Veranstaltungsprogramm Februar 2020
PRESSEINFORMATION
ZURÜCK IN DIE GEGENWART
Neue Perspektiven, neue Werke – die Sammlung von 1945 bis heute
Neupräsentation der Sammlung Gegenwartskunst
ab 19. Mai 2020
Nahezu ein Jahrzehnt nach der Eröffnung der Gartenhallen wird die Sammlung Gegenwartskunst im Städel Museum ab dem 19. Mai 2020 zum ersten Mal neu präsentiert. Ausgehend vom zentralen Platz der rund 3.000 m² großen Gartenhallen und beginnend mit Hauptwerken der jüngeren und jüngsten Zeitgenossenschaft fächert sich eine Geschichte der Kunst nach 1945 auf. Rund 230 Arbeiten von 170 Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Schulen, Stilen und Gruppen eröffnen überraschende Vergleiche, Blickwinkel und Sichtachsen zwischen der unmittelbaren Gegenwart und ihren Wurzeln in den zurückliegenden Jahrzehnten. Aus diesem Anlass ist auch eine Vielzahl an jüngsten Neuerwerbungen und Schenkungen erstmals zu sehen, etwa Arbeiten von Miriam Cahn (geb. 1949), René Daniëls (geb. 1950), Carlos Cruz-Diez (1923–2019), Jimmie Durham (geb. 1940), Asta Gröting (geb. 1961) oder Victor Vasarely (1906–1997). Anhand unterschiedlichster Erzählstränge ermöglicht die Neupräsentation einen Zugang zur Kunst nach 1945, der die Sammlung bewusst nicht chronologisch, sondern thematisch erfahrbar macht. Die Auflösung des abgebildeten Gegenstandes in abstrakte, formlose Malereien wird ebenso Dekaden übergreifend vermittelt wie der sich gleichzeitig vollziehende Einzug der gestischen Malerei und deren Auswirkungen auf die nachfolgenden Jahrzehnte. Auch die immer wieder mit neuen Bedeutungen und Referenzen aufgeladene Ästhetik der Geometrie und der Dinge des alltäglichen Lebens wird in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und thematischen Bezugspunkten gezeigt. Im Gang durch die Räume und Plätze der Gartenhallen kann das Publikum nachvollziehen, wie die Figur wieder zurück ins Bild findet, die Malerei den – realen – Raum erobert oder die scheinbar konkurrierenden Medien Malerei und Fotografie zu einem wechselseitigen Austausch finden.
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Veranstaltungsprogramm März 2020
Presseinformation
Insgesamt 505.750 Besucher sahen die Ausstellung vom 23. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020 // MAKING VAN GOGH ist mit über einer halben Million Besucher die meistbesuchte Ausstellung in der Geschichte des Städel Museums
Die umfassende Sonderausstellung „MAKING VAN GOGH. Geschichte einer deutschen Liebe“ im Städel Museum ist am vergangenen Wochenende mit einem bunten Rahmenprogramm erfolgreich zu Ende gegangen. Im Zentrum der Schau stand die Entstehung des „Mythos van Gogh“ um 1900 sowie die Bedeutung seiner Kunst für die Moderne in Deutschland. Das Städel vereinte dafür mehr als 120 Gemälde und Arbeiten auf Papier. Den Kern bildeten 50 zentrale Werke von Vincent van Gogh aus allen Schaffensphasen. MAKING VAN GOGH war die umfangreichste Präsentation mit Werken des Malers seit fast 20 Jahren in Deutschland und die bisher größte und aufwendigste Ausstellung des Städel Museums. Die zuvor besucherstärksten Ausstellungen waren „Monet und die Geburt des Impressionismus“ (2015, 432.121 Besucher) und „Botticelli“ (2009/2010, 367.033 Besucher), gefolgt von „Dürer. Kunst – Künstler – Kontext“ (2013/2014, 258.577 Besucher).
Bereits von Beginn an hatte das Städel Museum die regulären Öffnungszeiten um eine Stunde, bis 19.00 Uhr, verlängert. Ab dem 4. Februar wurde die Ausstellung auf Grund der hohen Publikumsnachfrage täglich bis 21.00 Uhr geöffnet und schloss am letzten Ausstellungswochenende, Freitag und Samstag, erst um 23.00 Uhr.
„Eine überzeugende Idee, aus der Sammlung heraus entwickelt, zwei schlüssige, fundierte Thesen, die schönsten Leihgaben aus aller Welt und all dies zusammengeführt in einer ebenso großzügigen wie ansprechenden Präsentation – das Konzept von MAKING VAN GOGH ist aufgegangen. Auf diesen Erfolg sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Städel stolz! Mein besonderer Dank geht an alle unsere Besucherinnen und Besucher aus nah und fern, deren Begeisterung MAKING VAN GOGH für Frankfurt zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht hat“, so Städel Direktor Philipp Demandt.
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Veranstaltungsprogramm April 2020
Das Städel Museum bleibt vom 16. März bis einschließlich 10. April 2020 geschlossen. Das Städel folgt damit der behördlichen Vorsorgemaßnahme der Stadt Frankfurt im Zuge der Verbreitung des Coronavirus (Covid-19). Alle geplanten Veranstaltungen können nicht stattfinden und werden abgesagt. Das betrifft die Pressekonferenzen sowie die Eröffnung der Ausstellung „EN PASSANT. Impressionismus in Skulptur“ (geplante Laufzeit der Ausstellung: 19. März – 28. Juni 2020) und die Eröffnung der neupräsentierten Dauerausstellung der Sammlung Gegenwartskunst „ZURÜCK IN DIE GEGENWART. NEUE PERSPEKTIVEN, NEUE WERKE – DIE SAMMLUNG VON 1945 BIS HEUTE“ (geplant ab dem 2. April).
Über weitere Entwicklungen werden wir Sie rechtzeitig informieren. Bereits gekaufte Tickets für die Sammlung des Städel Museums sowie für die Ausstellung „EN PASSANT. Impressionismus in Skulptur“ behalten ihre Gültigkeit. Auf Wunsch können die Tickets zurückgegeben werden. Bitte wenden Sie sich an onlineshop@staedelmuseum.de.
Presseinformation
Neues Einführungsformat zu EN PASSANT und ZURÜCK IN DIE GEGENWART / Private Führungen für Kleingruppen / Offenes Atelier für Kinder und Familien unter freiem Himmel / Sommer-Aktion
Das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung bieten ab Freitag, dem 12. Juni wieder ein Vermittlungsprogramm vor Ort an. Erfahrene Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittler liefern Hintergründe zu den Sammlungen beider Museen und den laufenden Sonderausstellungen – im Städel etwa zur Schau „EN PASSANT. Impressionismus in Skulptur“ (verlängert bis 25. Oktober 2020) und zur Neupräsentation der Sammlung Gegenwartskunst „ZURÜCK IN DIE GEGENWART. Neue Perspektiven, neue Werke – die Sammlung von 1945 bis heute“. Im Liebieghaus steht die Sonderausstellung „BUNTE GÖTTER – GOLDEN EDITION. Die Farben der Antike“ (verlängert bis 17. Januar 2021) im Fokus. Das neu entwickelte Format Intro bietet thematische Einführungen: Die Besucherinnen und Besucher bekommen die Möglichkeit, an unterschiedlichen Orten des Museums, in kleiner, gesetzter Runde mit Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittlern in den Dialog zu treten. Hierbei erfahren sie Wissenswertes für den eigenen Rundgang durch die Ausstellung. Darüber hinaus sind private Führungen in Kleingruppen bis zu neun Personen buchbar. Das etablierte Workshopformat Offenes Atelier wird ausschließlich unter freiem Himmel angeboten. Bei gutem Wetter sind Kinder und Familien eingeladen, gemeinsam kreativ zu werden. Das Vermittlungsprogramm und aktuelle Informationen finden sich auch online unter www.staedelmuseum.de sowie www.liebieghaus.de.
