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5.1.2016Archiv

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Städel Museum bricht im Jubiläumsjahr alle Rekorde 5.1.2016

In seinem 2015 gefeierten Jubiläumsjahr verzeichnet das Städel Museum mit 651.036 Besuchern die größte Publikumsresonanz in der 200-jährigen Geschichte von Deutschlands ältester bürgerlicher Museumsstiftung. Damit gehört das Städel eindeutig zu den bestbesuchten Kunstmuseen in Deutschland. Mit zusätzlich 273.763 Besuchern in der Schirn Kunsthalle Frankfurt und 56.933 Besuchern in der Liebieghaus Skulpturensammlung verbuchten die drei von Max Hollein geleiteten Frankfurter Kulturinstitutionen 2015 insgesamt 981.732 Besuche.

Das Städel Museum begeisterte in seinem Jubiläumsjahr Gäste aus dem In- und Ausland mit groß angelegten Sonderausstellungen wie „Monet und die Geburt des Impressionismus“, einer Schau zur deutschen Malerei der 1980er-Jahre, „Dialog der Meisterwerke“ (noch bis 24. Januar 2016) sowie Ausstellungen zu Jean-Jacques de Boissieu und William Hogarth. Das bislang besucherstärkste Ausstellungsjahr in der Geschichte des Städel war 2012 (447.395 Besucher), gefolgt von den Jahren 2014 (423.704) und 2013 (402.007). Die ungebrochene Relevanz des Städel Museums zeigte sich ebenfalls anhand des stark frequentierten Vermittlungsprogramms: Über 1.200 öffentliche Führungen für alle Altersgruppen, mehr als 850 Workshops, zwei international besetzte Symposien sowie zahlreiche Veranstaltungen – von Vorträgen, dem Sommerkino und dem Club Monet über das Bürgerfest bis zu einem großen Social-Media-Event – konnten erfolgreich umgesetzt werden. Doch nicht nur innerhalb des physischen Museumsgebäudes, sondern auch weit darüber hinaus ist es dem Städel Museum mit seiner groß angelegten Digitalen Erweiterung gelungen, zahlreiche Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern und den Bildungsauftrag der 1815 gegründeten Stiftung mit einem völlig neuen Radius einzulösen. Die neu entwickelten Kommunikations- und Vermittlungsangebote wurden 2015 mit zehn Fachpreisen ausgezeichnet – vom Grimme Online Award für die Digitorials bis zur Auszeichnung als bestes Programm des Jahres für das Städel-Game Imagoras.

Max Hollein, Direktor des Städel Museums, zeigt sich über die Ereignisse im Jubiläumsjahr hoch erfreut: „Das ist ein außergewöhnlicher Erfolg in einem außergewöhnlichen Jahr. Obwohl die Reputation einer Kulturinstitution auf vielen unterschiedlichen Faktoren beruht, spiegeln die diesjährigen Besucherzahlen – im Museum und im digitalen Raum – die außerordentliche Lebendigkeit und die ungebrochene Relevanz des Museums wider. 200 Jahre nach der Museumsgründung konnten wir den Wirkungskreis des Hauses auf ein ganz neues Niveau heben.“

Prof. Dr. h. c. mult. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städelschen Kunstinstituts, ist von der vielfältigen Resonanz begeistert: „Das Städel Museum präsentiert sich als bedeutendes Zentrum kunstwissenschaftlicher Forschung, die zielgruppenspezifisch vermittelt wird und den Stiftungsgedanken von Johann Friedrich Städel auf besondere Weise mit Leben erfüllt. Das Museum hat sich einmal mehr als identitätsstiftendes Zentrum für viele unterschiedliche Gruppen der Gesellschaft erwiesen und konnte in seinem Jubiläumsjahr auf beachtliche Weise verdeutlichen, wie die ursprüngliche Idee der Bürgerstiftung traditionsbewusst wie zeitgemäß fortgeschrieben werden kann.“

Erfolg für digitale Kommunikations- und Vermittlungsinitiativen
Auch im Netz feierte das Städel Museum im Jahr 2015 Rekorde. Vor allem gelang es, den Bildungsauftrag des Hauses auf innovative Weise digital zu erweitern und immer wieder neue Zielgruppen für die Beschäftigung mit Kunst und Kultur zu begeistern. So verzeichneten die für drei Sonderausstellungen konzipierten Digitorials, die multimedial in Ausstellungsinhalte einführen, allein im vergangenen Jahr insgesamt über 288.000 Seitenaufrufe. Die 2015 entwickelte Städel App wurde bereits über 33.000 Mal heruntergeladen. Das Appgame für Kinder Imagoras – Die Rückkehr der Bilder überzeugt seit seinem Release nicht nur mit konstant hohen Nutzerzahlen in der Zielgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen, sondern lässt die Spielfans auch in die Kunstwelten des Museums eintauchen. Die als Beta-Version veröffentlichte Städel Digitale Sammlung versammelt bereits mehr als 900 Werke und bietet einen neuartigen Zugang zu den Beständen. Derzeit arbeitet das Städel Museum gemeinsam mit der Leuphana Universität Lüneburg an einem neuartigen multimedialen Onlinekurs zur Kunst von 1750 bis in die Gegenwart („Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“), der im Frühjahr 2016 online gehen soll. Auch die Auftritte des Museums in den sozialen Netzwerken erfuhren im Jubiläumsjahr enormen Zuspruch. So wuchs im Vergleich zum vergangenen Jahr der jüngste Kanal im Social-Media-Bereich des Städel – der Instagram-Account – von 993 auf 5.120 Follower, während die Zahl der Fans des Facebook-Kanals um 63 Prozent auf nunmehr 40.427 Fans zunahm. 12.723 User folgen dem Museum auf Twitter. Derzeit arbeitet das Museum u.a. an einem neuen Format für Periscope.

Ausblick 2016
Auch in diesem Jahr erwarten die Besucher der drei Frankfurter Kulturinstitutionen zahlreiche Höhepunkte. Als nächste Sonderausstellung zeigt das Städel Museum ab 24. Februar mit „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“ herausragende Maler des Florentiner Manierismus wie Andrea del Sarto, Pontormo, Rosso und Bronzino. Zu weiteren Glanzpunkten im Ausstellungsreigen zählen im Städel unter anderem eine große Georg-Baselitz-Einzelausstellung sowie eine Sonderausstellung zum Kampf der Geschlechter.

Die vollständigen Jahresprogramme können online eingesehen werden:
Zum Städel-Newsroom
Zum Schirn-Newsroom
Liebieghaus-Pressebereich

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111.
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de.

Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de.

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Veranstaltungsprogramm Februar 2016 11.1.2016

Veranstaltungsprogramm Februar 2016

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Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici 20.1.2016

Ab dem 24. Februar 2016 zeigt das Städel Museum die groß angelegte Sonderausstellung „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“. Anhand von rund 120 bedeutenden Leihgaben wird dem Publikum erstmals in Deutschland ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt: der Florentiner Manierismus. Zu sehen sind Werke u. a. von Jacopo Pontormo, Agnolo Bronzino, Andrea del Sarto, Rosso Fiorentino und Giorgio Vasari. Insgesamt 50 Gemälde sowie 81 Zeichnungen, Skulpturen und Exponate weiterer Gattungen bieten eine außerhalb von Florenz noch nie dagewesene Übersicht zu einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Vasari mit dem schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Die Ausstellung widmet sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso bis hin zu den 1568 in der zweiten Auflage veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten Giorgio Vasaris. Ausgangspunkt ist ein Hauptwerk der Städelschen Sammlung, Bronzinos berühmtes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) (um 1533), das zu den kostbarsten Stücken im Besitz des Hauses zählt. Besondere Unterstützung mit außerordentlichen Konvoluten von Leihgaben erfährt die Ausstellung durch die Florentiner Museen, insbesondere die Uffizien, die Galleria dell’Accademia und die Galleria Palatina. Weitere zentrale Leihgaben kommen u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der National Gallery of Art in Washington, dem Louvre in Paris, dem Prado und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Szépművészeti Múzeum in Budapest sowie aus der Brera in Mailand.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

„Das Städel startet mit einem wahren Ausstellungshighlight in das Jahr 2016. Für ‚Maniera‘ ist es uns gelungen, eine ganz besonders hochkarätige Werkauswahl in Frankfurt zu versammeln. So können die Besucher im Städel den italienischen Manierismus und seinen kreativen Eigensinn in all seiner medialen Vielfalt erleben. Zu entdecken sind Meisterwerke von Pontormo, Sarto, Bronzino und vielen weiteren Künstlern“, so Max Hollein, Direktor des Städel Museums.

Mit Leonardo, Michelangelo und Raffael gilt die Epoche der Hochrenaissance zu Beginn des 16. Jahrhunderts als ein Höhepunkt der Kunstentwicklung in Italien. Die Ausstellung im Städel Museum führt nun in insgesamt acht Kapiteln mit verschiedenen zeitlichen und thematischen Schwerpunkten eindrücklich vor Augen, dass einige besonders herausragende künstlerische Leistungen erst durch die beiden auf die Hochrenaissance folgenden Künstlergenerationen erbracht wurden. „Die Kunst des Manierismus in Florenz hat viele Facetten: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. Raffinierte Eleganz und kreativer Eigensinn zeichnen die Malerei der ‚maniera‘ als eines der faszinierendsten Phänomene der Kunst Italiens aus“, sagt Bastian Eclercy, Kurator der Ausstellung.
Aufbauend auf den Florentiner Ausstellungen „L’officina della maniera“ (1996/97), „Bronzino. Pittore e poeta alla corte dei Medici“ (2010/11) und „Pontormo e Rosso Fiorentino. Divergenti vie della maniera“ (2014) präsentiert die Sonderausstellung im Städel Museum eine Gesamtschau der Malerei des Manierismus in Florenz im Kontext weiterer Kunstgattungen und der Stadtgeschichte. Zeitlich und topografisch knüpft die Schau damit an die erfolgreiche Städel Ausstellung „Botticelli. Bildnis, Mythos, Andacht“ von 2009/10 an.

Rundgang durch die Ausstellung
Die Präsentation erstreckt sich über beide Etagen des Ausstellungshauses. Zu Beginn widmet sich die Ausstellung „Maniera“ mit Pontormo und Rosso Fiorentino den prominentesten Vertretern der jungen Florentiner Malergeneration. Anhand verschiedener Varianten des florentinischen Bildthemas der „Madonna mit Kind und dem Johannesknaben“ wird deutlich, dass Pontormo und Rosso sich von den künstlerischen Idealen der Hochrenaissance – hier repräsentiert durch Raffael – zunehmend abwenden und dabei bewusst mit den damals geltenden Gestaltungsregeln spielen. Mit dem Bildnis eines Goldschmiedes (um 1518, Musée du Louvre, Paris) erweist sich Pontormo zudem als innovativer Porträtist seiner Zeit. Pontormos Zeichnungen jener Phase sind von einer kaum zu überbietenden Dynamik geprägt. Besonders deutlich wird dies etwa an dem Werk Drei männliche Aktstudien (um 1517, Musée des Beaux-Arts, Lille).
Zwischen 1519 und 1525 findet Rosso z. B. in Heilige Familie mit dem Johannesknaben (um 1521, Walters Art Museum, Baltimore) zu neuen, expressiven künstlerischen Ausdrucksmitteln, wie der folgende Abschnitt der Ausstellung verdeutlicht. Pontormo entwickelt zeitgleich vor allem durch die Beschäftigung mit nordalpiner Kunst seine ganz eigene künstlerische Handschrift und übersetzt Druckgrafiken Albrecht Dürers und Lucas van Leydens in eine Mischform aus florentinischem und deutschem Stil. Hierfür steht beispielhaft seine berühmte Anbetung der Könige (um 1519–23, Galleria Palatina, Florenz), die für die Frankfurter Ausstellung erstmals aus Florenz entliehen wurde.
Wie das nächste Kapitel der Schau veranschaulicht, steht die Kunst- und Stadtgeschichte von Florenz in jenen Jahren in engem Zusammenhang mit den Ereignissen, die sich in der päpstlichen Metropole Rom zutragen. Unter dem Medici-Papst Clemens VII. versammeln sich viele junge Talente in der Stadt, darunter Rosso Fiorentino, Parmigianino, Polidoro da Caravaggio und Perino del Vaga. Mit der Plünderung Roms durch die Söldnertruppen Karls V. (Sacco di Roma) findet diese fruchtbare Konstellation 1527 ein Ende. Rosso trifft 1524 in Rom ein und schafft dort Fresken und Tafelbilder, verlagert seine Produktion jedoch bald auf das Gebiet der Druckgrafik, darunter etwa die hier gezeigte Serie der Götter in Nischen (1526) aus der Graphischen Sammlung des Städel Museums. Die Plünderung Roms ist auch für Florenz folgenreich. So vertreibt die Fraktion der Medici-Gegner die Familie aus der Stadt und ruft die Republik aus. Doch im Herbst 1529 beginnt die Belagerung der Stadt durch kaiserliche Truppen, denen sich die Republik Florenz 1530 ergeben muss. Diese Zeit politischer wie auch gesellschaftlicher Umwälzungen ist eine der kreativsten und produktivsten Perioden der Florentiner Malerei. Beispielhaft dafür stehen in der Ausstellung Hauptwerke dieser Phase, etwa Andrea del Sartos Opferung Isaaks (um 1529/30, Museo del Prado, Madrid) oder Bronzinos Heiliger Sebastian (um 1528/29, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid). Die stadtgeschichtlichen Ereignisse der Zeit spiegeln sich auch in den vier verschiedenen Versionen des Motivs Martyrium der Zehntausend (um 1522–30) von Pontormo, Bronzino und Perino del Vaga wider, welche in der Ausstellung erstmals an einem Ort zusammengeführt werden.
Das folgende Kapitel widmet sich dem Aufstieg Bronzinos zum führenden Porträtmaler in Florenz unter dem ersten Herzog Alessandro de’ Medici. Im Mittelpunkt steht dabei Bronzinos fulminantes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) im Städel (um 1533), ein Schlüsselwerk der Florentiner Porträtmalerei. Der Entstehung dieses neuen Bildtypus des monumentalen, repräsentativen Damenbildnisses geht die Ausstellung erstmals nach und versammelt um das Bildnis einer Dame in Rot eine Reihe eng verwandter Frauenporträts.
Der Auftakt der zweiten Ausstellungsetage widmet sich dem sogenannten „Paragone“ – dem Rangstreit zwischen den Gattungen Malerei und Skulptur, der in den 1540er-Jahren in der Florentiner Kunstszene diskutiert wurde. Pontormos monumentales Gemälde Venus und Amor (um 1533, Galleria dell’Accademia, Florenz), das ebenfalls erstmals außerhalb von Florenz gezeigt werden kann, führt der Künstler nach dem Entwurf Michelangelos aus. Die skulpturale Anmutung der Körperdarstellung wird hier regelrecht zum künstlerischen Argument in der Paragone-Debatte. Auch die Architektur des Florentiner Manierismus wetteifert mit der Bildhauerei: So nimmt die Treppe in Michelangelos Treppenhaus der Biblioteca Laurenziana (1524–59) skulpturale Formen an. Ein für die Ausstellung angefertigtes monumentales Modell im Maßstab von ca. 1:3 vermittelt einen Eindruck von der spielerischen Eleganz dieses Bauwerks.
Im Jahr 1539 wird Bronzino Hofmaler des neuen Herzogs Cosimo I. de’ Medici; dies wird im zweiten Raum dieses Ausstellungsteils thematisiert. Er porträtiert den Herzog, dessen Gemahlin Eleonora di Toledo und ihre Kinder in einer ganzen Bilderserie. Bronzino prägt in jener Zeit maßgeblich die Gattung des höfischen Kinderbildnisses, wie das Bildnis des Garzia de’ Medici (um 1550, Museo del Prado, Madrid) veranschaulicht. Daneben setzt er mit der Freskenausstattung von Eleonoras Privatkapelle im Palazzo Vecchio sowie mit religiösen Tafelbildern neue Maßstäbe für die Hofkunst in Florenz. 1546 lässt Cosimo I. eine Manufaktur für Tapisserien einrichten und beauftragt Bronzino mit dem Entwurf monumentaler Bildteppiche, die sich in Form von komplexen Allegorien der Herrschaft des Herzogs widmen. Gezeigt werden die erste dieser Tapisserien, die sogenannte Dovizia (1545, Galleria del Costume, Florenz), und mehrere Entwurfszeichnungen.
Abschließend widmet sich die Ausstellung dem vornehmlich als Kunstschriftsteller und Architekten bekannten Giorgio Vasari, den sie als bedeutenden Maler und Zeichner vorstellt. Ab 1555/56 führt Vasari als Hofmaler zahlreiche Freskendekorationen im Palazzo Vecchio aus, die er in Zeichnungen eingehend vorbereitet. In dieser Phase entstehen auch einige seiner eindrucksvollsten Tafelbilder wie die Toilette der Venus (um 1558, Staatsgalerie Stuttgart). Sein schriftstellerisches Hauptwerk ist die zweite Auflage seiner Künstlerviten von 1568, die erste umfassende Geschichte der italienischen Kunst von Giotto bis zu Vasari selbst. Neben den Lebensbeschreibungen verschiedener Florentiner Manieristen beinhalten die Viten auch die früheste theoretische Reflexion über die Kunst der „maniera“. Im Schlusskapitel der Ausstellung wird zudem Pontormos Tagebuch aus der Nationalbibliothek in Florenz präsentiert, das als eines der frühesten erhaltenen Künstlertagebücher einen authentischen Einblick in Werkprozess und Lebensalltag des Florentiner Malers gewährt.

Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici

Kurator: Dr. Bastian Eclercy, Sammlungsleiter italienische, französische und spanische Malerei vor 1800, Städel Museum.
Ausstellungsdauer: 24. Februar bis 5. Juni 2016.
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 23. Februar 2016, 11.00 Uhr.
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111.
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de.
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr.
Sonderöffnungszeiten: 25., 27., 28.3. 10.00–18.00 Uhr, 1.5., 5.5., 15.5., 16.5., 17.5. 10.00–18.00 Uhr, 26.5. 10.00–18.00 Uhr.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Kombipreis Eintritt + Führung 16 Euro (nur online buchbar); Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Early-Bird-Ticket: Die ersten 1.000 Online-Tickets sind zum Vorzugspreis von 10 Euro statt regulär 14 Euro buchbar unter tickets.staedelmuseum.de.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de.

Rahmenprogramm:
Begleitend zur Ausstellung findet ein umfassendes Rahmenprogramm statt. Höhepunkte sind unter anderem:
Standpunkte zur Kunst:
Do. 10.3., 19.00 Uhr: Prof. Dr. Johannes Myssok (Düsseldorf), „Der Manierismus – Triumph der Malerei? Skulptur in Florenz 1500-1600“. Der Vortrag führt grundlegend in die Skulptur des Florentiner Manierismus ein und erweitert damit den Rahmen der Ausstellung, in der vor allem der Wettstreit zwischen Bildhauerei und Malerei thematisiert wird;
Do. 14.4., 19.00 Uhr: Prof. Dr. Gerd Blum (Münster), „Giorgio Vasari – Erfinder der Renaissance“. Ausgehend von seiner 2011 erschienenen Vasari-Biografie stellt Blum Giorgio Vasari als Künstler und Kunsttheoretiker vor, der die allgemeine Vorstellung von einer „Renaissance“ der Kunst maßgeblich geprägt hat.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Bastian Eclercy herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Hans Aurenhammer, Nicholas Scott Baker, Katharina Bedenbender, Anne Bloemacher, Gerd Blum, Ralf Bormann, Matteo Burioni, Heiko Damm, Bastian Eclercy, Chris Fischer, David Franklin, Dennis Geronimus, Sefy Hendler, Theresa Holler, Heidi J. Hornik, Fabian Jonietz, Adela Kutschke, Johannes Myssok, Susanne Pollack, Susanne Thürigen und Linda Wolk-Simon. Deutsche und englische Ausgabe, 304 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Es erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 40 Seiten, 7,50 Euro.
Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer. Es ist ab Mitte Februar 2016 abrufbar unter maniera.staedelmuseum.de.
Städel App: Die Städel App wird gefördert von der FAZIT-STIFTUNG. Die App ist für Android- und iOS-Smartphones optimiert und bietet mit Beginn der Ausstellung die Audiotour für 0,99 Euro zum Download auf das Smartphone.
Audiotour: Die Audiotour wird von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, gesprochen. Deutsch und Englisch, 4 Euro, zwei Audioguides für 7 Euro. Eine Audiotour auf Deutsch speziell für Kinder ist kostenfrei erhältlich.
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #maniera und #staedel.
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 18.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr, So 11.00 Uhr sowie Fr. 25.3., Mo 28.3., Do 5.5., Mo 16.5., Do 26.5. 16.00 Uhr. Tickets für die Überblicksführungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn (So ab 10.00 Uhr) an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis für 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing und die Frankfurter Sparkasse; Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH.

Medienpartner: Süddeutsche Zeitung; Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn AG
Kulturpartner: hr2-kultur

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Veranstaltungsprogramm März 2016 9.2.2016

Veranstaltungsprogramm März 2016

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Sigmar Polke. Frühe Druckgrafik 9.2.2016

Mit einer konzentrierten Auswahl von dreißig Werken präsentiert das Städel Museum vom 2. März bis 22. Mai 2016 die frühe Druckgrafik Sigmar Polkes (1941–2010). Polke zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Kunstszene des 20. Jahrhunderts. Für seine druckgrafischen Werke aus den Jahren 1967 bis 1979 wählt er mit Offset- oder Siebdruckverfahren handwerklich weniger anspruchsvolle und künstlerisch eher triviale Techniken, mit denen er scheinbar zufällige, irritierende Kommentare zu Kunst und Gesellschaft transportiert und verbreitet. Andere Arbeiten Polkes überraschen durch die ungewöhnliche Zusammenstellung verschiedenster Drucktechniken und Materialitäten: So kombiniert er beispielsweise einen Siebdruck mit Blindprägungen und Stanzungen oder setzt haptische Oberflächenstrukturen ein. Für die Fertigung eines Offsetdrucks ist ein Künstler stets auf gelernte Drucker angewiesen. Umso nachdrücklicher konzentriert sich Polke in seiner druckgrafischen Arbeit auf die Auswahl von Motiv und Material. In einer Zeit, die vom Wachstumsglauben und von gesellschaftskritischen Unruhen geprägt ist, bleibt Polke seinen durch Beobachtung, Witz und Ironie getragenen Botschaften auch in der Druckgrafik treu. Das gedruckte Bild, massenmedial verbreitet oder vom Künstler fotografisch inszeniert, bildet eine wesentliche Grundlage seiner künstlerischen Arbeit. Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung zeigt eine ebenso hochwertige wie fokussierte Auswahl der frühen Druckgrafik Sigmar Polkes und befragt diese auf ihre besondere Qualität.

