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Georg Baselitz. Die Helden 14.6.2016

Fünfzig Jahre nach ihrer Entstehung präsentiert das Städel Museum vom 30. Juni bis 23. Oktober 2016 Georg Baselitz’ berühmte „Helden“-Bilder in einer umfassenden monografischen Sonderausstellung. Georg Baselitz (geb. 1938) zählt zweifelsohne zu den prägendsten Malern und Bildhauern unserer Zeit. Seine kraftvolle Werkgruppe der „Helden“ und „Neuen Typen“ gilt weltweit als Schlüsselwerk der deutschen Kunst der 1960er-Jahre und wird in der von Max Hollein kuratierten Schau erstmals in großem Umfang gezeigt. Zu sehen sind 70 Gemälde und Arbeiten auf Papier, deren monumentale Figuren, aggressiv und trotzig gemalt, bis heute ambivalent, schicksalhaft und verletzlich wirken. Es sind zerschlissene Soldaten, resignierte Maler, denen ihr latentes Scheitern ebenso eingeschrieben ist wie ihre ungewisse Zukunft. Die inhaltliche Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit der „Helden“ findet ihr Äquivalent im Formalen. Die stets mittig frontal gegebene und klar konturierte Figur kontrastiert mit der Wildheit der Farbwahl und Heftigkeit der Malweise. Leihgaben aus bedeutenden internationalen Museums- und Privatsammlungen eröffnen dem Publikum einen umfassenden Blick auf diese Ikonen der deutschen Nachkriegskunst, die der damals erst 27-jährige Baselitz 1965/66 in explosionsartiger Produktivität entwickelte. Nach ihrem Auftakt im Frankfurter Städel Museum wandert die groß angelegte Ausstellung weiter an das Moderna Museet Stockholm, in den Palazzo delle Esposizioni Rom und an das Guggenheim Museum Bilbao.

Die Ausstellung „Georg Baselitz. Die Helden“ wird gefördert durch Goldman Sachs.

„Die ‚Helden‘-Bilder sind Markstein und vehementer Dreh- und Angelpunkt im Werk von Georg Baselitz. Sie sind aus tiefster innerer Notwendigkeit entstanden, als bewusste Auseinandersetzung mit einer virulenten, inhaltlich aufgeladenen Thematik und stellen eine zeitlose Reflexion der künstlerischen Existenz an sich dar. Anhand einer eindrucksvoll veranschaulichten, selbst empfundenen Isolation, Entwurzelung und Haltlosigkeit etablieren die Arbeiten den prekären Erfahrungszustand des Künstlers in einer gebrochenen Welt und konfrontieren mit einem paradigmatischen Künstlerbild“, so Max Hollein, Kurator der Ausstellung.

Georg Baselitz hatte 1965 eine in vielerlei Hinsicht zerstörte Ordnung vor Augen: Zwanzig Jahre nach Kriegsende standen in Deutschland Ideologien und politische Systeme sowie künstlerische Stile zur Diskussion. Dem Künstler kam dieser Mangel an Ordnungen entgegen, denn jegliche Vereinnahmung durch kategorische Einteilungen war und blieb ihm fremd. In seiner skeptischen Grundhaltung betonte er die zwiespältigen Aspekte seiner Gegenwart. Entsprechend widersprüchlich wirken seine monumentalen „Helden“ im zerschlissenen Kampfanzug, die von Versagen und Resignation gezeichnet sind. Dass Baselitz sich in dieser Zeit überhaupt dem Thema der Helden zuwandte, war per se provokant. Das (männliche) Heldentum und seine einstigen Vertreter waren durch Krieg und Nachkriegszeit fragwürdig geworden. Der Künstler lässt Gestalten aus einer bereits verschüttet geglaubten Vergangenheit wiederauferstehen und bildet damit eine Wirklichkeit ab, wie sie in der bundesrepublikanischen Erfolgsgeschichte des Wirtschaftswunders nur ungern gesehen wurde. Und das in der damals vermeintlich obsoleten Form der figurativen Malerei. Es ging in dieser Auseinandersetzung aber um weit mehr als um allgemeine Gesellschaftsfragen. In zahlreichen Rollenbildern, die vom bisher unbeanspruchten „Neuen Typ“ über den historisch-politisch konnotierten Rebell und Partisan und den geistigen Hirten bis hin zu dem des positionierenden Malers reichten, vergegenwärtigt Baselitz seine individuelle Haltung und seinen besonderen Weg als Maler. Hier reflektierte er selbst über seine eigene Position im Verhältnis zu dieser Gesellschaft – eine wuchtige Selbstbehauptung und Identitätsbestimmung entgegen allen aktuellen Strömungen der damaligen Zeit. „Ich habe viele Experimente gemacht in 50 Jahren. Ich denke aber, dass die ‚Helden‘ keine Nachhilfe mehr benötigen“, so Georg Baselitz über die Werkgruppe der „Helden“ und „Neuen Typen“.

