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Städel Newsroom Städel Museum

7.1.2025Archiv

2025

Texte

Unzensiert. Annegret Soltau - Eine Retrospektive 24.3.2025

PRESSEINFORMATION

UNZENSIERT. ANNEGRET SOLTAU – EINE RETROSPEKTIVE

8. MAI BIS 17. AUGUST 2025
Ausstellungshaus

Der Körper ist politisch – das zeigen die Arbeiten der Künstlerin Annegret Soltau (*1946) wirkungsvoll. Seit den 1970er-Jahren erregt ihre Kunst Aufsehen und hat bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Galt Soltau trotz ihrer kunsthistorischen Bedeutung lange Zeit als Geheimtipp, zählt ihr Werk heute zu den wichtigsten Positionen feministisch inszenierter Fotografie und Body Art.
In mehr als fünf Jahrzehnten hat sich die Künstlerin mit ihrer eigenständigen, radikal feministischen Bildsprache allen Widerständen zum Trotz als unverzichtbare Stimme der Gegenwartskunst etabliert. Das Städel Museum widmet ihr erstmals eine Retrospektive, die gemeinsam mit der Künstlerin entwickelt wurde. Mit über 80 Werken gibt die Ausstellung einen umfassenden Einblick in ihr vielschichtiges Gesamtwerk: von Zeichnungen über erweiterte Fotografie und Video bis hin zu Installationen. Darunter sind wegweisende, zum Teil bisher noch nicht veröffentlichte Arbeiten aus Soltaus Studio. Wichtige Leihgaben aus renommierten Institutionen wie der Sammlung Verbund in Wien, dem Louisiana Museum of Modern Art in Humlebaek, dem Lenbachhaus in München und dem ZKM Karlsruhe ergänzen die Ausstellung.

Die Ausstellung wird gefördert von der Art Mentor Foundation Lucerne, der Hessischen Kulturstiftung, der Alexander Tutsek-Stiftung und vom Städelschen Museums-Verein e. V. Weitere Unterstützung erhält sie durch Yoram Roth sowie die Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung.

Feminismus, Körperpolitik und die Herausforderung der menschlichen und weiblichen Identität sind zentrale Themen in Soltaus Werk. Dafür entwickelt sie eigene, innovative Techniken, die die Grenzen der Fotografie überschreiten – die Fotoübernähung und -vernähung sowie die Fotoradierung. In ihren Selbstporträts hinterfragt Soltau Rollenbilder von Frauen und beleuchtet gesellschaftliche Normen, indem sie komplexe Gefühlswelten, innere Konflikte und emotionale Zustände sichtbar macht. Seit Ende der 1970er-Jahre widmet sie sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit Schwangerschaft und Mutterschaft – Themen, die über Jahrhunderte in der Kunst unterrepräsentiert waren und erst in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus von Gesellschaft und Kunstwelt gerückt sind. Das Altern des weiblichen Körpers und Fragen der Vergänglichkeit finden in ihren Arbeiten eine eindringliche Form. Soltaus Werke waren immer wieder der öffentlichen Zensur ausgesetzt, ihre Darstellungen wichen von etablierten ästhetischen Konventionen ab und wurden als provokant empfunden. Die Ausstellung im Städel Museum leistet eine wichtige Korrektur dieser Rezeption und ist zugleich eine längst überfällige Würdigung dieser großen Feministin und Künstlerin.

„Mit Annegret Soltaus radikaler Formensprache und ihrer furchtlosen Dekonstruktion des menschlichen Körpers eröffnen sich uns neue Perspektiven auf Identität, Körperlichkeit und künstlerische Selbstbestimmung. Ihre Kunst ist ausdrucksstark und war ihrer Zeit voraus. Mit dieser ersten Retrospektive würdigen wir mehr als fünf Jahrzehnte künstlerisches Schaffen von Annegret Soltau. Gleichzeitig unterstreicht das Städel Museum seinen Anspruch, wegweisende Künstlerinnen sichtbar zu machen und ein breites Publikum zur Auseinandersetzung mit essenziellen Themen der Gegenwartskunst anzuregen“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.

Svenja Grosser, Leiterin der Sammlung Gegenwartskunst und Kuratorin der Ausstellung, fasst zusammen: „Annegret Soltau nutzt den Körper, ihr eigenes Selbst als Austragungsort für die Verhandlung von gesellschaftlichen Strukturen. Mit ihren radikalen Fotovernähungen hat sie eine völlig neue künstlerische Formensprache geschaffen und den weiblichen Körper als Medium der Selbstermächtigung etabliert. Während sie international anerkannt ist, machte sie hierzulande wiederholt einschneidende Erfahrungen mit Zensur. Wir möchten diese gegensätzliche Rezeption korrigieren und die Künstlerin Annegret Soltau als das vorstellen, was sie ist: eine Pionierin der feministischen Kunst in Deutschland.“

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425.000 Besucher im Städel und Liebieghaus 2024 7.1.2025

PRESSEINFORMATION
425.000 BESUCHER IM STÄDEL UND LIEBIEGHAUS 2024

ZUWACHS UM MEHR ALS 100.000 BESUCHER IM STÄDEL MUSEUM IM VERGLEICH ZU 2023

Das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung haben im Jahr 2024 insgesamt 425.022 Besucher empfangen – ein Zuwachs von rund 21 % im Vergleich zum Vorjahr (351.894). Im Jahr 2024 verzeichnete das Städel Museum eine starke Resonanz auf Sammlung, Ausstellungen, Führungen sowie Veranstaltungen und begrüßte 388.274 Besucher – dies entspricht einem Anstieg von mehr als 100.000 Besuchern im Vergleich zum Vorjahr (287.126). Damit erreicht das Städel Museum nicht nur sein vorpandemisches Niveau, sondern liegt auch über dem 10-jährigen Besucherdurchschnitt. Publikumsmagneten im Jahr 2024 waren insbesondere die Ausstellungen „Kollwitz“ und „Städel | Frauen. Künstlerinnen zwischen Frankfurt und Paris um 1900“, die gemeinsam 177.000 Besucher zählten. Auch die laufende Ausstellung „Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten?“ stößt auf ein großes Interesse beim Publikum und ist noch bis zum 23. März zu sehen. Das Ausstellungsjahr 2025 startet im Städel Museum am 12. Februar mit „Frankfurt forever!”, einer Einzelausstellung zum Werk des berühmten Frankfurt-Fotografen Carl Friedrich Mylius.

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Veranstaltungsprogramm Februar 2025 8.1.2025

Veranstaltungsprogramm Februar 2025

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Veranstaltungsprogramm März 2025 10.2.2025

Veranstaltungsprogramm März 2025

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Veranstaltungsprogramm April 2025 9.3.2025

Veranstaltungsprogramm April 2025

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Veranstaltungsprogramm Mai 2025 10.4.2025

Veranstaltungsprogramm Mai 2025

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Veranstaltungsprogramm Juni 2025 9.5.2025

Veranstaltungsprogramm Juni 2025

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Kunst verbindet: kostenfreie Bildungswoche im Städel 12.6.2025

PRESSEINFORMATION

KUNST VERBINDET: KOSTENFREIE BILDUNGSWOCHE IM STÄDEL
VOM 30. JUNI BIS 3. JULI FINDET DIE BILDUNGSWOCHE FÜR KINDER UND JUGENDLICHE UNTER DEM MOTTO „700 JAHRE KUNST: WAS UNS VERBINDET“ STATT

Bereits zum 13. Mal lädt das Städel Museum gemeinsam mit der Frankfurter Volksbank Rhein/Main Kinder und Jugendliche zur kostenfreien Bildungswoche ein. Unter dem Motto „700 Jahre Kunst: Was uns verbindet“ bietet die groß angelegte Initiative vom 30. Juni bis 3. Juli 2025 mit einem abwechslungsreichen Programm für Schulklassen, Kita- und Hortgruppen einen Museumsbesuch der besonderen Art. In der letzten Woche vor den Sommerferien verwandelt sich das Museum in einen lebendigen Lern- und Erlebnisraum, der Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie Kunst und Gesellschaft sichtbar macht. Abwechslungsreiche Workshops an verschiedenen Orten der Dauerausstellung bieten die Möglichkeit zum handlungsorientierten Lernen, zur kreativen Auseinandersetzung und zum praktischen Vertiefen. Junge Kunstvermittler stellen an Wissensstationen die wichtigsten Werke des Städel Museums vor und regen zum Austausch über gesellschaftliche, historische und persönliche Themen an. Anhand der Kunstwerke erschließen sich die Kinder und Jugendlichen Themen wie Gemeinschaft, Wandel, Emotion oder Kommunikation – ganz nach dem diesjährigen Leitgedanken der verbindenden Kraft der Kunst. Die Teilnahme an der Bildungswoche ist für alle Schulklassen, Kita- und Hortgruppen nach Anmeldung kostenlos.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums: „Kunst verbindet sowohl Generationen, Perspektiven als auch Ideen. Genau dieses Potenzial möchten wir in der Bildungswoche anhand der mehr als 700 Jahre umfassenden Sammlung des Städel Museums erfahrbar machen. Das Programm bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern auf kreative Weise zu begreifen – als Spiegel gesellschaftlicher Fragen und als Raum für eigene Gedanken. Dass dies kostenfrei möglich ist, verdanken wir nun schon seit 13 Jahren der engagierten Unterstützung der Frankfurter Volksbank Rhein/Main.“

