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Ab dem 24. Februar 2016 zeigt das Städel Museum die groß angelegte Sonderausstellung „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“. Anhand von rund 120 bedeutenden Leihgaben wird dem Publikum erstmals in Deutschland ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt: der Florentiner Manierismus. Zu sehen sind Werke u. a. von Jacopo Pontormo, Agnolo Bronzino, Andrea del Sarto, Rosso Fiorentino und Giorgio Vasari. Insgesamt 50 Gemälde sowie 81 Zeichnungen, Skulpturen und Exponate weiterer Gattungen bieten eine außerhalb von Florenz noch nie dagewesene Übersicht zu einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Vasari mit dem schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Die Ausstellung widmet sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso bis hin zu den 1568 in der zweiten Auflage veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten Giorgio Vasaris. Ausgangspunkt ist ein Hauptwerk der Städelschen Sammlung, Bronzinos berühmtes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) (um 1533), das zu den kostbarsten Stücken im Besitz des Hauses zählt. Besondere Unterstützung mit außerordentlichen Konvoluten von Leihgaben erfährt die Ausstellung durch die Florentiner Museen, insbesondere die Uffizien, die Galleria dell’Accademia und die Galleria Palatina. Weitere zentrale Leihgaben kommen u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der National Gallery of Art in Washington, dem Louvre in Paris, dem Prado und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Szépművészeti Múzeum in Budapest sowie aus der Brera in Mailand.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
„Das Städel startet mit einem wahren Ausstellungshighlight in das Jahr 2016. Für ‚Maniera‘ ist es uns gelungen, eine ganz besonders hochkarätige Werkauswahl in Frankfurt zu versammeln. So können die Besucher im Städel den italienischen Manierismus und seinen kreativen Eigensinn in all seiner medialen Vielfalt erleben. Zu entdecken sind Meisterwerke von Pontormo, Sarto, Bronzino und vielen weiteren Künstlern“, so Max Hollein, Direktor des Städel Museums.
Mit Leonardo, Michelangelo und Raffael gilt die Epoche der Hochrenaissance zu Beginn des 16. Jahrhunderts als ein Höhepunkt der Kunstentwicklung in Italien. Die Ausstellung im Städel Museum führt nun in insgesamt acht Kapiteln mit verschiedenen zeitlichen und thematischen Schwerpunkten eindrücklich vor Augen, dass einige besonders herausragende künstlerische Leistungen erst durch die beiden auf die Hochrenaissance folgenden Künstlergenerationen erbracht wurden. „Die Kunst des Manierismus in Florenz hat viele Facetten: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. Raffinierte Eleganz und kreativer Eigensinn zeichnen die Malerei der ‚maniera‘ als eines der faszinierendsten Phänomene der Kunst Italiens aus“, sagt Bastian Eclercy, Kurator der Ausstellung.
Aufbauend auf den Florentiner Ausstellungen „L’officina della maniera“ (1996/97), „Bronzino. Pittore e poeta alla corte dei Medici“ (2010/11) und „Pontormo e Rosso Fiorentino. Divergenti vie della maniera“ (2014) präsentiert die Sonderausstellung im Städel Museum eine Gesamtschau der Malerei des Manierismus in Florenz im Kontext weiterer Kunstgattungen und der Stadtgeschichte. Zeitlich und topografisch knüpft die Schau damit an die erfolgreiche Städel Ausstellung „Botticelli. Bildnis, Mythos, Andacht“ von 2009/10 an.
Rundgang durch die Ausstellung
Die Präsentation erstreckt sich über beide Etagen des Ausstellungshauses. Zu Beginn widmet sich die Ausstellung „Maniera“ mit Pontormo und Rosso Fiorentino den prominentesten Vertretern der jungen Florentiner Malergeneration. Anhand verschiedener Varianten des florentinischen Bildthemas der „Madonna mit Kind und dem Johannesknaben“ wird deutlich, dass Pontormo und Rosso sich von den künstlerischen Idealen der Hochrenaissance – hier repräsentiert durch Raffael – zunehmend abwenden und dabei bewusst mit den damals geltenden Gestaltungsregeln spielen. Mit dem Bildnis eines Goldschmiedes (um 1518, Musée du Louvre, Paris) erweist sich Pontormo zudem als innovativer Porträtist seiner Zeit. Pontormos Zeichnungen jener Phase sind von einer kaum zu überbietenden Dynamik geprägt. Besonders deutlich wird dies etwa an dem Werk Drei männliche Aktstudien (um 1517, Musée des Beaux-Arts, Lille).
Zwischen 1519 und 1525 findet Rosso z. B. in Heilige Familie mit dem Johannesknaben (um 1521, Walters Art Museum, Baltimore) zu neuen, expressiven künstlerischen Ausdrucksmitteln, wie der folgende Abschnitt der Ausstellung verdeutlicht. Pontormo entwickelt zeitgleich vor allem durch die Beschäftigung mit nordalpiner Kunst seine ganz eigene künstlerische Handschrift und übersetzt Druckgrafiken Albrecht Dürers und Lucas van Leydens in eine Mischform aus florentinischem und deutschem Stil. Hierfür steht beispielhaft seine berühmte Anbetung der Könige (um 1519–23, Galleria Palatina, Florenz), die für die Frankfurter Ausstellung erstmals aus Florenz entliehen wurde.