Der 1941 im schlesischen Oels (Oleśnica) geborene Sigmar Polke absolvierte zunächst eine Glasmalerlehre, bevor er sein Studium der Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf begann. Schon während seiner Studienzeit (1961–1967) unter Gerhard Hoehme und Karl Otto Götz ging Polke in seinen Gemälden auf Distanz zur vorherrschenden Tendenz zur Abstraktion. Sein Interesse galt nicht der ungegenständlichen malerischen Geste, sondern einem künstlerischen Umgang mit den damals aktuellen verfügbaren Bildwelten des aufstrebenden westdeutschen Wirtschaftswunders. Mit den älteren Kommilitonen Manfred Kuttner (1937–2007), Konrad Lueg (1939–1996) und Gerhard Richter (geb. 1932) stellte Polke im Jahr 1963 in einem leer stehenden Düsseldorfer Laden aus. In der gemeinsamen Presseerklärung gaben sie ihrer Kunst erstmals den Begriff Kapitalistischer Realismus. Während die Pariser Kunstszene in den 1960er-Jahren durch den zunehmenden Einfluss der amerikanischen Pop-Art in den Hintergrund trat, wurden die konsumorientierte Warenwelt und die kleinbürgerliche Nachkriegsidylle der BRD, wie sie sich in Illustrierten und Werbung spiegelten, für Polke zur Grundlage eines außerordentlich reflektierten und dabei nichtsdestotrotz spielerisch wirkenden Schaffens.

Auch in seinen druckgrafischen Arbeiten greift der junge Künstler auf vorgefundene Bildwelten zurück. So diente ihm etwa eine einfarbige Zeitungsreklame als Vorlage für sein erstes druckgrafisches Werk, Freundinnen I (1967). Diesen Zeitungsdruck hat er bereits 1964/65 für Übertragungen in ein Gemälde verwendet. Der dort imitierte, eigenhändig Punkt für Punkt gemalte Raster wird in der Druckgrafik durch die Wahl des Offsetverfahrens erzeugt. Die gerasterte Struktur tritt durch die Vergrößerung des Motivs verstärkt in den Vordergrund. Die für Polke typischen Rasterpunkte dominieren auch seinen Beitrag zum 1967 erschienenen druckgrafischen Mappenwerk Grafik des kapitalistischen Realismus: das in Siebdrucktechnik ausgeführte Wochenendhaus.

Neben vorgefundenen Bildern aus Printmedien verwendet Polke für seine Drucke auch eigene Fotografien wie die eines zum Stern geformten, mit einer Polaroidkamera aufgenommenen Zollstocks (Zollstocksterne, 1970), experimentell verarbeitete Negative (Selbstbildnis, 1971), sichtbar lädierte Vergrößerungen (Fernsehbild [Kicker], 1971) oder die während einer Reise nach Amerika im Stadtbild fotografierten New Yorker Bettler (1974). Im Unterschied zu den künstlerischen Techniken des Holzschnitts, der Radierung oder Lithografie wählt Polke mit Offset und Siebdruck in der Gebrauchsgrafik übliche Drucktechniken, die sehr viel höhere Auflagen erlauben. Vor diesem Hintergrund überrascht es besonders, dass er 1972 für eine Reihe von Schuldrucken des Landes Nordrhein-Westfalen einen Siebdruck aufwendig mit Blindprägung und Stanzung versehen ließ und die einzelnen Exemplare der Auflage durch die individuelle Überarbeitung mit Glitzerfarben zu Unikaten aufwertete.

In Zusammenarbeit mit der „Griffelkunst-Vereinigung Hamburg“ entstehen 1973 mehrere Editionen, für die Polke als Druckträger hochwertige Buchbinderpapiere wählt, die sich durch mitunter haptische Oberflächenstrukturen auszeichnen. Im Druck werden die Papiere mit Bild- und Textebenen kombiniert. Die aufwendig umgesetzten Resultate dieser überblendeten Schichten verunsichern den Betrachter und lassen ihn bei allen vielversprechend erscheinenden Verweisen letztlich doch im Ungewissen. Polkes kalkulierter Umgang mit Bildern und Textzitaten aus der Physik, Biologie, aber auch Mythologie mündet in ein kreatives Spiel, das in subjektiven Bahnen um Wissenschaft und Mysterium kreist.

Die Frage nach der Inspiration alles künstlerischen Tuns beantwortet Polke mit der Äußerung „… Höhere Wesen befehlen“. Es ist eine selbstironische Entgegnung, unter deren Titel 1968 in der Edition René Block 14 Offsetdrucke in einer Auflage von nur 50 Exemplaren erscheinen. Später, in der Fotomontage seiner Druckgrafik Mu nieltnam netorruprup (1975), deren szenisches Geschehen ein riesiger Fliegenpilz beherrscht, thematisiert Polke auch die Qualität bewusstseinsverändernder Substanzen. Den Abschluss der Schau bildet Polkes Großer Kopf von 1979, ein 1989 durch den Städelschen Museums-Verein für die Graphische Sammlung erworbenes Werk. Es ist eine komplexe, auf Papier ausgeführte Arbeit, in der unterschiedliche Motive und bildnerische Techniken wie Zeichnung, Schablonendruck und Scherenschnitt miteinander verschränkt sind. Bei aller Nähe dieser vielschichtigen Gestaltung unterstreicht Großer Kopf die von Sigmar Polke mit Bedacht berücksichtigten eigenständigen Qualitäten von Zeichnung, Malerei und Druckgrafik.

Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung gibt einen umfassenden Überblick in das druckgrafische Frühwerk von Sigmar Polke. Dank der Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum kann diese Auswahl vollständig aus dem eigenen Bestand des Städel getroffen werden. 28 Blätter stammen aus dem Konvolut von insgesamt 600 Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank die 2008 an das Städel übergeben wurden.

SIGMAR POLKE. FRÜHE DRUCKGRAFIK

Kuratorin: Dr. Jutta Schütt, Leiterin Graphische Sammlung ab 1750
Ausstellungsdauer: 2. März bis 22. Mai 2016
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 1. März 2016, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Do 19.00 Uhr, So 14.00 Uhr
Sonderführungen auf Anfrage unter: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de.
Weitere Programmangebote unter www.staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: 25., 27., 28.3. 10.00–18.00 Uhr; 1.5., 5.5., 15.5., 16.5., 17.5. 10.00–18.00 Uhr; 26.5. 10.00–18.00 Uhr

Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de
Öffnungszeiten Studiensaal, Graphische Sammlung: Mi, Fr 14.00–17.00 Uhr; Do 14.00–19.00 Uhr

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Benefiz-Abend begründet "Zukunftsfonds 200+" für das Städel Museum 16.2.2016

Zum Finale des Jubiläumsjahres und zugleich Auftakt für „die nächsten 200 Jahre Städel“ feierte die älteste Museumsstiftung Deutschland das bürgerschaftliche Engagement. Ein großer Benefiz-Abend am Montag, 15. Februar 2016 bot den festlichen Rahmen, um den bis heute nachhaltig wirkenden Stiftergedanken des Frankfurter Museums vor Augen zu führen und dynamisch fortzuschreiben. Insgesamt 150 Freunde und Förderer aus den Bereichen Kultur, Wirtschaft und Politik folgten der Einladung des Städel in die Gartenhallen des Museums. Die Gäste leisteten einen Beitrag in Höhe von 1.000 Euro pro Person bzw. 10.000 Euro pro Tisch. Eine großzügige Starthilfe erhielt die Veranstaltung durch eine Initiative von Freunden und Förderern, die im Zeichen des gemeinnützigen Bürgersinns dem Beispiel des historischen Stifters Johann Friedrich Städel folgten und jede einzelne Spende der Teilnehmer verdoppelten. Zusammen mit einer weiteren großzügigen Einzelspende über 500.000 Euro brachte der Abend insgesamt die beachtliche Gesamtsumme von 925.500 Euro für die Zukunft des Hauses.

Mit dem Erlös wurde der „Zukunftsfonds 200+“ ins Leben gerufen, der auch über den Benefiz-Abend hinaus bestehen und stetig weiteraufgestockt werden soll. Der Fonds dient – seinem Namen gemäß – dazu, ein tragfähiges Fundament für die Zukunft des Städel zu legen und substanzielle Projekte sicherzustellen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Bereich der digitalen Kunstvermittlung. So soll einerseits die Bandbreite der bereits bestehenden Städel Digitalprojekte, wie Städel App oder Städel Digitale Sammlung, in ihrem operativen Betrieb gesichert, beständig aktualisiert und schrittweise weiterentwickelt werden. Auf dieser bereits geschaffenen Basis ist es für das Museum andererseits von zentraler Bedeutung, seine erfolgreiche Vermittlungsarbeit im Digitalbereich kontinuierlich auszubauen. Im Zuge dessen soll die Marke „Städel Digital“ fokussiert gestärkt und bereits im März 2016 um neue Digitalinitiativen und -formate erweitert werden.

Auf dem Programm des Benefiz-Abends standen Stationenführungen, die einen ebenso unterhaltsamen wie umfangreichen Ausblick in die Zukunft des Museums boten. Als besonderes Highlight bekamen die Gäste eine exklusive Vorschau auf den Mitte März startenden Onlinekurs des Städel Museums: „Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“ (http://onlinekurs.staedelmuseum.de). Der renommierte Theater- und Filmschauspielers Sebastian Blomberg, der die Teilnehmer filmisch durch den Kurs begleiten wird, berichtete in einem Gastbeitrag von seinen Erfahrungen als Schauspieler bei den Produktionsarbeiten für den neuen Städel Onlinekurs.

Prof. Dr. h. c. mult. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städelschen Kunstinstituts, zeigte sich begeistert von der großzügigen Unterstützung durch die Gäste des Benefiz-Abends: „Die anhaltende Erfolgsgeschichte des Städel beweist die Strahlkraft einer Idee, die vor 200 Jahren ihren Anfang nahm und seitdem nichts von ihrer Energie eingebüßt hat. Mit seinem Geschenk legte der Frankfurter Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel den Grundstein für eine einzigartige Kunstinstitution, die sich über Generationen hinweg durch ihre regionale Verbundenheit auszeichnet. Bis heute sind es die Identifikation und das Engagement der Bürger, die das Städel Museum von anderen Häusern in Europa unterscheiden.“

„Die beeindruckende und fortlaufende Unterstützung der Freunde und Partner des Städel freut mich über alle Maßen. Sie garantiert das erfolgreiche Fortbestehen und hilft, den Wirkungskreis des Städel weiter auszubauen. Mit unserem Gastredner Sebastian Blomberg konnten wir bei unserem diesjährigen Benefiz-Abend gemeinsam einen sehr konkreten und inspirierten Blick in die Zukunft des Museums werfen, für die unser neu gegründeter „Zukunftsfonds 200+“ ein wichtiger Baustein sein wird“, resümierte Städel Direktor Max Hollein, der den Abend nutzte, um die zahlreichen digitalen Kommunikations-, Forschungs- und Vermittlungsinitiativen des Städel vorzustellen.

Zu Beginn des Benefiz-Abends nahmen die Gäste an einer Führung mit vier Stationen teil. Bei dieser bekamen sie einen vielfältigen und unterhaltsamen Vorgeschmack auf die Zukunft des Städel Museums. Ihnen begegneten aktuelle Digitalprojekte des Museums wie: „Zeitreise – Das Städel Museum im 19. Jahrhundert“, für welche die historischen Hängungen des Städel an seinen Standorten in den Jahren 1816, 1833 und 1878 detailgenau in 3D rekonstruiert wurden, das innovative Format des neuen Städel Onlinekurses „Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“ sowie die Digitalisierung von rund 25.000 Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung. Darüber hinaus erfuhren die Teilnehmer auch, wie sich neue Entwicklungen im Digitalbereich auf die Arbeit in den Restaurierungsabteilungen des Museums auswirken.

Anschließend erwartete die Gäste des Abends eine Präsentation des Grimme-Preisträgers Sebastian Blomberg, der eine tragende Rolle im ersten Onlinekurs des Städel zur modernen Kunst spielt. In Bad Homburg aufgewachsen, hat er auch einen starken persönlichen Bezug zum Frankfurter Museum. Sein Gastbeitrag vermittelte dank der Einstreuung von „deleted scenes“ einen lebendigen und amüsanten Eindruck von den aufwendigen Dreharbeiten zum Kurs im Städel Museum und schlug von diesem Projekt aus einen Bogen zurück zum Stiftungsanliegen Johann Friedrich Städels.

Das Gesamtbild der Veranstaltung im Städel erhielt seinen festlichen Rahmen durch die Unterstützung der folgenden Partner, die alle mit ihren großzügigen Sachspenden den Benefiz-Abend im Städel förderten und möglich machten: Meyer Catering & Service, Party Rent Frankfurt, Weingut Robert Weil, Sektmanufaktur Schloss VAUX, Medienreich, maze pictures, Marcus Arndt Blumen, Gonder Facility + Kötter Services, und Villa Kennedy, a Rocco Forte hotel.

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Wandtext "Sigmar Polke. Frühe Druckgrafik" 4.2.2016

Wandtexte "Sigmar Polke. Frühe Druckgrafik"

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Labeltexte Sigmar Polke 4.2.2016

Labeltexte "Sigmar Polke. Frühe Druckgrafik"

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Tony Cragg – Künstlervortrag im Städel Museum 9.3.2016

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Standpunkte zur Kunst“ spricht am Donnerstag, dem 17. März 2016, um 19.00 Uhr der international renommierte, britische Bildhauer Tony Cragg (*1949) im Metzler-Saal des Städel Museums. Der mehrfache Teilnehmer der documenta und der Venedig Biennale gibt in seinem Künstlervortrag einen umfassenden Einblick in sein vielseitiges plastisches Œuvre. Anlass hierfür ist die Präsentation des bedeutenden Werks Spectrum aus dem Jahr 1979 von Tony Cragg. Dieses herausragende Frühwerk konnte jüngst dank des Engagements und der großzügigen Unterstützung der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege als Dauerleihgabe für den Sammlungsbereich Gegenwartskunst am Städel Museum gewonnen werden. Seit den 1970er Jahren erweitert Cragg konsequent die Grenzen plastischen Arbeitens. Das Ergebnis ist ein ausgesprochen facettenreiches Gesamtwerk, das sich thematisch aus unterschiedlichsten Lebensbereichen speist und künstlerische mit naturwissenschaftlichen Interessen verschränkt. Die Teilnahme am Vortrag ist im Eintrittspreis enthalten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Tony Cragg, geboren 1949 in Liverpool als Sohn eines Elektroingenieurs, wurde nach seinem Studium – u.a. an der Wimbledon School of Art – zu Beginn der 1980er Jahre zunächst mit seinen farbigen Assemblagen aus Plastik bekannt und avancierte zu einem der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart. In den Jahren 1982 und 1987 nahm er an der Documenta in Kassel, 1986 und 1993 an der Biennale in Venedig teil. 1988 wurde er mit dem Turner-Preis ausgezeichnet und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1994 ist Cragg Mitglied der Londoner Royal Academy, 2002 wurde er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Des Weiteren wurde Cragg in den Stand eines Commander of the British Empire (CBE) erhoben. Von 2001 bis 2006 unterrichtete er auch als Professor für Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin. 2007 erhielt er den Praemium Imperiale für Skulptur, 2010 den Preis für Non-Chinese Artists der Beijing Biennale in China. 2009 trat Cragg an der Kunstakademie Düsseldorf als Rektor die Nachfolge von Prof. Markus Lüpertz an. 2012 wurde er Ehrenprofessor der University of the Arts in London. Der Künstler lebt und arbeitet in Wuppertal.

Das für das Städel Museum gewonnene Werk Spectrum aus dem Jahr 1979 ist Teil einer Werkreihe aus den 1970/80er Jahren. Bei dem in verschiedenen Farbspektren arrangierten Plastikmosaik handelt es sich um eine Materialcollage aus Fragmenten von industriell hergestellten Produkten. Cragg spürt in dieser Arbeit dem Geist der Dinge nach und vollzieht die spannende Zusammenführung von formal-ästhetischen wie auch gesellschaftlichen Fragestellungen. Die figürliche Komposition verweigert sich der Zuordnung einer spezifischen Gattung und dokumentiert im Kontext sich wandelnder künstlerischer Strategien einen Werkbegriff, der zwischen Malerei und Skulptur, Objekt und Collage changiert. Die Idee der Malerei wird bei Spectrum mit bildnerischen Mitteln in den realen Raum überführt und thematisiert damit exemplarisch den Städelschen Gegenwartskunst-Sammlungsschwerpunkt der erweiterten Malerei.

Spectrum wird seit Kurzem gemeinsam mit Werken von unter anderem John Armleder, Jessica Stockholder oder Herman Glöckner und weiteren Künstlern an zentraler Stelle in den Gartenhallen des Städel Museums präsentiert. Nebeneinander gezeigt verdeutlichen diese Positionen der Vorkriegs- und der Nachkriegszeit, der Klassischen wie der Spät-Moderne, dass das, was heute als „erweiterte Malerei“ bezeichnet wird, eines der wesentlichen Merkmale der Kunst des 20. Jahrhunderts darstellt.

STANDPUNKTE ZUR KUNST: TONY CRAGG – KÜNSTLERVORTRAG IM STÄDEL MUSEUM
DONNERSTAG, 17. MÄRZ 2016, 19.00 UHR

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Metzler-Saal, Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Anmeldung: Nicht erforderlich
Eintritt: Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten

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Veranstaltungsprogramm April 2016 10.3.2016

Veranstaltungsprogramm April 2016

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Veranstaltungsprogramm Mai 2016 11.4.2016

Veranstaltungsprogramm Mai 2016

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Georg Baselitz. Die Helden 14.6.2016

Fünfzig Jahre nach ihrer Entstehung präsentiert das Städel Museum vom 30. Juni bis 23. Oktober 2016 Georg Baselitz’ berühmte „Helden“-Bilder in einer umfassenden monografischen Sonderausstellung. Georg Baselitz (geb. 1938) zählt zweifelsohne zu den prägendsten Malern und Bildhauern unserer Zeit. Seine kraftvolle Werkgruppe der „Helden“ und „Neuen Typen“ gilt weltweit als Schlüsselwerk der deutschen Kunst der 1960er-Jahre und wird in der von Max Hollein kuratierten Schau erstmals in großem Umfang gezeigt. Zu sehen sind 70 Gemälde und Arbeiten auf Papier, deren monumentale Figuren, aggressiv und trotzig gemalt, bis heute ambivalent, schicksalhaft und verletzlich wirken. Es sind zerschlissene Soldaten, resignierte Maler, denen ihr latentes Scheitern ebenso eingeschrieben ist wie ihre ungewisse Zukunft. Die inhaltliche Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit der „Helden“ findet ihr Äquivalent im Formalen. Die stets mittig frontal gegebene und klar konturierte Figur kontrastiert mit der Wildheit der Farbwahl und Heftigkeit der Malweise. Leihgaben aus bedeutenden internationalen Museums- und Privatsammlungen eröffnen dem Publikum einen umfassenden Blick auf diese Ikonen der deutschen Nachkriegskunst, die der damals erst 27-jährige Baselitz 1965/66 in explosionsartiger Produktivität entwickelte. Nach ihrem Auftakt im Frankfurter Städel Museum wandert die groß angelegte Ausstellung weiter an das Moderna Museet Stockholm, in den Palazzo delle Esposizioni Rom und an das Guggenheim Museum Bilbao.

Die Ausstellung „Georg Baselitz. Die Helden“ wird gefördert durch Goldman Sachs.

„Die ‚Helden‘-Bilder sind Markstein und vehementer Dreh- und Angelpunkt im Werk von Georg Baselitz. Sie sind aus tiefster innerer Notwendigkeit entstanden, als bewusste Auseinandersetzung mit einer virulenten, inhaltlich aufgeladenen Thematik und stellen eine zeitlose Reflexion der künstlerischen Existenz an sich dar. Anhand einer eindrucksvoll veranschaulichten, selbst empfundenen Isolation, Entwurzelung und Haltlosigkeit etablieren die Arbeiten den prekären Erfahrungszustand des Künstlers in einer gebrochenen Welt und konfrontieren mit einem paradigmatischen Künstlerbild“, so Max Hollein, Kurator der Ausstellung.

Georg Baselitz hatte 1965 eine in vielerlei Hinsicht zerstörte Ordnung vor Augen: Zwanzig Jahre nach Kriegsende standen in Deutschland Ideologien und politische Systeme sowie künstlerische Stile zur Diskussion. Dem Künstler kam dieser Mangel an Ordnungen entgegen, denn jegliche Vereinnahmung durch kategorische Einteilungen war und blieb ihm fremd. In seiner skeptischen Grundhaltung betonte er die zwiespältigen Aspekte seiner Gegenwart. Entsprechend widersprüchlich wirken seine monumentalen „Helden“ im zerschlissenen Kampfanzug, die von Versagen und Resignation gezeichnet sind. Dass Baselitz sich in dieser Zeit überhaupt dem Thema der Helden zuwandte, war per se provokant. Das (männliche) Heldentum und seine einstigen Vertreter waren durch Krieg und Nachkriegszeit fragwürdig geworden. Der Künstler lässt Gestalten aus einer bereits verschüttet geglaubten Vergangenheit wiederauferstehen und bildet damit eine Wirklichkeit ab, wie sie in der bundesrepublikanischen Erfolgsgeschichte des Wirtschaftswunders nur ungern gesehen wurde. Und das in der damals vermeintlich obsoleten Form der figurativen Malerei. Es ging in dieser Auseinandersetzung aber um weit mehr als um allgemeine Gesellschaftsfragen. In zahlreichen Rollenbildern, die vom bisher unbeanspruchten „Neuen Typ“ über den historisch-politisch konnotierten Rebell und Partisan und den geistigen Hirten bis hin zu dem des positionierenden Malers reichten, vergegenwärtigt Baselitz seine individuelle Haltung und seinen besonderen Weg als Maler. Hier reflektierte er selbst über seine eigene Position im Verhältnis zu dieser Gesellschaft – eine wuchtige Selbstbehauptung und Identitätsbestimmung entgegen allen aktuellen Strömungen der damaligen Zeit. „Ich habe viele Experimente gemacht in 50 Jahren. Ich denke aber, dass die ‚Helden‘ keine Nachhilfe mehr benötigen“, so Georg Baselitz über die Werkgruppe der „Helden“ und „Neuen Typen“.

„Die Ausstellung im Städel Museum präsentiert die ‚Helden‘-Bilder Baselitz’ in einem Spiel aus Leere und Verdichtung über zwei Stockwerke des Ausstellungshauses“, erklärt die Co-Kuratorin Eva Mongi-Vollmer. Besonderer Wert wird auf die Wirkung der einzelnen Bilder und Zeichnungen gelegt. So wird sowohl durch die variierenden Wandfarben als auch durch eine stark rhythmisierte und immer wieder überraschende Hängung der Ausstellungsbesuch die Wahrnehmung für die Kunstwerke schärfen und den Betrachter sensibilisieren.

Die jeweiligen „Helden“ und „Neuen Typen“ mit ihren kolossalen Körpern und extrem kleinen Köpfen sind stets in der Bildmitte zu finden. Sie taumeln, schreiten teils ungeschickt, teils souverän durch den Bildraum. Die sie umgebende trostlose Landschaft zeugt, in Analogie zu ihren geschundenen Leibern, von Verwüstung: brennende Häuser, entlaubte Bäume, aufgewühlte Erdhaufen. Die vagabundierenden „Helden“ tragen ein Repertoire an wiederkehrenden Gegenständen wie Tornister, Paletten und Malerpinsel oder Marterinstrumente mit sich. Trotz der sich wiederholenden Ausführung im gleichen Format von 162 mal 130 Zentimetern birgt jedes einzelne Werk einen eigenen Ausdruck, der stark mit der jeweiligen Malweise und Farbwahl zusammenhängt. In der losen chronologischen Abfolge der Werke in der Ausstellung zeichnet sich Baselitz’ allmähliche Loslösung vom Motiv ab. Von dort bis zur seiner späteren Umkehrung des Motivs ist es nur noch ein kurzer Weg.

