei bis hin zur annähernd rein gestischen, sich nahezu auflösenden Malerei – sichtbar. Ein wesentliches Element im Schaffen der Berliner Künstler ist die sich formierende Punk- und Subkulturszene, ihre Dynamik und Rohheit, die sie in die Malerei überführen. Besonders anschaulich wird dies beispielsweise in dem Gemälde Electric Night (1979) von Helmut Middendorf. „Elektrisiert“ sind hier nicht nur die schematisch dargestellten Figuren im bunten Dschungel der Nacht, elektrisiert ist hier gleichermaßen die Malerei allein in der Verbindung des intensiv leuchtenden Ultramarin mit einem knallig-strahlenden Rot.

Die „elektrisierten Großstadteingeborenen“ kehren in Große Dusche (1981) von Rainer Fetting gewissermaßen als klassische Aktmodelle in unterschiedlichen Posen wieder. Der Körperdiskurs, der hier bereits seinen Anfang nimmt, wird in den Bildern Salomés fortgeführt. In seinen Werken konfrontiert er den Betrachter in drastischer Weise mit ebenso politischen wie radikalen, vor allem explizit homoerotischen Akt-Darstellungen jenseits gesellschaftlicher Normen. Daneben stehen Bilder wie Goldener Mann schlägt Schlampe (1980) von Albert Oehlen oder die mystisch anmutenden Arbeiten Christa Nähers, in denen sich Zwitterwesen aus Tier und Mensch begegnen. Die Rolle der Geschlechter in der Paarbeziehung auf der einen und die freizügige Darstellung erotischer Fantasien fernab bürgerlicher Moralvorstellungen auf der anderen Seite werden zum Thema. Die Intensität und Rohheit der Subkultur überträgt beispielsweise Middendorf mit heftigem Pinselstrich in seine Werkreihe Großstadteingeborene und überführt damit in ganz anderer Weise seine Umgebung ins Bild.

Während der Körperdiskurs im Erdgeschoss durchaus schon politische Aspekte berührt, beginnt der zweite Teil der Präsentation im ersten Stock mit einer Reihe von offensichtlich politisch motivierten Werken. Neben Ikonen wie beispielsweise Albert Oehlens Führerhauptquartier (1982) sind hier auch Fettings Erstes Mauerbild (1977), Salomés Blutsturz (1979) oder Hans Peter Adamskis Bildnis MAO (1983) zu sehen. Es sind Gemälde wie Dokoupils Stern in Not (1982), die politische Symbole einerseits aufgreifen, nur um ihre Sinnzusammenhänge umgehend aufzuheben. So etwa auch bei Kippenbergers zentralem Werk Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz entdecken (1984). Das zugleich sichtbare wie unsichtbare Hakenkreuz unterminiert, hinterfragt und ironisiert das politische Symbol gleichermaßen. Der Betrachter des Gemäldes erhält durch den Titel einen Hinweis auf seinen Gegenstand, der im Bild nie wirklich aufgelöst wird. Kippenberger arrangiert abstrakte geometrische Formen, sodass sie in ihrer Zusammensetzung zu ideologisch aufgeladenen Symbolen werden könnten ohne es je wirklich zu werden. Die in dieser Sektion der Schau ausgestellten Werke verdeutlichen, dass das Politische der Bilder nur eine Meta-Ebene ist, eines unter anderen thematischen Versatzstücken, die beständig changieren und neue Sinnzusammenhänge herstellen.

Die Bilder der Hamburger Szene um Werner Büttner, Georg Herold, Martin Kippenberger sowie Albert und Markus Oehlen schließen im folgenden Raum an den politischen Diskurs an. Die Gruppe ist weniger geografisch zu fassen und teilt als gemeinsamen Fokus vor allem die Nähe zu Sigmar Polkes Akademie-Klasse in Hamburg und der Galerie von Max Hetzler. Anders als die „Moritzboys“ fanden die Künstler hier nicht primär als Ausstellungsgemeinschaft, sondern als Bündnis von Freunden zusammen. Kippenberger, Albert Oehlen und Büttner trafen erstmals 1977 in Hamburg aufeinander. Georg Herold kam im selben Jahr von München nach Hamburg, Ina Barfuss und Thomas Wachweger, die mit Martin Kippenberger bereits seit Anfang der 1970er-Jahre befreundet waren, verließen die Hansestadt mit Kippenberger 1978 Richtung Berlin. Während die Berliner um Fetting oder Middendorf einen bewusst direkten, unverstellten Zugang zur Malerei pflegten, ist der Ansatz der Künstler um Oehlen und Kippenberger ein eher gebrochener, der Bild, Sujet und Inhalt der Malerei beständig infrage stellt. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei und Text, zwischen Pathos, Klischee und Banalität. Auch gesellschaftliche oder politische Sujets werden stets mit ironisch-sarkastischem Unterton behandelt. Bereits 1979 zeigten die Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten auch in Berlin, in der von Kippenberger organisierten Ausstellung „Elend“, die in „Kippenbergers Büro“ stattfand. Wie der Künstler betonte, ging es vor allem darum, „was zusammen zu machen“, und nicht isoliert voneinander zu arbeiten. Dieser Ansatz des Gemeinschaftlichen, den Kippenberger nicht nur in den organisierten Gruppenausstellungen, sondern auch mit anderen Aktionen in seinem „Büro“ oder in dem von ihm ab 1978 geleiteten Club SO36 verfolgte, und in der großen Gruppenausstellung „Rundschau Deutschland I“ in München 1981 einen Höhepunkt erfuhr, findet sich in der Ausstellung im dritten Raum des ersten Obergeschosses mit den sogenannten Satelliten oder Einzelgängern wieder. Hier sind Werke von Ina Barfuss und Thomas Wachweger zu sehen, von Bettina Semmer, Volker Tannert, Andreas Schulze und der Gruppe Normal, zu der Peter Angermann, Jan Knap und Milan Kunc gehörten.

Es schließt sich der dritte geografische Raum an: Die „Mülheimer Freiheit“. Hans Peter Adamski, Peter Bömmels, Walter Dahn, Jiří Georg Dokoupil, Gerard Kever und Gerhard Naschberger arbeiteten ab 1980 in einem Gemeinschaftsatelier in der Straße in Köln-Deutz, nach der sie ihre Gruppe benannten. Dahn hielt die Entstehung dieses Zusammenschlusses in seinem Werk Die Geburt der Mülheimer Freiheit (1981) auf Leinwand fest. Keiner der sechs akademisch ausgebildeten Künstler verfügte über eine klassische Malerausbildung. Der Kunstbetrieb sowie die Banalitäten des Alltags waren Themen, die sie diskutierten und künstlerisch bearbeiteten. Die „Mülheimer Freiheit“ pflegte einen gezielt ästhetisierten Dilettantismus, der sich in klischeehaften, kitschigen und banalen, immer aber auch malerisch faszinierenden Arbeiten zeigte. Diese Direktheit und Hemmungslosigkeit kam etwa in Gemeinschaftsarbeiten von Dahn und Dokoupil, wie Ohne Titel (Kotzer II) (1980) zum Ausdruck. Die Arbeiten der „Mülheimer Freiheit“ vergegenwärtigen auf besonders anschauliche Weise den Stilpluralismus, der die neue Kunst um 1980 insgesamt prägte.

Diese faszinierende Vielfältigkeit wird nicht nur im Vergleich der Gruppierungen und Künstler untereinander, sondern gerade auch im Werk der einzelnen Künstler sichtbar. Es ist dieselbe Offenheit, diese inhaltliche wie malerische Heterogenität, die auch ihre Bilder auszeichnet. Was aber all die Künstlerinnen und Künstler jenseits der Vielfalt verbindet, ist ihr Vermögen, selbst größte ästhetische wie inhaltliche Gegensätze zu überaus schlüssigen und stimmigen Bildern zu fügen. Ihre Malereien lassen sich dann und immer wieder von Neuem lesen als poetische Bild-Metaphern, deren Sinn und Bedeutung nie abschließend bestimmt werden kann und will.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (herausgegeben von Martin Engler) im Hatje Cantz Verlag mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Zdenek Felix, Walter Grasskamp, Martin Engler und Franziska Leuthäußer sowie einem Podiumsgespräch mit Walter Grasskamp, Max Hetzler und Ingrid Raab.

Künstlerliste: Hans Peter Adamski, Peter Angermann, Elvira Bach, Ina Barfuss, Peter Bömmels, Werner Büttner, Luciano Castelli, Walter Dahn, Jiří Georg Dokoupil, Rainer Fetting, G. L. Gabriel, Georg Herold, Gerard Kever, Jan Knap, Milan Kunc, Martin Kippenberger, Helmut Middendorf, Christa Näher, Gerhard Naschberger, Albert Oehlen, Markus Oehlen, Salomé, Andreas Schulze, Bettina Semmer, Volker Tannert, Thomas Wachweger und Bernd Zimmer.

Das Digitorial zur Ausstellung
Mit dem eigens für die Ausstellung entwickelten Digitorial bietet das Städel ein zusätzliches digitales Vermittlungsformat. Auf einer responsiven Website werden wissenswerte Hintergründe, kunst- und kulturhistorische Kontexte sowie wesentliche Ausstellungsinhalte aufbereitet. Das kostenlose, von der Aventis Foundation geförderte digitale Angebot in deutscher und englischer Sprache ermöglicht es dem Publikum, sich bereits vor dem Museumsbesuch auf die Themen der Ausstellung einzustimmen. Die multimediale Verschränkung von Bild, Ton, Film und Text schafft eine facettenreiche Vernetzung der Inhalte und eröffnet völlig neue Wege der Darstellung, Erzählung und Vermittlung von Kunst. Das Digitorial ist unter 80er.staedelmuseum.de abrufbar.

DIE 80ER. FIGURATIVE MALEREI IN DER BRD

Kuratoren: Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Gegenwartskunst; Franziska Leuthäußer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Gegenwartskunst
Ausstellungsdauer: 22. Juli bis 18. Oktober 2015
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 21. Juli 2015, 11.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: Sa, 3.10. 2015: 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz Verlag ein umfassender, von Martin Engler herausgegebener Katalog. Mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten u. a. von Martin Engler, Zdenek Felix, Walter Grasskamp und Franziska Leuthäußer sowie einem Podiumsgespräch mit Walter Grasskamp, Max Hetzler und Ingrid Raab. Deutsche Ausgabe, 264 Seiten, 276 Abbildungen, 34,90 Euro (Museumsausgabe).

Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer. Es ist abrufbar unter 80er.staedelmuseum.de.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #80er und #staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di, 17.00 Uhr, So, 11.00 Uhr. Tickets: 4 Euro zzgl. des Eintrittspreises, erhältlich ab zwei Stunden vor Führungsbeginn (So ab 10.00 Uhr) an der Städel Kasse.
Nachmittagsspecial: Eintritt + Führung durch die Sonderausstellung (nur online erhältlich), Sa, 15.00 Uhr, 16 Euro, tickets.staedelmuseum.de.
Abendspecial: Eintritt + Führung durch die Sonderausstellung (nur online erhältlich), Do, 19.00 Uhr, 16 Euro, tickets.staedelmuseum.de.

Gefördert durch: Deutsche Bank AG

Medienpartner: Cicero – Magazin für politische Kultur, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Kulturpartner: hr2-kultur

PDF anzeigen

432.121 BESUCHER SEHEN „MONET UND DIE GEBURT DES IMPRESSIONISMUS“ 29.6.2015

Insgesamt 432.121 Besucher haben die gestern zu Ende gegangene Monet-Ausstellung im Städel Museum gesehen. Damit ist „Monet und die Geburt des Impressionismus“ die mit Abstand erfolgreichste Ausstellung in der 200-jährigen Geschichte des Hauses. Allein am letzten Wochenende konnten noch einmal über 20.000 Menschen die einmalige Sonderausstellung in Frankfurt am Main erleben. Die bislang besucherstärksten Ausstellungen des Städel waren Botticelli (2009/2010, 367.033 Besucher), gefolgt von Dürer (2013/2014, 258.577 Besucher). Der Monet-Besucherdurchschnitt lag insgesamt bei 4.278 pro Tag, rund 150.000 Besucher nutzen den Online-Kartenvorverkauf, mit dem ein bequemer Einlass ohne Wartezeiten in die Ausstellung ermöglicht wurde. Im Verlauf der 15-wöchigen Ausstellungsdauer (11. März bis 28. Juni 2015) wurden insgesamt 3.513 Führungen abgehalten, darunter 2.232 Sonderführungen für Gruppen und 595 für Schulklassen, Kindertagesstätten und Universitäten. Den von der Schauspielerin Diane Kruger gesprochenen Audioguide nutzten rund 25 Prozent der Besucher.

Rekorde verzeichnet das Museum auch im Netz. Die neu entwickelte Städel App wurde bereits über 25.000 mal heruntergeladen, das mit einem Grimme Online Award ausgezeichnete Monet-Digitorial (http://monet.staedelmuseum.de), mit dem das Städel erstmals einen multimedialen Online-Vorbereitungskurs für eine eigene Ausstellung anbietet, zählt bislang bereits über 260.000 Aufrufe. Auch die Auftritte des Museums in den sozialen Netzwerken erfuhren während der Laufzeit der Ausstellung enormen Zuspruch, was sich unter anderem in den beständig steigenden Nutzerzahlen und Reichweiten spiegelt.

Insgesamt ist es dem Städel Museum gelungen, mit „Monet und die Geburt des Impressionismus“ sowohl ein breites Publikum als auch Expertenkreise anzusprechen,dabei einen neuen, frischen Blick auf den frühen Impressionismus zu richten und Claude Monets Ausnahmestellung innerhalb der französischen Kunstgeschichte zu verdeutlichen. Die Jubiläumsausstellung im Rahmen von „200 Jahre Städel“ wurde von einem vielfältigen Medienecho begleitet. Sowohl in der regionalen als auch in der überregionalen Presse sowie in internationalen Medien stieß „Monet und die Geburt des Impressionismus“ auf außerordentlich große und überaus positive Resonanz.

„Das Städel ist so beliebt wie noch nie. Der immense Erfolg der Ausstellung hat uns in unserer Arbeit und unserem Anspruch mehr als bestätigt. Wieder einmal ist das Städel als Ort der kunsthistorischen Forschung und identitätsstiftendes Zentrum der Gesellschaft in Erscheinung getreten, das sich für viele unterschiedliche Zielgruppen öffnet. Gleichzeitig macht der beeindruckende Zuspruch, den unsere digitalen Angebote zur Schau erfahren, deutlich, wie wir die Gründungsidee der Bürgerstiftung auch künftig traditionsbewusst wie auch zeitgemäß fortschreiben werden“, kommentiert Städel-Direktor Max Hollein.

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die Commerzbank-Stiftung.

Als nächste Sonderausstellung im Jubiläumsjahr des Städel Museums zeigt das Frankfurter Museum vom 22. Juli bis 18. Oktober 2015 „Die 80er. Figurative Malerei in der BRD“. Mit rund 100 Werken von insgesamt 27 Künstlerinnen und Künstlern beleuchtet die Schau jene neuartige, irritierende und überaus dynamische figurative Malerei, die sich in den 1980er-Jahren nahezu zeitgleich vor allem in den Zentren Berlin, Hamburg und dem Rheinland entwickelte. Zu sehen sind Arbeiten u. a. von Ina Barfuss, Werner Büttner, Walter Dahn, Jiří Georg Dokoupil, Rainer Fetting, Georg Herold, Martin Kippenberger, Helmut Middendorf, Christa Näher, Albert Oehlen, Salomé oder Andreas Schulze.

MONET UND DIE GEBURT DES IMPRESSIONISMUS

Kurator: Dr. Felix Krämer, Sammlungsleiter der Abteilung Kunst der Moderne
Projektleitung: Dr. Nerina Santorius, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Kunst der Moderne

Ausstellungsdauer: 11. März bis 28. Juni 2015

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Katalog: Zur Ausstellung erschien im Prestel Verlag ein umfassender, von Felix Krämer herausgegebener Katalog. Mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Christoph Asendorf, Eva Bader, Marlene Bielefeld, Hollis Clayson, André Dombrowski, Chantal Eschenfelder, Dorothee Hansen, Felicity Korn, Felix Krämer, Svenja Mordhorst, Ingrid Pfeiffer, Isolde Pludermacher, Nele Putz, Nerina Santorius, Beate Söntgen und Maria Zinser. Deutsche und englische Ausgabe, ca. 300 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).

Digitorial: Das kostenlos erhältliche Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Es ist – auch nach dem Ende der Laufzeit – abrufbar unter monet.staedelmuseum.de. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer.

Audiotour: Die Audiotour wurde unterstützt von der Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung und führte in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Gesprochen wurde sie von Schauspielerin Diane Kruger.

Städel App: Die Städel App wird gefördert von der FAZIT-STIFTUNG. Die App ist für Android- und iOS-Smartphones in den aktuellen Versionen optimiert und bot den Audioguide zur Ausstellung zum Download auf das eigene Smartphone an. Download unter www.staedelmuseum.de/de/angebote/staedel-app.

Social Media: Das Städel Museum kommunizierte die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #monet und #staedel.

Gefördert durch: Commerzbank-Stiftung

Medienpartner: Alnatura, Süddeutsche Zeitung, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main.
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn AG
Kulturpartner: hr2-kultur
Die Kampagne zur Ausstellung am Flughafen Frankfurt wurde unterstützt durch die Fraport AG und die Media Frankfurt.

PDF anzeigen

Presseinformation: Open-Air-Kino im Städel Garten im Zeichen der 80er 2.7.2015

Nach dem großen Erfolg in den Vorjahren geht das Sommerkino im Städel Garten vom 15. bis 18. Juli in eine neue Runde: Unter freiem Himmel bietet das begrünte Dach des Städel-Erweiterungsbaus wieder die passende Atmosphäre für ein abwechslungsreiches Filmprogramm. An vier Abenden lässt das Sommerkino in Vorbereitung auf die nächste Sonderausstellung des Städel Museums, „Die 80er. Figurative Malerei in der BRD“ (22. Juli bis 18. Oktober 2015), jenes Jahrzehnt filmisch wieder aufleben. Bei der kostenlosen Veranstaltung werden an den ersten drei Abenden Wim Wenders’ „Der Himmel über Berlin“ (1987), „Basquiat“ (1996) von Julian Schnabel sowie die aktuelle Produktion „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“ (2015) von Oskar Roehler auf großer Leinwand zu sehen sein. Wim Wenders’ Filmklassiker „Der Himmel über Berlin“ begleitet im Westberlin der 80er-Jahre einen Engel, der müde geworden ist von der bloßen distanzierten Beobachtung der Menschen und selbst zum Menschen werden will. „Basquiat“ erzählt die Geschichte des steilen Aufstiegs und tiefen Falls des jungen Künstlers Jean-Michel Basquiat (1960–1988), der in den 80ern von Andy Warhol in New York entdeckt wurde. In „Tod den Hippies!! Es lebe der Punk“ entflieht der 19-jährige Robert Anfang der 80er seinem engen Provinzleben, um in die Westberliner Punkszene einzutauchen.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Vorstellung speziell für das junge Publikum: Am Samstag, dem 18. Juli, wird ein Kinderfilmklassiker aus den 80er-Jahren im Metzler-Saal gezeigt (für Kinder ab sechs Jahren). Dieser beginnt nicht wie die übrigen Filme bei Anbruch der Dunkelheit, sondern bereits nachmittags um 15.00 Uhr.
Die Entscheidung, welcher Film am 18. Juli, dem letzten Abend des Sommerkinos, läuft, liegt wieder in der Hand des Publikums. Zur Auswahl stehen Alan Parkers „Fame“ (1980), Adrian Lynes „Flashdance“ (1983) und „Footloose“ (1984) von Herbert Ross. Die Abstimmung ist per Stimmzettel im Städel Museum und auf facebook.com/staedelmuseum.de bis einschließlich 14. Juli möglich.
Der Eintritt zum Sommerkino im Städel Garten ist an allen Tagen frei. Einlass ist an jedem der Abende ab 19.00 Uhr, der Film beginnt bei Anbruch der Dunkelheit. Es wird darum gebeten, eigene Decken (keine Stühle) als Sitzgelegenheit mitzubringen. IMA Catering sorgt vor und während der Filmvorführungen mit herzhaften und süßen Speisen sowie Getränken für das leibliche Wohl. Für die musikalische Untermalung vor dem Film sorgt DJ Biffy (Discocaine). Bei schlechtem Wetter finden die Vorführungen im Metzler-Saal des Städel Museums statt.