Wie das nächste Kapitel der Schau veranschaulicht, steht die Kunst- und Stadtgeschichte von Florenz in jenen Jahren in engem Zusammenhang mit den Ereignissen, die sich in der päpstlichen Metropole Rom zutragen. Unter dem Medici-Papst Clemens VII. versammeln sich viele junge Talente in der Stadt, darunter Rosso Fiorentino, Parmigianino, Polidoro da Caravaggio und Perino del Vaga. Mit der Plünderung Roms durch die Söldnertruppen Karls V. (Sacco di Roma) findet diese fruchtbare Konstellation 1527 ein Ende. Rosso trifft 1524 in Rom ein und schafft dort Fresken und Tafelbilder, verlagert seine Produktion jedoch bald auf das Gebiet der Druckgrafik, darunter etwa die hier gezeigte Serie der Götter in Nischen (1526) aus der Graphischen Sammlung des Städel Museums. Die Plünderung Roms ist auch für Florenz folgenreich. So vertreibt die Fraktion der Medici-Gegner die Familie aus der Stadt und ruft die Republik aus. Doch im Herbst 1529 beginnt die Belagerung der Stadt durch kaiserliche Truppen, denen sich die Republik Florenz 1530 ergeben muss. Diese Zeit politischer wie auch gesellschaftlicher Umwälzungen ist eine der kreativsten und produktivsten Perioden der Florentiner Malerei. Beispielhaft dafür stehen in der Ausstellung Hauptwerke dieser Phase, etwa Andrea del Sartos Opferung Isaaks (um 1529/30, Museo del Prado, Madrid) oder Bronzinos Heiliger Sebastian (um 1528/29, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid). Die stadtgeschichtlichen Ereignisse der Zeit spiegeln sich auch in den vier verschiedenen Versionen des Motivs Martyrium der Zehntausend (um 1522–30) von Pontormo, Bronzino und Perino del Vaga wider, welche in der Ausstellung erstmals an einem Ort zusammengeführt werden.
Das folgende Kapitel widmet sich dem Aufstieg Bronzinos zum führenden Porträtmaler in Florenz unter dem ersten Herzog Alessandro de’ Medici. Im Mittelpunkt steht dabei Bronzinos fulminantes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) im Städel (um 1533), ein Schlüsselwerk der Florentiner Porträtmalerei. Der Entstehung dieses neuen Bildtypus des monumentalen, repräsentativen Damenbildnisses geht die Ausstellung erstmals nach und versammelt um das Bildnis einer Dame in Rot eine Reihe eng verwandter Frauenporträts.
Der Auftakt der zweiten Ausstellungsetage widmet sich dem sogenannten „Paragone“ – dem Rangstreit zwischen den Gattungen Malerei und Skulptur, der in den 1540er-Jahren in der Florentiner Kunstszene diskutiert wurde. Pontormos monumentales Gemälde Venus und Amor (um 1533, Galleria dell’Accademia, Florenz), das ebenfalls erstmals außerhalb von Florenz gezeigt werden kann, führt der Künstler nach dem Entwurf Michelangelos aus. Die skulpturale Anmutung der Körperdarstellung wird hier regelrecht zum künstlerischen Argument in der Paragone-Debatte. Auch die Architektur des Florentiner Manierismus wetteifert mit der Bildhauerei: So nimmt die Treppe in Michelangelos Treppenhaus der Biblioteca Laurenziana (1524–59) skulpturale Formen an. Ein für die Ausstellung angefertigtes monumentales Modell im Maßstab von ca. 1:3 vermittelt einen Eindruck von der spielerischen Eleganz dieses Bauwerks.
Im Jahr 1539 wird Bronzino Hofmaler des neuen Herzogs Cosimo I. de’ Medici; dies wird im zweiten Raum dieses Ausstellungsteils thematisiert. Er porträtiert den Herzog, dessen Gemahlin Eleonora di Toledo und ihre Kinder in einer ganzen Bilderserie. Bronzino prägt in jener Zeit maßgeblich die Gattung des höfischen Kinderbildnisses, wie das Bildnis des Garzia de’ Medici (um 1550, Museo del Prado, Madrid) veranschaulicht. Daneben setzt er mit der Freskenausstattung von Eleonoras Privatkapelle im Palazzo Vecchio sowie mit religiösen Tafelbildern neue Maßstäbe für die Hofkunst in Florenz. 1546 lässt Cosimo I. eine Manufaktur für Tapisserien einrichten und beauftragt Bronzino mit dem Entwurf monumentaler Bildteppiche, die sich in Form von komplexen Allegorien der Herrschaft des Herzogs widmen. Gezeigt werden die erste dieser Tapisserien, die sogenannte Dovizia (1545, Galleria del Costume, Florenz), und mehrere Entwurfszeichnungen.
Abschließend widmet sich die Ausstellung dem vornehmlich als Kunstschriftsteller und Architekten bekannten Giorgio Vasari, den sie als bedeutenden Maler und Zeichner vorstellt. Ab 1555/56 führt Vasari als Hofmaler zahlreiche Freskendekorationen im Palazzo Vecchio aus, die er in Zeichnungen eingehend vorbereitet. In dieser Phase entstehen auch einige seiner eindrucksvollsten Tafelbilder wie die Toilette der Venus (um 1558, Staatsgalerie Stuttgart). Sein schriftstellerisches Hauptwerk ist die zweite Auflage seiner Künstlerviten von 1568, die erste umfassende Geschichte der italienischen Kunst von Giotto bis zu Vasari selbst. Neben den Lebensbeschreibungen verschiedener Florentiner Manieristen beinhalten die Viten auch die früheste theoretische Reflexion über die Kunst der „maniera“. Im Schlusskapitel der Ausstellung wird zudem Pontormos Tagebuch aus der Nationalbibliothek in Florenz präsentiert, das als eines der frühesten erhaltenen Künstlertagebücher einen authentischen Einblick in Werkprozess und Lebensalltag des Florentiner Malers gewährt.
Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici
Kurator: Dr. Bastian Eclercy, Sammlungsleiter italienische, französische und spanische Malerei vor 1800, Städel Museum.
Ausstellungsdauer: 24. Februar bis 5. Juni 2016.
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 23. Februar 2016, 11.00 Uhr.
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111.
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de.
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr.
Sonderöffnungszeiten: 25., 27., 28.3. 10.00–18.00 Uhr, 1.5., 5.5., 15.5., 16.5., 17.5. 10.00–18.00 Uhr, 26.5. 10.00–18.00 Uhr.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Kombipreis Eintritt + Führung 16 Euro (nur online buchbar); Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Early-Bird-Ticket: Die ersten 1.000 Online-Tickets sind zum Vorzugspreis von 10 Euro statt regulär 14 Euro buchbar unter tickets.staedelmuseum.de.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de.
