PRESSEINFORMATION
Städel und Liebieghaus begeistern 2022 über 360.000 Besucher
SAISONSTART MIT „ITALIEN VOR AUGEN“ AB 23. FEBRUAR IM STÄDEL UND „MASCHINENRAUM DER GÖTTER“ AB 8. MÄRZ IM LIEBIEGHAUS / GROSSE AUSSTELLUNG ZUM BAROCKEN MALERSTAR GUIDO RENI NOCH BIS 5. MÄRZ IM STÄDEL
Im Jahr 2022 begeisterten das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung insgesamt 361.756 Besucher und konnten so ihre Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln. Überzeugen konnte das vielfältige Programm aus Sonderausstellungen, etwa „RENOIR. ROCOCO REVIVAL“, die Retrospektive zur Malerin Ottilie W. Roederstein oder, ganz aktuell, die Kunst des italienischen Barockmalers Guido Reni. Die Neupräsentation des Städel Gartens sowie die Umgestaltung der Sammlung Kunst der Moderne mit Meisterwerken der europäischen Malerei- und Skulpturengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts lockten das Publikum in die bedeutende Sammlung des Städel Museums. Das Städel erreichte im letzten Jahr wieder nahezu 90 % seines regulären Besucher-aufkommens. Die Liebieghaus Skulpturensammlung konnte 2022 mit der Ausstellung „Splendid White“, die Sammlung kostbarer Elfenbeinskulpturen des Barock und Rokoko aus dem Besitz des Mäzens Reiner Winkler vervollständigen. In „MISSION RIMINI“ wurde eines der bedeutendsten spätmittelalterlichen Kunstwerke aus Alabaster und ein Hauptwerk des Liebieghauses nach umfangreicher Restaurierung wieder präsentiert. Das abwechslungsreiche Bildungs- und Vermittlungsprogramm aus Führungen, digitalen Angeboten, der jährlichen Bildungswoche für Kinder und Jugendliche, dem CLOSE UP zur Gegenwartskunst oder den Sommer-Events LIEBIEGHAUS LIVE und SECRET GARDEN erreichte ein breites Publikum. Das letzte Jahr markierte zudem den Start der großen kulturellen Bildungsinitiative „Meinungsbilder. Anders sehen. Einander verstehen“, die das Städel Museum als Ort der Kunst und der Debatte erlebbar macht. 2023 wird das Kunstvermittlungsprogramm um neue, auch digitale Formate erweitert, darunter etwa diskursive Führungen, kunstpraktische Seminare und Workshops sowie spezifische Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung sagt dazu: „Das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung sind zwei Frankfurter Museen von Weltrang, die im letzten Jahr über 360.000 Besucherinnen und Besucher mit einem überzeugenden Programm begeistern konnten. War das Jahr 2021 noch stark von der Pandemie gekennzeichnet, konnten wir die Besucherzahl in beiden Häusern 2022 verdoppeln. Diesen Erfolg haben wir unserem Publikum und der überwältigenden Unterstützung unserer Häuser durch Frankfurter Bürger, Stiftungen und Unternehmen zu verdanken. 2023 erwartet unsere Besucherinnen und Besucher ebenfalls ein vielversprechendes Programm: Im Städel beginnen wir das Jahr mit Meisterwerken der frühen Italien-Fotografie und im Liebieghaus widmet sich die Ausstellung ‚Maschinenraum der Götter. Wie unsere Zukunft erfunden wurde‘ der aufregenden Verbindung zwischen Kunst und Technik in der Antike.“
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Programm an Ostern in Städel und Liebieghaus
SONDERÖFFNUNGSZEITEN, RAHMENPROGRAMM ZU ITALIEN VOR AUGEN UND MICHAEL MÜLLER IM STÄDEL SOWIE ZU MASCHINENRAUM DER GÖTTER IM LIEBIEGHAUS, FERIENKURSE FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
Mit den Sonderöffnungszeiten laden das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung die Besucher während der Osterfeiertage zum ausgiebigen Kunstgenuss am Museumsufer ein.
Das Städel Museum präsentiert in der Sonderausstellung „Italien vor Augen. Frühe Fotografien ewiger Sehnsuchtsorte“ eine Auswahl früher Italienfotografie. Die Ausstellung versammelt insgesamt 90 bedeutende Aufnahmen der Jahre 1850 bis 1880 aus der eigenen Sammlung. Es ist eine fotografische Tour entlang der bekanntesten Routen mit den Stationen Mailand, Venedig, Florenz, Rom und Neapel.
Mit der Ausstellung „Der geschenkte Tag. Kastor & Polydeukes“ führt der deutsch-britische Künstler Michael Anthony Müller die Besucher in die mythologische Welt der griechischen Antike. Er entfaltet im Städel Museum eine vielschichtige künstlerische Reflexion über die Bedeutung von Zeit, Sterblichkeit sowie überzeitlicher Liebe. Die Einzelausstellung ist noch bis zum 23. April zu sehen.
Im Liebieghaus widmet sich die große Sonderausstellung „Maschinenraum der Götter. Wie unsere Zukunft erfunden wurde“ einer der aufregendsten Verbindungen in der Geschichte der Menschheit – jener zwischen Kunst und Technik. Es ist eine globale Erzählung voller Mythen und Visionen, geheimnisvoller Fabeln, fiktiver und realer Innovationen und herausragender Meisterwerke. Die Ausstellung berichtet von der Geschichte der Wissenschaften in den antiken, arabischen und asiatischen Kulturen und ihrem Einfluss auf die Entwicklung der Kunst. Eine multimediale Ausstellungsarchitektur verwandelt das Liebieghaus in ein Museum, in dem Kunst und Wissenschaft aus über fünf Jahrtausenden lebendig werden.
Während der Osterfeiertage findet in beiden Häusern ein umfassendes Programm für Erwachsene, Kinder und Familien statt. Zu den aktuellen Sonderausstellungen werden regelmäßige Überblicks- und Abendführungen, Online-Touren, Atelierkurse sowie Sonderveranstaltungen angeboten.
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WEIHNACHTEN UND NEUJAHR IM STÄDEL UND LIEBIEGHAUS
SONDERÖFFNUNGSZEITEN UND RAHMENPROGRAMM ZU „HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN“, VICTOR MAN, MIRON SCHMÜCKLE UND UGO RONDINONE IM STÄDEL SOWIE „MASCHINENRAUM DER GÖTTER“ IM LIEBIEGHAUS, WEITERE HOLBEIN-HIGHLIGHTS IM NEUEN JAHR
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ITALIEN VOR AUGEN. FRÜHE FOTOGRAFIEN EWIGER SEHSUCHTSORTE
23. FEBRUAR BIS 3. SEPTEMBER 2023
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Auf dem Canal Grande schippernde Gondolieri, der Schiefe Turm von Pisa oder die Altertümer Roms: Zahlreiche Fotografien von Giorgio Sommer, dem Unternehmen der Gebrüder Alinari, Carlo Naya oder auch Robert Macpherson prägten das Bild von Italien als Sehnsuchtsort. Das Städel Museum präsentiert vom 23. Februar bis 3. September 2023 eine Auswahl früher Italienfotografie. Die Ausstellung versammelt insgesamt 90 bedeutende Aufnahmen der Jahre 1850 bis 1880 aus der eigenen Sammlung. Es ist eine fotografische Tour entlang der bekanntesten Routen mit den Stationen Mailand, Venedig, Florenz, Rom und Neapel.