Das Sommerkino ist Teil einer Initiative, mit der das Städel Museum seine frei zugängliche Gartenfläche für wechselnde Installationen, Performances und Veranstaltungen zur Gegenwartskunst öffnet. Bereits im Zuge der Neupräsentation der Skulpturensammlung im Städel Garten 2013 sowie der Reihe „Im Städel Garten“ wurde der Außenraum des Städel in jüngerer Zeit immer wieder zum Ort für performative und installative Arbeiten, zuletzt von Adrian Williams („Watering Hole“, 2013), Adolf Luther („Architektur als Licht und Spiegelung“, 2013), Erwin Wurm („One Minute Sculptures“, 2014) oder Franz Erhard Walther („Schreitsockel und Standstellen“, 2014).

Programm

Mittwoch, 15. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Der Himmel über Berlin
BRD/FR 1987, Regie: Wim Wenders, 128 Minuten, deutsche Fassung, FSK 6
Der Himmel über Wim Wenders’ kriegsversehrtem, geteiltem Berlin ist voll sanfter Engel in Trenchcoats, die den gequälten Gedanken der Sterblichen lauschen und versuchen, sie zu trösten. Sichtbar sind sie nur füreinander und für Kinder. Einer von ihnen, Damiel (Bruno Ganz), verliebt sich in die Trapezkünstlerin Marion (Solveig Dommartin), eine Sterbliche, und entscheidet sich, sein ewiges Leben für sie aufzugeben. Peter Falk (als er selbst) hilft beim Übergang, indem er das einfache Glück menschlicher Erfahrungen erklärt.

Donnerstag, 16. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Basquiat
USA 1996, Regie: Julian Schnabel, 108 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Jean-Michel Basquiat (Jeffrey Wright) lebt als junges „Graffiti-Kid“ Anfang der 80er in New York auf der Straße. Im Alter von 19 Jahren wird er von Andy Warhol (David Bowie) entdeckt, womit sein meteoritenhafter Aufstieg zum gefeierten Starmaler beginnt. Doch der Erfolg und Basquiats exzessiver Alkohol- und Drogenkonsum fordern bald ihren Tribut.

Freitag, 17. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Tod den Hippies!! Es lebe der Punk
D 2015, Regie: Oskar Roehler, 104 Minuten, deutsche Fassung, FSK 16
In der westdeutschen Provinz sind Anfang der 80er die Hippies an der Macht. Deshalb muss Robert (Tom Schilling) da raus, und es gibt für ihn nur eine Stadt, die dank ihrer Versprechen von Sex, Drogen und Punk für ihn in Frage kommt: Westberlin. Sein alter Kumpel Schwarz (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) nimmt ihn dort mit offenen Armen auf, denn er braucht in seiner Peepshow ein Mädchen für alles, und das wird Robert. Bei der Arbeit lernt Robert Sanja (Emilia Schüle) kennen. Tage und Nächte verschwimmen, Robert lässt sich treiben und wird Stammgast im legendären „Risiko“, jenem Ort, an dem Zeit nicht existiert, wo sich Ikonen wie Blixa Bargeld und Nick Cave herumtreiben und alles möglich scheint. Mittels üppiger Berlin-Zulage und eines kleinen Überfalls plant Robert zusammen mit Schwarz eine ganz neue Einkommensquelle und mit Sanja die nicht gerade typische Lösung familiärer Probleme.

Samstag, 18. Juli, Einlass 14.00 Uhr, Filmbeginn 15.00 Uhr, Metzler-Saal
Kinderfilmklassiker
FSK 6

Samstag, 18. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Publikumsfilm
Zur Abstimmung stehen:
„Fame“ (1980), „Flashdance“ (1983) und „Footloose“ (1984)

Fame
USA 1980, Regie: Alan Parker, 134 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
An der New Yorker Hochschule für darstellende Künste finden die Aufnahmeprüfungen statt. Zu denen, die aufgenommen werden, zählen die Sängerin Coco (Irene Cara), der homosexuelle Schauspieler Montgomery (Paul McCrane), die Schauspielerin Doris (Maureen Teefy) und der Tänzer Leroy (Gene Anthony Ray). Sie alle kommen aus der Unterschicht und träumen von der großen Karriere im Showbiz nach den bevorstehenden vier Jahren Studium. Während dieser Zeit müssen sie sich jedoch auch mit allerlei Alltagsproblemen herumschlagen, und nur wenige schaffen letztlich den Durchbruch.

Flashdance
USA 1983, Regie: Adrian Lyne, 95 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
In Pittsburgh arbeitet die 18-jährige Alex (Jennifer Beals) tagsüber als Schweißerin in einem Stahlwerk, während sie abends in einem Club tanzt. Doch eigentlich möchte sie Karriere in einer Tanzkompanie machen und dafür aufs Konservatorium, um eine klassische Ballettausbildung zu erhalten. Sie verliebt sich in ihren Chef (Nick Hurley), der ihr hinter ihrem Rücken über Beziehungen einen Vortanztermin verschafft.

Footloose
USA 1984, Regie: Herbert Ross, 107 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Der musik- und tanzbegeisterte Teenager Ren (Kevin Bacon) zieht mit seiner Mutter aus dem großstädtischen Chicago zu Verwandten in eine Kleinstadt im Mittleren Westen. Dort erlebt er einen wahren Kulturschock, denn Rockmusik und öffentliches Tanzen sind gesetzlich verboten. Er verliebt sich in Ariel (Lori Singer), die Tochter des örtlichen Pfarrers, der Rockmusik als Teufelswerk verdammt. Nachdem Ren eine Mutprobe bestanden hat, gelingt es ihm, andere Jugendliche für die Durchführung einer öffentlichen Tanzveranstaltung zu gewinnen.

Sommerkino im Städel Garten

Mittwoch, 15. Juli, bis Samstag, 18. Juli

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Zeit: Mittwoch, 15. Juli, bis Samstag, 18. Juli, Einlass für die Abendvorführungen jeweils 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Eintritt: frei

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm August 2015 9.7.2015

Veranstaltungsprogramm August 2015

PDF anzeigen

Städel Museum und Frankfurter Volksbank laden zur Bildungswoche 10.7.2015

Zum dritten Mal in Folge laden das Städel Museum und die Frankfurter Volksbank alle Schulen, Kindertagesstätten und Horte der Region zur großen Bildungswoche ins Städel. Unter dem Motto „Städel ohne Grenzen: Auf zu neuen Horizonten! 700 Jahre Kulturgeschichte“ öffnet das Museum vom 20. bis 23. Juli 2015 in der Woche vor den hessischen Sommerferien seine Pforten für ein einzigartiges und kostenfreies Erlebnis ästhetischer Bildung.

Die Kinder und Jugendlichen erwarten abwechslungsreiche, altersgerechte Workshops zu verschiedensten Themen in allen Sammlungsbereichen des Museums. Workshops u.a. zur Hell-Dunkel-Malerei, Schreibspiele oder ein Kurs über Wortgefechte und Malereikonzepte in der Gegenwartskunst bieten die Möglichkeit zum handlungsorientierten Lernen, zur kreativen Auseinandersetzung und zum praktischen Vertiefen. Darüber hinaus stellen junge Kunstvermittler die wichtigsten Werke der Städel Sammlung vor und geben an zahlreichen Wissensstationen im gesamten Museum Auskunft über spannende Themen aus mehreren Jahrhunderten Kunstgeschichte: von der Entdeckung der Ölmalerei über impressionistische Pleinairmalerei bis zum „German Pop“. Schließlich führt ein Quiz die Teilnehmer auf spielerische Weise durch die Sammlung des Städel und 700 Jahre Kunst und Kultur.

Am Sonntag, 26. Juli 2015, geht die Bildungswoche weiter – denn alle teilnehmenden Schul-, Kita- und Hortkinder erhalten einen exklusiven Eintrittsgutschein, der sie und ihre Familien für diesen Tag zum kostenfreien Museumsbesuch einlädt. So können die Kinder ihren Eltern am „Familiensonntag“ zeigen, was sie in der Woche erlebt haben.

Ermöglicht wird die Bildungswoche durch die Frankfurter Volksbank.

Auf der Städel Website (www.staedelmuseum.de/de/angebote/bildungswoche) bzw. unter info@staedelmuseum.de können sich Schulklassen, Kita- und Hortgruppen noch bis Freitag, den 17. Juli, kostenfrei für die Bildungswoche anmelden. Es sind noch Plätze frei.

STÄDEL OHNE GRENZEN – AUF ZU NEUEN HORIZONTEN! 700 JAHRE KULTURGESCHICHTE

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt
Veranstaltungsdauer: 20. bis 23. Juli 2015 jeweils zwischen 9.00 Uhr und 14.00 Uhr für Schulklassen, Kindertagesstätten und Horte, 26. Juli 2015 zwischen 10.00 Uhr und 18.00 Uhr für Familien

Download des Anmeldeformulars unter www.staedelmuseum.de/de/angebote/bildungswoche

Pressekontakt Städel Museum: Axel Braun (Pressesprecher); Telefon +49(0)69-605098-170; Fax +49(0)69-605098-188; braun@staedelmuseum.de

Pressekontakt Frankfurter Volksbank: Michael Kröhle (Leiter Vorstandssekretariat und Pressesprecher); Telefon +49(0)69-2172-10193; Fax +49(0)69-2172-20199; michael.kroehle@frankfurter-volksbank.de

PDF anzeigen

Kreativer Sommer: Das Ferienangebot von Schirn, Städel und Liebieghaus 14.7.2015

Mit einem spannenden Programm in den Sommerferien bieten die Schirn Kunsthalle Frankfurt, das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung von Dienstag, dem 28. Juli bis Sonntag, dem 6. September 2015 zahlreiche Gelegenheiten, die Kunst für sich zu entdecken. In vielseitigen Ferienprojekten werden Kinder und Jugendliche gezielt und abwechslungsreich an Themen aus Kunst und Kultur herangeführt. In der MINISCHIRN ebenso wie in den Ausstellungen von Schirn, Städel und Liebieghaus können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich gleichzeitig auf spielerische Weise mit verschiedenen künstlerischen Positionen auseinandersetzen.

Die MINISCHIRN ist ein dauerhaft installierter, kreativer Erlebnis- und Erfahrungsraum für Kinder ab drei Jahren bis zum Grundschulalter in der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Während begleitende Erwachsene die Ausstellungen der Schirn genießen, erobern die Kinder unter Aufsicht von geschultem pädagogischem Personal in der MINISCHIRN die Welt der Farben, Formen und Strukturen. Der innovative Spiel- und Lernparcours regt zum eigenen Entdecken ästhetischer Phänomene, zum Gestalten und Experimentieren an. Farbphänomene, Kompositionsprinzipien, physikalische Gesetzmäßigkeiten und andere ästhetische Grundsätze: Was kompliziert oder abstrakt klingt, ist in der MINISCHIRN im wahrsten Sinn des Wortes ganz leicht zu begreifen. Im Sommer werden ergänzend zu den Inhalten der MINISCHIRN wechselnde Workshops angeboten. Darüber hinaus bietet die Schirn zur aktuellen Sommer-Ausstellung „Doug Aitken“ ein kreatives Filmprojekt an, nimmt hiermit die vorwiegende Technik des US-amerikanischen Multimedia-künstlers auf und setzt sie spielerisch um.

In der Liebieghaus Skulpturensammlung inspirieren Skulpturen und fantastische Gestalten aus der Welt der Götter und Sagen zu eigenen künstlerischen Werken. Zudem können Kinder hier selbst zu Archäologen werden und ferne Kulturen wie das alte Ägypten dabei neu entdecken.

Im Städel Museum geht es auf künstlerische Spurensuche: Inspiriert durch die Reise in ferne Länder oder durch die Faszination der Großstadt entstehen in den Städel Ateliers selbst kreierte Werke und Jugendliche können im Ferienkurs unter anderem interessante Kameraperspektiven ausprobieren.

Das Ferienangebot wird mit der großen jährlichen Sommerakademie aller drei Häuser unter dem Motto „Heiß auf Wissen“ beschlossen.

Die MINISCHIRN wird durch die großzügige Förderung der Dr. Marschner Stiftung ermöglicht. Zusätzlich wird sie durch die Stadt Frankfurt unterstützt. Die Sommerakademie 2015 wird unterstützt von DWS Investment, Accenture Stiftung, Hannelore Krempa Stiftung und der Fraport AG. Die Sommerferienkurse der drei Häuser werden zusätzlich unterstützt von der Fraport AG.

PDF anzeigen

Plätze für die Sommerakademie von Schirn, Städel und Liebieghaus zu vergeben 27.7.2015

Zum neunten Mal veranstalten die Schirn Kunsthalle Frankfurt, das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung die Sommerakademie – ein einzigartiges museumspädagogisches Projekt zur Berufsorientierung. Noch bis zum 24. August 2015 können Plätze unter www.sommerakademie-am-main.de gesichert werden. Das erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt der drei Häuser bietet in diesem Jahr vom 31. August bis 4. September ein ebenso intensives wie kreatives Fortbildungsangebot für Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 19 Jahren und unterstützt sie somit in der spannenden und herausfordernden Phase der Berufsorientierung. Die jährlich stattfindende Sommerakademie bietet seit 2007 anhand von unterschiedlichen aufeinander aufbauenden Modulen und Workshops eine Plattform, die Schülerinnen und Schüler frühzeitig bei der Erkennung und Entwicklung ihrer eigenen Fähigkeiten und Stärken fördert und ihnen durch praxisorientierte Veranstaltungen die Wahl einer passenden Ausbildung oder eines passenden Studiums erleichtert. Auch in diesem Jahr liegt ein besonderer Fokus auf der Kommunikation mit digitalen Medien. Teilnehmende Schülerinnen und Schüler erfahren aus erster Hand, wie sich Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram & Co. im beruflichen Umfeld nutzen lassen und lernen, wie die Nutzung von Web 2.0-Applikationen die Außenwahrnehmung von Institutionen beeinflussen kann.

Die Sommerakademie 2015 wird unterstützt durch DWS Investments, die Accenture-Stiftung, die Fraport AG, die Hannelore Krempa Stiftung sowie die PPI AG. Als Technikpartner begleitet die MedienReich GmbH das Projekt.

Das abwechslungsreiche Programm der Sommerakademie bietet über schulische Maßnahmen rund um das Thema Bewerbung hinaus eine zusätzliche Vorbereitung auf die berufliche Praxis und unterstützt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Hinblick auf steigende Leistungsanforderungen in Bewerbungsverfahren. Sie ermöglicht Schülerinnen und Schülern eine erste Orientierung auf dem Weg in die Arbeitswelt. Der einwöchige Einblick in das „Unternehmen Kulturinstitution“ bietet den Jugendlichen und jungen Erwachsenen vielfältige Möglichkeiten, ihre eigenen Talente auszuloten, sich dabei ihrer Stärken bewusst zu werden, sich aber auch mit möglichen Schwächen zu konfrontieren. Die Teilnahmegebühr beträgt 95 Euro.

Eine begrenzte Zahl von Stipendien für finanziell förderungswürdige Jugendliche wird von der Hannelore Krempa Stiftung, der Fraport AG und der PPI AG zur Verfügung gestellt und kostenlos vergeben. Die Vergabe der Plätze erfolgt in der Reihenfolge der schriftlichen Anmeldung.

Zum Auftakt der Sommerakademie 2015 spricht am Montag, dem 31. August, Andreas Gahlert, Gründer und Geschäftsführer der COBI GmbH, in einem Impulsvortrag über Veränderungen und Herausforderungen der Digitalisierung, mit denen sich Jugendliche in ihrer beruflichen Zukunft auseinander setzen werden. Als Pionier in der Entwicklung digitaler Produkte und Geschäftsmodelle entwickelt er seit Jahren neue Strategien an der Schnittstelle zwischen der realen und digitalen Welt. Zuletzt konzipierte und realisierte er mit seinem Team der COBI GmbH das sogenannte „Smart Bike“, für das das junge Unternehmen in diesem Jahr den Frankfurter Gründerpreis erhielt.

Ein weiterer zentraler Programmpunkt der Sommerakademie 2015 ist die Podiumsdiskussion am Mittwoch, dem 2. September, an der Vertreter aus ganz unterschiedlichen Berufsbranchen über ihren individuellen Werdegang und ihre beruflichen Erfahrungen berichten und Tipps für den erfolgreichen Berufseinstieg geben. In diesem Jahr sind u. a. Eva Buch-Erkens, die etwa in der Accenture-Stiftung freiwillige Einsätze der Mitarbeiter des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters koordiniert, oder Jorma Foth, einer der Gründer von Tumult, einem Live Escape Game-Angebot in Frankfurt zum Gespräch eingeladen.

Die fünftägige Orientierungswoche teilt sich in unterschiedliche Programmeinheiten auf. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernen verschiedene verbale und non-verbale Präsentations- und Kommunikationstechniken kennen und üben sich im Projekt- und Konfliktmanagement. Mit Unterstützung der international tätigen Unternehmensberatung Accenture GmbH wird ein gezieltes Bewerbungstraining durchgeführt. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit mit Experten zu diskutieren und dadurch ihr Selbstvertrauen für zukünftige Bewerbungssituationen zu stärken. Während der gesamten Woche wird außerdem experimentelles sowie themenbezogenes künstlerisches Arbeiten angeboten. Darüber hinaus werden die aktuellen Ausstellungen in den drei Häusern besucht. Praktische Einblicke in die verschiedenen Arbeitsfelder der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung gewährt das Modul Projektmanagement: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren, welche konkreten Anforderungen in den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen wie der Betreuung der Sammlung, dem Sponsoring, der Bildung und Vermittlung, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder dem Marketing gestellt werden und können diese anhand eines Planspiels exemplarisch umsetzen.

Am letzten Tag der Sommerakademie 2015 werden die Schülerinnen und Schüler eine Selbstpräsentation vorbereiten, in die ihre Arbeitsergebnisse und Erfahrungen der Woche einfließen. Seinen Abschluss findet das Projekt mit einer gemeinsamen Auswertungs- und Reflexionsrunde sowie der Aushändigung eines Zertifikats über die erfolgreiche Teilnahme.

