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Watteau. Der Zeichner
bis 15. Januar 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Bis zum 15. Januar 2017 zeigt das Städel Museum eine umfassende Ausstellung zu Antoine Watteau (1684–1721) – einem der hervorragendsten Zeichner der französischen Kunstgeschichte. Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung versammelt 50 Zeichnungen Watteaus, ergänzt durch sechs Gemälde des Künstlers sowie eine kleine Auswahl an Zeichnungen von Zeitgenossen und Nachfolgern. Die in Zusammenarbeit mit dem Teylers Museum im niederländischen Haarlem entstandene Ausstellung „Watteau. Der Zeichner“ ist die erste monografische Präsentation des Künstlers in Deutschland seit über 30 Jahren. Sie widmet sich hierzulande zum ersten Mal explizit dem Phänomen des Zeichners Watteau in seinen vielfältigen Facetten. Die Zeichnungen, die der Künstler in großer Zahl und in den verschiedensten Situationen anfertigte, waren die Grundlage für seine malerische Arbeit.
Kuratoren: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum), Dr. Michiel Plomp (Teylers Museum)
Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo
bis 19. März 2017
Ausstellungshaus
Die Ausstellung behandelt die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Die traditionelle Definition von männlich und weiblich als aktiv/passiv, rational/emotional, Kultur/Natur war in der Kunst der Moderne ein intensiv behandeltes Thema: Viele Künstler führten ihrem Publikum den Geschlechtern zugeschriebene überzogene Charaktereigenschaften vor Augen und untermauerten in ihren Werken stereotype Rollenbilder. Andere griffen gängige Rollenklischees an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen. Anhand von 150 Werken der Malerei, Skulptur, Grafik und Fotografie sowie Filmen macht es sich das groß angelegte Ausstellungsprojekt zur Aufgabe, besonders prägnante künstlerische Positionen zu bestimmen und in einen Dialog zu stellen. Die Ausstellung baut auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums auf, der mit Gemälden von Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck, Skulpturen von Auguste Rodin sowie Fotografien von Frank Eugene oder Man Ray wichtige Arbeiten zu der Thematik umfasst. Anhand von bedeutenden Leihgaben werden bekannten Namen der Kunstgeschichte, wie Gustave Moreau, Édouard Manet, Gustav Klimt, Otto Dix, Meret Oppenheim oder Frida Kahlo, gezielt Entdeckungen zur Seite gestellt, die den Kanon um aussagekräftige Positionen erweitern, darunter Künstlerinnen und Künstler wie Leonor Fini, Jeanne Mammen, Rudolf Jettmar oder Gustav Adolf Mossa. Vor dem Hintergrund der intensiven Diskussion um Genderfragen und die sich stetig wandelnden Rollen von Frau und Mann bietet das Projekt einen Einblick in die Komplexität der Problematik und beleuchtet die kunsthistorische Dimension eines hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themas.
Kuratoren: Felicity Korn (Städel Museum), Dr. Felix Krämer (Städel Museum)
In die dritte Dimension. Raumkonzepte auf Papier vom Bauhaus bis zur Gegenwart
15. Februar bis 14. Mai 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Uns scheinbar vertraute Merkmale wie Form, Volumen, Grenzen, Leere und Strukturen bilden den Raum und stiften somit Orientierung. Doch wie werden diese Elemente einer dritten Dimension in Zeichnung und Druckgrafik, also in der Fläche, dargestellt? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung „In die dritte Dimension. Raumkonzepte auf Papier vom Bauhaus bis zur Gegenwart“ in der Graphischen Sammlung des Städel Museums. Zu sehen sind ausgewählte Arbeiten von 13 Künstlern, darunter Lucio Fontana, Eduardo Chillida, Donald Judd, Sol LeWitt, Giò Pomodoro, Blinky Palermo, James Turrell und Michael Riedel. Die Schau setzt bei den geometrischen Kompositionen von El Lissitzky und Laszlo Moholy-Nagy aus dem Jahr 1923 an und führt bis zu Druckgrafiken der gegenwärtigen Konzeptkunst. So treffen Lithografien mit konstruktivistischen Perspektivdarstellungen auf in den Raum drängende Prägedrucke. Schlitzungen, die imaginative Räume eröffnen, werden Entwürfen für Wandarbeiten gegenübergestellt. Das Objekthafte evozierende Druckgrafiken von Künstlern der Minimal Art, der Raum- und Lichtkunst begegnen Kreidezeichnungen, Faltungen und Collagen von Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Um vielfältige Raumerfahrungen zu ermöglichen, werden die gezeigten Druckgrafiken und Zeichnungen zudem mit Skulpturen kombiniert, sodass die verschiedenen Dimensionen in einen angeregten Dialog treten können. Die Ausstellung versammelt bedeutende Blätter aus der Graphischen Sammlung und ausgewählte Werke der Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum.