Seit Generationen träumen sich die Menschen nach Italien: Das mediterrane Klima, die facettenreiche Natur und die vielfältige Kultur machten das Land schon früh zu einem bevorzugten Reiseziel. Als mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecken in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein reger Tourismus entstand, eröffneten an den Orten mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Fotografenstudios. Für Reisende wurden die dort angebotenen Aufnahmen noch vor Erfindung der Bildpostkarte zu einem beliebten Souvenir, das auch per Versandhandel international vertrieben wurde. Bereits in den 1850er-Jahren erwarb der damalige Direktor Johann David Passavant Fotografien für die Sammlung des Städel Museums. Sowohl das kunstinteressierte Publikum als auch die Schüler der angegliederten Kunstakademie sollten sich anhand der Abzüge eine Vorstellung vom Süden Europas und seinen Kunst- und Naturschätzen machen. Damit rückte die Ferne näher und gleichzeitig bestimmten die im Umlauf befindlichen Motive, was als sehenswürdig zu erachten ist. Noch heute wirken die Szenerien von damals fotografisch nach.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums über die Ausstellung: „‚Italien vor Augen‘ lädt zu einer fotografischen Reise ein: von Mailand über Venedig und Florenz bis nach Rom und Neapel. Zugleich gibt die Schau einen Einblick in die Geschichte der fotografischen Sammlung des Städel Museums: Der damalige Direktor Johann David Passavant erkannte früh die Möglichkeit, durch das Medium der Fotografie Kunstwerke und Kulturschätze uneingeschränkt zugänglich zu machen. Damit führte er die Leitidee unseres Museumsgründers, Johann Friedrich Städel, vortrefflich fort.“
Kuratorin: Dr. Kristina Lemke (Sammlungsleiterin Fotografie, Städel Museum)
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CLUB DIVINE – DIE PARTY ZUR AUSSTELLUNG „GUIDO RENI. DER GÖTTLICHE“
Samstag, 4. Februar 2023, Einlass ab 21.00 Uhr / Ausstellung bis nach Mitternacht geöffnet / Tickets sind nur noch an der Abendkasse verfügbar
Mit CLUB DIVINE – der Party zur großen Sonderausstellung „GUIDO RENI. Der Göttliche“ lädt das Städel Museum am Samstag, dem 4. Februar 2023 zu einer Partynacht zwischen göttlichem Glamour und berauschender Extravaganz. Junge Kunstexperten geben spannende Einblicke in die Ausstellung, und Kunstvermittler diskutieren bei Art Battles das schillernde Leben und Werk des Künstlers. Der Frankfurter DJ Richard Oberscheven entführt in seine Welt elektronischer Beats, bevor TERR, aus dem Berliner Berghain, für tanzbare Ekstase sorgt.
Die DJ/Produzentin und Labelbetreiberin Daniela Caldellas, bekannt unter dem Namen TERR, bereichert den Abend mit elektronischen Sounds. Ihre einzigartigen Produktionen sind geprägt durch Einflüsse von Grunge bis Electroclash über klassische Disco, Acid House und populärer brasilianischer Musik.
Richard Oberscheven ist keine Unbekanntheit in der lokalen Musik- und Tanzszene. Durch seinen tänzerischen Hintergrund ist er mit diversen Musikstilen in Berührung gekommen und entdeckte früh seine Liebe zur 90er-House-Musik. Ob Vocal, Deep oder zeitgenössischer House – seine Sets sind kraftvoll, spielerisch und emotional.
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NUR NOCH BIS 5. MÄRZ: DER GÖTTLICHE GUIDO RENI IM STÄDEL
WIEDERENTDECKUNG DES ITALIENISCHEN MALERSTARS: PROGRAMMHÖHEPUNKTE IN DER AUSSTELLUNG UND LIVE-RUNDGANG AUF INSTAGRAM // LIMITIERTE 2 FOR 1-FLEXTICKETS
Nur noch bis zum 5. März zeigt das Städel Museum die große Ausstellung „GUIDO RENI. Der Göttliche“ und entdeckt mit rund 130 seiner faszinierenden Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken Guido Reni, den einstigen Malerstar des Barock, wieder. Mit seiner Kunst prägte er die europäische Bildwelt tiefgreifend und übersetzte wie kein anderer die Schönheit des Göttlichen in Malerei. Die enorme Wirkung seines Schaffens zeigt sich etwa in den unzähligen Varianten seiner Darstellungen des Hauptes Christi und Mariens mit zum Himmel gewandtem Blick, deren Reproduktionen sich noch heute als Einlegeblätter in katholischen Gebetsbüchern finden. Das Städel Museum präsentiert erstmals seit über 30 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid eine Ausstellung zu Guido Reni und vereint die größte Anzahl seiner eigenhändigen Werke, die je an einem Ort zusammenkam. Ein umfassendes Programm zur Ausstellung macht die Vielfalt und beeindruckende Qualität von Renis Schaffen im Museum und digital erlebbar: Überblicksführungen sowie Abendführungen mit u. a. dem Kurator Dr. Bastian Eclercy, ein Instagram-Live-Rundgang, das Digitorial®, die Audioguide-App sowie ein eigens produzierter Film liefern Einblicke und Hintergründe zur Ausstellung. Als besonderes Angebot sind ab sofort im Online-Shop jeweils zwei Flextickets zum Preis von einem für die Sonderausstellung erhältlich.
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HERAUSRAGEND! DAS RELIEF VON RODIN BIS PICASSO
24. MAI BIS 17. SEPTEMBER 2023
Ausstellungshaus
Rodin, Matisse, Gauguin, Picasso, Hans Arp oder Yves Klein – sie alle schufen im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Kunst: Reliefs. Das Städel Museum präsentiert diesen Sommer eine große Ausstellung über das Relief von 1800 bis in die 1960er-Jahre. Ist es Malerei oder Skulptur, Fläche oder Raum? Kaum ein anderes künstlerisches Medium fordert unser Sehen so heraus wie das Relief: Das macht es für die berühmtesten Künstlerinnen und Künstler seit jeher so reizvoll. Die Ausstellung zeigt vom 24. Mai bis 17. September 2023 bedeutende Kunstwerke aus rund 160 Jahren von Bertel Thorvaldsen, Jules Dalou, Auguste Rodin, Medardo Rosso, Paul Gauguin, Henri Matisse, Pablo Picasso und Alexander Archipenko sowie Hans Arp, Kurt Schwitters, Sophie Taeuber-Arp, Yves Klein, Louise Nevelson, Lee Bontecou und anderen. Dafür vereint das Städel Museum – in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle – Kunstwerke aus den eigenen Sammlungen und aus führenden europäischen Museen in Frankfurt, etwa aus dem Musée d’Orsay, dem Musée Picasso und dem Centre Pompidou in Paris, dem Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, dem Kunstmuseum Basel oder dem Musée des Beaux-Arts de Lyon. Darüber hinaus werden auch selten zu sehende Arbeiten aus Privatsammlungen vorgestellt.
„Herausragend! Das Relief von Rodin bis Picasso“ wird durch die Gemeinnützige Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH und den Städelschen Museums-Verein e. V. mit den Städelfreunden 1815 gefördert. Zusätzliche Unterstützung erfährt die Ausstellung durch die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung.
Städel Direktor Philipp Demandt über die Ausstellung: „Diesen Sommer können unsere Besucherinnen und Besucher im Städel Museum einem aufregenden künstlerischen Medium begegnen: dem Relief. Eine Kunstform zwischen Malerei und Skulptur, die den sprichwörtlichen Rahmen und die Grenzen unseres Sehens sprengt! Wir widmen dieser bisweilen verkannten Kunstform eine große Ausstellung. Es ist eine einmalige Chance, rund 140 bedeutende Werke von knapp 100 wegweisenden Künstlerinnen und Künstlern des 19. Jahrhunderts, der Klassischen Moderne und der internationalen Nachkriegskunst in Frankfurt zu erleben und das Relief als das zu würdigen, was es ist: Ausdruck großer Kunst.“
„Das Relief ist eines der ältesten Bildmedien der Menschheit. Als Hybrid steht es nicht nur zwischen den künstlerischen Gattungen Malerei und Skulptur, sondern in der Wahrnehmung auch im Spannungsfeld zwischen Sehen und Berühren. Unsere Ausstellung widmet sich den besonderen Möglichkeiten und Chancen des Reliefs in der Kunst vom Klassizismus bis in die 1960er-Jahre. Mit der Rückbindung an die klassische Antike beginnt um 1800 eine deutliche Zäsur für die Bedeutung und die Ästhetik des Reliefs und in den 1960er-Jahren markieren der ‚Ausstieg aus dem Bild‘ und der damit verbundene Transfer bildhauerischer Konzepte in Raumkonzepte einen abermaligen Dreh- und Angelpunkt. Die Ausstellung liefert keine umfassende Geschichte des Reliefs, sie wirft vielmehr einzigartige Schlaglichter auf den heute wenig bekannten Diskurs rund um die Kunst des Reliefs“, erläutern die Kuratoren der Ausstellung, Alexander Eiling und Eva Mongi-Vollmer.