„Die Ausstellung im Städel Museum präsentiert die ‚Helden‘-Bilder Baselitz’ in einem Spiel aus Leere und Verdichtung über zwei Stockwerke des Ausstellungshauses“, erklärt die Co-Kuratorin Eva Mongi-Vollmer. Besonderer Wert wird auf die Wirkung der einzelnen Bilder und Zeichnungen gelegt. So wird sowohl durch die variierenden Wandfarben als auch durch eine stark rhythmisierte und immer wieder überraschende Hängung der Ausstellungsbesuch die Wahrnehmung für die Kunstwerke schärfen und den Betrachter sensibilisieren.

Die jeweiligen „Helden“ und „Neuen Typen“ mit ihren kolossalen Körpern und extrem kleinen Köpfen sind stets in der Bildmitte zu finden. Sie taumeln, schreiten teils ungeschickt, teils souverän durch den Bildraum. Die sie umgebende trostlose Landschaft zeugt, in Analogie zu ihren geschundenen Leibern, von Verwüstung: brennende Häuser, entlaubte Bäume, aufgewühlte Erdhaufen. Die vagabundierenden „Helden“ tragen ein Repertoire an wiederkehrenden Gegenständen wie Tornister, Paletten und Malerpinsel oder Marterinstrumente mit sich. Trotz der sich wiederholenden Ausführung im gleichen Format von 162 mal 130 Zentimetern birgt jedes einzelne Werk einen eigenen Ausdruck, der stark mit der jeweiligen Malweise und Farbwahl zusammenhängt. In der losen chronologischen Abfolge der Werke in der Ausstellung zeichnet sich Baselitz’ allmähliche Loslösung vom Motiv ab. Von dort bis zur seiner späteren Umkehrung des Motivs ist es nur noch ein kurzer Weg.

Ihren Anfang nahm die Werkgruppe der „Helden“ und „Neuen Typen“ während Baselitz‘ Stipendium an der Villa Romana in Florenz. Zurück in Westberlin arbeitete er das Thema weiter aus. Die vielfach besprochene Skandalgeschichte, die mit der Ausstellung in der Galerie Werner & Katz 1963 begann, war zu diesem Zeitpunkt im Ausklang begriffen. Im Frühwerk Baselitz‘ bilden die „Helden“-Bilder einen besonderen Wendepunkt und können heute als historisches Dokument angesehen werden. Die Werke fügen sich nicht ein, in die vorherrschenden damaligen künstlerischen Tendenzen, seien es die Zukunftsvision von ZERO, die französischen und amerikanischen Abstraktionen oder die Abwandlungen des deutschen Nachkriegsinformel. Sie geben sich auch zwanzig Jahre nach Kriegsende nicht mit einem oberflächlichen Gefühl des Neuanfangs zufrieden. Kreisen die „Helden“ und „Neuen Typen“ zwar motivisch um sich wiederholende Elemente, so werden sie in ihrer malerischen Ausformulierung monströs, zerrüttet und wuchtig. Sie bilden eine wichtige Position innerhalb der deutschen Kunst nach 1945.

Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein umfassender Katalog, in dem Herausgeber Max Hollein einleitend über Malerei als Befreiung schreibt, während Alexander Kluges literarische Texte einen ganz eigenen eindrucksvollen Wahrnehmungsraum entstehen lassen; Uwe Fleckner wendet sich in einem Kapitel dem postheroischen Helden zu, der Kunsthistoriker Richard Shiff verschafft sich einen lebendigen Eindruck von verlorenen Helden und Städel Kuratorin Eva Mongi-Vollmer widmet sich im Katalog der Entstehungsjahre der „Helden“.

Der Audioguide zur Ausstellung (auch auf der Städel App erhältlich) wird u. a. von Georg Baselitz und Alexander Kluge gesprochen. Ein aufwendig gestaltetes Digitorial gibt ab Mittwoch, 15. Juni 2016 unter baselitz.staedelmuseum.de umfassende Einblicke in zentrale Thesen und Werke der Ausstellung.