Ihren Anfang nahm die Werkgruppe der „Helden“ und „Neuen Typen“ während Baselitz‘ Stipendium an der Villa Romana in Florenz. Zurück in Westberlin arbeitete er das Thema weiter aus. Die vielfach besprochene Skandalgeschichte, die mit der Ausstellung in der Galerie Werner & Katz 1963 begann, war zu diesem Zeitpunkt im Ausklang begriffen. Im Frühwerk Baselitz‘ bilden die „Helden“-Bilder einen besonderen Wendepunkt und können heute als historisches Dokument angesehen werden. Die Werke fügen sich nicht ein, in die vorherrschenden damaligen künstlerischen Tendenzen, seien es die Zukunftsvision von ZERO, die französischen und amerikanischen Abstraktionen oder die Abwandlungen des deutschen Nachkriegsinformel. Sie geben sich auch zwanzig Jahre nach Kriegsende nicht mit einem oberflächlichen Gefühl des Neuanfangs zufrieden. Kreisen die „Helden“ und „Neuen Typen“ zwar motivisch um sich wiederholende Elemente, so werden sie in ihrer malerischen Ausformulierung monströs, zerrüttet und wuchtig. Sie bilden eine wichtige Position innerhalb der deutschen Kunst nach 1945.

Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein umfassender Katalog, in dem Herausgeber Max Hollein einleitend über Malerei als Befreiung schreibt, während Alexander Kluges literarische Texte einen ganz eigenen eindrucksvollen Wahrnehmungsraum entstehen lassen; Uwe Fleckner wendet sich in einem Kapitel dem postheroischen Helden zu, der Kunsthistoriker Richard Shiff verschafft sich einen lebendigen Eindruck von verlorenen Helden und Städel Kuratorin Eva Mongi-Vollmer widmet sich im Katalog der Entstehungsjahre der „Helden“.

Der Audioguide zur Ausstellung (auch auf der Städel App erhältlich) wird u. a. von Georg Baselitz und Alexander Kluge gesprochen. Ein aufwendig gestaltetes Digitorial gibt ab Mittwoch, 15. Juni 2016 unter baselitz.staedelmuseum.de umfassende Einblicke in zentrale Thesen und Werke der Ausstellung.

Georg Baselitz
Der am 23. Januar 1938 in Deutschbaselitz in Sachsen geborene Georg Baselitz begann sein Kunststudium an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin-Weißensee (Ost). Nach zwei Semestern wurde er wegen „gesellschaftspolitischer Unreife“ von der Schule verwiesen und setzte daraufhin 1957 sein Studium in Berlin-Charlottenburg (West) fort. Erste Auslandsreisen führten ihn nach Amsterdam und Paris. 1961 begann seine Ausstellungsaktivität gemeinsam mit Eugen Schönebeck in einem leerstehenden Haus, anlässlich deren das später so genannte erste „Pandämonische Manifest“ erschien. Es folgten kontrovers diskutierte Galerieausstellungen. 1966 verließ er Berlin und siedelte nach Rheinhessen (nahe Worms) um. 1969 malte Baselitz sein erstes Bild mit umgekehrtem Motiv – dieser Entscheidung blieb er in der weiteren Werkentwicklung treu. Die Bekanntheit des Künstlers wuchs und damit häuften sich seine Ausstellungsteilnahmen im Ausland; 1980 vertrat er zusammen mit Anselm Kiefer die Bundesrepublik Deutschland bei der 39. Biennale von Venedig. Es folgten vielbeachtete Ausstellungen in verschiedenen Ländern, darunter in Großbritannien und in den USA. Auch die bereits 1978 in Karlsruhe begonnene Lehrtätigkeit setzte sich zwischen 1983 und 1988, später wieder ab 1992 in Berlin fort. Zahlreiche Retrospektiven, Auszeichnungen, Preise und Ehrenprofessuren würdigen bis heute die Bedeutung seines Schaffens.

GEORG BASELITZ. DIE HELDEN

Kurator: Max Hollein, Direktor Fine Arts Museums of San Francisco
Co-Kuratorin: Dr. Eva Mongi-Vollmer, Städel Museum
Ausstellungsdauer: 30. Juni bis 23. Oktober 2016
Pressevorbesichtigung: Mittwoch, 29. Juni 2016, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: Mo 3.10., 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren;. Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein von Max Hollein und Eva Mongi-Vollmer herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Uwe Fleckner, Max Hollein, Alexander Kluge, Richard Shiff und Eva Mongi-Vollmer. Deutsche und englische Ausgabe, ca. 172 Seiten, 29,90 Euro (Museumsausgabe).

Digitorial: Das Digitorial wird durch die Aventis Foundation ermöglicht. Es ist ab 15. Juni 2016 unter baselitz.staedelmuseum.de abrufbar.
Städel App: Die App ist für Android- und iOS-Smartphones optimiert und bietet mit Beginn der Ausstellung die Audiotour zum Download auf das Smartphone.
Audiotour: Die Audiotour umfasst Ausschnitte eines Interviews mit Georg Baselitz sowie Essays zu einzelnen Bildern des „Helden“-Zyklus, verfasst und gelesen von Alexander Kluge. Deutsch und englisch, 4 Euro; zwei Audioguides 7 Euro.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Baselitz und #Staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Do 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr sowie Mo 3.10., 16.00 Uhr. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.

Gefördert durch: Goldman Sachs

Medienpartner: Frankfurter Rundschau, Andy Warhol’s Interview Magazine, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

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Schaufenster des Himmels. Der Altenberger Altar und seine Bildausstattung 10.5.2016

Vom 22. Juni bis zum 25. September 2016 widmet das Städel Museum der Kunst des Mittelalters eine konzentrierte Schau mit erlesenen Exponaten. In der Ausstellung „Schaufenster des Himmels“ wird eine der eindrucksvollsten Kirchenausstattungen zu erleben sein, die sich aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert erhalten hat: Der frühgotische Altenberger Altar und seine reiche Bildausstattung. In der Schau werden das Hochaltarretabel mitsamt seinem Schreinkasten, der zentralen Muttergottesfigur und den Flügelbildern mit Passions- und Mariendarstellungen sowie das aus dem ehemaligen Prämonstratenserinnen-Kloster Altenberg an der Lahn stammende Ensemble kostbarster Ausstattungsstücke rund um den Altar wieder zusammengeführt. Werke der Tafelmalerei und Skulptur sowie der Textil- und Goldschmiedekunst lassen ein komplexes Bezugssystem von Bildern lebendig werden und führen das Zusammenspiel verschiedener Medien in einer konkreten Altarraumausstattung des frühen 14. Jahrhunderts eindrücklich vor Augen. Die 37 Exponate können innerhalb der Ausstellung erstmals seit der Säkularisation des Klosters zu Beginn des 19. Jahrhunderts zusammen gezeigt werden. Im Zentrum der Ausstellung steht das wandelbare Flügelretabel des Hochaltars, das diesen ab etwa 1330 schmückte. Die Flügeltafeln des Altarzusammenhangs wurden 1925 für das Städel erworben und zählen nicht nur zu den frühesten, sondern zugleich zu den herausragendsten Werken der deutschen Tafelmalerei. Diese zentralen Werke des Städelschen Sammlungsbereichs Alte Meister können nun umfassend in ihrem historischen, künstlerischen und funktionalen Zusammenhang präsentiert werden. Die Schau basiert auf den Ergebnissen langjähriger Forschungsarbeiten und jüngster gemäldetechnischer Untersuchungen des Retabels zu Fragen der Betrachtungsweise von Bildern auf dem Hochaltar auch außerhalb der Gottesdienste.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung der Länder.

Die Bandbreite der zum Altenberger Retabel gehörigen Ausstattungsstücke, die in der Schau zu sehen sind, ist groß: Sie reicht von Reliquiaren, die ursprünglich im Inneren des Schreinkastens präsentiert wurden, über figürlich bestickte, mit Stifterinschriften versehene Altardecken von etwa 1330, Goldschmiedearbeiten und Altarkreuze des 13. Jahrhunderts bis hin zu figürlichen Glasmalereien des Chorachsenfensters aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die Überlieferung der zugehörigen Altardecken für ein Altarensemble dieser Zeit ist einmalig. Zeitgleich mit den Tafelbildern entstanden sie als gestickte Bilder von beeindruckender Größe und Qualität, die den Altartisch vor dem Retabel schmückten. Zwei dieser bestickten Leinendecken werden in der Ausstellung gezeigt. Auch das Chorscheitelfenster, das ehemals hinter dem Hochaltarretabel einen eigenständigen Bildzyklus darstellte, kann in mehreren originalen Fensterabschnitten, die unter anderem eigens aus dem Metropolitan Museum of Art in New York nach Frankfurt entliehen werden, und ergänzenden Aquarellkopien aus dem 19. Jahrhundert präsentiert werden.

Die unterschiedlichen Ausstattungsstücke der Klosterkirche beziehen sich funktional wie auch inhaltlich aufeinander. Die Darstellung einer auf einem Thron sitzenden, von den Heiligen Drei Königen verehrten Madonna mit Kind findet sich nicht nur prominent platziert auf den schon um 1300 entstandenen Glasmalereien im zentralen Chorfenster, sie ist auch als in reichen Farben gestaltete Skulptur im Zentrum des Retabels von 1330 sowie im Bildprogramm der gestickten Altardecken erkennbar.

„Die bewusste Wiederholung ein und desselben Motivs in unterschiedlichen Medien und an verschiedenen Orten verstärkte die zentrale Bedeutung, die der hier dargestellten Figur – der Gottesmutter als Hauptpatronin des Klosters Altenberg – beigemessen wurde“, so Jochen Sander, Kurator der Ausstellung. „Dabei funktionierte der Hochaltar mit seinen gestickten, gemalten und plastischen Bildern, vor allem aber mit seinen heilsvermittelnden Reliquien der Heiligen für den mittelalterlichen Betrachter buchstäblich als Schaufenster des Himmels.“

Die Wandelbarkeit des Altarretabels, dessen Flügel in sich faltbar waren und damit neben einer vollständigen Öffnung oder Schließung des Schreins zusätzlich dessen Teilöffnung ermöglichte, erlaubte verschiedene Inszenierungen der im Schrein ausgestellten zentralen Muttergottesfigur und der sie begleitenden Reliquiare. Durch die jeweilige Auswahl einer der ursprünglich drei zugehörigen Altardecken mit ihren gestickten Bildprogrammen konnte diese Inszenierung noch weiter variiert werden.

In einer 3D-Visualiserung können die Ausstellungsbesucher über ein Bedienfeld das Zusammenwirken dieser verschiedenen Objekte des Altarraums von verschiedenen simulierten Standorten im Kirchenraum aus erleben. Eine Audiostation gibt zusätzlich Aufschluss darüber, wie Altarflügel und Hochaltar zu verschiedenen Festtagen im Kirchenjahr inszeniert wurden.

Der Altar und die übrigen Exponate der Ausstellung befanden sich bis zur Säkularisierung im Kloster Altenberg und gingen 1803 in den Besitz der Fürsten von Solms-Braunfels über. Zahlreiche Stücke befinden sich deshalb noch heute im Schlossmuseum Braunfels. Wegen der herausragenden Qualität der Altenberger Kirchenausstattung bestand allerdings schon im 19. Jahrhundert großes Interesse an den Objekten, und so gelangten viele der Kunstwerke in bedeutende Sammlungen weltweit – von hochkarätigen Privatsammlungen über die Sammlungen der Stadt Frankfurt, der Wartburg-Stiftung in Eisenach sowie des Bayerischen Nationalmuseums in München bis hin zur Eremitage in Sankt Petersburg und dem Metropolitan Museum of Art in New York. In der Präsentation im Städel Museum werden diese Objekte nun wiedervereint und in ihrem ursprünglichen Kontext als Gesamtkunstwerk zu erleben sein.

Die Schau bietet zudem einen sehr persönlichen Blick auf eine der seit dem Mittelalter wohl beliebtesten Heiligen: Elisabeth von Thüringen. Sie hatte ihre jüngste Tochter Gertrud als Kleinkind der Obhut der Altenberger Klosterschwestern anvertraut. Gertrud übernahm mit 21 Jahren die Leitung des Klosters und bestimmte die Ausstattung der Klosterkirche entscheidend mit. Ein um 1270 entstandener Wandbehang veranschaulicht die Vita Elisabeths und ihres Gatten Landgraf Ludwig IV. Dieses Werk könnte vor der Errichtung des Retabels an hohen Festtagen hinter der Altarmensa präsentiert worden und damit der textile Vorläufer des Altarretabels gewesen sein. Die gestickte Bildvita und ein zweiter großer, ebenfalls unter Gertrud entstandener, mit Figuren bestickter Behang, der an Gedenktagen der Familie gezeigt wurde, ermöglichen – zusammen mit weiteren Stücken des Klosters wie dem Armreliquiar der hl. Elisabeth, ihrer Silberkanne und dem angeblichen Ringes ihres Mannes – einen Einblick in die Geschichte Elisabeths von Thüringen und ihrer Familie. Gleichzeitig wird über die sich in diesen Werken offenbarenden, weitreichenden Verbindungen der Landgrafentochter auch politische Geschichte auf internationaler und regionaler Ebene sichtbar.

Die im Rahmen der Sonderausstellung gezeigten textilen Bildwerke führen zusammen mit den hier erstmals präsentierten Ergebnissen jüngster gemäldetechnischer Untersuchungen des Retabels zu neuen Erkenntnissen und Perspektiven bezüglich der Zugänglichkeit und nahsichtigen Rezeption von Bildern am Hochaltar. Die aktuellen Forschungsergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Außenseiten des Altars ursprünglich ein Dekorationssystem mit weiteren Heiligendarstellungen und Inschriften aufwiesen, das sich nahtlos an die Flügelbemalung anschloss. Seiten und Rückwand waren demnach integraler Bestandteil der Retabelgestaltung und aus nächster Nähe zu betrachten. Die Altar-Rückseite ergänzte die Schauseite somit um eine zusätzliche Sinnebene und war offensichtlich auch für eine außerliturgische Nutzung, etwa zur privaten Andacht, konzipiert. Für die kunst- und kulturhistorisch höchst spannende Diskussion über die Funktion der Bilder am Hochaltar im Mittelalter werden mit diesen Entdeckungen völlig neue Grundlagen geschaffen. Die aktuellen Befunde werden im Ausstellungskatalog dokumentiert, weitere detaillierte Ergebnisse und Forschungsbeiträge zu diesen Themen präsentiert der zeitgleich zur Schau erscheinende Begleitband Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter, eine Publikation zum gleichnamigen Passavant-Kolloquium 2015 im Städel Museum, herausgegeben und eingeleitet von Jochen Sander, Stefanie Seeberg, Fabian Wolf und mit Texten zahlreicher internationaler Wissenschaftler. Die Ergebnisse der Röntgenfluoreszenz-Untersuchung werden zudem unter www.staedelmuseum.de/ausstellungen/altenberger-altar im Detail digital veröffentlicht und dort dauerhaft zugänglich sein.

SCHAUFENSTER DES HIMMELS. DER ALTENBERGER ALTAR UND SEINE BILDAUSSTATTUNG

Kurator: Prof. Dr. Jochen Sander, stv. Direktor und Sammlungsleiter holländische, flämische und deutsche Malerei vor 1800, Städel Museum
Ausstellungsdauer: 22. Juni bis 25. September 2016
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 21. Juni 2016, 11.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Fr 19.00 Uhr, So 11.00 Uhr. Die Teilnahmegebühr ist im Eintrittspreis enthalten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Deutschen Kunstverlag ein umfassender, von Jochen Sander herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Jochen Sander, Julia Schultz, Stefanie Seeberg, Christoph Krekel, Christiane Weber und Fabian Wolf. Zweisprachige Ausgabe auf Deutsch und Englisch, 186 Seiten, 24,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitpublikation: Als Begleitpublikation erscheint im Deutschen Kunstverlag der Tagungsband des Passavant-Kolloquiums vom 13. und 14. November 2015 unter dem Titel Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter, herausgegeben von Jochen Sander, Stefanie Seeberg und Fabian Wolf, mit Beiträgen von Angela Kappeler, Stephan Kemperdick, Peter Knüvener, Christian N. Opitz, Victor M. Schmidt, Johannes Tripps, Gerhard Weilandt, Matthias Weniger, Jörg Widmaier und Susanne Wittekind; durchgängig farbige Abbildungen, 192 Seiten, 19,90 Euro.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #AltenbergerAltar und #Staedel.

Gefördert durch: Kulturstiftung der Länder

Medienpartner: Weltkunst

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Veranstaltungsprogramm Juni 2016 11.5.2016

Veranstaltungsprogramm Juni 2016

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Feierliche Verabschiedung von Max Hollein im Kaisersaal des Frankfurter Römers 22.5.2016

(Frankfurt am Main, 22. Mai 2016) Mit einer feierlichen Veranstaltung im Frankfurter Römer wurde Max Hollein heute offiziell verabschiedet. Die Ehrung des langjährigen Direktors der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung fand im Kaisersaal des Römers statt, im Beisein des Kulturdezernenten Prof. Dr. Felix Semmelroth, des Vorsitzenden der Administration des Städel Museums, Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, des Vorsitzenden der Schirn-Freunde, Christian Strenger, der Vorsitzenden des Städelschen Museums-Vereins, Sylvia von Metzler und von mehr als 350 weiteren Wegbegleitern und Freunden. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Max Hollein das Gemälde „Das rote Flugzeug“ (1932) von Franz Radziwill präsentiert, welches ihm zu Ehren und aus Dankbarkeit für seine Verdienste für die Sammlung des Städel erworben wurde. Bevor Max und Nina Hollein mit ihren drei Kindern von einem VW-Bus aus der Hippiezeit vor dem Römer abgeholt wurden, überraschte ein Mitarbeiterchor aus den drei Häusern den scheidenden Direktor mit einem persönlichen musikalischen Dankeschön.

Der Frankfurter Kulturdezernent, Prof. Dr. Felix Semmelroth, betonte: „Die Kultur spielt in unserer Stadt eine besondere Rolle. Sie ist das entscheidende Element für unser Zusammenleben. Max Hollein hat diesen Wert früh erkannt und sich mit Nachdruck und Verve immer für das kulturelle Leben in dieser Stadt eingesetzt. Er ist ein außergewöhnlicher Kultur-Botschafter und hat sich in hohem Maße um die Kulturstadt Frankfurt verdient gemacht. Mit fachlicher Kompetenz und Esprit hat Hollein unzählige Menschen für Kunst begeistert – und das nicht nur in Frankfurt mit seiner offenen Bürgergesellschaft, sondern auch im Ausland.“

Der Vorsitzende der Administration des Städel Museums, Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, sagte: „In seinen insgesamt über 15 Frankfurter Jahren ist es Max Hollein gelungen, alle drei Kunsthäuser zu den aufregendsten und erfolgreichsten ihrer Art zu machen. Es ist keineswegs übertrieben zu betonen, dass er wie kaum ein anderer die Art und Weise, wie man heutzutage eine Kulturinstitution leitet, bestimmt und verändert hat.“

Der Vorsitzende der Schirn Freunde, Christian Strenger betonte: „Max Hollein bringt Menschen durch und für die Kunst zusammen. Er hat beispielgebend gezeigt, wie Menschen zu motivieren sind, für die Kunst zu 'brennen'! Die inzwischen 1.900 Schirn Freunde sind dafür lebendiger Beweis.“

Sylvia von Metzler, die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins, erinnerte in ihrer sehr persönlichen Rede an Holleins Talent, viele Freunde für die drei Häuser zu gewinnen: „Du hast es geschafft, die internationale Kunstszene – von Julian Schnabel über Jeff Koons bis Yoko Ono, wichtige Galeristen, Sammler und Museumsdirektoren aus aller Welt – mit zahlreichen Frankfurter Kunstfreunden, Mäzenen und Unterstützern zusammenzubringen und damit einen lebendigen Ort des Austausches und der menschlichen Bereicherung entstehen zu lassen. Dafür gilt Dir unser aller Dank.“

Als Anerkennung und Dank für Holleins Verdienste hat das Städel Museum für die Sammlung der Kunst der Moderne Franz Radziwills „Das rote Flugzeug“ (1932) erworben. Der Künstler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit und war bislang nicht in der Städelschen Sammlung vertreten. Radziwill wuchs in der Nähe eines Flugplatzes in Bremen auf, was zu einer lebenslangen Faszination für die Luftfahrt führte. Obwohl Flugzeuge vielfach in seinem Œuvre wiederkehren, zeichnet sich dieses Hauptwerk Radziwills durch die Monumentalisierung der Maschine sowie eine äußerst detailgetreue Wiedergabe aus. Im Hinblick auf das Bildmotiv passt das Werk ausgezeichnet zur Flughafenstadt Frankfurt, in der Flugzeuge wie nirgends sonst in Deutschland ein fester Bestandteil städtischer Identität sind. Zugleich fügt sich das Werk nahtlos in eine Reihe von Gemälden von Volker Böhringer, Otto Dix, Karl Hubbuch, Lotte Laserstein und Josef Scharl aus der Städel-Sammlung ein. Da sich Max Hollein in seiner Zeit als Direktor am Städel durch signifikante Erwerbungen auch besonders für die Neue Sachlichkeit eingesetzt hat, bietet der Ankauf von Radziwills „Das rote Flugzeug“ eine einzigartige Möglichkeit, sein Engagement dauerhaft zu manifestieren. Insgesamt konnten die Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung unter Max Hollein um mehr als 2.800 Werke erweitert werden.

Max Hollein (*1969) studierte Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte in Wien. Während dieser Zeit war er unter anderem freier Mitarbeiter der Tageszeitung „Der Standard“. 1995 zog er nach New York, um am Solomon R. Guggenheim Museum zu arbeiten, wo er zuletzt als „Chief of Staff and Manager of European Relations“ tätig war. 2001 kam er als Direktor der Schirn Kunsthalle nach Frankfurt am Main. Von 2006 bis Mai 2016 war er in Personalunion auch Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Rasch gewann Max Hollein die Unterstützung von Privatleuten, Stiftungen und Unternehmen. Publikumserfolge wie „Edvard Munch. Der moderne Blick“ in der Schirn Kunsthalle, „Monet und die Geburt des Impressionismus“ im Städel, „Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulptur“ im Liebieghaus oder der Städel Erweiterungsbau, für den er 52 Millionen Euro akquirierte, prägten sein Schaffen an der Spitze der drei Häuser. Alle drei haben sich unter seiner Leitung signifikant weiterentwickelt und zählen heute zu den erfolgreichsten Kunstinstitutionen Europas. Auch konnten die Einrichtungen dank innovativer Online-Kommunikations- und Vermittlungsprogramme ihre Bekanntheit ausbauen und ihren Bildungsauftrag weit über die physischen Grenzen der Häuser hinaus wahrnehmen. Max Hollein ist Mitglied in zahlreichen Aufsichts- und Beratungsgremien internationaler Kulturinstitutionen, u. a. der Nationalgalerie in Prag, der Eremitage in St. Petersburg, des Palais de Tokyo in Paris, der Istanbul Modern oder der Neuen Galerie in New York. Hollein wird zum 1. Juni 2016 neuer Direktor der Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF), der größten öffentlichen Kunstinstitution in Nordkalifornien, deren Häuser mit 1,6 Millionen Besuchern 2014 die am vierthäufigsten besuchten Museen der USA waren.