Eine Ausstellung des Städel Museums, Frankfurt am Main und der Hamburger Kunsthalle.
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne), Dr. Eva Mongi-Vollmer (Kuratorin für Sonderprojekte)
Projektleitung: Dr. Friederike Schütt
Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, Städelscher Museums-Verein e.V. – Städelfreunde 1815
Mit Unterstützung von: Georg und Franziska Speyer'sche Hochschulstiftung
Medienpartner: Süddeutsche Zeitung, ARTE, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Kulturpartner: hr2-kultur
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Philipp Fürhofer. Phantominseln
12. Mai bis 5. November 2023
Sammlung Gegenwartskunst
Die Illusion und das Hinterfragen der Realität sind zentrale Motive im Schaffen des Künstlers Philipp Fürhofer (geb. 1982). An der Schnittstelle von Installation und Malerei zeigen seine Werke komplexe Bildwelten. Das Städel Museum präsentiert vom 12. Mai bis 5. November 2023 in einer Einzelausstellung des Künstlers insgesamt 16 Werke, darunter eine raumspezifische Arbeit. In der Sammlung Gegenwartskunst entwirft Fürhofer eine mystische Dschungellandschaft, in der nichts ist, wie es scheint. Den Besuchern strahlen Sonnenuntergänge und tropische Wälder aus Gemälden und Leuchtkästen entgegen, deren langsam pulsierendes Licht eine geheimnisvolle Atmosphäre erzeugt. Mit einer eigens für die Ausstellung konzipierten Arbeit reagiert Fürhofer zudem auf die Architektur des Raumes: Ein knapp sechs Meter hoher Vorhang greift die Motive der umliegenden vermeintlich paradiesischen Landschaften auf. Die Besucher sind eingeladen, durch den Vorhang hindurchzutreten und einen Blick dahinter zu werfen. Mit dem Ausstellungstitel Phantominseln bezieht sich Fürhofer auf einst kartografierte Inseln, deren Existenz später widerlegt wurde. Auch die Naturromantik von Fürhofers Wäldern und Stränden erweist sich als Trugbild: Unter aufgekratzten Schichten von Malerei offenbart sich die Frage nach der existenziellen, wechselseitigen Beeinflussung von Mensch und Natur, einer kapitalistischen Zivilisation und der stetigen Zerstörung ihres eigenen Lebensraums. Mit Referenzen aus der Pop-Kultur verdeutlicht Fürhofer den in Zeiten des Umbruchs und der Unsicherheit stetig wachsenden Wunsch des Menschen nach Kontrolle über seine unmittelbare Umgebung und sein Selbst.
Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums: „Philipp Fürhofers künstlerische Mittel sind die Illusion und das Hinterfragen der Realität. In seinen Werken stellt er den Menschen und die Natur in den Fokus. Er geht dabei über das Medium der Leinwand hinaus und entwickelt eine zeitgenössische Antwort auf die Malerei der Romantik. Fürhofers Werke fordern uns auf, über uns und die Welt, in der wir leben, nachzudenken und uns mit den drängenden Fragen unserer Zeit auseinanderzusetzen.“
„Durch das Addieren und Subtrahieren von Farbschichten sowie den Einsatz von Spiegel und Licht erzeugt Philipp Fürhofer ein schier endloses Wechselspiel zwischen Mensch und Natur, Utopie und Dystopie. Das rhythmisch auf- und abklingende Licht seiner Leuchtkästen offenbart dabei die Fragilität des Menschen als Teil des natürlichen Kreislaufes“, sagt Svenja Grosser, Kuratorin der Ausstellung.
Kuratorin: Svenja Grosser (stellv. Leiterin Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
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MEINUNGSBILDER. ANDERS SEHEN. EINANDER VERSTEHEN
NEUES DIGITALES ANGEBOT // DER 1. MAI IM STÄDEL MIT GROSSEM KOSTENFREIEM PROGRAMM ZU DEN THEMEN KUNST UND DEMOKRATIE // MEINUNGSBILDER-PROGRAMMWOCHE BIS 5. MAI
Wissen, was ist, was gewesen ist und was kommen könnte, sich Meinungen zu bilden, Debatten und Diskurse zu führen, um eine lebendige demokratische Kultur zu leben, steht im Zentrum der großen kulturellen Bildungsinitiative des Städel Museums mit dem Titel „Meinungsbilder. Anders sehen. Einander verstehen“. Dem Verständnis folgend, dass ein Museum ein Ort für vielfältige gesellschaftliche Aspekte des Lebens ist, entwickelt das Städel Museum seit Jahren eine zeitgemäße publikumsorientierte Kunstvermittlung. Die Meinungsbilder-Initiative soll demokratieförderndes Denken und Handeln unterstützen: Durch eine aktive Auseinandersetzung mit den Kunstwerken des Städel Museums lassen sich historische Entwicklungen und Prozesse, die das gesellschaftliche Wertesystem von Freiheit und Demokratie herausgebildet haben, eindrücklich nachvollziehen. Was erzählt uns die Kunst von gestern über das Heute? Und was hat das eigentlich alles mit mir zu tun? Die Kunstwerke der Sammlung von 1300 bis zur Gegenwart geben Antworten und erzählen Geschichten u. a. von Globalisierung, Widerstand, Utopie, Emanzipation, Macht, Unterdrückung oder Populismus.
Wenige Tage vor dem 175. Jubiläum der deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche widmet das Städel Museum im Rahmen der Meinungsbilder-Initiative eine Woche den Themen Kunst und Demokratie. Die Besucher sind eingeladen, ins Städel Museum zu kommen und an einem großen und abwechslungsreichen Programm teilzunehmen. Es gibt Angebote für die ganze Familie und alle Altersgruppen. Den Auftakt der Programmwoche bildet der 1. Mai im Städel Museum. Offene Workshops und Führungen laden dazu ein, die Kunstwerke der Sammlung lesen zu lernen, gemeinsam darüber zu diskutieren und so gesellschaftliche Entwicklungen und Phänomene unserer Zeit besser zu verstehen. Der Eintritt ins Städel und die Teilnahme am Programm sind kostenfrei.
Zum Auftakt am 1. Mai startet das Städel Museum ein neues digitales Angebot: die sechsteilige Filmreihe „Meinungsbilder“, die historische Zusammenhänge der Kunstwerke mit aktuellen gesellschaftlichen Diskursen verknüpft. Im Mittelpunkt steht jeweils ein Kunstwerk aus der Städel Sammlung, das durch den persönlichen Blick von Enissa Amani, Bless Amada, Theresia Enzensberger, Mirna Funk, Friedemann Karig und Nikeata Thompson vorgestellt wird. Sie entschlüsseln die Kunstwerke und spannen den Bogen zu den Themen der Gegenwart. Die Filmreihe ist auf staedelmuseum.de/meinungsbilder und allen gängigen Plattformen zu sehen.