Rahmenprogramm:
Begleitend zur Ausstellung findet ein umfassendes Rahmenprogramm statt. Höhepunkte sind unter anderem:
Standpunkte zur Kunst:
Do. 10.3., 19.00 Uhr: Prof. Dr. Johannes Myssok (Düsseldorf), „Der Manierismus – Triumph der Malerei? Skulptur in Florenz 1500-1600“. Der Vortrag führt grundlegend in die Skulptur des Florentiner Manierismus ein und erweitert damit den Rahmen der Ausstellung, in der vor allem der Wettstreit zwischen Bildhauerei und Malerei thematisiert wird;
Do. 14.4., 19.00 Uhr: Prof. Dr. Gerd Blum (Münster), „Giorgio Vasari – Erfinder der Renaissance“. Ausgehend von seiner 2011 erschienenen Vasari-Biografie stellt Blum Giorgio Vasari als Künstler und Kunsttheoretiker vor, der die allgemeine Vorstellung von einer „Renaissance“ der Kunst maßgeblich geprägt hat.
Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Bastian Eclercy herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Hans Aurenhammer, Nicholas Scott Baker, Katharina Bedenbender, Anne Bloemacher, Gerd Blum, Ralf Bormann, Matteo Burioni, Heiko Damm, Bastian Eclercy, Chris Fischer, David Franklin, Dennis Geronimus, Sefy Hendler, Theresa Holler, Heidi J. Hornik, Fabian Jonietz, Adela Kutschke, Johannes Myssok, Susanne Pollack, Susanne Thürigen und Linda Wolk-Simon. Deutsche und englische Ausgabe, 304 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Es erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 40 Seiten, 7,50 Euro.
Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer. Es ist ab Mitte Februar 2016 abrufbar unter maniera.staedelmuseum.de.
Städel App: Die Städel App wird gefördert von der FAZIT-STIFTUNG. Die App ist für Android- und iOS-Smartphones optimiert und bietet mit Beginn der Ausstellung die Audiotour für 0,99 Euro zum Download auf das Smartphone.
Audiotour: Die Audiotour wird von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, gesprochen. Deutsch und Englisch, 4 Euro, zwei Audioguides für 7 Euro. Eine Audiotour auf Deutsch speziell für Kinder ist kostenfrei erhältlich.
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #maniera und #staedel.
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 18.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr, So 11.00 Uhr sowie Fr. 25.3., Mo 28.3., Do 5.5., Mo 16.5., Do 26.5. 16.00 Uhr. Tickets für die Überblicksführungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn (So ab 10.00 Uhr) an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis für 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing und die Frankfurter Sparkasse; Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH.
Medienpartner: Süddeutsche Zeitung; Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn AG
Kulturpartner: hr2-kultur
Veranstaltungsprogramm Februar 2016
In seinem 2015 gefeierten Jubiläumsjahr verzeichnet das Städel Museum mit 651.036 Besuchern die größte Publikumsresonanz in der 200-jährigen Geschichte von Deutschlands ältester bürgerlicher Museumsstiftung. Damit gehört das Städel eindeutig zu den bestbesuchten Kunstmuseen in Deutschland. Mit zusätzlich 273.763 Besuchern in der Schirn Kunsthalle Frankfurt und 56.933 Besuchern in der Liebieghaus Skulpturensammlung verbuchten die drei von Max Hollein geleiteten Frankfurter Kulturinstitutionen 2015 insgesamt 981.732 Besuche.
Das Städel Museum begeisterte in seinem Jubiläumsjahr Gäste aus dem In- und Ausland mit groß angelegten Sonderausstellungen wie „Monet und die Geburt des Impressionismus“, einer Schau zur deutschen Malerei der 1980er-Jahre, „Dialog der Meisterwerke“ (noch bis 24. Januar 2016) sowie Ausstellungen zu Jean-Jacques de Boissieu und William Hogarth. Das bislang besucherstärkste Ausstellungsjahr in der Geschichte des Städel war 2012 (447.395 Besucher), gefolgt von den Jahren 2014 (423.704) und 2013 (402.007). Die ungebrochene Relevanz des Städel Museums zeigte sich ebenfalls anhand des stark frequentierten Vermittlungsprogramms: Über 1.200 öffentliche Führungen für alle Altersgruppen, mehr als 850 Workshops, zwei international besetzte Symposien sowie zahlreiche Veranstaltungen – von Vorträgen, dem Sommerkino und dem Club Monet über das Bürgerfest bis zu einem großen Social-Media-Event – konnten erfolgreich umgesetzt werden. Doch nicht nur innerhalb des physischen Museumsgebäudes, sondern auch weit darüber hinaus ist es dem Städel Museum mit seiner groß angelegten Digitalen Erweiterung gelungen, zahlreiche Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern und den Bildungsauftrag der 1815 gegründeten Stiftung mit einem völlig neuen Radius einzulösen. Die neu entwickelten Kommunikations- und Vermittlungsangebote wurden 2015 mit zehn Fachpreisen ausgezeichnet – vom Grimme Online Award für die Digitorials bis zur Auszeichnung als bestes Programm des Jahres für das Städel-Game Imagoras.