PRESSEKONTAKT:
Axel Braun, Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, E-Mail: braun@staedelmuseum.de; Telefon: +49 (0)69 60 50 98-170, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188
Pamela Rohde, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, D-60311 Frankfurt, E-Mail: pamela.rohde@schirn.de; Telefon: +49 (0)69 29 98 82-148, Fax: +49 (0)69 29 98 82-240

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Jahresbericht 2015 7.6.2016

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Veranstaltungsprogramm Juli 2016 8.6.2016

Veranstaltungsprogramm Juli 2016

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Philipp Demandt wird neuer Direktor von Städel und Liebieghaus 24.6.2016

Die Suche nach einem Direktor für das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung ist abgeschlossen. Der promovierte Kunsthistoriker Dr. Philipp Demandt (45) übernimmt die Leitung der beiden Museen zum 1. Oktober 2016. Demandt ist seit Januar 2012 Leiter der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und gilt als einer der renommiertesten Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher Deutschlands. Er bringt zudem umfassende Erfahrungen im modernen Kulturmanagement mit.

Der Findung vorausgegangen war eine intensive nationale wie internationale Suche, die die Administration des Städel Museums unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Nikolaus Schweickart durchgeführt hat. Frankfurts Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Schirn Kunsthalle Frankfurt, Peter Feldmann, der scheidende Frankfurter Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth und die designierte Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig begrüßen die Entscheidung.

"Wir freuen uns sehr, dass es schon kurz nach dem Weggang von Max Hollein gelungen ist, mit Philipp Demandt einen der kreativsten Köpfe der deutschen Museumslandschaft für die Führung der beiden Häuser zu gewinnen. Als Leiter eines der bedeutendsten deutschen Museen und als zentraler Protagonist der Berliner Museumswelt hat er seine Fähigkeiten mehrfach unter Beweis gestellt – und ist darum genau der Richtige für den verantwortungsvollen Posten in Frankfurt", kommentiert der Vorsitzende der Administration des Städel Museums Prof. Dr. Nikolaus Schweickart.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Schirn Kunsthalle Frankfurt, betont: "Frankfurt und Philipp Demandt: Das passt. Ich freue mich, dass Philipp Demandt sich entschieden hat, das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung zu leiten. Er ist ein hervorragender Wissenschaftler und Kunstvermittler – ein Museumsmann von Format. Ich bin mir sicher, dass Demandt die Kultur in Frankfurt nachhaltig und zukunftsorientiert mitgestalten und weiter ausbauen wird."

Über die Leitung der Schirn Kunsthalle Frankfurt wird nach Amtsübernahme der designierten Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig von den zuständigen politischen Gremien entschieden. Sowohl der Oberbürgermeister als auch Dr. Hartwig sehen in der gemeinsamen Leitung der drei Häuser generell eine sinnvolle und zukunftsweisende Konstellation, die sich in der Vergangenheit als großer Gewinn für die Kulturstadt Frankfurt erwiesen hat.

"Die erfolgreiche Arbeit am Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung gemeinsam mit allen Kolleginnen und Kollegen fortzusetzen, ist eine Herausforderung, der ich mit Spannung entgegensehe. Zugleich blicke ich mit großer Dankbarkeit auf rund fünf erfüllte Jahre an der Nationalgalerie. Auf Frankfurt, das sich zu einem der aufregendsten Kunstzentren Deutschlands und darüber hinaus entwickelt hat, freue ich mich sehr – ganz persönlich auch, da mir Stadt und Region lange vertraut sind", so Dr. Philipp Demandt über seine Berufung nach Frankfurt.

Der 1971 in Konstanz geborene Demandt studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Publizistik und promovierte 2001 am Institut für Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Königin-Luise-Porträts von Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch sowie zur historischen Mythologie des preußischen Staates im Spiegel des "Luisenkults". Nach einer Ausstellungsassistenz im Bröhan-Museum 2002 wurde Demandt 2004 Dezernent bei der Kulturstiftung der Länder. Zu seinen Aufgaben zählten die Beratung und Unterstützung deutscher Kultureinrichtungen beim Erwerb und der Finanzierung von Kunstwerken von der Vor- und Frühgeschichte bis zum 19. Jahrhundert sowie bei Ausstellungsvorhaben. Von 2007 bis 2010 war er zudem Mitkurator der Ausstellung „Luise. Leben und Mythos der Königin“ der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Darüber hinaus konzipierte und leitete er die von der Kulturstiftung der Länder herausgegebene Zeitschrift "Arsprototo" sowie deren wissenschaftliche Publikationsreihe „Patrimonia“ und veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Kunst- und Kulturgeschichte, unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und der Welt.

Im Januar 2012 wurde Demandt zum Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin ernannt. Hier hat er unter anderem mit einer umfassenden Neukonzeption der Schausammlung sowie mit ebenso innovativen wie erfolgreichen Ausstellungen auf sich aufmerksam gemacht. Zu den Höhepunkten unter seiner Leitung zählten die Ausstellungen "Rembrandt Bugatti", "Impressionismus/Expressionismus. Kunstwende" oder zuletzt "Der Mönch ist zurück", eine Sonderpräsentation zur Restaurierung von Caspar David Friedrichs Meisterwerken Mönch am Meer und Abtei im Eichwald. Die Alte Nationalgalerie beherbergt Gemälde und Skulpturen vom späten 18. Jahrhundert bis zum frühen 20. Jahrhundert. Ihre Sammlung ist Teil der Nationalgalerie, zu der auch die Neue Nationalgalerie, der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, das Museum Berggruen und die Sammlung Scharf-Gerstenberg gehören.

Dr. Philipp Demandt tritt in Frankfurt die Nachfolge von Max Hollein an, der zum 1. Juni 2016 als neuer Direktor an die Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF) gewechselt ist.

Pressekontakt:
Axel Braun, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, E-Mail: braun@staedelmuseum.de; Telefon: +49 (0)69 60 50 98-170, Mobil +49 (0)171 5644061, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188

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Städel Museum und Frankfurter Volksbank laden Kinder und Jugendliche ein 30.6.2016

Bereits zum vierten Mal in Folge laden das Städel Museum und die Frankfurter Volksbank vor Beginn der Sommerferien alle Schulen, Kindertagesstätten und Horte der Region zur großen Bildungswoche ins Museum ein. Unter dem Motto „Eintauchen in die Kunst! 700 Jahre Kulturgeschichte“ öffnet das Städel vom 11. bis 14. Juli 2016 seine Türen für ein einzigartiges Bildungserlebnis. Eine ganze Woche lang können Kinder und Jugendliche auf spielerische Weise die Städelsche Sammlung entdecken und – von dieser inspiriert – selbst kreativ werden. Aufgrund des großen Interesses an dem einzigartigen Programm zur ästhetischen Bildung wird eine baldige Anmeldung empfohlen. Die Teilnahme an der Bildungswoche ist für alle Schulen, Kindertagesstätten und Horte völlig kostenfrei. Das Anmeldeformular ist unter www.staedelmuseum.de abrufbar, eine Anmeldung ist erforderlich.

Die überaus positive Resonanz auf die Bildungswochen in den vergangenen Jahren waren für das Städel Museum und die Frankfurter Volksbank Ansporn, die Erfolgsgeschichte „Städel ohne Grenzen“ auch in diesem Jahr fortzusetzen. „Wir waren uns sofort einig, dass wir diese einmalige Veranstaltung, die nicht nur die Kinder, Lehrer und Eltern begeistert, sondern auch auf spielerische Art wertvolles Wissen vermittelt, weiterführen wollen“, teilten Eva Wunsch-Weber, Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank und Heinz-Jürgen Bokler, stellvertretender Direktor des Städel Museums, mit.

Die Teilnehmer erwarten abwechslungsreiche, altersgerechte Programmpunkte zu verschiedenen Themen in allen Sammlungsbereichen des Museums. Workshops, die sich unter anderem dem Rätsel der Farbe oder Naturgewalten in der Malerei widmen, sowie Experimente mit der geometrischen Darstellung oder eine Anleitung zum eigenen Kunstwerk bieten vielfältige Möglichkeiten zum handlungsorientierten Lernen, zur kreativen Auseinandersetzung mit Kunst sowie zur praktischen Vertiefung von Kenntnissen und Fähigkeiten. Das Museum präsentiert einen bunten Strauß an Angeboten, der das Interesse für Kunst weckt. Darüber hinaus stellen junge Kunstvermittler die wichtigsten Werke der Städel Sammlung vor und geben an zahlreichen Wissensstationen im gesamten Museum Auskunft über spannende Themen aus mehreren Jahrhunderten Kunstgeschichte: von faszinierenden Stillleben über ungewöhnliche Materialien in der Kunst bis hin zum „Malen“ mit der Kamera. Ein Quiz führt die jungen Museumsbesucher schließlich auf spielerische Art durch die Sammlung des Städel und damit durch 700 Jahre Kunst und Kultur.

Am Sonntag, 17. Juli 2016, findet die Bildungswoche mit einem „Familiensonntag“ ihren Abschluss und Höhepunkt: Alle teilnehmenden Schul-, Kita- und Hortkinder erhalten einen exklusiven Eintrittsgutschein, der sie und ihre Familien für diesen Tag zum kostenfreien Museumsbesuch einlädt. So können die Kinder ihren Eltern zeigen, was sie in der Woche zuvor alles erlebt haben.

Unterstützt wird die Bildungswoche durch die Frankfurter Volksbank.

Schulklassen, Kita- und Hortgruppen können sich noch bis Freitag, den 8. Juli, kostenfrei auf der Städel Website (www.staedelmuseum.de/de/angebote/bildungswoche) bzw. unter info@staedelmuseum.de für die Bildungswoche anmelden.

BILDUNGSWOCHE „EINTAUCHEN IN DIE KUNST! 700 JAHRE KULTURGESCHICHTE"

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt
Veranstaltungsdauer: 11. bis 14. Juli 2016 jeweils zwischen 9.00 Uhr und 14.00 Uhr für Schulklassen, Kita- und Hortgruppen, 17. Juli 2016 zwischen 10.00 Uhr und 18.00 Uhr für Familien

Download des Anmeldeformulars unter www.staedelmuseum.de/de/angebote/bildungswoche

Pressekontakt Städel Museum: Axel Braun (Pressesprecher); Telefon +49(0)69-605098-170; Fax +49(0)69-605098-188; braun@staedelmuseum.de

Pressekontakt Frankfurter Volksbank: Michael Kröhle (Leiter Vorstandsstab und Pressesprecher); Telefon +49(0)69-2172-10193; Fax +49(0)69-2172-20199; michael.kroehle@frankfurter-volksbank.de

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Open-Air-Kino im Städel Garten zeigt Helden der Geschichte 1.7.2016

Auch in diesem Jahr können sich Open-Air-Kino-Fans wieder auf das beliebte Sommerkino im Städel Garten freuen. Vom 13. bis 16 Juli bietet das grüne Dach des Städel Erweiterungsbaus die einzigartige Freiluft-Kulisse für ein ausgewähltes und vielfältiges Filmprogramm. Passend zur parallel laufenden Sonderausstellung „Georg Baselitz. Die Helden“ (30. Juni bis 23. Oktober 2016) widmet sich das Sommerkino in seiner vierten Ausgabe Filmen, die Geschichten von außergewöhnlichen Helden erzählen. Bei freiem Eintritt werden nach Anbruch der Dunkelheit an den ersten drei Abenden die Dokumentation „Georg Baselitz“ (2013) von Evelyn Schels, Giulio Ricciarellis „Im Labyrinth des Schweigens“ (2014) sowie „Searching for Sugar Man“ (2012) von Regisseur Malik Bendjelloul zu sehen sein. Am Samstag, 16. Juli, findet zudem eine Vorführung für junge Zuschauer im Metzler-Saal statt: Gezeigt wird dort bereits nachmittags um 15.00 Uhr der Film „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ (2014). Welcher Film am letzten Abend, 16. Juli, läuft, kann das Publikum wieder selbst entscheiden. Zur Auswahl stehen Sönke Wortmanns „Das Wunder von Bern“ (2003), Carol Reeds Klassiker „Der dritte Mann“ (1949) und „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015) von Lars Kraume. Abgestimmt werden kann vom 27. Juni bis einschließlich 11. Juli per Stimmzettel vor Ort im Städel Museum oder auf http://facebook.com/staedelmuseum.de.

Der Eintritt zum Sommerkino im Städel Garten ist an allen Tagen frei. Einlass ist an jedem der Abende ab 19.00 Uhr, der Film beginnt jeweils bei Anbruch der Dunkelheit. Es wird darum gebeten, eigene Decken und Sitzgelegenheiten (keine Stühle) mitzubringen. Für kalte Getränke sowie herzhafte und süße Speisen vor und während der Filmvorstellungen ist gesorgt. Schon vor Filmbeginn sorgt DJ Biffy (Discocaine) für sommerlich-entspannte Stimmung. Bei schlechtem Wetter finden die Vorführungen im Metzler-Saal des Städel Museums statt.

Das Sommerkino wird unterstützt durch die Städel Gartengesellschaft.

Das Sommerkino ist Teil einer Initiative, mit der das Städel Museum seine frei zugängliche Gartenfläche für wechselnde Installationen, Performances und Veranstaltungen zur Gegenwartskunst öffnet. Bereits im Zuge der Neupräsentation der Skulpturensammlung im Städel Garten 2013 sowie der Reihe „Im Städel Garten“ wurde der Außenraum des Städel in jüngerer Vergangenheit immer wieder zum Ort für performative und installative Arbeiten, zum Beispiel von Adrian Williams („Watering Hole“, 2013), Adolf Luther („Architektur als Licht und Spiegelung“, 2013), Erwin Wurm („One Minute Sculptures“, 2014) oder Franz Erhard Walther („Schreitsockel und Standstellen“, 2014). In diesem Jahr wird der belgische Künstler David Claerbout vom 28. September bis 6. November 2016 eine neue Arbeit im Städel Garten präsentieren.

Sommerkino im Städel Garten

Programm

Mittwoch, 13. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Georg Baselitz
D 2013, Regie: Evelyn Schels, 105 Minuten, deutsche Fassung, FSK 0
Für die Regisseurin Evelyn Schels hat der Maler und Bildhauer Georg Baselitz erstmalig seine Ateliers in Deutschland und Italien für Filmaufnahmen geöffnet. Sie durfte ihn drei Jahre aus nächster Nähe begleiten, folgte ihm nach New York, Paris, und Berlin, befragte seine Ehefrau nebst Weggefährten und vollzieht in diesem sehr privaten dokumentarischen Filmporträt die wichtigsten Lebensstationen des Künstlers nach. Darüber hinaus wohnt der Zuschauer den sensiblen Entstehungsphasen von Bildern sowie Skulpturen bei und bekommt im Laufe des Films einen sehr persönlichen Eindruck von Baselitz.

Donnerstag, 14. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Im Labyrinth des Schweigens
D 2014, Regie: Giulio Ricciarelli, 123 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Das Jahr 1958 bedeutet für Deutschland in erster Linie eines: Aufschwung durch den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder. Von „Auschwitz“ haben die einen nie gehört – die anderen wollen es so schnell wie möglich vergessen. Auch als ein Freund des Journalisten Thomas Gnielka (André Szymanski) einen Lehrer als ehemaligen Auschwitz-Aufseher wiedererkennt, scheint sich daran zunächst nichts zu ändern und niemand interessiert sich für den Fall – niemand bis auf den jungen Staatsanwalt Johann Radmann (Alexander Fehling). Gegen den Willen seiner Vorgesetzten übernimmt Radmann den Fall. Auf seiner schwierigen Suche nach Aufklärung stößt er auf ein Dickicht aus Lügen, Verdrängung und Verleugnung, wird dabei jedoch neben Gnielka auch vom Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Gert Voss) unterstützt.

Freitag, 15. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Searching for Sugar Man
S/GB 2012, Regie: Malik Bendjelloul, 86 Minuten, Orginal mit Untertiteln, FSK 0
Der Folksänger Sixto Rodriquez aus Detroit war in den 1970er-Jahren ein Star – allerdings nicht in den USA, sondern in Südafrika und vor allem ohne dass er selbst etwas davon wusste. Fernab seines Heimatlandes wurde sein Album „Cold Fact“ zum Soundtrack der Anti-Apartheid-Bewegung. Zwei seiner südafrikanischen Fans machen sich eines Tages auf die Suche nach ihrem Idol, um das sich zahlreiche Gerüchte ranken, insbesondere um dessen vermeintlichen Selbstmord. In seinem Dokumentarfilm erzählt Regisseur Malik Bendjelloul die unglaubliche Geschichte dieses Musikers.

Samstag, 16. Juli, Einlass 14.00 Uhr, Filmbeginn 15.00 Uhr, Metzler-Saal
Rico, Oskar und die Tieferschatten
D 2014, Regie: Neele Vollmar, 96 Minuten, deutsche Fassung, FSK 0
Der zehnjährige Rico lebt allein mit seiner Mutter im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Er ist ein etwas ungewöhnlicher Junge, der sich selbst als „tiefbegabt“ bezeichnet und ein Auge für „die kleinen Dinge“ hat. Eines Tages lernt er den zwei Jahre jüngeren Oskar kennen, der so ganz anders ist als Rico: nämlich „hochbegabt“ und ängstlich. Die beiden ungleichen Kinder freunden sich an und begeben sich gemeinsam auf die Spur des berüchtigten Kindesentführers „Mister 2000“. Als Oskar plötzlich verschwindet, muss Rico seinen ganzen Mut und seine Hartnäckigkeit unter Beweis stellen, um den Freund auf eigene Faust wiederzufinden.

Samstag, 16. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Publikumsfilm
Zur Abstimmung stehen:
„Das Wunder von Bern“ (2003), „Der Dritte Mann“ (1949) und „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015)

Das Wunder von Bern
D 2003, Regie: Sönke Wortmann, 118 Minuten, deutsche Fassung, FSK 6
Nach seinem Dienst als Soldat im Zweiten Weltkrieg geriet der Bergmann Richard (Peter Lohmeyer) aus Essen in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach über zwölf Jahren kehrt er 1954 schließlich zu seiner Familie zurück, die ihm und der er fremd geworden ist. Der ältere Sohn hinterfragt die Rolle des Vaters in der NS-Zeit kritisch, die Tochter bandelt mit britischen Besatzungssoldaten und damit dem ehemaligen Feind an und der elfjährige Sohn Mattes (Louis Klamroth), der in Richards Abwesenheit geboren wurde, hat in dem Fußballnationalspieler Helmut Rahn ein Vorbild und eine Vaterfigur gefunden. Während sich das Verhältnis zwischen Richard und Sohn Mattes allmählich verbessert, nimmt Helmut Rahn bei der Fußballweltmeisterschaft eine immer tragendere Rolle in der Mannschaft ein und gelingt es der deutschen Elf, sich als Außenseiter bis ins Endspiel des Turniers vorzuarbeiten.

Der Dritte Mann
UK 1949, Regie: Carol Reed, 104 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Der arbeitslose Romanautor Holly Martins kommt ins Wien der Nachkriegszeit, das von den siegreichen Alliierten in Sektoren unterteilt wurde. Der Grund für Martins Reise ist eine Einladung seines früheren Schulfreundes Harry Lime, der ihm einen Job angeboten hat. In Wien muss er jedoch feststellen, dass Lime vor Kurzem in einem sonderbaren Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Während Holly Martin sich bei Freunden und Bekannten des Opfers umhört, bemerkt er bald, dass einige der Geschichten nicht zusammenpassen und ist entschlossen herauszufinden, was Harry Lime wirklich zugestoßen ist.

Der Staat gegen Fritz Bauer
D 2015, Regie: Lars Kraume, 105 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Die junge Bundesrepublik erweckt im Jahr 1957 den Eindruck, die NS-Zeit hinter sich lassen zu wollen. Doch der engagierte Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaußner) setzt alles daran, die Täter im eigenen Land vor Gericht zu bringen. Zwölf Jahre nach Ende des Krieges bekommt er einen entscheidenden Hinweis darauf, wo sich der ehemalige SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann versteckt halten soll. Zusammen mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann (Ronald Zehrfeld) beginnt Bauer, die Hintergründe zu recherchieren. Währenddessen verschwinden plötzlich Akten, formiert sich Widerstand bis in höchste Kreise und behindern Oberstaatsanwalt Ulrich Kreidler (Sebastian Blomberg) und BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt (Jörg Schüttauf) die Ermittlungen von Bauer und Angermann.

Sommerkino im Städel Garten
Mittwoch, 13. Juli, bis Samstag, 16. Juli 2016

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Zeit: Mittwoch, 13. Juli, bis Samstag, 16. Juli, Einlass für die Abendvorführungen jeweils 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Eintritt: frei

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Veranstaltungsprogramm August 2016 11.7.2016

Veranstaltungsprogramm August 2016

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Veranstaltungsprogramm September 2016 8.8.2016

Veranstaltungsprogramm September 2016

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Im Städel Garten: David Claerbout. Die reine Notwendigkeit 15.8.2016

Im Rahmen der Reihe „Im Städel Garten“ und als Teil des Gastlandauftrittes von Flandern & Die Niederlande auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse präsentiert das Städel Museum eine eigens für diesen Anlass entstandene Arbeit des belgischen Künstlers David Claerbout (geb. 1969). Der Film Die reine Notwendigkeit (2016) ist eine überraschende Adaption des Trickfilm-Klassikers Das Dschungelbuch von 1967. Claerbouts einstündiger Loop verwandelt die ebenso anrührende wie komische Geschichte der tanzenden, singenden und trompetenden Urwaldtiere in einen – fast – artgerechten Tierfilm, der sich allem ‚Vermenschlichten’ entledigt hat – nicht zuletzt seines jungen Protagonisten Mogli. Balu, Baghira und Kaa, deren Lieder und Slapstick-Einlagen Kinder wie Erwachsene seit Jahrzehnten begleiten und begeistern, sind wieder ganz Bär, Panther und Schlange. Für Die reine Notwendigkeit wurde Wolfgang Reithermans Filmvorlage in aufwendiger Handarbeit Folie für Folie, Einstellung für Einstellung nachgezeichnet und zu einem vollkommen neuen Film zusammengefügt: Vor Urwaldhintergründen bewegen sich die Tiere nur noch als schemenhafte Umrisse. Auf die Ebene des Originals verweist bei Claerbout lediglich der Titel der Arbeit Die reine Notwendigkeit, denn im englischen Originalsoundtrack singt Balu der Bär nicht wie auf Deutsch „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, sondern von den „bare necessities of life“.