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Presseinformation
NEU ERWORBEN: WERKE DES DEUTSCHEN EXPRESSIONISMUS VON WILHELM MORGNER UND ERICH HECKEL
Großzügiges mäzenatisches Engagement ermöglichte zwei bedeutende Neuerwerbungen für das Städel Museum
Das Städel Museum konnte durch großzügiges mäzenatisches Engagement zwei bedeutende Werke des deutschen Expressionismus erwerben: das Gemälde Astrale Komposition VI (1912) von Wilhelm Morgner für die Sammlung Moderne und die Druckgrafik Männerbildnis (1919) von Erich Heckel für die Graphische Sammlung. Beide Werke konnten mit Mitteln von Volker Westerborg für das Städel Museum und den Städelschen Museums-Verein angekauft werden. Das Gemälde von Wilhelm Morgner ist im Sammlungsbereich Moderne des Städel für die Besucherinnen und Besucher ausgestellt. Die Grafik von Heckel war in der Ausstellung „Geheimnis der Materie. Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff“ (26. Juni – 13. Oktober 2019) zu sehen und ist in der Digitalen Sammlung zugänglich. Mit diesen Neuerwerbungen kann das Museum seinen Sammlungsbestand an expressionistischer Kunst um wichtige Werke ausbauen: Mit Heckels Druckgrafik wird der Schwerpunkt an Werken der „Brücke“-Künstler gestärkt, mit Morgners Gemälde gelangt eine wichtige Position des sogenannten Westfälischen Expressionismus in die Sammlung des Museums. Der zu Lebzeiten erfolgreiche Künstler geriet nach seinem frühen Tod im Ersten Weltkrieg zunehmend in Vergessenheit. 1937 wurden seine Werke in deutschen Museumssammlungen als „entartet“ beschlagnahmt. Seit einigen Jahren wird Morgners Beitrag zur Entstehung des deutschen Expressionismus verstärkt gewürdigt. Mit insgesamt vier Gemälden und drei Zeichnungen präsentierte das Städel zuletzt Werke des Künstlers in der Ausstellung „MAKING VAN GOGH. Geschichte einer deutschen Liebe“ (23. Oktober 2019 – 16. Februar 2020).
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Presseinformation
„CLOSE UP“: NEUER VERMITTLUNGSRAUM FÜR DIE SAMMLUNG GEGENWARTSKUNST
Besucherinnen und Besucher können sich in einem Kunst- und Vertiefungsraum näher mit der Sammlung Gegenwartskunst beschäftigen // digitale Anwendung erweitert die Kunstbetrachtung vor Ort // Wechselnde Themenschwerpunkte // Führungsangebot
Im Zuge der Neupräsentation „ZURÜCK IN DIE GEGENWART. Neue Perspektiven, neue Werke – die Sammlung von 1945 bis heute“ hat das Städel Museum abteilungsübergreifend einen innovativen Kunst- und Vermittlungsbereich entwickelt. CLOSE UP bietet den Besucherinnen und Besuchern des Städel mit einer konzentrierten Werkauswahl Zugänge und Vertiefungsmöglichkeiten zu Themen der Gegenwartskunst. Dabei setzt CLOSE UP auf das Zusammenspiel von originalen Kunstwerken, Wandtexten und einer Tabletanwendung. Das breite Spektrum der digitalen Vermittlung – von Ausstellungsfilmen über Interviews mit Künstlerinnen und Künstlern der Sammlung sowie die Digitorials® bis hin zur Digitalen Sammlung – ergänzt die Begegnung mit den Originalen im Museumsraum.
In CLOSE UP werden spezifische Themen der Sammlung präsentiert und eingehend unter die Lupe genommen. Den Anfang bildet das Fokusthema Fotografie und Malerei. Am Beispiel von drei Werken aus der Sammlung des Städel von Sigmar Polke (1941–2010), Wolfgang Tillmans (geb. 1968) und Jörg Sasse (geb. 1962) wird die Kombination der vermeintlich konkurrierenden Medien genauer untersucht. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, vor den originalen Arbeiten selbstständig zu recherchieren: Welche Rolle nimmt die Fotografie in der Kunst ein? Welche Auswirkungen hat sie auf die Malerei? Verbindungslinien zwischen Kunst und Gesellschaft sowie historische Zusammenhänge werden aufgedeckt. Für die vertiefende Beschäftigung stehen Wandtexte, Bücher und Tablets bereit. Eigens geschaffene Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen und Diskutieren ein. Im Städel Wifi können die Besucherinnen und Besucher auch eine mobile Version der Anwendung für das eigene Endgerät nutzen. Darüber hinaus ergänzen Themen- und Abendführungen das Angebot in CLOSE UP. Sie beziehen die verschiedenen Module mit ein und fordern zum gemeinsamen Gespräch über die unterschiedlichen künstlerischen Ansätze auf.
„CLOSE UP verbindet die Wirkung des Originals mit verschiedenen Möglichkeiten der Annäherung. Multiperspektivische Wandtexte sowie aktivierende und unterhaltsame digitale Module schaffen ein Angebot, das Besucherinnen und Besuchern nach eigenen Interessen zeitgenössische Kunst näherbringt. Die Themen sind so vielfältig wie die Kunst der Gegenwart und die Werke unserer Sammlung. Der Kunst- und Vermittlungsbereich ist wandelbar und wird immer wieder neue inhaltliche Schwerpunkte setzen. Der Austausch untereinander und die Entdeckungen an der Kunst stehen im Vordergrund“, erläutern die beiden Projektleiterinnen Anne Dribbisch, Bildung und Vermittlung, und Svenja Grosser, Sammlung Gegenwartskunst.
CLOSE UP spricht das Publikum mit seinen vielfältigen Erwartungen und Vorkenntnissen an. Auch wenn die Werke der Gegenwartskunst der Lebensrealität der heutigen Besucherinnen und Besucher am nächsten sind, haben die Erfahrungen in der aktiven Vermittlungsarbeit der letzten Jahre gezeigt, dass die Wahrnehmung von und Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst häufig mit Schwierigkeiten verbunden ist. Das Konzept hinter CLOSE UP setzt an dieser Stelle an und ermöglicht dem Publikum sowohl einen individuellen, niedrigschwelligen und zum Teil spielerischen Zugang als auch eine intensive Beschäftigung – eine Art Selbststudium der Kunst mit ihren Themen und Diskursen.
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PRESSEINFORMATION
„CLOSE UP“: NEUER VERMITTLUNGSRAUM FÜR DIE SAMMLUNG GEGENWARTSKUNST
BESUCHERINNEN UND BESUCHER KÖNNEN SICH IN EINEM VERTIEFUNGSRAUM NÄHER MIT DER SAMMLUNG GEGENWARTSKUNST BESCHÄFTIGEN // DIGITALE ANWENDUNG ERWEITERT DIE KUNSTBETRACHTUNG VOR ORT // WECHSELNDE THEMENSCHWERPUNKTE // FÜHRUNGSANGEBOT
Im Zuge der Neupräsentation „ZURÜCK IN DIE GEGENWART. Neue Perspektiven, neue Werke – die Sammlung von 1945 bis heute“ hat das Städel Museum abteilungsübergreifend einen innovativen Kunst- und Vermittlungsbereich entwickelt. CLOSE UP bietet den Besucherinnen und Besuchern des Städel mit einer konzentrierten Werkauswahl Zugänge und Vertiefungsmöglichkeiten zu Themen der Gegenwartskunst. Dabei setzt CLOSE UP auf das Zusammenspiel von originalen Kunstwerken, Wandtexten und einer Tabletanwendung. Das breite Spektrum der digitalen Vermittlung – von Ausstellungsfilmen über Interviews mit Künstlerinnen und Künstlern der Sammlung sowie die Digitorials® bis hin zur Digitalen Sammlung – ergänzt die Begegnung mit den Originalen im Museumsraum.
In CLOSE UP werden spezifische Themen der Sammlung präsentiert und eingehend unter die Lupe genommen. Den Anfang bildet das Fokusthema Fotografie und Malerei. Am Beispiel von drei Werken aus der Sammlung des Städel von Sigmar Polke (1941–2010), Wolfgang Tillmans (geb. 1968) und Jörg Sasse (geb. 1962) wird die Kombination der vermeintlich konkurrierenden Medien genauer untersucht. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, vor den originalen Arbeiten selbstständig zu recherchieren: Welche Rolle nimmt die Fotografie in der Kunst ein? Welche Auswirkungen hat sie auf die Malerei? Verbindungslinien zwischen Kunst und Gesellschaft sowie historische Zusammenhänge werden aufgedeckt. Für die vertiefende Beschäftigung stehen Wandtexte, Bücher und Tablets bereit. Eigens geschaffene Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen und Diskutieren ein. Im Städel Wifi können die Besucherinnen und Besucher auch eine mobile Version der Anwendung für das eigene Endgerät nutzen. Darüber hinaus ergänzen Themen- und Abendführungen das Angebot in CLOSE UP. Sie beziehen die verschiedenen Module mit ein und fordern zum gemeinsamen Gespräch über die unterschiedlichen künstlerischen Ansätze auf.
