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Die Sonderöffnungszeiten der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern auch während der Weihnachtsfeiertage, in der Zeit zwischen den Jahren und an den Ferientagen ausgiebigen Kunstgenuss. Während der gesamten Weihnachtsferien findet ein abwechslungsreiches Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm für Kinder, Familien und Erwachsene statt. Zu den aktuellen Ausstellungen werden in allen drei Häusern Überblicksführungen sowie Kinderstunden und Familienprogramm angeboten, in Städel und Liebieghaus zudem thematische Führungen durch die Sammlungen. Im Januar gibt es verschiedene Ferienangebote für Kinder von 4 bis 12 Jahren.
Sonderöffnungszeiten
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Montag, 24.12.2018, geschlossen
Dienstag, 25.12.2018, 10.00–19.00 Uhr
Mittwoch, 26.12.2018, 10.00–19.00 Uhr
Montag, 31.12.2018, geschlossen
Dienstag, 1.1.2019, 11.00–19.00 Uhr
Die MINISCHIRN bleibt vom 24. bis 26.12.2018 sowie am 31.12.2018 und 1.1.2019 geschlossen.
STÄDEL MUSEUM
Montag, 24.12.2018, geschlossen
Dienstag, 25.12.2018, 10.00–18.00 Uhr
Mittwoch, 26.12.2018, 10.00–18.00 Uhr
Montag, 31.12.2018, geschlossen
Dienstag, 1.1.2019, 11.00–18.00 Uhr
LIEBIEGHAUS SKULPTURENSAMMLUNG
Montag, 24.12.2018, geschlossen
Dienstag, 25.12.2018, 10.00–18.00 Uhr
Mittwoch, 26.12.2018, 10.00–18.00 Uhr
Montag, 31.12.2018, geschlossen
Dienstag, 1.1.2019, 11.00–18.00 Uhr
Ausstellungen
Die Schirn widmet sich in einer großen Themenausstellung mit über 100 bedeutenden Kunstwerken der Faszination der „Wildnis“ von der Moderne bis zur Gegenwart. Gleichzeitig beleuchtet die Kunsthalle mit „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“ das Leben und Werk des Malers Wilhelm Kuhnert – sowohl vor dem Hintergrund der Kunst- und Naturwissenschaftsgeschichte als auch der deutschen Kolonialgeschichte.
Das Städel präsentiert die Sonderausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“. Ausgehend von Vasarelys Op-Art widmet sich die Retrospektive vor allem dem noch unbekannten Frühwerk des Künstlers. Mit „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“ würdigt die zweite Sonderausstellung eine über die Zeit in Vergessenheit geratene Künstlerin und zeigt das umfassende Œuvre der Berlinerin.
Das Liebieghaus erzählt in „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ anhand antiker Objekte einen spannenden Mythos der griechischen Sagenwelt, die Geschichte um Medea, Jason und die Argonauten.
Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm während der Feiertage
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Dienstag, 25. Dezember 2018
15.00 Uhr KINDERSTUNDE: FAMILIENFÜHRUNG in der Ausstellung „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“. Für Kinder ab 6 Jahren. Dauer: ca. 120 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
15.00 Uhr ÖFFENTLICHE FÜHRUNG in der Ausstellung „Wildnis“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
17.00 Uhr ÖFFENTLICHE FÜHRUNG in der Ausstellung „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
Mittwoch, 26. Dezember 2018
11.00 Uhr KINDERSTUNDE XS in der Ausstellung „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“. Ästhetische Frühförderung für Kinder von 4–6 Jahren. Dauer: ca. 90 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
15.00 Uhr KINDERSTUNDE: FAMILIENFÜHRUNG in der Ausstellung „Wildnis“. Für Kinder ab 6 Jahren. Dauer: ca. 120 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
15.00 Uhr ÖFFENTLICHE FÜHRUNG in der Ausstellung „Wildnis“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
17.00 Uhr ÖFFENTLICHE FÜHRUNG in der Ausstellung „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
Sonntag, 30. Dezember 2018
11.00 Uhr KINDERSTUNDE XS in der Ausstellung „Wildnis“. Ästhetische Frühförderung für Kinder von 4–6 Jahren. Dauer: ca. 90 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
15.00 Uhr KINDERSTUNDE: FAMILIENFÜHRUNG in der Ausstellung „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“. Für Kinder ab 6 Jahren. Dauer: ca. 120 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
15.00 Uhr ÖFFENTLICHE FÜHRUNG in der Ausstellung „Wildnis“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
17.00 Uhr ÖFFENTLICHE FÜHRUNG in der Ausstellung „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
Dienstag, 1. Januar 2019
15.00 Uhr ÖFFENTLICHE FÜHRUNG in der Ausstellung „Wildnis“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
17.00 Uhr ÖFFENTLICHE FÜHRUNG in der Ausstellung „König der Tiere. Wilhelm Kuhnert und das Bild von Afrika“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
Alle Informationen und Vermittlungsangebote auch unter: www.schirn.de/kalender
STÄDEL MUSEUM
Dienstag, 25. Dezember 2018
12.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG in der Ausstellung „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, Online-Kombiticket oder Ticket vor Ort, Teilnehmerzahl begrenzt
15.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG in der Ausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, Online-Kombiticket oder Ticket vor Ort, Teilnehmerzahl begrenzt
Mittwoch, 26. Dezember 2018
12.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG in der Ausstellung „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, Online-Kombiticket oder Ticket vor Ort, Teilnehmerzahl begrenzt
15.00 Uhr WEIHNACHTLICHE FAMILIENFÜHRUNG für Familien mit Kindern ab 4 Jahren: Reich beschenkt. Die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
15.00 Uhr KUNST UND RELIGION SPEZIAL: Pure Überwältigung. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
16.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG in der Ausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, Online-Kombiticket oder Ticket vor Ort, Teilnehmerzahl begrenzt
Sonntag, 30. Dezember 2018
14.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG in der Ausstellung „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
Dienstag, 1. Januar 2019
12.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG in der Ausstellung „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, Online-Kombiticket oder Ticket vor Ort, Teilnehmerzahl begrenzt
15.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG in der Ausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, Online-Kombiticket oder Ticket vor Ort, Teilnehmerzahl begrenzt
Alle Informationen und Vermittlungsangebote auch unter: www.staedelmuseum.de/kalender
LIEBIEGHAUS SKULPTURENSAMMLUNG
Dienstag, 25. Dezember 2018
16.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG durch die Ausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
Mittwoch, 26. Dezember 2018
11.00 Uhr FAMILIENFÜHRUNG: In Bethlehems Stall. Für Kinder ab 4 Jahren. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
16.00 Uhr FÜHRUNG durch die Ausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
Sonntag, 30. Dezember 2018
11.00 Uhr SONNTAGSFÜHRUNG: Reality Check: Zaubertränke und übernatürliche Kräfte im Mythos Medea, in der Ausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
15.00 Uhr OFFENES ATELIER in der Tonwerkstatt: Helden, Götter, Fabelwesen. Zur Ausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“. Für Kinder ab 6 Jahren. Dauer: ca. 120 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
16.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG durch die Ausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
Dienstag, 1. Januar 2019
16.00 Uhr ÜBERBLICKSFÜHRUNG durch die Ausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“. Dauer: ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung, mit gültigem Ausstellungsticket
Alle Informationen und Vermittlungsangebote auch unter: www.liebieghaus.de/kalender
Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm in den Weihnachtsferien
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Ferienprogramm „König der Tiere“, 9–12 Jahre, zweitägig
Montag und Dienstag, 8.–9. Januar sowie Mittwoch und Donnerstag, 10.–11. Januar 2019, jeweils 14–17 Uhr
Gemeinsam wird die Ausstellung des „Löwen-Malers“ Wilhelm Kuhnert entdeckt, der nach Afrika gereist ist und die dort lebenden Tiere gemalt hat.