Weitere Höhepunkte der Meinungsbilder-Programmwoche sind der Workshop „Let’s Talk About … Kunst und Demokratie“ am 4. Mai, Online-Sessions am 2. und 3. Mai sowie eine Abendführung am 4. Mai. Während der Meinungsbilder Programmwoche vom 2. bis 5. Mai bietet das Städel Museum zwei Lehrerfortbildungen zu dem neuen thematisch überarbeiteten Schulklassenprogramm an. Für Schulklassen, Kita- und Hortgruppen sowie Jugendgruppen und Vereine wird der Museumsbesuch mit altersgerechten Führungen und spannenden künstlerischen Workshops zu einem einzigartigen Erlebnis.
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„EIN AUSGEZEICHNETES FRAUENPORTRÄT“ – BILDNIS VON THERESE KARL FÜR DAS STÄDEL WIEDERERWORBEN
Das Städel Museum hat das eindrückliche Damenbildnis (Porträt Therese Karl) (1890) von Fritz von Uhde für die Sammlung wiedererworben. Die Stadt Frankfurt hatte das Gemälde aus dem Bestand der Städtischen Galerie im Jahr 2022 an die Erben des im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Eigentümers Gustav Rüdenberg restituiert. Dank des großzügigen Entgegenkommens der Erben, vertreten durch das Holocaust Claims Processing Office (HCPO) in New York, konnte es zurückerworben werden und verbleibt im Städel. Das Gemälde ist in der Dauerausstellung der Sammlung Kunst der Moderne zu sehen. Eine Gedenktafel am Werk erinnert an die tragische Geschichte von Gustav Rüdenberg.
Dr. Ina Hartwig, Kultur- und Wissenschaftsdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, über die erfolgte Restitution: „Es ist wichtig, die historische Verantwortung der Stadt Frankfurt zu benennen und Ergebnisse der Provenienzforschung zu teilen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im letzten Jahr konnten wir ein Gemälde von Fritz von Uhde aus dem Bestand der Städtischen Galerie des Städel Museums an die Erben Gustav Rüdenbergs restituieren. Ich danke den Erben und dem Holocaust Claims Processing Office in New York aufs Herzlichste für ihr Vertrauen.“
Dr. Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, sagt: „Die Provenienzforschung gehört zu den Kernaufgaben der Museumsarbeit am Städel. Es ist unser Ziel, für jedes Objekt, das nach 1933 in die Sammlung aufgenommen wurde und vor 1946 datiert werden kann, eine möglichst lückenlose Provenienz nachzuweisen. Unser ‚Damenbildnis‘ des Malers Fritz von Uhde befand sich einst im Besitz des Unternehmers und Kunstsammlers Gustav Rüdenberg, bis dieser es unter dem Druck der NS-Diktatur veräußern musste. An sein Leben und Schicksal zu erinnern und es im Museum sichtbar zu machen, ist unsere historische und gesellschaftliche Verantwortung. Mein tief empfundener Dank geht an die Erben nach Gustav Rüdenberg, die dem Wiederankauf des Gemäldes zustimmten, und an das Holocaust Claims Processing Office für die Vermittlung. Durch das großzügige Entgegenkommen der Erben bleibt dieses herausragende Porträt für das Städel Museum erhalten.“
Das Damenbildnis stellt Therese Karl dar, die Uhdes Lieblingsmodell und Tänzerin am königlichen Hoftheaterballett in München war. Es handelt sich dabei um eines der wenigen Porträts, die der eher für seine religiösen und genrehaften Szenen bekannte Künstler Fritz von Uhde (1848–1911) malte. Er hatte sich 1880 in München niedergelassen und mit Max Liebermann angefreundet, der ihn zur Freilichtmalerei und dem Anfertigen von Porträts animierte. Uhde zeigt sich in diesem Werk auf der Höhe der Bildniskunst seiner Zeit. Souverän erfasst der zwischen Realismus und Impressionismus stehende Künstler mit lockerem Duktus die verschiedenen Stofflichkeiten, die dem Gemälde seine Leichtigkeit verleihen. Das Porträt erhielt bereits kurz nach seiner Entstehung lobende Kommentare in der zeitgenössischen Presse und trug zu Uhdes Popularität entscheidend bei. So bezeichnete die Zeitschrift „Kunst für alle“ das Gemälde schon im Entstehungsjahr 1890 als „ein ausgezeichnetes Frauenporträt“.
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FAKTENBLATT
STÄDEL DACH – DIE NEUE BESUCHERTERRASSE
BAUHERR:
Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie
BAUMASSNAHME UND BEGLEITENDE ARBEITEN:
• Bau einer Dachterrasse
• Zuwegung zum Städel Dach
PROJEKTBETEILIGTE PLANUNG:
• schneider+schumacher (Planung und Entwurf)
• Architekt Hans Eschmann (Projektsteuerung)
• Bollinger+Grohmann (Statik, Tragwerksplanung)
• IBO Ingenieurbüro Dieter Bohlmann (Technische Gebäudeausrüstung)
• brendel Ingenieure GmbH (Elektroplanung)
• Hilla Wichert Brandschutz (Brandschutzkonzept)
• Conceptlicht GmbH
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Wandtexte
HERAUSRAGEND! DAS RELIEF VON RODIN BIS PICASSO
24. MAI BIS 17. SEPTEMBER 2023
Ausstellungshaus
Einleitung
Ist es Malerei oder Skulptur, Fläche oder Raum? Kaum ein anderes künstlerisches Medium fordert unser Sehen so heraus wie das Relief: Man kann Reliefs wahrnehmen wie ein Gemälde und ihre Oberfläche zugleich mit dem Blick ertasten wie eine Skulptur.
Aus der Antike ist das Relief vor allem als Schmuck von Architekturen bekannt. In der Renaissance spielte es eine wichtige Rolle im Wettstreit der Maler und Bildhauer, die um die Nachahmung der Wirklichkeit konkurrierten. Als das Relief um 1800 vermehrt Eingang in kunsttheoretische Debatten fand, wurde es als Zwischengattung unter den Künsten bezeichnet. In der Zone zwischen der zweiten und der dritten Dimension blieb es aber eine überwiegend bildhauerische Aufgabe.
Mit der Zeit wuchs das künstlerische Interesse, die traditionellen Gattungsgrenzen zu überwinden. Maler schufen Skulpturen, Bildhauer näherten sich der Malerei an. Das Relief wurde dabei zu einem Spielfeld für Experimente mit neuen Formen, Materialien und Techniken. Reliefs wurden jetzt nicht mehr vorrangig aus den klassischen Werkstoffen Stein, Ton, Gips oder Bronze hergestellt. Die Künstlerinnen und Künstler griffen zu Alltagsgegenständen und Fundstücken, um die plastischen Gebilde aus der Fläche hervortreten zu lassen. Ob geklebt oder genagelt, unter Verwendung von Naturschwamm oder einer Schöpfkelle gefertigt – das Relief zeigt völlig neue Erscheinungsformen. Seine gesellschaftliche Bedeutung erweiterte sich im Zuge der umwälzenden Veränderungen des frühen 20. Jahrhunderts: Das Relief wurde zum Ort für Utopien und zum Spiegel des Aufbruchs in eine neue Welt.
Der Ausstellungsrundgang präsentiert die enorme Bandbreite des Reliefs von 1800 bis 1970 in 13 Kapiteln. Sie umspannen zum Teil den gesamten Untersuchungszeitraum, zum Teil sind sie gezielt auf kürzere Perioden hin zugeschnitten. Die einzelnen Kapitel befragen die besonderen Möglichkeiten und die Grenzen der Reliefkunst jenseits entwicklungsgeschichtlicher Linien oder stilistischer Schubladen.
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PRESSEINFORMATION
UGO RONDINONE. SUNRISE. EAST.