Georg Baselitz
Der am 23. Januar 1938 in Deutschbaselitz in Sachsen geborene Georg Baselitz begann sein Kunststudium an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin-Weißensee (Ost). Nach zwei Semestern wurde er wegen „gesellschaftspolitischer Unreife“ von der Schule verwiesen und setzte daraufhin 1957 sein Studium in Berlin-Charlottenburg (West) fort. Erste Auslandsreisen führten ihn nach Amsterdam und Paris. 1961 begann seine Ausstellungsaktivität gemeinsam mit Eugen Schönebeck in einem leerstehenden Haus, anlässlich deren das später so genannte erste „Pandämonische Manifest“ erschien. Es folgten kontrovers diskutierte Galerieausstellungen. 1966 verließ er Berlin und siedelte nach Rheinhessen (nahe Worms) um. 1969 malte Baselitz sein erstes Bild mit umgekehrtem Motiv – dieser Entscheidung blieb er in der weiteren Werkentwicklung treu. Die Bekanntheit des Künstlers wuchs und damit häuften sich seine Ausstellungsteilnahmen im Ausland; 1980 vertrat er zusammen mit Anselm Kiefer die Bundesrepublik Deutschland bei der 39. Biennale von Venedig. Es folgten vielbeachtete Ausstellungen in verschiedenen Ländern, darunter in Großbritannien und in den USA. Auch die bereits 1978 in Karlsruhe begonnene Lehrtätigkeit setzte sich zwischen 1983 und 1988, später wieder ab 1992 in Berlin fort. Zahlreiche Retrospektiven, Auszeichnungen, Preise und Ehrenprofessuren würdigen bis heute die Bedeutung seines Schaffens.

GEORG BASELITZ. DIE HELDEN

Kurator: Max Hollein, Direktor Fine Arts Museums of San Francisco
Co-Kuratorin: Dr. Eva Mongi-Vollmer, Städel Museum
Ausstellungsdauer: 30. Juni bis 23. Oktober 2016
Pressevorbesichtigung: Mittwoch, 29. Juni 2016, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: Mo 3.10., 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren;. Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein von Max Hollein und Eva Mongi-Vollmer herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Uwe Fleckner, Max Hollein, Alexander Kluge, Richard Shiff und Eva Mongi-Vollmer. Deutsche und englische Ausgabe, ca. 172 Seiten, 29,90 Euro (Museumsausgabe).

Digitorial: Das Digitorial wird durch die Aventis Foundation ermöglicht. Es ist ab 15. Juni 2016 unter baselitz.staedelmuseum.de abrufbar.
Städel App: Die App ist für Android- und iOS-Smartphones optimiert und bietet mit Beginn der Ausstellung die Audiotour zum Download auf das Smartphone.
Audiotour: Die Audiotour umfasst Ausschnitte eines Interviews mit Georg Baselitz sowie Essays zu einzelnen Bildern des „Helden“-Zyklus, verfasst und gelesen von Alexander Kluge. Deutsch und englisch, 4 Euro; zwei Audioguides 7 Euro.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Baselitz und #Staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Do 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr sowie Mo 3.10., 16.00 Uhr. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.

Gefördert durch: Goldman Sachs

Medienpartner: Frankfurter Rundschau, Andy Warhol’s Interview Magazine, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

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Veranstaltungsprogramm Juli 2016 8.6.2016

Veranstaltungsprogramm Juli 2016

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Jahresbericht 2015 7.6.2016

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Feierliche Verabschiedung von Max Hollein im Kaisersaal des Frankfurter Römers 22.5.2016

(Frankfurt am Main, 22. Mai 2016) Mit einer feierlichen Veranstaltung im Frankfurter Römer wurde Max Hollein heute offiziell verabschiedet. Die Ehrung des langjährigen Direktors der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung fand im Kaisersaal des Römers statt, im Beisein des Kulturdezernenten Prof. Dr. Felix Semmelroth, des Vorsitzenden der Administration des Städel Museums, Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, des Vorsitzenden der Schirn-Freunde, Christian Strenger, der Vorsitzenden des Städelschen Museums-Vereins, Sylvia von Metzler und von mehr als 350 weiteren Wegbegleitern und Freunden. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Max Hollein das Gemälde „Das rote Flugzeug“ (1932) von Franz Radziwill präsentiert, welches ihm zu Ehren und aus Dankbarkeit für seine Verdienste für die Sammlung des Städel erworben wurde. Bevor Max und Nina Hollein mit ihren drei Kindern von einem VW-Bus aus der Hippiezeit vor dem Römer abgeholt wurden, überraschte ein Mitarbeiterchor aus den drei Häusern den scheidenden Direktor mit einem persönlichen musikalischen Dankeschön.