„CLOSE UP verbindet die Wirkung des Originals mit verschiedenen Möglichkeiten der Annäherung. Multiperspektivische Wandtexte sowie aktivierende und unterhaltsame digitale Module schaffen ein Angebot, das Besucherinnen und Besuchern nach eigenen Interessen zeitgenössische Kunst näherbringt. Die Themen sind so vielfältig wie die Kunst der Gegenwart und die Werke unserer Sammlung. Der Kunst- und Vermittlungsbereich ist wandelbar und wird immer wieder neue inhaltliche Schwerpunkte setzen. Der Austausch untereinander und die Entdeckungen an der Kunst stehen im Vordergrund“, erläutern die beiden Projektleiterinnen Anne Dribbisch, Bildung und Vermittlung, und Svenja Grosser, Sammlung Gegenwartskunst.
CLOSE UP spricht das Publikum mit seinen vielfältigen Erwartungen und Vorkenntnissen an. Auch wenn die Werke der Gegenwartskunst der Lebensrealität der heutigen Besucherinnen und Besucher am nächsten sind, haben die Erfahrungen in der aktiven Vermittlungsarbeit der letzten Jahre gezeigt, dass die Wahrnehmung von und Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst häufig mit Schwierigkeiten verbunden ist. Das Konzept hinter CLOSE UP setzt an dieser Stelle an und ermöglicht dem Publikum sowohl einen individuellen, niedrigschwelligen und zum Teil spielerischen Zugang als auch eine intensive Beschäftigung – eine Art Selbststudium der Kunst mit ihren Themen und Diskursen.
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PRESSEINFORMATION
Schaulust. Niederländische Zeichenkunst des 18. Jahrhunderts
VERLÄNGERT BIS 24. MAI 2021
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Mit annähernd 600 Blättern verfügt das Städel Museum über eine der umfangreichsten Sammlungen niederländischer Zeichnungen des 18. Jahrhunderts außerhalb der Niederlande und Belgiens. Diesem wertvollen Bestand widmet das Städel vom 1. Oktober 2020 bis 24. Mai 2021 eine eigene Ausstellung. Präsentiert werden 81 repräsentative Zeichnungen von heute kaum mehr bekannten, in ihrer Zeit aber oft sehr erfolgreichen Künstlern. Sie veranschaulichen exemplarisch die Struktur des Sammlungsbestands, das inhaltliche Spektrum und die künstlerische Qualität. Die häufig bildmäßig vollendeten, oft auch farbigen Handzeichnungen bedienten die Schaulust der aufgeklärten Bürgerinnen und Bürger des 18. Jahrhunderts und ihr Bedürfnis nach Austausch und Information. Mit anderen Kunstinteressierten wurde eine Gesprächskultur über Bilder durch das gemeinsame Betrachten der Zeichnungen gepflegt.
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2020
Schaulust. Niederländische Zeichenkunst des 18. Jahrhunderts
Verlängert bis 24. Mai 2021
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Mit annähernd 600 Blättern verfügt das Städel Museum über eine der umfangreichsten Sammlungen niederländischer Zeichnungen des 18. Jahrhunderts außerhalb der Niederlande und Belgiens. Diesem wertvollen Bestand widmet das Städel vom 1. Oktober 2020 bis 24. Mai 202 eine eigene Ausstellung. Präsentiert werden 81 repräsentative Zeichnungen von heute kaum mehr bekannten, in ihrer Zeit aber oft sehr erfolgreichen Künstlern. Sie veranschaulichen exemplarisch die Struktur des Sammlungsbestands, das inhaltliche Spektrum und die künstlerische Qualität. Die häufig bildmäßig vollendeten, oft auch farbigen Handzeichnungen bedienten die Schaulust der aufgeklärten Bürgerinnen und Bürger des 18. Jahrhunderts und ihr Bedürfnis nach Austausch und Information. Mit anderen Kunstinteressierten wurde eine Gesprächskultur über Bilder durch das gemeinsame Betrachten der Zeichnungen gepflegt.
In der Ausstellung sind Entwürfe für Wand- und Deckendekorationen von Jacob de Wit, Buchillustrationen von Bernard Picart, niederländische Topografien von Cornelis Pronk, Paulus Constantijn la Fargue oder Hendrik Schepper, stimmungsvoll komponierte Landschaftszeichnungen von Jacob Cats, den Brüdern Jacob und Abraham van Strij oder von Franciscus Andreas Milatz, dekorative Blumen- und Früchtestillleben von Jan van Huysum und dessen zahlreichen Nachfolgern sowie Darstellungen exotischer Tiere von Aert Schouman oder satirische Genreszenen von Cornelis Troost und Jacobus Buys versammelt. Die ausgewählten Werke verdeutlichen eindrucksvoll die Aufwertung und Emanzipation der Zeichnung in den Niederlanden des 18. Jahrhunderts ebenso wie die immer wieder gesuchte Auseinandersetzung mit der Kunst des 17. Jahrhunderts, des sogenannten niederländischen „Goldenen Zeitalters“.
Mit dem ersten Besuchertag der Ausstellung ist auch der Studiensaal der Graphischen Sammlung nach Umbaumaßnahmen wieder zugänglich. Der Studiensaal bietet dem Publikum die Möglichkeit, sich einzelne Arbeiten aus dem über 100.000 Zeichnungen und Grafiken umfassenden Bestand des Städel Museums vorlegen zu lassen.
Kuratorin: Annett Sandfort (ehemalige Wissenschaftliche Mitarbeiterin, und Stipendiatin der Stiftung Gabriele Busch-Hauck, Graphische Sammlung, Städel Museum)
Ermöglicht durch: Stiftung Gabriele Busch-Hauck
STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL. Die Jahre in Frankfurt
Verlängert bis 29. August 2021
Ausstellungshaus, Obergeschoss
Max Beckmann (1884–1950) ist wie kaum ein anderer Künstler mit Frankfurt und dem Städel Museum verbunden. Von 1915 bis 1933 in Frankfurt ansässig, schuf er hier einen Großteil seiner zentralen Werke, entwickelte seinen charakteristischen Stil und erhielt 1925 von der Stadt ein Meisteratelier an der Kunstgewerbeschule. Zahlreiche Frankfurt-Ansichten, Selbstbildnisse und Porträts von Freunden und Bekannten belegen seine enge Bindung an die Stadt, die er nach seiner erzwungenen Entlassung aus seiner Lehrtätigkeit 1933 mit großem Bedauern verließ. 1937 floh Beckmann, als „entartet“ diffamiert, aus Deutschland. 1950 starb er in New York. Aufgrund seiner engen Verbindung zu Frankfurt befasst sich das Städel Museum seit fast einem Jahrhundert intensiv mit dem Sammeln und Erforschen von Beckmanns Werk, das in zahlreichen Sonderausstellungen gezeigt worden ist. Seit 1918 wurden kontinuierlich Arbeiten des Künstlers erworben, sodass das Museum heute mit elf Gemälden, zwei Skulpturen und einem mehrere hundert Blatt umfassenden grafischen Bestand über eine der weltweit umfangreichsten Beckmann-Sammlungen verfügt. Die Sonderpräsentation widmet sich vom 9. Dezember 2020 bis zum 5. April 2021 anhand von ausgewählten Werken und dokumentarischem Material diesem Bestand und Beckmanns Frankfurter Jahren. Im Mittelpunkt stehen sein berühmtes Selbstbildnis mit Sektglas sowie sein bedeutender Lithographiezyklus Die Hölle, die 1919 an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere entstanden und sein weiteres Schaffen maßgeblich prägten.