Max Hollein, Direktor des Städel Museums, zeigt sich über die Ereignisse im Jubiläumsjahr hoch erfreut: „Das ist ein außergewöhnlicher Erfolg in einem außergewöhnlichen Jahr. Obwohl die Reputation einer Kulturinstitution auf vielen unterschiedlichen Faktoren beruht, spiegeln die diesjährigen Besucherzahlen – im Museum und im digitalen Raum – die außerordentliche Lebendigkeit und die ungebrochene Relevanz des Museums wider. 200 Jahre nach der Museumsgründung konnten wir den Wirkungskreis des Hauses auf ein ganz neues Niveau heben.“
Prof. Dr. h. c. mult. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städelschen Kunstinstituts, ist von der vielfältigen Resonanz begeistert: „Das Städel Museum präsentiert sich als bedeutendes Zentrum kunstwissenschaftlicher Forschung, die zielgruppenspezifisch vermittelt wird und den Stiftungsgedanken von Johann Friedrich Städel auf besondere Weise mit Leben erfüllt. Das Museum hat sich einmal mehr als identitätsstiftendes Zentrum für viele unterschiedliche Gruppen der Gesellschaft erwiesen und konnte in seinem Jubiläumsjahr auf beachtliche Weise verdeutlichen, wie die ursprüngliche Idee der Bürgerstiftung traditionsbewusst wie zeitgemäß fortgeschrieben werden kann.“
Erfolg für digitale Kommunikations- und Vermittlungsinitiativen
Auch im Netz feierte das Städel Museum im Jahr 2015 Rekorde. Vor allem gelang es, den Bildungsauftrag des Hauses auf innovative Weise digital zu erweitern und immer wieder neue Zielgruppen für die Beschäftigung mit Kunst und Kultur zu begeistern. So verzeichneten die für drei Sonderausstellungen konzipierten Digitorials, die multimedial in Ausstellungsinhalte einführen, allein im vergangenen Jahr insgesamt über 288.000 Seitenaufrufe. Die 2015 entwickelte Städel App wurde bereits über 33.000 Mal heruntergeladen. Das Appgame für Kinder Imagoras – Die Rückkehr der Bilder überzeugt seit seinem Release nicht nur mit konstant hohen Nutzerzahlen in der Zielgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen, sondern lässt die Spielfans auch in die Kunstwelten des Museums eintauchen. Die als Beta-Version veröffentlichte Städel Digitale Sammlung versammelt bereits mehr als 900 Werke und bietet einen neuartigen Zugang zu den Beständen. Derzeit arbeitet das Städel Museum gemeinsam mit der Leuphana Universität Lüneburg an einem neuartigen multimedialen Onlinekurs zur Kunst von 1750 bis in die Gegenwart („Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“), der im Frühjahr 2016 online gehen soll. Auch die Auftritte des Museums in den sozialen Netzwerken erfuhren im Jubiläumsjahr enormen Zuspruch. So wuchs im Vergleich zum vergangenen Jahr der jüngste Kanal im Social-Media-Bereich des Städel – der Instagram-Account – von 993 auf 5.120 Follower, während die Zahl der Fans des Facebook-Kanals um 63 Prozent auf nunmehr 40.427 Fans zunahm. 12.723 User folgen dem Museum auf Twitter. Derzeit arbeitet das Museum u.a. an einem neuen Format für Periscope.
Ausblick 2016
Auch in diesem Jahr erwarten die Besucher der drei Frankfurter Kulturinstitutionen zahlreiche Höhepunkte. Als nächste Sonderausstellung zeigt das Städel Museum ab 24. Februar mit „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“ herausragende Maler des Florentiner Manierismus wie Andrea del Sarto, Pontormo, Rosso und Bronzino. Zu weiteren Glanzpunkten im Ausstellungsreigen zählen im Städel unter anderem eine große Georg-Baselitz-Einzelausstellung sowie eine Sonderausstellung zum Kampf der Geschlechter.
Die vollständigen Jahresprogramme können online eingesehen werden:
Zum Städel-Newsroom
Zum Schirn-Newsroom
Liebieghaus-Pressebereich
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111.
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de.
Das Städel Museum startet mit einer hochkarätigen Sonderausstellung ins kommende Ausstellungsjahr. Ab dem 24. Februar 2016 zeigt das Frankfurter Museum „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“. Anhand von rund 120 bedeutenden Leihgaben wird dem Publikum erstmals in Deutschland ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt: der Florentiner Manierismus. Zu sehen sind Werke u. a. von Jacopo Pontormo, Agnolo Bronzino, Andrea del Sarto, Rosso Fiorentino und Giorgio Vasari. Zeitlich und topografisch knüpft die Schau an die erfolgreiche Städel Ausstellung „Botticelli. Bildnis, Mythos, Andacht“ von 2009/10 an. Der Vorverkauf zur Ausstellung hat bereits begonnen. Zeitlich flexibel einlösbare „Early-Bird“-Tickets sind ab sofort zum Vorzugspreis von 10 Euro online buchbar.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
Die groß angelegte Sonderausstellung widmet sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso bis hin zu den 1568 in der zweiten Auflage veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten Giorgio Vasaris. Allein über 50 Gemälde, aber auch über 50 Zeichnungen und 8 Skulpturen bieten eine außerhalb von Florenz noch nie dagewesene Übersicht zu einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Vasari mit dem schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Ausgangspunkt der Schau ist ein Hauptwerk der Städelschen Sammlung, Bronzinos berühmtes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) (um 1533), das zu den kostbarsten Stücken im Besitz des Hauses zählt. Besondere Unterstützung mit außerordentlichen Konvoluten von Leihgaben erfährt die Ausstellung durch die Florentiner Museen, insbesondere die Uffizien, die Galleria dell’Accademia und die Galleria Palatina. Weitere zentrale Leihgaben kommen u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der National Gallery of Art in Washington, dem Louvre in Paris, dem Prado und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Szépművészeti Múzeum in Budapest sowie aus der Brera in Mailand.
Mit Leonardo, Michelangelo und Raffael gilt die Epoche der Hochrenaissance zu Beginn des 16. Jahrhunderts als ein Höhepunkt der Kunstentwicklung in Italien. Die Ausstellung im Städel Museum führt nun in insgesamt acht Kapiteln mit verschiedenen zeitlichen und thematischen Schwerpunkten eindrücklich vor Augen, dass einige besonders herausragende künstlerische Leistungen erst durch die beiden auf die Hochrenaissance folgenden Künstlergenerationen erbracht wurden. Die Kunst des Manierismus hat viele Facetten: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. Raffinierte Eleganz und kreativer Eigensinn zeichnen die Malerei der „maniera“ als eines der faszinierendsten Phänomene der Kunst Italiens aus. Aufbauend auf den Florentiner Ausstellungen „L’officina della maniera“ (1996/97), „Bronzino. Pittore e poeta alla corte dei Medici“ (2010/11) und „Pontormo e Rosso Fiorentino. Divergenti vie della maniera“ (2014) präsentiert das Städel Museum mit dieser umfassenden Sonderausstellung eine Gesamtschau der Malerei des Manierismus in Florenz im Kontext weiterer Kunstgattungen und der Stadtgeschichte.
Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Bastian Eclercy herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Hans Aurenhammer, Nicholas Scott Baker, Katharina Bedenbender, Anne Bloemacher, Gerd Blum, Ralf Bormann, Matteo Burioni, Heiko Damm, Bastian Eclercy, Chris Fischer, David Franklin, Dennis Geronimus, Sefy Hendler, Theresa Holler, Heidi J. Hornik, Fabian Jonietz, Adela Kutschke, Johannes Myssok, Susanne Pollack, Susanne Thürigen und Linda Wolk-Simon. Deutsche und englische Ausgabe, 304 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
MANIERA. PONTORMO, BRONZINO UND DAS FLORENZ DER MEDICI
Kurator: Dr. Bastian Eclercy, Sammlungsleiter italienische, französische und spanische Malerei vor 1800, Städel Museum.
Ausstellungsdauer: 24. Februar bis 5. Juni 2016.
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 23. Februar 2016, 11.00 Uhr.
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main.
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111.
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr.
Sonderöffnungszeiten: 25., 27., 28.3. 10.00–18.00 Uhr, 1.5. geschlossen, 5.5., 15.5., 16.5., 17.5. 10.00–18.00 Uhr, 26.5. 10.00–18.00 Uhr.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Kombipreis Eintritt + Führung 16 Euro (nur online buchbar); Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Early-Bird-Ticket: Die ersten 1.000 Online-Tickets sind zum Vorzugspreis von 10 Euro statt regulär 14 Euro buchbar unter tickets.staedelmuseum.de.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de.
Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Bastian Eclercy herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Hans Aurenhammer, Nicholas Scott Baker, Katharina Bedenbender, Anne Bloemacher, Gerd Blum, Ralf Bormann, Matteo Burioni, Heiko Damm, Bastian Eclercy, Chris Fischer, David Franklin, Dennis Geronimus, Sefy Hendler, Theresa Holler, Heidi J. Hornik, Fabian Jonietz, Adela Kutschke, Johannes Myssok, Susanne Pollack, Susanne Thürigen und Linda Wolk-Simon. Deutsche und englische Ausgabe, 304 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Es erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 40 Seiten, 7,50 Euro.
Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer. Es ist ab Februar 2016 abrufbar unter maniera.staedelmuseum.de.
Städel App: Die Städel App wird gefördert von der FAZIT-STIFTUNG. Die App ist für Android- und iOS-Smartphones optimiert und bietet mit Beginn der Ausstellung die Audiotour zum Download auf das Smartphone.
Audiotour: Die Audiotour wird von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, gesprochen. Deutsch und Englisch, 4 Euro, zwei Audioguides für 7 Euro.
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #maniera und #staedel.
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 18.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr, So 11.00 Uhr sowie Fr. 25.3., Mo 28.3., Do 5.5., Mo 16.5., Do 26.5. 16.00 Uhr. Tickets für die Überblicksführungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn (So ab 10.00 Uhr) an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis für 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing und die Frankfurter Sparkasse; Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH.
Medienpartner: Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn AG
Kulturpartner: hr2-kultur
Mehr Zeit für Kunst in der Feiertagszeit bieten die Schirn Kunsthalle Frankfurt, das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung. Alle drei Häuser öffnen ihre Türen erstmals zusätzlich an zwei Montagen: am Montag, dem 28. Dezember 2015, und am Montag, dem 4. Januar 2016.
An Weihnachten und zwischen den Jahren erwarten die Besucher Ausstellungen wie „STURM-Frauen. Künstlerinnen der Avantgarde in Berlin 1910–1932, „Daniel Richter. Hello, I love you“ und „Heather Phillipson. EAT HERE“ in der Schirn, „Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum“ und „John Baldessari. The Städel Paintings“ im Städel oder „Gefährliche Liebschaften. Die Kunst des französischen Rokoko“ im Liebieghaus und versprechen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm.
Es gelten folgende Öffnungszeiten:
Schirn Kunsthalle Frankfurt:
Donnerstag, 24. Dezember 2015: geschlossen
Freitag, 25. Dezember 2015: 10.00–19.00 Uhr
Samstag, 26. Dezember 2015: 10.00–19.00 Uhr
Montag, 28. Dezember 2015: 10.00–19.00 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015: 10.00–17.00 Uhr
Freitag, 1. Januar 2016: 11.00–19.00 Uhr
Montag, 4. Januar 2016: 10.00–19.00 Uhr
Minischirn:
Donnerstag, 24. Dezember, bis Samstag, 26. Dezember 2015: geschlossen
Montag, 28. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015: geschlossen
Freitag, 1. Januar 2016: geschlossen
Montag, 4. Januar 2016: 10.00–18.00 Uhr
Reguläre Öffnungszeiten an allen anderen Tagen: Di–So 10.00-18.00 Uhr
Weitere Informationen unter: www.schirn.de
Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung:
Donnerstag, 24. Dezember 2015: geschlossen
Freitag, 25. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Samstag, 26. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Montag, 28. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015 geschlossen
Freitag, 1. Januar 2016: 11.00–18.00 Uhr
Montag, 4. Januar 2016: 10.00–18.00 Uhr
Weitere Informationen unter: www.staedelmuseum.de und www.liebieghaus.de
Presse Schirn Kunsthalle Frankfurt
Pamela Rohde (Leitung Presse/PR), Timo Weissberg (Volontär).
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt,
Telefon: +49.69.29 98 82-148, Fax: +49.69.29 98 82-240, E-Mail: presse@schirn.de,
www.schirn.de (Texte, Bilder und Filme zum Download unter PRESSE), www.schirn-mag.de.
Presse Städel Museum/Liebieghaus Skulpturensammlung
Axel Braun (Leitung Presse/PR), Silke Janßen (stv. Leitung Presse/PR), Karoline Leibfried
(Pressereferentin), Jannikhe Möller (Pressereferentin), Paula Stuckatz (Volontärin).
Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, Telefon: +49 (0)69 60 50 98-212,
Fax: +49 (0)69 60 50 98-188, E-Mail: presse@staedelmuseum.de, www.staedelmuseum.de
(Texte, Bilder und Filme zum Download unter PRESSE).
Veranstaltungsprogramm Januar 2016
Das Ausstellungsprogramm
Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici
24. Februar bis 5. Juni 2016
Ausstellungshaus
Jacopo Pontormo, Agnolo Bronzino, Andrea del Sarto, Rosso Fiorentino, Giorgio Vasari – die herausragenden Maler des Florentiner Manierismus werden 2016 mit einer hochkarätigen Ausstellung des Städel Museums zum ersten Mal in Deutschland eindrucksvoll präsentiert. Anhand von bedeutenden Leihgaben wird dem Publikum ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt. „Maniera“ widmet sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso, bis hin zu den 1568 veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten des Vasari.