VERLÄNGERT BIS 9. JUNI 2024
Städel Garten
Es sind groteske Wesen, die das Publikum ab dem Sommer im Städel Garten empfangen. Der Schweizer Konzept- und Installationskünstler Ugo Rondinone (geb. 1964) verwandelt den markanten Hügel über den Gartenhallen in eine sonderbare Landschaft. In der Werkgruppe sunrise. east. (2005) ordnet Rondinone jedem Monat einen Kopf mit charakteristischen und gleichsam stark reduzierten Gesichtszügen zu. Überlebensgroß und in silbern glänzendem Aluminium sind die klobigen, zwei Meter hohen Skulpturenköpfe auf ihre Mimik reduziert: Mit aufgerissenen Mündern blicken sie aus kleinen Augen von freundlich naiv über skeptisch und überrascht bis hin zu schaudererregend. Sie lösen die unterschiedlichsten Assoziationen aus, lassen an rituelle Masken und Geister, aber auch an die Bildsprache von Comics, Emoticons oder Memes denken. Die Besucher des Städel Gartens sind eingeladen, allen zwölf Wesen – und damit allen Monaten – von Angesicht zu Angesicht zu begegnen und die unterschiedlichen Freuden, Widrigkeiten und Emotionen eines ganzen Jahres im Schnelldurchlauf zu erleben.
Ugo Rondinones Schaffen umfasst neben der Skulptur unterschiedliche Medien wie Malerei, Video und Installation. Besondere Bekanntheit erlangte der Künstler durch seine Arbeiten im öffentlichen Raum, die er seit den 1990er-Jahren kreiert. Im Sinne einer „Kunst für alle“ möchte er mit seinen charakteristischen Skulpturen im Außenraum ein breites Publikum erreichen. In seinen poetischen und konzeptuellen Arbeiten thematisiert Rondinone die Widersprüche des Lebens und schafft einen Dialog zwischen Künstlichkeit und Natur, Kultur und Gesellschaft sowie Ewigkeit und Vergänglichkeit.
Kuratorin: Svenja Grosser (Stellvertretende Leiterin Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Gefördert durch: Freunde der Tat – Städelscher Museums-Verein e. V.
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Was uns stark macht. Kunst und Leben – Die Bildungswoche im Städel Museum
VOM 17. BIS 20. JULI 2023 ENTDECKEN KINDER UND JUGENDLICHE DIE KUNSTWERKE AUS ÜBER 700 JAHREN KUNSTGESCHICHTE IM STÄDEL
Das Städel Museum lädt gemeinsam mit der Frankfurter Volksbank Rhein/Main unter dem Motto „Was uns stark macht. Kunst und Leben“ bereits zum elften Mal Kinder und Jugendliche zur Bildungswoche ein. Während des Programms in der letzten Woche vor den Sommerferien vom 17. bis 20. Juli können die jungen Besucher die Kunstwerke der Sammlung des Städel Museums interaktiv entdecken. Die fächerübergreifenden Themen der Bildungswoche sollen Neugier auf die Kunst wecken und Kunstgeschichte erlebbar und erfahrbar machen. Dafür stellen junge Kunstvermittler an Wissensstationen in der Dauerausstellung einzelne Werke und Themen vor und kommen mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch. Interaktive Stationen und Workshops regen zum handlungsorientierten Lernen, zur kreativen Auseinandersetzung und zum praktischen Vertiefen an. Die Teilnahme an der Bildungswoche ist für alle Schulklassen, Kita- und Hortgruppen kostenfrei.
„Die jährliche Bildungswoche ist eine wunderbare Gelegenheit für Kinder und Jugendliche, die faszinierende Welt der Kunst im Städel Museum zu entdecken. Mit unserem kostenfreien Angebot ermöglichen wir einen breiten Zugang für Kinder und Jugendliche. Wir sind außerordentlich glücklich, dass wir gemeinsam mit der Frankfurter Volksbank Rhein/Main einen Bildungspartner an unserer Seite wissen, mit dem wir bereits zum elften Mal zu diesem Programm einladen können. Wir verstehen das Museum als einen Ort der Kunst und der Debatte – die Teilnehmer durch die Auseinandersetzung mit Kunst für die Herausforderungen des Lebens zu stärken, das ist ein Ziel der Bildungswoche 2023“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.
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WIEDERSEHEN MIT HOLBEINS MADONNA – STÄDEL ERHÄLT BEDEUTENDE LEIHGABE FÜR AUSSTELLUNG „HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN“
MEISTERWERK DER RENAISSANCEMALEREI AUS DER SAMMLUNG WÜRTH NACH 10 JAHREN WIEDER IN FRANKFURT ZU SEHEN // ERSTE TICKETS AB SOFORT IM ONLINE-SHOP ERHÄLTLICH
Sie gilt als eines der größten Meisterwerke der deutschen Renaissance: Die Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen (1526–1528) von Hans Holbein dem Jüngeren. Ab dem 2. November 2023 wird das berühmte Gemälde in der großen Ausstellung „Holbein und die Renaissance im Norden“ im Städel Museum präsentiert. Damit ist das Werk nach mehr als 10 Jahren wieder in Frankfurt zu sehen.
Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Gemälde im Besitz der Großherzöge von Hessen und bei Rhein und bis 2003 im Schlossmuseum Darmstadt gezeigt worden, ehe es ab dem Jahr 2004 im Städel Museum ausgestellt wurde. 2009 fiel der Entschluss der Eigentümer, das Gemälde zu verkaufen. Trotz gemeinsamer Anstrengungen von Eigentümern und Städel Museum ließ sich weder ein Erwerb durch das Städel Museum noch eine Sicherung des Bildes für die Öffentlichkeit realisieren. Das Gemälde, welches auf der Liste national wertvollen Kulturgutes verzeichnet und damit vor dem Export geschützt ist, wurde in der Folge durch den Unternehmer, Sammler und Mäzen Reinhold Würth erworben, der es der Öffentlichkeit seit 2012 in der Johanniterkirche zu Schwäbisch Hall zugänglich macht. Als bedeutende Leihgabe der Sammlung Würth wird Holbeins Madonna gemeinsam mit rund 130 herausragenden Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken von weiteren wegweisenden Künstlern der Renaissance aus den bedeutendsten Museen Europas in einer Ausstellung gezeigt.
Städel Direktor Philipp Demandt sagt: „Holbeins Madonna ist ein Schlüsselwerk unserer großen Ausstellung zur Malerei der Renaissance. Als Städel Direktor bin ich sehr glücklich über diese bedeutende Leihgabe aus der Sammlung Würth. Dem Hohenloher Unternehmer, Kunstsammler und Mäzen ist es zu verdanken, dass dieses Meisterwerk noch immer zu sehen ist – er allein war es, der die Verpflichtung wahrnahm, dieses Werk zu sichern und für die Öffentlichkeit zu erhalten. Das Städel Museum, vor mehr als 200 Jahren aus privatem Stiftergeist entstanden, betrachtet diese großzügige Leihgabe auch als Würdigung seiner Arbeit. Denn mit Reinhold Würth, der seine bedeutende Kunstsammlung in fünf Museen und zehn Kunstdependancen kostenfrei dem Publikum zur Verfügung stellt, verbindet uns die Absicht, Kunst für Menschen zugänglich zu machen und immer wieder neu zu betrachten.“
Der Sammler und Unternehmer Reinhold Würth über sein Engagement: „Kunst verbindet Menschen, und sie inspiriert, zum Nachdenken und zum Eintauchen in andere Welten. Unsere Museen sind im Prinzip die demokratischsten Orte, hier sind alle gleich. Seit 2012 begeistert die Madonna von Hans Holbein dem Jüngeren nun die Besucherinnen und Besucher aus nah und fern in Schwäbisch Hall. Es ist mir eine große Freude, dass das Gemälde ab diesen Herbst in der großen Ausstellung zur Malerei der Renaissance des Nordens in Frankfurt präsentiert wird. Ich bin mir sicher, dass dem Städel Museum einmal mehr eine ebenso innovative wie wunderschöne Ausstellung gelingen wird.“
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das Zusammentreffen von Holbeins Madonna aus der Sammlung Würth mit der Solothurner Madonna (1522, Kunstmuseum Solothurn), die ebenfalls von Holbein dem Jüngeren gemalt wurde. Die Städel Schau „Holbein und die Renaissance im Norden“ (2. November 2023 – 18. Februar 2024) zeigt mit Blick auf die bedeutende Reichsstadt und Handelsmetropole Augsburg einen Überblick über die Entwicklung der Kunst zwischen Spätgotik und beginnender Neuzeit. Allen voran waren es die Maler Hans Holbein der Ältere und Hans Burgkmair der Ältere, die in Augsburg neue Möglichkeiten der Malerei erprobten. Nicht umsonst gelten sie neben Albrecht Dürer als Wegbereiter der deutschen Renaissance, die Holbein der Jüngere endgültig europaweit bekannt machte.