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Regina Freyberger (Leiterin Graphische Sammlung ab 1750, Städel Museum)
Dokumentation: Dr. Iris Schmeisser (Leiterin Provenienzforschung und historisches Archiv, Städel Museum)
2021
Neu Sehen. Die Fotografie der 20er und 30er Jahre
30. Juni bis 24. Oktober 2021
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Pressevorbesichtigung: 29. Juni 2021, 11.00 Uhr
Die Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre in Deutschland steht zwischen Innovation und Kontinuität. Von den einschneidenden gesellschaftlichen Umwälzungen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges nicht unberührt, wurden ungewöhnliche Perspektiven, verschiedene Stile und Kontraste zum Ausdrucksmittel der sich verändernden Lebensumstände und politischen Landschaft. Vom 30. Juni bis zum 24. Oktober 2021 zeigt das Städel Museum eine Ausstellung über Tendenzen und Bewegungen in der Fotografie der Moderne. Die Schau präsentiert eine Auswahl von über 100 wegweisenden Fotografien aus dem mehr als 5.000 Arbeiten umfassenden Bestand der Fotografie-Sammlung des Städel sowie Leihgaben von prominenten Vertreterinnen und Vertretern wie Alfred Ehrhardt, Hans Finsler, Lotte Jacobi, Felix H. Man, Albert Renger-Patzsch, Erich Salomon, August Sander, Umbo, Paul Wolff oder Yva sowie eine Reihe wenig bekannter, von Carl Albiker, Karl Theodor Gremmler und Paul W. John.
Die Fotografie hat – wie in kaum einer anderen Zeit – zwischen den Jahren 1918 und 1939 die Kunstwelt und den Alltag geprägt. In sieben thematischen Kapiteln werden wesentliche Aspekte der künstlerischen Beschäftigung mit der Fotografie und deren Einsatz in verschiedenen Gebrauchskontexten in ihrer gesamten motivischen Bandbreite vorgestellt. Historische Zeitschriften, Bücher und Plakate ergänzen die fotografischen Arbeiten und veranschaulichen ihre Verwendung in unterschiedlichen Medien. Die 1920er-Jahre boten für Fotografinnen und Fotografen zahlreiche neue Tätigkeitsgebiete, von der Illustration von Zeitschriften und Büchern bis hin zur Gestaltung von Werbung. Doch ebnete nicht nur diese wirtschaftliche Art der Nutzung der Fotografie den Weg für ihre starke Präsenz im öffentlichen Raum. Als scheinbar authentisches Abbild der Wirklichkeit wurde sie auch von politischen Bewegungen als Mittel der Gewinnung und Steuerung der Massen erkannt. Die in der Weimarer Republik mit der Kamera entwickelten neuen Sehweisen wurden ab 1933 bruchlos übernommen. Im Unterschied zur Diffamierung der Avantgarde in den bildenden Künsten gab es in der Fotografie keine gestalterischen Einschränkungen – die moderne Bildsprache hatte sich bereits fest im visuellen Gedächtnis etabliert und wurde im NS-Staat für propagandistische Zwecke eingesetzt.
Kuratorin: Kristina Lemke (Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Fotografie, Kunst der Moderne, Städel Museum) Gefördert durch: FAZIT-STIFTUNG, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Dr. Hans Feith und Dr. Elisabeth Feith-Stiftung Symposium: Am 17. und 18. September findet ein wissenschaftliches Symposium im Städel Museum statt. Es ist dem kürzlich verstorbenen Kunsthistoriker, Journalisten und Sammler Wilfried Wiegand gewidmet, welcher der fotografischen Sammlung im Städel Museum wichtige Impulse gab. Die Ergebnisse des Symposiums werden unmittelbar in die Ausstellung miteinfließen. Unterstützt wird das Symposium von der FAZIT-STIFTUNG.
Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam
6. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022
Ausstellungshaus
Pressevorbesichtigung: 5. Oktober 2021, 11.00 Uhr
Es ist heute kaum vorstellbar: Doch als der junge Maler Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606–1669) im Jahr 1631 von Leiden nach Amsterdam zog, war er nur einer von vielen, die sich in der florierenden Kunst- und Kulturmetropole einen Namen machen wollten. In nur wenigen Jahren hatte er es geschafft: Rembrandt erwarb weitreichende Wertschätzung, bildete Dutzende angehender Künstler aus, engagierte sich im Kunsthandel und im aktiven Vertrieb seiner Gemälde und Druckgrafiken. Parallel dazu veränderte sich sein Stil in radikaler Weise von den kleinen, präzise gemalten Gemälden der Leidener Frühzeit zu den großen, dramatisch erzählenden und alle Register der Lichtregie ziehenden Leinwandbildern der Amsterdamer Zeit.
In einer großen Ausstellung thematisiert das Städel Museum gemeinsam mit der National Gallery of Canada erstmals Rembrandts Aufstieg zu internationalem Ruhm in seinen Jahren in Amsterdam. Die Schau vereint den Städel Bestand an Werken Rembrandts, darunter die Blendung Simsons (1636), mit herausragenden Leihgaben internationaler Museen u. a. aus dem Amsterdamer Rijksmuseum, der Gemäldegalerie Berlin, der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, der National Gallery in London, dem Museo del Prado in Madrid oder der National Gallery of Art in Washington. Darüber hinaus tritt Rembrandts Kunst in einen unmittelbaren Dialog mit den Meisterwerken der älteren und jüngeren Künstler seiner Zeit, darunter Nicolas Eliasz. Pickenoy und Bartholomeus van der Helst oder die Rembrandt-Schüler Govaert Flinck und Ferdinand Bol. Im Zentrum werden Gruppierungen eng verwandter Gemälde stehen, die Rembrandts Rolle und die seiner Zeitgenossen in diesem kreativen Netzwerk verdeutlichen. Rembrandts Bildproduktion war erstaunlich breit und umfasste neben Landschaften, Genreszenen und Stillleben vor allem Historienbilder und Porträts. Die Auseinandersetzung mit seinen Konkurrenten prägte seine künstlerische Entwicklung wie auch seine unternehmerischen Ambitionen. In Amsterdam wetteiferte eine Vielzahl talentierter Künstler um die Aufmerksamkeit und Patronage des wohlhabenden und kunstliebenden Bürgertums. Es war genau diese ebenso aufregende wie anregende Atmosphäre, die den jungen Künstler aus Leiden zu dem weltberühmten Meister machte, der er bis heute ist: Rembrandt.
Die Ausstellung wird organisiert vom Städel Museum, Frankfurt am Main, und von der National Gallery of Canada, Ottawa.
Kuratoren: Prof. Dr. Jochen Sander (Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter Flämische, holländische und deutsche Malerei vor 1800, Städel Museum) und Prof. Dr. Stephanie Dickey (Gastkuratorin an der National Gallery of Canada, Ottawa) Gefördert durch: ING AG, Dagmar-Westberg-Stiftung
Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten
Presseinformation
Städel eröffnet den neuen Studiensaal der Graphischen Sammlung
Der Umbau der Graphischen Sammlung im Städel Museum ist erfolgreich abgeschlossen. Ab dem 1. Oktober 2020 ist das Herzstück der Graphischen Sammlung, der Studiensaal, für die Besucherinnen und Besucher wieder zugänglich. Interessierte können sich dort Meisterwerke der Zeichenkunst und Druckgrafik aus dem Bestand des Städel zum Betrachten, Studieren und Erforschen vorlegen lassen – eine einzigartige und unmittelbare Begegnung mit der Kunst wird so möglich. Die Graphische Sammlung bewahrt über 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Dank der hohen Qualität der Blätter gehört sie zu den bedeutendsten Sammlungen ihrer Art in Deutschland. Höhepunkte sind neben Werken von Dürer, Raffael oder Rembrandt u. a. nazarenische Zeichnungen, französische Blätter des 18. und 19. Jahrhunderts, Werke von Max Beckmann und des deutschen Expressionismus um Ernst Ludwig Kirchner sowie Arbeiten der US-amerikanischen Kunst nach 1945. Aufgrund der besonderen Lichtempfindlichkeit von Arbeiten auf Papier können die Werke nicht dauerhaft ausgestellt werden. Sie werden daher in Sonderschauen in der Ausstellungshalle gezeigt oder können zu gesonderten Öffnungszeiten und nach Anmeldung im Studiensaal vorgelegt werden.