Die Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank Rhein/Main, Eva Wunsch-Weber, über die Bildungswoche: „Die Bildungswoche hat für uns einen ganz besonderen Stellenwert. Gemeinsam mit dem Städel Museum möchten wir Kindern und Jugendlichen die Chance geben, kulturelle Bildung auf lebendige Weise zu erfahren. Kunst fördert Empathie, Vorstellungskraft und Dialog, Eigenschaften, die in einer vielfältigen Gesellschaft unverzichtbar sind. Deshalb ist es uns ein wichtiges Anliegen, junge Menschen für die kreative Auseinandersetzung mit unserer Geschichte, unserer Gegenwart und mit sich selbst zu begeistern.“

Ermöglicht durch: Frankfurter Volksbank Rhein/Main

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Veranstaltungsprogramm Juli 2025 10.6.2025

Veranstaltungsprogramm Juli 2025

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Veranstaltungsprogramm August 2024 8.7.2025

Veranstaltungsprogramm August 2024

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Neue Leitung Presse und Onlinekommunikation 24.7.2025

Presseinformation

NEUE LEITUNG PRESSE UND ONLINEKOMMUNIKATION AM STÄDEL UND LIEBIEGHAUS

Franziska von Plocki übernimmt die Leitung der Abteilung Presse und Onlinekommunikation des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. In dieser Funktion ist sie die Pressesprecherin der Museen und zuständig für die strategische Entwicklung und operative Umsetzung aller Public Relations Maßnahmen. Sie folgt auf Pamela Rohde, die künftig in neuer Position als Bereichsleiterin die Unternehmenskommunikation & Personalentwicklung des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung gesamtstrategisch führen wird.

Als stellvertretende Leiterin der Abteilung Presse und Onlinekommunikation hat Franziska von Plocki die externe Kommunikation in den letzten Jahren maßgeblich mitgeprägt: Sie verantwortete und begleitete die Public Relations großer Publikumsausstellungen, darunter „Tizian und die Renaissance in Venedig“ (2019), „Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe“ (2019/2020), „Zurück in die Gegenwart. Neue Perspektiven, neue Werke – die Sammlung von 1945 bis heute“ (2020), „Bunte Götter – Golden Edition. Die Farben der Antike“ (2020/2021), „Nennt mich Rembrandt!“ (2022), „Städel | Frauen. Künstlerinnen zwischen Frankfurt und Paris um 1900“ (2024), „Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten?“ (2024) sowie „Unzensiert. Annegret Soltau – Eine Retrospektive“ (2025). Mehrere Jahre zeichnete sie sich zudem verantwortlich für die Social-Media-Kommunikation beider Museen, entwickelte neue digitale Angebote und Veranstaltungsformate mit und leitete das Projektmanagement für den Geschäftsbericht des Städel Museums. Sie betreute den Podcast „Blinded by Rembrandt“ redaktionell und koordiniert bis heute die Podcast-Reihe „Städel Mixtape“. Parallel hatte sie einen Lehrauftrag für Museologie und Onlinekommunikation an der Universität Regensburg inne. Frühere berufliche Stationen führten sie unter anderem zur Biennale für aktuelle Fotografie in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg, zum Theaterfestival „Schwindelfrei“ des Kulturamts Mannheim oder an das Goethe-Institut in Washington D.C. Als freie Kuratorin begleitete sie Projekte in Frankfurt, Mannheim und Regensburg. Franziska von Plocki absolvierte ihren Bachelor in Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg und ihren Master in Vergleichender Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg.

IHR MEDIENKONTAKT FÜR DAS STÄDEL MUSEUM UND DIE LIEBIEGHAUS SKULPTURENSAMMLUNG

Franziska von Plocki
Leitung Presse und Onlinekommunikation
Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung
plocki@staedelmuseum.de
+49 69 605098 268

IHR KONTAKT ZUR BEREICHSLEITUNG

Pamela Rohde
Bereichsleitung Unternehmenskommunikation & Personalentwicklung
Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung
rohde@staedelmuseum.de
+49 69 605098-170

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STÄDEL MUSEUM UND DZ BANK SETZEN ERFOLGREICHE PARTNERSCHAFT FORT 13.1.2025

PRESSEINFORMATION

STÄDEL MUSEUM UND DZ BANK SETZEN ERFOLGREICHE PARTNERSCHAFT FORT

Das Städel Museum und die DZ BANK führen ihre gemeinsame Erfolgsgeschichte fort: Die beiden Institutionen haben eine neue Vereinbarung für die kommenden drei Jahre getroffen und vertiefen damit ihre Partnerschaft. Bereits 2008 wurde der Grundstein für diese vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt, als 220 Werke aus der Kunstsammlung der DZ BANK in den Bestand des Städel Museums übergingen. Dies verlieh der Sammlung Gegenwartskunst einen neuen zentralen Schwerpunkt – die Fotografie. Spätestens seit den 1960er- und 1970er-Jahren spielt die Fotografie eine Schlüsselrolle in der zeitgenössischen Kunst. Die DZ BANK unterstützt das Städel Museum insbesondere als verlässlicher Förderer bedeutender Sonderausstellungen, darunter zuletzt „Kollwitz“ (2024), „En Passant. Impressionismus in Skulptur“ (2020) und „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“ (2017). Zudem umfasst die Partnerschaft herausragende Schenkungen, darunter Werke von Richard Prince und Cindy Sherman. Mit der neuen Vereinbarung setzen die DZ BANK und das Städel Museum ein starkes Zeichen für die Förderung der Kunst in der Rhein-Main-Region.

Das Städel Museum, die älteste Museumsstiftung Deutschlands, wird von Unternehmen, Stiftungen, privaten Förderern sowie der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen unterstützt. Mit seiner einzigartigen Sammlung, spektakulären Sonderausstellungen und innovativen Bildungs- sowie Digitalprogrammen ist es ein lebendiger Ort des Austauschs und der Inspiration, an dem Kunst über Jahrhunderte hinweg erlebbar wird. Dank der langjährigen Unterstützung durch die DZ BANK hat das Städel Museum einen starken Partner an seiner Seite.

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Mehr als 100.000 Besucher in Rembrandts Amsterdam – Noch bis 23. März zu sehen 25.2.2025

PRESSEINFORMATION

MEHR ALS 100.000 BESUCHER IN REMBRANDTS AMSTERDAM – NOCH BIS 23. MÄRZ ZU SEHEN

Das Städel Museum präsentiert noch bis zum 23. März in Kooperation mit dem Amsterdam Museum die Bildniskunst der Rembrandt-Zeit in einer großen Ausstellung. Seit Eröffnung hat „Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten?“ bereits mehr als 100.000 Besucher angezogen. Im Mittelpunkt stehen die einzigartigen Gruppenbildnisse des Amsterdam Museums, die höchst selten ausgeliehen und in diesem großen Umfang erstmals in Deutschland zu sehen sind. Rund 100 Gemälde, Skulpturen und Druckgrafiken sowie kulturhistorische Gebrauchsgegenstände aus weiteren führenden niederländischen und internationalen Museen sind in Frankfurt vereint. Dieser Bestand wird durch herausragende Werke Rembrandts und seiner Zeitgenossen aus der Sammlung des Städel Museums ergänzt. Das begleitende, vielfältige Bildungsprogramm und die breitenwirksame Kommunikation zur Ausstellung werden vom Publikum besonders geschätzt, etwa die (barrierefreien) Überblicksführungen, die Atelierkurse für Kinder und Jugendliche sowie die digitalen Angebote. Das Digitorial® wurde bislang rund 44.000, der Ausstellungsfilm 80.000 Mal aufgerufen, die Audioguide-App mehr als 22.000 Mal heruntergeladen. Bisher wurden 780 Führungen durch die Ausstellung realisiert. Die Städel Night begeisterte allein 1.778 Partygäste. Private Gruppenführungen können noch bis zum Ende der Ausstellung gebucht werden.

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Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten? 24.3.2025

PRESSEINFORMATION

STÄDEL MUSEUM FEIERT BESUCHERERFOLG

„REMBRANDTS AMSTERDAM“ ERFOLGREICHSTE AUSSTELLUNG DER LETZTEN FÜNF JAHRE / 150.000 BEGEISTERTE BESUCHER

Mit 150.193 Besuchern ist die große Ausstellung „Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten?“ gestern zu Ende gegangen. Sie ist damit die erfolgreichste Ausstellung des Städel Museums der letzten fünf Jahre. Vom 27. November 2024 bis 23. März 2025 präsentierte das Städel Museum in Kooperation mit dem Amsterdam Museum die Bildniskunst der Rembrandt-Zeit. Im Mittelpunkt standen die einzigartigen Gruppenbildnisse des Amsterdam Museums, die in dieser Fülle erstmals außerhalb der Niederlande zu sehen waren. Rund 100 Gemälde, Skulpturen und Druckgrafiken sowie kulturhistorische Objekte aus weiteren führenden niederländischen und internationalen Museen wurden dafür in Frankfurt vereint. Dieser Bestand wurde durch herausragende Werke Rembrandts und seiner Zeitgenossen aus der Sammlung des Städel Museums ergänzt.