Es gibt viel über die Tiere zu erfahren, unter anderem bei einem Besuch des Frankfurter Zoos. Vor allem aber wird gezeichnet und fotografiert.
IN KOOPERATION MIT DEM ZOO FRANKFURT
Gebühr: für die Teilnahme an zwei Tagen 20 € (KinderKunstKlub-Mitglieder 14 €)
Anmeldung: +49 069 29 98 82-112, fuehrungen@schirn.de
Ferien in der Minischirn, 6–9 Jahre, eintägig
Mittwoch, 2. Januar bis Freitag, 4. Januar 2019, jeweils 10–12 Uhr
Das große Krabbeln: An drei Tagen wird jeweils ein Habitat für einen Hexbug-Krabbelkäfer entworfen und gebaut.
Diese elektronischen Spielzeuge bewegen sich durch Vibration wie kleine Käfer, wechseln die Richtung, kippen schon mal um, drehen sich wieder auf ihre Beinchen und bahnen sich ihren Weg durch selbst gebaute Labyrinthe.
Dauer: 2 Stunden. Eine Betreuung der Kinder ist möglich bis 13 Uhr.
Gebühr: für die Teilnahme pro Tag 30 € (KinderKunstKlub-Mitglieder 20 €)
Anmeldung: +49 069-29 98 82-112, mini@schirn.de
STÄDEL MUSEUM
Ferienprogramm „Auf die Plätze, fertig, los! Sport im Bild“, 6–9 Jahre, dreitägig
Mittwoch, 2. Januar bis Freitag, 4. Januar 2019, 10.30–13.30 Uhr
Was haben Tennis, Fußball und Tanz gemeinsam? Alle Sportarten sind in den Werken des Städel Museums zu sehen! Unter anderem in der Ausstellung „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“. In den Städel Ateliers wird das Thema Sport künstlerisch bearbeitet. Mithilfe von kreativen Zeichentechniken üben die Kinder, Bewegung im Bild festzuhalten. Dazu malen und zeichnen sie im großen Format. Mit Farbe und Pinsel wird die liebste Sportart in einem Bild festgehalten.
Gebühr: für die Teilnahme an drei Tagen 30 Euro (Eintritt, Führung, Material)
Anmeldung: +49 069 605098-200, info@staedelmuseum.de
Ferienprogramm „Aufgeblasen oder Hineingesogen? Dreidimensionale Effekte in 2D“, 10–12 Jahre, viertägig
Dienstag, 8. Januar bis Freitag, 11. Januar 2019, 10.30–13.30 Uhr
Vasarelys Gemälde geben Rätsel auf: Mal wölbt sich eine Kugel aus einem Gemälde heraus und mal scheint es, als würde man in einen endlos langen Tunnel hineingesogen. Im Ferienkurs zur Ausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“ werden die Kinder selbst zu Forscherinnen und Forschern und kommen Vasarelys künstlerischen Strategien auf die Spur. In einem Skizzenbuch halten sie ihre Beobachtungen fest. Diese sind Ausgangspunkt für eigene künstlerische Experimente, die in den Städel Ateliers durchgeführt werden.
Gebühr: für die Teilnahme an vier Tagen 40 Euro (Eintritt, Führung, Material)
Anmeldung: +49 069 605098-200, info@staedelmuseum.de
LIEBIEGHAUS SKULPTURENSAMMLUNG
Ferienprogramm „Tierisch was los!“, 4–6 Jahre, viertägig
Dienstag, 8. Januar bis Freitag, 11. Januar 2019, 10.30–13.30 Uhr
Gegen einen schauderhaften Drachen kämpft Ritter Georg. Ein anmutiger Panther trägt die Göttin Ariadne davon. Und welche Tiere zieren die goldenen Schmuckstücke aus Georgien? Die Kinder gehen im Liebieghaus auf Entdeckungstour und erschließen sich gemeinsam die fantastischen Geschichten rund um die tierischen Darstellungen verschiedener Kulturen. Mit dem Zeichenstift halten sie alles in ihrem Forscherbuch fest und stellen im Atelier eigene Kunstwerke her. Es wird mit Ton gearbeitet, mit Goldfolie gestaltet und mit Farbe gemalt.
Gebühr: für die Teilnahme an vier Tagen 40 Euro (Eintritt, Führung, Material)
Anmeldung: +49 069 605098-200, buchungen@liebieghaus.de
Ferienprogramm „Bewegte Szenen – ein Stop-Motion-Film zur Ausstellung“, 8–12 Jahre, viertägig
Dienstag, 8. Januar bis Freitag, 11. Januar 2019, 14.30–17.30 Uhr
Zahlreiche Vasen und Wandbilder erzählen von der Geschichte rund um Jason und Medea. Obwohl die gemalten Figuren darauf allesamt stillstehen, ist eine bewegte Handlung zu erkennen – der spannende Mythos wird lebendig. Doch was wäre gewesen, hätten die Griechen bereits Kameras gehabt? Im Ferienkurs gestalten die Kinder und Jugendlichen die Heldinnen und Helden der Erzählung in Form kleiner Papierfiguren. Bewegt und digital abgelichtet, entsteht daraus im Laufe des Ferienkurses ein Stop-Motion-Film zur Ausstellung.
Gebühr: für die Teilnahme an vier Tagen 40 Euro (Eintritt, Führung, Material)
Anmeldung: +49 069 605098-200, buchungen@liebieghaus.de
PRESSEKONTAKT
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Pamela Rohde, Johanna Pulz, Elisabeth Pallentin
Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, 60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49 069 29 98 82-148, Fax +49 06929 98 82-240, E-Mail: presse@schirn.de, www.schirn.de (Texte, Bilder und Filme unter PRESSE), www.schirn-magazin.de
STÄDEL MUSEUM / LIEBIEGHAUS SKULPTURENSAMMLUNG
Jannikhe Möller, Franziska von Plocki, Theresa Franke
Städel Museum, Dürerstraße 2, 60596 Frankfurt am Main
Telefon: +49 069 60 50 98-268, Fax +49 069 60 50 98-188, E-Mail: presse@staedelmuseum.de, www.staedelmuseum.de, www.liebieghaus.de (Texte, Bilder und Filme unter PRESSE)
Veranstaltungsprogramm Dezember 2018
Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne
26. September 2018 bis 13. Januar 2019
Ausstellungshaus
Bis zum 13. Januar präsentiert das Städel Museum die groß angelegte Sonderausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“. Anhand von über 100 Werken zeigt die Retrospektive den Erfinder der Op-Art der 1960er-Jahre. Victor Vasarelys (1906–1997) Œuvre erstreckt sich jedoch über mehr als 60 Jahre und bedient sich unterschiedlichster Stile und Einflüsse. Die Entwicklung des Jahrhundertkünstlers wird mit zentralen Arbeiten aller Werkphasen nachgezeichnet. Der oftmals auf seine Op-Art reduzierte Künstler verbindet die Kunst der frühen Moderne Ost- und Mitteleuropas mit den Avantgarden der Swinging Sixties in Europa und Amerika. Er bediente sich Zeit seines Lebens klassischer Medien und Genres und integrierte in den 1950er-Jahren das Multiple, die Massenproduktion und die Architektur in sein weitverzweigtes Werk. Die umfassende Retrospektive Vasarelys versteht sich als Wiederentdeckung einer zentralen Künstlerfigur des 20. Jahrhunderts, welche die Moderne wie keine andere in all ihrer Komplexität widerspiegelt.
„Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“ entstand in enger Kooperation mit dem Pariser Centre Pompidou, das ab Februar 2019 die Ausstellung „Vasarely, le partage des formes“ eröffnen wird.