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Daten und Fakten Umbau Graphische Sammlung
Veranstaltungsprogramm November 2020
PRESSEINFORMATION
EINE IKONE DER MODERNE FÜR FRANKFURT – SELBSTBILDNIS MIT SEKTGLAS VON MAX BECKMANN ERWORBEN
HERAUSRAGENDER ANKAUF FÜR DAS STÄDEL MUSEUM / GEMÄLDE STEHT AB 9. DEZEMBER IM ZENTRUM EINER SONDERPRÄSENTATION
Es ist eine der bedeutendsten Erwerbungen in der über zweihundertjährigen Geschichte des Städel Museums: Das Gemälde Selbstbildnis mit Sektglas von Max Beckmann konnte durch die Unterstützung der Kulturstaatsministerin, des Städelschen Museums-Vereins, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder sowie fünf privater Mäzene für das Städel Museum erworben werden. Das Gemälde, 1919 in Frankfurt entstanden, gehört zu den bekanntesten und wichtigsten Werken des Künstlers. Seit 2011 befand es sich als Leihgabe im Museum. Mit dem Erwerb verbleibt es nun endgültig im Städel.
Das Selbstbildnis mit Sektglas ist eines der eindrücklichsten Selbstporträts des Künstlers, zudem handelt es sich dabei um das einzige aus einer kleinen Gruppe ikonisch gewordener Selbstbildnisse, das sich noch in deutschem Privatbesitz befand. Das Werk stammt aus der legendären Privatsammlung von Hermann Lange in Krefeld, der es bereits in den 1920er-Jahren erworben hatte. Seit dieser Zeit war das Gemälde ununterbrochen im Besitz seiner Nachkommen, von denen es nun für das Städel Museum erworben wurde. Max Beckmann ist heute, vor allem durch seine frühe Rezeption in den USA, der bekannteste deutsche Vertreter der Klassischen Moderne.
Vor bereits drei Jahren war Städel Direktor Philipp Demandt mit dem Wunsch, das Gemälde zu erwerben, an die Erben Hermann Langes herangetreten. Nach intensiven Gesprächen ebneten die Eigentümer durch ein großzügiges Entgegenkommen den Weg für erste Anfragen an institutionelle Förderer, deren ebenso beherzte wie bedeutende Zusagen sich fünf private Förderer mit wiederum exzeptionellen Einzelzusagen anschlossen. Das Kunstwerk ist aktuell im Beckmann-Saal des Städel Museums zu sehen und wird vom 9. Dezember 2020 bis 5. April 2021 im Mittelpunkt der Sonderpräsentation „STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL. Die Jahre in Frankfurt“ im Städel Museum stehen.
„Das Selbstbildnis mit Sektglas ist nicht nur eines der bedeutendsten Gemälde unseres Hauskünstlers Max Beckmann, sondern auch eine Ikone des 20. Jahrhunderts. Seit meinem Amtsantritt in Frankfurt war der Erwerb dieses Schlüsselwerks von Beckmann mein Herzenswunsch. Was zunächst angesichts des Wertes dieses weltweit begehrten Gemäldes unerreichbar schien, ist nun, nach drei Jahren, zu einem glücklichen Abschluss gekommen. Noch nie zuvor hat das Städel Museum eine einzelne Erwerbung in dieser Dimension gestemmt. Allen privaten und staatlichen Förderern sind wir für ihr überwältigendes Engagement ebenso dankbar wie den Eigentümern für ihr großes Vertrauen in das Städel Museum – durch dieses gemeinschaftliche Engagement kehrt Beckmanns Meisterwerk für immer nach Frankfurt, an den Ort seiner Entstehung, zurück“, so Städel Direktor Philipp Demandt.
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STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL.
DIE JAHRE IN FRANKFURT
VERLÄNGERT BIS 29. AUGUST 2021
Max Beckmann (1884–1950) ist wie kaum ein anderer Künstler mit dem Städel Museum und Frankfurt verbunden. Er verbrachte die längste und wichtigste Zeit seines Lebens in Frankfurt, schuf hier einen Großteil seiner zentralen Werke und entwickelte den für ihn charakteristischen Stil. Das Städel Museum befasst sich seit fast einem Jahrhundert intensiv mit dem Sammeln und der Erforschung seines Œuvres. Seit 1918 wurden kontinuierlich Arbeiten des Künstlers erworben; heute verfügt das Museum über eine der weltweit umfangreichsten Beckmann-Sammlungen.
Jüngst konnte eines der bekanntesten und bedeutsamsten Werke des Künstlers, Selbstbildnis mit Sektglas (1919), für das Städel gesichert werden. Diese Ikone der Moderne wurde dank der Unterstützung des Städelschen Museums-Vereins, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Bundesrepublik Deutschland und der Kulturstiftung der Länder sowie fünf privater Mäzene erworben. In einer Sonderpräsentation widmet sich das Städel mit ausgewählten Gemälden, Papierarbeiten und dokumentarischem Material seinem Beckmann-Bestand und den Frankfurter Jahren des Künstlers. Im Mittelpunkt steht das Selbstbildnis mit Sektglas.
Traumatisiert von seinen Erlebnissen als Sanitätshelfer im Ersten Weltkrieg kam Max Beckmann im Jahr 1915 in die Mainmetropole. 1925 übertrug ihm die Stadt die Leitung einer Meisterklasse an der Kunstgewerbeschule. Zahlreiche Frankfurt-Ansichten, Selbstbildnisse und Porträts von Freunden und Bekannten belegen seine enge Bindung an die Stadt. In der Zeit seines Aufenthaltes wurden seine Werke in 18 Einzel- und Gruppenausstellungen in Frankfurt präsentiert. 1929 verlieh ihm die Stadt den Großen Ehrenpreis. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde er aus seiner Lehrtätigkeit entlassen und musste Frankfurt verlassen. 1937 floh Beckmann, als „entartet“ diffamiert, nach Amsterdam. 1950 starb er in New York.
„Das Sammeln und die Erforschung der Kunst Max Beckmanns hat eine mehr als einhundertjährige Tradition am Städel Museum. Es ist ein außerordentlicher Glücksfall, dass wir dank des überwältigenden gemeinschaftlichen Engagements privater und staatlicher Förderer erst vor Kurzem das Selbstbildnis mit Sektglas von Max Beckmann für das Städel Museum erwerben konnten. Die Erwerbung dieses Jahrhundertwerks ist in der Geschichte des Hauses singulär und zeigt einmal mehr, wie sehr sich das Museum dem Werk des Künstlers verpflichtet fühlt. Diese enge Verbundenheit des Städel Museums und der Stadt Frankfurt mit Max Beckmann unseren Besucherinnen und Besuchern zu vermitteln, ist das Anliegen der Sonderpräsentation“, so Städel Direktor Philipp Demandt.
Einblicke in die Sonderpräsentation
Die Schau „STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL. Die Jahre in Frankfurt“ gliedert sich in drei Kapitel, beginnend mit dem für Beckmann so zentralen Thema des Selbstporträts: Beckmann hat wie kaum ein zweiter Künstler der Klassischen Moderne Selbstbildnisse geschaffen. Sie entstanden in allen Techniken, von der Malerei über die Zeichnung und Druckgrafik bis hin zur Skulptur. Wie in den hier ausgewählten Selbstbildnissen deutlich wird, begleiteten sie Beckmanns künstlerischen Werdegang von seinem Früh- bis in sein Spätwerk und veranschaulichen entscheidende Phasen seiner Entwicklung. Im Zentrum des Kapitels steht dabei als Hauptwerk die jüngste Neuerwerbung des Städel, das Gemälde Selbstbildnis mit Sektglas. 1919 in Frankfurt gemalt, ist es ein Sinnbild der Zwischenkriegszeit und der Weimarer Republik. Es zeigt den Künstler zum ersten Mal als eleganten Dandy im Smoking an der Theke eines Nachtlokals, vermutlich der Bar des Frankfurter Hofs, wo Beckmann laut Zeitzeugen mit Vorliebe Champagner trank.