Der Frankfurter Kulturdezernent, Prof. Dr. Felix Semmelroth, betonte: „Die Kultur spielt in unserer Stadt eine besondere Rolle. Sie ist das entscheidende Element für unser Zusammenleben. Max Hollein hat diesen Wert früh erkannt und sich mit Nachdruck und Verve immer für das kulturelle Leben in dieser Stadt eingesetzt. Er ist ein außergewöhnlicher Kultur-Botschafter und hat sich in hohem Maße um die Kulturstadt Frankfurt verdient gemacht. Mit fachlicher Kompetenz und Esprit hat Hollein unzählige Menschen für Kunst begeistert – und das nicht nur in Frankfurt mit seiner offenen Bürgergesellschaft, sondern auch im Ausland.“

Der Vorsitzende der Administration des Städel Museums, Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, sagte: „In seinen insgesamt über 15 Frankfurter Jahren ist es Max Hollein gelungen, alle drei Kunsthäuser zu den aufregendsten und erfolgreichsten ihrer Art zu machen. Es ist keineswegs übertrieben zu betonen, dass er wie kaum ein anderer die Art und Weise, wie man heutzutage eine Kulturinstitution leitet, bestimmt und verändert hat.“

Der Vorsitzende der Schirn Freunde, Christian Strenger betonte: „Max Hollein bringt Menschen durch und für die Kunst zusammen. Er hat beispielgebend gezeigt, wie Menschen zu motivieren sind, für die Kunst zu 'brennen'! Die inzwischen 1.900 Schirn Freunde sind dafür lebendiger Beweis.“

Sylvia von Metzler, die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins, erinnerte in ihrer sehr persönlichen Rede an Holleins Talent, viele Freunde für die drei Häuser zu gewinnen: „Du hast es geschafft, die internationale Kunstszene – von Julian Schnabel über Jeff Koons bis Yoko Ono, wichtige Galeristen, Sammler und Museumsdirektoren aus aller Welt – mit zahlreichen Frankfurter Kunstfreunden, Mäzenen und Unterstützern zusammenzubringen und damit einen lebendigen Ort des Austausches und der menschlichen Bereicherung entstehen zu lassen. Dafür gilt Dir unser aller Dank.“

Als Anerkennung und Dank für Holleins Verdienste hat das Städel Museum für die Sammlung der Kunst der Moderne Franz Radziwills „Das rote Flugzeug“ (1932) erworben. Der Künstler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit und war bislang nicht in der Städelschen Sammlung vertreten. Radziwill wuchs in der Nähe eines Flugplatzes in Bremen auf, was zu einer lebenslangen Faszination für die Luftfahrt führte. Obwohl Flugzeuge vielfach in seinem Œuvre wiederkehren, zeichnet sich dieses Hauptwerk Radziwills durch die Monumentalisierung der Maschine sowie eine äußerst detailgetreue Wiedergabe aus. Im Hinblick auf das Bildmotiv passt das Werk ausgezeichnet zur Flughafenstadt Frankfurt, in der Flugzeuge wie nirgends sonst in Deutschland ein fester Bestandteil städtischer Identität sind. Zugleich fügt sich das Werk nahtlos in eine Reihe von Gemälden von Volker Böhringer, Otto Dix, Karl Hubbuch, Lotte Laserstein und Josef Scharl aus der Städel-Sammlung ein. Da sich Max Hollein in seiner Zeit als Direktor am Städel durch signifikante Erwerbungen auch besonders für die Neue Sachlichkeit eingesetzt hat, bietet der Ankauf von Radziwills „Das rote Flugzeug“ eine einzigartige Möglichkeit, sein Engagement dauerhaft zu manifestieren. Insgesamt konnten die Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung unter Max Hollein um mehr als 2.800 Werke erweitert werden.

Max Hollein (*1969) studierte Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte in Wien. Während dieser Zeit war er unter anderem freier Mitarbeiter der Tageszeitung „Der Standard“. 1995 zog er nach New York, um am Solomon R. Guggenheim Museum zu arbeiten, wo er zuletzt als „Chief of Staff and Manager of European Relations“ tätig war. 2001 kam er als Direktor der Schirn Kunsthalle nach Frankfurt am Main. Von 2006 bis Mai 2016 war er in Personalunion auch Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Rasch gewann Max Hollein die Unterstützung von Privatleuten, Stiftungen und Unternehmen. Publikumserfolge wie „Edvard Munch. Der moderne Blick“ in der Schirn Kunsthalle, „Monet und die Geburt des Impressionismus“ im Städel, „Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulptur“ im Liebieghaus oder der Städel Erweiterungsbau, für den er 52 Millionen Euro akquirierte, prägten sein Schaffen an der Spitze der drei Häuser. Alle drei haben sich unter seiner Leitung signifikant weiterentwickelt und zählen heute zu den erfolgreichsten Kunstinstitutionen Europas. Auch konnten die Einrichtungen dank innovativer Online-Kommunikations- und Vermittlungsprogramme ihre Bekanntheit ausbauen und ihren Bildungsauftrag weit über die physischen Grenzen der Häuser hinaus wahrnehmen. Max Hollein ist Mitglied in zahlreichen Aufsichts- und Beratungsgremien internationaler Kulturinstitutionen, u. a. der Nationalgalerie in Prag, der Eremitage in St. Petersburg, des Palais de Tokyo in Paris, der Istanbul Modern oder der Neuen Galerie in New York. Hollein wird zum 1. Juni 2016 neuer Direktor der Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF), der größten öffentlichen Kunstinstitution in Nordkalifornien, deren Häuser mit 1,6 Millionen Besuchern 2014 die am vierthäufigsten besuchten Museen der USA waren.