Alles zur Sommerakademie im Web und Anmeldung unter: www.sommerakademie-am-main.de

PRESSE SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Axel Braun (Leitung Presse/PR), Pamela Rohde (Pressesprecherin), Simone Krämer, Timo Weissberg (Volontär). SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt, Telefon: +49.69.29 98 82-148, Fax: +49.69.29 98 82-240, E-Mail: presse@schirn.de, www.schirn.de (Texte, Bilder und Filme zum Download unter PRESSE), www.schirn-magazin.de.

PRESSE STÄDEL MUSEUM/LIEBIEGHAUS SKULPTURENSAMMLUNG
Axel Braun (Leitung Presse/PR), Silke Janßen (stv. Leitung Presse/PR), Karoline Leibfried (Pressereferentin), Jannikhe Möller (Pressereferentin), Paula Stuckatz (Volontärin). Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, Telefon: +49 (0)69 60 50 98-212, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188, E-Mail: presse@staedelmuseum.de, www.staedelmuseum.de (Texte, Bilder und Filme zum Download unter PRESSE).

PDF anzeigen

ERFOLGREICHE BILDUNGSWOCHE IM SOMMER WIRD FORTGESETZT 28.7.2015

10.000 KINDER IN DREI JAHREN - FRANKFURTER VOLKSBANK UND STÄDEL MUSEUM VEREINBAREN FORTSETZUNG VON „STÄDEL OHNE GRENZEN“

Frankfurt am Main, 28. Juli 2015. Bereits zum dritten Mal veranstaltete in diesem Jahr das Frankfurter Städel Museum gemeinsam mit der Frankfurter Volksbank in der Woche vor den hessischen Sommerferien die Bildungswoche „Städel ohne Grenzen: Auf zu neuen Horizonten! 700 Jahre Kunstgeschichte.“ Das Städel Museum und die Frankfurter Volksbank als Partner der Bildungswoche konnten jetzt eine ausgezeichnete Bilanz ziehen: Seit der ersten Auflage im Jahr 2013 wurde das kostenfreie Angebot ästhetischer Bildung im Museum von insgesamt über 10.000 Kindern und Jugendlichen genutzt. Die Gruppen kamen dabei nicht nur aus Frankfurt am Main, sondern aus der gesamten Region und reisten beispielsweise aus Gießen, Kassel, Bensheim oder Seligenstadt an, in diesem Jahr nahm sogar eine Schule aus China teil.

In der Bildungswoche im Städel erwarten die Kinder und Jugendliche abwechslungsreiche, altersgerechte Workshops zu verschiedensten Themen in allen Sammlungsbereichen des Museums. In praktischen Kursen wird die Möglichkeit geboten, zu fächerübergreifenden Themen das spielerisch erworbene Wissen zu vertiefen. In allen Sammlungsbereichen des Hauses finden die vielfältigen Übungen direkt vor den Originalen statt.

Die zum Abschluss jeder Bildungswoche stattfindenden Familiensonntage, für die alle teilnehmenden Schul-, Kita- und Hortkinder einen exklusiven Gutschein erhalten, erfreuen sich unverändert großer Beliebtheit, da die Kinder mit ihren Familien den Tag zum kostenfreien Museumsbesuch nutzen und teilen können, was sie in der Woche erlebt und kreiert haben.

Entsprechend positiv fällt auch das Resümee der beiden Partner aus: „Über 10.000 Kinder und Jugendliche konnten wir in den vergangenen drei Jahren mit der Bildungswoche für Kunst begeistern. Dass wir dies nun fortführen können ist nicht nur für das Städel, sondern vor allem für die vielen jungen Teilnehmer ein großer Gewinn“, sagt Max Hollein, Direktor des Städel Museums. Warum sich Deutschlands zweitgrößte Volksbank erneut so intensiv in dieses Projekt einbringt, begründet deren Vorstandsvorsitzende Eva Wunsch-Weber wie folgt: „Das Interesse von Kindern an Kunst kann gar nicht früh genug geweckt werden und der Erfolg der Bildungswoche hat ihre nachhaltige und sinnvolle Wirkung eindrücklich verdeutlicht. Die Frankfurter Volksbank ist wie das Städel Museum in der Region tief verwurzelt, sodass wir beschlossen haben, diesen wichtigen Beitrag für Vielfalt und kulturelle Bildung hier vor Ort auch weiterhin zu ermöglichen.“

Durch eine erneute Förderungszusage der Frankfurter Volksbank kann das beliebte Vermittlungsangebot auch in Zukunft weiter stattfinden. Der große Erfolg und die überaus positive Resonanz auf die seit 2013 veranstaltete Bildungswoche, sind für die Frankfurter Volksbank Ansporn, die Erfolgsgeschichte von „Städel ohne Grenzen“ fortzusetzen, sodass das innovative Format mit Anregungen zum handlungsorientierten Lernen und zur kreativen Auseinandersetzung mit Originalen auch in Zukunft stattfinden kann.

STÄDEL OHNE GRENZEN – AUF ZU NEUEN HORIZONTEN! 700 JAHRE KULTURGESCHICHTE

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt

Pressekontakt Städel Museum: Silke Janßen (stellv. Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit); Telefon +49(0)69-605098-234; Fax +49(0)69-605098-188; janssen@staedelmuseum.de

Pressekontakt Frankfurter Volksbank: Michael Kröhle (Leiter Vorstandssekretariat und Pressesprecher); Telefon +49(0)69-2172-10193; Fax +49(0)69-2172-20199; michael.kroehle@frankfurter-volksbank.de

PDF anzeigen

Wandtexte zur 80er-Ausstellung 22.6.2015



Wandtexte zur 80er-Ausstellung

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm September 2015 12.8.2015

Veranstaltungsprogramm September 2015

PDF anzeigen

Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum 19.8.2015

Zu seinem 200. Geburtstag erwartet das Städel Museum hohen Besuch: Vom 7. Oktober 2015 bis zum 24. Januar 2016 werden ausgewählte Städel Werke mit 65 Meisterwerken aus den renommiertesten Museen der Welt zusammengebracht, die während der Jubiläumsausstellung mit ihnen in einen „Dialog der Meisterwerke“ treten. Die herausragenden Arbeiten aus dem Städel stellen einen Querschnitt der Geschichte des Hauses dar und bieten zugleich einen Überblick über die in 200 Jahren gewachsene Sammlung. Internationale Begleiter werden ihnen an die Seite gestellt, um temporäre Partnerschaften und lang ersehnte Zusammenkünfte zu ermöglichen. Die von allen Städel Kuratoren gemeinsam konzipierte Schau erstreckt sich erstmals über die gesamte Sammlungsfläche des Museums. Zur Sonderausstellung reisen Leihgaben unter anderem aus der Albertina in Wien, dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Londoner Victoria and Albert Museum, dem Musée d’Orsay in Paris, der National Gallery of Ireland in Dublin, dem Den Haager Mauritshuis, der Tate in London, den Vatikanischen Museen und der National Gallery of Art in Washington nach Frankfurt am Main. Die hochkarätigen „Jubiläumsgäste“ erlauben es, überraschende kunstgeschichtliche Bezüge herzustellen sowie die Bestände der 700 Jahre Kunstgeschichte umfassenden Sammlung des Städel neu zu beleuchten und zu hinterfragen. „Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum“ wird von einer Vortragsreihe der Städel Kuratoren zur Geschichte des Museums begleitet, die Eröffnungsrede der Ausstellung hält der Schriftsteller Daniel Kehlmann.

Dieses Jubiläumsprojekt wurde durch finanzielle Unterstützung der DZ Bank als Corporate Sponsor und der Förderer Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, Art Mentor Foundation Lucerne sowie der Kulturstiftung der Länder ermöglicht.

„Im Jubiläumsjahr treffen Städel-Lieblinge auf Stars aus der ganzen Welt! Dieses große Jubiläumsprojekt ist ein idealer Anlass, um sowohl unsere Sammlung – als Kern und Identität des Städel – neu zu entdecken als auch durch die verblüffenden und kunsthistorisch einmaligen Dialoge der Meisterwerke einen weiteren Höhepunkt in der Ausstellungsgeschichte des Hauses zu erleben. Die kapitalen und in ihrer Qualität, Fülle und Bandbreite einzigartigen Leihgaben sind auch ein Zeichen der internationalen Wertschätzung des Städel. Für diese außergewöhnliche Unterstützung durch die bedeutendsten Sammlungen der Welt aus Anlass unseres 200. Geburtstags sind wir besonders dankbar“, sagt Max Hollein, Direktor des Städel Museums.

Die Jubiläumsausstellung erstreckt sich über alle vier Etagen und Sammlungsbereiche des Städel. So begegnet der Besucher beim Rundgang durch das Museum in der Sammlung Alte Meister prominenten „Jubiläumsgästen“ wie Jan van Eyck, Fra Angelico, Johannes Vermeer oder Nicolas Poussin, die in enger Beziehung zu Werken aus der Städelschen Sammlung stehen. In der Sammlung Kunst der Moderne reisen Meisterwerke von Edgar Degas, Max Liebermann, Pablo Picasso und Franz Marc an, und in der Sammlung Gegenwartskunst sind unter anderem Konstellationen mit Arbeiten von Martin Kippenberger, Georg Baselitz, Thomas Struth, Daniel Richter und Corinne Wasmuht zu entdecken. Die Graphische Sammlung präsentiert – Seite an Seite mit Städel-Schätzen – Meisterwerke von Adam Elsheimer, Edgar Degas, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann und Rembrandt Harmensz. van Rijn. Die insgesamt 40 auf diese Art gebildeten thematischen Paarungen werden durch eigens konzipierte farbige Podeste verbunden, sodass die entstehenden Dialoge nicht nur erläutert, sondern innerhalb der Sammlungspräsentationen besonders hervorgehoben werden.

Dialoge in der Sammlung Alte Meister
In der Galerie für Alte Meister trifft etwa das aus der National Gallery of Art in Washington angereiste Werk Verkündigung an Maria (um 1434/36) von Jan van Eyck (1390–1441) auf dessen Lucca-Madonna (1437) aus dem Städel. Die beiden Gemälde zählen zu den schönsten und inhaltlich komplexesten Marienbildern des bekanntesten altniederländischen Künstlers. Auch fast 600 Jahre nach ihrer Entstehung werden sie noch für ihre reiche künstlerische Gestaltung bewundert; sie zeichnen sich durch einen verblüffenden Detailrealismus und eine vielschichtige Raum- und Zeitstruktur aus. Bis 1850 befanden sich beide Werke in der glanzvollen Altmeistersammlung König Willems II. der Niederlande, nun sind sie erstmals nach 165 Jahren Seite an Seite zu sehen.
Eine nicht minder spektakuläre Zusammenkunft bilden zwei Frauenporträts aus dem 15. und 19. Jahrhundert: Dem um 1480/85 entstandenen Weiblichen Idealbildnis (Bildnis der Simonetta Vespucci als Nymphe) von Sandro Botticelli (1445–1510) wird das Damenbildnis Fazio’s Mistress (Aurelia) (1863) von Dante Gabriel Rossetti (1828–1882) aus der Londoner Tate als Pendant gegenübergestellt. Damit treffen nicht nur erstmals zwei der berühmtesten Werke ihrer jeweiligen Sammlungen aufeinander, der unmittelbare Vergleich veranschaulicht auch erstaunliche Bezüge über eine Distanz von fast vier Jahrhunderten hinweg: Auf welch vielschichtige Weise das Gemälde des Präraffaeliten Rossetti die Simonetta von Botticelli kompositorisch reflektiert, blieb bislang unerkannt und wird in der direkten Gegenüberstellung eindringlich erfahrbar. Beide Bilder stehen im Kontext eines literarischen und künstlerischen Diskurses um das Idealbild weiblicher Schönheit, den die Präraffaeliten in Auseinandersetzung mit ihren italienischen Vorbildern wiederbelebten.

Dialoge in der Sammlung Kunst der Moderne
Kaum ein anderes Gemälde des Städel Museums ist in der Öffentlichkeit so präsent wie Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins (1751–1829) Porträt Goethe in der römischen Campagna von 1787. Von Zeugnissen der Antike umgeben lagert der in einen Reisemantel gehüllte Dichterfürst hier sinnend in einer arkadischen Ideallandschaft. Anlässlich der Ausstellung wird dieses Herzstück der Frankfurter Sammlung mehreren Vorstudien gegenübergestellt. Zudem zeigen auf das Gemälde rekurrierende Werke einmal mehr die Beliebtheit des zur Ikone gewordenen, weltberühmten Goethe-Porträts. Tischbein begann das Bild 1786, als Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) während seiner Italienreise gemeinsam mit ihm und anderen Künstlern in einer Wohngemeinschaft in Rom lebte. In späteren Darstellungen wurde das Gemälde immer wieder teils ehrfürchtig, teils ironisch zitiert, darunter in einem von Adolf von Donndorf (1835–1916) angefertigten Entwurf für das Berliner Goethe-Denkmal sowie dem 1982 entstandenen und seit 2000 in der Städel Sammlung befindlichen Siebdruck von Andy Warhol (1928–1987).
In der Sammlung Kunst der Moderne treffen des Weiteren drei eng verwandte Arbeiten der expressionistischen Künstler Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Max Pechstein (1881–1955) und Erich Heckel (1883–1970) aufeinander. Entstanden sind die drei Darstellungen einer Badeszene vermutlich 1910 während eines gemeinsamen Aufenthaltes an den in der Nähe von Dresden gelegenen Moritzburger Teichen. Die in einem synchronen Arbeitsprozess geschaffenen Werke stellten eine Art Wettstreit unter Gleichen dar, in dem jeder der Maler sein eigenes Potenzial an dem seiner Kollegen messen konnte. Kirchners später überarbeitete Version befindet sich auf einer beidseitig bemalten Leinwand und wurde erst 2010 entdeckt. Die Arbeiten werden im Rahmen der Ausstellung zum ersten Mal gemeinsam präsentiert und bieten eine einzigartige Möglichkeit, die Protagonisten der Künstlergruppe „Brücke“ unmittelbar in einen spannenden Vergleich zu setzen.

Dialoge in der Sammlung Gegenwartskunst
Das Frühwerk des Malers Georg Baselitz (1938) wird durch die Zusammenführung der Werke Geschlecht mit Klößen (1963) und Große Nacht im Eimer (1962/63) (Leihgaben aus Privatsammlungen) mit dem Gemälde Acker (1962) aus der Sammlung des Städel Museums als bedeutender Moment westdeutscher Malereigeschichte im 20. Jahrhundert präsentiert. Die im Rahmen des „Dialogs der Meisterwerke“ gezeigten Werke waren allesamt Teil von Baselitz’ erster Einzelausstellung 1963. Aufgrund ihrer malerischen Radikalität riefen sie einen legendär gewordenen Skandal hervor. Die Diskussion über die ausgestellten Bilder avancierte zum Politikum – es folgte die Beschlagnahmung von Gemälden wie Die große Nacht im Eimer (1962/63). Der Ideologiestreit um abstrakte und gegenständliche Malerei in der jungen Bundesrepublik kulminierte in den provokanten Gemälden Baselitz’, in denen das Fleischliche formal wie inhaltlich in den Vordergrund rückt und sich die Befindlichkeit der deutschen Nachkriegszeit zu spiegeln scheint – eine eindrucksvolle Begegnung mit dem epochalen Frühwerk von Georg Baselitz wird möglich.
Eine andere Gruppierung in der Sammlung Gegenwartskunst thematisiert im Jubiläumsjahr des Städel das Museum als Institution: Aus Sicht des Fotografen Thomas Struth (
1954) ist das Museum nicht nur ein Ort des Bewahrens von Kunst, sondern auch einer, an dem Kunst entsteht. Der in der Städel Sammlung befindlichen Fotografie Louvre 3, Paris 1989 (1989) werden anlässlich der Jubiläumsausstellung fünf weitere Arbeiten (Leihgaben aus dem Atelier Thomas Struth) aus seiner Werkreihe der Museumsbilder gegenübergestellt, die in der National Gallery in London, dem Kunsthistorischen Museum in Wien und dem Art Institute of Chicago entstanden sind. Struth machte das Verhalten von Besuchern und die Beziehung zwischen Werk und Betrachter zum Thema seiner Reihe. Die Bandbreite der Szenen reicht von der gleichgültigen Haltung touristischer Besuchergruppen bis hin zur meditativen Versenkung eines einzelnen Kunstbetrachters, etwa zu sehen in dem 1989 entstandenen Werk Kunsthistorisches Museum 3, Wien. Der serielle Charakter der Werke wird durch die Gegenüberstellung besonders hervorgehoben.

Dialoge in der Graphischen Sammlung
In der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung treffen beim „Dialog der Meisterwerke“ außergewöhnliche Zeichnungen, Gemälde und Druckgrafiken aufeinander. So werden unter anderem zwei Werke des Ende des 16. Jahrhunderts äußerst geschätzten Kupferstechers und Zeichners Hendrick Goltzius (1558–1617) gegenübergestellt, die die erstaunliche Entwicklung von Goltzius’ Fähigkeiten in der Zeichentechnik innerhalb weniger Jahre zeigen. Aus der Sammlung des Stifters Johann Friedrich Städel stammt die virtuose Zeichnung Bildnis des Gillis van Breen, die Goltzius 1588 mit farbigen Kreiden anfertigte. Das drei Jahre später entstandene Bildnis des Giambologna aus dem Haarlemer Teylers Museum verdeutlicht, dass Goltzius mit sparsamsten Mitteln eine verblüffend malerische Wirkung erzielen konnte.
Einen weiteren Dialog gehen zwei grafische Arbeiten des Ausnahmekünstlers Pablo Picasso (1881–1973) ein. Auf sein bewegtes, produktives Leben verwies der Künstler mit Darstellungen des Minotaurus, der ihm zum Alter Ego wurde. Die Figur des Minotaurus ließ Picasso in Zeichnungen und Druckgrafiken auftreten, wobei ihn weniger die Sage interessierte. Stattdessen war er fasziniert von der männlichen Kreatürlichkeit, die er mal animalisch, triebhaft und kraftvoll, mal zärtlich und hilfsbedürftig darstellte. Die beiden im Städel ausgestellten Grafiken aus der Suite Vollard veranschaulichen den Zwiespalt von Stärke und Schwäche in der Figur des Minotaurus auf hervorragende Weise. In der aus Privatbesitz geliehenen Grafik Minotaurus, eine schlafende Frau liebkosend aus dem Jahr 1933 kniet der Minotaurus vor einer ruhig Schlafenden und beugt seinen muskulösen Körper über sie. Der bedrohlich wirkende Stierkopf kontrastiert mit der irritierend zärtlichen Geste, mit der das Untier den Handrücken der Frau berührt. Diesem Werk wird die aus der Städel Sammlung stammende Grafik Blinder Minotaurus, von einem Mädchen durch die Nacht geführt (1934) gegenübergestellt, die aus technischer Sicht zu den anspruchsvollsten Grafiken des Künstlers zählt. Der Inszenierung einer Theaterbühne gleich wird die Komposition von Licht und Dunkelheit getragen.