Neben den vielen Einzelselbstbildnissen finden sich oft szenische Darstellungen, in denen Beckmann wie ein Schauspieler auf der Bühne seiner symbolisch-rätselhaften Kompositionen agiert: als Zirkusdirektor, wie etwa in dem Gemälde Zirkuswagen (1940), als Ausrufer, wie im Zyklus Die Hölle (1919), als biblischer Adam, wie in der Skulptur Adam und Eva (1936/1979), oder als vermeintlich beiläufiger Beobachter. Zeitgenössische Ereignisse vermischte er dabei mit allgemeinen, überzeitlichen und existenziellen Themen. Denn das Selbstbildnis bedeutete für Beckmann mehr als die Darstellung persönlicher Gemütsverfassungen. Es half ihm bei der Bestimmung seiner Rolle als Künstler in der Gesellschaft und war eine Möglichkeit, weltanschauliche Fragestellungen sowie grundlegende menschliche Konflikte zu thematisieren, wie etwa in der Kaltnadelradierung Der Abend (Selbstbildnis mit den Battenbergs) (1916). Die Druckgrafik zeigt das Ehepaar Heinrich (Ugi) und Frieda (Fridel) Battenberg, bei denen Beckmann nach seinem Einsatz im Krieg in Frankfurt Unterschlupf fand. Wie ein Keil schiebt sich sein Gesicht dabei zwischen die Eheleute, der dämonische Dritte in der sonst friedlichen Zweisamkeit.
Diese spezielle Funktion des Selbstbildnisses zeigt sich auch in Beckmanns druckgrafischem Schlüsselwerk Die Hölle (1919), das im zweiten Teil der Schau präsentiert wird. Über Zeichnung, Radierung und Lithografie hatte Beckmann zu einer neuen, einprägsamen Formensprache gefunden: Kantige, reduzierte Formen bestimmen nun das Bildgefüge. Der Raum wird gleichsam kubistisch aufgebrochen und perspektivische Verzerrungen und verfremdete Maßverhältnisse erzeugen Instabilität und Dynamik. Der lithografische Zyklus Die Hölle, der im selben Jahr wie Selbstbildnis mit Sektglas entstand und zu dem Gemälde enge formale Bezüge aufweist, spiegelt Beckmanns Erfahrung einer aus den Fugen geratenen Welt nach dem Ersten Weltkrieg. Auf das Titelblatt mit einem Selbstbildnis als Ausrufer folgen zehn verrätselte Kompositionen einer von Menschen geschaffenen ‚Hölle‘, in denen reale Elemente aus der unmittelbaren Gegenwart ‒ Bezüge auf die Ermordung Rosa Luxemburgs oder das Frankfurter Nachtlokal „Malepartus“ beispielsweise ‒ mit Sinnbildhaftem, Allegorischem kombiniert werden. Beckmann zeichnete die ungewöhnlich großformatigen Kompositionen dafür mit Kreide auf Papier; im Umdruckverfahren wurden die Zeichnungen dann auf den Lithostein übertragen und im Auftrag des Galeristen J. B. Neumann bei der Druckerei C. Naumann in Frankfurt gedruckt.
Das dritte Kapitel der Präsentation widmet sich Beckmanns Leben in Frankfurt. Ein Stadtplan zeigt neben Beckmanns Wohn- und Wirkungsstätten auch seine bevorzugten Aufenthaltsorte und seine wichtigsten Frankfurter Kontakte. In der Mainmetropole entwickelte Beckmann sich zu einem Künstler von internationalem Rang. Er war vernetzt mit führenden Figuren der Frankfurter Medien, Industrie und Kulturpolitik. Zu seinen Freunden und Sammlern wurden u. a. das Unternehmer-Ehepaar Walter und Käthe Carl, der Verleger Heinrich Simon, der damalige Städel-Direktor Georg Swarzenski, der Journalist und Autor Benno Reifenberg, die Journalistin Käthe von Porada, die Mäzenin Lilly von Schnitzler oder der Kunsthistoriker Fritz Wichert. Die Schau zeigt daher unter anderem das Gemälde Bildnis Ehepaar Carl (1918) oder das lithografierte Bildnis von Georg Swarzenski (1921) sowie historische Aufnahmen von Frankfurter Orten. Auf täglichen Spaziergängen erkundete der Künstler zudem die Stadt und schuf eine Reihe eindrücklicher Stadtlandschaften, wie etwa Eisgang (1923) oder Die Synagoge in Frankfurt am Main (1919).
Im Städel Museum entstand bereits seit 1918 die größte öffentliche Sammlung von Werken Beckmanns. Die meisten seiner Werke wurden direkt aus seinem Atelier und mit städtischen Mitteln angekauft. 1918 erwarb der damalige Direktor des Städel Museums, Georg Swarzenski, erstmals Werke von Beckmann für die dem Städel angegliederte Städtische Galerie. Bis 1931 erweiterte Swarzenski die zeitgenössische Abteilung auf insgesamt 13 Gemälde des Künstlers und über hundert Arbeiten auf Papier. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten mussten Beckmanns Gemälde abgehängt werden und wanderten ins Depot. Im Sommer 1937 erfolgte im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ die Beschlagnahmung nahezu der gesamten Beckmann-Sammlung. Nach dem Zweiten Weltkrieg organisierte Swarzenskis Nachfolger Ernst Holzinger 1947 gemeinsam mit Beckmanns Galeristen Günther Franke wieder eine Beckmann-Ausstellung im Städel mit Werken aus Privatbesitz. Der Kunsthändler schenkte dem Städel aus diesem Anlass mehrere Grafiken. Von entscheidender Bedeutung für den Wiederaufbau der verlorenen Beckmann-Sammlung war der Zugang von fast 170 Papierarbeiten aus der großen Grafiksammlung des mit Beckmann befreundeten Ehepaars Fridel und Ugi Battenberg im Jahr 1949. Ein Jahr nach dem Tod des Künstlers realisierte die Stadt Frankfurt mit Zirkuswagen (1940) den ersten Ankauf eines Beckmann-Gemäldes in der Nachkriegszeit. Seither hat das Städel kontinuierlich weitere Arbeiten des Künstlers erworben und verfügt mit elf Gemälden, zwei Skulpturen und einem mehrere hundert Blatt umfassenden grafischen Bestand heute wieder über eine der größten Beckmann-Sammlungen weltweit.
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Regina Freyberger (Leiterin Graphische Sammlung ab 1750, Städel Museum), Dr. Iris Schmeisser (Leiterin Provenienzforschung und historisches Archiv, Städel Museum)
STÄDELS BECKMANN / BECKMANNS STÄDEL.
DIE JAHRE IN FRANKFURT
Ausstellungsdauer: 9. Dezember 2020 bis 5. April 2021 – verlängert bis 29. August 2021
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Regina Freyberger (Leiterin Graphische Sammlung ab 1750, Städel Museum), Dr. Iris Schmeisser (Leiterin Provenienzforschung und historisches Archiv, Städel Museum)
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Information: www.staedelmuseum.de
Besucherservice: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do 10.00–21.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren
Kartenvorverkauf: shop.staedelmuseum.de
Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein von Alexander Eiling, Regina Freyberger und Iris Schmeisser herausgegebener Katalog, mit einem Grußwort von Sylvia von Metzler und einem Vorwort von Philipp Demandt, 94 Seiten, 15 Euro.
Podcast STÄDEL MIXTAPE: Die erste Folge des neuen Podcasts STÄDEL MIXTAPE widmet sich kunst- und kulturhistorischen Fragen rund um Beckmanns „Selbstbildnis mit Sektglas“ und kombiniert diese mit einem passenden Soundtrack. Überall dort zu finden, wo es Podcasts gibt, und auf mixtape.staedelmuseum.de
Audiotracks zu Max Beckmann: Ab sofort finden Sie weiterführende Texte, Bilder und Audiotracks zu den sechs wichtigsten Beckmann-Werken der Städel Sammlung auch in unserer Highlight-App, staedelmuseum.de/app-angebot
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Städel Blog: Noch mehr Geschichten und Hintergründe zur Sammlung und den Sonderausstellungen unter blog.staedelmuseum.de / keinen Artikel verpassen, blog.staedelmuseum.de/blog-abonnieren
Presseinformation
Wechsel an der Spitze der Administration des Städel Museums
Nach 20 Jahren als Vorsitzender der Administration des Städelschen Kunstinstituts legt Prof. Dr. Nikolaus Schweickart sein Amt auf eigenen Wunsch zum Jahresende nieder. Zum neuen Vorsitzenden wurde Wolfgang Kirsch ernannt. Die Administration ist das Vertretungsorgan der Stiftung und bildet ihren Vorstand; sie wird nach dem Willen des Stifters Johann Friedrich Städel aus fünf ehrenamtlichen Administratoren geformt. Nikolaus Schweickart wurde 1999 in die Administration des Städel Museums berufen. Ein Jahr später folgte er Barbara von Metzler als neuer Vorsitzender. In dieser Zeit entwickelten sich das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung zu Kunstinstitutionen von internationalem Rang. Als Vorsitzender der Administration hat Nikolaus Schweickart das Stiftungsvermögen des Städelschen Kunstinstituts erfolgreich vermehrt und das Museum als Bürgerstiftung zu einem in hohem Maße sich selbst finanzierenden Kunsthaus umgestaltet. Dem Städel Museum sicherte er stetige Unterstützung durch die Stadt Frankfurt sowie Kontinuität im unabhängigen Arbeiten. 2006 folgte die vertragliche Einigung über die Liebieghaus Skulpturensammlung. Als städtisches Museum wird die Sammlung seitdem vom Städel Museum im Rahmen einer Betriebsgemeinschaft mitverwaltet.