PRESSEKONTAKT:
Axel Braun, Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, E-Mail: braun@staedelmuseum.de; Telefon: +49 (0)69 60 50 98-170, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188
Pamela Rohde, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, D-60311 Frankfurt, E-Mail: pamela.rohde@schirn.de; Telefon: +49 (0)69 29 98 82-148, Fax: +49 (0)69 29 98 82-240

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Veranstaltungsprogramm Juni 2016 11.5.2016

Veranstaltungsprogramm Juni 2016

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Schaufenster des Himmels. Der Altenberger Altar und seine Bildausstattung 10.5.2016

Vom 22. Juni bis zum 25. September 2016 widmet das Städel Museum der Kunst des Mittelalters eine konzentrierte Schau mit erlesenen Exponaten. In der Ausstellung „Schaufenster des Himmels“ wird eine der eindrucksvollsten Kirchenausstattungen zu erleben sein, die sich aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert erhalten hat: Der frühgotische Altenberger Altar und seine reiche Bildausstattung. In der Schau werden das Hochaltarretabel mitsamt seinem Schreinkasten, der zentralen Muttergottesfigur und den Flügelbildern mit Passions- und Mariendarstellungen sowie das aus dem ehemaligen Prämonstratenserinnen-Kloster Altenberg an der Lahn stammende Ensemble kostbarster Ausstattungsstücke rund um den Altar wieder zusammengeführt. Werke der Tafelmalerei und Skulptur sowie der Textil- und Goldschmiedekunst lassen ein komplexes Bezugssystem von Bildern lebendig werden und führen das Zusammenspiel verschiedener Medien in einer konkreten Altarraumausstattung des frühen 14. Jahrhunderts eindrücklich vor Augen. Die 37 Exponate können innerhalb der Ausstellung erstmals seit der Säkularisation des Klosters zu Beginn des 19. Jahrhunderts zusammen gezeigt werden. Im Zentrum der Ausstellung steht das wandelbare Flügelretabel des Hochaltars, das diesen ab etwa 1330 schmückte. Die Flügeltafeln des Altarzusammenhangs wurden 1925 für das Städel erworben und zählen nicht nur zu den frühesten, sondern zugleich zu den herausragendsten Werken der deutschen Tafelmalerei. Diese zentralen Werke des Städelschen Sammlungsbereichs Alte Meister können nun umfassend in ihrem historischen, künstlerischen und funktionalen Zusammenhang präsentiert werden. Die Schau basiert auf den Ergebnissen langjähriger Forschungsarbeiten und jüngster gemäldetechnischer Untersuchungen des Retabels zu Fragen der Betrachtungsweise von Bildern auf dem Hochaltar auch außerhalb der Gottesdienste.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung der Länder.

Die Bandbreite der zum Altenberger Retabel gehörigen Ausstattungsstücke, die in der Schau zu sehen sind, ist groß: Sie reicht von Reliquiaren, die ursprünglich im Inneren des Schreinkastens präsentiert wurden, über figürlich bestickte, mit Stifterinschriften versehene Altardecken von etwa 1330, Goldschmiedearbeiten und Altarkreuze des 13. Jahrhunderts bis hin zu figürlichen Glasmalereien des Chorachsenfensters aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die Überlieferung der zugehörigen Altardecken für ein Altarensemble dieser Zeit ist einmalig. Zeitgleich mit den Tafelbildern entstanden sie als gestickte Bilder von beeindruckender Größe und Qualität, die den Altartisch vor dem Retabel schmückten. Zwei dieser bestickten Leinendecken werden in der Ausstellung gezeigt. Auch das Chorscheitelfenster, das ehemals hinter dem Hochaltarretabel einen eigenständigen Bildzyklus darstellte, kann in mehreren originalen Fensterabschnitten, die unter anderem eigens aus dem Metropolitan Museum of Art in New York nach Frankfurt entliehen werden, und ergänzenden Aquarellkopien aus dem 19. Jahrhundert präsentiert werden.

Die unterschiedlichen Ausstattungsstücke der Klosterkirche beziehen sich funktional wie auch inhaltlich aufeinander. Die Darstellung einer auf einem Thron sitzenden, von den Heiligen Drei Königen verehrten Madonna mit Kind findet sich nicht nur prominent platziert auf den schon um 1300 entstandenen Glasmalereien im zentralen Chorfenster, sie ist auch als in reichen Farben gestaltete Skulptur im Zentrum des Retabels von 1330 sowie im Bildprogramm der gestickten Altardecken erkennbar.