„Unsere Ausstellung ‚Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten?‘ hat auf ganzer Linie überzeugt. 150.000 Besucherinnen und Besucher folgten der Erzählung über das Amsterdam der Rembrandt-Zeit und entdeckten in Führungen, Veranstaltungen sowie mit den kostenfreien digitalen Angeboten die vielfältige Wirklichkeit der Niederlande im 17. Jahrhundert. Der großartige Erfolg dieser Ausstellung bedeutet dem Städel-Team viel: Für seinen überwältigenden Zuspruch danken wir unserem wunderbaren Publikum ebenso wie den großzügigen Leihgebern, insbesondere dem Amsterdam Museum, für ihr Vertrauen. Ganz besonderer Dank gilt unserem Hauptförderer, der ING Deutschland, die mit ihrer exzeptionellen Unterstützung abermals ein kraftvolles Zeichen der Verbundenheit mit dem Städel Museum gesendet hat. Mit der großen Retrospektive zu Annegret Soltau und der einzigartigen Malerei-Ausstellung zu Impressionismus und Realismus um 1900 ‚Carl Schuch und Frankreich‘ setzen wir unser starkes Programm in den nächsten Monaten fort,“ so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.

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Sommer im Städel Garten: Städel Sunday Sessions sind zurück 29.4.2025

SOMMER IM STÄDEL GARTEN: STÄDEL SUNDAY SESSIONS SIND ZURÜCK
ENTSPANNTE SONNTAGE MIT LIVE-MUSIK, KUNST UND DRINKS IM STÄDEL GARTEN // STÄDEL X RIVERSIDE SESSION X AMP

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr kehren die STÄDEL SUNDAY SESSIONS zurück in den Städel Garten. An drei Sonntagen im Mai, Juni und August verwandelt sich der Außenbereich des Städel Museums erneut in einen sommerlichen Begegnungsort mit Musik, Kunst und Kulinarik. Die beliebte Veranstaltungsreihe – in Kooperation mit Riverside Session und der Frankfurter Bar AMP – lädt Besucher ein, das Wochenende in entspannter Atmosphäre auf dem grünen Gartenhügel ausklingen zu lassen. Live-Musik und DJ-Sets, kühle Drinks, kulinarische Highlights sowie Kurzführungen zur Gegenwartskunst sorgen für ein abwechslungsreiches Programm an lauen Sommerabenden.

Termine: Sonntag, 25. Mai, 15. Juni und 24. August 2025, jeweils 16.00 bis 20.00 Uhr
Kooperationspartner: Riverside Session und Amp Yourself
Tickets: Im Vorverkauf erhältlich online unter staedelmuseum.de/tickets und vor Ort an der Abendkasse bis jeweils 18.00 Uhr des Veranstaltungstags

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Werner Tübke. Metamorphosen 22.5.2025

PRESSEINFORMATION

Werner Tübke. Metamorphosen

2. JULI BIS 28. SEPTEMBER 2025
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung

Im Jahr 2023 erhielt das Städel Museum aus der Sammlung von Barbara und Eduard Beaucamp ein eindrucksvolles wie auch repräsentatives Konvolut eines der bedeutendsten Maler der DDR, Werner Tübke. Diese herausragende Schenkung von 46 Zeichnungen und Aquarellen Tübkes präsentiert das Städel nun vom 2. Juli bis 28. September 2025 in einer Ausstellung, die seinem zeichnerischen Werk und seiner metaphorischen Bildsprache gewidmet ist. Tübke (1929–2004) zählt neben Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer zu den Hauptvertretern der sogenannten ersten Leipziger Schule und schuf in Malerei und Zeichnung ein ebenso autarkes wie konsequentes, formal und inhaltlich dichtes Gesamtwerk. „Zeichnen ist elementares Bedürfnis“, formulierte der Künstler einst, „alles andere kommt dann.“ Tübkes Aquarelle und Zeichnungen in Grafit, Feder und Kreide zeugen von großer gestalterischer Freiheit und Eigenständigkeit. Sie sind essenzieller Teil seines künstlerischen Schaffens: Er sammelte in ihnen Ideen, stellte formale Überlegungen an und erarbeitete sich die unterschiedlichsten Themen.

Werner Tübke reflektiert in seinen vielschichtigen, von einer einfallsreichen, manchmal geradezu überbordenden Fantasie geprägten Kompositionen die Komplexität der Welt mit ihren existenziellen Fragen, Nöten und Konflikten. Dabei beweist er ein feines Gespür für die Verletzlichkeit des Menschen, der als Individuum im Mittelpunkt seiner Kunst steht. Engel, Einhörner und Zauberer, Harlekine, Verhüllte, Verschnürte und immer wieder Gefolterte sowie Maskierte bevölkern seine Werke. In seinem „Welttheater“ ist durch die schöpferische Aneignung der älteren Kunstgeschichte die Zeit aufgehoben und alles von Erinnerungen durchdrungen. Seine Kunst zeigt eine realistische Formensprache, die Bildaussagen bleiben dabei aber häufig in der Schwebe. Ihm ging es weniger um eine konkrete Wiedergabe der Wirklichkeit, sondern um „Seinsdeutung“.

Die herausragende Leistung Werner Tübkes für die deutsche Nachkriegskunst wurde schon früh von dem westdeutschen Kunstkritiker Eduard Beaucamp erkannt und gewürdigt. Er verfolgte das Schaffen des „großen Unzeitgemäßen“ seit den späten 1960er-Jahren, zunächst als Kunstkritiker der F.A.Z., dann auch als Freund und Sammler. Das Städel Museum als älteste private Museumsstiftung Deutschlands wird getragen vom Engagement privater Förderer ebenso wie von Unternehmen, Stiftungen, der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen. Das Ehepaar Barbara und Eduard Beaucamp ist dem Städel mit seinem Engagement seit Jahren verbunden. Bereits 2010 ging das Gemälde Madonna mit Kind (1621–1622) von Guercino aus der Sammlung Beaucamp als Schenkung ans Museum.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Werner Tübke ist ein Solitär in der deutschen Nachkriegskunst. Seine Werke fordern uns heraus, das Menschliche im Abgründigen, das Zeitlose im Historischen und das Wahre im Verfremdeten zu erkennen. Dass wir sein zeichnerisches Werk heute in solcher Tiefe zeigen können, verdanken wir dem jahrzehntelangen, unermüdlichen Engagement Eduard Beaucamps. Als Kunstkritiker, Freund und Sammler hat er Tübkes Rang früh erkannt und ihn mit Leidenschaft der Öffentlichkeit vermittelt. Die großzügige Schenkung von Barbara und Eduard Beaucamp ist weit mehr als ein bedeutender Zugewinn für das Städel Museum: Sie eröffnet neue Perspektiven auf Tübkes Werk und verankert es im kunsthistorischen Bewusstsein.“

„Das scheinbar so Realistische bei Tübke täuscht, denn seine Kunst ist alles andere als abbildhaft oder einsinnig: Es gibt immer wieder ‚Kippmomente‘, Unklarheiten, Mehrdeutigkeiten. Ihn interessierten die grundlegenden menschlichen Themen, denen er sich direkt beim Malen oder Zeichnen annäherte. Er umkreiste sie geradezu mit jeder neuen Arbeit. Beaucamp hat diesen künstlerischen Ansatz sehr treffend als ‚Denken in Bildern‘ beschrieben. Es gibt bei Tübke daher selten klassische Vorzeichnungen für seine Gemälde, vielmehr sind Malerei, Zeichnung, auch Druckgrafik gleichwertige Teile eines andauernden Reflexionsprozesses. Am Ende steht nicht eine Bildlösung, sondern es gibt viele – und das medien- und jahrzehnteübergreifend. Tübkes Kunst erweist sich als permanent im Wandel, als ebenso metamorphisch wie seine Bildsprache“, ergänzt Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1800 am Städel Museum und Kuratorin der Ausstellung.