200 Jahre Städel
Die Ausstellung ist Teil des umfassenden Jubiläumsprogramms, mit dem das Städel 2015 sein 200-jähriges Bestehen feiert. Am 15. März 1815 unterzeichnete der Frankfurter Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel die letzte Version seines Testaments, in dem er sein Vermögen und seine Kunstsammlung der nach ihm zu benennenden Stiftung vermachte. 200 Jahre später gilt das Städel Museum als älteste und renommierteste Museumsstiftung Deutschlands. Die Sammlungsbereiche Alte Meister, Kunst der Moderne und Gegenwartskunst sowie die Graphische Sammlung bieten einen Überblick über 700 Jahre europäische Kunstgeschichte – vom frühen 14. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart. Die Sammlung umfasst rund 3.000 Gemälde, 600 Skulpturen, über 4.000 Fotografien und über 100.000 Zeichnungen und Grafiken. Das Städel feiert sein Jubiläum mit hochkarätigen Ausstellungs- und Forschungsprojekten, bedeutenden Sammlungserweiterungen sowie einem massiven Ausbau seines digitalen Vermittlungsprogramms.

LEIHGEBER DER AUSSTELLUNG
Lindenau-Museum, Altenburg; Musée de Picardie, Amiens, Frankreich; Atelier Thomas Struth, Berlin; Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie, Berlin; Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett, Berlin; Schlossmuseum, Braunfels; Mauritshuis, Den Haag, Niederlande; Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett, Dresden; National Gallery of Ireland, Dublin, Irland; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf; Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum, Frankfurt am Main; Teylers Museum, Haarlem, Niederlande; Deichtorhallen Hamburg / Sammlung Falckenberg, Hamburg; Hamburger Kunsthalle, Hamburg; Klosterkammer Hannover / Ev. Damenstift Kloster Ebstorf; Ateneum Art Museum, Finnish National Gallery (Collection von Willebrand), Helsinki, Finnland; Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe; Franz Marc Museum, Kochel am See; Museum Ludwig, Köln; Davids Samling, Kopenhagen, Dänemark; Hessische Hausstiftung, Kronberg im Taunus / Museum Schloss Fasanerie, Schloss Fasanerie; Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig; Tate, London, Großbritannien; The Fine Art Society Contemporary, London, Großbritannien; Victoria and Albert Museum, London, Großbritannien; Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, Spanien; Bayerisches Nationalmuseum, München; Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München; Museo e Gallerie Nazionali di Capodimonte, Neapel, Italien; Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Staatsgalerie Neuburg an der Donau, Neuburg an der Donau; Musée d’Orsay, Paris, Frankreich; Arp Museum Bahnhof Rolandseck / Sammlung Rau für UNICEF, Remagen; Vatikanische Museen, Rom, Italien; Musée des Beaux-Arts, Rouen, Frankreich; Nationalmuseum, Stockholm, Schweden; Museum Sønderjylland – Kunstmuseet i Tønder, Tønder, Dänemark; National Gallery of Art, Washington, USA; Goethe-Nationalmuseum, Klassik Stiftung Weimar, Weimar; Albertina, Wien, Österreich; Muntean / Rosenblum & Georg Kargl Fine Arts, Wien, Österreich; Kunstmuseum Winterthur, Winterthur, Schweiz; Martin von Wagner-Museum der Universität Würzburg, Würzburg; Friedrich Christian Flick Collection; Merzbacher Kunststiftung; Sammlung Prof. Dr. A.-W. Scheer sowie private Leihgeber, die namentlich ungenannt bleiben möchten

DIALOG DER MEISTERWERKE. HOHER BESUCH ZUM JUBILÄUM
Kuratoren: Dr. Bastian Eclercy, Dr. Martin Engler, Dr. Felix Krämer, Prof. Dr. Jochen Sander, Dr. Jutta Schütt, Dr. Martin Sonnabend
Projektleitung: Dr. Eva Mongi-Vollmer, Kuratorin für Sonderprojekte
Ausstellungsdauer: 7. Oktober 2015 bis 24. Januar 2016
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 6. Oktober 2015, 11.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: 24.12.2015 geschlossen, 25., 26. und 28.12.2015 10.00–18.00 Uhr, 31.12.2015 geschlossen, 1.1.2016 11.00–18.00 Uhr, 4.1.2016 10.00–18.00 Uhr

Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Wienand Verlag ein umfassender, von Max Hollein herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Jana Baumann, Bastian Eclercy, Martin Engler, Anna Helfer, Felicity Korn, Felix Krämer, Kristina Lemke, Eva Mongi-Vollmer, Maureen Ogrocki, Susanne Pollack, Almut Pollmer-Schmidt, Annabel Ruckdeschel, Jochen Sander, Jutta Schütt, Martin Sonnabend, Fabian Wolf und Daniel Zamani, deutsche und englische Ausgabe, 280 Seiten, 34,90 Euro (Museumsausgabe)
Begleitheft: Es erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 40 Seiten, 7,50 Euro
Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer. Es ist ab dem 7.9.2015 abrufbar unter meisterwerke.staedelmuseum.de
Städel App: Die Städel App wird gefördert von der FAZIT-STIFTUNG. Die App ist für Android- und iOS-Smartphones in den aktuellen Versionen optimiert und bietet den Audioguide zur Ausstellung zum Download auf das eigene Smartphone für 0,99 Euro an. Download unter www.staedelmuseum.de/de/angebote/staedel-app.
Audiotour: Die Audiotour wird von Schauspielerin Martina Gedeck gesprochen. Deutsch und englisch, 4 Euro, zwei Audioguides für 7 Euro.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #dialogdermeisterwerke, #starstreffenstars und #200jahrestaedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung:: Di 15.00 Uhr, Do 18.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr, So 11.00 Uhr sowie Fr 25.12.2015 und Fr 1.1.2016 15.00 Uhr.
Tickets sind für 4 Euro für die Überblicksführungen ab zwei Stunden vor Führungsbeginn (So ab 10.00 Uhr) an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis für 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Corporate Sponsor: DZ Bank Förderer: Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, Art Mentor Foundation Lucerne, Kulturstiftung der Länder

Medienpartner: Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur,
Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

PDF anzeigen

Museumsuferfest im Städel Museum 2015 21.8.2015

Beim diesjährigen Museumsuferfest von Freitag, 28. August, bis Sonntag, 30. August 2015, erhalten Besucher aller Altersgruppen im Jubiläumsjahr des Städel Museums mit einem vielfältigen Programm spannende Einblicke in 700 Jahre Kunstgeschichte. In abwechslungsreichen Führungen durch alle Sammlungsbereiche des Hauses werden unter anderem Licht und Atmosphäre in Gemälden genauer untersucht, die Werkstätten der Alten Meister unter die Lupe genommen und expressive Gegenwartskunstwerke entdeckt. Bei Führungen in den aktuellen Sonderausstellungen „Die 80er. Figurative Malerei in der BRD“ und „Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth“ können die Besucher tiefer in die vielfältigen Themen der beiden Präsentationen eintauchen. Am Freitag, 28. August 2015, um 19.00 Uhr diskutiert der Kunstwissenschaftler und freie Autor Dr. Jörn Schafaff (Berlin) im Gespräch mit Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter Gegenwartskunst, Städel Museum) unter dem Titel „Malerei nach der Avantgarde oder Avantgarde der Malerei“ Hintergründe zur 80er-Ausstellung. Das Programm wartet mit zahlreichen weiteren Höhepunkten auf und gibt zudem bereits einen Vorgeschmack auf die große Jubiläumsausstellung „Dialog der Meisterwerke“ ab 7. Oktober 2015. Auch die kleinen Städel-Besucher kommen nicht zu kurz: Sie erwartet ein buntes Workshop-Angebot, bei dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können, sowie unterhaltsame Familienführungen in der Sammlung.

Programm
Freitag, 28. August 2015

16.00 Uhr Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth, Führung in der Ausstellung
17.30 Uhr Städel Double: Mit Warhol, Dürer und Co. durchs Museum, Führung 18.30 Uhr Lust und Leid in der Kunst der Alten Meister, Führung 19.00 Uhr Die 80er. Figurative Malerei in der BRD, Führung in der Ausstellung
19.00 Uhr Malerei nach der Avantgarde oder Avantgarde der Malerei. Standpunkte zur Kunst (Gespräch) mit Dr. Jörn Schafaff (Kunstwissenschaftler und freier Autor, Berlin) und Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter Gegenwartskunst, Städel Museum), Metzler-Saal
20.00 Uhr Und plötzlich diese Atmosphäre! Von Licht und Stimmung in der Kunst der Moderne, Führung

Samstag, 29. August 2015
11.00–18.00 Uhr Dialog der Porträts, Workshop für Kinder vor dem Museum
11.00–18.00 Uhr Jubiläumsschleifen, Workshop für Kinder vor dem Museum
11.00–18.00 Uhr Glückwunschkarten, Workshop für Kinder vor dem Museum
11.00 Uhr Was sich liebt… Von Familie und Freundschaft, Familienführung
11.30 Uhr Die 80er. Figurative Malerei in der BRD, Führung in der Ausstellung
12.00 Uhr Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth, Führung in der Ausstellung
12.30 Uhr Städel Double: Mit Warhol, Dürer und Co. durchs Museum, Führung
13.00 Uhr Teamwork oder Einzelkämpfer? In den Werkstätten der Alten Meister, Führung
14.00 Uhr Von Schlangenhaut bis Schokolade. Materialien der Gegenwartskunst, Führung 15.00 Uhr Ein Fest der Farben. Führung zum Mitmalen für Kinder ab 6 Jahren
15.00 Uhr Kunst und Religion Führung
16.30 Uhr Städel Double: Mit Warhol, Dürer und Co. durchs Museum, Führung
17.00 Uhr Impressionismus, Expressionismus, Surrealismus. Kunst der Moderne, Führung
17.30 Uhr Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth, Führung in der Ausstellung
18.30 Uhr Im Auftrag Ihrer Majestät! Repräsentation bei den Alten Meistern, Führung 19.00 Uhr Städel Double: Mit Warhol, Dürer und Co. durchs Museum, Führung 19.30 Uhr Farbe an die Macht! Expressive Gegenwartskunst, Führung
20.30 Uhr Die 80er. Figurative Malerei in der BRD, Führung in der Ausstellung
21.00 Uhr Durch die Nacht. Künstler der Moderne malen die späten Stunden, Führung

Sonntag, 30. August 2015
11.00–18.00 Uhr Dialog der Porträts, Workshop für Kinder vor dem Museum
11.00–18.00 Uhr Jubiläumsschleifen, Workshop für Kinder vor dem Museum
11.00–18.00 Uhr Glückwunschkarten, Workshop für Kinder vor dem Museum
11.00 Uhr Die 80er. Figurative Malerei in der BRD, Führung in der Ausstellung
11.00 Uhr Eins, zwei, drei: Geschichten aus dem Ei. Märchenreise durchs Städel für Kinder
12.00 Uhr Städel Double: Mit Warhol, Dürer und Co. durchs Museum, Führung
12.30 Uhr Wunder gescheh’n! Unglaubliches bei den Alten Meistern, Führung
13.30 Uhr Fernreisen um 1800. Wie Künstler der Moderne sich inspirieren ließen, Führung
14.00 Uhr Crash Boom Bang! Kunst, bei der‘s heiß hergeht, Familienführung
15.00 Uhr Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth, Führung in der Ausstellung
15.30 Uhr Von Bordellbesuchen, Marktweibern und Bauerngeschichten. Sozialstudie bei den Alten Meistern, Führung
16.00 Uhr Städel Double: Mit Warhol, Dürer und Co. durchs Museum, Führung 16.30 Uhr Die 80er. Figurative Malerei in der BRD, Führung in der Ausstellung
17.00 Uhr Neue Formen braucht die Kunst: Von der Moderne bis in die Gegenwart, Führung 17.30 Uhr Städel Double: Mit Warhol, Dürer und Co. durchs Museum, Führung 18.00 Uhr Fake or real? Gegenwartskunst zwischen Dokumentation und Inszenierung, Führung 19.00 Uhr Laster des Lebens. Druckgrafik von William Hogarth, Führung in der Ausstellung

Treffpunkt für Führungen zu „Die 80er“: Ausstellungshaus, OG
Treffpunkt für Führungen zu „William Hogarth“: Graphische Sammlung
Treffpunkt für alle weiteren Führungen: Metzler-Foyer

AKTUELLE AUSSTELLUNGEN IM STÄDEL MUSEUM

DIE 80ER. FIGURATIVE MALEREI IN DER BRD
In einer groß angelegten Sonderausstellung präsentiert das Städel Museum noch bis zum 18. Oktober 2015 „Die 80er. Figurative Malerei in der BRD“. Mit 90 Werken von insgesamt 27 Künstlerinnen und Künstlern beleuchtet die Schau jene neuartige, irritierende und überaus dynamische figurative Malerei, die sich in den 1980er-Jahren nahezu zeitgleich vor allem in den Zentren Berlin, Hamburg und dem Rheinland entwickelte. Zu sehen sind Arbeiten u. a. von Ina Barfuss, Werner Büttner, Walter Dahn, Jiří Georg Dokoupil, Rainer Fetting, Georg Herold, Martin Kippenberger, Helmut Middendorf, Christa Näher, Albert Oehlen, Salomé oder Andreas Schulze. Die Ausstellung beleuchtet die künstlerischen Zentren der BRD – etwa den Berliner Moritzplatz oder die Mülheimer Freiheit in Köln – und macht zugleich die figurative Malerei jener Jahre in ihrer ganzen Komplexität und Differenziertheit sichtbar.

LASTER DES LEBENS. DRUCKGRAFIK VON WILLIAM HOGARTH
Im Jubiläumsjahr „200 Jahre Städel“ zeigt das Frankfurter Städel noch bis zum 6. September 2015 druckgrafische Arbeiten des englischen Malers, Kupferstechers und Radierers William Hogarth (1697–1764). Insgesamt 70 Werke, darunter die berühmten druckgrafischen Folgen A Harlot’s Progress (Der Weg einer Dirne, 1732), A Rake’s Progress (Der Weg eines Liederlichen, 1735) und Marriage à la Mode (Heirat nach der Mode, 1745), sind in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung zu sehen. In diesen Bildromanen aus dem Sammlungsbestand des Städel thematisierte Hogarth die Moden, Laster und Kehrseiten des modernen Lebens in der Weltmetropole London.

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Datum: Freitag, 28., bis Sonntag, 30. August 2015
Öffnungszeiten während des Museumsuferfestes: Freitag 10.00–21.00 Uhr, Samstag 10.00–22.00 Uhr, Sonntag 10.00–20.00 Uhr. Der Städel Garten ist zudem am Freitag und Samstag bis 1.00 Uhr und Sonntag bis 0.00 Uhr geöffnet.
Information: www.staedelmuseum.de, E-Mail: info@staedelmuseum.de,Telefon: +49-69 60 50 98-0, Fax: +49-69 60 50 98-111
Eintritt zum Museumsuferfest: Der Museumsuferfest-Button zum Preis von 7 € berechtigt zum freien Eintritt in den teilnehmenden Museen für die Dauer des Festes – von Freitag, dem 28. August, ab 15 Uhr bis Sonntag, dem 30. August 2015. Für Kinder bis 6 Jahre ist der Eintritt frei.

PDF anzeigen

„Talk im Rahmen“: Städel Museum präsentiert eine völlig andere Talkshow 1.9.2015

Das Frankfurter Städel Museum hat seine Sammlungswerke „auf die Couch gesetzt“ und ein völlig neues Webfilmformat entwickelt. Ab sofort ist „Talk im Rahmen“ auf dem YouTube-Kanal des Städel Museums zu sehen (www.youtube.com/staedelmuseum). Das ebenso unterhaltsame wie informative und innovative Filmformat bedient sich des klassischen TV-Formats der Talkshow. Der bekannte TV-Moderator Gert Scobel (3sat) spricht mit Gästen im Städel über ausgewählte Themen. Das Besondere dabei: Die Studiogäste sind Kunstwerke aus allen Sammlungsbereichen des Museums. „Alte Meister“ treten in den etwa zehnminütigen Episoden in hitzige Diskussionen mit Werken der Kunst der Moderne sowie der Gegenwartskunst. Synchronsprecher verleihen den Gemälden eine prägnante Stimme und eine fiktive Persönlichkeit. Die Serie spielt auf ironische Weise mit gängigen Talkshow-Klischees, wie einem klassisch eingerichteten Studio mit Wasserglas für den Moderator, biederen Sitzmöbeln für die Gäste und stereotypischen Kameraeinstellungen, die die Konversation verfolgen. Die Talkgäste von „Talk im Rahmen“ werden jeweils durch kurze Einspiel-Filme vorgestellt, in denen der Zuschauer sie näher kennenlernt und erfährt, wer sie geschaffen hat, in welcher Zeit und unter welchen Umständen sie entstanden sind. Gemeinsam mit den spitz artikulierten Diskussionsbeiträgen erfährt der Zuschauer so auf eine völlig untypische, neuartige und unterhaltsame Art und Weise zentrale Inhalte und Besonderheiten über alle teilnehmenden Kunstwerke.

In jeder Folge sind drei Gemälde aus verschiedenen Epochen zu einem Thema zu Gast, das sie verbindet oder auch gegeneinander abgrenzt. So diskutieren beispielsweise zum Thema „Emanzipation“ Lucas Cranachs Venus (1532) als „Femme fatale“, die bewusst ihre Reize einsetzt, um ihre Ziele zu erreichen, Ottilie W. Roedersteins Selbstbildnis mit verschränkten Armen (1926) als Werk einer selbstbewussten Künstlerin, die sich in der männerdominierten Kunstwelt ihrer Zeit zu behaupten wusste, und Carl Spitzwegs Der Witwer (1844), der wenig von Roedersteins Plädoyer für starke Frauen hält. In dieser Folge leiht u. a. Sonja Deutsch, Synchronsprecherin der britischen Schauspielerin Helen Mirren, dem Selbstbildnis der Ottilie W. Roederstein ihre Stimme.

Produziert wurde das neue Webfilmformat vom Städel Museum und den Berliner Readymade-Films. Hintergrund des Projekts ist, dass das Städel im Rahmen seiner Digitalen Erweiterung derzeit auch ganz neue Formate für unterschiedlichste Zielgruppen und Kommunikationskanäle entwickelt.

„Unsere neue Webfilmserie ‚Talk im Rahmen‘ ist beispiellos und ein faszinierendes neues Bildungs-, Unterhaltungs- und Vermittlungsformat. Kunstwerke, die zu den großen Themen unserer Zeit diskutieren – das bedeutet nicht nur einen innovativen, überraschenden und spielerischen Zugang zu Werken der Städelschen Sammlung, sondern auch eine vollkommen neue Art die brisanten Themen und fortwährende Relevanz dieser Bilder für uns heute evident zu machen. ‚Talk im Rahmen‘ ist ein weiteres, wesentliches Element unserer umfassenden digitalen Vermittlungsinitiative und wird als YouTube-Format neben unserem bereits bestehenden Publikum auch ganz neue Zielgruppen ansprechen“, sagt Max Hollein, Direktor des Städel Museums.