Kurator Städel Museum: Prof. Dr. Jochen Sander (Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter holländische, flämische und deutsche Malerei vor 1800)
Ausstellungsdauer: 2. November 2023 bis 18. Februar 2024
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 31. Oktober 2023, 11.00 Uhr
Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe mit Deutsche Leasing AG, Frankfurter Sparkasse & Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- & Giroverbandes; Städelscher Museums-Verein e.V., Dagmar-Westberg-Stiftung
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„SELBST & PORTRÄT“ – NEUES CLOSE UP IN DER SAMMLUNG GEGENWARTSKUNST
DIGITALE ANWENDUNG IM MUSEUM UND FÜR ZUHAUSE // FÜHRUNGSANGEBOT
Bereits seit der Antike beschäftigen sich Künstler mit dem Thema des menschlichen Abbildes: Unter dem Titel „Selbst & Porträt“ widmet sich das neue CLOSE UP der Auseinandersetzung mit dem Selbstbild in der Kunst. Vier Arbeiten von Maria Lassnig (1919–2014), Francis Bacon (1909–1992), Jonathan Meese (geb. 1970) und Gabriele Stötzer (geb. 1953) aus der Sammlung des Städel Museums zeigen, wie künstlerisch vielfältig die Beschäftigung mit dem Ich sein kann. Fühlend, spielend und abstrahierend gehen sie der Frage nach, wer oder was das Selbst ist. Zwischen Innensicht und Außensicht werden im (Selbst-)Porträt künstlerische Fertigkeiten, äußere Merkmale sowie das zugrundeliegende Selbstverständnis für den Betrachter sichtbar. Im Zentrum der gezeigten Arbeiten stehen das Erkunden des Ichs, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rollenbildern und das Ausloten der künstlerischen Darstellbarkeit des Selbst. Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler stehen dabei beispielhaft für unterschiedliche Positionen im 20. und 21. Jahrhundert. Wie in einer Nahaufnahme widmet sich CLOSE UP einem zentralen Thema der Sammlung Gegenwartskunst – als Kunst- und Vermittlungsraum vor Ort und als digitale Anwendung. Im Museum bietet CLOSE UP mit einer konzentrierten Werkauswahl Zugänge und Vertiefungsmöglichkeiten und setzt auf das Zusammenspiel von originalen Kunstwerken, Wandtexten und einer digitalen Anwendung. Durch die vielfältigen Recherchemöglichkeiten können sich die Besucher intensiv wie auch interaktiv mit dem Thema „Selbst & Porträt“ beschäftigen und dabei ihre Bild- und Informationskompetenz schärfen.
„Me, Myself and I – in der neuen Präsentation von CLOSE UP widmen wir uns der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Selbst. Wer bin ich? Was will ich? Wie zeige ich mich anderen? Sich selbst im rechten Licht zu präsentieren, ist durch die Sozialen Medien omnipräsent und trotzdem kein Phänomen des 21. Jahrhunderts, auch nicht in der Kunst. Die Werke der ausgewählten Künstlerinnen und Künstler zeigen eindrücklich, wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit dem Selbstbild sein kann. Mit der digitalen Anwendung und weiteren Möglichkeiten für eine vertiefende Recherche können sich die Besucherinnen und Besucher im CLOSE UP übergreifende Zusammenhänge selbständig erschließen und dabei Wissenswertes entdecken“, erläutern die beiden Projektleiterinnen Anne Dribbisch, Bildung und Vermittlung, und Maja Lisewski, Sammlung Gegenwartskunst.
Projektleitung und Konzept: Anne Dribbisch (Städel Museum, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bildung und Vermittlung) und Maja Lisewski (Städel Museum, Wissenschaftliche Volontärin Sammlung Gegenwartskunst)
Digitale Begleitung: Alexandra Reißer (Städel Museum, Projektmanagerin Digitale Kultur)
URL der digitalen Anwendung: closeup.staedelmuseum.de/selbstundportraet
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Victor Man. Die Linien des Lebens
14. OKTOBER 2023 BIS 4. FEBRUAR 2024
Sammlung Alte Meister
Der rumänische Künstler Victor Man (geb. 1974) gilt seit Jahren als einer der gefragtesten und gleichzeitig rarsten Künstler der Gegenwartskunst. Seine intimen und der Zeit scheinbar entrückten Gemälde entziehen sich einer unmittelbaren Interpretation. Inmitten der Sammlung Alte Meister präsentiert das Städel Museum vom 14. Oktober 2023 bis 4. Februar 2024 eine Ausstellung mit 20 Werken des Malers aus den vergangenen zehn Jahren. Sie ist seinem künstlerischen Schwerpunkt gewidmet, dem Porträt. In tiefem Dunkelgrün, Blau und Schwarz entfaltet Man ebenso feinfühlige wie rätselhafte Bildnisse, die von einem existenzialistischen, düsteren und introspektiven Ton bestimmt sind. Es sind subtile Einflüsse der Vorrenaissance, verdichtet mit Metaphern, die in seiner melancholischen Bildwelt aufscheinen. Stilistisch schwer einzuordnen und doch unverkennbar eröffnet Mans Œuvre zahlreiche kunsthistorische Referenzen und stellt zugleich eine einzigartige Position der zeitgenössischen Malerei dar. Im Städel Museum entsteht ein faszinierender Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart.
Der Titel der Ausstellung Die Linien des Lebens ist ein Zitat aus Friedrich Hölderlins Gedicht An Zimmern (1812) und verweist auf die enge Verbindung Victor Mans zur Lyrik und zu Literatur allgemein. Diese Bezüge finden sich immer wieder in seiner Malerei, wie auch Verbindungen zur eigenen Lebensrealität. So stammen etwa die in den Porträts dargestellten Personen im Hauptteil der Ausstellung aus seinem familiären Umfeld und Freundeskreis. In überwiegend dunkle Szenerien getaucht und mit gedankenversunkenem Blick, sind die Porträtierten in eine existenzielle Schwere gehüllt. Die Gemälde zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz und erzählen von der poetischen wie auch tragischen Ambivalenz des Lebens. Im zweiten Teil der Ausstellung wird die Gattung Porträt mit der Werkserie The Chandler (seit 2013) fortgesetzt und zugleich aufgebrochen, womit die Möglichkeit einer neuen Lesart entsteht. Victor Man präsentiert in verschiedenen Gemälden das gleiche Motiv in stets leicht abgewandelter Form – eine sitzende Figur mit einem Kopf auf dem Schoß – und lädt dazu ein, die eigene Wahrnehmung zu erkunden. Das Städel Museum vereint in der Ausstellung vollständig die bisher entstandenen Arbeiten dieser Serie, die selten in ihrer Gesamtheit zu sehen ist – darunter auch das jüngste Werk, welches zuvor noch nie gezeigt wurde.