Kuratorin: Dr. Regina Freyberger (Leiterin Graphische Sammlung ab 1800, Städel Museum)
Gefördert durch: Heinz und Gisela Friederichs Stiftung
Mit weiterer Unterstützung durch: Fritz P. Mayer

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Wechsel in der Städel Administration 8.5.2025

PRESSEINFORMATION

WECHSEL IN DER STÄDEL ADMINISTRATION

MARIJA KORSCH VERABSCHIEDET SICH AUS DEM STIFTUNGSVORSTAND DES MUSEUMS / CHIARA ZILIOLI FABRITIUS WIRD NACHFOLGERIN

Nach 25 Jahren wurde Marija Korsch in der jüngsten Sitzung der Administration der Stiftung des Städelschen Kunstinstituts verdienstvoll verabschiedet. Ihre Nachfolgerin wird Prof. Dr. Chiara Zilioli Fabritius, die als Mitglied des Städelkomitees 21. Jahrhundert dem Städel Museum bereits sehr verbunden ist. Marija Korsch wurde im Jahr 2000 in die Administration berufen. Als versierte Managerin hat sie sich maßgeblich für die bauliche Erweiterung des Städel Museums und für die wissenschaftliche Bestandspflege der Städel Sammlung sowie der Liebieghaus Skulpturensammlung engagiert. Im Jahr 2012 konnte die Sammlung Gegenwartskunst in den Gartenhallen des Städel Museums erstmals umfassend präsentiert werden. Heute bietet die Dauerausstellung einen Blick auf eine Geschichte der Kunst nach 1945, die nicht für sich alleine steht, sondern im Kontext einer mehr als 700 Jahre umfassenden Erzählung europäischer Kunst.

Das Städel Museum ist die älteste Museumsstiftung Deutschlands. Die Administration ist das Vertretungsorgan der Stiftung und bildet ihren Vorstand; sie wird nach dem Willen des Museumsstifters Johann Friedrich Städel (1728–1816) aus fünf ehrenamtlichen Personen geformt. Den Vorsitz der Administration hat Wolfgang Kirsch inne. Mit einer einzigartigen Sammlung, spektakulären Sonderausstellungen und innovativen Bildungs- sowie Digitalprogrammen ist das Städel Museum ein lebendiger Ort der Begegnung, des Austauschs und der Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es wird von Unternehmen, Stiftungen, privaten Förderern sowie der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen unterstützt. Seit 2006 wird die Liebieghaus Skulpturensammlung als Betriebsgesellschaft durch das Städel Museum geführt. Das Museum zählt zu den international bedeutendsten Skulpturenmuseen und präsentiert 5000 Jahre Bildhauerkunst.

„Marija Korsch hat die erfolgreiche Entwicklung des Städel Museums in den letzten 25 Jahren mit großem persönlichem Engagement, viel Kraft und Freude begleitet. Mit ihrem Fachwissen und ihrem internationalen Netzwerk hat sie sich für die Idee des Bürgermuseums und für zahlreiche Projekte – auch der Liebieghaus Skulpturensammlung – außerordentlich stark gemacht. Nicht vergessen werden wir ihren nachhaltigen Einsatz für die Gartenhallen, der Erweiterungsbau der Sammlung Gegenwartskunst, mit dem wir 2012 gemeinsam Geschichte geschrieben haben. Wir freuen uns, dass wir mit Chiara Zilioli Fabritius eine überaus würdige, dem Städel sehr verbundene Nachfolgerin in der Administration begrüßen können,“ so Wolfgang Kirsch, Vorsitzender der Administration des Städel Museums.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung über den Abschied von Marija Korsch: „Wir bedanken uns von Herzen bei Marija Korsch für ihre langjährige und außerordentliche Unterstützung unserer Museen. Ihr Wirken in der Administration wird uns in Erinnerung bleiben. Es ist schön zu wissen, dass wir sie als große Freundin der Künste zu vielen Anlässen im Städel und im Liebieghaus wiedersehen werden.“

Mit dem 1. Juli 2025 wird Prof. Dr. Chiara Zilioli Fabritius in die Administration des Städel Museums eintreten. Sie ist Generaldirektorin des Juristischen Dienstes der Europäischen Zentralbank und Honorarprofessorin an der Frankfurter Goethe- Universität. Seit Gründung im Jahr 2007 ist sie Mitglied des Städelkomitees 21. Jahrhundert.

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Geschäftsbericht: Blickpunkte 2024 18.6.2025

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Rineke Dijkstra. Beach Portraits 31.10.2024

PRESSEINFORMATION

RINEKE DIJKSTRA
BEACH PORTRAITS

VERÄNGERT BIS 27. JULI 2025
SAMMLUNG GEGENWARTSKUNST

Das Meer, ein Blick: An verschiedenen Stränden der Welt – in Polen, Großbritannien, der Ukraine, Kroatien, den USA – zeigt die Künstlerin Rineke Dijkstra junge Menschen, die direkt in die Kamera schauen. Die komponierten Fotografien sind eine Suche nach der Essenz des menschlichen Daseins: einfühlsame Begegnungen, mit denen die Künstlerin auch die Frage nach Authentizität und Wahrhaftigkeit in der Porträtfotografie aufwirft. Vom 13. Dezember 2024 bis 27. Juli 2025 präsentiert das Städel Museum in einer Einzelausstellung insgesamt 27 Arbeiten, davon 23 Bilder aus der Beach-Portraits-Serie, mit der Rineke Dijkstra (*1959) international bekannt wurde und sich als eine der wichtigsten Fotografinnen der Gegenwartskunst etablierte. Erweitert wird die Ausstellung mit Werken der Streets-Serie sowie einem Selbstporträt.
In der überwiegend in den 1990er Jahren entstandenen Werkreihe der Beach Portraits verbindet Dijkstra die dargestellten Jugendlichen über Ländergrenzen hinweg durch eine immer gleiche Komposition. Vor dem klaren, einfachen Hintergrund des Meeres, in Kontext wie Kleidung reduziert, liegt der Fokus ganz auf den Dargestellten, ihrem Wesen und ihrer jugendlichen Natürlichkeit, die sich in kleinsten Nuancen von Mimik und Haltung manifestieren – vor allem, wenn ihre Gefühlswelt trotz all ihrer Anstrengung doch spürbar wird. Dieses Moment macht die konzentrierten Aufnahmen ebenso zu zeitlosen Bildern, die das Menschsein verkörpern und in denen sich zentrale Aspekte und Herausforderungen des Lebens bündeln: Unsicherheit, Neugier und die Suche nach der eigenen Identität. Mit ihrer einzigartigen Bildsprache, die kunsthistorische Bezüge auf Werke von Sandro Botticelli bis August Sander aufweist, werden die Fotografien zum Ausdruck einer zeitgeschichtlichen Beobachtung der Ära nach dem Kalten Krieg.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Rineke Dijkstras Porträts könnten gegenwärtiger nicht sein und sind zugleich heute schon große Werke der Kunstgeschichte: Sie sind längst Ikonen der Fotografie. Das fotografische Medium spielt eine zentrale Rolle in der Sammlung des Städel Museums. Bereits in den 1850er-Jahren wurden Fotografien für die Lehrsammlung erworben. Heute umfasst das Konvolut über 5.000 Werke – von den Anfängen der Fotografie bis zur unmittelbaren Gegenwart, darunter zentrale Arbeiten von wegweisenden Fotografinnen. Umso mehr freue ich mich, dass wir nun im Städel Museum mit Rineke Dijkstra eine so bedeutsame Fotokünstlerin präsentieren können.“

„In ihren Arbeiten gelingt es Rineke Dijkstra, sich dem Wesen des Menschen auf einfühlsame Weise anzunähern – ein Anspruch, den die Fototheorie und die Kunstgeschichte teilen. Rineke Dijkstras Protagonisten sind Menschen, die, über kulturelle Grenzen hinweg, nicht nur auf der Suche nach ihrer Identität sind, sondern die auch eine überzeitliche Frage verbindet: ‚Wann und wie verstehe ich mich selbst und wie möchte ich von meiner Umwelt wahrgenommen werden?‘ Es ist dieses empathische, allzu menschliche Moment, das in Dijkstras Arbeiten zum Ausdruck kommt und sie damit so zeitlos macht“, ergänzt Maja Lisewski, wissenschaftliche Mitarbeiterin Sammlung Gegenwartskunst und Kuratorin der Ausstellung.

Ausstellungsdauer: 13. Dezember 2024 bis 18. Mai 2025
Kuratorin: Maja Lisewski, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sammlung Gegenwartskunst
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Städel Invites Rineke Dijkstra: 13. Dezember 2024, in Partnerschaft mit BMW

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Frankfurt forever! Fotografien von Carl Friedrich Mylius 19.12.2024

Presseinformation

Frankfurt forever! Fotografien von Carl Friedrich Mylius

12. Februar bis 1. Juni 2025
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung

Seine Fotografien sind eine Reise durch die Zeit. Wie kaum ein anderer Fotograf prägte Carl Friedrich Mylius (1827–1916) das Bild Frankfurts. Von der Zeil, dem Eschenheimer Turm, dem Goethe-Denkmal über den Römer bis hin zum Mainufer hielt er die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt fest. Damit wurde er vor mehr als 150 Jahren zum Wegbereiter der Architekturfotografie. Das Städel Museum widmet Carl Friedrich Mylius mit rund 80 seiner Arbeiten vom 12. Februar bis zum 1. Juni 2025 die erste große Einzelausstellung. Anlass ist eine Schenkung aus Privatbesitz von 180 Fotografien, die den Bestand mit Aufnahmen von Carl Friedrich Mylius in der Städel Sammlung vortrefflich ergänzt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.