Kuratoren: Dr. Martin Engler (Städel Museum), Dr. Jana Baumann
Gefördert durch: Kulturstiftung des Bundes und Kulturstiftung der Länder
Förderer der Gegenwartskunst im Städel Museum: Deutsche Bank AG
Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht
19. September 2018 bis 17. März 2019
Städel Museum
Bis zum 17. März zeigt das Städel Museum die Malerin Lotte Laserstein (1898–1993) in einer umfassenden Einzelausstellung. Lasersteins Œuvre gehört zu den großen Wiederentdeckungen der letzten Jahre und zeichnet sich durch ebenso sensibel wie eindringlich gestaltete Porträts aus den späten Jahren der Weimarer Republik aus. Die Schau baut auf den Sammlungsbeständen des Städel Museums auf, das mit den Gemälden Russisches Mädchen mit Puderdose von 1928 und Junge mit Kasper-Puppe (Wolfgang Karger) von 1933 in den vergangenen Jahren wichtige Arbeiten der Künstlerin erwerben konnte. Anhand von rund 40 Gemälden und Zeichnungen nimmt die Ausstellung Lasersteins künstlerische Entwicklung in den Blick. Der Fokus liegt auf ihren Arbeiten der 1920er- und 1930er-Jahre, die den Glanzpunkt ihres Schaffens markieren. „Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht“ ist die erste Einzelpräsentation der Künstlerin in Deutschland außerhalb Berlins.
Nach ihrem Auftakt im Frankfurter Städel Museum wandert die Ausstellung weiter an die Berlinische Galerie, wo sie ab April 2019 zu sehen sein wird. Dort wird die Ausstellung unter anderem um Exilwerke von Lotte Laserstein ergänzt.
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Städel Museum), Elena Schroll (Städel Museum)
Gefördert durch: Ernst Max von Grunelius-Stiftung, Rudolf-August Oetker-Stiftung, Friede Springer Stiftung.
Mit zusätzlicher Unterstützung von: Stadt Frankfurt am Main.
Tizian und die Renaissance in Venedig
13. Februar bis 26. Mai 2019
Ausstellungshaus
Im Frühjahr 2019 widmet sich das Städel Museum einem der folgenreichsten Kapitel der europäischen Kunstgeschichte: der venezianischen Malerei der Renaissance. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickeln die Künstler der Lagunenstadt, allen voran der junge Tizian (um 1488/90–1576), eine eigenständige Spielart der Renaissance, die auf rein malerische Mittel und die Wirkung von Licht und Farbe setzt. Nicht nur in Venedig selbst macht diese neue Malerei Furore; ihre Vertreter verbreiten die Innovationen bald auch außerhalb der Stadtrepublik. Ab den 1540er-Jahren tritt mit Jacopo Tintoretto und Paolo Veronese erneut eine hochbegabte junge Generation auf den Plan, die in Venedig um Aufträge wetteifert.
In einer Folge von thematischen Kapiteln werden in der Ausstellung ausgewählte Aspekte vorgestellt, die für die venezianische Malerei des 16. Jahrhunderts charakteristisch sind. Dazu gehören etwa die atmosphärisch aufgeladenen Landschaftsdarstellungen, die am Beginn der Landschaftsmalerei überhaupt stehen, die Idealbilder schöner Frauen (Belle Donne) oder die Bedeutung der Farbe für die Kunst der Venezianer. Die mit über 100 Meisterwerken aus internationalen Sammlungen bestückte Schau präsentiert erstmals in Deutschland ein hochkarätiges, durch Schwerpunkte strukturiertes Panorama der Renaissancemalerei in Venedig. Allein von Tizian, der zeit seines langen Lebens die zentrale Figur in der venezianischen Kunstszene blieb, versammelt die großangelegte Ausstellung mit mehr als 20 Arbeiten die umfangreichste Werkauswahl, die in Deutschland je zu sehen war. Darüber hinaus werden unter anderem Werke von Giovanni Bellini (um 1435–1516), Jacopo Palma il Vecchio (1479/80–1528), Sebastiano del Piombo (um 1485–1547), Lorenzo Lotto (um 1480–1556/57), Jacopo Tintoretto (um 1518/19–1594) und Paolo Veronese (1528–1588) gezeigt. Die Ausstellung gewährt einen umfassenden Einblick in die künstlerische und thematische Bandbreite der Renaissance in Venedig und verdeutlicht, warum unterschiedlichste Künstler nachfolgender Jahrhunderte immer wieder an Werke dieser Zeit anknüpften.
Kurator: Dr. Bastian Eclercy (Städel Museum)
Gefördert durch: Dagmar-Westberg-Stiftung, Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH
Picasso. Druckgrafik als Experiment
3. April bis 30. Juni 2019
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Pablo Picasso (1881–1973) ist der Inbegriff des modernen Künstlergenies. Mit unermüdlicher Kreativität und Schaffenskraft bediente er sich scheinbar mühelos aller Gattungen, Techniken und Materialien und beschritt dabei häufig neue, unbekannte Wege. Die Graphische Sammlung des Städel Museums macht Picassos Erfindungsfreude ab dem 3. April 2019 am Beispiel seiner Druckgrafik anschaulich. Ob Radierung, Kaltnadel, Lithografie oder Linolschnitt, mit nie schwindender Neugier und Virtuosität eignete sich der Künstler unterschiedlichste Verfahren an und befragte auf immer neue, experimentelle Weise das einmal Gefundene.
Mit einer Auswahl von etwa 60 Werken aus dem Bestand der Graphischen Sammlung des Städel Museums, ergänzt durch einige Leihgaben, gewährt die Ausstellung einen Einblick in das breite Spektrum von Picassos druckgrafischem Œuvre und verfolgt seinen innovativen Umgang mit Hoch-, Tief- und Flachdruck von den frühen Pariser Jahren bis ins Spätwerk.
Kuratorin: Dr. Theresa Nisters (Städel Museum)
Absolventinnen und Absolventen der Städelschule
20. Juni bis 14. Juli 2019
Ausstellungshaus, EG
2019 findet die Absolventenausstellung der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule erneut im Städel Museum statt. Die Präsentation im Ausstellungshaus ermöglicht einen fundierten Einblick in das facettenreiche Schaffen der Absolventinnen und Absolventen der international renommierten Kunsthochschule.
Geheimnis der Materie. Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff
26. Juni bis 13. Oktober 2019
Ausstellungshaus, 1. OG
Im Sommer 2019 spürt das Städel Museum in einer Sonderausstellung den Wechselbeziehungen zwischen Holzschnitt und Holzplastik im Schaffen von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Erich Heckel (1883–1970) und Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) nach. Den Ausgangspunkt bildet dabei das Material Holz, das wie kein anderes mit der Kunst des deutschen Expressionismus verbunden ist. Es reizte die Künstler gerade wegen seiner Unebenheiten und Maserungen sowie der unterschiedlichen Farbigkeit und Härte.
Als sich Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff im Sommer 1905 in Dresden zur Künstlervereinigung „Brücke“ zusammenschlossen, wurde der Holzschnitt zu einem ihrer wichtigsten künstlerischen Medien. In dieser Drucktechnik treten bis weit in die 1920/30er-Jahre der spezifische Ausdruck und die Experimentierfreude der drei Künstler am vielleicht deutlichsten zutage. Etwa gleichzeitig mit den ersten Holzschnitten und eng mit ihnen verbunden entstanden zudem geschnitzte Reliefs, Aktfiguren und Köpfe, die in ihrer Bearbeitung formal und inhaltlich auf den Holzschnitt zurückwirkten – und umgekehrt.
Den besonderen Umgang der Künstler mit dem Material und der Technik thematisiert die Ausstellung anhand von rund 90 Holzschnitten, fünf Druckstöcken und einer Reihe von Skulpturen. Der Großteil der Werke stammt aus dem eigenen Bestand des Städel Museums, der Sammlung des Frankfurter Mäzens Carl Hagemann.