Die Ausstellung „David Claerbout. Die reine Notwendigkeit“ wird unterstützt von Flandern & Die Niederlande Ehrengast der Buchmesse Frankfurt 2016, der Regierung Flanderns und der Städel Gartengesellschaft.

„David Claerbout hat in seinem 20 Jahre umfassenden Œuvre eine faszinierende Meisterschaft darin entwickelt, noch die reduziertesten fotografischen oder filmischen Setzungen, die auf den ersten Blick ultimativ entschleunigt, entleert oder von jeder Narration befreit scheinen, in ästhetisch wie inhaltlich hoch komplexe Kunstwerke zu verwandeln. Seine zeitbasierten Arbeiten entwickelten über die Jahre eine gänzlich eigenständige und unverwechselbare Ästhetik“, betont Martin Engler, Leiter der Sammlung Gegenwartskunst am Städel und Kurator der Ausstellung.

Obwohl in Die reine Notwendigkeit der Filmvorlage die ursprüngliche Narration komplett entzogen wurde, geht von David Claerbouts Adaption eine ganz eigene Faszination aus. Diese speist sich gleichermaßen aus den Assoziationen der Betrachter wie aus der sonderbaren, ruckelnd-steifen Bewegungsmotorik der zugleich fremden und vertrauten Tiere. Die Doppelbödigkeit und Gebrochenheit seiner Protagonisten, denen ein menschliches Ego erst einverleibt und dann in Claerbouts Bearbeitung wieder entzogen wurde, lädt das in der Version des belgischen Künstlers völlig ereignislos dahintreibende Filmgeschehen mit einer suggestiven, schwer greifbaren Spannung auf.
Anstatt die Geschichte jenes kleinen Jungen zu erzählen, der fernab der Zivilisation inmitten des Dschungels und mitten unter dessen Tieren ausgesetzt wurde, kulminiert Claerbouts Filmloop jede volle Stunde – ähnlich einer Uhr – von neuem in der Schlussszene des Trickfilm-Originals. Es ist der Moment, in dem ein junges Mädchen an den Rand des Dschungels kommt, um Wasser zu holen, und Mogli mit ihrem Gesang schließlich derart betört, dass er seine tierische Wunderwelt verlässt und wieder zurück in die geordnete Zivilisation gelockt wird. „Ein Schluss, der uns schon damals als Kindern nicht einleuchten wollte“, wie Engler kommentiert.

Der durch das Städel Museum koproduzierte Film wird während der Laufzeit der Ausstellung auf einer sechs mal vier Meter messenden LED-Wand gezeigt und konnte mit großzügiger Unterstützung aus privaten Mitteln für die Städelsche Sammlung erworben werden.

Zur Eröffnung der Schau findet am Dienstag, 27. September 2016, um 19.00 Uhr ein öffentliches Künstlergespräch zwischen David Claerbout und Martin Engler statt.

David Claerbout
Der 1969 im belgischen Kortrijk geborene David Claerbout studierte von 1992 bis 1995 am Artesis University College in Antwerpen und der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. Er wurde mit dem Will-Grohmann-Preis der Berliner Akademie der Künste sowie dem Peill-Preis der Günther-Peill-Stiftung ausgezeichnet und zählt zu den international wichtigsten Gegenwartskünstlern. Einzelausstellungen von Claerbout waren unter anderem in der Wiener Secession, im Tel Aviv Museum of Art, im San Francisco Museum of Modern Art, in der Münchener Pinakothek der Moderne sowie dem Lenbachhaus, im Centre Georges Pompidou in Paris, in den Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique und im WIELS in Brüssel sowie im De Pont Museum in Tilburg zu sehen. David Claerbout lebt und arbeitet in Antwerpen und Berlin.

In seinen fotografischen und filmischen Installationen verwendet der Künstler unterschiedliches visuelles Ausgangsmaterial, welches von historischen Fotografien und rekonstruierten Bildern bis hin zu Filmaufnahmen reicht, die nach seiner Anweisung gedreht wurden. Aufwendig digital bearbeitet, entstehen Arbeiten, die die Grenzen zwischen Fotografie und Film verschwimmen lassen. So dekonstruiert Claerbout lineare Zeitverläufe und hinterfragt die Art und Weise, wie Geschichten mittels Bildern erzählt werden.

„Im Städel Garten“
Die Reihe „Im Städel Garten“ ist eine von der Städel Gartengesellschaft unterstützte Initiative, mit der das Städel Museum seine frei zugängliche Gartenfläche für wechselnde Installationen, Performances und Veranstaltungen zur Gegenwartskunst öffnet. Seit der Neupräsentation der Skulpturensammlung im Städel Garten 2013 wurde der Außenraum des Städel immer wieder zum Ort für performative und installative Arbeiten, zum Beispiel von Adrian Williams („Watering Hole“, 2013), Adolf Luther („Architektur als Licht und Spiegelung“, 2013), Erwin Wurm („One Minute Sculptures“, 2014) oder Franz Erhard Walther („Schreitsockel und Standstellen“, 2014).


David Claerbout. Die reine Notwendigkeit
Aus der Reihe im „Im Städel Garten“

Kurator: Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Gegenwartskunst
Ausstellungsdauer: 28. September bis 23. Oktober 2016
Pressegespräch: Dienstag, 27. September 2016, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: Mo, 3.10.2016, 10.00–18.00 Uhr

Der Besuch des Städel Gartens ist kostenfrei.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Claerbout und #Staedel.

Mit Unterstützung von: Flandern & Die Niederlande Ehrengast der Buchmesse Frankfurt 2016, Die Regierung Flanderns sowie der Städel Gartengesellschaft

David Claerbouts Die Reine Notwendigkeit entstand in Koproduktion mit dem Städel Museum und wurde großzügig unterstützt durch private Mittel.

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Museumsuferfest 2016 im Städel Museum 12.8.2016

Beim diesjährigen Museumsuferfest von Freitag, 26. August, bis Sonntag, 28. August 2016 gewährt das Städel Museum lebendige Einblicke in 700 Jahre Kunstgeschichte. Die Besucher erwartet ein vielfältiges Programm aus zahlreichen Führungen, kreativen Workshops für alle Altersgruppen sowie spannenden Sonderausstellungen.

Die facettenreichen Führungsangebote erkunden unter anderem unterschiedliche künstlerische Materialien und laden zum Betrachten der Gartenskulpturen oder auch zum Erkunden von Künstlern fernab des Kanons ein. Darüber hinaus bieten die aktuellen Sonderausstellungen des Städel Museums Begegnungen mit einer der eindrucksvollsten Kirchenausstattungen, die sich aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert erhalten hat („Schaufenster des Himmels. Der Altenberger Altar und seine Bildausstattung“) sowie mit den monumentalen, aggressiv und trotzig gemalten „Helden“ von Georg Baselitz. Das Programm wartet mit zahlreichen weiteren Höhepunkten auf und gibt zudem bereits einen Ausblick auf die kommende Sonderausstellung „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“. Doch auch die kleinen Städel Besucher kommen nicht zu kurz. So erwartet sie ein buntes Workshop-Angebot, bei dem der Kreativität etwa in der Druckwerkstatt freien Lauf gelassen werden kann. Bei abwechslungsreichen Führungen geht es für sie auf Märchenreise durchs Städel.

Programm

Freitag, 26. August 2016

15.30 Uhr Hoch hinaus und fest verankert. Skulpturen im Städel Garten Führung
16.00 Uhr KUNSTKOLLEG Basiswissen Kunst: Emotionen in der Kunst III: Provokant
16.30 Uhr Die Fahrt der Argonauten und andere atemberaubende Abenteuer Familienführung
17.30 Uhr Starke Frauen, schwache Männer. Vom Kampf der Geschlechter Führung
18.30 Uhr Schaufenster des Himmels Führung in der Ausstellung
19.00 Uhr Von Plastikmüll und Klobürsten. Die Vielfalt künstlerischer Materialien Führung 20.00 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung

Treffpunkt für Führungen zu „Georg Baselitz. Die Helden“: Ausstellungshaus, OG
Treffpunkt für Führungen zu „Schaufenster des Himmels“: Graphische Sammlung
Treffpunkt für Führungen im Städel Garten: Städel Garten, Mitte des Hügels
Treffpunkt für alle weiteren Führungen: Metzler-Foyer

Samstag, 27. August 2016

11.00–18.00 Uhr Wilde Wunderwelten (Workshop für Kinder ab 4 Jahren vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Unter Hochdruck. Die Städel Druckwerkstatt (Workshop für Kinder ab 6 Jahren vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Vom Winde verweht (Workshop für Kinder ab 6 Jahren vor dem Museum)

11.00 Uhr Adam und Eva. Ein Grundkonflikt Führung
11.30 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
12.00 Uhr Hoch hinaus und fest verankert. Skulpturen im Städel Garten Führung
12.30 Uhr No Names. Künstler fernab des Kanons Führung
13.30 Uhr Schaufenster des Himmels Führung in der Ausstellung
14.00 Uhr Von Dürer bis Picasso Führung
15.00 Uhr Wilde Bestien und bunte Hunde Familienführung
15.30 Uhr Grenzüberschreitung. Die Geschlechterrollen Führung
16.30 Uhr Zeitreise. Kunst aus Sicht der Zeitgenossen Führung
17.00 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
17.30 Uhr Schaufenster des Himmels Führung in der Ausstellung
18.30 Uhr Der Unbekannte auf dem Hotelflur. Rätselhafte Geschichten Familienführung
19.00 Uhr Das Bild der Frau durch die Jahrhunderte Führung
19.30 Uhr Hoch hinaus und fest verankert. Skulpturen im Städel Garten Führung
20.00 Uhr Das Alltägliche in der Kunst Führung
20.30 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
21.00 Uhr Hoch dramatisch. Mythische Themen Führung

Sonntag, 28. August 2016

11.00–18.00 Uhr Wilde Wunderwelten (Workshop für Kinder ab 4 Jahren vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Unter Hochdruck. Die Städel Druckwerkstatt (Workshop für Kinder ab 6 Jahren vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Vom Winde verweht (Workshop für Kinder ab 6 Jahren vor dem Museum)

11.00 Uhr Kommt alle, alle zum Nachtigallenballe! Märchenreise durchs Städel für Kinder ab 4 Jahren mit Rudi Gerharz
11.30 Uhr Hoch hinaus und fest verankert. Skulpturen im Städel Garten Führung 12.00 Uhr Ein Bild von einem Mann Führung
12.30 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
13.30 Uhr Gleißendes Gold und feuriges Funkeln Familienführung
14.00 Uhr Der Kampf der Künstlerinnen Führung
15.00 Uhr Schaufenster des Himmels Führung in der Ausstellung
15.30 Uhr Zeitlos. Wie aktuell ist die Kunst? Führung
16.00 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
16.30 Uhr Ganz schön düster. Kehrseiten der Liebe Führung
17.00 Uhr Kunst und Religion Führung
17.30 Uhr Helden und Bösewichte Familienführung
18.00 Uhr Sex Sells. Geschlechterrollen Führung
19.00 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Datum: Freitag, 26. bis Sonntag, 28. August 2016
Öffnungszeiten während des Museumsuferfestes: Freitag 10.00–21.00 Uhr, Samstag 10.00–22.00 Uhr, Sonntag 10.00–20.00 Uhr. Der Städel Garten ist zudem Freitag und Samstag bis 1.00 Uhr und Sonntag bis 0.00 Uhr geöffnet.
Information: www.staedelmuseum.de, E-Mail: info@staedelmuseum.de, Telefon: +49-69 60 50 98-0, Fax: +49-69 60 50 98-111
Eintritt zum Museumsuferfest: Der Museumsuferfest-Button zum Preis von 7 € berechtigt zum freien Eintritt in den teilnehmenden Museen für die Dauer des Festes – von Freitag, dem 26. August, ab 15 Uhr bis Sonntag, dem 28. August 2016. Für Kinder unter 12 Jahre ist der Eintritt im Städel Museum frei.

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Watteau. Der Zeichner 5.9.2016

Vom 19. Oktober 2016 bis zum 15. Januar 2017 zeigt das Städel Museum eine umfassende Ausstellung zu Antoine Watteau (1684–1721) – einem der hervorragendsten Zeichner der französischen Kunstgeschichte. Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung versammelt 50 Zeichnungen Watteaus, ergänzt durch sechs Gemälde des Künstlers sowie eine kleine Auswahl an Zeichnungen von Zeitgenossen und Nachfolgern. Die in Zusammenarbeit mit dem Teylers Museum im niederländischen Haarlem entstandene Ausstellung „Watteau. Der Zeichner“ ist die erste monografische Präsentation des Künstlers in Deutschland seit über 30 Jahren. Sie widmet sich hierzulande zum ersten Mal explizit dem Phänomen des Zeichners Watteau in seinen vielfältigen Facetten. Zeichnungen waren für den Künstler Grundlage seines malerischen Arbeitens. So zeichnete er fortwährend und aus Gewohnheit in den verschiedensten Situationen. Mit insgesamt sieben Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen verfügt das Städel über einen der bedeutendsten Bestände von Watteaus Werk in Deutschland. Die kostbaren Blätter beider Institutionen bilden das Fundament der Ausstellung und werden zusätzlich durch qualitätsvolle Leihgaben aus deutschen, niederländischen, französischen sowie weiteren europäischen Sammlungen ergänzt. Im Anschluss an die Präsentation im Städel wird die Ausstellung vom 2. Februar bis 14. Mai 2017 im Teylers Museum in Haarlem zu sehen sein.

„Der Boden für eine Beschäftigung mit den Werken Antoine Watteaus im Städel Museum wurde schon durch den spektakulären Ankauf des Gemäldes Die Einschiffung nach Kythera (um 1709–1712) im Jahr 1982 bereitet. Mit unserer jetzigen umfassenden Sonderausstellung zu Watteau als bedeutendem Zeichner können wir einen weiteren, zentralen Aspekt in seinem Schaffen herausarbeiten“, so Dr. Martin Sonnabend, Kurator der Ausstellung und Leiter der Graphischen Sammlung bis 1750.

Der französische Künstler Antoine Watteau zählt zu den großen Meistern der Zeichnung. Watteau wurde 1684 in der flämischen, erst kurz zuvor von den Truppen Ludwigs XIV. eroberten Stadt Valenciennes geboren. Über seine frühe Ausbildung ist nichts bekannt. Um 1702 ging er nach Paris, wo er sich mehrere Jahre als Mitarbeiter bei verschiedenen Künstlern, Ausstattungsmalern und Kunsthändlern durchschlug. Seit etwa 1709 trat er als Schöpfer eigener Gemälde in Erscheinung; 1712 nahm ihn die Pariser Akademie in ihre Reihen auf. Von dieser Zeit an hatte er vor allem bei bürgerlichen Kennern und Sammlern großen Erfolg mit zumeist kleinformatigen Gemälden eines neuartigen Sujets, der Fête galante (galantes Fest). Es handelte sich dabei um Versammlungen junger, elegant gekleideter Frauen und Männer in parkähnlichen Landschaften, die sich unterhalten, musizieren oder die Natur betrachten. Diese Bilder trafen mit ihrer Mischung von Realität und Idealität den Geschmack einer Generation, die die gewichtige, staatstragende Historienmalerei der Epoche Ludwigs XIV. künstlerisch nicht mehr reizvoll fand. In den galanten Festen Watteaus vermischen sich arkadische Themen und Traditionen der niederländischen Genremalerei mit Motiven, die dem Theater der damaligen Zeit entnommen sind, zu einer als frei empfundenen, der sinnlichen Wahrnehmung verpflichteten, sowohl unmittelbar realen als auch künstlerisch durchdrungenen Wirklichkeit. Erst die auf den früh, mit 36 Jahren, an Tuberkulose verstorbenen Watteau folgende Generation sollte daraus die Kunst entwickeln, die später den Namen „Rokoko“ erhielt.

Zeichnungen bildeten für Watteau die Voraussetzung seines Schaffens. Seine Fähigkeit, mit roter Kreide schnell und sicher Beobachtungen festzuhalten, nutzte er, um sich ein umfangreiches Repertoire von Motiven anzulegen: vor allem Figurenstudien, aber auch Landschaftszeichnungen und Kopien nach Werken anderer Künstler. Aus diesem reichen Fundus fügte er die Kompositionen seiner Gemälde zusammen. Die Unmittelbarkeit des Zeichnens, das er im Lauf der Zeit durch die Hinzunahme von weißen und schwarzen Kreiden zu einer virtuosen Technik von verblüffender malerischer Wirkung weiterentwickelte, war die Voraussetzung dafür, die feinen Nuancen der Wirklichkeit einzufangen, die in seine galanten Feste eingingen. Schon seine Zeitgenossen erkannten diese Besonderheit und sammelten Watteaus Zeichnungen. Sein innovativer Stil, der sich durch die Verbindung von präziser Beobachtung mit Spontaneität, Leichtigkeit und Intimität auszeichnet, steht in einem deutlichen Kontrast zur strengen Tradition der akademisch ausgerichteten Künstler seiner Zeit. Die neue, virtuose Kunst reflektiert in ihrer psychologischen Einfühlsamkeit den Geist der beginnenden Aufklärung. Die französischen Romantiker und die Impressionisten sahen in Antoine Watteau einen ihrer Vorläufer, und noch heute erscheinen uns seine Werke, insbesondere die Zeichnungen, von einer erstaunlichen Modernität.

Das Städel Museum besitzt in seiner Gemäldesammlung die früheste Version der berühmten Komposition Die Einschiffung nach Kythera (um 1709–1712), die, auch durch die beiden weiteren Fassungen im Louvre und im Schloss Charlottenburg in Berlin, wohl die berühmteste Schöpfung des Künstlers überhaupt ist. Um dieses Werk, das innerhalb der Ausstellung durch fünf weitere Gemälde ergänzt wird, gruppiert „Watteau. Der Zeichner“ 50 ausgewählte Zeichnungen. Die Präsentation beginnt mit frühen Blättern Watteaus, die Figuren aus der Welt des Theaters, aber auch der Jahrmärkte und Volksfeste zeigen. Seine frühen Studien zum Theater aus den Jahren um 1709 bis 1712 führen thematisch unmittelbar zur Einschiffung (oder Pilgerfahrt) nach Kythera. Neben dem Gemälde aus dem Städel Museum werden in diesem Abschnitt vorausgehende Studien von männlichen und weiblichen Modellen in Pilgerkleidung präsentiert. Auch andere populäre Themen seiner Zeit griff Watteau auf, davon zeugen seine Soldaten- und Jagdszenen. Dass der Zeichner Watteau ein sublimer Meister der Drei-Kreiden-Technik war, zeigen seine Zeichnungen nach Mitgliedern einer persischen Gesandtschaft, die 1715 Paris besuchte. Um die gleiche Zeit entstandenen Studien der „Savoyarden“, den bettelarmen Straßendarstellern und -händlern der französischen Hauptstadt. Nach einem Kapitel, das Watteaus Beschäftigung mit den Werken anderer Künstler zeigt, kommt die Schau auf das bedeutendste Thema in seinem Schaffen zurück: Das Sujet der Fête galante hat in der Einschiffung nach Kythera seinen Ausgangspunkt, aber auch später noch ist es bestimmend und kennzeichnend für seine Arbeiten und eng mit seinem Namen verbunden. Auch das Theater, das die Welt der Gefühle ohne Einschränkung durch die gesellschaftliche oder natürliche Wirklichkeit präsentieren kann, nimmt Watteau als artifizielles und zugleich reales Moment in seine Malerei immer wieder auf. Was in der Auseinandersetzung mit dem Theater bereits anklingt, die Reflexion von Gefühlsereignissen, thematisiert die Ausstellung in einem weiteren Kapitel. So werden hier Zeichnungen präsentiert, in denen Watteau Blicke, Gedanken und Gefühle seiner Modelle festhielt. Ihr Ende findet die Schau „Watteau. Der Zeichner“ mit 13 Zeichnungen von Nachfolgern des Künstlers – wie Antoine Coypel (1661–1722), Nicolas Lancret (1690–1743), François Boucher (1703–1770) oder Jean Honoré Fragonard (1732–1806) – aus dem Bestand des Städel Museums. Zudem wird eine 1726–1728 veröffentlichte Publikation mit 350 Radierungen (unter anderen von François Boucher) nach Zeichnungen Watteaus gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein Katalog mit einem Vorwort von Philipp Demandt und Marjan Scharloo. Die Publikation bietet eine Einführung in die Kunst Watteaus von Martin Sonnabend; Michiel Plomp (Teylers Museum, Haarlem) untersucht die Auseinandersetzung des Künstlers mit den Werken jener „Alten Meister“, die er sich zeichnend als Vorbilder wählte, und der Watteau-Experte Christoph Martin Vogtherr (Wallace Collection, London und designierter Direktor der Hamburger Kunsthalle) analysiert unter verschiedenen Aspekten die spezifischen zeichnerischen Strategien Watteaus, die sich deutlich von der sonst üblichen Praxis seiner Zeit unterscheiden.

WATTEAU. DER ZEICHNER

Kuratoren: Dr. Martin Sonnabend (Leiter Graphische Sammlung bis 1750, Städel Museum), Dr. Michiel Plomp (Hauptkonservator der Kunstsammlungen, Teylers Museum)
Ausstellungsdauer: 19. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017
Pressevorbesichtigung: Montag, 17. Oktober 2016, 11.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: Sa, 24.12., geschlossen; So, 25.12., 10.00–18.00 Uhr; Mo, 26.12., 10.00–18.00 Uhr; Sa, 31.12., geschlossen; So, 1.1.2017, 11.00–18.00 Uhr; Mo, 2.1.2017, 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Do 18.00 Uhr, So 14.00 Uhr sowie Mo. 26.12. 14.00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag mit ca. 260 Seiten und ca. 185 Abbildungen, mit Texten von Martin Sonnabend, Michiel Plomp und Christoph Martin Vogtherr sowie einem Vorwort von Philipp Demandt und Marjan Scharloo. Deutsche Ausgabe, 34,90 Euro (Museumsausgabe).

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Watteau und #Staedel.

Eine Ausstellung des Städel Museums Frankfurt und des Teylers Museum Haarlem.

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Veranstaltungsprogramm Oktober 2016 8.9.2016

Veranstaltungsprogramm Oktober 2016

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Philipp Demandt beginnt als neuer Direktor in Frankfurt am Main 28.9.2016

Das Städel Museum, die Schirn Kunsthalle Frankfurt und die Liebieghaus Skulpturensammlung haben einen neuen Direktor. Zum 1. Oktober 2016 beginnt Dr. Philipp Demandt seine Tätigkeit an der Spitze der drei Frankfurter Kulturinstitutionen. Der Kunsthistoriker wurde im Zuge einer intensiven nationalen wie internationalen Suche eines Nachfolgers für Max Hollein ausgewählt. Er war zuvor Leiter der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Auf der Antrittspressekonferenz wurde der 1971 geborene Demandt heute von Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städel Museums, und Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, vorgestellt.

Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städel Museums, unter dessen Vorsitz die Suche durchgeführt wurde, betonte: „Mit Philipp Demandt haben wir unseren Wunschkandidaten bekommen. Seine umfassenden Erfahrungen im modernen Kulturmanagement und seine ausgewiesene Expertise als Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher mit einem feinen Gespür für besondere Themen und Entdeckungen machen ihn zum richtigen Kandidaten für den Job. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit.“

„Ich freue mich sehr, dass wir den renommierten Kunsthistoriker Philipp Demandt als Direktor der drei Häuser gewinnen konnten. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt ist eines der führenden Ausstellungshäuser – mit einem klaren und unverwechselbaren Profil, das über die Grenzen Frankfurts und Deutschlands geschätzt wird. Sie korrespondiert auf hervorragende Weise mit den Sammlungsschwerpunkten des traditionsreichen Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Ein effektives Zusammenspiel der drei großen Kunstinstitutionen auch in Zukunft fortzuführen, ist für die kulturelle Entwicklung der Stadt und der Region sinnvoll und wichtig. Ich wünsche Philipp Demandt einen guten Start und viel Erfolg“, teilte die Frankfurter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig mit.

Dr. Philipp Demandt selbst nutzte die Pressekonferenz, um sich den versammelten Medienvertretern als neuer Direktor der drei Frankfurter Kunstinstitutionen vorzustellen: „Das Städel, die Schirn und das Liebieghaus als Direktor zu führen und deren erfolgreiche Arbeit in all ihrer Vielfalt weiterzuentwickeln ist eine Herausforderung, die ich mit großer Freude annehme. Ich danke dem Magistrat der Stadt Frankfurt und der Administration des Städel Museums für das entgegengebrachte Vertrauen. Das Städel Museum, die Schirn und das Liebieghaus sind drei bedeutende Kunstinstitutionen, die mit ihren progressiven Ausstellungen und Projekten die Menschen begeistern und immer wieder zeigen, wie wir eine lebendige Beschäftigung mit Kunst in unserer heutigen Zeit denken können und müssen. Es steht außer Frage, dass die eigenständigen und starken Profile der drei Institutionen erhalten bleiben und dabei auch zukünftig Synergien genutzt werden. Die drei Häuser haben ein in allen Bereichen qualifiziertes Team, dessen hervorragende Arbeit Sie kennen und die Ihnen auch in den nächsten Wochen mit unseren großen Herbstausstellungen wieder begegnen wird. Ich freue mich sehr auf die gemeinsame Zusammenarbeit.“

Der 1971 in Konstanz geborene Philipp Demandt studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Publizistik und promovierte 2001 am Institut für Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Königin-Luise-Porträts von Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch sowie zur historischen Mythologie des preußischen Staates im Spiegel des „Luisenkults“. Nach einer Ausstellungsassistenz im Bröhan-Museum ab 2002 wurde Demandt 2004 Dezernent bei der Kulturstiftung der Länder. Zu seinen Aufgaben zählten die Beratung und Unterstützung deutscher Kultureinrichtungen beim Erwerb und der Finanzierung von Kunstwerken von der Vor- und Frühgeschichte bis zum 19. Jahrhundert sowie bei Ausstellungsvorhaben. Von 2007 bis 2010 war er zudem Mitkurator der Ausstellung „Luise. Leben und Mythos der Königin“ der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Darüber hinaus konzipierte und leitete er die von der Kulturstiftung der Länder herausgegebene Zeitschrift „Arsprototo“ sowie deren wissenschaftliche Publikationsreihe „Patrimonia“ und veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Kunst- und Kulturgeschichte, unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und der Welt.

Im Januar 2012 wurde Demandt zum Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin ernannt. Hier machte er unter anderem mit einer umfassenden Neukonzeption der Schausammlung sowie mit ebenso innovativen wie erfolgreichen Ausstellungen auf sich aufmerksam. Zu den Höhepunkten unter seiner Leitung zählten die Ausstellungen „Rembrandt Bugatti“, „Impressionismus/Expressionismus. Kunstwende“ oder zuletzt „Der Mönch ist zurück“, eine Sonderpräsentation zur Restaurierung von Caspar David Friedrichs Meisterwerken Mönch am Meer und Abtei im Eichwald. Die Alte Nationalgalerie beherbergt Gemälde und Skulpturen vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Ihre Sammlung ist Teil der Nationalgalerie, zu der auch die Neue Nationalgalerie, der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, das Museum Berggruen und die Sammlung Scharf-Gerstenberg gehören.

Demandt tritt in Frankfurt die Nachfolge von Max Hollein an, der zum 1. Juni 2016 als neuer Direktor an die Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF) gewechselt ist.

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Veranstaltungsprogramm November 2016 7.10.2016

Veranstaltungsprogramm November 2016

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‚Kunst ist, was wir teilen‘: Autorenlesungen im Städel 13.10.2016

Im Rahmen der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und als krönender Abschluss des Gastlandauftrittes von Flandern und den Niederlanden lesen verschiedene Autoren am Sonntag, 23. Oktober 2016, in den Galerieräumen des Städel. Insgesamt sechs Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben sich von Gemälden aus den unterschiedlichen Sammlungsbereichen des Städel Museums inspirieren lassen und eigens für den Anlass neue Texte verfasst. Die vorgetragenen Texte von Mano Bouzamour, Charlotte Van den Broeck, Bregje Hofstede, Herr Seele, Gustaaf Peek und Aline Sax ergeben eine außergewöhnliche Verbindung von Literatur und Kunst. Die persönlichen Assoziationen und Interpretationen der Autoren zu den Kunstwerken sind eine besondere Gelegenheit die Gemälde aus einer völlig neuen Perspektive kennenzulernen: Gelesen und erzählt wird unmittelbar vor den Originalen in deutscher Sprache. Die Teilnahme an der Lesung ist im Eintrittspreis des Museums enthalten. Um eine Anmeldung unter 069-605098-200 oder info@staedelmuseum.de wird gebeten.

Die Veranstaltung wird ermöglicht durch Flandern & Die Niederlande Ehrengast der Buchmesse Frankfurt 2016.

Die sechs lesenden Autoren sind dabei so unterschiedlich wie die Kunstwerke, mit denen sie sich befassen: Die studierte Sprachwissenschaftlerin Charlotte Van den Broeck trifft als Performing Poet auf ein Gemälde des zeitgenössischen Malers Gerhard Richter. Von dem Autor, Maler und Herausgeber des Cowboy Henk-Furore-Comics Herr Seele ist ein lebhafter Vortrag vor einem Werk des Meisters von Flémalle zu erwarten, während sich Mano Bouzamour, der Autor des in den Niederlanden zum besten Romandebüt des Jahres 2014 avancierten De belofte van Pisa, mit der blutrünstigen Blendung Simsons von Rembrandt auseinandersetzt. Weitere Paarungen bilden der Schriftsteller, Redakteur und Fotograf Gustaaf Peek und die Frankfurter Synagoge von Max Beckmann, die 1984 in Antwerpen geborene Aline Sax und Custave Courbets Die Woge sowie die Dozentin für Kunstgeschichte und Autorin des gefeierten De hemel boven Parijs (Der Himmel über Paris, 2015) Bregje Hofstede und Corinne Wasmuths großformatiges Gemälde Barrier.


‚Kunst ist, was wir teilen‘: Autorenlesungen im Städel

Termin: Sonntag, 23. Oktober 2016, 15.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Ablauf:
15.00 Uhr Begrüßung im Metzler-Saal
Anschließend finden alle Lesungen zwischen 15.00 und 17.00 Uhr in den Galerieräumen statt.

Eintritt frei (im Rahmen des Museumsbesuchs)
Anmeldung unter: info@staedelmuseum.de oder +49(0)69-605098-200

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-111

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Gegenwartskunst trifft auf Neue Musik bei Rotor #5 im Städel 18.10.2016

Am Abend des 28. Oktober öffnet das Städel Museum seine Pforten für eine besondere Veranstaltung: Die Konzertreihe ROTOR trifft bei ihrem fünften Event auf ausgewählte Positionen aus dem Sammlungsbereich Gegenwartskunst. Bei Rotor #5 führen Benjamin Kobler (Klavier), Dirk Rothbrust (Percussion) und Florian Zwissler (Elektronik) Karlheinz Stockhausens Werk Kontakte auf, in welchem der Pionier der elektronischen Musik die beiden Klangwelten der akustischen Instrumente und der elektronisch erzeugten Töne zusammenführt. Wolfgang Voigt, Mitbegründer des Kölner Labels Kompakt und einer der prägendsten Protagonisten der deutschen Techno-, House- und Elektronik-Szene, präsentiert anschließend sein Stück Rückverzauberung live. Zu den Musik-Live-Performances gibt es jeweils kurze Einführungen durch Prof. Orm Finnendahl, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Prof. Heiner Blum, Hochschule für Gestaltung Offenbach, und Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Gegenwartskunst. Zudem werden Kurzführungen durch die Sammlung angeboten, bei der Zeitgenossen Karlheinz Stockhausens – von Günther Uecker bis Jessica Stockholder, von Donald Judd bis Michael Beutler – in den Kontext der musikalischen Interventionen gesetzt werden. Den Abschluss bildet ein DJ-Set von Ellen Allien, die zu den zentralen Künstlerinnen der deutschen Elektronik-Szene zählt. Der Vorverkauf zur Veranstaltung ist limitiert und kostet 12 Euro, die Karten können unter tickets.staedelmuseum.de erworben werden. Tickets an der Abendkasse sind für 14 Euro erhältlich, Studenten zahlen dort 8 Euro.

Die Konzertreihe ROTOR hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Szenen Neue Musik, Elektronische Clubmusik und Klangkunst stärker miteinander zu verbinden, indem sie gemeinsame Rezeptions- und Produktionsräume sowie Perspektiven schafft.

ROTOR #5 ist eine Kooperationsveranstaltung des Städel Museums, der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD), des Instituts für Klangforschung der Hochschule für Gestaltung Offenbach und des Instituts für zeitgenössische Musik (IzM) der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main im Rahmen der EUROPA KULTURTAGE der EZB in Kooperation mit der Deutschen Bundesbank.


Gegenwartskunst trifft auf Rotor #5
Freitag, 28. Oktober 2016, Einlass und Programmbeginn ab 20.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, www.facebook.com/staedelmuseum, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: ab 20.00 Uhr bis spät in die Nacht
Eintritt: 12 Euro (limitierter Vorverkauf),
14 Euro (Abendkasse; reduzierter Eintrittspreis von 8 Euro für Studenten)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

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Städel Museum entdeckt Kirchner-Gemälde 20.10.2016

Im Rahmen einer technologischen Untersuchung des Werkes Schlittenfahrt im Schnee (1927–1929) von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) ist im Städel Museum ein bisher unbekanntes Gemälde des bedeutenden Expressionisten und Gründungsmitglieds der Künstlervereinigung Brücke aufgetaucht. Szene im Café verbarg sich unter der Leinwand der später entstandenen Schlittenfahrt im Schnee. Das Gemälde wurde 1987 von dem Frankfurter Unternehmer und Mäzen Dr. Kurt Möllgaard dem Städelschen Museums-Verein geschenkt, wobei die doppelte Bespannung des Keilrahmens bisher unentdeckt blieb. Nach eingehender Analyse sind beide Gemälde ab sofort bis März 2017 als Teil der Kabinettpräsentation „Über das Untersuchen, Finden und Restaurieren von Bildern“ im Sammlungsbereich Kunst der Moderne ausgestellt. Anhand von insgesamt fünf Beispielen wird ein Einblick in aktuelle Forschungs- und Restaurierungstätigkeiten des Museums geboten. Im Zentrum stehen dabei künstlerische Materialien, Techniken und Werkprozesse sowie alterungsbedingte Zustandsveränderungen und deren restauratorische Behandlung.

„Die neu entdeckte Szene im Café bereichert den Städelschen Bestand an expressionistischen Arbeiten um ein Gemälde, das die stilistischen Änderungen in Kirchners Œuvre der 1920er-Jahre eindringlich vor Augen führt. Werke der Brücke-Künstler und insbesondere auch Arbeiten von Kirchner selbst gehören zu den Schwerpunkten unserer Sammlung der Moderne“, erklärt Städel Direktor Philipp Demandt. „Der glückliche Fund von Szene im Café baut diesen Fokus weiter aus.“

Entstanden ist das Werk um 1926, als sich Kirchner bereits seit acht Jahren in die Nähe des Schweizer Ortes Davos zurückgezogen hatte. In dieser Zeit veränderte sich sein Stil maßgeblich: Die zackige, nervöse Linienführung seines Frühwerks wich einer betont flächigen Malweise und einem oft rigiden, stark abstrahierenden Bildaufbau. Während viele der damals entstandenen Werke das ländliche Leben in den Bergen thematisieren, verweist Szene im Café auf Kirchners fortwährendes Interesse am urbanen Alltagsleben und der mondänen Welt von Bars und Varietés, dem er sich auch in früheren Städel Werken wie Varieté; Englisches Tanzpaar (um 1909/26) gewidmet hat. Schlittenfahrt im Schnee befand sich bis zum Tod Kirchners 1938 in seinem Besitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es aus dem Nachlass an einen Privatsammler verkauft, bevor Dr. Kurt Möllgaard das Bild 1965 von der Galerie Roman Norbert Ketterer, Campione, erwarb. 1987 schenkte der Frankfurter Mäzen Möllgaard das Werk dem Städelschen Museums-Verein.

Die Neuentdeckung eines intakten, abgeschlossenen Werks unter einem Gemälde von gleicher Hand mag zunächst verblüffen. Allerdings ist dies nicht der einzige Fall, in dem Kirchner mehrere Leinwände auf ein und denselben Keilrahmen aufspannte. In einem Brief vom Februar 1918 bat er den Sammler und Mäzen Carl Hagemann, bei Käufern zweier seiner Werke nachzufragen, ob unter diesen nicht eventuell weitere Leinwände aufzufinden seien. Als Grund für diese Vorgehensweise gab Kirchner den Mangel an zur Verfügung stehenden Keilrahmen an: „Sehr geehrter Herr Doktor! Würden Sie wohl die Liebenswürdigkeit haben bei der Fehmarnlandschaft bei Herrn Isernhagen und dem blühenden Kastanienbaum bei Herrn Clingstein nachsehen zu lassen bei Gelegenheit, ob unter dem verkauften Bild noch andere Bilder darunter auf dem Keilrahmen gespannt sind. Es ging mir des öfteren so, dass 3–4 Leinwände übereinander gezogen wurden, wenn ich keine Keilrahmen hatte.“ Weitere Beispiele von übereinander gespannten, bemalten Leinwänden Kirchners wurden bereits 1969 sowie 1970 am Bündner Kunstmuseum Chur entdeckt. Dort fand man unter den Werken Bergwald (1937) und Augustfeuer (1933–35) ebenfalls Leinwände mit früheren Kompositionen. Kirchner verwendete auch bei Schlittenfahrt im Schnee sowie bei Szene im Café denselben Keilrahmen, der während der technologischen Untersuchung am Städel noch die originale Aufspannung aufzeigte. Spuren der Grundierung beider Gemälde waren zudem auf der Rahmenkonstruktion sichtbar.

Felix Krämer, Sammlungsleiter für die Kunst der Moderne, zeigt sich von diesem Glücksfund sehr erfreut: „Das Städel verfügt zwar über einen außergewöhnlich qualitätvollen Bestand an Brücke-Werken“, so der Kunsthistoriker, der 2010 die Kirchner-Retrospektive am Städel kuratierte, „allerdings haben wir bislang nur wenige repräsentative Gemälde aus dem Spätwerk Kirchners. Der Fund der Szene im Café ist auch gerade in diesem Sinne eine bedeutende Bereicherung unserer Expressionismus-Sammlung.“

Einen weiteren bedeutenden Fund machten die Restauratoren des Städel Museums bei der Untersuchung des kürzlich angekauften Gemäldes Glasbild II (1928), ein Hauptwerk von Walter Dexel (1890–1973). Auf dem Rückseitenschutz des Gemäldes entdeckten sie ein Fragment von Haus mit Zwiebelturm (1917), das in dem 1995 erschienenen Werkverzeichnis zu Dexel abgebildet und dort als verschollen aufgeführt wird. Genau wie die Gemälde Kirchners werden auch diese Bilder erstmals im Rahmen der neuen Kabinettpräsentation Seite an Seite zu sehen sein. Ergänzt werden sie von weiteren im Restaurierungsatelier des Städel Museums bearbeiteten Werken. Alle in der Ausstellung dokumentierten Untersuchungen sowie sämtliche Konservierungen und Restaurierungen der Präsentation wurden von der Diplomrestauratorin Eva Bader durchgeführt.

„Solche Funde ereignen sich nicht jeden Tag. Die technologische Erforschung unserer Sammlungsobjekte ist für unsere Arbeit essentiell, weil sie uns Erkenntnisse über Entstehungsprozesse und künstlerische Arbeitsweisen ermöglicht. Daher freuen wir uns, mit der neuen Kabinettpräsentation einen Einblick in unsere Tätigkeit geben zu können“, so Stephan Knobloch, Leiter Restaurierung – Gemälde und moderne Skulpturen im Städel Museum.


Kabinettpräsentation
„Über das Untersuchen, Finden und Restaurieren von Bildern“

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: Sa, 24.12., geschlossen; So, 25.12., 10.00–18.00 Uhr; Mo, 26.12., 10.00–18.00 Uhr; Sa, 31.12., geschlossen; So, 1.1.2017, 11.00–18.00 Uhr; Mo, 2.1.2017, 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

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Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo 1.11.2016

In einer umfassenden Sonderausstellung widmet sich das Frankfurter Städel Museum vom 24. November 2016 bis 19. März 2017 einem zeitlosen Thema: der spannungsgeladenen Beziehung zwischen Mann und Frau und deren Darstellung in der Kunst. „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ beleuchtet die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Anhand von über 150 Werken zeigt die Ausstellung, wie kontrovers Künstlerinnen und Künstler der Moderne auf die Konstruktion von Geschlechtermodellen reagierten und wie sie Stereotypen, Idealbilder und Identifikationsfiguren in Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Film behandelten: Manche führten dem Publikum in ihren Werken überzogene Charaktereigenschaften der Geschlechter vor Augen oder untermauerten stereotype Rollenbilder. Andere griffen gängige Klischees an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen. Die Geschlechterdifferenz – basierend auf einer traditionellen Assoziation von männlich und weiblich mit Begriffen wie aktiv/passiv, rational/emotional, Kultur/Natur, Staat/Familie – wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer stärker herausgearbeitet und hat nicht nur die ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen, sondern auch die Kunst maßgeblich geprägt. Die Ausstellung baut auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums auf, der mit Gemälden von Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck, Skulpturen von Auguste Rodin sowie Fotografien von Frank Eugene oder Claude Cahun wichtige Positionen in Bezug auf diese Thematik umfasst. Anhand von bedeutenden Leihgaben werden bekannten Namen der Kunstgeschichte wie Hannah Höch, Édouard Manet, Gustav Klimt, Otto Dix oder Frida Kahlo gezielt kunsthistorische Entdeckungen zur Seite gestellt, die den Kanon um aussagekräftige Positionen erweitern, darunter Arbeiten von Leonor Fini, John Collier oder Gustav Adolf Mossa. Vor dem Hintergrund der intensiv geführten Diskussionen um die Rollen von Frau und Mann bietet das Ausstellungsprojekt einen differenzierten Einblick in die Komplexität der Problematik und beleuchtet die kunsthistorische Dimension eines bis heute hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themas.

Die Ausstellung wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert und erfährt zusätzliche Unterstützung von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung.

„Unser Ausstellungshöhepunkt zum Jahreswechsel widmet sich einem Sujet, das in der Kunst der zweiten Hälfte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts besonders präsent war: die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen. Das groß angelegte Projekt macht es sich zur Aufgabe, ebenso brillante wie prägnante künstlerische Werke zu bestimmen und in einen Dialog zu stellen. Wie es die unterschiedlichen Positionen in der Schau verdeutlichen, hat das Hinterfragen der Konstruktion männlicher und weiblicher Identität bis heute nichts an Aktualität verloren“, kommentiert Städel Direktor Dr. Philipp Demandt.

In insgesamt zwölf Abschnitten zeigt die Ausstellung zentrale Aspekte der künstlerischen Beschäftigung mit der Beziehung zwischen den Geschlechtern in einer neuen motivischen Bandbreite auf. Von den mythologischen Darstellungen Gustave Moreaus bis hin zu den fantastischen Bildfindungen des Surrealismus stellt die Präsentation sich wandelnde männliche und weibliche Rollenbilder in der Kunst der Moderne in den Fokus und betrachtet deren Entwicklung vor dem Hintergrund umfassender historischer und sozialer Veränderungen: vom Beginn der Frauenbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die Geschlechterdebatten und Sexualkontroversen der Weimarer Republik bis hin zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Der chronologisch gespannte Bogen erstreckt sich über beide Etagen des Ausstellungshauses, wobei die thematische Präsentationsfolge von insgesamt fünf monografischen Ausstellungskapiteln unterbrochen wird. Diese widmen sich Künstlerinnen und Künstlern, in deren Werk das Thema des Geschlechterkampfes einen herausragenden Stellenwert einnimmt: Franz von Stuck, Jeanne Mammen, Félicien Rops, Edvard Munch und Lee Miller.

Kuratiert wird die Ausstellung von Felicity Korn und Dr. Felix Krämer.
„Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass sowohl männliche als auch weibliche künstlerische Positionen in der Ausstellung vertreten sind, um die konfliktreiche Beziehung zwischen den Geschlechtern von beiden Seiten beleuchten zu können. Allerdings haben deutlich weniger Künstlerinnen das Thema behandelt – vor allem im 19. Jahrhundert –, was natürlich auch auf ihre Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Die in der Präsentation gezeigten Werke von Frauen sind umso spannender, denn erstaunlicherweise reagierten Künstlerinnen häufig mit Ironie und Humor auf die Thematik – obwohl sie selbst direkter vom Geschlechterkampf betroffen waren“, so Felicity Korn.

„Mit unserer Ausstellung möchten wir zur Beschäftigung mit dem Thema des Geschlechterkonflikts anregen und einen historischen Einblick in ein komplexes Themenfeld bieten. Die Ausstellung knüpft an den Erfolg der ‚Schwarzen Romantik‘-Präsentation an, mit der wir 2012 im Städel Museum bereits ein aktuelles Thema, das gesellschaftliche Tendenzen aufgreift, kunsthistorisch in den Blick genommen haben. Während die Nachkriegsgeschichte des Geschlechterkampfes gut dokumentiert und vielen Zeitgenossen präsent ist, gilt dies nicht in gleichem Maße für deren Vorgeschichte. Für viele Künstler der Moderne war der Geschlechterkampf ein Lebensthema“, ergänzt Felix Krämer.

Den historischen Ausgangspunkt der „Geschlechterkampf“-Ausstellung bildet die sich während des 19. Jahrhunderts über ganz Europa ausbreitende Forderung nach sozialer Gleichstellung von Mann und Frau, angeführt von der weiblichen Emanzipationsbewegung. Erstmals wurden weibliche und männliche Rollenbilder in der breiten Öffentlichkeit diskutiert – eine Debatte, die ab den 1860er-Jahren auch in den bildenden Künsten ihre Spuren hinterließ.