„Die bewusste Wiederholung ein und desselben Motivs in unterschiedlichen Medien und an verschiedenen Orten verstärkte die zentrale Bedeutung, die der hier dargestellten Figur – der Gottesmutter als Hauptpatronin des Klosters Altenberg – beigemessen wurde“, so Jochen Sander, Kurator der Ausstellung. „Dabei funktionierte der Hochaltar mit seinen gestickten, gemalten und plastischen Bildern, vor allem aber mit seinen heilsvermittelnden Reliquien der Heiligen für den mittelalterlichen Betrachter buchstäblich als Schaufenster des Himmels.“

Die Wandelbarkeit des Altarretabels, dessen Flügel in sich faltbar waren und damit neben einer vollständigen Öffnung oder Schließung des Schreins zusätzlich dessen Teilöffnung ermöglichte, erlaubte verschiedene Inszenierungen der im Schrein ausgestellten zentralen Muttergottesfigur und der sie begleitenden Reliquiare. Durch die jeweilige Auswahl einer der ursprünglich drei zugehörigen Altardecken mit ihren gestickten Bildprogrammen konnte diese Inszenierung noch weiter variiert werden.

In einer 3D-Visualiserung können die Ausstellungsbesucher über ein Bedienfeld das Zusammenwirken dieser verschiedenen Objekte des Altarraums von verschiedenen simulierten Standorten im Kirchenraum aus erleben. Eine Audiostation gibt zusätzlich Aufschluss darüber, wie Altarflügel und Hochaltar zu verschiedenen Festtagen im Kirchenjahr inszeniert wurden.

Der Altar und die übrigen Exponate der Ausstellung befanden sich bis zur Säkularisierung im Kloster Altenberg und gingen 1803 in den Besitz der Fürsten von Solms-Braunfels über. Zahlreiche Stücke befinden sich deshalb noch heute im Schlossmuseum Braunfels. Wegen der herausragenden Qualität der Altenberger Kirchenausstattung bestand allerdings schon im 19. Jahrhundert großes Interesse an den Objekten, und so gelangten viele der Kunstwerke in bedeutende Sammlungen weltweit – von hochkarätigen Privatsammlungen über die Sammlungen der Stadt Frankfurt, der Wartburg-Stiftung in Eisenach sowie des Bayerischen Nationalmuseums in München bis hin zur Eremitage in Sankt Petersburg und dem Metropolitan Museum of Art in New York. In der Präsentation im Städel Museum werden diese Objekte nun wiedervereint und in ihrem ursprünglichen Kontext als Gesamtkunstwerk zu erleben sein.

Die Schau bietet zudem einen sehr persönlichen Blick auf eine der seit dem Mittelalter wohl beliebtesten Heiligen: Elisabeth von Thüringen. Sie hatte ihre jüngste Tochter Gertrud als Kleinkind der Obhut der Altenberger Klosterschwestern anvertraut. Gertrud übernahm mit 21 Jahren die Leitung des Klosters und bestimmte die Ausstattung der Klosterkirche entscheidend mit. Ein um 1270 entstandener Wandbehang veranschaulicht die Vita Elisabeths und ihres Gatten Landgraf Ludwig IV. Dieses Werk könnte vor der Errichtung des Retabels an hohen Festtagen hinter der Altarmensa präsentiert worden und damit der textile Vorläufer des Altarretabels gewesen sein. Die gestickte Bildvita und ein zweiter großer, ebenfalls unter Gertrud entstandener, mit Figuren bestickter Behang, der an Gedenktagen der Familie gezeigt wurde, ermöglichen – zusammen mit weiteren Stücken des Klosters wie dem Armreliquiar der hl. Elisabeth, ihrer Silberkanne und dem angeblichen Ringes ihres Mannes – einen Einblick in die Geschichte Elisabeths von Thüringen und ihrer Familie. Gleichzeitig wird über die sich in diesen Werken offenbarenden, weitreichenden Verbindungen der Landgrafentochter auch politische Geschichte auf internationaler und regionaler Ebene sichtbar.