Kuratorin: Dr. Regina Freyberger (Städel Museum)
MAKING VAN GOGH. GESCHICHTE EINER DEUTSCHEN LIEBE
23. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020
Gartenhallen
Vom 23. Oktober 2019 bis zum 16. Februar 2020 zeigt das Städel Museum eine großangelegte Ausstellung zu Vincent van Gogh (1853–1890). Die umfangreiche Präsentation thematisiert zum einen die besondere Rolle, die deutsche Galeristen, Sammler, Kritiker und Museen für die Erfolgsgeschichte des Vorreiters der modernen Malerei spielten. Zum anderen wird die Bedeutung van Goghs als Vorbild für die Kunst des deutschen Expressionismus beleuchtet. Zu sehen sind etwa 140 Gemälde und Arbeiten auf Papier, darunter etwa 50 zentrale Werke des Künstlers.
Die Ausstellung nimmt das Œuvre van Goghs erstmalig umfassend im Kontext seiner Rezeption in Deutschland in den Blick. Den Ausgangspunkt bildet eine Auswahl von Schlüsselwerken aus allen Schaffensphasen des niederländischen Malers. Darauf aufbauend widmet sich die Präsentation der Bedeutung van Goghs für die Entwicklung der deutschen Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wichtiger Referenzpunkt ist hierbei die umfangreiche Städel Sammlung von Werken des Expressionismus. Neben bekannten Beispielen von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter oder Max Beckmann werden auch wiederzuentdeckende Positionen präsentiert, für die van Gogh ebenso prägend war, darunter Peter August Böckstiegel, Maria Slavona oder Heinrich Nauen.
Das Städel wird hochkarätige Werke aus deutschen wie internationalen Sammlungen präsentieren, darunter das Museum of Fine Arts in Boston, das Cleveland Museum of Art, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, das Metropolitan Museum of Art in New York, die Nationalgalerie in Prag sowie die National Gallery of Art in Washington. Besondere Höhepunkte stellen die Selbstbildnisse aus dem Art Institute in Chicago und dem Kröller-Müller Museum in Otterlo dar. Weitere Highlights sind die berühmte Darstellung der Berceuse Augustine Roulin (1889, Stedelijk Museum, Amsterdam) sowie die Segelboote am Strand von Les Saintes-Maries-de-la-Mer (1888, Van Gogh Museum, Amsterdam).
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Städel Museum), Dr. Felix Krämer (Kunstpalast Düsseldorf)
Gefördert durch: Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung, Städelscher Museums-Verein e.V.
Zusätzliche Unterstützung durch: Stadt Frankfurt am Main
"Große Realistik & Große Abstraktion." Zeichnungen von Max Beckmann bis Gerhard Richter
13. November 2019 bis 16. Februar 2020
Ausstellungshaus, 1.OG
Große Realistik, Große Abstraktion – zwischen diesen beiden Polen bewegt sich der etwa 1800 Blätter umfassende Bestand an deutschen Zeichnungen des 20. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung des Städel Museums. Im Winter 2019 zeigt das Museum eine repräsentative Auswahl von etwa 100 Werken, die die historisch gewachsenen Schwerpunkte der Sammlung widerspiegelt.
Den Auftakt bilden Zeichnungen von Max Beckmann (1884–1950) und den „Brücke“-Künstlern, allen voran Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938). Deren zwischen Gegenstandsnähe und Abstraktion schwankende Bildsprache findet ihre Fortsetzung in den Werken von Künstlern, die sich figurativen und abstrakten Tendenzen im geteilten Deutschland der Nachkriegszeit gewidmet haben. Hierzu zählen Künstler des Informel, neoexpressionistischer Strömungen oder der Pop Art, wie etwa Karl Otto Götz (1914–2017), Joseph Beuys (1921–1986), Georg Baselitz (1938), Gerhard Richter (1932) und Sigmar Polke (1941–2010).
Die Zeichnung diente den Künstlern als unmittelbarer künstlerischer Ausdruck, ob in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs, auf den Boulevards der erwachenden Metropole Berlin oder inmitten der neu entstehenden Konsum- und Warenwelt. Im Medium der Zeichnung konstruierten sie idealistische Lebensentwürfe, begehrten gegen etablierte Traditionen in Politik und Gesellschaft auf oder reflektierten prägende Ereignisse der deutschen Geschichte. Der jeweilige Entstehungskontext bestimmte die Technik, weshalb in der Ausstellung einfache Bleistiftskizzen, farbig leuchtende Pastelle und Aquarelle, miniaturhafte Kreidezeichnungen wie auch monumentale Collagen zu sehen sind.
Mit der Ausstellung erscheint ein Katalog, der erstmals den Bestand der deutschen Zeichnungen des 20. Jahrhunderts im Städel Museum anhand ausgewählter Blätter erschließt.
Kuratorin: Dr. Jenny Graser (Städel Museum)
Gefördert durch: Stiftung Gabriele Busch-Hauck
Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten
Auch 2018 setzen das Städel Museum und das hr-Sinfonieorchester ihre besondere und erfolgreiche Zusammenarbeit fort und laden schon zum vierten Mal gemeinsam zu einem großen Wandelkonzert in die Galerieräume des Frankfurter Museums ein. Am Samstag, 10. November 2018, erhalten Besucherinnen und Besucher ab 20.00 Uhr die Gelegenheit einer unmittelbaren Begegnung von Musik und Bildender Kunst. In verschiedenen Besetzungen präsentieren die Musikerinnen und Musiker des hr-Sinfonieorchesters Kammermusiken diverser Stile. Zu hören sind unter anderem Kompositionen von Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn, Antonio Caldara, Jacques Ibert, Teppo Hauta-aho und Georg Philipp Telemann, welche die Sammlungswerke des Museums auf inspirierende Weise neu erlebbar machen. Das Publikum ist eingeladen, zwischen den Epochen und musikalischen Sphären zu wandeln, sich Zeit zum Innehalten, Sehen und Hören zu nehmen.
Die Tickets im Vorverkauf sind limitiert und kosten 25 Euro, sie können unter tickets.staedelmuseum.de erworben werden. Restkarten an der Abendkasse sind für 28 Euro erhältlich.
Das Wandelkonzert wird gefördert durch die Sparda-Bank Hessen eG.
Beim Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester werden die Sammlungsbereiche des Städel zum Klingen gebracht. Dabei begegnet etwa die monumentale Sonntagsansicht des Frankfurter Dominikaneraltars (1501) von Hans Holbein d.Ä. einer Gesamtschau von Joseph Haydns großdimensioniertem Streichquartett Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze oder Giacinto Brandis Heiliger Eremit (um 1670–1680) und Guido Renis Christus an der Geißelsäule (ca.1603) den barocken italienischen Kirchensonaten von Arcangelo Corelli und Antonio Caldara.
Lovis Corinths Gemälde Carmencita (1924) wird in Beziehung gesetzt zu einem Duett für Violoncello und Kontrabass von Gioacchino Rossini und Karl Schmidt-Rottluffs Gemälde Im Kiosk (1912) tritt in Dialog mit den Bläsertrios von Jacques Ibert und Erwin Schulhoff.
Gleich zwei Werke von Anselm Kiefer bilden in der Gegenwartskunst Ausgangspunkte für musikalische Begegnungen: Die Palette mit Flügeln (1985) trifft auf ein Adagio für Streichquartett des Belgiers Guillaume Lekeu und Die Argonauten (1990) erhalten Besuch von Oktett-Klängen des deutschen Romantikers Ferdinand Thieriot. Außerdem tritt Bernhard Schultzes tachistisches Gemälde Endymion (1955) in Beziehung zu dem 1. Streichtrio des jungen Paul Hindemith.