Über 120 kostbare Leihgaben, darunter Gemälde, aber auch Zeichnungen und Skulpturen, bieten eine noch nie dagewesene Übersicht einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Giorgio Vasari mit den schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Die Kunst des Manierismus hat viele Facetten: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. „The stylish style“ – so hat der Kunsthistoriker John Shearman den Epochenstil 1967 auf eine griffige Formel gebracht. Mit raffinierter Eleganz und kreativem Eigensinn erweisen sich die Maler der „maniera“ als eines der faszinierendsten Phänomene der Kunst Italiens.
Ausgangspunkt der groß angelegten Sonderausstellung ist ein Hauptwerk der Städel-Sammlung, Bronzinos berühmtes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) (um 1533), das zu den kostbarsten Stücken im Besitz des Hauses zählt. Besondere Unterstützung erfährt das Projekt durch die Florentiner Museen, insbesondere die Uffizien, die Galleria dell’Accademia und die Galleria Palatina. Weitere zentrale Leihgaben kommen u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der National Gallery of Art in Washington, dem Louvre in Paris, dem Prado und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Szépművészeti Múzeum in Budapest sowie aus der Brera in Mailand.
Die kunstgeschichtliche Entwicklung der Jahrzehnte von 1512 bis 1568 wird in engen Bezug zur Stadtgeschichte von Florenz und zur Herrschaft der Medici gesetzt – Themen, die in der Ausstellung wie auch im begleitenden Katalog dargestellt werden.
Kurator: Dr. Bastian Eclercy
Sigmar Polke. Frühe Druckgrafik
2. März bis 22. Mai 2016
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Das gedruckte Bild, massenmedial verbreitet oder vom Künstler fotografisch inszeniert, bildet eine wesentliche Grundlage der künstlerischen Arbeit von Sigmar Polke (1941–2010). Bereits 1967, gegen Ende seines Studiums an der Kunstakademie in Düsseldorf, wird seine erste Druckgrafik Freundinnen verlegt. Mit dem Offsetdruck wählte Polke eine handwerklich wenig anspruchsvolle und künstlerisch eher triviale Technik. Sie wird sein bevorzugtes druckgrafisches Medium bleiben, mit welchem er scheinbar zufällige, irritierende Kommentare zu Kunst und Gesellschaft transportiert und verbreitet.
Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung zeigt eine ebenso hochwertige wie konzentrierte Auswahl der frühen Druckgrafik Sigmar Polkes und befragt diese auf ihre besondere Qualität. Dank der Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum kann die Auswahl vollständig aus dem eigenen Bestand des Städel getroffen werden.
Kuratorin: Dr. Jutta Schütt
Schaufenster des Himmels. Der Altenberger Altar und seine Bildausstattung
22. Juni bis 25. September 2016
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Durch glückliche Überlieferungsumstände ist aus einem ehemaligen Kloster in Altenberg an der Lahn ein einzigartiges Ensemble von liturgischen und paraliturgischen Ausstattungsstücken aus der Zeit des späten 13. und frühen 14. Jahrhunderts erhalten geblieben. Jedes dieser Objekte zählt bereits für sich genommen zu den absoluten Glanzstücken der Epoche. In der Ausstellung „Schaufenster des Himmels“ können sie nun erstmals seit der Säkularisation des Klosters Anfang des 19. Jahrhunderts wieder zusammengeführt werden. Zu erleben ist eine der qualitätsvollsten Altarraumausstattungen des Mittelalters.
Im Zentrum steht das rund 4,90 Meter breite wandelbare Retabel, bestehend aus Schreinkasten, Madonnenstatue und Altarflügeln, das mit Werken der Malerei, Bildhauerei sowie der Textil- und Goldschmiedekunst ein komplexes Bezugssystem von Bildern am Altar ergab. Seit etwa 1330 schmückte das Retabel als Kernstück der Ausstattung den Hauptaltar der zwischen 1260 und 1270 errichteten Kirche. Die Flügel des Altars gingen bereits 1925 in die Städelsche Sammlung über und gehören seitdem zum herausragenden Bestand der frühen deutschen Malerei des Museums. Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung macht das faszinierende Zusammenspiel verschiedener Bildmedien in einer konkreten Altarraumausstattung des frühen 14. Jahrhunderts nachvollziehbar, wobei sich insbesondere angesichts der anspruchsvollen Ikonografie der Leinenstickereien und der jüngst entdeckten, ursprünglichen Seiten- und Rückwandbemalung des Schreinkastens Fragen der Zugänglichkeit und nahsichtigen Rezeption von Bildern am Hochaltar neu stellen.
In Vorbereitung auf die Ausstellung veranstaltete das Städel am 13. und 14. November 2015 ein international besetztes Passavant-Kolloquium mit jüngsten Forschungserkenntnissen von insgesamt 17 Gastrednern, deren Beiträge im Rahmen der Ausstellung „Schaufenster des Himmels. Der Altenberger Altar und seine Bildausstattung“ aufgegriffen und vertieft werden.
Kurator: Prof. Dr. Jochen Sander
Georg Baselitz – Die Helden
30. Juni bis 23. Oktober 2016
Ausstellungshaus
Georg Baselitz (geb. 1938) zählt zweifelsohne zu den prägendsten Malern und Bildhauern unserer Zeit. In explosionsartiger Produktivität entwickelte er 1965/66 seine dramatischen und widersprüchlichen „Helden“-Bilder. Die kraftvolle Werkgruppe der Helden und Neuen Typen gilt heute weltweit als Schlüsselwerk der deutschen Kunst der 1960er-Jahre und kann im Sommer 2016 erstmals in einer monografischen, von Städel-Direktor Max Hollein kuratierten Ausstellung umfassend präsentiert werden. Zu sehen sind rund 70 Gemälde und Arbeiten auf Papier, deren monumentale Figuren, aggressiv und trotzig gemalt, bis heute ambivalent, schicksalshaft und verletzlich wirken.