Frankfurt war als Ort der Kaiserkrönungen, als Messestadt und durch seine geografische Lage in der Nähe des Mittelrheins im 19. Jahrhundert ein bedeutender Anziehungspunkt für Reisende. Durch den sich etablierenden Tourismus wurden Carl Friedrich Mylius’ Fotografien noch heute bekannter Sehenswürdigkeiten zu beliebten Souvenirs. Viele seiner Ansichten zeigen eine Stadt im Wandel. Frankfurt erlebte damals nicht nur eine politische Neuordnung durch die preußische Annexion, sondern auch eine rasante wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Industrialisierung und Verstädterung führten zu einschneidenden baulichen Veränderungen – ganze Straßenzüge in der Alt- und Innenstadt verschwanden. Als Chronist dieser Zeit dokumentierte Mylius die historischen Orte seiner Stadt genauso wie Neubauten, Industrieanlagen und die moderne Infrastruktur. Es zog ihn auch ins Frankfurter Umland – der Feldberg im Taunus, die Städte Kronberg, Königstein und Gelnhausen –, und er hinterließ die teils ersten existierenden Aufnahmen dieser Orte. Ein besonderes Werk der Ausstellung ist eine 7,60 Meter lange Ansicht des Mains. Es ist das erste fotografische Panorama Deutschlands.

„Seit seinen Anfängen ist die Faszination für das Medium Fotografie ungebrochen. Die Fotografien des Frankfurters Carl Friedrich Mylius sind ein wertvolles visuelles Erbe – künstlerisch herausragende Werke und zugleich bedeutende Dokumente der Stadtgeschichte. Mylius’ Ausbildungs- und Lebensgeschichte ist mit dem Städel Museum verbunden: Noch während seiner aktiven Schaffenszeit übergab er seine Fotografien an das Städel. Im Jahr 2023 wurde dieser einmalige historische Bestand durch eine großzügige private Schenkung erweitert. Mit dieser Ausstellung können wir Carl Friedrich Mylius’ Gesamtwerk erstmals umfassend vorstellen“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.

„Carl Friedrich Mylius spezialisierte sich als einer der Ersten in der jungen Frankfurter Fotografieszene Ende der 1850er-Jahre auf Architekturansichten. Als Fotograf war er neutraler Beobachter, indem er seine Motive sachlich und unvoreingenommen festhielt. Gleichzeitig setzte er künstlerische Gestaltungsmittel wie die Zentralperspektive und einen ausgewogenen Bildaufbau ein, was sein sensibles Gespür für Komposition zeigt. Bereits in diesen frühen Anfängen war die Fotografie mehr als bloße Abbildung – sie war ein Mittel, um die Stadt in einer ästhetischen Dimension zu erfassen. Das machte Mylius zu einem frühen Wegbereiter der Architekturfotografie“, erläutert Kristina Lemke, Kuratorin der Ausstellung und Sammlungsleiterin Fotografie.

Kuratorin: Dr. Kristina Lemke (Sammlungsleiterin Fotografie, Städel Museum) mit Unterstützung durch Dr. Brigitte Sahler
Gefördert durch: Dr. Marschner Stiftung
Mit weiterer Unterstützung durch: Dr. Ina Petzschke-Lauermann
Kulturpartner: hr2-kultur

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Overture – Absolventenausstellung der Städelschule 2025 30.6.2025

PRESSEINFORMATION
Overture – Absolventenausstellung der Städelschule 2025

16. JULI BIS 10. AUGUST 2025
Städel Museum, Ausstellungshaus, Untergeschoss
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 15. Juli 2025, 11.00 Uhr

Das Städel Museum präsentiert erneut die Absolventenausstellung der Hochschule für Bildende Künste–Städelschule. Unter dem Titel „Overture“ sind vom 16. Juli bis zum 10. August 2025 Werke in verschiedenen Medien und Disziplinen – darunter Installation, Skulptur, Malerei, Film und Performance – von insgesamt 30 Absolventinnen und Absolventen zu sehen. Die Ausstellung gibt Einblick in die jüngsten Tendenzen der Gegenwartskunst und spiegelt ein breites Spektrum künstlerischer Praktiken und Diskurse wider. Die Künstlerinnen und Künstler sind Mariia Andreeva, Charlotte Berg, Linus Berg, Sam Cottington, Arnaud Ferron, Samuel Georgy, Tomás Loureiro Gonçalo, Anima Goyal, Giulia Guidi, Aerin Hong, Gašper Kunšič, Gregor Lau, raúl itamar lima, Salome Lübke, Fuki Matsumoto, Rosa Nitzsche, Vincenzo Ottino, Deshaun Price, Emmilou Roessling, Killa Schuetze, Juri Simoncini & Elisa Diaferia, Elsa Stanyer, Nicholas Stewens, Mahmoud Tarek, Siyu Tian, Vera Varlamova, Xtina Vargas, Punch Viratmalee und Ming Yuan.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums über die Ausstellung: „Die Präsentation der Absolventen im Städel Museum ist Ausdruck der langjährigen, engen Verbundenheit beider Institutionen. Mit der Ausstellung ‚Overture‘ wird das Museum einmal mehr zum Resonanzraum für aktuelle künstlerische Positionen und Fragestellungen. Wir freuen uns, den jungen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne zu bieten, auf der sie ihre vielfältigen Perspektiven mit einem breiten Publikum teilen können – an einem Ort, an dem die Geschichte der Kunst mit ihrer Gegenwart und Zukunft in einen produktiven Dialog tritt.“

„Wir freuen uns außerordentlich, dass mit ‚Overture‘ die Wege unserer seit zwei Jahrhunderten miteinander verbundenen Institutionen zusammenlaufen, der Städelschule und dem Städel Museum. In einem Jahr von paradigmatischen Umbrüchen bedeutet uns dabei die Vielfalt der Positionen, die hier nebeneinanderstehen, besonders viel. Inmitten der Spannung unserer Zeit eröffnen die Werke der Studenten neue Räume und fordern uns dazu auf, diese zu betreten – eine Ouvertüre für das, was kommen mag“, so Barbara Clausen, Rektorin der Städelschule und Direktorin des Portikus.

Kuratorin: Johanna Laub, Hochschule für Bildende Künste–Städelschule
Projektleitung: Katja Hilbig und Ela Dutta, Städel Museum

Den gesamten Pressetext finden Sie hier als PDF.

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Carl Schuch und Frankreich 4.6.2025

Presseinformation

Carl Schuch und Frankreich

24. September 2025 bis 1. Februar 2026
Ausstellungshaus

Carl Schuch (1846–1903) gehört zu den faszinierendsten Malern des 19. Jahrhunderts. Ab dem 24. September präsentiert das Städel Museum die große Herbstausstellung „Carl Schuch und Frankreich“ und wirft einen umfassenden Blick auf sein Werk sowie auf die Malerei des Impressionismus und Realismus. Schuch gilt seit Langem als Geheimtipp. Er ist vielleicht der bekannteste „Unbekannte“ der Malerei des 19. Jahrhunderts. Seine Kunst ist eine Entdeckung. Als rastloser Kosmopolit löste er sich früh von nationalen Zuschreibungen und widmete sich kompromisslos der Malerei. Zu Lebzeiten war er der Öffentlichkeit kaum bekannt, doch nach seinem Tod erkannte die Kunstwelt schnell die Qualität seines Werks, bevor es später wieder in Vergessenheit geriet.

Das Städel Museum bringt rund 70 Gemälde Schuchs in einen anregenden Dialog mit etwa 50 bedeutenden Werken französischer Künstler wie Paul Cézanne, Camille Corot, Gustave Courbet, Édouard Manet und Claude Monet. Im Fokus stehen dabei Schuchs Jahre in Paris, wo er von 1882 bis 1894 seine künstlerisch prägendste Schaffensphase erlebte. Schuchs Malerei entfaltet eine stille, aber eindrucksvolle Kraft. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine feine Farbnuancierung, eine außergewöhnliche Sensibilität für Licht und Atmosphäre sowie einer intensiven Suche nach künstlerischer Wahrhaftigkeit aus. Er verweigerte sich jeder stilistischen Einordnung und entwickelte eine unverwechselbare Bildsprache.