MUSIKALISCHES PROGRAMM
Béla Bartók Kontraste für Violine, Klarinette und Klavier
Ludwig van Beethoven Sextett für zwei Hörner und Streichquartett Es-Dur op. 81b
Antonio Caldara Sonate da chiesa
Arcangelo Corelli Sonate da chiesa
François Couperin Troisième Leçon de ténèbres
Teppo Hauta-aho Kadenza für Kontrabass solo
Joseph Haydn Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
Paul Hindemith 1. Streichtrio op. 34
Jacques Ibert Cinq pièces für Oboe, Klarinette und Fagott
Guillaume Lekeu Adagio für Streichquartett
Ottorino Respighi Antiche danze ed arie
Giacchino Rossini Duetto für Violoncello und Kontrabass D-Dur
Giacinto Scelsi Drei Stücke für Posaune Solo
Erwin Schulhoff Divertissement für Oboe, Klarinette und Fagott
Georg Philipp Telemann Fantasie für Flöte solo
Ferdinand Thieriot Oktett B-Dur op. 62
Das hr-Sinfonieorchester
Das hr-Sinfonieorchester, 1929 als eines der ersten Rundfunk-Sinfonieorchester Deutschlands gegründet, meistert erfolgreich den Spagat zwischen der Traditionspflege und den Herausforderungen eines modernen Spitzenorchesters. Konzertangebote mit unterschiedlichem stilistischen Fokus, in denen große Sinfonik auf Alte Musik und Gegenwartsmusik trifft, wie zahlreiche Projekte auch für junge Konzertbesucherinnen und –besucher markieren sein aufgeschlossenes künstlerisches Profil.
Mit internationalen Gastspielen und preisgekrönten CD-Produktionen genießt das Orchester als Frankfurt Radio Symphony zugleich weltweit einen hervorragenden Ruf. Regelmäßige Konzertreisen nach Asien sind ebenso selbstverständlich wie die Präsenz auf bedeutenden europäischen Konzertpodien.
Die Städelsche Sammlung
1815 als bürgerliche Stiftung von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel begründet, gilt das Städel Museum als älteste und renommierteste Museumsstiftung in Deutschland. Die Vielfalt der Sammlung bietet einen nahezu lückenlosen Überblick über 700 Jahre europäische Kunstgeschichte – vom frühen 14. Jahrhundert über die Renaissance, den Barock und die klassische Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart. Insgesamt umfasst die Sammlung des Städel rund 3.100 Gemälde, 660 Skulpturen, mehr als 4.600 Fotografien und über 100.000 Zeichnungen und Grafiken. Höhepunkte der Sammlung bilden Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Lucas Cranach, Albrecht Dürer, Sandro Botticelli, Rembrandt van Rijn, Jan Vermeer, Claude Monet, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann, Alberto Giacometti, Francis Bacon, Gerhard Richter, Wolfgang Tillmans oder Corinne Wasmuht.
Die Sparda-Bank Hessen eG
Die Sparda-Bank Hessen eG ist eine Genossenschaftsbank mit hessenweitem Filialnetz und Schwerpunkt im Privatkundengeschäft. Seit vielen Jahren setzt sie sich für gemeinnützige Organisationen, Vereine und Stiftungen in den Bereichen Kultur, Soziales, Bildung, Umwelt und Sport in der Region ein. Seit 2015 fördert die Sparda-Bank Hessen eG das jährliche „Wandelkonzert“ im Städel Museum.
WANDELKONZERT MIT DEM HR-SINFONIEORCHESTER
Samstag, 10. November 2018, ab 20.00 Uhr
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Einlass ab 19.00 Uhr (Abendkasse), Beginn 20.00 Uhr
Eintritt: 25 Euro (limitierter Vorverkauf), 28 Euro (Restkarten an der Abendkasse)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
Kooperationspartner: hr-Sinfonieorchester
Gefördert durch: Sparda-Bank Hessen eG
Anlässlich der umfassenden Sonderausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“ lädt das Städel Museum am Samstag, 27. Oktober ab 20.00 Uhr zur großen Vasarely-Party unter dem Motto „Cube Club: Pulsierende Formen und flimmernde Farben“. Die Ausstellung ist bis spät in die Nacht geöffnet und junge Kunstexperten geben in Führungen Einblicke in Vasarelys vielfältiges Schaffen. Bei „Art Dimensions“ um 21 und 22 Uhr diskutieren zwei Kunstvermittler über die verschiedenen Blickwinkel auf seine Kunst. Gleichzeitig eröffnen im Metzler-Saal DJ Sets von Alan Braxe (Vulture Music, Paris), Rikki Humphrey (Manchester) und Dietmar Wacker (Gosu, Frankfurt) flirrende Klangräume bis in die frühen Morgenstunden. Alan Braxe stammt aus Vasarelys Wahlheimatstadt Paris, wo er seit den Anfängen der elektronischen Musikszene Ende der 90er-Jahre unverzichtbar ist. Mit seinem unverwechselbaren Stil überschreitet Alan Braxe musikalische Generationen und Geschmäcker. An der Bar stehen diverse Snacks und Getränkespecials zur Abkühlung während des „Cube Club“ bereit.
Der Vorverkauf zur Veranstaltung „Cube Club“ ist limitiert und kostet 12 Euro, die Karten können unter tickets.staedelmuseum.de erworben werden. Tickets an der Abendkasse sind für 14 Euro erhältlich, der ermäßigte Eintrittspreis beträgt 12 Euro.
Die große Sonderausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“ präsentiert anhand von über 100 Werken den Erfinder der Op-Art der 1960er-Jahre. Victor Vasarelys (1906–1997) Œuvre erstreckt sich jedoch über mehr als 60 Jahre und bedient sich unterschiedlichster Stile und Einflüsse. Die Entwicklung des Jahrhundertkünstlers wird in der Ausstellung mit zentralen Arbeiten aller Werkphasen nachgezeichnet. Die umfassende Retrospektive Vasarelys versteht sich als Wiederentdeckung einer zentralen Künstlerfigur des 20. Jahrhunderts, welche die Moderne wie keine andere in all ihrer Komplexität widerspiegelt.
CUBE CLUB – DIE PARTY ZUR VASARELY-AUSSTELLUNG
Samstag, 27. Oktober 2018, ab 20.00 Uhr
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: ab 20.00 Uhr bis spät in die Nacht
Eintritt: 12 Euro (limitierter Vorverkauf), 14 Euro (Abendkasse; ermäßigter Eintrittspreis 12 Euro), Zutritt ab 18 Jahren
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
Veranstaltungsprogramm Oktober 2018
Veranstaltungsprogramm Oktober 2018
Ab dem 26. September 2018 zeigt das Städel Museum die groß angelegte Sonderausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“. Anhand von über 100 Werken präsentiert die Retrospektive den Erfinder der Op-Art der 1960er-Jahre. Victor Vasarelys (1906–1997) Œuvre erstreckt sich jedoch über mehr als 60 Jahre und bedient sich unterschiedlichster Stile und Einflüsse. Die Entwicklung des Jahrhundertkünstlers wird mit zentralen Arbeiten aller Werkphasen nachgezeichnet. Der oftmals auf seine Op-Art reduzierte Künstler verbindet die Kunst der frühen Moderne Ost- und Mitteleuropas mit den Avantgarden der Swinging Sixties in Europa und Amerika. Er bediente sich Zeit seines Lebens klassischer Medien und Genres und integrierte in den 1950er-Jahren das Multiple, die Massenproduktion und die Architektur in sein weitverzweigtes Werk. Zugleich blickt die Ausstellung mit Arbeiten wie Hommage au carré (1929) oder figurativen Malereien wie Autoportrait (1944) zurück zu Vasarelys künstlerischen Anfängen. Von diesen frühesten Werken wie Zèbres (1937) über seine Noir-et-Blanc-Periode der 1950er-Jahre erstreckt sich die Auswahl bis zu den Hauptwerken der Op-Art wie den Vega-Bildern der 1970er-Jahre. Die umfassende Retrospektive Vasarelys versteht sich als Wiederentdeckung einer zentralen Künstlerfigur des 20. Jahrhunderts, welche die Moderne wie keine andere in all ihrer Komplexität widerspiegelt.