Georg Baselitz blickte 1965 auf die in vielerlei Hinsicht zerstörte Ordnung im Nachkriegsdeutschland – Ideologien und politische Systeme sowie künstlerische Stile standen zur Diskussion. Dem Künstler kam dieser Mangel an Ordnungen entgegen, denn jegliche Vereinnahmung durch kategorische Einteilungen war und blieb ihm fremd. In seiner skeptischen Grundhaltung betonte er deshalb die zwiespältigen Aspekte seiner Gegenwart. Entsprechend widersprüchlich wirken seine monumentalen „Helden“ im zerschlissenen Kampfanzug, denen ihr Scheitern ebenso eingeschrieben ist wie ihre Resignation. Dass der damals erst 27-jährige Baselitz sich überhaupt dem Thema der „Helden“ bzw. „Typen“ zuwandte, war per se provokant. Das (männliche) Heldentum und seine einstigen Vertreter waren durch Krieg und Nachkriegszeit fragwürdig geworden. Die inhaltliche Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit der „Helden“ findet ihr Äquivalent im Formalen. Die stets mittig frontal gegebene und klar konturierte Figur kontrastiert mit der Wildheit der Farbwahl und Heftigkeit der Malweise. Damit bildet der Künstler eine Wirklichkeit ab, wie sie in der bundesrepublikanischen Erfolgsgeschichte des Wirtschaftswunders nur ungern gesehen wurde. Und das in der damals vermeintlich obsoleten Form der figurativen Malerei.
Es ging in dieser Auseinandersetzung aber um weit mehr als um allgemeine Gesellschaftsfragen. Hier reflektierte der Maler selbst über seine eigene Position im Verhältnis zu dieser Gesellschaft – eine wuchtige Selbstbehauptung und Identitätsbestimmung entgegen aller aktuellen Strömungen der damaligen Zeit.
Die Ausstellung wird im Anschluss im Moderna Museet Stockholm, im Palazzo delle Esposizioni Rom und im Museo Guggenheim Bilbao gezeigt.
Kurator: Max Hollein
Co-Kuratorin: Dr. Eva Mongi-Vollmer
David Claerbout. Die reine Notwendigkeit
28. September bis 23. Oktober 2016
Städel Garten
Anlässlich des Auftritts der Niederlande und Flanderns als Gastländer auf der Frankfurter Buchmesse und im Rahmen der Serie „Im Städel Garten“ präsentiert das Städel vom 28. September bis 23. Oktober 2016 eine neue Arbeit des belgischen Künstlers David Claerbout (geb. 1969). Das eigens für das Städel Museum entwickelte, 60-minütige Video Die reine Notwendigkeit erscheint auf den ersten Blick wie eine Aneignung des beliebten Zeichentrickfilms Das Dschungelbuch von Wolfgang Reitherman aus dem Jahr 1967. Claerbout hat für seine Arbeit ein aufwendiges Remake der Zeichnungen anfertigen lassen – mit dem zentralen Unterschied, dass er den bekannten Tieren, dem Bären, dem Panther, der Schlange oder dem Tiger, ihre vermenschlichte Wesensart genommen und folglich jeglichen narrativen Faden entfernt hat. Sie bewegen sich nun durch den Dschungel wie Artgenossen in einer Tierdokumentation, ungestört von den Erzählungen der Menschheit. Anstatt die Geschichte eines kleinen Jungen zu erzählen, kulminiert die Videoarbeit immer zur vollen Stunde in der letzten Szene des Originalfilms von 1967: Das singende Mädchen kommt in den Dschungel, um Wasser zu holen. Diese Szene wird für Claerbout zum Anfangs- und Endpunkt seines Loops, der über einen großen LED-Bildschirm Stunde um Stunde die Zeit im Städel Garten strukturiert.
David Claerbout verwendet in seinen fotografischen und filmischen Installationen visuelle Materialien, die von vorgefundenen historischen Fotografien über rekonstruierte Bilder bis hin zu nach seinen Regieanweisungen gedrehtem Filmmaterial reichen. Er überarbeitet das Material digital und lässt so die Grenzen zwischen Fotografie und Film verschmelzen. Claerbout dekonstruiert lineare Abläufe von Zeit und hinterfragt damit, wie wir mit Bildern Geschichten erzählen.
Kurator: Dr. Martin Engler
Antoine Watteau. Der Zeichner
19. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Der französische Maler Antoine Watteau (1684–1721) zählt zu den großen Meistern der Zeichnung. Seine sensiblen Studien in roter, schwarzer und weißer Kreide halten weibliche und männliche Modelle, Detailbeobachtungen und spontane Einfälle fest und entwickeln die Welt jener heiteren Gemeinschaften des aufmerksamen Miteinander, denen man den Namen „Fêtes galantes“ (Galante Feste) geben sollte.
Für den Herbst 2016 plant das Städel Museum in Zusammenarbeit mit dem Teylers Museum in Haarlem eine Ausstellung über die Zeichenkunst von Antoine Watteau. Beide Institutionen verfügen über bedeutende Bestände an Werken des Künstlers, der als einer der hervorragendsten Zeichner der französischen Kunstgeschichte gelten kann. Sein innovativer Stil, der sich durch eine Verbindung von genauester Beobachtung mit Spontaneität, Leichtigkeit und Intimität auszeichnet, steht in einem deutlichen Kontrast zur formellen Tradition der akademisch ausgerichteten Künstler seiner Zeit. Die neue, virtuose Kunst reflektiert in ihrer psychologischen Einfühlsamkeit den Geist der beginnenden Aufklärung.
Watteau ist in Deutschland verhältnismäßig wenig bekannt, obwohl er im 18. Jahrhundert einer der Lieblingskünstler Friedrichs des Großen war. Zuletzt gab es 1984 eine Watteau gewidmete Ausstellung. Das Städel Museum besitzt in seiner Gemäldesammlung die früheste Fassung der Komposition Einschiffung nach Kythera, die, auch durch die beiden weiteren Fassungen im Louvre und in Schloss Charlottenburg, wohl die berühmteste Schöpfung des Künstlers ist. Um die Einschiffung nach Kythera des Städel Museums, die durch eine kleine Auswahl weiterer Gemälde ergänzt wird, gruppiert die Ausstellung ungefähr 50 ausgewählte Zeichnungen aus den Beständen der beteiligten Institutionen sowie aus bedeutenden deutschen, niederländischen und französischen Sammlungen. Um die Nachwirkung des Künstlers zu zeigen, präsentiert die Schau zusätzlich etwa 20 Zeichnungen von Nachfolgern wie François Boucher, Nicolas Lancret oder Jean-Honoré Fragonard.