Moderator Gert Scobel kommentiert seine Erfahrung beim Dreh wie folgt: „Das Projekt ‚Talk im Rahmen‘ stellte mich als Moderator vor ganz neue Herausforderungen. Stellen Sie sich vor, Sie müssen mit jemandem ein angeregtes, kontroverses Gespräch führen, der ihnen einfach nicht antwortet und stumm dasitzt. Und weiter, dass derjenige, der da sitzt, gar keine Person ist, sondern ein Gemälde. Zusammen mit den Machern dieser Filmserie habe ich mich auf ein spannendes filmisches Experiment eingelassen. Ob es gelungen ist, wird die öffentliche Resonanz zeigen, auf die ich sehr gespannt bin. Ich hoffe, dass die Folgen dieses neuen, innovativen Formats etwas von der Erfahrung, lange Zeit mit den Originalbildern in einem Raum zu verbringen und tatsächlich zu versuchen, mit ihnen zu sprechen, zu den Betrachtern transportieren können.“

Die Digitale Erweiterung des Städel Die Produktion des neuen Webfilmformats ist eingebettet in die Digitale Erweiterung des Städel Museums. Das 200-jährige Bestehen des Städel in diesem Jahr ist Anlass für Deutschlands älteste bürgerliche Museumsstiftung, sowohl ihr vielfältiges Vermittlungsprogramm als auch das Erlebnis des Museumsbesuchs völlig neu zu definieren. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung des Alltags ist die Erweiterung des Bildungsauftrags in den digitalen Raum ein zentrales Anliegen des Frankfurter Museums. Im Rahmen der Digitalen Erweiterung wird unter anderem das Webfilmprogramm des Städel massiv ausgebaut. Neben bereits etablierten Formaten wie klassischen Ausstellungsfilmen zu Sonderausstellungen, Filmen über Künstler aus der Städelschen Sammlung und der Dokumentation von Veranstaltungen werden derzeit weitere Formate produziert, die auf den museumseigenen Kommunikationskanälen veröffentlicht werden.

Der Moderator
Gert Scobel (*1959 in Aachen) führt als Moderator durch das Format. Von 1995 bis 2007 war Scobel Moderator der 3sat-Sendung „Kulturzeit“. Seit April 2008 präsentiert er bei 3sat die einmal wöchentlich ausgestrahlte Sendung „scobel“. Nachdem er 1999 und 2001 bereits für den Adolf-Grimme-Preis nominiert war, wurde Scobel 2005 für die Moderation von „Kulturzeit“ und „delta“ mit diesem Preis ausgezeichnet und vom Medium Magazin zum „Kulturjournalisten des Jahres“ gewählt.

Die Themen und Gäste der Episoden

Ist Emanzipation noch zeitgemäß? – Zu Gast:
Lucas Cranach d. Ä. (1472–1553): Venus (1532)
Ottilie W. Roederstein (1859–1937): Selbstbildnis mit verschränkten Armen (1926)
Carl Spitzweg (1808–1885): Der Witwer (1844)
https://www.youtube.com/watch?v=ocSS_Km502U

Ich poste, also bin ich. Authentizität, Selfies und das Netz – Zu Gast:
Maria Lassnig (1919–2014): Selbstbildnis mit Affen (2001)
Gerhard Hoehme (1920–1989): Zimbal (1966)
Hans Holbein d. J. (1497/98–1543): Bildnis des Simon George of Cornwall (um 1535–1540)
https://www.youtube.com/watch?v=Xcrma-9OLdU

TALK IM RAHMEN

URL: www.youtube.de/staedelmuseum

Playlist mit allen Folgen: https://www.youtube.com/playlist?list=PL2P7h0ecB-f_SxBUagvb1NmegMIXv2EY8

Redaktion: Städel Museum, Readymade-Films
Moderator: Gert Scobel
Musik: Wolfram Gruss
Bühnenbau: set:art GmbH
Produktion: www.readymade-films.com
Postproduktion: www.goodguys.de
Soundmischung: www.hofkapellmeister.com

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Webfilmserie mit den Hashtags #TalkImRahmen und #staedel.

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm Oktober 2015 10.9.2015

Veranstaltungsprogramm Oktober 2015

PDF anzeigen

'Ungläubiges Staunen. Über das Christentum' 16.9.2015

Der designierte Preisträger des diesjährigen Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Navid Kermani, liest am Dienstag, den 22. September 2015, um 19.00 Uhr im Städel Museum aus seinem neuesten Buch „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“. Im Anschluss diskutiert der Schriftsteller, Publizist und habilitierte Orientalist mit Schriftsteller Martin Mosebach und Städel-Kurator Jochen Sander über die christliche Bildwelt. Die Veranstaltung findet im Metzler-Saal des Städel Museums statt. Der Eintritt für Lesung und Gespräch ist im regulären Eintrittspreis des Städel enthalten, um Anmeldung wird gebeten unter info@staedelmuseum.de oder +49(0)69-605098-200.

Was geschieht, wenn einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller, der selbst ein Muslim ist, sich in die christliche Bildwelt versenkt? Navid Kermani sieht staunend eine Religion voller Opfer und Klage, Liebe und Wunder, unvernünftig und abgründig, zutiefst menschlich und göttlich – ein Christentum, von dem Christen in dieser Ernsthaftigkeit, Kühnheit und auch Begeisterung nur noch selten sprechen. Kermanis geschriebene Meditationen geben dem Christentum den Schrecken und die Schönheit zurück. Er hadert mit dem Kreuz, verliebt sich in den Blick der Maria, erlebt die orthodoxe Messe und ermisst die Größe des heiligen Franziskus. Er lehrt uns, in den Bildern der Alten Meister auch die Fragen unserer heutigen Existenz zu erkennen.

Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Für sein literarisches und akademisches Werk erhielt er unter anderem die Buber-Rosenzweig-Medaille, den Hannah Arendt-Preis, den Kleist-Preis und zuletzt den Joseph Breitbach-Preis. Am 18. Juni 2015 wurde ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zuerkannt. Navid Kermani „ist eine der wichtigsten Stimmen in unserer Gesellschaft, die sich mehr denn je den Erfahrungswelten von Menschen unterschiedlichster nationaler und religiöser Herkunft stellen muss, um ein friedliches, an den Menschenrechten orientiertes Zusammenleben zu ermöglichen“ (aus der Begründung des Stiftungsrats für den Friedenspreis des deutschen Buchhandels).
Kermanis Sachbücher erscheinen bei C. H. Beck, seine literarischen Werke im Carl Hanser Verlag. Sein unlängst erschienenes Sachbuch „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“ steht derzeit auf Platz eins der Sachbuchbestenliste von Süddeutsche Zeitung und NDR und auf Platz vier der Spiegel-Bestsellerliste.

'Ungläubiges Staunen. Über das Christentum' – Lesung und Gespräch mit Navid Kermani, Martin Mosebach und Jochen Sander

Termin: Dienstag, 22. September 2015, 19.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Metzler-Saal, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Eintritt frei (im Rahmen des Museumsbesuchs)
Anmeldung unter: info@staedelmuseum.de oder +49(0)69-605098-200
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111

PDF anzeigen

Wild Nite – Städel Museum feiert mit den 80ern durch die Nacht 21.9.2015

Am Samstag, 26. September 2015, lässt das Städel Museum ab 20.00 Uhr die ausschweifenden Nächte der 80er-Jahre wieder aufleben. Anlässlich der Ausstellung „Die 80er. Figurative Malerei in der BRD“ steigt eine Party, die wenig mit Schulterpolstern, Dauerwelle und Neonfarben gemein hat, sondern vielmehr die Undergroundbewegung des New Wave und Punk jenes lauten Jahrzehnts feiert. Aus dem Metzler-Saal tönen kosmisch bis verruchte Diskosounds von Midnight Magic (DJ-Set) aus New York, Thomas Hammann (Robert Johnson, Frankfurt) und Jackmode (Frankfurt). Die 80er-Ausstellung bleibt bis tief in die Nacht geöffnet, junge Kunstexperten geben dort Einblick in die dynamischen figurativen Werke der 27 vertretenen Künstler wie Ina Barfuss, Werner Büttner, Walter Dahn, Jiří Georg Dokoupil, Rainer Fetting, Georg Herold, Martin Kippenberger, Helmut Middendorf, Christa Näher, Albert Oehlen, Salomé oder Andreas Schulze. An den Bars im Metzler-Saal und im Städel Garten reicht das Getränkeangebot an diesem Abend von Schampus bis Dosenbier.

Der Vorverkauf zur Veranstaltung „Wild Nite“ ist limitiert und kostet 10 Euro, die Karten können unter tickets.staedelmuseum.de erworben werden. Tickets an der Abendkasse sind für 14 Euro erhältlich, Studenten zahlen dort 12 Euro.

In einer groß angelegten Sonderausstellung präsentiert das Städel Museum bis zum 18. Oktober 2015 „Die 80er. Figurative Malerei in der BRD“. Mit rund 90 Werken von insgesamt 27 Künstlerinnen und Künstlern beleuchtet die Schau die künstlerischen Zentren der BRD – etwa den Berliner Moritzplatz oder die Mülheimer Freiheit in Köln – und macht zugleich die figurative Malerei jener Jahre in ihrer ganzen Komplexität und Differenziertheit sichtbar. Die Künstlerinnen und Künstler, die den Kunstbetrieb um 1980 mit einer ungezügelten Intensität und hohem malerischen Tempo auf den Kopf stellten, schufen figurative Bilder, die eine kritische Auseinandersetzung mit der Tradition der Malerei, den Nachkriegsavantgarden und ihrer unmittelbaren Gegenwart wagten. Die Themen entstammten in erster Linie dem unmittelbaren Umfeld der Künstler. Der etablierte Kunstbetrieb wird dabei genauso zum Inhalt der Bilder, wie die homosexuelle Emanzipation oder die rauschende Geschwindigkeit der internationalen Club- und Musikszene, die ab Mitte der 1970er-Jahre durch New Wave und Punk vermittelt wurde. Die Protagonisten der Zeit waren dennoch alles andere als eine homogene malerische Bewegung.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Deutsche Bank AG.

WILD NITE – DIE PARTY ZUR 80ER-AUSSTELLUNG

Samstag, 26. September 2015, ab 20.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: ab 20.00 Uhr bis spät in die Nacht
Eintritt: 10 Euro (limitierter Vorverkauf), 14 Euro (Abendkasse; reduzierter Eintrittspreis von 12 Euro für Studenten)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

PDF anzeigen

Presseinformation: John Baldessari. The Städel Paintings 24.9.2015

Zum krönenden Abschluss des Jubiläumsjahres „200 Jahre Städel“ präsentiert das Frankfurter Städel Museum vom 5. November 2015 bis zum 24. Januar 2016 eine Einzelausstellung des international renommierten US-Künstlers John Baldessari (*1931). Für „John Baldessari. The Städel Paintings“ hat der Künstler, der zu den einflussreichsten der Gegenwart zählt, insgesamt 16 neue Werke geschaffen, die sich explizit auf die 700 Jahre europäische Kunstgeschichte umfassende Sammlung des Städel Museums beziehen. Als visuelles Material für seine großformatigen Bildcollagen dienten ihm ganz unterschiedliche Arbeiten aus der Städel’schen Sammlung – Meisterwerke oder ungewöhnliche Depot-Fundstücke –, unter anderem von Lucas Cranach d. Ä., Agnolo Bronzino, Dirck van Baburen, Bartolomeo Veneto, Justus Juncker, Erró und Maria Lassnig. Anhand der ausgewählten Sammlungswerke setzt sich der Künstler mit dem Verhältnis von Malerei und Fotografie sowie von Bild und Sprache auseinander. Dabei isoliert er nicht nur spezifische Details der Städel Bilder, sondern übermalt diese Details partiell und kombiniert sie mit Texten, die in ihrer Form an Ausschnitte aus Hollywood-Drehbüchern erinnern, zu großen horizontal oder vertikal geteilten Diptychen. Auf diese Weise entsteht ein spannungsreiches und vielschichtiges Gegen- und Miteinander, das alte wie neue Kunst gleichermaßen befragt und mit etablierten Wahrnehmungsmustern bricht. Der Katalog, der begleitend zur Ausstellung auf Deutsch und Englisch erscheint, spannt den Bogen der Schau weiter und ordnet die jüngst entstandene Werkgruppe Baldessaris in das äußerst vielseitige Gesamtwerk dieses bedeutenden Wegbereiters der amerikanischen Konzeptkunst ein.

„Ich könnte mir keinen besseren Abschluss des 200-jährigen Städel Jubiläums vorstellen. Die Tatsache, dass sich John Baldessari, diese Ikone des zeitgenössischen Kunstgeschehens, derart ausführlich unserer Sammlung widmet, unterstreicht die internationale Strahlkraft des Städel und seines Programms. Wir sind sehr stolz, Baldessaris neue Arbeiten nun im Städel Museum zeigen zu können“, kommentiert Städel Direktor Max Hollein.

John Baldessari, 1931 in National City, Kalifornien, geboren, wendet sich in den späten 1960er-Jahren der für seine Kunst charakteristischen Zusammenführung von Bild und Text zu. 1970 beschließt er, alle seine zwischen 1953 und 1966 entstandenen und in seinem Besitz befindlichen Gemälde zu verbrennen, und betitelt die symbolträchtige Aktion als „Cremation Project“. Was auf diese radikale Geste folgt, ist jedoch nicht das Ende seiner künstlerischen Tätigkeit, sondern vielmehr der Neubeginn einer intensiven Bildproduktion. Hierbei schöpft Baldessari sowohl aus der zeitgenössischen US-amerikanischen Massenkultur als auch aus dem Kanon der Kunstgeschichte. In seinen Bildern greift er künstlerische Strategien der klassischen Moderne wie Montage oder die Integration von Alltagselementen auf und verbindet diese mit Themen der Nachkriegsavantgarden, etwa den Konsum- und Mediendiskursen. So verwendet er für seine Werke Found Footage aus Filmen und anderen Massenmedien, die er neu kombiniert und teilweise malerisch bearbeitet. Neben Bild und Sprache verknüpft Baldessari Malerei und Fotografie, indem er bereits in seinem Frühwerk mit Fotoemulsion auf Leinwand experimentiert. Durch seine interdisziplinäre Arbeitsweise sowie die Verbindung ganz unterschiedlicher Motivwelten, Medien und Materialien schafft er völlig neue Bedeutungszusammenhänge. John Baldessari wurde unter anderem mit dem Goldenen Löwen der 53. Biennale von Venedig und 2012 dem Kaiserring der Stadt Goslar ausgezeichnet.

„Baldessaris Städel Paintings zeugen von Respekt und Ironie gegenüber der Malereigeschichte gleichermaßen sowie von jener anderen, besseren Welt, die uns die Malerei über Jahrhunderte hinweg versprochen hat – und zugleich können sie nicht anders, als dieser Verheißung zu misstrauen“, so Martin Engler, Kurator der Ausstellung und Sammlungsleiter für Gegenwartskunst im Städel Museum.

Mit der Werkgruppe der 16 Diptychen, die im Rahmen von „John Baldessari. The Städel Paintings“ im Städel Museum gezeigt werden, verhandelt der Künstler grundlegende Fragen zur Entstehung und Rezeption, zum Wert und zur Bewertung von Kunst. Die Arbeit Movie Scripts / Art: Hang in there (2014) zeigt einen Ausschnitt von Agnolo Bronzinos (1503–1572) Bildnis einer Dame mit Schoßhündchen (1537–1540), ein Schlüsselwerk der Sammlung Alte Meister des Städel Museums. Zu sehen ist neben den Händen der Dame lediglich ein Teil des Hündchens, das in ihrem Schoß ruht. Kleine Partien sind monochrom übermalt und stellen so einen abstrakten Gegenpart zum Illusionsraum der Malerei dar. Der kurze Text im Drehbuchstil, der darunter zu lesen ist, bezieht sich auf eine fiktive Sotheby’s-Auktion in New York. Die zwei Protagonisten, Arthur und Hans, sitzen in der VIP-Lounge und konkurrieren um ein Bild; zuletzt hat Arthur 1,2 Millionen Dollar geboten. Hans hält einen Moment inne und fragt seine Begleitung um Rat. Sie erinnert ihn an seine Yacht, die er bereits besitze, und in der er das Bild aufhängen könne.
Für Movie Scripts / Art: I wouldn’t even try (2014) hat John Baldessari ein Fragment aus Idealbildnis einer Kurtisane als Flora (um 1520) von Bartolomeo Veneto (1502–1531) bearbeitet. Der Drehbuchtext in der linken Bildhälfte beschreibt die Autofahrt eines Pärchens in der Nähe von Albuquerque, New Mexico. Sie fahren auf ein riesiges Billboard zu. Die knappe Beschreibung des darauf zu erkennenden Bildes scheint sich unmittelbar auf ein Detail des Veneto-Werks zu beziehen. Im Gespräch merkt die Frau im Auto an, sie wünschte sich, ebenso malen zu können, würde es aber gar nicht erst versuchen. Der Mann entgegnet unumwunden: „I’m thinking about it, baby!“ Klischees über Kunst, Qualität und Handwerk treffen auf ein Symbol der amerikanischen Alltagskultur und auf die verbreitete Annahme, Kunst beruhe allein auf Könnerschaft und künstlerischer Fertigkeit.

Wie diese zwei Werke wirft die gesamte Reihe einen kritischen und pointierten Blick auf die Institutionen und Mechanismen des Betriebssystems Kunst. Thematisiert werden dabei die vielschichtigen und teils absurden kommerziellen Auswüchse in der zeitgenössischen Kunstwelt und ihrem Markt.

Der von Martin Engler herausgegebene und im Hirmer Verlag erscheinende Begleitkatalog zur Ausstellung „John Baldessari. The Städel Paintings“ verortet die im Städel gezeigte Reihe im vielfältigen Œuvre Baldessaris und beleuchtet gleichzeitig entscheidende kunsthistorische und institutionelle Bezüge. Die Publikation stellt diesen herausragenden Vertreter der Konzept- und Medienkunst als eine zentrale Figur vor, die eine wichtige Position in der jüngeren Kunstgeschichte markiert.

Mit der Schau aktueller Bilder von John Baldessari, die auf der Städel’schen Sammlung basieren, fragt das Frankfurter Museum auch nach dem gegenwärtigen Status der Malerei. Als „Malerei-Museum“ schlägt das Städel am Ende seines Jubiläumsjahres so eine Brücke von der Vergangenheit in die unmittelbare Gegenwart und blickt gespannt in die Zukunft.

John Baldessari. The Städel Paintings

Kurator: Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter Gegenwartskunst, Städel Museum)
Ausstellungsdauer: 5. November 2015 bis 24. Januar 2016
Pressevorbesichtigung: Mittwoch, 4. November 2015, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de

Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So, 10.00–18.00 Uhr; Do, Fr 10.00–21.00 Uhr; montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: 3.10.2015, 10.00–18.00 Uhr; 24.12.2015 geschlossen; 25.12.2015, 10.00–18.00 Uhr; 26.12.2015, 10.00–18.00 Uhr; 28.12.2015 10.00–18.00 Uhr; 31.12.2015 geschlossen; 1.1.2016, 11.00–18.00 Uhr; 4.1.2016, 10.00–18.00 Uhr

Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist eine Anmeldung unter +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein von Martin Engler herausgegebener Katalog mit Beiträgen von Jana Baumann, Martin Engler, David Salle, Philipp Kaiser, deutsch/englisch, 184 Seiten, ca. 35,00 Euro (Museumsausgabe).