Diese Ausstellung ist mehr als eine Hommage. Sie zeigt Carl Schuch als einen Künstler, der mit seinem europäischen Blick und seiner unbeirrbaren Haltung ein eigenständiges Kapitel der Kunstgeschichte schrieb. Aktuelle kunsttechnologische Untersuchungen vertiefen das Verständnis seiner Arbeitsweise und eröffnen neue Perspektiven auf sein Werk. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in der Ausstellung anschaulich und nachvollziehbar präsentiert. Mit „Carl Schuch und Frankreich“ lädt das Städel Museum zu einer Entdeckungsreise ein, die den künstlerischen Kosmopoliten und seine beeindruckende Bildwelt ins verdiente Licht rückt.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums: „Carl Schuch zählt zu den eigenständigsten Künstlern des 19. Jahrhunderts. Er entzog sich jeder stilistischen Einordnung und hinterließ ein Werk von leiser, aber eindrucksvoller Energie. Seine Stillleben und Landschaften entfalten eine außergewöhnliche Anziehungskraft. Seine Malerei ist ein Fest für die Sinne, ein betörendes Wechselspiel aus Licht und Farbe. Schuchs kompromissloser Anspruch an die Kunst, sein Streben nach Tiefe und Wahrhaftigkeit, standen für ihn stets über öffentlicher Anerkennung. Mit ‚Carl Schuch und Frankreich‘ präsentieren wir einen Künstler, der sich zeitlebens eingehend mit der französischen Malerei beschäftigte. Seine Gemälde behaupten sich mühelos neben Werken von Courbet, Manet oder Cézanne. Diese Ausstellung geht weit über eine Hommage hinaus. Carl Schuchs Malerei ist eine Entdeckung.“

Alexander Eiling, Juliane Betz und Neela Struck, Kuratoren der Ausstellung, betonen: „Carl Schuch verfolgte mit großer Beharrlichkeit seinen künstlerischen Weg. In seinem Werk verbinden sich deutsch-österreichische Prägung und eine langjährige, intensive Auseinandersetzung mit der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Die Ausstellung lädt zum intensiven Schauen und Entdecken ein. In der Gegenüberstellung mit der französischen Moderne erschließen sich Schuchs befreiter Einsatz von Farbe und seine unverwechselbare Handschrift. Beides macht seine Malerei zu einer lohnenden Entdeckung. Carl Schuchs Motto lautete: ‚Selbst sehen und selbst finden‘ – dazu möchten wir auch die Besucherinnen und Besucher ermutigen.“

Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Sammlungsleiter Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Juliane Betz (stellv. Sammlungsleiterin Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Neela Struck (wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kunst der Moderne, Städel Museum). In Zusammenarbeit mit Dr. Roland Dorn (Autor des Werkverzeichnisses Carl Schuch).

Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe mit Deutsche Leasing AG, Frankfurter Sparkasse & Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- & Giroverbandes, Fontana Stiftung, Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, Städelscher Museums-Verein e.V. mit den Städelfreunden 1815.

Mit Unterstützung von: Aventis Foundation, Rudolf-August Oetker-Stiftung

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Beckmann 3.11.2025

Presseinformation

Beckmann

3. Dezember 2025 bis 15. März 2026
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung

Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Das Städel Museum rückt diese Arbeiten nun in den Mittelpunkt und präsentiert rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken. Sie eröffnen einen direkten, intensiven Zugang zu Beckmann (1884–1950), einem der bedeutendsten Künstler der Moderne.

Das Städel Museum verfügt über einen der herausragendsten Beckmann-Bestände weltweit und widmet sich seit mehr als einem Jahrhundert der Sammlung, Erforschung und Vermittlung seines Werkes. 2021 erhielt das Museum durch wichtige Dauerleihgaben aus der Sammlung von Karin und Rüdiger Volhard bemerkenswerten Zuwachs. Zusammen mit der Veröffentlichung des dreibändigen Werkverzeichnisses der schwarz-weißen Zeichnungen Max Beckmanns im Hirmer Verlag – mit dem Hedda Finke und Stephan von Wiese eine der letzten großen Forschungslücken zu Beckmanns Zeichnungen geschlossen haben – ist dies der Anlass für die retrospektive Schau.

Den Grundstock der Ausstellung bilden Zeichnungen aus dem eigenen Bestand des Städel Museums, ergänzt durch Leihgaben renommierter internationaler Museen und Privatsammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das British Museum in London, das Art Institute of Chicago, das Kunstmuseum Basel, die Hamburger Kunsthalle, das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und das Museum der bildenden Künste Leipzig. Einzelne Gemälde und Druckgrafiken eröffnen darüber hinaus Einblicke in Beckmanns Arbeitsprozess und das Wechselspiel verschiedener Medien.

Die Ausstellung wird durch die Förderung der Adolf Würth GmbH & Co. KG, der Dagmar-Westberg-Stiftung und des Städelschen Museums-Vereins e. V. ermöglicht und erfährt darüber hinaus Unterstützung durch die Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung sowie Dr. Ina Petzschke-Lauermann.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Max Beckmann, das Städel Museum und die Stadt Frankfurt am Main sind seit über einem Jahrhundert eng miteinander verbunden. Trotz der Verluste fast aller Werke des Künstlers während der NS-Zeit verfügt das Museum heute über einen Beckmann-Bestand von internationalem Rang. Mit der aktuellen Ausstellung rücken wir nach über vierzig Jahren erstmals wieder gezielt Beckmanns Zeichnungen in den Mittelpunkt. Sie eröffnen einen eigenen, faszinierenden Kosmos seines Schaffens und machen seine künstlerische Entwicklung unmittelbar erfahrbar – nicht zuletzt dank der herausragenden Zusammenarbeit mit Hedda Finke und Stephan von Wiese, den Herausgebern des dreibändigen Werkverzeichnisses seiner Zeichnungen.“

Daniel Hoster, Vorstandsvorsitzender der Dagmar-Westberg-Stiftung: „Mit dem Blick unserer Stifterin auf Max Beckmann erscheint das Zitat aus seinem Tagebuch vom 18. Dezember 1940 als inspirierende Mahnung auch für unsere Zeit: ‚Die Rolle, die Du zur Zeit spielst, ist die schwierigste, aber auch großartigste die Dir das Leben bieten konnte – vergiß das nicht – Max Beckmann – und gerade so wie sie ist.‘ Im Sinne der großen Verbundenheit unserer Stiftungsgründerin mit dem Städel Museum freuen wir uns daher sehr, die Ausstellung zu Beckmanns Zeichnungen zu fördern. Sie eröffnet einen neuen Blick auf einen der bedeutendsten deutschen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und auf ein Werk, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.“

Die Kuratoren Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1800 am Städel Museum, Hedda Finke und Stephan von Wiese, Autoren des dreibändigen Werkverzeichnisses der Zeichnungen Beckmanns, ergänzen: „Die Zeichnungen sind ein Schlüssel zu Beckmanns Werk. Zeichnend entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache, hielt Gesehenes und Erlebtes fest, formte seine persönliche Weltanschauung und verwandelte flüchtige Eindrücke in vielschichtige, bedeutungsgeladene Kompositionen. Im Lauf seines Lebens entstanden mehr als 1.900 schwarz-weiße, nicht in Skizzenbüchern gebundene Zeichnungen in Feder, Kreide oder Bleistift – vom raschen Entwurf bis hin zum autonomen Bild. Die Ausstellung zeigt daraus eine ebenso konzentrierte wie repräsentative Auswahl, die – ergänzt um einzelne farbige Arbeiten, Druckgrafiken und Gemälde – den Zeichner Max Beckmann in großer Intensität erfahrbar machen.“

Rundgang durch die Ausstellung
Die Ausstellung verfolgt in sechs Kapiteln Beckmanns eigenständige künstlerische Entwicklung von der frühen Berliner Zeit bis zu den letzten Lebensjahren in den USA. Ergänzend sind ausgewählte druckgrafische Blätter in einem eigenen Kabinett neben dem Beckmann-Saal in der Dauerausstellung der Moderne zu sehen.

Anfänge in Berlin
Seine ersten künstlerischen Erfolge erzielte Max Beckmann 1906 in der Ausstellung der Berliner Secession. Akademisch ausgebildet, entwickelte er einen Stil, der dem deutschen Impressionismus nahestand. Dies zeigt sich etwa in den sanften Schraffuren des Selbstporträts von 1912 oder in der atmosphärischen Abendlichen Straßenszene (1913?). Inhaltlich reizten ihn die großen Themen: In monumentalen Historiengemälden mit biblischen, mythologischen oder zeitgeschichtlichen Motiven verarbeitete er grundlegende menschliche Konflikte, etwa in dem Entwurf Elefantenschlacht (1908). Mit dem Aufkommen des Expressionismus und der wachsenden kritischen Resonanz auf seine Werke begann Beckmann, sich stärker mit persönlichen Erlebnissen auseinanderzusetzen. Dies zeigen die Skizzen zum Entwurf von Die Nacht (1912), die Szenen einer Gewalttat festhalten, von der Beckmann vermutlich selbst Zeuge war.

Der Künstler im Krieg
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldete sich Max Beckmann – wie viele Künstler seiner Generation – freiwillig zum Sanitätsdienst in der Hoffnung, neue Impulse für sein Schaffen zu gewinnen. Auf frühere, bildhaft komponierte Werke, die das Grauen des Krieges in Ostpreußen zeigen, folgten in Flandern zunehmend reduzierte Zeichnungen, die den Alltag der Soldaten, das Leid der Verwundeten und die Zerstörungen des Krieges sachlich und knapp festhalten. Werke wie Verwundeter Soldat mit Kopfverband (1915) zeigen den Menschen mit schnellen, kantigen Strichen in seiner Verletzlichkeit, während Aufgebahrter Toter (1915) durch seine eindringliche Bildsprache mit starken perspektivischen Verkürzungen wirkt. Auch die beiden Bildnisse Prof. Ferdinand Sauerbruch (1915) und Selbstporträt beim Zeichnen (1915) spiegeln diesen formalen Wandel und deuten bereits auf die charakteristische Bildsprache der kommenden Jahre hin.