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Presseinformation
„Museum für zu Hause – Live“
Städel und Liebieghaus bieten neue Kunstvermittlungsformate online an
Ab 16. Dezember 2020 starten das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung mit „Museum für zu Hause – Live“ Online-Formate für die Kunstvermittlung. Das neu entwickelte Angebot ermöglicht die Begegnung mit Kunst und den interaktiven Austausch darüber im digitalen Raum. Gerade in Zeiten, in denen das direkte Gespräch über die Kunst nicht vor Ort im Museum möglich ist, sind Momente der gemeinsamen Kunstbetrachtung selten. Mit innovativen Online-Touren und Online-Sessions schafft „Museum für zu Hause – Live“ einen sozialen Kunsterlebnisraum im Digitalen, der Kunstbegegnungen, Einführungen in die aktuellen Sonderausstellungen und überraschende Verbindungen zwischen den Themen unserer Zeit und den großen Meisterwerken des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung bietet.
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PRESSEINFORMATION
EN PASSANT
Impressionismus in Skulptur
Städel Museum, Ausstellungshaus
Der Impressionismus fasziniert auch anderthalb Jahrhunderte nach seiner Entstehung weltweit. Vor allem die Malerei mit ihrem lockeren, skizzenhaften Pinselfluss, der reichen und hellen Farbpalette und den alltäglichen Sujets vermittelt ein Gefühl von Aufbruch und Modernität. Bis heute weniger erforscht und einem breiten Publikum unbekannt ist hingegen die Vielfalt des Impressionismus in der Skulptur. Dabei ist es historisch belegt, dass die Diskussion über den Impressionismus in der Skulptur mit der Präsentation von Edgar Degas’ Werk Kleine 14-jährige Tänzerin (1878/81) auf der sechsten Impressionisten-Ausstellung 1881 in Paris ihren Anfang nahm.
Das Städel Museum widmet sich in einer großen Ausstellung der Frage, was es konkret bedeutet, die Eigenschaften der impressionistischen Malerei wie Licht, Farbe, Stimmung, Bewegung – sogar Flüchtigkeit – in feste Materialien zu übersetzen. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen fünf Künstler: Edgar Degas (1834–1917), Auguste Rodin (1840–1917), Medardo Rosso (1858–1928), Paolo Troubetzkoy (1866–1936) und Rembrandt Bugatti (1884–1916). Mit ihren Werken stehen sie stellvertretend für die Grundfrage nach der Existenz einer impressionistischen Skulptur und zugleich prototypisch für ein übergreifendes künstlerisches Arbeiten in Malerei und Bildhauerei. Die Ausstellung vereint herausragende Skulpturen der fünf Künstler und setzt sie in Dialog mit impressionistischen Gemälden, Pastellen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien aus öffentlichen und privaten Sammlungen – darunter eindrückliche Werke aus der Sammlung des Städel. Zu sehen sind u. a. Arbeiten von führenden Künstlerinnen und Künstlern wie Pierre Bonnard, Antoine Bourdelle, Mary Cassatt, Camille Claudel, Max Liebermann, Henri Matisse, Claude Monet, Auguste Renoir, Giovanni Segantini oder John Singer Sargent. Mit mehr als 160 Werken gibt die Ausstellung einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten und die Herausforderungen des Impressionismus in der Skulptur.
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Ab sofort können Besucherinnen und Besucher das Bildnis der Schauspielerin Fanny Janauschek von Arnold Böcklin (1827–1901) aus dem Jahr 1861 wieder in der Abteilung Kunst der Moderne im Städel Museum bewundern. Das lebensgroße Porträt zeigt eine der bekanntesten Frankfurter Schauspielerinnen des 19. Jahrhunderts: Fanny Janauschek (1828–1904), die viele Jahre am Schauspielhaus der Stadt engagiert war. Die umfassende Restaurierung des Gemäldes konnte in den letzten vier Jahren überraschende Details im Kleid der Schauspielerin freilegen und macht die vom Maler beabsichtigte Farbwirkung des Porträts wieder erlebbar. Es wurden hierfür Maßnahmen vorangegangener Restaurierungen sowie alterungsbedingt nachgedunkelte Firnisschichten restauratorisch bearbeitet: Übermalungen und Retuschen wurden von der Gemäldeoberfläche abgetragen, da sie die originale Farbwirkung des Gemäldes nicht länger wiedergaben. Gefördert wurde die aufwendige Restaurierung durch die Damengesellschaft des Städelschen Museums-Vereins. Das besondere Engagement umfasste nicht nur die Restaurierung und Konservierung des Werks, sondern auch den Ankauf eines Architekturrahmens, der wie das Gemälde auf die Mitte des 19. Jahrhunderts datiert werden kann und der Schauspielerin in Zukunft zu einem würdigen Auftritt verhilft.
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PRESSEINFORMATION
Städels Erbe
Meisterzeichnungen aus der Sammlung des Stifters
13. MAI BIS 16. AUGUST 2020
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Der Frankfurter Kaufmann und Bankier Johann Friedrich Städel (1728–1816) hinterließ dem Städel Museum eine große Kunstsammlung, die neben Gemälden und Druckgrafiken auch über 4600 Zeichnungen umfasste. Lange Zeit konnte nicht nachvollzogen werden, welche Zeichnungen des heutigen Museumsbestands ursprünglich aus seiner Sammlung stammen. Zur damaligen Zeit wurde kein vollständiges Verzeichnis angelegt und eine Vielzahl von Zeichnungen wurde im Zuge einer Inventarisierung in den 1860er-Jahren aussortiert und verkauft. Dem Städel Museum ist es nun gelungen, die Zeichnungssammlung des Stifters erstmals weitgehend zu rekonstruieren und rund 3000 Werken zu identifizieren, die bis heute im Museum erhalten sind. Vom 13. Mai bis 16. August 2020 präsentiert das Städel Museum eine Auswahl von 95 Meisterzeichnungen, die einen exemplarischen Eindruck vom Zuschnitt, der Ordnung und der künstlerischen Bedeutung der einstigen Zeichnungssammlung von Johann Friedrich Städel vermitteln. Herausragende Arbeiten von Raffael, Correggio und Primaticcio, Watteau, Boucher und Fragonard, Dürer, Roos und Reinhart sowie Goltzius, Rembrandt und De Wit werden in der Sammlungstradition des Stifters nach „europäischen Schulen“ geordnet gezeigt und in einem die Ausstellung begleitenden Katalog ausführlich besprochen. Ein Teil dieser Zeichnungen ist in der Forschung bereits bekannt, andere werden zum ersten Mal veröffentlicht.
Die Rekonstruktion der Zeichnungssammlung Johann Friedrich Städels gibt Einblicke in die Sammeltätigkeit und die Sammlungskonzeption des Stifters sowie in das Sammeln von Zeichnungen im 18. Jahrhundert im Allgemeinen. Die Handelswege der Blätter nach Frankfurt und der lebhafte Austausch Johann Friedrich Städels mit den großen europäischen Kunsthandelszentren Paris, Amsterdam und London werden ebenso deutlich wie der kunsthistorische, enzyklopädische Anspruch seines Sammelns. Auch der Austausch, den die kunstinteressierten Bürger Frankfurts zur Zeit des Stifters untereinander pflegten, wird in Teilen erkennbar. Die Ausstellung liefert zudem wichtige Erkenntnisse über den Umgang mit der Sammlung des Städel Museums im 19. Jahrhundert und darüber, wie damals entschieden wurde, was „museumswürdig“ sei und was nicht.