„Das Städel als Bildermuseum ist der perfekte Ort für die erste institutionelle Einzelausstellung mit Werken Victor Mans in Deutschland nach fast einem Jahrzehnt. Victor Mans Œuvre ist der Malerei verpflichtet. Seine Gemälde eröffnen inmitten der 700 Jahre umfassenden Sammlung einen in der Fülle der Kunstgeschichte verankerten Dialog. Die stillen und zeitlosen Porträts wirken wie ein Gegenentwurf zu unserer hoch technologisierten und komplexen Lebenswelt. Verstehen wir sie als Angebot, auf die Suche zu gehen, nach der Essenz unseres Daseins“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.
Svenja Grosser, Kuratorin der Ausstellung, führt weiter aus: „Victor Mans Kunst ist zeitlos, und so verweigern sich seine Gemälde einer kunsthistorischen Einordnung nach Kriterien wie Stil und Entstehungszeit, selbst der Epochenzugehörigkeit. Vielschichtige Referenzen aus der Kunstgeschichte und Literatur eröffnen dabei eine Fülle an Deutungsmöglichkeiten. Eines steht jedoch immer im Mittelpunkt: Victor Mans gesamtes Œuvre kreist um die Malerei und die ihr innewohnenden Möglichkeiten, uns als Betrachter auf die Probe zu stellen.“
Kuratorin: Svenja Grosser (Stellvertretende Leiterin Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Projektleiterin: Maja Lisewski (wissenschaftliche Volontärin, Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Gefördert durch: Deutsche Bank, Städelscher Museums-Verein e.V.
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HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN
2. NOVEMBER 2023 BIS 18. FEBRUAR 2024
Ausstellungshaus
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 31. Oktober 2023, 11.00 Uhr
Sie ist eine Zeitenwende in der Geschichte der Kunst: die Malerei der Renaissance. Was in Italien seinen Anfang nahm, entwickelte sich im Norden Europas zu etwas völlig Neuem – mit den Malern Hans Holbein d. Ä. (um 1464–1524) und Hans Burgkmair (1473–1531) als Wegbereiter dieser einzigartigen Kunst. Ihr Zentrum war die freie Reichs- und Handelsstadt Augsburg, die sich in nur wenigen Jahrzehnten zur Hauptstadt einer deutschen und zugleich internationalen Renaissance entwickelte. Kein anderer als einer der größten deutschen Renaissancemaler der Zeit, Hans Holbein d. J. (1497–1543), machte diese Kunst schließlich europaweit bekannt. Das Städel Museum widmet sich vom 2. November 2023 bis zum 18. Februar 2024 dieser faszinierenden Epoche der Kunst. Erstmals werden die wichtigsten Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken Holbeins d. Ä. und Burgkmairs in einer Ausstellung zusammengeführt, ergänzt durch Arbeiten weiterer Augsburger Künstler aus der Zeit von ca. 1480 bis 1530 sowie durch bedeutende Werke deutscher, italienischer und niederländischer Meister. Albrecht Dürer, Donatello, Jan van Eyck oder Hugo van der Goes haben das Schaffen von Holbein d. Ä. und Burgkmair nachhaltig geprägt. Mit rund 180 bedeutenden Kunstwerken aus führenden internationalen Museumssammlungen entsteht ein Überblick über die verschiedenen stilistischen Besonderheiten der Malerei der Renaissance im Norden. Ein Höhepunkt der Frankfurter Ausstellung ist die Präsentation der beiden Meisterwerke von Hans Holbein d. J., der Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen (1526–1528) aus der Sammlung Würth und der Solothurner Madonna (1522) aus dem Kunstmuseum Solothurn.
Städel Direktor Philipp Demandt über die Ausstellung: „Das Städel Museum wird weithin für seine großen Altmeister-Ausstellungen geschätzt. Nach Rubens, Rembrandt und Reni darf sich das Publikum abermals auf eine außergewöhnliche Schau freuen. Das Städel Museum präsentiert die Renaissance im Norden – eine neue, ganz einzigartige Malerei, die vor mehr als 500 Jahren im Norden Europas an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit entstanden ist. Mit rund 180 bedeutenden Kunstwerken aus den führenden internationalen Museumssammlungen feiern wir die großen deutschen Renaissancemaler und ihre Vorbilder in einer Ausstellung. Berühmte Gemälde von Hans Holbein dem Älteren, Hans Burgkmair und Holbein dem Jüngeren treten in einen Dialog mit Werken von Albrecht Dürer, Jan van Eyck oder Donatello. Ein Schlüsselwerk der Ausstellung ist die Madonna von Holbein dem Jüngeren aus der Sammlung Würth, die als eines der größten Meisterwerke der deutschen Renaissance gilt. Dass dieses Gemälde zusammen mit der Madonna aus dem Kunstmuseum Solothurn in Frankfurt zu sehen ist, sollte man sich nicht entgehen lassen.“
„Um 1500 war Augsburg eines der führenden Kunstzentren nördlich der Alpen. Unter den Künstlern dieser Zeit stechen die Kollegen und Konkurrenten Holbein der Ältere und Burgkmair der Ältere besonders hervor: Ihre Werke stehen beispielhaft für die unterschiedlichen stilistischen Möglichkeiten der Renaissancemalerei im Norden und beeinflussten auch nachfolgende Künstlergenerationen, wie die Werke von Holbein dem Jüngeren zeigen. Wie wegweisend seine Auseinandersetzung mit der Kunst aus Augsburg war, lässt sich eindrücklich in seinem Frühwerk nachvollziehen. In weniger als zehn Jahren hat Holbein der Jüngere eine unverwechselbare, eigene künstlerische Ausdrucksweise entwickelt, die seinen Rang als eines der bedeutendsten europäischen Künstler des 16. Jahrhunderts ausmacht“, erläutert Jochen Sander, Kurator der Ausstellung, Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800 am Städel Museum.
KURATOR STÄDEL MUSEUM: Prof. Dr. Jochen Sander (Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter holländische, flämische und deutsche Malerei vor 1800)
AUSSTELLUNGSDAUER: 2. November 2023 bis 18. Februar 2024
PRESSEVORBESICHTIGUNG: Dienstag, 31. Oktober 2023, 11.00 Uhr
GEFÖRDERT DURCH: Sparkassen-Finanzgruppe mit Deutsche Leasing AG, Frankfurter Sparkasse & Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- & Giroverbandes; Städelscher Museums-Verein e.V., Dagmar-Westberg-Stiftung
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Miron Schmückle. Flesh for Fantasy
1. DEZEMBER 2023 BIS 14. APRIL 2024
Sammlung Gegenwartskunst
Der rumänisch-deutsche Künstler Miron Schmückle (*1966, Sibiu/Hermannstadt) gehört zu den singulären Protagonisten der Gegenwartskunst. Aufgewachsen in Rumänien unter Ceaușescu, träumte sich der Künstler bereits als Kind in andere Welten, die durch den Eisernen Vorhang jedoch für immer unerreichbar schienen. Die früh einsetzende Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte einerseits wie mit der Flora und Fauna ferner Länder andererseits mündete in einem einzigartig kohärenten künstlerischen Werk. Das Städel Museum zeigt vom 1. Dezember 2023 bis 14. April 2024 eine Einzelausstellung von Miron Schmückle mit 28 Werken, darunter auch erstmals neu entstandene Arbeiten.
Schmückles Bilderkosmos war von Anfang an mit der Vorstellung von Urwald und Dschungel verbunden und oszilliert zwischen feinmalerischem Hyperrealismus und unverstelltem Eskapismus, präziser Naturbeobachtung und überbordender Vorstellungskraft. Die geradezu wissenschaftlich-botanische Herangehensweise seiner Pflanzendarstellungen täuscht über die Tatsache hinweg, dass seine komplexen Schöpfungen nicht der Natur entstammen, sondern der Fantasie. Sie basieren auf seinem Verständnis und seinen Beobachtungen der Natur mit ihren vielfältigen Farben, Formen und Beschaffenheiten von Oberflächen. Seine Arbeiten weisen Verbindungen zu Florilegien und Parallelen zur Pflanzen- und Stilllebenmalerei der Renaissance und des Barock auf, wie sie in den Kunst- und Wunderkammern gesammelt wurde.