Noch im Dezember 1914 entstanden Entwürfe für das Gemälde Auferstehung (Staatsgalerie Stuttgart), das Beckmann 1915 in Straßburg beginnen, aber nie vollenden sollte. Es ist das einzige Ölbild, das Beckmanns Kriegserfahrungen unmittelbar reflektiert. Fernab jeder Hoffnung steigen Tote aus ihren Gräbern in eine zersplitterte Landschaft. Erstmals wird in der Ausstellung eine große Entwurfszeichnung zu diesem Schlüsselwerk präsentiert, die vor wenigen Jahren im Nachlass Mathilde Q. Beckmanns im Zuge der Arbeit am Werkverzeichnis entdeckt wurde.

„Operationsbasis“ Frankfurt am Main
1915 kam Max Beckmann nach Frankfurt am Main und fand Zuflucht in der Schweizer Straße 3 bei seinem Studienfreund Ugi Battenberg und dessen Frau Fridel, die er in der intimen Federzeichnung Das Schäferstündchen (1915) festhielt. Nach den Erfahrungen im Ersten Weltkrieg entstand in diesem geschützten Umfeld eine neue Bildsprache. Die Kompositionen sind durch reduzierte, flächenhafte Formen geprägt. Perspektivische Verzerrungen erzeugen Bewegung und Spannung und betonen das „Groteske“, das etwa in Drei Zuschauer vor einer Bühne (1917) sichtbar wird. Dieser Stilwandel wird besonders deutlich im lithografischen Zyklus Die Hölle von 1919, zugleich eine der sozialkritischsten Arbeiten Beckmanns der Frankfurter Jahre. In der Ausstellung sind eine erste Variante sowie die Umdruckzeichnung und die Lithografie des vorletzten Blatts dieses Zyklus zu sehen. Sie verdeutlichen die enge Wechselwirkung zwischen Druckgrafik und Zeichnung, aber auch die Verbindung zur Malerei, etwa im Selbstbildnis mit Sektglas (1919), einem Hauptwerk der Städel-Sammlung, in dem Beckmann sich als Beobachter einer aus den Fugen geratenen Welt inszeniert. Beckmanns Zeichnungen werden immer eigenständiger, zudem beginnt sich in den späten 1920er-Jahren die Formensprache zu klären, sei es in Werken wie Spiegel auf einer Staffelei (1926), Junge mit Hummer (1926) oder Quappi mit Kerze (1928). Das gilt auch für seine größte Landschaftszeichnung Rimini (1927), die bis zur Beschlagnahmeaktion „Entartete Kunst“ Teil der ersten Beckmann-Sammlung im Städel unter Direktor Georg Swarzenski war.

Zäsur Nationalsozialismus
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verlor Max Beckmann seine Lehrtätigkeit an der Frankfurter Kunstgewerbeschule, der heutigen Städelschule. Seine Werke wurden als „entartet“ diffamiert. Er zog sich in seine Arbeit zurück und schuf im Jahr 1933 eine Gruppe motivisch sehr unterschiedlicher Aquarelle. In der Ausstellung sind Der Mord (1933), Geschwister (1933/37) und Schlangenkönig und Hummerfrau (1933) zu sehen. Sie repräsentieren Beckmanns Schaffen dieser Jahre und zeigen die zunehmende Mythisierung sowie die geheimnisvolle Komplexität seiner Kompositionen.

Exil in Amsterdam
Vor dem Hintergrund der bedrohlichen politischen Entwicklung reisten Max und Mathilde Q. Beckmann 1937 nach Amsterdam. Der zunächst als Zwischenstation auf dem Weg nach Paris geplante Aufenthalt dauerte aufgrund des Zweiten Weltkriegs nahezu zehn Jahre. Beckmann erlebte diese Zeit als Exil, geprägt von existenziellen Ängsten und materieller Unsicherheit. Im Auftrag des Frankfurter Mäzens Georg Hartmann entstanden die sehr persönlichen Zeichnungen zu Goethes Faust. Der Tragödie zweiter Teil. Sie zählen zu den Hauptwerken der Amsterdamer Zeit und bildeten die Grundlage für Beckmanns weiteres zeichnerisches Schaffen. In den 143 Federzeichnungen, von denen vier Blätter in der Ausstellung zu sehen sind, setzte Beckmann sich mit weitreichenden Themen auseinander, darunter das Verhältnis der Geschlechter und die Auswirkungen des Krieges. Daneben entstanden bildmäßig komponierte Arbeiten wie Haltestelle (1945), die die Erfahrung von Isolation und Stillstand im Exil spiegeln, sowie Champagnerfantasie (Vergrößerungsglas) (1945), in der Beckmann sein Leibgetränk in einer surrealen Vision zu einer symbolischen Ursuppe des Menschen verwandelte.

Neuanfang in den USA
1947/48 gelang Max Beckmann ein Neuanfang in den Vereinigten Staaten. Unbeeindruckt von der wachsenden Abstraktion in der zeitgenössischen Kunst rang er weiterhin um eine lesbare Weltdeutung und blieb formal der Figuration verpflichtet. Selbstbildnis mit Fisch (1949) und Rodeo (1949) zählen zu den eindrücklichsten Kompositionen, die Beckmanns Auseinandersetzung mit seiner neuen Lebensumgebung spiegeln. Die Ausstellung schließt mit Backstage (Hinter der Bühne) (1950), einem der letzten unvollendeten Gemälde Beckmanns, sowie seiner letzten Zeichnung, dem Bildnis Georg Swarzenski (1950). Swarzenski hatte ab 1918 die bedeutende Beckmann-Sammlung im Städel Museum aufgebaut, die bis heute die Grundlage für die kontinuierliche Erforschung und Präsentation seines Werkes bildet.
 

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Asta Gröting. Ein Wolf, Primaten und eine Atemkurve 6.8.2025

PRESSEINFORMATION

ASTA GRÖTING. EIN WOLF, PRIMATEN UND EINE ATEMKURVE

5. SEPTEMBER 2025 BIS 12. APRIL 2026 
Sammlung Gegenwartskunst

Intime Augenblicke und unmittelbare Nähe prägen das vielschichtige Werk der Künstlerin Asta Gröting (*1961). Ursprünglich und bis heute als Bildhauerin tätig, erweitert sie ihre künstlerische Praxis durch Videoarbeiten. Seit den 1990er-Jahren zählt sie zu den prägenden Stimmen der zeitgenössischen Kunst in Deutschland. In ihren Werken macht sie das Unsichtbare sichtbar, indem sie im Alltag oft unbemerkte Prozesse sowie das Zwischenmenschliche in den Fokus rückt. Das Städel Museum präsentiert vom 5. September 2025 bis 12. April 2026 in der Sammlung Gegenwartskunst eine Einzelausstellung der Künstlerin mit insgesamt acht Werken aus den Jahren 2015 bis 2025, darunter sieben Videoarbeiten und eine eigens für die Ausstellung entwickelte Laserprojektion. Die Auswahl der Arbeiten macht die fließenden Übergänge zwischen Natur und Kultur, Intimität und Distanz, Vertrautem und Fremdem für das Publikum erlebbar. In den Videos sind Momente von Grötings eigener Umwelt und des Menschseins festgehalten oder inszeniert. Ihre gezielte Manipulation von Zeit verleiht den Arbeiten eine besondere Intensität. Die Filme sind mehr als visuelle Darstellungen unserer Umwelt: Sie eröffnen kontemplative Räume, die dazu einladen, über die Komplexität verborgener Beziehungen und deren Dynamiken nachzudenken. In ihren Werken zeigt Gröting, wie Kunst als Medium für zwischenmenschliche Verbindungen wirken kann, indem sie intime und eindringliche Begegnungen einfängt. Die einfühlsame Übersetzung fesselnder Momente in bewegte Bilder lädt das Publikum ein, die feinen, oft verborgenen Zwischenzustände unserer Existenz zu erkunden und die Poesie des Augenblicks neu zu erfahren. Höhepunkte der Ausstellung sind die eigens für die Ausstellung entstandene Arbeit Atemkurve (2025) und die Premiere der neuesten Videoarbeit Matthias, Helge und Asta (2025), mit Matthias Brandt, Helge Schneider und Asta Gröting selbst als Protagonisten.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Asta Grötings Filme zeigen die visuelle Poesie unseres Alltags durch präzise Beobachtung und geben Raum für das Verborgene. Bereits seit 2019 besitzt das Städel mit Wir, wir, wir, du, du, ich (1994) eine skulpturale Arbeit der Künstlerin. Mit dieser Ausstellung setzen wir bewusst einen Schwerpunkt auf Videokunst. Grötings Werk steht für eine künstlerische Praxis, die gesellschaftliche und existenzielle Fragen vielschichtig verhandelt. Ihre Videokunst trägt dazu bei, die Grenzen zwischen Inszenierung und Alltag auszuloten, indem sie tradierte Erzählformen weiterentwickelt. Damit ergänzt sie das Profil der Sammlung Gegenwartskunst im Städel Museum auf ideale Weise.“

„In ihren Arbeiten richtet Asta Gröting den Blick auf das, was sich oft außerhalb unserer Aufmerksamkeit abspielt: auf feine Gesten des Alltags, auf Leerstellen, auf die Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Die gezeigten Werke wirken wie präzise Beobachtungen, in denen die Künstlerin Bedeutungen verschiebt und Empfindungen verdichtet. Grötings eindringliche Videoarbeiten rücken das scheinbar Unsichtbare sowie psychische Prozesse ins Zentrum und machen sie für die Betrachterinnen und Betrachter erfahrbar. Ihre konzentrierten Reflexionen stellen Fragen an unsere Kommunikation, unsere Umwelt und unsere Wahrnehmung; ohne eindeutige Antworten zu geben, schafft sie einen offenen Raum für persönliche Empfindungen“, ergänzt Svenja Grosser, Leiterin der Sammlung Gegenwartskunst des Städel Museums und Kuratorin der Ausstellung.