Kurator: Dr. Joachim Jacoby
Gefördert durch: Stiftung Gabriele Busch-Hauck, Wolfgang Ratjen Stiftung, Tavolozza Foundation, Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung
PRESSEINFORMATION
DIE SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, DAS STÄDEL MUSEUM UND DIE LIEBIEGHAUS SKULPTURENSAMMLUNG ÖFFNEN WIEDER
Die Schirn Kunsthalle Frankfurt ist ab dem 6. Mai 2020, das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung sind ab dem 9. Mai 2020 wieder geöffnet. Alle Sonderausstellungen der Häuser werden verlängert. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert die Ausstellungen „Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Frida Kahlo“ und „Richard Jackson. Unexpected Unexplained Unaccepted“, beide werden bis 5. Juli verlängert. Neben der Sammlungspräsentation im Städel Museum ist die Sonderausstellung „EN PASSANT. Impressionismus in Skulptur“ mit der Öffnung des Museums erstmals für das Publikum zu sehen. Sie wird bis 25. Oktober verlängert. Die geplante Ausstellung der Graphischen Sammlung „Städels Erbe. Meisterzeichnungen aus der Sammlung des Stifters“ wird am 13. Mai eröffnet. Ab dem 19. Mai ist ebenfalls die neupräsentierte Dauerausstellung der Sammlung Gegenwartskunst „ZURÜCK IN DIE GEGENWART. NEUE PERSPEKTIVEN, NEUE WERKE – DIE SAMMLUNG VON 1945 BIS HEUTE“ für das Publikum zugänglich. In der Liebieghaus Skulpturensammlung werden die Sammlungspräsentation und die Sonderausstellung „BUNTE GÖTTER – GOLDEN EDITION. Die Farben der Antike“ wieder geöffnet. Die Ausstellung wird bis 17. Januar 2021 verlängert.
Die komplette Presseinformation finden Sie hier als PDF zum Download.
WANDTEXTE
Die Wandtexte zur Ausstellung „Städels Erbe. Meisterzeichnungen aus der Sammlung des Stifters“ finden Sie hier als PDF zum Download.
Presseinformation
AUSGEZEICHNET AUSGESTELLT
Die Frankfurter Dr. Marschner Stiftung vergibt ihren Ausstellungspreis für kuratorische Leistung an „MAKING VAN GOGH“ des Städel Museums
Die Dr. Marschner Stiftung vergibt erneut einen Preis für eine herausragend kuratierte Ausstellung. Der Dr. Marschner-Ausstellungspreis „Ausgezeichnet Ausgestellt“ richtet sich an alle Institutionen gemeinnütziger und öffentlicher Trägerschaften in Frankfurt am Main und Offenbach und wird jährlich verliehen. Aus den im Jahr 2019 eingereichten Bewerbungen erstellte eine Jury die Shortlist. Ausgewählt wurden 7 Projekte, die sich durch ihre substanzielle kuratorische Arbeit sowohl für eine breite Öffentlichkeit als auch für ein Fachpublikum auszeichneten. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und somit in ihrer Form einmalig in der Mainmetropole.
Nach dem Urteil der Jury ist es in 2019 der Ausstellung „MAKING VAN GOGH. Geschichte einer deutschen Liebe“ des Städel Museums am überzeugendsten und konsequentesten gelungen, die Prämissen des Dr. Marschner Ausstellungspreises „Ausgezeichnet Ausgestellt“ umzusetzen.
Die komplette Presseinformation der Dr. Marschner Stiftung finden Sie hier als PDF zum Download.
Veranstaltungsprogramm Juli und August 2020
Veranstaltungsprogramm September 2020
PRESSEINFORMATION
STÄDEL OHNE GRENZEN – DIE BILDUNGSWOCHE 2020
DIE BILDUNGSWOCHE KOMMT IN DIESEM JAHR FÜR EINEN GANZEN MONAT ZU DEN KINDERN UND JUGENDLICHEN IN DIE SCHULEN, KINDERTAGESSTÄTTEN UND HORTE
Das Städel Museum hat gemeinsam mit der Frankfurter Volksbank 2020 eine etwas andere Bildungswoche entwickelt: Dieses Jahr kommt die Bildungswoche zu den Kindern und Jugendlichen in die Schulen, Kindertagesstätten und Horte. Den ganzen September stehen thematisch vielfältige, fächerübergreifende Arbeitsblätter auf der Website des Städel Museums kostenfrei zum Download zur Verfügung. Die Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher können die Texte und spannenden Anleitungen zur künstlerisch-praktischen Vertiefung für Kita, Grundschule, Sekundarstufe I und II in den Unterricht einbinden, für das Homeschooling nutzen oder als Hausaufgabe verwenden. Die pädagogischen Materialien führen Kinder und Jugendliche an kunst- und kulturhistorische Inhalte heran und ermöglichen eine aktive Teilhabe an Wissensvermittlung außerhalb des Museums. Die Themenangebote über Politik, Farbe und Form, Natur und Umwelt bis hin zu Fantasy oder Freundschaft orientieren sich am Lehrplan und bieten Bezüge zum fächerübergreifenden Unterricht. Unter dem Motto „Kunst verbindet. 700 Jahre Kulturgeschichte“ werden unter anderem auch aktuelle gesellschaftlich relevante Themen, etwa Kinderrechte, Klimawandel oder Geschlechterrollen, mit den Werken der Sammlung des Städel Museums vermittelt. Durch ansprechende Texte können sich Kinder und Jugendliche ausgewählte Kunstwerke detailliert erschließen, Workshop-Anleitungen ermöglichen eine kreative weiterführende Auseinandersetzung. Die Arbeitsblätter sind bis zum 30. September nutzbar und stehen darüber hinaus auch noch nach dem Ende der Bildungswoche zur Verfügung. Der Besuch im Städel Museum ist Teil des Angebots. Jede angemeldete Schul-, Kita- oder Hortgruppe erhält die Chance auf kostenfreie Familienkarten für die gesamte Gruppe. Das Kartenkontingent ist begrenzt.
Die komplette Presseinformation finden Sie hier als PDF zum Download.
Veranstaltungsprogramm Oktober 2020
PRESSEINFORMATION
CORONA-MASSNAHMEN: DAS STÄDEL MUSEUM BLEIBT AB 2. NOVEMBER 2020 VORÜBERGEHEND GESCHLOSSEN
Das Städel Museum bleibt vom 2. November 2020 bis vorerst einschließlich 7. März 2021 geschlossen. Das Städel folgt damit den behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.
Über weitere Entwicklungen werden wir Sie rechtzeitig informieren.
Bereits gekaufte Tickets für die Sammlung des Städel Museums sowie für die Ausstellung „Schaulust. Niederländische Zeichenkunst des 18. Jahrhunderts“
(bis 18. April 2021) behalten ihre Gültigkeit. Auf Wunsch können die Tickets zurückgegeben werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an besucherdienst@staedelmuseum.de.
Das Städel kommt in dieser Zeit zu Ihnen nach Hause. Nutzen Sie unsere zahlreichen digitalen Angebote, vom Onlinekurs zur Kunst der Moderne über die Digitale Sammlung bis hin zu einem Tablet-Game für Kinder und der Podcast-Serie FINDING VAN GOGH. Weitere Informationen finden Sie unter digital.staedelmuseum.de.
Bleiben Sie über unsere Social-Media-Kanäle Instagram, Facebook, Twitter und YouTube mit uns im Austausch: @staedelmuseum #StaydelAtHome.
Noch mehr Geschichten und Hintergründe zur Sammlung und den Sonderausstellungen finden Sie auf unserem Städel-Blog unter blog.staedelmuseum.de.
Publikationen und ausgewählte Geschenkartikel aus unserem Museumsshop sind weiterhin online erhältlich: shop.staedelmuseum.de.
STÄDEL MUSEUM
Information: www.staedelmuseum.de
Besucherservice: +49(0)69-605098-200, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main