Die Ausstellung wird im Anschluss vom 2. Februar bis 14. Mai 2017 im Teylers Museum, Haarlem, gezeigt.
Kurator: Dr. Martin Sonnabend
Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo
24. November 2016 bis 19. März 2017
Ausstellungshaus
Die Ausstellung „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ behandelt die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Die traditionelle Definition von männlich und weiblich als aktiv/passiv, rational/emotional, Kultur/Natur war in der Kunst der Moderne ein intensiv behandeltes Thema: Viele Künstler führten ihrem Publikum überzogene Charaktereigenschaften vor Augen und untermauerten in ihren Werken stereotype Rollenbilder. Andere griffen gängige Rollenklischees an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen. Anhand einer Auswahl von etwa 150 Werken der Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie sowie Filmen macht es sich das groß angelegte Ausstellungsprojekt zur Aufgabe, besonders prägnante künstlerische Positionen zu bestimmen und in einen Dialog zu stellen.
Die Ausstellung baut auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums auf, der mit Gemälden von Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck, Skulpturen von Auguste Rodin sowie Fotografien von Frank Eugene oder Man Ray wichtige Arbeiten zu der Thematik umfasst. Anhand von wichtigen Leihgaben werden bekannten Namen der Kunstgeschichte, wie Hannah Höch, Édouard Manet, Gustav Klimt, Otto Dix oder Frida Kahlo, gezielt Entdeckungen zur Seite gestellt, die den Kanon um aussagekräftige Positionen erweitern, darunter Künstlerinnen und Künstler wie Leonor Fini, John Collier oder Gustav Adolf Mossa. Vor dem Hintergrund der intensiven Diskussion um Genderfragen und die sich stetig wandelnde Rolle von Frau und Mann bietet das Projekt einen Einblick in die Komplexität der Problematik und beleuchtet die kunsthistorische Dimension eines hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themas.
Kuratoren: Felicity Korn, Dr. Felix Krämer
Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten
Veranstaltungsprogramm Dezember 2015
(Frankfurt am Main, 4. November 2015) Mit einer öffentlichen Abschlusspräsentation im Metzler-Saal des Frankfurter Städel Museums geht am Sonntag, dem 8. November 2015, für zwölf Jugendliche ein intensives Jahr voller Erfahrungen im Bereich der Bildenden Kunst zu Ende. Die Teilnehmer im Alter zwischen 12 und 15 Jahren präsentieren ab 15.00 Uhr plastische Arbeiten, Malerei und Druckgrafik, die im Rahmen des pädagogischen Gemeinschaftsprojekts „Kunsttalente“ zur Weiterbildung und Förderung künstlerisch begabter Jugendlicher entstanden sind. Während des einjährigen Förderprojekts der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung haben die Jugendlichen mehrere kulturelle Einrichtungen besucht, viele zeitgenössische Positionen kennenlernen können und die Erkenntnisse schließlich in ihre eigenen Arbeiten einfließen lassen. „Kunsttalente“ wurde mit Unterstützung der Hardtberg Stiftung im Herbst 2006 entwickelt und hat bis heute über 110 künstlerisch talentierten Kindern und Jugendlichen, deren Begabung durch ihr direktes Umfeld nicht ausreichend gefördert werden kann, die kostenlose Teilnahme am Programm ermöglicht.
Das Förderprogramm vermittelt Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren Grundlagen der Kunstgeschichte und praktische Fertigkeiten im Umgang mit künstlerischen Materialien. Im Laufe des Jahres erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des einjährigen Programms unter der Leitung einer Kunstpädagogin und einer Künstlerin Einblicke in die drei beteiligten Kunstinstitutionen. In Auseinandersetzung mit bedeutenden Werken der Kunstgeschichte erarbeiten die Jugendlichen theoretisches Vorwissen für die Gestaltung eigener Werke. Im Zentrum des Förderprogramms stehen die Entfaltung der eigenen Ausdrucksmöglichkeiten und die Entwicklung bildnerischer Ideen. Neugierde, Experimentierfreude und Ideenreichtum aber auch die Konzentrationsfähigkeit und das Durchhaltevermögen der jungen Künstlerinnen und Künstler werden dabei gefördert. In Anlehnung an die Ausbildung an einer Kunstakademie lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im praktischen Teil des Programms, ihre sinnliche Wahrnehmung und ihr Vorstellungsvermögen auszuprägen und in ihr eigenständiges künstlerisches Arbeiten einfließen zu lassen: Von der freien Themenwahl über die Zeiteinteilung und die Auswahl der Materialien bis zur Fertigstellung des Werks können die Jugendlichen ihre Interessen und Neigungen zum Ausdruck bringen. Skulptur, Plastik, Malerei und Zeichnung stehen dabei als Medium ebenso zur Wahl wie Fotografie, Hoch- und Tiefdrucktechniken, Monotypien und vieles mehr.
Voraussetzung für die Teilnahme an dem kostenlosen Förderprogramm ist ein Interesse an Kunst und am eigenen künstlerischen Ausdruck sowie die erfolgreiche Teilnahme an einem Auswahlverfahren im Vorfeld des Förderzeitraums. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden von ihren Kunstlehrerinnen und Kunstlehrern vorgeschlagen und von einer Fachjury – bestehend aus Vertretern des Kuratoriums der Hardtberg Stiftung, der künstlerischen Leitung der „Kunsttalente“ und Vertreterinnen und Vertretern der pädagogischen Abteilungen von Schirn Kunsthalle Frankfurt, Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung – ausgewählt.
Kursleitung: Claudia Gaida, Inge Brocar
Kunstpädagogische Leitung: Irmi Rauber (Schirn Kunsthalle), Anne Sulzbach (Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung)
Projektleitung: Dr. Chantal Eschenfelder (Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung, Schirn Kunsthalle Frankfurt)
Gefördert durch: Hardtberg Stiftung
Stifter-Saal im Sammlungsbereich Alte Meister
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