Kuratorin: Svenja Grosser (Leiterin Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Projektleitung: Gioia Mattner (Wissenschaftliche Volontärin, Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)

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Rembrandts „Die Blendung Simsons“ wird restauriert 30.9.2025

Presseinformation

Rembrandts „Die Blendung Simsons“ wird restauriert

Aufwändige konservatorische und restauratorische Maßnahmen geplant

Das Städel Museum freut sich, den Start der umfassenden konservatorischen und restauratorischen Behandlung, ergänzt durch intensive konservierungswissenschaftliche Forschung, eines der bedeutendsten Werke seiner Sammlung bekanntzugeben: Die Blendung Simsons (1636) von Rembrandt Harmensz. van Rijn. Das monumentale Historiengemälde, über zwei Meter hoch und mehr als drei Meter breit, zählt zu den zentralen Hauptwerken der europäischen Kunstgeschichte. Frühere Restaurierungen sowie natürliche Alterungsprozesse haben Spuren am Gemälde hinterlassen. Die nun geplante, über die kommenden drei bis vier Jahre laufende Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahme bietet die große Chance, Rembrandts Meisterwerk wieder in voller Tiefe und Ausdruckskraft erlebbar zu machen.

„Rembrandts Die Blendung Simsons ist ein Meisterwerk von internationalem Rang und eines der Schlüsselwerke unserer Sammlung niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts. Umso dankbarer sind wir der Bank of America, dass sie im Rahmen ihres Art Conservation Project die dringend notwendige Restaurierung ermöglicht. Diese Förderung ist ein bedeutender Beitrag zum Erhalt unseres kulturellen Erbes und stellt sicher, dass dieses außergewöhnliche Werk auch künftig in seiner ganzen Strahlkraft erlebbar bleibt“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.

Bereits im Rahmen der Ausstellung „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ (2021/2022) haben die Planungen für dieses Projekt begonnen. Der Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800, Jochen Sander, betont: „Mit der Sonderausstellung ‚Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam‘ und dem begleitenden Forschungskolloquium Rembrandt im Spiegel neuer technologischer Untersuchungen, dessen Ergebnisse kürzlich in ‚ArtMatters. International Journal for Technical Art History‘ publiziert wurden, haben wir nicht nur neue Perspektiven auf Rembrandts Schaffen eröffnet, sondern zugleich die Grundlage für ein weiterführendes Forschungsprojekt gelegt. Dieses Vorhaben ist der konsequente nächste Schritt in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem Hauptwerk unserer Altmeister-Sammlung.“

„Unser Ziel ist es, Rembrandts Malerei wieder in ihrer ursprünglichen Intensität erfahrbar zu machen und gleichzeitig die Substanz des Gemäldes langfristig zu sichern. Jede Maßnahme wird sorgfältig auf die originalen Techniken und Materialien abgestimmt, um das Werk wie vom Künstler intendiert zu bewahren“, erläutert Stephan Knobloch, Leiter der Kunsttechnologie und Restaurierung am Städel Museum.

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Restaurierung der Flémaller Tafeln abgeschlossen 11.11.2025

Meisterwerke der niederländischen Renaissance wieder in der Dauerausstellung Alte Meister zu sehen: Robert Campin und Werkstatt, Flémaller Tafeln: Heilige Veronika, Stillende Gottesmutter, Gnadenstuhl, (ca. 1428–1430)

Das Städel Museum präsentiert nach sieben Jahren intensiver Forschungs- und Restaurierungsarbeit zwei Hauptwerke aus der Sammlung Alte Meister wieder in neuem Glanz. Zwischen 2019 und 2025 wurden die Gemälde Heilige Veronika und Stillende Muttergottes des sogenannten Meisters von Flémalle einer umfassenden kunsttechnologischen Erforschung sowie einer konservatorischen und restauratorischen Bearbeitung unterzogen. Im Fokus der Maßnahmen standen die langfristige Sicherung der empfindlichen Substanz sowie die Wiederherstellung der ursprünglichen ästhetischen Wirkung der Gemälde. Des Weiteren konnten wichtige neue Erkenntnisse für die kunsthistorische Forschung gewonnen werden. Beide Werke sind ab sofort gemeinsam mit der dritten Flémaller Tafel, dem Gnadenstuhl, wieder im Sammlungsbereich Alte Meister zu sehen.

Gefördert wurde das Projekt durch die Enthusiasten des Städelschen Museums-Vereins e.V.

Mit Hilfe modernster kunsttechnologischer Untersuchungsverfahren, darunter Röntgenaufnahmen, Infrarotreflektografie und Mikro Röntgenfluoreszenz-Analysen, konnte die Maltechnik der Meisterwerke präzise rekonstruiert und das Ausmaß späterer Eingriffe nachvollzogen werden. In mehrjähriger Arbeit wurden die Tafeln anschließend konserviert und spätere Eingriffe Schritt für Schritt zurückgenommen. Die fragile Malschicht wurde gefestigt und stark vergilbte Firnisschichten, nicht originale Übermalungen sowie frühere Retuschen behutsam entfernt. Fehlstellen in der Malschicht wurden geschlossen, rekonstruiert und die ursprüngliche künstlerische Intention wieder erfahrbar gemacht. So kommen die außergewöhnliche Detailgenauigkeit und die intensive Farbigkeit der Malerei wieder eindrucksvoll zur Geltung. Besonders sichtbar wird dies zum Beispiel in den kostbar gestalteten Brokathintergründen, im tief leuchtenden Blau und Rot der Gewänder, in der mit höchster Präzision ausgeführten Malerei der Pflanzen oder in den fein modellierten Gesichtszügen.

Im Werk „Heilige Veronika“ konnte der großflächig geschädigte Brokathintergrund, von dem nur etwa 30 Prozent der Originalsubstanz erhalten war, dank detaillierter Voruntersuchungen präzise rekonstruiert werden. Eine besondere Entdeckung war dabei der Nachweis der Verwendung einer sogenannten Lochpause – einer Technik, mit der das aufwendige Rapportmuster durch eine mit feinen Löchern versehene Vorlage und das Einreiben von Kohlestaub auf die Bildoberfläche übertragen wurde. Diese Erkenntnis erlaubt einen tieferen Einblick in die Arbeitsweise des Meisters von Flémalle. Beim Gemälde „Stillende Muttergottes“ stand die Bearbeitung der großflächigen Beschädigung von Lasuren in den dunkelblauen Farbpartien wie zum Beispiel dem Madonnenmantel im Vordergrund. Der teilweise zerstörte originale Faltenwurf des Mantels wurde bei der jüngsten Restaurierung freigelegt und behutsam retuschiert, und so für die Betrachter wieder lesbar gemacht.

Über die Werke
Die drei Tafeln zählen zu den bedeutendsten Werken der frühen niederländischen Malerei. Sie waren ursprünglich Teile eines großen Flügelaltars und wurden nach ihrem vermeintlichen Herkunftsort im belgischen Maastal zunächst einem „Meister von Flémalle“ genannten Künstler zugewiesen. Deutliche Unterschiede zwischen den drei Bildern schließen die Zuschreibung an eine einzige Künstlerhand jedoch aus. Heute gilt als sicher, dass die Tafeln in der Werkstatt des Malers Robert Campin in Tournai entstanden, in der um 1430 auch Rogier van der Weyden tätig war. Die genaue Zuschreibung ist jedoch bis heute umstritten.

Meister von Flémalle, Robert Campin und Werkstatt, „Flémaller Tafeln: Heilige Veronika; Stillende Gottesmutter; Gnadenstuhl“, ca. 1428 – 1430, Mischtechnik auf Eichenholz, 151,8 x 61 cm; 160,2 x 68,2 cm; 148,7 x 61 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Public Domain

Weitere Informationen zu den Flémaller Tafeln gibt es in der Digitalen Sammlung unter sammlung.staedelmuseum.de

Restauratoren: Stephan Knobloch, Leiter Kunsttechnologie und Restaurierung - Gemälde und moderne Skulpturen (Städel Museum), Linda Schmidt, Diplom-Restauratorin (Städel Museum)
Sammlungsleiter: Prof. Dr. Jochen Sander, Sammlungsleiter Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800
Gefördert durch: Enthusiasten des Städelschen Museums-Vereins e.V.

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