Neben wichtigen Leihgaben etwa aus dem Centre Pompidou in Paris, der Tate Modern in London, dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York oder der Michele Vasarely Foundation präsentiert die Ausstellung nicht zuletzt den für die Deutsche Bundesbank geschaffenen Speisesaal als herausragendes Beispiel für Vasarelys raumgreifende architektonische Gestaltungen. „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“ entstand in enger Kooperation mit dem Pariser Centre Pompidou, das direkt im Anschluss die Ausstellung „Vasarely, le partage des formes“ eröffnen wird. Die beiden Ausstellungen verbinden zentrale Leihgaben wie der eigens für die Frankfurter Präsentation ausgebaute Speisesaal.
Die Ausstellung konnte dank der Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder realisiert werden. Hinzu kommt die langjährige Förderung der Deutschen Bank als Partner des Städel Museums, welche die Sammlungsarbeit der Abteilung Gegenwart ermöglicht.
„Mit ‚Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne‘ widmet sich das Städel Museum nicht nur einem der vielleicht bekanntesten Unbekannten der europäischen Nachkriegskunst, sondern einmal mehr einer der zentralen Fragen der Gegenwartskunst, nämlich der nach der Kontinuität von Erster und Zweiter Moderne – und ihrer Bedeutung für die Kunst unserer Gegenwart“, so Städel Direktor Philipp Demandt.
„Vasarely holte den Raum der Renaissance, den die Moderne negierte, wieder zurück ins Bild. Die Koordinaten der Zentralperspektive waren aber nicht mehr verlässlich. Die Räume, die er entwirft, sind dynamisch einladend, labyrinthisch und problematisch zugleich. Nur wenn wir in seinen raumgreifenden Op-Art-Kompositionen auch ihre atemberaubenden formalen wie inhaltlichen Abgründe erkennen, wird seine Kunst zum faszinierenden Zeugnis jenes Jahrhundertprojekts, das wir Moderne nennen“, ergänzt Martin Engler, Kurator der Ausstellung und Sammlungsleiter Gegenwartskunst im Städel Museum.
Victor Vasarely kann heute als eine der zentralen Künstlerfiguren des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt werden, deren Bildsprache sich im kollektiven Gedächtnis festgesetzt hat, ohne eine exakte kunsthistorische Verortung erfahren zu haben. Seine künstlerischen Wurzeln liegen in der Auseinandersetzung mit der frühen Moderne. Beeinflusst wurde er durch die Theorien des Bauhauses und des Suprematismus. Später sind es seine technoiden und psychedelisch bunten Arbeiten, die durch optische Effekte in den Raum drängen und auf die Täuschung der Wahrnehmung abzielen. Diese Werke stehen stellvertretend für eine zukunftsgläubige Gesellschaft im Aufbruch. Sie prägen das Erscheinungsbild der Moderne der 1960er- und 1970er-Jahre und sind ebenso Teil der künstlerischen Avantgarde wie der Populärkultur. Durch die Verbreitung seines Werks in Form von Multiples und Auflagenwerken war Vasarely allgegenwärtig. Die Popularität, die er im Sinn einer Demokratisierung der Kunst anstrebte, machte diese auch zum Massenprodukt – im besten wie im schlechtesten Sinn. Wenn seine labyrinthischen Kompositionen, die farbigen Illusionismen, die Abgründe seiner frühen Werke und die vordergründig bunten Op-Art-Bilder malerisch wie inhaltlich im Kontext der Zeit gelesen werden, dann wird seine Kunst zum faszinierenden Zeugnis des Jahrhundertprojekts der Moderne – in seiner ganzen Widersprüchlichkeit.
Ausstellungsrundgang
Die Ausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“ erzählt über zwei Stockwerke die Entstehung und Entwicklung Vasarelys Werk entlang einer rückläufigen Chronologie. Der Besucher begegnet zunächst den Hauptwerken der 1970er- und 1960er-Jahre und wird anschließend durch das vielgestaltige Œuvre bis zum Frühwerk der 1920er- und 1930er-Jahre geführt. „Zentrales Anliegen des rückläufigen Ausstellungsrundgangs mit seinen freistehenden Display-Wänden ist es, das gesamte, von künstlerischen Verknüpfungen wie Widersprüchen durchdrungene Werk Vasarelys als eines der bekanntesten Unbekannten der Kunst des 20. Jahrhunderts visuell erfahrbar zu machen. Das Unmögliche als Möglichkeit war der Antrieb Victor Vasarelys, womit er tradierte Vorstellungen vom Raum in der bildenden Kunst erschütterte und zugleich visionär erweiterte“, erläutert Jana Baumann, Kuratorin der Ausstellung im Städel Museum. Dank der multiplen Blickachsen, die durch die offene Ausstellungsarchitektur der Berliner Architekten Kuehn Malvezzi entstehen, wird deutlich, wie sich Vasarelys Werk trotz formaler Unterschiede der einzelnen Werkgruppen über die Jahrzehnte konsistent weiterentwickelt hat.
Die Schau beginnt im Untergeschoss des Ausstellungshauses mit dem von Vasarely und seinem Sohn Yvaral gestalteten Speisesaal der Deutschen Bundesbank in Frankfurt, der für die Ausstellung im Städel Museum eigens ausgebaut wurde. Das Bestreben des Künstlers, sein Werk von der Leinwand in den Raum zu erweitern und damit ins Alltägliche vorzudringen, lässt sich an diesem Beispiel eindrücklich nachvollziehen. Vasarelys reproduzierbares Bildsystem hat die Möglichkeit einer demokratischen Verbreitung von Kunst eröffnet. Mit seinen architektonischen Integrationen und Multiples – etwa Kroa Multicolor (1963–1968) oder Pyr (1967) – verfolgt er in der Tradition des Bauhaus das Ziel, gestaltend in den Alltag einzugreifen. 1972 ist er am Höhepunkt seiner Karriere angelangt, seine Arbeit allgegenwärtig: Neben dem Entwurf für das Logo der Olympischen Spiele von München wird er von Renault beauftragt, das Logo der Marke zu überarbeiten.
Anschließend begegnet der Besucher Vasarelys psychedelisch bunter Vega-Serie. Bis heute prägen die technoiden Kompositionen das Bild der Op-Art und die Wahrnehmung des Künstlers. Die Quader, Kugeln oder Rhomben der Werkreihe schieben sich trompe-l’œil-artig in den Raum. Diesen visuellen Effekt erzielt Vasarely durch die systematisch verzerrende Vergrößerung beziehungsweise Verkleinerung einzelner Quadrate oder Kreise. In der zwei mal zwei Meter großen Arbeit Vega Pal (1969) oder in Vega 200 (1968) drängt die Komposition als dynamische Halbkugel förmlich aus dem Bild heraus. Vasarelys Malerei in Öl oder Acryl nimmt die computergenerierte Ästhetik folgender Generationen vorweg. Der nun bewusst vielstimmig sich entspinnende Parcours zeigt, wie sehr Vasarely das Erbe der Moderne – vor allem der geometrischen Abstraktion – dehnt und zum Schwingen bringt. Statt in sich ruhender Geometrie begegnet dem Besucher raumgreifende, in den Raum sich erweiternde Malerei, die den Betrachter verwirrt und in Abgründe ziehende Dynamiken entfaltet.