Die im Rahmen der Sonderausstellung gezeigten textilen Bildwerke führen zusammen mit den hier erstmals präsentierten Ergebnissen jüngster gemäldetechnischer Untersuchungen des Retabels zu neuen Erkenntnissen und Perspektiven bezüglich der Zugänglichkeit und nahsichtigen Rezeption von Bildern am Hochaltar. Die aktuellen Forschungsergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Außenseiten des Altars ursprünglich ein Dekorationssystem mit weiteren Heiligendarstellungen und Inschriften aufwiesen, das sich nahtlos an die Flügelbemalung anschloss. Seiten und Rückwand waren demnach integraler Bestandteil der Retabelgestaltung und aus nächster Nähe zu betrachten. Die Altar-Rückseite ergänzte die Schauseite somit um eine zusätzliche Sinnebene und war offensichtlich auch für eine außerliturgische Nutzung, etwa zur privaten Andacht, konzipiert. Für die kunst- und kulturhistorisch höchst spannende Diskussion über die Funktion der Bilder am Hochaltar im Mittelalter werden mit diesen Entdeckungen völlig neue Grundlagen geschaffen. Die aktuellen Befunde werden im Ausstellungskatalog dokumentiert, weitere detaillierte Ergebnisse und Forschungsbeiträge zu diesen Themen präsentiert der zeitgleich zur Schau erscheinende Begleitband Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter, eine Publikation zum gleichnamigen Passavant-Kolloquium 2015 im Städel Museum, herausgegeben und eingeleitet von Jochen Sander, Stefanie Seeberg, Fabian Wolf und mit Texten zahlreicher internationaler Wissenschaftler. Die Ergebnisse der Röntgenfluoreszenz-Untersuchung werden zudem unter www.staedelmuseum.de/ausstellungen/altenberger-altar im Detail digital veröffentlicht und dort dauerhaft zugänglich sein.

SCHAUFENSTER DES HIMMELS. DER ALTENBERGER ALTAR UND SEINE BILDAUSSTATTUNG

Kurator: Prof. Dr. Jochen Sander, stv. Direktor und Sammlungsleiter holländische, flämische und deutsche Malerei vor 1800, Städel Museum
Ausstellungsdauer: 22. Juni bis 25. September 2016
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 21. Juni 2016, 11.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Fr 19.00 Uhr, So 11.00 Uhr. Die Teilnahmegebühr ist im Eintrittspreis enthalten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Deutschen Kunstverlag ein umfassender, von Jochen Sander herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Jochen Sander, Julia Schultz, Stefanie Seeberg, Christoph Krekel, Christiane Weber und Fabian Wolf. Zweisprachige Ausgabe auf Deutsch und Englisch, 186 Seiten, 24,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitpublikation: Als Begleitpublikation erscheint im Deutschen Kunstverlag der Tagungsband des Passavant-Kolloquiums vom 13. und 14. November 2015 unter dem Titel Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter, herausgegeben von Jochen Sander, Stefanie Seeberg und Fabian Wolf, mit Beiträgen von Angela Kappeler, Stephan Kemperdick, Peter Knüvener, Christian N. Opitz, Victor M. Schmidt, Johannes Tripps, Gerhard Weilandt, Matthias Weniger, Jörg Widmaier und Susanne Wittekind; durchgängig farbige Abbildungen, 192 Seiten, 19,90 Euro.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #AltenbergerAltar und #Staedel.

Gefördert durch: Kulturstiftung der Länder

Medienpartner: Weltkunst

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Veranstaltungsprogramm Mai 2016 11.4.2016

Veranstaltungsprogramm Mai 2016

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Max Hollein beendet seine langjährige Tätigkeit am Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung und Schirn Kunsthalle Frankfurt 23.3.2016

(Frankfurt am Main, 23. März 2016) Nach über 15 Jahren in Frankfurt am Main beendet Max Hollein seine Arbeit an den von ihm geleiteten Kunstinstitutionen Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung und Schirn Kunsthalle Frankfurt. Hollein wird zum 1. Juni 2016 Direktor der Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF), der größten öffentlichen Kunstinstitution in Nordkalifornien und mit 1,6 Millionen Besuchern in 2014 am vierthäufigsten besuchten Museums der USA.

Der Vorsitzende der Administration des Städel Museum, Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, kommentierte Holleins Entscheidung wie folgt: „Wir bedauern den bevorstehenden Weggang von Max Hollein außerordentlich. Städel und Liebieghaus verlieren damit einen seiner erfolgreichsten und visionärsten Direktoren, welcher beide Häuser nicht zuletzt durch eine inhaltliche und räumliche Erweiterung in völlig neue Dimensionen geführt hat und deren Bildungsauftrag massiv ausbauen konnte. Das Städel ist heute erfolgreich wie selten zuvor. Das ist insbesondere auch Max Holleins Verdienst. Dafür sind wir ihm unendlich dankbar und wünschen ihm für seine persönliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Für uns beginnt ab sofort die herausfordernde Suche nach einem geeigneten Nachfolger, dessen Verantwortungsbereich sich wieder auf die Leitung aller drei Häuser erstrecken soll.“