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #baldessari und #staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Do, 19.00 Uhr; So, 14.00 Uhr (die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten)
Sonderführungen auf Anfrage unter: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de
Weitere Programmangebote unter: www.staedelmuseum.de

Medienpartner: Andy Warhol's INTERVIEW Magazin, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

PDF anzeigen

Geburtstagsgeschenk an das Städel: Museum erhält bedeutende Arbeit von Cindy Sherman und Richard Prince 5.10.2015

Anlässlich seines 200-jährigen Jubiläums erhält das Frankfurter Städel Museum ein großzügiges Geschenk aus der renommierten DZ Bank Kunstsammlung für zeitgenössische Fotografie: Die Gemeinschaftsarbeit von Richard Prince (geb. 1949) und Cindy Sherman (geb. 1954) Untitled (Richard Prince and Cindy Sherman) (1980) aus der Serie Double Portrait bereichert ab sofort die Abteilung Gegenwartskunst im Städel. Die 1980 entstandene Fotoarbeit ist ein Portrait-Diptychon der beiden US-amerikanischen Künstler, die sich in gleicher Pose, mit gleichem Anzug und Perücke abgelichtet haben. Das Werk ist einer der frühesten künstlerischen Beiträge zur aufkommenden Genderdiskussion in den 1980er-Jahren und eine zentrale Arbeit im Oeuvre von Sherman, die sich konzeptuell mit wesentlichen Fragen zu Identität, Rollenbild oder Sexualität auseinandersetzt. Die Arbeit ergänzt im Städel das bereits bestehende Konvolut zeitgenössischer Fotografie aus der DZ Bank Kunstsammlung, welches 2008 im Rahmen der Erweiterung des Städel Museums ans Haus gekommen ist. Die aktuelle Übergabe markiert damit einen weiteren Höhepunkt in der langjährigen Partnerschaft zwischen dem Städel Museum und der DZ Bank.

Das zweiteilige Doppelportrait zeigt zwei androgyn wirkende Personen in fast identischer Aufmachung und Pose. Beide tragen einen schwarzen Anzug und Krawatte, markante Perücken und sind stark geschminkt. Sie halten die jeweils rechte Hand in Höhe des Mundes und imitieren eine klassische Denkerpose. Das Ergebnis der Kollaboration von Cindy Sherman und Richard Prince steht ganz im Zeichen einer introvertierten Androgynität (und heimlichen Zärtlichkeit). Beide sind die Autoren des jeweils anderen. Daher kann die Darstellung weniger als Paarbildnis als vielmehr als Allegorie des „cross-dressing“ und „gender-crossing“ gelesen werden, in der Geschlecht nichts anderes als Maskerade zu sein scheint.

Die 1954 in New Jersey, USA, geborene Cindy Sherman zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen ihrer Generation. Das Museum of Modern Art (MoMA) zeigte 2012 eine groß angelegte Retrospektive zum Werk der in New York lebenden Sherman. Berühmt wurde sie mit ihren zwischen 1976 und 1980 entstandenen Film Stills, in denen Sherman sich selbst mit äußerster Präzision und großem Aufwand als 69 verschiedene, klischeehafte Frauentypen inszenierte und damit den männlichen Blick und die mediale Stereotypisierung des (keineswegs nur weiblichen) Menschenbildes in Hollywood-Produktionen thematisierte. In folgenden Werkreihen realisierte Sherman – vorzugsweise am eigenen Körper – eine Vielfalt von Arbeiten, in der die Frau als Projektionsfläche unterschiedlicher Fiktionen dient. Neben Untitled (Richard Prince and Cindy Sherman), Double Portrait (1980) besitzt das Städel zwei Film Stills von 1980, Ohne Titel #77 und Ohne Titel #78, die ebenfalls Teil der DZ Bank Kunstsammlung im Städel Museum sind.

DZ Bank und Städel
Das Frankfurter Städel Museum und die DZ Bank verbindet eine lange Partnerschaft, die immer wieder neue Wege in der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kultur beschritten hat. Im Vorfeld der baulichen Erweiterung erhielt das Städel Museum 2008 ein Konvolut von 220 Werken der zeitgenössischen Fotografie aus der DZ Bank Kunstsammlung. Die Zuwendung anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Bank umfasste Werke und Werkkomplexe von 76 Fotokünstlerinnen und -künstlern, darunter Arbeiten von Richard Avedon, Olafur Eliasson, Gilbert & George, Nan Goldin, Andreas Gursky, Robert Mapplethorpe, Thomas Ruff, Cindy Sherman, Katharina Sieverding, Thomas Struth und Hiroshi Sugimoto und bildete die Grundlage für den neuen Sammlungsschwerpunkt „Fotografie“ im Städel Museum. Darüber hinaus steht die DZ Bank dem Städel Museum als Förderer zur Seite: sei es als Sponsor der ersten Fotografie-Ausstellung am Städel, „REAL“ (2008), oder zuletzt mit einer Förderung der Digitalen Erweiterung des Museums. Aktuell unterstützt die DZ Bank im Städel Museum die Sonderausstellung „Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum“ (7. Oktober 2015 bis 24. Januar 2016) als Corporate Sponsor.

Bildangaben
Richard Prince (1949) und Cindy Sherman (1954)
„Untitled (Richard Prince and Cindy Sherman)“, 1980
aus der Serie „Double Portrait"
Farbfotografie
2-teilig
je 50 x 80 cm
DZ Bank Kunstsammlung im Städel Museum, Frankfurt am Main
© Richard Prince und Cindy Sherman

Städel Museum

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Besucherdienst: +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de

Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So, 10.00–18.00 Uhr; Do, Fr 10.00–21.00 Uhr; montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: 3.10.2015, 10.00–18.00 Uhr; 24.12.2015 geschlossen; 25.12.2015, 10.00–18.00 Uhr; 26.12.2015, 10.00–18.00 Uhr; 28.12.2015 10.00–18.00 Uhr; 31.12.2015 geschlossen; 1.1.2016, 11.00–18.00 Uhr; 4.1.2016, 10.00–18.00 Uhr

Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist eine Anmeldung unter +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

PDF anzeigen

Wandelkonzert: Mit dem hr-Sinfonieorchester durchs Städel 10.8.2015

Am Samstag, 17. Oktober 2015, lädt das Städel Museum ab 20.00 Uhr zum Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester. Anlässlich der großen Jubiläumsausstellung „Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum“ wird dem Publikum dabei die seltene Chance einer direkten Begegnung von Musik und bildender Kunst geboten. In unterschiedlichen Besetzungen präsentieren die Orchestermusiker im Rahmen der Kooperation von Städel Museum und hr-Sinfonieorchester Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Paul Hindemith, Claude Debussy, John Cage und anderen und machen die ausgestellten Kunstwerke auf anregende Weise neu erlebbar. So tritt dem bildnerischen Dialog der Jubiläumsausstellung ein musikalischer hinzu. Die Besucher sind eingeladen, zwischen den Epochen und musikalischen Sphären zu wandeln, inne zu halten, sich Zeit zum Betrachten und Lauschen zu nehmen. Die Tickets im Vorverkauf zum Wandelkonzert sind limitiert und kosten 20 Euro, sie können unter tickets.staedelmuseum.de erworben werden. Karten an der Abendkasse sind für 22 Euro erhältlich.

Das Wandelkonzert wird gefördert durch die Sparda-Bank Hessen eG.

Beim Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester werden zahlreiche Galerieräume des Städel zum Klingen gebracht. So begegnet der wiedervereinigte mittelalterliche Altenberger Altar (um 1330) dem berühmten Streichquartett Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze von Joseph Haydn, während die Trias der Orchestermusiker-Bilder von Edgar Degas auf profane und sakrale Tänze des französischen Musikimpressionisten Claude Debussy trifft. Bläsermusik von Paul Hindemith erklingt zu Max Beckmanns Der Eiserne Steg (1922). Neben Haydn, Debussy und Hindemith werden auch Kammermusiken von Johann Sebastian Bach, Maurice Ravel, Niccolò Paganini, Alexander Glasunow, John Cage und anderen zu erleben sein.

Zur Ausstellung
Zu seinem 200. Geburtstag empfängt das Städel Museum hohen Besuch: Vom 7. Oktober 2015 bis zum 24. Januar 2016 werden ausgewählte Städel Werke mit 65 Meisterwerken aus den renommiertesten Museen der Welt zusammengebracht, die während der Jubiläumsausstellung mit ihnen in einen „Dialog der Meisterwerke“ treten. Die herausragenden Arbeiten aus dem Städel stellen einen Querschnitt der Geschichte des Hauses dar und bieten zugleich einen Überblick über die in 200 Jahren gewachsene Sammlung. Die von allen Städel Kuratoren gemeinsam konzipierte Schau erstreckt sich erstmals über die gesamte Sammlungsfläche des Museums. Zur Sonderausstellung reisen Leihgaben unter anderem aus der Albertina in Wien, dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Londoner Victoria and Albert Museum, dem Musée d’Orsay in Paris, der National Gallery of Ireland in Dublin, dem Den Haager Mauritshuis, der Tate in London, den Vatikanischen Museen und der National Gallery of Art in Washington nach Frankfurt am Main. Die hochkarätigen „Jubiläumsgäste“ erlauben es, überraschende kunstgeschichtliche Bezüge herzustellen sowie die Bestände der 700 Jahre Kunstgeschichte umfassenden Sammlung des Städel neu zu beleuchten und zu hinterfragen.

Programm

Gegenwartskunst, Untergeschoss

20.00 Uhr, Raum 25
Begrüßung
Max Hollein, Direktor Städel Museum
Dr. Heinz Sommer, hr Hörfunkdirektor

20.15 Uhr, Raum 25
Steve Reich: Violin Phase für vier Violinen
Nadine Blumenstein / Fanny Fröde / Ulrike Mäding / Sonja Metzendorf – Violine

20.45 Uhr, Raum 25
Johann Sebastian Bach:
Suite Nr. 2 d-Moll für Violoncello solo, Sarabande
Suite Nr. 1 G-Dur für Violoncello solo, Sarabande
Ulrich Horn – Violoncello

21.15 Uhr, Raum 16
Claude Debussy: Streichquartett g-Moll op. 10
Stefano Succi – Violine / Charys Schuler – Violine / Wolfgang Tluck – Viola / Ulrich Horn – Violoncello

21.45 Uhr, Raum 25 Michael Reudenbach: Mirlitonnades für Piccolo solo
Bernd Alois Zimmermann: Tempus Loquendi
Thaddeus Watson – Flöten

22.15 Uhr, Raum 23 Maurice Ravel: Sonate für Violine und Violoncello, 1. Satz. Allegro, 4. Satz. Vif, avec entrain
Charys Schuler – Violine / Maja Schwamm – Violoncello

22.45 Uhr, Raum 25 John Cage: Solo für Posaune
Oliver Siefert – Posaune

23.00 Uhr, Raum 25
Joseph Haydn:
Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze op. 51, Introduktion. Maestoso ed adagio
Sonata 7. Largo
Il terremoto (Das Erdbeben). Presto e con tutta la forza
Streichquartett der Akademisten: Ofir Shner – Violine / Anna Katherine Claus – Violine / Matthias Schnorbusch – Viola / Laura Mehlin – Violoncello

Kunst der Moderne, 1. Obergeschoss

20.15 Uhr, Raum 9
Paul Hindemith: Sonate für Harfe
Anne-Sophie Bertrand – Harfe

20.35 Uhr, Raum 9
Paul Hindemith: Bläserquintett
Clara Andrada de la Calle – Flöte / Nicolas Cock-Vassilliou – Oboe / Sven van der Kuip – Klarinette / Daniel Mohrmann – Fagott / John Stobart – Horn

21.00 Uhr, Raum 6
Alexander Glasunow: Noveletten op. 15 für Streicher Nr. 2, 3 und 4
Elisabeth Krause – Violine / Thomas Mehlin – Violine / Iris Mühlnickel – Viola / Laura Mehlin – Violoncello

21.15 Uhr, Raum 4
Claude Debussy: Danse sacrée und Danse profane für Harfe und Streichquintett
Anne-Sophie Bertrand – Harfe / Nadine Blumenstein – Violine / Ulrike Mäding – Violine / Ingrid Albert – Viola / Christiane Steppan – Violoncello / Simon Backhaus – Kontrabass

21.45 Uhr, Raum 11
John Cage: Solo für Posaune
Oliver Siefert – Posaune

22.00 Uhr, Raum 4
Alexander Glasunow: Idyll für Horn und Streichquartett op. 14 Nr. 1
John Stobart – Horn / Elisabeth Krause – Violine / Thomas Mehlin – Violine / Iris Mühlnickel – Viola / Laura Mehlin – Cello

22.15 Uhr, Raum 6
Johann Sebastian Bach: Suite Nr. 1 G-Dur für Violoncello solo, Prélude, Sarabande
Ulrich Horn – Violoncello

22.30 Uhr, Raum 4
Alexander Zemlinsky: Streichquartett A-Dur op. 4
Elisabeth Krause - Violine / Thomas Mehlin – Violine / Iris Mühlnickel – Viola / Laura Mehlin – Violoncello

22.45 Uhr, Raum 4
Maurice Ravel: Sonate für Violine und Violoncello, 1. Satz. Allegro, 4. Satz. Vif, avec entrain
Charys Schuler – Violine / Maja Schwamm – Violoncello

23.00 Uhr, Raum 4
Tangos von Enrique Mario Francini bis Astor Piazzolla
Nadine Blumenstein – Violine / Ulrike Mäding – Violine / Ingrid Albert – Viola / Christiane Steppan – Violoncello

Alte Meister, 2. Obergeschoss

20.15 Uhr, Raum 2
Joseph Haydn:
Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze op. 51, Introduktion. Maestoso ed adagio
Sonata 7. Largo
Il terremoto (Das Erdbeben). Presto e con tutta la forza
Streichquartett der Akademisten: Ofir Shner – Violine / Anna Katherine Claus – Violine / Matthias Schnorbusch – Viola / Laura Mehlin – Violoncello

20.35 Uhr, Raum 2
Michael Reudenbach: Mirlitonnades für Piccolo solo
Bernd Alois Zimmermann: Tempus Loquendi
Thaddeus Watson – Flöten

21.00 Uhr, Raum 11
Johann Sebastian Bach: Triosonate G-Dur für zwei Flöten und Basso continuo BWV 1039
Clara Andrada de la Calle / Sebastian Wittiber – Flöte /Valentin Scharff – Violoncello / Felice Venanzoni – Cembalo

21.15 Uhr, Raum 15
Niccolò Paganini: Duos für Violine und Violoncello
Artur Podlesniy – Violine / Valentin Scharff – Violoncello

21.35 Uhr, Raum 2
Antonín Dvořák: Streichquintett G-Dur op. 77, 1. Satz. Allegro con fuoco
Nadine Blumenstein – Violine / Ulrike Mäding – Violine / Kerstin Hüllemann – Viola / Christiane Steppan – Violoncello / Simon Backhaus – Kontrabass

21.45 Uhr, Raum 11
Georg Philipp Telemann: Aus den Sechs Duetten für zwei Flöten, Sonata Nr. 4 g-Moll
Clara Andrada de la Calle / Sebastian Wittiber – Flöte

22.00 Uhr, Raum 15
Paul Hindemith: Sonate für Harfe
Anne-Sophie Bertrand – Harfe

22.40 Uhr, Raum 6
Johann Sebastian Bach: Suite Nr. 1 G-Dur für Violoncello, solo, Prélude, Sarabande
Ulrich Horn – Violoncello

23.00 Uhr, Raum 11
Wilhelm Friedemann Bach: 3. Triosonate a-Moll für zwei Flöten und Basso continuo
Clara Andrada de la Calle / Sebastian Wittiber – Flöte / Valentin Scharff – Violoncello / Felice Venanzoni – Cembalo

Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester

Samstag, 17. Oktober 2015, ab 20.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Einlass ab 19.00 Uhr, Beginn 20.00 Uhr
Eintritt: 20 Euro (limitierter Vorverkauf), 22 Euro (Abendkasse)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Kooperationspartner: hr-Sinfonieorchester
Gefördert durch: Sparda-Bank Hessen eG

Medienpartner: hr-INFO

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm November 2015 13.10.2015

Veranstaltungsprogramm November 2015

PDF anzeigen

Passavant-Kolloquium: Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter 28.10.2015

Das Städel Museum richtet am 13. und 14. November 2015 ein international besetztes Kolloquium aus. Unter dem Titel „Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter“ sprechen 17 Gastredner auf der wissenschaftlichen Fachtagung. Ausgangspunkt des Kolloquiums ist das wandelbare Retabel aus der Kirche des Prämonstratenserinnenklosters in Altenberg an der Lahn. Seit ca. 1330 schmückte es als Ausstattungskernstück den Hauptaltar der zwischen 1260 und 1270 errichteten Kirche. Die Flügel des Altarretabels gingen bereits 1925 in die Städelsche Sammlung über und gehören seitdem zum herausragenden Bestand der frühen deutschen Malerei des Museums. 2014 gelangte der dem Retabel zugehörige, ursprüngliche Altarschrein aus Schloss Braunfels als Leihgabe ins Städel. Seitdem wird er dort wissenschaftlich analysiert. Das Altenberger Altarretabel ist aktuell bereits eines der Exponate der groß angelegten Sonderausstellung „Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum“. Anlässlich dieser Zusammenführung und anknüpfend an die jüngsten Forschungen von Stefanie Seeberg zum Ensemble der Altenberger Hochaltarausstattung sowie der jüngsten Entdeckung einer ursprünglichen Seiten- und Rückwandbemalung des Schreinkastens widmet das Städel Museum sein diesjähriges Passavant-Kolloquium dem mittelalterlichen Hochaltarbild.

Die Veranstaltung findet im Metzler-Saal des Städel Museums statt. Der Teilnehmerbeitrag ist im Eintrittspreis des Museums enthalten. Um Anmeldung unter +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de wird gebeten.

Das Passavant-Kolloquium wird ermöglicht durch die großzügige finanzielle Unterstützung eines privaten Förderers. Die Reihe der wissenschaftlichen Johann David Passavant-Kolloquien wie die Verleihung des Johann David Passavant-Preises an herausragende kunsthistorische Forschung finden seit 1996 in regelmäßigen Abständen am Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung statt.

Der Fokus der diesjährigen Fachtagung liegt auf Bildern und Inschriften am Hochaltar. Diese waren, wie neue Funde am Altenberger Retabel nahelegen, offensichtlich dafür konzipiert, bei näherem Herantreten oder Umschreiten des Altares gesehen zu werden. Das Kolloquium widmet sich daher Fragen zur Zugänglichkeit des Chor- und Altarbereichs sowie zur zeitgenössischen, Gattungsgrenzen überschreitenden Rezeption, insbesondere bemalter Retabelrückseiten. Die Erkenntnisse des Passavant-Kolloquiums werden im Rahmen der Ausstellung „Schaufenster des Himmels. Der Altenberger Altar und seine Bildausstattung“, die vom 15. Juni bis zum 25. September 2016 im Städel Museum zu sehen sein wird, aufgegriffen und vertieft werden.