Von den Vega-Bildern ausgehend eröffnen verschiedene Sichtachsen den Blick auf die form- und farbgewaltige Periode der Folklore planétaire sowie die Erfindung der „Unité plastique“ (1959), aus der diese Werkphase entstanden ist. Vasarelys strenge Bildsystematik kombiniert zwei geometrische Grundformen – Quadrat und Kreis – mit einem ebenso klar umrissenen Farbspektrum, bestehend aus sechs Lokalfarben. Das Ergebnis ist ein Bildverfahren, mit dem – fast ohne künstlerische Entscheidungen – immer neue Bilder „produziert“ werden können: das „plastische Alphabet“. Auf der „plastischen Einheit“ basierende und aus dem „plastischen Alphabet“ hervorgegangene Werke wie Calota MC (1967) oder CTA 102 (1965) treten in der offenen Ausstellungsarchitektur mit den Vega-Arbeiten ebenso in Dialog wie mit jenen der vorangegangenen Noir-et-Blanc-Periode. Neben einer Reduktion auf Schwarz und Weiß vollzieht sich in dieser Schaffensphase die endgültige Hinwendung Vasarelys zur geometrischen Abstraktion – einer Abstraktion allerdings, die schon hier behutsam in Bewegung versetzt wird und die bildimmanente Dynamik der Vega-Arbeiten vorwegnimmt.
Das im Zentrum des Untergeschosses platzierte Programmbild Hommage à Malevich (1952–1958) verbindet Vasarelys Früh- und Hauptwerk und präsentiert sich als Schlüsselarbeit für sein gesamtes Œuvre, wenn Malewitschs Schwarzes Quadrat in Bewegung gerät, die geometrischen Formen in den Raum drehen, Quadrate zu Rauten werden und verschiedene Ebenen entstehen lassen. In der Ausstellung zeigt dies ähnlich eindrücklich Tlinko-II (1956), eine Arbeit, deren klares Raster durch vereinzelt aus der Bildfläche kippende – und somit zu Rauten werdende – Quadrate dynamisiert wird. Für Vasarelys Kunst, die das Sehen und die Wahrnehmung zum künstlerischen Experimentierfeld erklärt und die Statik der Moderne überwinden will, werden hier die Grundlagen gelegt.
Von ähnlicher Bedeutung für die Bildsprache Vasarelys sind die am Beginn der Noir-et-Blanc-Serie – und somit seiner Op-Art – stehenden Photographismes. Vasarely setzt sich hier mit dem Positiv-Negativ-Prinzip der Fotografie auseinander. Für die frühen Photographismes wendet er dieses Prinzip in Tuschzeichnungen an. Es scheint, als ob die positiven und negativen Versionen einer Fotografie nicht deckungsgleich übereinandergelegt worden wären. Die dicht an dicht gesetzten Streifen in Schwarz und Weiß erzeugen den Eindruck einer flirrenden Bildoberfläche. So beleuchtet der Abschnitt mit Werken wie Naissance-N (1951) oder Fugue (1958-1960) die jüngsten Anfänge und Vorstufen der Op-Art.
Die Werkchronologie weiterhin rückläufig erzählend beginnt der zweite Teil der Ausstellung im Obergeschoss des Ausstellungshauses mit drei sehr unterschiedlichen, jedoch mehr oder weniger parallel entstehenden Werkgruppen. Die Bilder der Belle-Isle-, Gordes-Cristal- und Denfert-Serien sind Abstraktionen, die ihren Gegenstand noch im Titel tragen. Es sind ebenso eigenständige wie wunderschöne, im besten Sinn spätmoderne Malereien, die, was ihre handwerkliche Faktur, ihre formale wie gedankliche Strenge betrifft, den Perfektionisten der folgenden Jahrzehnte ankündigen. In den Belle-Isle-Arbeiten wird Vasarely von am Meer gefundener Muscheln und Steinen zu organischen Farb- und Formflächen inspiriert. Die Gordes-Cristal-Arbeiten gehen dagegen auf die optischen Erfahrungen zurück, die Vasarely im Bergdorf Gordes gemacht hat. Die verwinkelten – kristallinen – Dachlandschaften kippen in die Fläche und werden zu abstrakt geometrischen Kompositionen. Bei der Betrachtung einer rechteckigen Fensteröffnung im dunklen Innern eines Hauses hingegen ist ihm diese im Licht der Sonne nicht mehr flach, sondern als Lichtkubus erschienen. Hier legt Vasarely den Grundstein für seine Idee der Umkehrbarkeit von Flächenformen und das damit verbundene räumliche Sehen. Die Denfert-Serie verdankt ihren Namen der Pariser Métro-Station Denfert-Rochereau, die er Ende der 1930er-Jahre regelmäßig passierte und die ihn mit ihren gesprungenen Kacheln inspirierte.
Der letzte Teil der Ausstellung widmet sich Victor Vasarelys Anfängen in Budapest im Umfeld der historischen Avantgarden. Schon hier, in seinen ersten bekannten Werken, etwa bei Hommage au carré (1929), deutet sich die raumgreifende Dynamik der Op-Art der 1960er-Jahre an. Die in sich ruhende Statik der Moderne gerät – vorerst nur feinstofflich – in Bewegung, wenn die verschiedenfarbigen Quadrate langsam in die Tiefe des Bildes fluchten. Schon hier wird aber deutlich, dass es um mehr geht als das rein Visuelle, die optische Spielerei. Die technisch perfekten Études de mouvement – Fingerübungen des Werbegrafikers, der Vasarely ursprünglich in Budapest und Paris war – beleuchten die Bedeutung, die der angewandten Kunst von Anfang an für sein Werk und Denken zukam. Vor allem aber ist es die Parallelität der ersten Zèbres und einer verstörenden Figuration wie Les bagnards (Sträflinge) (1935), die über alle Maßen erstaunt. Die in Anspruch und Ästhetik sehr unterschiedlichen Bilder treffen einander im reduzierten Schwarz-Weiß-Rapport, der Zebras wie Gefangene in ganz ähnlicher Weise abstrahiert und oszillieren lässt und den Betrachter optisch wie inhaltlich irritiert. Nicht zuletzt spiegelt sich hier die von totalitären Regimen geprägte Zwischenkriegszeit in Moskau und Berlin. Dem Spiel mit Rapport und Irritation haftet somit schon in seinem Frühwerk, historisch wie inhaltlich, ein dunkler, unheimlicher Unterton an. Dass die von ihm entworfenen Bildwelten in der Nachfolge der Moderne instabil und flüchtig sind, dass sie changieren und sich entziehen, ist in Anbetracht ihrer Genese am Vorababend des Zweiten Weltkrieges ebenso logisch wie aufschlussreich.
Die Geometrie löst sich auf; was zuvor statisch war, kommt ins Trudeln; die Strenge der Moderne wird von optischen Untiefen unterminiert. Ein Befund, der sich an Vasarelys frühen geometrischen Spielereien ebenso ablesen lässt wie an Vonal-Prim, Reytey oder den Vega-Arbeiten, mit denen der Ausstellungsparcours beginnt. Die Bildräume Vasarelys sind sowohl in den 1920er- als auch in den 1960er-Jahren ebenso dynamisch einladend wie labyrinthisch und problematisch. Erst dieses Moment der Verunsicherung macht die dekorativen Oberflächen seiner Kunst komplett. Nur wenn in Victor Vasarelys raumgreifenden Op-Art-Kompositionen auch ihre Abgründe erkennbar werden, wird seine Kunst zum faszinierenden Zeugnis des Jahrhundertprojekts der Moderne.
Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne
Ausstellungsdauer: 26. September 2018 bis 13. Januar 2019
Kuratoren: Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter Gegenwartskunst, Städel Museum),
Dr. Jana Baumann (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Information: www.staedelmuseum.de
Besucherservice und Führungen: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So 10.00–18.00 Uhr; Do, Fr 10.00–21.00 Uhr; montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: 03.10.2018 10.00–18.00 Uhr; 24.12.2018 geschlossen; 25., 26.12.2018 10.00–18.00 Uhr; 31.12.2018 geschlossen; 01.01.2019 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: Samstag, Sonntag und Feiertag 16 Euro, ermäßigt 14 Euro, Dienstag bis Freitag 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 regulär zahlenden Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de.