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Schirn Kunsthalle Frankfurt, betont: „Die Entscheidung von Max Hollein verdient unseren Respekt, auch wenn wir diese sehr bedauern und sein Abschied einen großen Verlust für die deutsche Kulturlandschaft darstellt. In seiner unermüdlichen Tätigkeit hat Max Hollein die von ihm geführten Häuser – allen voran die Schirn – zu den profiliertesten, bekanntesten und spannendsten Kunstinstitutionen in Europa entwickelt und allen Bürgerinnen und Bürgern der Region unvergessliche Begegnungen mit Kunst und Kultur beschert. Dafür danken wir ihm sehr.“

„15 Jahre lang hat Max Hollein das Frankfurter Kulturleben maßgeblich mitbestimmt und wie kein Zweiter dazu beigetragen, Frankfurt als bedeutende Kulturstadt fest auf der internationalen Museumskarte zu verankern. Wir danken Max Hollein für seine überaus erfolgreiche Arbeit. Sowohl das Städel Museum, als auch die Schirn Kunsthalle Frankfurt und die Liebieghaus Skulpturensammlung stehen extrem erfolgreich da und demnach wurden hier die Weichen für eine positive Zukunft gestellt. Natürlich hätten wir solch einen versierten Museumsdirektor gerne noch länger behalten, aber nun wünschen wir ihm und seiner Familie für die neue Herausforderung in San Francisco alles Gute“, so der Frankfurter Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth.

Der 1969 in Wien geborene Hollein ist seit 2001 Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt sowie seit Januar 2006 Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Alle drei von ihm geleiteten Kulturinstitutionen haben sich unter seiner Leitung signifikant weiterentwickelt und zählen heute zu den erfolgreichsten Kunstinstitutionen Europas.

„Frankfurt nach über fünfzehn Jahren zu verlassen ist für mich und meine Familie eine schwere Entscheidung. Wir haben diese Stadt und deren Menschen sehr in unser Herz geschlossen. Im Grunde hätte es im Städel, in der Schirn und im Liebieghaus immer so weiter gehen können: Alle drei Häuser sind in allerbester Verfassung und können sehr positiv in die Zukunft blicken. Es war für mich eine riesige Freude für diese Institutionen und zusammen mit ihren herausragenden Mitarbeitern unzählige Projekte entwickeln und vorantreiben zu dürfen und dabei von einer schier unendlichen Welle der Unterstützung von so vielen getragen sowie von einer hervorragenden Kulturpolitik gestützt zu werden. Selbst wenn ich befürchte, so gut und schön kann es nirgendwo anders sein, war es doch an der Zeit, einen nächsten Schritt zu gehen und sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Die amerikanische Westküste im Allgemeinen und San Francisco im Besonderen bilden derzeit einen der interessantesten Kristallisationspunkte der kulturellen Vielfalt und der wirtschaftlichen Dynamik und die Fine Arts Museums of San Francisco stehen als großes enzyklopädisches Museum inmitten dieser beispiellosen Entwicklung, an der ich gerne aktiv teilnehmen möchte“, erläutert Max Hollein seine Entscheidung.

Die Fine Arts Museums of San Francisco

Mit ihren beiden Dependancen, dem California Palace of the Legion of Honor im Lincoln Park und dem M. H. de Young Memorial Museum im Golden Gate Park, sind die Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF) die größten öffentlichen Kunstinstitutionen der Stadt San Francisco und zählen zu den bedeutendsten Museen Kaliforniens. Die enzyklopädische Sammlung mit über 128.000 Kunstwerken erstreckt sich über sieben Abteilungen und Sammlungsbereiche mit Schwerpunkten in der amerikanischen und europäischen Kunst. Die FAMSF beschäftigen insgesamt 520 Mitarbeiter und zusätzlich rund 600 volunteers und besitzen einen der umfassendsten Freundeskreise der USA mit über 100.000 Mitgliedern.

PRESSEKONTAKT: Axel Braun
Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, E-Mail: braun@staedelmuseum.de;
Telefon: +49 (0)69 60 50 98-170, Mobil +49 (0)171 5644061, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188

Pamela Rohde
Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, D-60311 Frankfurt, E-Mail: pamela.rohde@schirn.de;
Telefon: +49.69.29 98 82-148, Fax: +49.69.29 98 82-240

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Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne 16.3.2016

Im Rahmen seiner groß angelegten digitalen Vermittlungsinitiative geht das Frankfurter Städel Museum den nächsten entscheidenden Schritt. In Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg, Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft und Centre for Digital Cultures, hat das Museum einen umfassenden kostenfreien Onlinekurs entwickelt. Im Verlauf des aufwändigen und groß angelegten Projekts entstand ein innovatives Vermittlungsformat, das neue Akzente im Bereich Bildung im Netz setzen soll. „Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“ führt von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.

Den kompletten Pressetext finden Sie hier als PDF zum Download.

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Zeitstrahl im Onlinekurs

16.3.2016

Städel Newsroom

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