Der Ausstellungsparcours beginnt mit einem einführenden Abschnitt zu Adam und Eva, der biblischen Urgeschichte des Geschlechterkonflikts. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden vielfältige Darstellungen des ersten Menschenpaares, die bereits auf die künstlerische Bandbreite in der Beschäftigung mit dem Thema verweisen. Zu sehen sind prägnante Werke von Franz von Stuck, Julius Paulsen oder Suzanne Valadon, für deren Adam ihr zwanzig Jahre jüngerer Partner André Utter Modell gestanden hat.

Parallel zum gesellschaftlichen Erstarken der Frau finden sich in der Kunst des Fin de Siècle Darstellungen, welche die Schuld der Ursünde und die Verführungskünste der Frau hervorheben. So gewann die künstlerische Beschäftigung mit der destruktiven, ins Verderben führenden Weiblichkeit zunehmend an Bedeutung, wobei die den Mann erniedrigende Femme fatale (franz.: Unheil bringende Frau) als zentrale Projektionsfläche sowohl für männliche Ängste als auch für sexuelle Begierden diente. Viele in erster Linie männliche Künstler sahen in der nach Gleichberechtigung strebenden Frau eine essenzielle Bedrohung. In ihren Werken stilisierten sie das weibliche Geschlecht zur Figur des Bösen, das seine sexuellen Reize gezielt zur Entmachtung des Mannes einsetzt. Starke biblische Charaktere wie Salome, Judith und Delila erreichten gegen Ende des 19. Jahrhunderts Kultstatus und wurden von zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern verarbeitet, darunter Gustave Moreau, Jean Benner, Lovis Corinth oder Aubrey Beardsley.

Das aufkommende Fach der Sexualforschung revolutionierte zur Jahrhundertwende die bürgerliche Auffassung von klar getrennten Geschlechterrollen und stellte Aspekte wie sexuelle Instinkte und Vorlieben zur öffentlichen – jedoch fast ausschließlich von Männern geführten – Diskussion. Künstler wie Alfred Kubin, Thomas Theodor Heine oder Félicien Rops griffen nicht länger auf mythologische und biblische Figuren zurück, sondern visualisierten stereotype Eigenschaften der Geschlechter in exaltierten Bildideen. Zu dieser Zeit finden sich zudem vermehrt Darstellungen, in denen die Frau als hilfloses Opfer erscheint, das dem Mann, der seine sexuelle und gesellschaftliche Macht über sie ausübt, vollkommen ausgeliefert ist. Ein in der Ausstellung vertretenes eingängiges Beispiel ist Emmanuel Frémiets Skulptur Gorilla, eine Frau raubend (1887), die als Inspiration für Merian C. Coopers knapp fünfzig Jahre später entstandenen berühmten Film King Kong und die weiße Frau (1936) diente.

Eine ganz andere Perspektive bildet das hier erstmals ausgestellte Frühwerk Jeanne Mammens, dem ein monografisches Ausstellungskapitel gewidmet ist. Die Künstlerin befasste sich intensiv mit der fantastischen Gedanken- und Traumwelt des literarischen Symbolismus. Dabei schuf sie eine Werkserie zu Gustave Flauberts Die Versuchung des heiligen Antonius (1874) sowie mehrere Darstellungen starker Frauenfiguren, darunter Medusa und Salome. Ein weiterer Künstler, in dessen Œuvre die Thematik des Geschlechterkampfs einen besonderen Stellenwert einnimmt und dem hier ein Kapitel gewidmet wird, ist Edvard Munch. Der Norweger thematisierte in seinen Bildern die Ambivalenz in der Beziehung zwischen den Geschlechtern und verband Erotik und Liebe häufig mit Schmerz und Tod. Dabei bringt er den Betrachter oftmals in die Position des männlichen Voyeurs und Liebhabers, welcher der körperlichen Anziehungskraft der Frau zum Opfer fällt.

Im freiheitlichen Klima der Weimarer Republik eröffneten Amüsierbetriebe, Nacktbars und Transvestitenlokale, in denen Großstadtbewohner versuchten, die Schrecken des Ersten Weltkrieges mit sinnlichem Vergnügen zu verdrängen. Damit einhergehend konzentrierte sich das künstlerische Interesse auf Sujets wie Lustmord, sexuelle Gewalt und Prostitution. Männliche Vertreter der Neuen Sachlichkeit wie Otto Dix, Heinrich Maria Davringhausen und Karl Hubbuch zeigten auf grausamste Weise zerstörte weibliche Körper als Fetischobjekte. Mit dieser neuen Drastik verlagerten die Künstler ihren Fokus auf die Wiedergabe menschlicher Abgründe sowie des sozial Randständigen, was als Hinweis auf die Verrohung des sozialen Klimas und als Metapher für das krankende politische System verstanden wurde. Das Interesse an Sexualverbrechen war genreübergreifend. Frank Wedekinds Drama Lulu. Erdgeist / Die Büchse der Pandora diente etwa Georg Wilhelm Pabst als Vorlage für seinen Film Die Büchse der Pandora (1928/29). In beiden Versionen fällt Lulu dem Mörder Jack the Ripper zum Opfer. Künstlerinnen und Künstler aus dem Umkreis der Berliner Dada-Bewegung wie Hannah Höch oder Hans Bellmer konfrontierten das Publikum mit skandalträchtigen Bildern von entstellten, mechanisierten oder monströsen Figuren, dies jedoch vor allem, um Kritik an der bürgerlichen Sexualmoral zu üben.

Neben derartigen radikalen Überzeichnungen fand das Thema der sogenannten „Neuen Frau“ Berücksichtigung. Im Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs nach dem Ersten Weltkrieg sahen sich die Frauen, die an der „Heimatfront“ an sozialer und beruflicher Selbstständigkeit und an Selbstbewusstsein gewonnen hatten, und die von den Kriegserfahrungen traumatisierten Männer mit neuen Rollenerwartungen konfrontiert. Als die Frauenbewegung mit dem Wahlrecht für Frauen im Jahr 1919 ein wichtiges Ziel auf dem Weg zur Erlangung politischer, sozialer und ziviler Bürgerrechte erreicht hatte, beförderte dies die weitere Herausbildung eines selbstsicheren und aktiven Frauentyps. Bildnisse von Otto Dix, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen oder Christian Schad spiegeln dieses neue gesellschaftliche Rollenverständnis wider.

Einen anders gelagerten Schwerpunkt setzten die Vertreter des Surrealismus um André Breton, Marcel Duchamp und Max Ernst, deren Kunst von einem libertären Verständnis von Sexualität und zugleich von einem Spiel mit bürgerlich geprägten geschlechtlichen Stereotypen bestimmt war. Angeregt von Sigmund Freuds psychoanalytischen Studien strebten viele Surrealisten die Überwindung der Grenzen zwischen den Geschlechtern an. Besonders interessierten sie sich für die Figur des Androgyns, eines mythologischen Zwitterwesens mit männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen. Der Androgyn symbolisierte für die Surrealisten sowohl die Überschreitung konventioneller Rollenbilder als auch die Synthese der beiden Geschlechter. Der surrealistische Einfluss spiegelte sich auch im Film wider. Künstler wie Maya Deren und Alexander Hamid, die den Pariser Surrealisten nahestanden, suchten nach geschlechtlicher Identität, wie in Meshes in the Afternoon von 1943.

Die Künstlerinnen im Kreis der Surrealisten waren vielfach darum bemüht, ihren männlichen Künstlerkollegen ein alternatives Frauenbild entgegenzusetzen. Einen filmischen Vorläufer gab es bereits 1906: Alice Guy hatte in ihrem Film Les Résultats du féminisme (Die Folgen des Feminismus) die Rollen von Mann und Frau auf komische Art vertauscht. Ebenso humorvoll spielte Meret Oppenheim später mit der weiblichen Rolle als passivem Lustobjekt, indem sie dem Betrachter ein Paar Stöckelschuhe wie einen Gänsebraten auf einem Tablett darbot, während Frida Kahlo mit ihrem Selbstbildnis als Der kleine Hirsch eine sehr persönliche und symbolgeladene Darstellung präsentierte.

GESCHLECHTERKAMPF. FRANZ VON STUCK BIS FRIDA KAHLO

Kuratoren: Felicity Korn (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Felix Krämer (Leiter Kunst der Moderne, Städel Museum)
Ausstellungsdauer: 24. November 2016 bis 19. März 2017
Pressevorbesichtigung: Mittwoch, 23. November 2016, 11.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: Sa, 24.12., geschlossen; So, 25.12., 10.00–18.00 Uhr; Mo, 26.12., 10.00–18.00 Uhr; Sa, 31.12., geschlossen; So, 1.1.2017, 11.00–18.00 Uhr; Mo, 2.1.2017, 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de (Bis zum 10. November 2016 ist im Onlineshop ein Early-Bird-Ticket zum Preis von 10 Euro erhältlich.)

Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Es ist abrufbar unter geschlechterkampf.staedelmuseum.de.
Audiotour und Städel App: Die Audiotour wird unterstützt von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung. Sie führt in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Die deutsche Audiotour wird von Constanze Becker und Felix Rech gesprochen (beide Schauspiel Frankfurt). Der Preis für einen Audioguide beträgt 4 Euro, der Preis für zwei Audioguides 7 Euro. Neben dem Verleih vor Ort kann die Audiotour auch bequem zu Hause auf die Städel App geladen werden. Die Städel App ist kostenfrei im Android und Apple Store verfügbar, der In-App-Kauf für gängige IOS und Android Smartphones kostet 1 Euro: www.staedelmuseum.de/de/angebote/staedel-app

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Geschlechterkampf und #Staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 19.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr und So 12.00 Uhr sowie am 26.12. um 16.00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Tickets für die Führungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis von 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Prestel Verlag mit 336 Seiten und ca. 400 Abbildungen, mit einem einleitenden Gespräch zwischen Felicity Korn, Felix Krämer und Rose-Maria Gropp, Essays von Andreas Beyer und Ute Frevert sowie Texten von Ingo Borges, Jo-Anne Birnie Danzker, Katharina Ferus, Miriam Halwani, Kristina Lemke, Nele Putz, Elena Schroll, Svetlana Svyatskaya, Melanie Ulz, Anne Vieth und Daniel Zamani sowie einem Vorwort von Philipp Demandt. Deutsche Ausgabe / Englische Ausgabe, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 7,50 Euro.

Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain
Mit zusätzlicher Unterstützung von: Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung
Medienpartner: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, Cicero – Magazin für politische Kultur
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn
Kulturpartner: hr2-kultur

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Wandelkonzert: Mit dem hr-Sinfonieorchester durch die Sammlung des Städel 2.11.2016

Das Städel Museum und das hr-Sinfonieorchester laden gemeinsam zu einem großen Wandelkonzert in die Galerieräume des Frankfurter Museums. Am Samstag, 12. November 2016, erhalten Besucher ab 20.00 Uhr die außergewöhnliche Gelegenheit einer unmittelbaren Begegnung von Musik und bildender Kunst. In verschiedenen Besetzungen präsentieren die Orchestermusiker des Hessischen Rundfunks unter anderem Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Dmitrij Schostakowitsch, Felix Mendelssohn Bartholdy, Gunther Schuller, Christian Braica und machen die Sammlungswerke des Museums auf anregende Weise völlig neu erlebbar. Das Publikum ist eingeladen, zwischen den Epochen und musikalischen Sphären zu wandeln, inne zu halten, sich Zeit zum Betrachten und Lauschen zu nehmen. Die Tickets im Vorverkauf zum Wandelkonzert sind limitiert und kosten 20 Euro, sie können unter tickets.staedelmuseum.de erworben werden. Karten an der Abendkasse sind für 22 Euro erhältlich.

Das Wandelkonzert wird gefördert durch die Sparda-Bank Hessen eG.

Beim Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester werden zahlreiche Galerieräume des Städel zum Klingen gebracht. Dabei begegnet mittelalterliche Malerei einem Stabat Mater von Antonio Vivaldi, dem Exercitium ‚La Folia‘ für Solo-Kontrabass von Cristian Braica und Auszügen aus den Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach. Französische Impressionisten treffen auf Harfenklänge von Gabriel Fauré sowie Henriette Renié, während zu Bildern des Idealismus und Realismus das 2. Streichquintett von Felix Mendelssohn Bartholdy und Dmitrij Schostakowitschs 8. Streichquartett erklingen. Vor Werken der Gegenwartskunst werden unter anderem Bläsermusik von Gunther Schuller, Beethovens Septett op. 20 und eine Parabel für Solo-Trompete von Vincent Persichetti zu erleben sein.

Die Städelsche Sammlung
1815 als bürgerliche Stiftung von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel begründet, gilt das Städel Museum als älteste und renommierteste Museumsstiftung in Deutschland. Die Vielfalt der Sammlung bietet einen nahezu lückenlosen Überblick über 700 Jahre europäische Kunstgeschichte – vom frühen 14. Jahrhundert über die Renaissance, den Barock und die klassische Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart. Insgesamt umfasst die Sammlung des Städel rund 3.100 Gemälde, 660 Skulpturen, über 4.600 Fotografien und über 100.000 Zeichnungen und Grafiken. Höhepunkte der Sammlung bilden Werke von Künstlern wie Lucas Cranach, Albrecht Dürer, Sandro Botticelli, Rembrandt van Rijn, Jan Vermeer, Claude Monet, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann, Alberto Giacometti, Francis Bacon, Gerhard Richter, Wolfgang Tillmans oder Corinne Wasmuht.


Programm

Gegenwartskunst, Untergeschoss

20.00 Uhr, Mitte
Begrüßung: Prof. Dr. Jochen Sander, stellv. Direktor Städel Museum, Michael Traub, hr-Musikchef und Manager des hr-Sinfonieorchesters

20.15 Uhr, Mitte
Johannes Brahms: Streichquintett G-Dur op. 111 – 1. Satz
Andrea Kim / Fanny Fröde – Violine
Stefanie Pfaffenzeller / Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello

20.30 Uhr, Raum 21
Johann Sebastian Bach: Auswahl aus den Suiten für Violoncello solo
Ulrich Horn – Violoncello

20.45 Uhr, Raum 13
Vincent Persichetti: Parable XIV for Solo Trumpet op. 127
Jürgen Ellensohn – Trompete

21.00 Uhr, Mitte
Antonio Vivaldi: Drei Sätze aus dem ‚Stabat Mater‘ bearbeitet für Altposaune, Marimba und Vibraphon
Oliver Siefert – Alt-Posaune
Andreas Hepp – Marimba/Vibraphon

21.30 Uhr, Mitte
Ludwig van Beethoven: Septett Es-Dur op. 20 – 1. Satz
Andrea Kim – Violine
Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello
Simon Backhaus – Kontrabass
Zoltán Kovács – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Maciej Baranowski – Horn

22.15 Uhr, Raum 2
Dmitrij Schostakowitsch: 8. Streichquartett c-Moll op. 110
Mariane Vignand / Fanny Fröde – Violine
Gabriel Tamayo – Viola
Ulrich Horn – Violoncello

22.45 Uhr, Raum 25
Gunther Schuller: Suite for Woodwind Ensemble
Christiane Tétard – Flöte
Nicolas Cock-Vassiliou – Oboe
Tomaz Mocilnik – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Marc Gruber – Horn

23.15 Uhr, Raum 25
Ludwig van Beethoven: Septett Es-Dur op. 20 – 4. & 6. Satz
Andrea Kim – Violine
Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello
Simon Backhaus – Kontrabass
Zoltán Kovác – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Maciej Baranowski – Horn


Kunst der Moderne, 1. Obergeschoss

20.30 Uhr, Raum 4
Gabriel Fauré: Une châtelaine en sa tour op. 110 für Harfe solo
Anne Sophie Bertrand – Harfe

Henriette Renié: Ballade fantastique, mit Lesung
Helge Heynold – Sprecher
Anne-Sophie Bertrand – Harfe

20.45 Uhr, Raum 5
Felix Mendelssohn Bartholdy: 2. Streichquintett B-Dur op. 87 – 1. Satz
Andrea Kim / Fanny Fröde – Violine
Stefanie Pfaffenzeller / Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello

21.00 Uhr, Raum 11
Cristian Braica: Exercitium ‘La Folia’ für Kontrabass solo
Raum 11 Cristian Braica – Kontrabass

21.30 Uhr, Raum 5
Franz Schubert: Streichtrio B-Dur D 581
Webern Trio Frankfurt:
Akemi Mercer-Niewöhner – Violine
Dirk Niewöhner – Viola
Ulrich Horn – Violoncello

22.15 Uhr, Raum 11
Joseph Haydn: Sonate Nr. 3 B-Dur für Violine und Viola Hob. VI:3
Jenö Takács: Duo für Violine und Viola op. 103 Nr. 7 „Disput (Sie und Er)“
Sergej Prokofjew: Sonate für zwei Violinen op. 56 – 1. & 2. Satz
Rachelle Betancourt – Violine
Stefanie Pfaffenzeller – Violine/Viola

22.45 Uhr, Raum 5
Vincent Persichetti: Parable XIV for Solo Trumpet op. 127
Jürgen Ellensohn – Trompete

23.15 Uhr, Raum 5
Dmitrij Schostakowitsch: 8. Streichquartett c-Moll op. 110
Mariane Vignand / Fanny Fröde – Violine
Gabriel Tamayo – Viola
Ulrich Horn – Violoncello


Alte Meister, 2. Obergeschoss

20.30 Uhr, Raum 11
Vincent Persichetti: Parable XIV for Solo Trumpet op. 127
Jürgen Ellensohn – Trompete

20.45 Uhr, Raum 2
Gunther Schuller: Suite for Woodwind Ensemble
Christiane Tétard – Flöte Nicolas Cock-Vassiliou – Oboe
Tomaz Mocilnik – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Marc Gruber – Horn

21.00 Uhr, Raum 11
Johann Sebastian Bach: Auswahl aus den Suiten für Violoncello solo
Ulrich Horn – Violoncello

21.30 Uhr, Raum 2
Joseph Haydn: Sonate Nr. 3 B-Dur für Violine und Viola Hob. VI:3
Jenö Takács: Duo für Violine und Viola op. 103 Nr. 7 „Disput (Sie und Er)“
Sergej Prokofjew: Sonate für zwei Violinen op. 56 – 1. & 2. Satz
Rachelle Betancourt – Violine
Stefanie Pfaffenzeller – Violine/Viola

22.15 Uhr, Raum 2
Antonio Vivaldi: Drei Sätze aus dem ‚Stabat Mater‘ bearbeitet für Altposaune
Oliver Siefert – Alt-Posaune
Andreas Hepp – Marimba/Vibraphon

22.45 Uhr, Raum 11
Franz Schubert: Streichtrio B-Dur D 581
Webern Trio Frankfurt:
Akemi Mercer-Niewöhner – Violine
Dirk Niewöhner – Viola
Ulrich Horn – Violoncello

23.15 Uhr, Raum 1
Cristian Braica: Exercitium ‚La Folia‘ für Kontrabass solo
Cristian Braica – Kontrabass


Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester

Samstag, 12. November 2016, ab 20.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Einlass ab 19.30 Uhr (Abendkasse), Beginn 20.00 Uhr
Eintritt: 20 Euro (limitierter Vorverkauf), 22 Euro (Abendkasse)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Kooperationspartner: hr-Sinfonieorchester
Gefördert durch: Sparda-Bank Hessen eG

Medienpartner: hr-INFO

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Ausstellungsprogramm 2017 3.11.2016

Watteau. Der Zeichner
bis 15. Januar 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Bis zum 15. Januar 2017 zeigt das Städel Museum eine umfassende Ausstellung zu Antoine Watteau (1684–1721) – einem der hervorragendsten Zeichner der französischen Kunstgeschichte. Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung versammelt 50 Zeichnungen Watteaus, ergänzt durch sechs Gemälde des Künstlers sowie eine kleine Auswahl an Zeichnungen von Zeitgenossen und Nachfolgern. Die in Zusammenarbeit mit dem Teylers Museum im niederländischen Haarlem entstandene Ausstellung „Watteau. Der Zeichner“ ist die erste monografische Präsentation des Künstlers in Deutschland seit über 30 Jahren. Sie widmet sich hierzulande zum ersten Mal explizit dem Phänomen des Zeichners Watteau in seinen vielfältigen Facetten. Die Zeichnungen, die der Künstler in großer Zahl und in den verschiedensten Situationen anfertigte, waren die Grundlage für seine malerische Arbeit.
Kuratoren: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum), Dr. Michiel Plomp (Teylers Museum)


Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo
bis 19. März 2017
Ausstellungshaus
Die Ausstellung behandelt die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Die traditionelle Definition von männlich und weiblich als aktiv/passiv, rational/emotional, Kultur/Natur war in der Kunst der Moderne ein intensiv behandeltes Thema: Viele Künstler führten ihrem Publikum den Geschlechtern zugeschriebene überzogene Charaktereigenschaften vor Augen und untermauerten in ihren Werken stereotype Rollenbilder. Andere griffen gängige Rollenklischees an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen. Anhand von 150 Werken der Malerei, Skulptur, Grafik und Fotografie sowie Filmen macht es sich das groß angelegte Ausstellungsprojekt zur Aufgabe, besonders prägnante künstlerische Positionen zu bestimmen und in einen Dialog zu stellen. Die Ausstellung baut auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums auf, der mit Gemälden von Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck, Skulpturen von Auguste Rodin sowie Fotografien von Frank Eugene oder Man Ray wichtige Arbeiten zu der Thematik umfasst. Anhand von bedeutenden Leihgaben werden bekannten Namen der Kunstgeschichte, wie Gustave Moreau, Édouard Manet, Gustav Klimt, Otto Dix, Meret Oppenheim oder Frida Kahlo, gezielt Entdeckungen zur Seite gestellt, die den Kanon um aussagekräftige Positionen erweitern, darunter Künstlerinnen und Künstler wie Leonor Fini, Jeanne Mammen, Rudolf Jettmar oder Gustav Adolf Mossa. Vor dem Hintergrund der intensiven Diskussion um Genderfragen und die sich stetig wandelnden Rollen von Frau und Mann bietet das Projekt einen Einblick in die Komplexität der Problematik und beleuchtet die kunsthistorische Dimension eines hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themas.
Kuratoren: Felicity Korn (Städel Museum), Dr. Felix Krämer (Städel Museum)


In die dritte Dimension. Raumkonzepte auf Papier vom Bauhaus bis zur Gegenwart
15. Februar bis 14. Mai 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Uns scheinbar vertraute Merkmale wie Form, Volumen, Grenzen, Leere und Strukturen bilden den Raum und stiften somit Orientierung. Doch wie werden diese Elemente einer dritten Dimension in Zeichnung und Druckgrafik, also in der Fläche, dargestellt? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung „In die dritte Dimension. Raumkonzepte auf Papier vom Bauhaus bis zur Gegenwart“ in der Graphischen Sammlung des Städel Museums. Zu sehen sind ausgewählte Arbeiten von 13 Künstlern, darunter Lucio Fontana, Eduardo Chillida, Donald Judd, Sol LeWitt, Giò Pomodoro, Blinky Palermo, James Turrell und Michael Riedel. Die Schau setzt bei den geometrischen Kompositionen von El Lissitzky und Laszlo Moholy-Nagy aus dem Jahr 1923 an und führt bis zu Druckgrafiken der gegenwärtigen Konzeptkunst. So treffen Lithografien mit konstruktivistischen Perspektivdarstellungen auf in den Raum drängende Prägedrucke. Schlitzungen, die imaginative Räume eröffnen, werden Entwürfen für Wandarbeiten gegenübergestellt. Das Objekthafte evozierende Druckgrafiken von Künstlern der Minimal Art, der Raum- und Lichtkunst begegnen Kreidezeichnungen, Faltungen und Collagen von Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Um vielfältige Raumerfahrungen zu ermöglichen, werden die gezeigten Druckgrafiken und Zeichnungen zudem mit Skulpturen kombiniert, sodass die verschiedenen Dimensionen in einen angeregten Dialog treten können. Die Ausstellung versammelt bedeutende Blätter aus der Graphischen Sammlung und ausgewählte Werke der Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum.
Kuratorin: Jenny Graser (Städel Museum)


Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse
27. April bis 13. August 2017
Ausstellungshaus
Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth – mit diesen Namen und mehr noch mit jenen ihrer Lehrer, Bernd und Hilla Becher, verbindet sich eine der radikalsten Veränderungen der Kunst unserer Gegenwart in Bezug auf ihre ästhetischen, medialen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Diese Generation von Künstlern, zu der auch Namen wie Volker Döhne, Tata Ronkholz oder Petra Wunderlich gehören, bildete die erste von vielen folgenden „Becher-Klassen“ an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die Ausstellung „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“ versammelt über 180 teils großformatige Hauptwerke, aber auch Frühwerke dieser bedeutenden Künstlerinnen und Künstler. Sie haben die Fotografie in den 1990er-Jahren nicht nur international wesentlich geprägt, sondern auch Stellenwert und Wahrnehmung der künstlerischen Fotografie vollkommen neu bestimmt. In ihren formal wie konzeptuell argumentierenden Bildschöpfungen befragen sie den Natur- und Lebensraum des Menschen, dessen unmittelbare Umgebung, private oder globale Dimensionen ebenso wie gesellschaftliche und ästhetische Organisationsprinzipien. Ihr Œuvre kennzeichnet, bei aller Heterogenität, stets ein ambivalentes Verhältnis zur Malerei, das sich zwischen Aneignung und Abgrenzung bewegt. Ihre Werke sind Ausdruck einer selbstbewussten Emanzipation der Fotografie als künstlerisches Medium und reflektieren zugleich jenen – nicht nur digitalen – Moment, in dem sich die Grenzen der beiden ehemals konkurrierenden Medien auflösen.
Kurator: Dr. Martin Engler (Städel Museum)
Ko-Kuratorin: Dr. Jana Baumann (Städel Museum)


Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts
22. Juni bis 10. September 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Im Sommer widmet sich die Graphische Sammlung des Städel Museums der reichen Vielfalt der französischen Lithografie. Mit dieser Ende des 18. Jahrhunderts erfundenen Technik (Lithografie: Steindruck) brach eine gänzlich neue Epoche des Druckens von Bildern an: Die gestalterischen Möglichkeiten wurden vielfältiger, das Drucken schneller und immer höhere Auflagen möglich. In Frankreich experimentierten bedeutende Künstler seit etwa 1820 mit dem neuen Verfahren und erweiterten im Verlauf des 19. Jahrhunderts in entscheidendem Maße die damit verbundenen künstlerischen Möglichkeiten.
Das Spektrum der ausgestellten Arbeiten umfasst ausdrucksvolle Kompositionen Théodore Géricaults, eine der seltenen Lithografien, die Goya während der 1820er Jahre im Exil in Bordeaux geschaffen hat, Eugène Delacroix‘ meisterhafte Goethe- und Shakespeare-Illustrationen oder Honoré Daumiers politische und gesellschaftliche Stellungnahmen in Zeitungskarikaturen. Des Weiteren werden auch Edouard Manets virtuose Erfindungen, die symbolistischen Werke Rodolphe Bresdins und Odilon Redons sowie Meisterwerke der Farblithografie von Henri de Toulouse-Lautrec und den „Nabis“ Edouard Vuillard und Pierre Bonnard, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, zu sehen sein. Die rund 80 gezeigten Blätter der Sonderausstellung zeigen Höhepunkte aus dieser Zeit und in dieser Technik; sie stehen stellvertretend für die hohe Qualität und Bandbreite des Bestandes der Graphischen Sammlung in diesem Bereich.
Kurator: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum)


Matisse – Bonnard. „Es lebe die Malerei!“
13. September 2017 bis 14. Januar 2018
Ausstellungshaus
„Es lebe die Malerei!“ – mit diesem programmatischen Ausruf grüßte Henri Matisse (1869–1954) seinen Freund Pierre Bonnard (1867–1947) am 13. August 1925. Die kurzen Worte auf einer Postkarte aus Amsterdam waren der Beginn eines Briefwechsels zwischen den beiden Künstlerkollegen, der bis 1946 andauerte und ihre gegenseitige Wertschätzung deutlich macht. Die groß angelegte Sonderausstellung im Städel nimmt die über 40 Jahre andauernde Freundschaft vor dem Hintergrund des jeweiligen Beitrags der beiden Künstler zur Klassischen Moderne in den Blick und zeigt den Stellenwert der Beziehung für ihr Œuvre. Anhand von etwa 100 Gemälden, Plastiken und Zeichnungen eröffnet die Schau einen Dialog zwischen den beiden Künstlern und bietet damit neue Perspektiven auf die Entwicklung der europäischen Avantgarde vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Wie eng der Austausch zwischen den Künstlern war, zeigt sich in ihrer intensiven Auseinandersetzung mit ganz ähnlichen Themen. In mehreren Kapiteln zu zentralen Sujets wie Interieur, Stillleben, Landschaft und Akt werden die unterschiedlichen künstlerischen Umsetzung verdeutlicht. Die hochkarätigen Exponate umfassen Meisterwerke aus international bedeutenden Sammlungen wie dem Art Institute of Chicago, dem Baltimore Museum of Art, der Tate Modern in London, dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Pompidou in Paris, der Eremitage in Sankt-Petersburg, der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen sowie der National Gallery of Art in Washington. Bereichert wird die umfangreiche Werkauswahl durch eine Reihe von Fotografien Henri Cartier-Bressons, der 1944 sowohl Bonnard als auch Matisse in Südfrankreich besuchte.
Kurator: Dr. Felix Krämer (Städel Museum)
Ko-Kurator: Dr. Daniel Zamani (Städel Museum)


Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes
11. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Die in Frankfurt geborene und aufgewachsene Maria Sibylla Merian (1647–1717) zählt zu den berühmtesten Töchtern der Stadt. 2017 jährt sich ihr Todestag zum 300. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Städel Museum in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin eine Ausstellung, die sich der Blumendarstellung in Zeichnungen und Druckgrafiken vom 15. bis zum 18. Jahrhundert widmet. Maria Sibylla Merian – Kupferstecherin, Blumen- und Insektenmalerin, Naturforscherin und Forschungsreisende – steht im Zentrum dieser Präsentation. In der Tradition von Florilegien (Blumenbüchern) und Tulpenbüchern ausgebildet, entwickelte sie sich zu einer Naturforscherin, die zunächst der Metamorphose von Raupen und Schmetterlingen, dann der Symbiose von Insekten und Pflanzen nachging. Die Ergebnisse ihrer Forschungen publizierte Merian in illustrierten Büchern mit Kupferstichen und Radierungen sowie in Deckfarbenzeichnungen von höchster künstlerischer Qualität. Eingebettet werden diese zentralen Arbeiten der außergewöhnlichen Künstlerin in Blumendarstellungen ihrer Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger. Gärten und wertvolle Pflanzen, darunter speziell Tulpen, waren insbesondere im 17. Jahrhundert ein kostbares Gut. Florilegien aus dieser Zeit mit prachtvollen Deckfarbenzeichnungen auf Pergament oder als exklusive Kleinauflagendrucke mit kolorierten Kupferstichen im Riesenformat, wie etwa der berühmte Hortus Eystettensis des Basilius Besler, vermitteln einen Eindruck dieses besonderen Stellenwerts. Daneben umfasst die Ausstellung florale Ornamentstiche etwa von Martin Schongauer, Apothekerbücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Pflanzenstudien aus dem Umkreis von Albrecht Dürer sowie Naturstudien von Georg Flegel und Georg Hoefnagel aus der Zeit um 1600. Außerdem werden eine Gruppe von Blumenzeichnungen von Bartholomäus Braun, der ebenso wie Maria Sibylla Merian in Nürnberg tätig war, sowie Blumenkompositionen von Barbara Regina Dietzsch und ihrem Umkreis aus dem 18. Jahrhundert gezeigt.
Kuratoren: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum), Dr. Michael Roth, (Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett)

Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten

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Veranstaltungsprogramm Dezember 2016 10.11.2016

Veranstaltungsprogramm Dezember 2016

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Dr. Corina Meyer erhält Johann David Passavant-Preis 16.11.2016

Der Johann David Passavant-Preis für kunsthistorische Forschung geht in diesem Jahr an Dr. Corina Meyer. Die Stuttgarter Kunsthistorikerin wird damit für ihre umfassende Forschungstätigkeit zu Johann Friedrich Städel und der Gründung des Städelschen Kunstinstitutes geehrt. Der von einem privaten Unterstützer gestiftete Johann David Passavant-Preis wird seit 1996 vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 20. November 2016, im Metzler-Saal des Städel Museums statt. In der diesjährigen Jury saßen Prof. Dr. Wulf Raeck (Goethe-Universität, Frankfurt am Main), Dr. Julia Voss (Frankfurter Allgemeine Zeitung) sowie Prof. Dr. Hans Aurenhammer (Goethe-Universität, Frankfurt am Main), der auch die Laudatio zur Preisverleihung halten wird. Der Preis erinnert an die wegweisende wissenschaftliche Arbeit von Johann David Passavant, der dem Städel Museum von 1840 bis 1861 als Inspektor vorstand.

Dr. Corina Meyer studierte Kunstgeschichte und Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über das Kunstgewerbemuseum Berlin (Museale Präsentation und Vermittlung von Kunstgewerbe – am Beispiel des Kunstgewerbemuseums Berlin). Sie forschte unter anderem am Getty Research Institute zu Prinzipien der Gemäldehängung – Europäische Hängungspläne des 18. Jahrhunderts im Vergleich, zu Passavant und Charles Eastlake in einer binationalen Forschungskooperation mit der Londoner National Gallery und lehrt seit mehreren Jahren unter anderem an den Universitäten Frankfurt am Main und Göttingen. Meyer veröffentlichte ihre Forschungen in zahlreichen Aufsätzen in internationalen Zeitschriften und verschiedenen Museumskatalogen. Sie hält seit 2007 Vorträge auf unterschiedlichen Kongressen im In- und Ausland. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Sammlungs- und Museumsgeschichte, Kunsthistoriographie/Rezeption sowie sozialhistorische Einflüsse auf die Bewertung von Kunst.

In ihrer nun ausgezeichneten Dissertation Die Geburt des bürgerlichen Kunstmuseums – Johann Friedrich Städel und sein Kunstinstitut in Frankfurt am Main erforscht Meyer die Entwicklung und den Wandel des Städelschen Kunstinstituts hin zu einem bürgerlichen Kunstmuseum. Der aufklärerische Bildungsgedanke der Stiftung stieß europaweit auf großes Interesse und bemerkenswerte Resonanz. Corina Meyer untersuchte, wie heftig in der Folge unter den von Johann Friedrich Städel eingesetzten Administratoren und vielen Persönlichkeiten aus ganz Europa um die Weiterentwicklung des Sammlungskonzepts und die Ankaufsrichtlinien gerungen wurde. Sie zeigt einen ab 1819 einsetzenden Geisteswandel auf, der eine Teilhabe der Bürger an der Konzeption ermöglichte und in der Folge ein völlig neuartiges bürgerliches Kunstmuseum hervorbrachte.

Die Verleihung des Passavant-Preises sowie die im Wechsel ausgerichteten Passavant-Kolloquien, finden seit 1996 in regelmäßigen Abständen von ungefähr drei Jahren statt und werden von einem privaten Förderer gestiftet. Die Auszeichnung exzellenter Forschung und die regelmäßige Veranstaltung wissenschaftlicher Kolloquien am Städelschen Kunstinstitut und der Liebieghaus Skulpturensammlung befördern die wissenschaftliche Tätigkeit auf den Gebieten der Kunstgeschichte und Archäologie und festigen den wissenschaftlichen Ruf der Institutionen im In- und Ausland. Die bisherigen Passavant-Preisträger sind: Prof. Dr. Peter C. Bol, Dr. Bodo Brinkmann, Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen, Prof. Dr. Jochen Sander, Dr. Maraike Bückling, Dr. Stefan Roller und nun Dr. Corina Meyer. Die Themen der zahlreichen bisher veranstalteten Passavant Kolloquien umfassen unter anderem „Zeichnen in Rom“, „Hans Holbein und der Wandel in der Kunst des frühen 16. Jahrhunderts“, „Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter“ und „Circumlitio. Internationales Colloquium zur Polychromie der antiken und mittelalterlichen Skulptur“.

Das Kolloquium und der Preis erinnern an eine der herausragendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Städel Museums. Mit Johann David Passavant (1787–1861), Mitglied der Künstlervereinigung der Nazarener, begann im Städel ab 1840 nicht nur die wissenschaftliche Erfassung der Objekte. Mit seinem Namen ist auch das einsetzende Bestreben nach einer Systematik der Sammlung und der Kunstankäufe verbunden. Passavant, der das Städel von 1840 bis 1861 leitete, war ein ausgewiesener Kenner der altniederländischen Malerei sowie der deutschen und italienischen Malerei der Renaissance. Mit seiner Abhandlung über Raffael schuf er ein epochemachendes Werk der Kunstwissenschaft. Für die Sammlung des Städel kaufte er unter anderem bedeutende Werke wie die Flémaller Tafeln (1428–1430) des Meisters von Flémalle, die Lucca Madonna (1437) von Jan van Eyck sowie eine Vielzahl hochrangiger italienischer Zeichnungen an.

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Weihnachten und Neujahr im Städel Museum und in der Liebieghaus Skulpturensammlung 12.12.2016

Mit über 8000 Besuchern blickt das Liebieghaus zufrieden auf seinen ersten Weihnachtsmarkt vom vergangenen Adventswochenende zurück. „Die intime und gefühlvolle Atmosphäre in unserem weihnachtlich beleuchteten Garten und ein passgenaues Begleitprogramm haben viele neue Besucher angelockt“, ist Direktor Philipp Demandt überzeugt. Mit weihnachtlichem Spezialprogramm geht es auch weiter: Erstmals bieten Städel und Liebieghaus über Weihnachten und Neujahr ein umfangreiches eigenes Familienprogramm mit Kinder- und Familienführungen sowie zahlreichen Ferienkursen an. Die Teilnahme an allen Führungen – täglich vom 25. Dezember bis 7. Januar – ist dabei im Eintrittspreis inbegriffen. Um möglichst vielen Besucherinnen und Besuchern den Kunstgenuss während der Feiertagszeit zu ermöglichen, sind beide Museen zusätzlich am Montag, dem 26. Dezember und am Montag, dem 2. Januar von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Im Städel Museum sorgen neue Familienführungen Spezial für Unterhaltung und Kreativität in den Winterferien. So erforscht die Führung „Z wie Zimt und Ziegelstein“ Kunstwerke mit ungewöhnlichen Materialien, und bei „Kaspar, Melchior, Balthasar“ erkunden junge Besucher die auf verschiedenen Städel Gemälden abgebildeten drei Weisen aus dem Morgenland. Mit glänzenden Buntstiften werden anschließend die kostbaren Gaben und prächtigen Gewänder in Zeichnungen festgehalten. Viele der Führungen sind mit kreativem, praktischem Arbeiten verbunden. Zudem gibt es die Atelierkurse Spezial, zum Beispiel zum Thema Familiengeschichten: Wie haben Künstler das Thema Familie dargestellt? Anschließend malen die Kinder ein eigenes Familienbild.

In der Liebieghaus Skulpturensammlung zeigen Kinder- und Familienführungen verschiedene Aspekte der Ausstellung „Heilige Nacht. Die Weihnachtsgeschichte und ihre Bilderwelt“ oder befassen sich mit den Skulpturen der Sammlung. Die Familienführungen Spezial in der Sonderausstellung widmen sich Themen wie „Wunderliches Jesuskind“ oder „Himmlische Gesandte“. In der Sammlung geht es um „Kleine Ohren, große Nasen“ von Skulpturen. Im Offenen Atelier werden aus Ton und Papier Krippenfiguren hergestellt. Die Atelierkurse Spezial nehmen sich unter anderem prächtige Klappaltäre zum Vorbild und leiten zum Nachfalten aus Papier und zum Punzieren an.

Sonderöffnungszeiten zu Weihnachten und Neujahr im Städel Museum und in der Liebieghaus Skulpturensammlung:

Sa, 24.12.2016 geschlossen
So, 25.12.2016 10.00–18.00 Uhr
Mo, 26.12.2016 10.00–18.00 Uhr
Sa, 31.12.2016 geschlossen
So, 1.1.2017 11.00–18.00 Uhr
Mo, 2.1.2017 10.00–18.00 Uhr

Das vollständige Winterferien-Sonderprogramm für Kinder und Familien finden Sie mit Erläuterungen und Angaben zu Anmeldungen und Preisen unter www.staedelmuseum.de/winterferien bzw. unter www.liebieghaus.de/winterferien. Die Übersicht aller Veranstaltungen und Angebote der beiden Museen finden Sie unter www.staedelmuseum.de/kalender bzw. www.liebieghaus.de/kalender.

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Max Hollein beendet seine langjährige Tätigkeit am Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung und Schirn Kunsthalle Frankfurt 23.3.2016

(Frankfurt am Main, 23. März 2016) Nach über 15 Jahren in Frankfurt am Main beendet Max Hollein seine Arbeit an den von ihm geleiteten Kunstinstitutionen Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung und Schirn Kunsthalle Frankfurt. Hollein wird zum 1. Juni 2016 Direktor der Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF), der größten öffentlichen Kunstinstitution in Nordkalifornien und mit 1,6 Millionen Besuchern in 2014 am vierthäufigsten besuchten Museums der USA.

Der Vorsitzende der Administration des Städel Museum, Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, kommentierte Holleins Entscheidung wie folgt: „Wir bedauern den bevorstehenden Weggang von Max Hollein außerordentlich. Städel und Liebieghaus verlieren damit einen seiner erfolgreichsten und visionärsten Direktoren, welcher beide Häuser nicht zuletzt durch eine inhaltliche und räumliche Erweiterung in völlig neue Dimensionen geführt hat und deren Bildungsauftrag massiv ausbauen konnte. Das Städel ist heute erfolgreich wie selten zuvor. Das ist insbesondere auch Max Holleins Verdienst. Dafür sind wir ihm unendlich dankbar und wünschen ihm für seine persönliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Für uns beginnt ab sofort die herausfordernde Suche nach einem geeigneten Nachfolger, dessen Verantwortungsbereich sich wieder auf die Leitung aller drei Häuser erstrecken soll.“

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Schirn Kunsthalle Frankfurt, betont: „Die Entscheidung von Max Hollein verdient unseren Respekt, auch wenn wir diese sehr bedauern und sein Abschied einen großen Verlust für die deutsche Kulturlandschaft darstellt. In seiner unermüdlichen Tätigkeit hat Max Hollein die von ihm geführten Häuser – allen voran die Schirn – zu den profiliertesten, bekanntesten und spannendsten Kunstinstitutionen in Europa entwickelt und allen Bürgerinnen und Bürgern der Region unvergessliche Begegnungen mit Kunst und Kultur beschert. Dafür danken wir ihm sehr.“

„15 Jahre lang hat Max Hollein das Frankfurter Kulturleben maßgeblich mitbestimmt und wie kein Zweiter dazu beigetragen, Frankfurt als bedeutende Kulturstadt fest auf der internationalen Museumskarte zu verankern. Wir danken Max Hollein für seine überaus erfolgreiche Arbeit. Sowohl das Städel Museum, als auch die Schirn Kunsthalle Frankfurt und die Liebieghaus Skulpturensammlung stehen extrem erfolgreich da und demnach wurden hier die Weichen für eine positive Zukunft gestellt. Natürlich hätten wir solch einen versierten Museumsdirektor gerne noch länger behalten, aber nun wünschen wir ihm und seiner Familie für die neue Herausforderung in San Francisco alles Gute“, so der Frankfurter Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth.

Der 1969 in Wien geborene Hollein ist seit 2001 Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt sowie seit Januar 2006 Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Alle drei von ihm geleiteten Kulturinstitutionen haben sich unter seiner Leitung signifikant weiterentwickelt und zählen heute zu den erfolgreichsten Kunstinstitutionen Europas.

„Frankfurt nach über fünfzehn Jahren zu verlassen ist für mich und meine Familie eine schwere Entscheidung. Wir haben diese Stadt und deren Menschen sehr in unser Herz geschlossen. Im Grunde hätte es im Städel, in der Schirn und im Liebieghaus immer so weiter gehen können: Alle drei Häuser sind in allerbester Verfassung und können sehr positiv in die Zukunft blicken. Es war für mich eine riesige Freude für diese Institutionen und zusammen mit ihren herausragenden Mitarbeitern unzählige Projekte entwickeln und vorantreiben zu dürfen und dabei von einer schier unendlichen Welle der Unterstützung von so vielen getragen sowie von einer hervorragenden Kulturpolitik gestützt zu werden. Selbst wenn ich befürchte, so gut und schön kann es nirgendwo anders sein, war es doch an der Zeit, einen nächsten Schritt zu gehen und sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Die amerikanische Westküste im Allgemeinen und San Francisco im Besonderen bilden derzeit einen der interessantesten Kristallisationspunkte der kulturellen Vielfalt und der wirtschaftlichen Dynamik und die Fine Arts Museums of San Francisco stehen als großes enzyklopädisches Museum inmitten dieser beispiellosen Entwicklung, an der ich gerne aktiv teilnehmen möchte“, erläutert Max Hollein seine Entscheidung.

Die Fine Arts Museums of San Francisco

Mit ihren beiden Dependancen, dem California Palace of the Legion of Honor im Lincoln Park und dem M. H. de Young Memorial Museum im Golden Gate Park, sind die Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF) die größten öffentlichen Kunstinstitutionen der Stadt San Francisco und zählen zu den bedeutendsten Museen Kaliforniens. Die enzyklopädische Sammlung mit über 128.000 Kunstwerken erstreckt sich über sieben Abteilungen und Sammlungsbereiche mit Schwerpunkten in der amerikanischen und europäischen Kunst. Die FAMSF beschäftigen insgesamt 520 Mitarbeiter und zusätzlich rund 600 volunteers und besitzen einen der umfassendsten Freundeskreise der USA mit über 100.000 Mitgliedern.

PRESSEKONTAKT: Axel Braun
Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, E-Mail: braun@staedelmuseum.de;
Telefon: +49 (0)69 60 50 98-170, Mobil +49 (0)171 5644061, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188

Pamela Rohde
Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, D-60311 Frankfurt, E-Mail: pamela.rohde@schirn.de;
Telefon: +49.69.29 98 82-148, Fax: +49.69.29 98 82-240

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