PROGRAMM FÜR FREITAG, 13. NOVEMBER 2015

9.45 Uhr: Begrüßung und Einführung durch Jochen Sander und Stefanie Seeberg

Das Altenberger Altarretabel (I)
10.00 Uhr: Stefanie Seeberg (Köln): Der Altenberger Hochaltar um 1330: Seine Ausstattung im medialen und funktionalen Kontext
10.45 Uhr: Christiane Weber (Frankfurt/Wiesbaden): Ergebnisse der gemäldetechnologischen Untersuchung des Altenberger Altars
11.30 Uhr: Jochen Sander (Frankfurt): Zur nachmittelalterlichen Nutzung des Altenberger Altarretabels

12.30–14.30 Uhr: Mittagspause

Das Altenberger Altarretabel (II)
14.30 Uhr: Angela Kappeler-Meyer (Marburg): Die Außenseiten der Altenberger Altarretabelflügel
15.15 Uhr: Fabian Wolf (Frankfurt): Aus der Nähe betrachtet. Ergänzende Überlegungen zum Bildprogramm des Altenberger Retabels aus kunsthistorischer und frömmigkeitsgeschichtlicher Sicht

16.00–16.30 Uhr: Pause

Die Zugänglichkeit des Chor- bzw. Altarbereichs und die Nutzungsmöglichkeiten von Retabelrückseiten
16.30 Uhr: Christian N. Opitz (London/Wien): „...warum in der gothischen Zeit auch die Rückseiten der Altäre mit Bildern geschmückt worden seyen...“ – Neue Antworten auf eine alte Frage
17.15 Uhr: Stephan Kemperdick (Berlin): Außerliturgische Wandlungen. Die Zugänglichkeit von Retabeln außerhalb des Gottesdienstes
18.00 Uhr: Johannes Tripps (Leipzig): Flügel in Retabelrückseiten. Eine Bestandsaufnahme und sich erhebende Fragen

Öffentlicher Abendvortrag
19.30 Uhr: Thomas Lentes (Münster): Liturgie und Bild im Mittelalter

PROGRAMM FÜR SAMSTAG, 14. NOVEMBER 2015

Fallbeispiele (I)
09.00 Uhr: Xenia Stolzenburg (Marburg): In, um und auf dem Hochaltar der Elisabethkirche in Marburg
09.45 Uhr: Gerhard Weilandt (Greifswald): Das Hochaltarretabel im Kontext der Chorausstattung des Doberaner Münsters

10.30–10.45 Uhr: Pause

10.45 Uhr: Peter Knüvener (Hannover): Hochkunst im Neusiedelland. Überlegungen zur Altarausstattung um 1300 im Brandenburger und im Havelberger Dom
11.30 Uhr: Susanne Wittekind (Köln): „Miserere mei deus“ – Überlegungen zur Umgestaltung des Klosterneuburger Ambos in ein Flügelretabel

12.30–14.00 Uhr: Mittagspause

Blick über den Tellerrand
14.00 Uhr: Jörg Widmaier (Tübingen): Das Gotländische Altarensemble. Der Hochaltar im Kontext seines Kirchenraumes
14.45 Uhr: Victor M. Schmidt (Utrecht): Polyptychon vs. Flügelretabel. Zur Herausbildung zweier Altartypen im 14. Jahrhundert

15.15–15.45 Uhr: Pause

Fallbeispiele (II)
15.45 Uhr: Matthias Weniger (München): Graffiti als Zeugen der Kirchenraumnutzung
16.30 Uhr: Iris Grötecke (Passau/Köln): Nahsicht und Fernwirkung: Schrift, Zeichen und Pseudo-Heraldik am Wildunger Retabel

17.15 Uhr: Abschlussdiskussion

PASSAVANT-KOLLOQUIUM: AUS DER NÄHE BETRACHTET. BILDER AM HOCHALTAR UND IHRE FUNKTIONEN IM MITTELALTER

Projektleitung: Prof. Dr. Jochen Sander, Sammlungsleiter Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800 am Städel Museum
Termin: Freitag, 13. November 2015, ab 9.45 Uhr; Samstag, 14. November 2015, ab 9.00 Uhr
Eintritt: Der Teilnehmerbeitrag ist im Eintrittspreis des Museums enthalten.
Anmeldung: info@staedelmuseum.de oder 069-605098-200
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111

Die Veranstaltung wird ermöglicht durch einen privaten Förderer.

PDF anzeigen

KULTURGESPRÄCH, SOUNDWALK UND HÖRSPIEL-LESUNG: DEUTSCHLANDFUNK ZU GAST IM STÄDEL 29.10.2015

Am Freitag, 6. November 2015, laden das Städel Museum und Deutschlandfunk ab 18.30 Uhr zu einem Abend voller auditiver Eindrücke. In einem von Stefan Koldehoff moderierten Kulturgespräch mit Christina Végh (Direktorin kestnergesellschaft), Isabel Pfeiffer-Poensgen (Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder) und Max Hollein (Direktor Städel Museum) werden Fragen zum bürgerschaftlichen Engagement und der Lage der Museen diskutiert. Im Anschluss führt der Städel Soundwalk Besucher auf eine eigenwillige und eigenständige Route durch die Sammlung: Aus Anlass des 200. Städel Geburtstages haben Künstler-Musiker, wie Johannes Kreidler, Schorsch Kamerun oder Gabi Schaffner die Sammlungsräume des Museums zum Klingen gebracht. Durchsagen des Sicherheitspersonals, Klänge aus der Vergangenheit, wahre und halbwahre Geschichten rund um die Kunst, das Haus und die mit ihm verbundenen Menschen sind zu hören. Jim Avignon wird den Soundwalk mit einer Performance im Metzler-Saal eröffnen. Den Abschluss des Abends bildet eine Lesung von der Lyrikerin Sabine Scho, die derzeit ein Hörspiel entwickelt, das sich mit Farben beschäftigt und dabei auch Werke aus dem Städel Museum in akustische Erfahrungen verwandelt. Der Eintritt ist im regulären Eintrittspreis des Städel enthalten, um Anmeldung wird gebeten unter info@staedelmuseum.de oder +49(0)69-605098-200.

Programm
18.30 Uhr (Metzler-Saal)
Kulturgespräch „Zu Fragen bürgerschaftlichen Engagements“
Mit Christina Végh (Direktorin kestnergesellschaft), Isabel Pfeiffer-Poensgen (Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder), Max Hollein (Direktor Städel Museum, Schirn Kunsthalle Frankfurt und Liebieghaus Skulpturensammlung)
Moderation: Stefan Koldehoff

200 Jahre Städel bedeuten auch 200 Jahre bürgerschaftliches Engagement für die Gesellschaft – denn anders als viele andere Kunsthäuser ist das Städel Museum keine höfische Gründung oder kommunal unterhaltene Einrichtung: Es ist nach wie vor ein Bürgermuseum, dass von einem breiten mäzenatischen Engagement getragen wird und sich zu über 85 Prozent aus privaten Geldern finanziert. Zentrale Fragen, die in diesem Gespräch diskutiert werden, sind: Wie lässt sich der Anspruch des bürgerlichen Engagements angesichts veränderter Rahmenbedingungen aufrechterhalten? Wie wahrt die Institution auf der einen Seite ihre Möglichkeiten, auf der anderen Seite aber auch ihre Unabhängigkeit – beispielsweise von Sammler- und Sponsoreninteressen? Wo verläuft der schmale Grat zwischen Bildungsinstitut und öffentlicher Einrichtung?

19.15 Uhr (Metzler-Saal)
Städel – Der Soundwalk. Durchs Museum in 8 Tracks
Einführung: Tina Klopp
Eröffnung des Städel Soundwalks mit Audioguide DJ Jim Avignon

Zum 200. Geburtstag des Städel Museums gratuliert der Deutschlandfunk mit einem Audioguide. Darin bringen Künstler-Musiker die Sammlungsräume des Städel auf unterschiedlichste Weise zum Klingen. Durchsagen des Sicherheitspersonals, Klänge aus der Vergangenheit, wahre und halbwahre Geschichten rund um die Kunst, das Haus und der mit ihm verbundenen Menschen sind zu hören. Am Ende entsteht ein Soundwalk, der den Besucher auf einer eigenwilligen Route durch die Sammlung führt. Der Audioguide wird so selbst zu einem kollektiven Kunstwerk, das mit der Wahrnehmung von Zeit und Raum spielt und zugleich als imaginative Klangreise im Radio funktioniert. Track 1: In einem Garten, Frau Kraushaar; Track 2: Petersburger Hängung, Jim Avignon; Track 3: Allegorie der Künste, Schorsch Kamerun; Track 4: Der Goethe, Die Buben im Pelz; Track 5: Die Gemäldeakustikerin, Gabi Schaffner; Track 6: Schwarze Romantik, Beißpony; Track 7: Der Vorhang, Johannes Kreidler; Track 8: Unter dem Garten, Mark Schröppel.
Die Audioguides sind im Metzler-Foyer erhältlich.

20.15 Uhr (Metzler-Saal)
„farben“
Gespräch und Lesung mit Sabine Scho zum Deutschlandfunk-Hörspielprojekt
Moderation: Sabine Küchler

Wie verhalten sich Sehsinn und Hörsinn zueinander? Wie könnte ein Hörspiel klingen, das sich mit Farben beschäftigt und visuelle Erlebnisse zu akustischen Erfahrungen macht? Was passiert, wenn die „Gegenstandsgewissheit” des Gemäldes aufbricht und die Farbe übernimmt? Wenn Farben selbst zu schillernden Begriffen gelangen wie mindful gray oder atomic tangerine, noch bevor mit ihnen ein Bild gemalt wird? Für das Jahr 2016 entsteht ein Hörspiel mit der Lyrikerin Sabine Scho im Deutschlandfunk, das sich mit „farben“ beschäftigt. Dazu unternahm die Lyrikerin einen Rundgang durch die Sammlung des Städel Museums, u.a. zu Gustave Courbets Die Woge (1869) und zu dem mittlerweile weltberühmten Paradiesgärtlein (um 1410-1420) eines oberrheinischen Meisters.

KULTURGESPRÄCH, SOUNDWALK UND HÖRSPIEL-LESUNG: DEUTSCHLANDFUNK ZU GAST IM STÄDEL
Termin: Freitag, 6. November 2015, ab 18.30 Uhr
Öffnungszeiten: Einlass ab 18.00 Uhr, Beginn 18.30 Uhr
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Eintritt: Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten, Anmeldungen unter info@staedelmuseum.de
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Medienpartner: Deutschlandfunk

PDF anzeigen

Abschlusspräsentation der Kunsttalente 2015 im Städel Museum 4.11.2015

(Frankfurt am Main, 4. November 2015) Mit einer öffentlichen Abschlusspräsentation im Metzler-Saal des Frankfurter Städel Museums geht am Sonntag, dem 8. November 2015, für zwölf Jugendliche ein intensives Jahr voller Erfahrungen im Bereich der Bildenden Kunst zu Ende. Die Teilnehmer im Alter zwischen 12 und 15 Jahren präsentieren ab 15.00 Uhr plastische Arbeiten, Malerei und Druckgrafik, die im Rahmen des pädagogischen Gemeinschaftsprojekts „Kunsttalente“ zur Weiterbildung und Förderung künstlerisch begabter Jugendlicher entstanden sind. Während des einjährigen Förderprojekts der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung haben die Jugendlichen mehrere kulturelle Einrichtungen besucht, viele zeitgenössische Positionen kennenlernen können und die Erkenntnisse schließlich in ihre eigenen Arbeiten einfließen lassen. „Kunsttalente“ wurde mit Unterstützung der Hardtberg Stiftung im Herbst 2006 entwickelt und hat bis heute über 110 künstlerisch talentierten Kindern und Jugendlichen, deren Begabung durch ihr direktes Umfeld nicht ausreichend gefördert werden kann, die kostenlose Teilnahme am Programm ermöglicht.

Das Förderprogramm vermittelt Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren Grundlagen der Kunstgeschichte und praktische Fertigkeiten im Umgang mit künstlerischen Materialien. Im Laufe des Jahres erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des einjährigen Programms unter der Leitung einer Kunstpädagogin und einer Künstlerin Einblicke in die drei beteiligten Kunstinstitutionen. In Auseinandersetzung mit bedeutenden Werken der Kunstgeschichte erarbeiten die Jugendlichen theoretisches Vorwissen für die Gestaltung eigener Werke. Im Zentrum des Förderprogramms stehen die Entfaltung der eigenen Ausdrucksmöglichkeiten und die Entwicklung bildnerischer Ideen. Neugierde, Experimentierfreude und Ideenreichtum aber auch die Konzentrationsfähigkeit und das Durchhaltevermögen der jungen Künstlerinnen und Künstler werden dabei gefördert. In Anlehnung an die Ausbildung an einer Kunstakademie lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im praktischen Teil des Programms, ihre sinnliche Wahrnehmung und ihr Vorstellungsvermögen auszuprägen und in ihr eigenständiges künstlerisches Arbeiten einfließen zu lassen: Von der freien Themenwahl über die Zeiteinteilung und die Auswahl der Materialien bis zur Fertigstellung des Werks können die Jugendlichen ihre Interessen und Neigungen zum Ausdruck bringen. Skulptur, Plastik, Malerei und Zeichnung stehen dabei als Medium ebenso zur Wahl wie Fotografie, Hoch- und Tiefdrucktechniken, Monotypien und vieles mehr.

Voraussetzung für die Teilnahme an dem kostenlosen Förderprogramm ist ein Interesse an Kunst und am eigenen künstlerischen Ausdruck sowie die erfolgreiche Teilnahme an einem Auswahlverfahren im Vorfeld des Förderzeitraums. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden von ihren Kunstlehrerinnen und Kunstlehrern vorgeschlagen und von einer Fachjury – bestehend aus Vertretern des Kuratoriums der Hardtberg Stiftung, der künstlerischen Leitung der „Kunsttalente“ und Vertreterinnen und Vertretern der pädagogischen Abteilungen von Schirn Kunsthalle Frankfurt, Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung – ausgewählt.

Kursleitung: Claudia Gaida, Inge Brocar
Kunstpädagogische Leitung: Irmi Rauber (Schirn Kunsthalle), Anne Sulzbach (Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung)
Projektleitung: Dr. Chantal Eschenfelder (Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung, Schirn Kunsthalle Frankfurt)
Gefördert durch: Hardtberg Stiftung

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm Dezember 2015 11.11.2015

Veranstaltungsprogramm Dezember 2015

PDF anzeigen

Ausstellungsprogramm 2016 25.11.2015

Das Ausstellungsprogramm

Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici
24. Februar bis 5. Juni 2016
Ausstellungshaus
Jacopo Pontormo, Agnolo Bronzino, Andrea del Sarto, Rosso Fiorentino, Giorgio Vasari – die herausragenden Maler des Florentiner Manierismus werden 2016 mit einer hochkarätigen Ausstellung des Städel Museums zum ersten Mal in Deutschland eindrucksvoll präsentiert. Anhand von bedeutenden Leihgaben wird dem Publikum ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt. „Maniera“ widmet sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso, bis hin zu den 1568 veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten des Vasari.
Über 120 kostbare Leihgaben, darunter Gemälde, aber auch Zeichnungen und Skulpturen, bieten eine noch nie dagewesene Übersicht einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Giorgio Vasari mit den schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Die Kunst des Manierismus hat viele Facetten: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. „The stylish style“ – so hat der Kunsthistoriker John Shearman den Epochenstil 1967 auf eine griffige Formel gebracht. Mit raffinierter Eleganz und kreativem Eigensinn erweisen sich die Maler der „maniera“ als eines der faszinierendsten Phänomene der Kunst Italiens.
Ausgangspunkt der groß angelegten Sonderausstellung ist ein Hauptwerk der Städel-Sammlung, Bronzinos berühmtes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) (um 1533), das zu den kostbarsten Stücken im Besitz des Hauses zählt. Besondere Unterstützung erfährt das Projekt durch die Florentiner Museen, insbesondere die Uffizien, die Galleria dell’Accademia und die Galleria Palatina. Weitere zentrale Leihgaben kommen u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der National Gallery of Art in Washington, dem Louvre in Paris, dem Prado und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Szépművészeti Múzeum in Budapest sowie aus der Brera in Mailand.
Die kunstgeschichtliche Entwicklung der Jahrzehnte von 1512 bis 1568 wird in engen Bezug zur Stadtgeschichte von Florenz und zur Herrschaft der Medici gesetzt – Themen, die in der Ausstellung wie auch im begleitenden Katalog dargestellt werden.
Kurator: Dr. Bastian Eclercy

Sigmar Polke. Frühe Druckgrafik
2. März bis 22. Mai 2016
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Das gedruckte Bild, massenmedial verbreitet oder vom Künstler fotografisch inszeniert, bildet eine wesentliche Grundlage der künstlerischen Arbeit von Sigmar Polke (1941–2010). Bereits 1967, gegen Ende seines Studiums an der Kunstakademie in Düsseldorf, wird seine erste Druckgrafik Freundinnen verlegt. Mit dem Offsetdruck wählte Polke eine handwerklich wenig anspruchsvolle und künstlerisch eher triviale Technik. Sie wird sein bevorzugtes druckgrafisches Medium bleiben, mit welchem er scheinbar zufällige, irritierende Kommentare zu Kunst und Gesellschaft transportiert und verbreitet.
Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung zeigt eine ebenso hochwertige wie konzentrierte Auswahl der frühen Druckgrafik Sigmar Polkes und befragt diese auf ihre besondere Qualität. Dank der Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum kann die Auswahl vollständig aus dem eigenen Bestand des Städel getroffen werden.
Kuratorin: Dr. Jutta Schütt

Schaufenster des Himmels. Der Altenberger Altar und seine Bildausstattung
22. Juni bis 25. September 2016
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Durch glückliche Überlieferungsumstände ist aus einem ehemaligen Kloster in Altenberg an der Lahn ein einzigartiges Ensemble von liturgischen und paraliturgischen Ausstattungsstücken aus der Zeit des späten 13. und frühen 14. Jahrhunderts erhalten geblieben. Jedes dieser Objekte zählt bereits für sich genommen zu den absoluten Glanzstücken der Epoche. In der Ausstellung „Schaufenster des Himmels“ können sie nun erstmals seit der Säkularisation des Klosters Anfang des 19. Jahrhunderts wieder zusammengeführt werden. Zu erleben ist eine der qualitätsvollsten Altarraumausstattungen des Mittelalters.
Im Zentrum steht das rund 4,90 Meter breite wandelbare Retabel, bestehend aus Schreinkasten, Madonnenstatue und Altarflügeln, das mit Werken der Malerei, Bildhauerei sowie der Textil- und Goldschmiedekunst ein komplexes Bezugssystem von Bildern am Altar ergab. Seit etwa 1330 schmückte das Retabel als Kernstück der Ausstattung den Hauptaltar der zwischen 1260 und 1270 errichteten Kirche. Die Flügel des Altars gingen bereits 1925 in die Städelsche Sammlung über und gehören seitdem zum herausragenden Bestand der frühen deutschen Malerei des Museums. Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung macht das faszinierende Zusammenspiel verschiedener Bildmedien in einer konkreten Altarraumausstattung des frühen 14. Jahrhunderts nachvollziehbar, wobei sich insbesondere angesichts der anspruchsvollen Ikonografie der Leinenstickereien und der jüngst entdeckten, ursprünglichen Seiten- und Rückwandbemalung des Schreinkastens Fragen der Zugänglichkeit und nahsichtigen Rezeption von Bildern am Hochaltar neu stellen.
In Vorbereitung auf die Ausstellung veranstaltete das Städel am 13. und 14. November 2015 ein international besetztes Passavant-Kolloquium mit jüngsten Forschungserkenntnissen von insgesamt 17 Gastrednern, deren Beiträge im Rahmen der Ausstellung „Schaufenster des Himmels. Der Altenberger Altar und seine Bildausstattung“ aufgegriffen und vertieft werden.
Kurator: Prof. Dr. Jochen Sander