Für Mitglieder des Städelschen Museums-Vereins ist der Eintritt in die Sonderausstellung frei.
Rahmenprogramm: Die Party zur Vasarely-Ausstellung findet am 27. Oktober 2018 ab 20.00 im Städel Museum statt.
Überblicksführungen durch die Ausstellung: dienstags 15.00 Uhr, donnerstags 19.00 Uhr, samstags 14.00 (außer 13.10.) Uhr sowie 3.10., 16.00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Tickets für die Führungen sind für 5 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn an der Kasse oder unter tickets.staedelmuseum.de erhältlich.
Katalog: Zur Ausstellung erscheint unter dem Titel „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“ im Verlag für moderne Kunst ein von Dr. Martin Engler herausgegebener Katalog mit 249 Seiten. Mit Beiträgen von Martin Engler, Györgyi Imre, Michel Gauthier, Jana Baumann und Valerie Hillings sowie einem Vorwort von Philipp Demandt. Der Katalog erscheint in einer deutschen und einer englischen Version, je 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 7,50 Euro.
Audiotour: Die Audiotour führt in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Die deutsche Audiotour wird von Theater-, Film und Fernsehschauspieler sowie Grimme-Preisträger Sebastian Blomberg gesprochen. Die Tour ist als kostenlose App im Google Play und Apple Store verfügbar und kann bequem von zu Hause auf das Smartphone geladen werden. Vor Ort im Museum kann der Audioguide zu einem Preis von 4,50 Euro (8 Euro für zwei Audioguides) ausgeliehen werden.
Digitorial®: Das Digitorial ist ab sofort unter vasarely.staedelmuseum.de abrufbar.
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit dem Hashtag #Vasarely.
Gefördert durch: Kulturstiftung des Bundes und Kulturstiftung der Länder
Förderer der Gegenwartskunst im Städel Museum: Deutsche Bank AG
Medienpartner: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Handelsblatt, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Kulturpartner: hr2-kultur
Ausstellungsarchitektur: Kuehn Malvezzi
Eine Ausstellung des Städel Museums, Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou, Paris
Vom 23. Oktober 2019 bis zum 16. Februar 2020 zeigt das Städel Museum eine umfassende Ausstellung zu einem der berühmtesten Künstler der Welt: Vincent van Gogh (1853–1890). Die bis dato größte und aufwendigste Präsentation in der Geschichte des Frankfurter Museums thematisiert die besondere Rolle, die deutsche Galeristen, Sammler, Kritiker und Museen für die Erfolgsgeschichte des Malers spielten, der als Vorreiter der modernen Malerei gilt. Zum anderen wird die entscheidende Rolle van Goghs als Vorbild für die Kunst des deutschen Expressionismus beleuchtet. Zu sehen sind mehr als 120 Gemälde und Arbeiten auf Papier, darunter über 50 zentrale Werke von van Gogh und 70 Werke weiterer für die Moderne bedeutender Künstlerinnen und Künstler.
Das Städel wird hochkarätige Werke aus deutschen wie internationalen Sammlungen präsentieren, darunter das Museum of Fine Arts in Boston, das Cleveland Museum of Art, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München, das Metropolitan Museum of Art in New York, die Nationalgalerie in Prag sowie die National Gallery of Art in Washington. Besondere Höhepunkte stellen die Selbstbildnisse aus dem Art Institute in Chicago und dem Kröller-Müller Museum in Otterlo dar. Weitere Höhepunkte sind die berühmte Darstellung der Berceuse Augustine Roulin (1889, Stedelijk Museum, Amsterdam) sowie die Segelboote am Strand von Les Saintes-Maries-de-la-Mer (1888, Van Gogh Museum, Amsterdam).
„Zum Zeitpunkt seines Todes in Auvers-sur-Oise 1890 war das Werk van Goghs nur wenigen Zeitgenossen vertraut. Als zur Jahrhundertwende in den Kulturmetropolen Europas die ersten Van-Gogh-Ausstellungen stattfanden, stieg die Bekanntheit seines Œuvres drastisch an. Die Sonderausstellung im Städel Museum zeigt auf, dass ohne die Rezeptionsgeschichte in Deutschland diese Entwicklung und die bis heute anhaltende Popularität Vincent van Goghs kaum denkbar wären“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.
Die Ausstellung nimmt das Œuvre van Goghs erstmalig umfassend im Kontext seiner Rezeption in Deutschland in den Blick. Den Ausgangspunkt bildet eine Auswahl von Schlüsselwerken aus allen Schaffensphasen des niederländischen Malers. Darauf aufbauend widmet sich die Präsentation der Bedeutung van Goghs für die Entwicklung der deutschen Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wichtiger Referenzpunkt ist hierbei die umfangreiche Städel Sammlung von Werken des Expressionismus. Neben bekannten Beispielen von Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Erich Heckel (1883–1970), Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976), Paula Modersohn-Becker (1876–1907), Gabriele Münter (1877–1962) oder Max Beckmann (1884–1950) werden auch wiederzuentdeckende Positionen präsentiert, für die van Gogh ebenso prägend war, darunter Peter August Böckstiegel (1889–1951), Maria Slavona (1865–1931) oder Heinrich Nauen (1880–1940). Im Zentrum des groß angelegten Ausstellungs- und Forschungsprojekts steht das Anliegen, einen entscheidenden Beitrag für das Verständnis der Kunstentwicklung in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu liefern und dabei Vincent van Goghs Rolle als Schlüsselfigur für die Kunst der deutschen Avantgarde aufzuzeigen.
Die Ausstellung wird von der Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung und dem Städelschen Museums-Verein e.V. gefördert.
„Van Gogh ist tot, aber die van Gogh-Leute leben. Und wie leben sie! Überall van Goghelt’s“, formulierte Ferdinand Avenarius 1910 in der Zeitschrift „Der Kunstwart“ und beschrieb damit die Faszination, die Vincent van Goghs Malerei Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem auf junge Künstlerinnen und Künstler in Deutschland ausübte. Deutschland ist für die Erfolgsgeschichte des Niederländers von entscheidender Bedeutung: Bereits knapp fünfzehn Jahre nach seinem Tod und damit früher als in anderen Ländern wurde der Künstler hier durch das Engagement von Galeristen, Kritikern und Museumsdirektoren als einer der bedeutendsten Vorreiter der modernen Malerei wahrgenommen. Auch das Städel und sein damaliger Direktor Georg Swarzenski spielten hierfür eine zentrale Rolle. Als erstes öffentliches Museum in Deutschland erwarb das Städel mit Unterstützung seines Museums-Vereins 1908 das frühe Gemälde Bauernhaus in Nuenen und eine Zeichnung van Goghs. 1912 folgte das Gemälde Bildnis des Dr. Gachet (1890), das dem Städel Museum im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ entzogen wurde. Der Städel Direktor Swarzenski befürwortete darüber hinaus aktiv den Ankauf von van Goghs Werken durch andere Museen wie die Kunsthalle Bremen.
MAKING VAN GOGH. GESCHICHTE EINER DEUTSCHEN LIEBE
Kuratoren: Dr. Alexander Eiling (Leiter Kunst der Moderne, Städel Museum) und Dr. Felix Krämer (Generaldirektor, Kunstpalast Düsseldorf)
Projektleitung: Elena Schroll (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kunst der Moderne, Städel Museum)
Ausstellungsdauer: 23. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 22. Oktober 2019, 11.00 Uhr
Information: www.staedelmuseum.de
Besucherservice und Führungen: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Kartenvorverkauf: Flextickets zum Preis von 25 Euro ab sofort online unter shop.staedelmuseum.de erhältlich
Gefördert durch: Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung, Städelscher Museums-Verein e.V.
Zusätzliche Unterstützung durch: Stadt Frankfurt am Main
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