Mit der eigens für die Ausstellung Flesh for Fantasy angefertigten Serie Cosmic Attractors (2023) lässt der Künstler das Publikum an der räumlichen und zeitlichen Komplexität seiner floralen Fantasiegebilde teilhaben, die er stets dreidimensional denkt: Durch die Anordnung unterschiedlicher großformatiger Ansichten und Erscheinungsformen ein- und derselben Pflanzenkomposition im Raum entsteht eine Installation, in der die Besucher den Pflanzen beim Wachsen förmlich zuschauen können.
Kurator: Dr. Philipp Demandt (Direktor, Städel Museum)
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WANDELKONZERT – DAS HR-SINFONIEORCHESTER IM STÄDEL MUSEUM
AUSGEWÄHLTE KAMMERMUSIKEN VON JOHANN SEBASTIAN BACH BIS ZU SONGS VON GEORGE GERSHWIN IN DER DAUERAUSSTELLUNG
SAMSTAG, 11. NOVEMBER 2023, EINLASS AB 19.15 UHR, BEGINN 20.00 UHR
Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Das Städel Museum und das hr-Sinfonieorchester laden mit dem großen Wandelkonzert erneut zu einer besonderen Begegnung der Künste ein. Am Samstag, dem 11. November 2023, erleben die Besucher ab 20.00 Uhr einen außergewöhnlichen Dialog zwischen Kammermusik und bildender Kunst in der Dauerausstellung. Das Städel Museum und das Orchester des Hessischen Rundfunks setzen damit ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und präsentieren beim Wandelkonzert zum fünften Mal gemeinsam ein Rendezvous der Künste. Vor ausgewählten Werken von Max Liebermann, Edvard Munch, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein oder Michael Müller präsentieren die Musiker des hr-Sinfonieorchesters in verschiedenen Besetzungen Musik diverser Stile. Zu hören sind unter anderem Kompositionen von Johann Sebastian Bach, George Gershwin, Francis Poulenc, Gioacchino Rossini und Patrice Sciortino, welche die Kunstwerke auf inspirierende Weise neu erlebbar machen. Das Publikum kann zwischen den Epochen und musikalischen Welten wandeln, innehalten, betrachten und zuhören – eine einzigartige Erfahrung für die Sinne.
Die Tickets sind erhältlich im Online-Shop unter shop.staedelmuseum.de zum limitierten Vorverkaufspreis für 32 Euro, ermäßigt 22 Euro. An der Abendkasse sind Karten für 34 Euro, ermäßigt 24 Euro erhältlich.
Das Wandelkonzert wird gefördert durch die Sparda-Bank Hessen eG.
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AUSSTELLUNGSVORSCHAU 2024
EINZIGARTIGE WERKE VON HONORÉ DAUMIER AUS EINER PRIVATSAMMLUNG, AB MÄRZ GROSSE KOLLWITZ-AUSSTELLUNG, GEGENWARTSKUNST VON MUNTEAN/ROSENBLUM, DER SOMMER MIT DEN STÄDEL / FRAUEN, HERAUSRAGENDE BILDNISKUNST VON REMBRANDT UND ZEITGENOSSEN, ITALIENISCHE ZEICHNUNGEN DES BAROCK ZUR BUCHMESSE, PORTRÄTS VON RINEKE DIJKSTRA
Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten.
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STÄDEL MUSEUM ERHÄLT BEDEUTENDE WERKE VON WERNER TÜBKE
Schenkung der Sammler und Mäzene Barbara und Eduard Beaucamp
Eduard Beaucamp nannte ihn den „großen Unzeitgemäßen“: Werner Tübke (1929–2004). Der Maler und Grafiker gehört zu den markantesten Künstlern der deutschen Nachkriegszeit. Das Städel Museum erhält aus der Sammlung von Barbara und Eduard Beaucamp ein ebenso eindrucksvolles wie repräsentatives Konvolut von insgesamt 46 Zeichnungen und Aquarellen des Künstlers. Die Werke umspannen nahezu die gesamte Schaffenszeit Tübkes.
Der zeitlebens in Leipzig ansässige Tübke war einer der bedeutendsten Maler der DDR. Neben Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer zählt er zu den Hauptvertretern der sogenannten ersten Leipziger Schule. Eines seiner Hauptwerke ist bis heute das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen (1976–1987), ein monumentales Panoramagemälde zu den Bauernaufständen während der Reformationszeit, das den Bauernkrieg nicht etwa als Vorläufer des sozialistischen Staates verherrlicht, sondern als düsteres, aller Hoffnung beraubtes menschliches Drama beschreibt.
Mit seiner sowohl formalen wie auch ikonografischen Anverwandlung der älteren Kunstgeschichte blieb Tübke lange Zeit singulär in der zeitgenössischen Kunst. Seine vieldeutigen Kompositionen sind das Ergebnis der Reflexion einer als problematisch empfundenen Wirklichkeit. Genauso beruhen sie auf einer einfallsreichen, manchmal geradezu überbordenden Fantasie und einem feinen Gespür für die Verletzlichkeit des Menschen, für existenzielle Fragen, Nöte und Konflikte. Dies gilt für die Malerei genauso wie für die Arbeiten auf Papier, die keine notizhaften Ideenskizzen darstellen, sondern eigenständige Überlegungen, die Gemäldekompositionen zwar flankieren können, aber in sich abgeschlossen und eigenwertig sind. Tübke schuf in Malerei und Zeichnung ein ebenso autarkes wie konsequentes, formal und inhaltlich dichtes Œuvre, das dank der Schenkung des Ehepaars Beaucamp nun auch im Städel Museum erfahrbar ist.
Eduard Beaucamp, der das Schaffen Tübkes seit den späten 1960er-Jahren verfolgte – zunächst als Kunstkritiker der F.A.Z., dann auch als Freund und Sammler –, erläutert seine Bewunderung für dessen Werk und die Entscheidung zur Schenkung an das Städel Museum: „Tübke ist ein außergewöhnlicher Künstler. Er ließ sich in der DDR nicht auf die Gegenwart verpflichten, sondern bewegte sich mit seiner einzigartigen spirituellen Fantasie zwischen den Epochen, Kulturen und Landschaften. Es geht ihm nicht um Brüche, Neuanfänge und Fortschritte, sondern um Erinnerungen, Wiedergeburten, Metamorphosen und Verspiegelungen. Der Nerv seiner Kunst ist ein äußerst verfeinertes Zeichnen, mit dem er seelische Verfassungen und schicksalhafte Prägungen von Menschen aufspürt und ergründet. Tübke sprach vom Zeichnen als ,elementares Bedürfnis, alles andere kommt dannʻ (1979). Das zu verfolgen, hat mich über Jahrzehnte fasziniert. Ich bin überzeugt, dass meine Sammlung im Städel ihren angemessenen Platz findet und dazu beitragen wird, sein Erbe zu bewahren und zu vermitteln.“
Städel Direktor Philipp Demandt freut sich über die großzügige Schenkung: „Ein zentraler Schwerpunkt des Städel Museums ist die deutsche Nachkriegskunst in all ihren Facetten. Längst klassifizieren wir nicht mehr in ‚Ost‘ oder ‚West‘. Tübkes verrätselter Realismus ist vielmehr gesamtdeutsch eine wichtige Position. Seine eindrücklichen Zeichnungen und Aquarelle, die Eduard Beaucamp mit sicherem Gespür über viele Jahrzehnte erwarb, bereichern unsere Graphische Sammlung nun in einer Qualität und Dichte, die alle Vorurteile sprengt. Mein außerordentlicher Dank geht an das Ehepaar Beaucamp für ihre Weitsicht, ihre Kennerschaft und diese großzügige Geste.“
Die vollständige Presseinformation finden Sie hier als PDF.