Georg Baselitz – Die Helden
30. Juni bis 23. Oktober 2016
Ausstellungshaus
Georg Baselitz (geb. 1938) zählt zweifelsohne zu den prägendsten Malern und Bildhauern unserer Zeit. In explosionsartiger Produktivität entwickelte er 1965/66 seine dramatischen und widersprüchlichen „Helden“-Bilder. Die kraftvolle Werkgruppe der Helden und Neuen Typen gilt heute weltweit als Schlüsselwerk der deutschen Kunst der 1960er-Jahre und kann im Sommer 2016 erstmals in einer monografischen, von Städel-Direktor Max Hollein kuratierten Ausstellung umfassend präsentiert werden. Zu sehen sind rund 70 Gemälde und Arbeiten auf Papier, deren monumentale Figuren, aggressiv und trotzig gemalt, bis heute ambivalent, schicksalshaft und verletzlich wirken.
Georg Baselitz blickte 1965 auf die in vielerlei Hinsicht zerstörte Ordnung im Nachkriegsdeutschland – Ideologien und politische Systeme sowie künstlerische Stile standen zur Diskussion. Dem Künstler kam dieser Mangel an Ordnungen entgegen, denn jegliche Vereinnahmung durch kategorische Einteilungen war und blieb ihm fremd. In seiner skeptischen Grundhaltung betonte er deshalb die zwiespältigen Aspekte seiner Gegenwart. Entsprechend widersprüchlich wirken seine monumentalen „Helden“ im zerschlissenen Kampfanzug, denen ihr Scheitern ebenso eingeschrieben ist wie ihre Resignation. Dass der damals erst 27-jährige Baselitz sich überhaupt dem Thema der „Helden“ bzw. „Typen“ zuwandte, war per se provokant. Das (männliche) Heldentum und seine einstigen Vertreter waren durch Krieg und Nachkriegszeit fragwürdig geworden. Die inhaltliche Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit der „Helden“ findet ihr Äquivalent im Formalen. Die stets mittig frontal gegebene und klar konturierte Figur kontrastiert mit der Wildheit der Farbwahl und Heftigkeit der Malweise. Damit bildet der Künstler eine Wirklichkeit ab, wie sie in der bundesrepublikanischen Erfolgsgeschichte des Wirtschaftswunders nur ungern gesehen wurde. Und das in der damals vermeintlich obsoleten Form der figurativen Malerei.
Es ging in dieser Auseinandersetzung aber um weit mehr als um allgemeine Gesellschaftsfragen. Hier reflektierte der Maler selbst über seine eigene Position im Verhältnis zu dieser Gesellschaft – eine wuchtige Selbstbehauptung und Identitätsbestimmung entgegen aller aktuellen Strömungen der damaligen Zeit.
Die Ausstellung wird im Anschluss im Moderna Museet Stockholm, im Palazzo delle Esposizioni Rom und im Museo Guggenheim Bilbao gezeigt.
Kurator: Max Hollein
Co-Kuratorin: Dr. Eva Mongi-Vollmer

David Claerbout. Die reine Notwendigkeit
28. September bis 23. Oktober 2016
Städel Garten
Anlässlich des Auftritts der Niederlande und Flanderns als Gastländer auf der Frankfurter Buchmesse und im Rahmen der Serie „Im Städel Garten“ präsentiert das Städel vom 28. September bis 23. Oktober 2016 eine neue Arbeit des belgischen Künstlers David Claerbout (geb. 1969). Das eigens für das Städel Museum entwickelte, 60-minütige Video Die reine Notwendigkeit erscheint auf den ersten Blick wie eine Aneignung des beliebten Zeichentrickfilms Das Dschungelbuch von Wolfgang Reitherman aus dem Jahr 1967. Claerbout hat für seine Arbeit ein aufwendiges Remake der Zeichnungen anfertigen lassen – mit dem zentralen Unterschied, dass er den bekannten Tieren, dem Bären, dem Panther, der Schlange oder dem Tiger, ihre vermenschlichte Wesensart genommen und folglich jeglichen narrativen Faden entfernt hat. Sie bewegen sich nun durch den Dschungel wie Artgenossen in einer Tierdokumentation, ungestört von den Erzählungen der Menschheit. Anstatt die Geschichte eines kleinen Jungen zu erzählen, kulminiert die Videoarbeit immer zur vollen Stunde in der letzten Szene des Originalfilms von 1967: Das singende Mädchen kommt in den Dschungel, um Wasser zu holen. Diese Szene wird für Claerbout zum Anfangs- und Endpunkt seines Loops, der über einen großen LED-Bildschirm Stunde um Stunde die Zeit im Städel Garten strukturiert.
David Claerbout verwendet in seinen fotografischen und filmischen Installationen visuelle Materialien, die von vorgefundenen historischen Fotografien über rekonstruierte Bilder bis hin zu nach seinen Regieanweisungen gedrehtem Filmmaterial reichen. Er überarbeitet das Material digital und lässt so die Grenzen zwischen Fotografie und Film verschmelzen. Claerbout dekonstruiert lineare Abläufe von Zeit und hinterfragt damit, wie wir mit Bildern Geschichten erzählen.
Kurator: Dr. Martin Engler

Antoine Watteau. Der Zeichner
19. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Der französische Maler Antoine Watteau (1684–1721) zählt zu den großen Meistern der Zeichnung. Seine sensiblen Studien in roter, schwarzer und weißer Kreide halten weibliche und männliche Modelle, Detailbeobachtungen und spontane Einfälle fest und entwickeln die Welt jener heiteren Gemeinschaften des aufmerksamen Miteinander, denen man den Namen „Fêtes galantes“ (Galante Feste) geben sollte. Für den Herbst 2016 plant das Städel Museum in Zusammenarbeit mit dem Teylers Museum in Haarlem eine Ausstellung über die Zeichenkunst von Antoine Watteau. Beide Institutionen verfügen über bedeutende Bestände an Werken des Künstlers, der als einer der hervorragendsten Zeichner der französischen Kunstgeschichte gelten kann. Sein innovativer Stil, der sich durch eine Verbindung von genauester Beobachtung mit Spontaneität, Leichtigkeit und Intimität auszeichnet, steht in einem deutlichen Kontrast zur formellen Tradition der akademisch ausgerichteten Künstler seiner Zeit. Die neue, virtuose Kunst reflektiert in ihrer psychologischen Einfühlsamkeit den Geist der beginnenden Aufklärung.
Watteau ist in Deutschland verhältnismäßig wenig bekannt, obwohl er im 18. Jahrhundert einer der Lieblingskünstler Friedrichs des Großen war. Zuletzt gab es 1984 eine Watteau gewidmete Ausstellung. Das Städel Museum besitzt in seiner Gemäldesammlung die früheste Fassung der Komposition Einschiffung nach Kythera, die, auch durch die beiden weiteren Fassungen im Louvre und in Schloss Charlottenburg, wohl die berühmteste Schöpfung des Künstlers ist. Um die Einschiffung nach Kythera des Städel Museums, die durch eine kleine Auswahl weiterer Gemälde ergänzt wird, gruppiert die Ausstellung ungefähr 50 ausgewählte Zeichnungen aus den Beständen der beteiligten Institutionen sowie aus bedeutenden deutschen, niederländischen und französischen Sammlungen. Um die Nachwirkung des Künstlers zu zeigen, präsentiert die Schau zusätzlich etwa 20 Zeichnungen von Nachfolgern wie François Boucher, Nicolas Lancret oder Jean-Honoré Fragonard. Die Ausstellung wird im Anschluss vom 2. Februar bis 14. Mai 2017 im Teylers Museum, Haarlem, gezeigt.
Kurator: Dr. Martin Sonnabend

Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo
24. November 2016 bis 19. März 2017
Ausstellungshaus
Die Ausstellung „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ behandelt die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Die traditionelle Definition von männlich und weiblich als aktiv/passiv, rational/emotional, Kultur/Natur war in der Kunst der Moderne ein intensiv behandeltes Thema: Viele Künstler führten ihrem Publikum überzogene Charaktereigenschaften vor Augen und untermauerten in ihren Werken stereotype Rollenbilder. Andere griffen gängige Rollenklischees an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen. Anhand einer Auswahl von etwa 150 Werken der Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie sowie Filmen macht es sich das groß angelegte Ausstellungsprojekt zur Aufgabe, besonders prägnante künstlerische Positionen zu bestimmen und in einen Dialog zu stellen.
Die Ausstellung baut auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums auf, der mit Gemälden von Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck, Skulpturen von Auguste Rodin sowie Fotografien von Frank Eugene oder Man Ray wichtige Arbeiten zu der Thematik umfasst. Anhand von wichtigen Leihgaben werden bekannten Namen der Kunstgeschichte, wie Hannah Höch, Édouard Manet, Gustav Klimt, Otto Dix oder Frida Kahlo, gezielt Entdeckungen zur Seite gestellt, die den Kanon um aussagekräftige Positionen erweitern, darunter Künstlerinnen und Künstler wie Leonor Fini, John Collier oder Gustav Adolf Mossa. Vor dem Hintergrund der intensiven Diskussion um Genderfragen und die sich stetig wandelnde Rolle von Frau und Mann bietet das Projekt einen Einblick in die Komplexität der Problematik und beleuchtet die kunsthistorische Dimension eines hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themas.
Kuratoren: Felicity Korn, Dr. Felix Krämer

Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten

PDF anzeigen

Veranstaltungsprogramm Januar 2016 3.12.2015

Veranstaltungsprogramm Januar 2016

PDF anzeigen

Sonderöffnungszeiten von Schirn, Städel und Liebieghaus an Weihnachten und zwischen den Jahren 7.12.2015

Mehr Zeit für Kunst in der Feiertagszeit bieten die Schirn Kunsthalle Frankfurt, das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung. Alle drei Häuser öffnen ihre Türen erstmals zusätzlich an zwei Montagen: am Montag, dem 28. Dezember 2015, und am Montag, dem 4. Januar 2016.
An Weihnachten und zwischen den Jahren erwarten die Besucher Ausstellungen wie „STURM-Frauen. Künstlerinnen der Avantgarde in Berlin 1910–1932, „Daniel Richter. Hello, I love you“ und „Heather Phillipson. EAT HERE“ in der Schirn, „Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum“ und „John Baldessari. The Städel Paintings“ im Städel oder „Gefährliche Liebschaften. Die Kunst des französischen Rokoko“ im Liebieghaus und versprechen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm.

Es gelten folgende Öffnungszeiten:

Schirn Kunsthalle Frankfurt:

Donnerstag, 24. Dezember 2015: geschlossen
Freitag, 25. Dezember 2015: 10.00–19.00 Uhr
Samstag, 26. Dezember 2015: 10.00–19.00 Uhr
Montag, 28. Dezember 2015: 10.00–19.00 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015: 10.00–17.00 Uhr
Freitag, 1. Januar 2016: 11.00–19.00 Uhr
Montag, 4. Januar 2016: 10.00–19.00 Uhr

Minischirn:

Donnerstag, 24. Dezember, bis Samstag, 26. Dezember 2015: geschlossen
Montag, 28. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015: geschlossen
Freitag, 1. Januar 2016: geschlossen
Montag, 4. Januar 2016: 10.00–18.00 Uhr
Reguläre Öffnungszeiten an allen anderen Tagen: Di–So 10.00-18.00 Uhr

Weitere Informationen unter: www.schirn.de

Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung:

Donnerstag, 24. Dezember 2015: geschlossen
Freitag, 25. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Samstag, 26. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Montag, 28. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015 geschlossen
Freitag, 1. Januar 2016: 11.00–18.00 Uhr
Montag, 4. Januar 2016: 10.00–18.00 Uhr

Weitere Informationen unter: www.staedelmuseum.de und www.liebieghaus.de

Presse Schirn Kunsthalle Frankfurt
Pamela Rohde (Leitung Presse/PR), Timo Weissberg (Volontär).
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt,
Telefon: +49.69.29 98 82-148, Fax: +49.69.29 98 82-240, E-Mail: presse@schirn.de,
www.schirn.de (Texte, Bilder und Filme zum Download unter PRESSE), www.schirn-mag.de.

Presse Städel Museum/Liebieghaus Skulpturensammlung
Axel Braun (Leitung Presse/PR), Silke Janßen (stv. Leitung Presse/PR), Karoline Leibfried
(Pressereferentin), Jannikhe Möller (Pressereferentin), Paula Stuckatz (Volontärin).
Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, Telefon: +49 (0)69 60 50 98-212,
Fax: +49 (0)69 60 50 98-188, E-Mail: presse@staedelmuseum.de, www.staedelmuseum.de
(Texte, Bilder und Filme zum Download unter PRESSE).

PDF anzeigen

Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici 14.12.2015

Das Städel Museum startet mit einer hochkarätigen Sonderausstellung ins kommende Ausstellungsjahr. Ab dem 24. Februar 2016 zeigt das Frankfurter Museum „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“. Anhand von rund 120 bedeutenden Leihgaben wird dem Publikum erstmals in Deutschland ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt: der Florentiner Manierismus. Zu sehen sind Werke u. a. von Jacopo Pontormo, Agnolo Bronzino, Andrea del Sarto, Rosso Fiorentino und Giorgio Vasari. Zeitlich und topografisch knüpft die Schau an die erfolgreiche Städel Ausstellung „Botticelli. Bildnis, Mythos, Andacht“ von 2009/10 an. Der Vorverkauf zur Ausstellung hat bereits begonnen. Zeitlich flexibel einlösbare „Early-Bird“-Tickets sind ab sofort zum Vorzugspreis von 10 Euro online buchbar.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Die groß angelegte Sonderausstellung widmet sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso bis hin zu den 1568 in der zweiten Auflage veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten Giorgio Vasaris. Allein über 50 Gemälde, aber auch über 50 Zeichnungen und 8 Skulpturen bieten eine außerhalb von Florenz noch nie dagewesene Übersicht zu einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Vasari mit dem schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Ausgangspunkt der Schau ist ein Hauptwerk der Städelschen Sammlung, Bronzinos berühmtes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) (um 1533), das zu den kostbarsten Stücken im Besitz des Hauses zählt. Besondere Unterstützung mit außerordentlichen Konvoluten von Leihgaben erfährt die Ausstellung durch die Florentiner Museen, insbesondere die Uffizien, die Galleria dell’Accademia und die Galleria Palatina. Weitere zentrale Leihgaben kommen u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der National Gallery of Art in Washington, dem Louvre in Paris, dem Prado und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Szépművészeti Múzeum in Budapest sowie aus der Brera in Mailand.

Mit Leonardo, Michelangelo und Raffael gilt die Epoche der Hochrenaissance zu Beginn des 16. Jahrhunderts als ein Höhepunkt der Kunstentwicklung in Italien. Die Ausstellung im Städel Museum führt nun in insgesamt acht Kapiteln mit verschiedenen zeitlichen und thematischen Schwerpunkten eindrücklich vor Augen, dass einige besonders herausragende künstlerische Leistungen erst durch die beiden auf die Hochrenaissance folgenden Künstlergenerationen erbracht wurden. Die Kunst des Manierismus hat viele Facetten: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. Raffinierte Eleganz und kreativer Eigensinn zeichnen die Malerei der „maniera“ als eines der faszinierendsten Phänomene der Kunst Italiens aus. Aufbauend auf den Florentiner Ausstellungen „L’officina della maniera“ (1996/97), „Bronzino. Pittore e poeta alla corte dei Medici“ (2010/11) und „Pontormo e Rosso Fiorentino. Divergenti vie della maniera“ (2014) präsentiert das Städel Museum mit dieser umfassenden Sonderausstellung eine Gesamtschau der Malerei des Manierismus in Florenz im Kontext weiterer Kunstgattungen und der Stadtgeschichte.

Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Bastian Eclercy herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Hans Aurenhammer, Nicholas Scott Baker, Katharina Bedenbender, Anne Bloemacher, Gerd Blum, Ralf Bormann, Matteo Burioni, Heiko Damm, Bastian Eclercy, Chris Fischer, David Franklin, Dennis Geronimus, Sefy Hendler, Theresa Holler, Heidi J. Hornik, Fabian Jonietz, Adela Kutschke, Johannes Myssok, Susanne Pollack, Susanne Thürigen und Linda Wolk-Simon. Deutsche und englische Ausgabe, 304 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).

MANIERA. PONTORMO, BRONZINO UND DAS FLORENZ DER MEDICI
Kurator: Dr. Bastian Eclercy, Sammlungsleiter italienische, französische und spanische Malerei vor 1800, Städel Museum.
Ausstellungsdauer: 24. Februar bis 5. Juni 2016.
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 23. Februar 2016, 11.00 Uhr.
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main.

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111.
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr.
Sonderöffnungszeiten: 25., 27., 28.3. 10.00–18.00 Uhr, 1.5. geschlossen, 5.5., 15.5., 16.5., 17.5. 10.00–18.00 Uhr, 26.5. 10.00–18.00 Uhr.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Kombipreis Eintritt + Führung 16 Euro (nur online buchbar); Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Early-Bird-Ticket: Die ersten 1.000 Online-Tickets sind zum Vorzugspreis von 10 Euro statt regulär 14 Euro buchbar unter tickets.staedelmuseum.de. Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Bastian Eclercy herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Hans Aurenhammer, Nicholas Scott Baker, Katharina Bedenbender, Anne Bloemacher, Gerd Blum, Ralf Bormann, Matteo Burioni, Heiko Damm, Bastian Eclercy, Chris Fischer, David Franklin, Dennis Geronimus, Sefy Hendler, Theresa Holler, Heidi J. Hornik, Fabian Jonietz, Adela Kutschke, Johannes Myssok, Susanne Pollack, Susanne Thürigen und Linda Wolk-Simon. Deutsche und englische Ausgabe, 304 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Es erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 40 Seiten, 7,50 Euro.

Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer. Es ist ab Februar 2016 abrufbar unter maniera.staedelmuseum.de.
Städel App: Die Städel App wird gefördert von der FAZIT-STIFTUNG. Die App ist für Android- und iOS-Smartphones optimiert und bietet mit Beginn der Ausstellung die Audiotour zum Download auf das Smartphone.
Audiotour: Die Audiotour wird von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, gesprochen. Deutsch und Englisch, 4 Euro, zwei Audioguides für 7 Euro.
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #maniera und #staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 18.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr, So 11.00 Uhr sowie Fr. 25.3., Mo 28.3., Do 5.5., Mo 16.5., Do 26.5. 16.00 Uhr. Tickets für die Überblicksführungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn (So ab 10.00 Uhr) an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis für 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing und die Frankfurter Sparkasse; Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH.

Medienpartner: Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn AG
Kulturpartner: hr2-kultur

PDF anzeigen