Kuratorin: Jenny Graser (Städel Museum)
Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse
27. April bis 13. August 2017
Ausstellungshaus
Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth – mit diesen Namen und mehr noch mit jenen ihrer Lehrer, Bernd und Hilla Becher, verbindet sich eine der radikalsten Veränderungen der Kunst unserer Gegenwart in Bezug auf ihre ästhetischen, medialen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Diese Generation von Künstlern, zu der auch Namen wie Volker Döhne, Tata Ronkholz oder Petra Wunderlich gehören, bildete die erste von vielen folgenden „Becher-Klassen“ an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die Ausstellung „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“ versammelt über 180 teils großformatige Hauptwerke, aber auch Frühwerke dieser bedeutenden Künstlerinnen und Künstler. Sie haben die Fotografie in den 1990er-Jahren nicht nur international wesentlich geprägt, sondern auch Stellenwert und Wahrnehmung der künstlerischen Fotografie vollkommen neu bestimmt. In ihren formal wie konzeptuell argumentierenden Bildschöpfungen befragen sie den Natur- und Lebensraum des Menschen, dessen unmittelbare Umgebung, private oder globale Dimensionen ebenso wie gesellschaftliche und ästhetische Organisationsprinzipien. Ihr Œuvre kennzeichnet, bei aller Heterogenität, stets ein ambivalentes Verhältnis zur Malerei, das sich zwischen Aneignung und Abgrenzung bewegt. Ihre Werke sind Ausdruck einer selbstbewussten Emanzipation der Fotografie als künstlerisches Medium und reflektieren zugleich jenen – nicht nur digitalen – Moment, in dem sich die Grenzen der beiden ehemals konkurrierenden Medien auflösen.
Kurator: Dr. Martin Engler (Städel Museum)
Ko-Kuratorin: Dr. Jana Baumann (Städel Museum)
Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts
22. Juni bis 10. September 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Im Sommer widmet sich die Graphische Sammlung des Städel Museums der reichen Vielfalt der französischen Lithografie. Mit dieser Ende des 18. Jahrhunderts erfundenen Technik (Lithografie: Steindruck) brach eine gänzlich neue Epoche des Druckens von Bildern an: Die gestalterischen Möglichkeiten wurden vielfältiger, das Drucken schneller und immer höhere Auflagen möglich. In Frankreich experimentierten bedeutende Künstler seit etwa 1820 mit dem neuen Verfahren und erweiterten im Verlauf des 19. Jahrhunderts in entscheidendem Maße die damit verbundenen künstlerischen Möglichkeiten.
Das Spektrum der ausgestellten Arbeiten umfasst ausdrucksvolle Kompositionen Théodore Géricaults, eine der seltenen Lithografien, die Goya während der 1820er Jahre im Exil in Bordeaux geschaffen hat, Eugène Delacroix‘ meisterhafte Goethe- und Shakespeare-Illustrationen oder Honoré Daumiers politische und gesellschaftliche Stellungnahmen in Zeitungskarikaturen. Des Weiteren werden auch Edouard Manets virtuose Erfindungen, die symbolistischen Werke Rodolphe Bresdins und Odilon Redons sowie Meisterwerke der Farblithografie von Henri de Toulouse-Lautrec und den „Nabis“ Edouard Vuillard und Pierre Bonnard, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, zu sehen sein. Die rund 80 gezeigten Blätter der Sonderausstellung zeigen Höhepunkte aus dieser Zeit und in dieser Technik; sie stehen stellvertretend für die hohe Qualität und Bandbreite des Bestandes der Graphischen Sammlung in diesem Bereich.
Kurator: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum)
Matisse – Bonnard. „Es lebe die Malerei!“
13. September 2017 bis 14. Januar 2018
Ausstellungshaus
„Es lebe die Malerei!“ – mit diesem programmatischen Ausruf grüßte Henri Matisse (1869–1954) seinen Freund Pierre Bonnard (1867–1947) am 13. August 1925. Die kurzen Worte auf einer Postkarte aus Amsterdam waren der Beginn eines Briefwechsels zwischen den beiden Künstlerkollegen, der bis 1946 andauerte und ihre gegenseitige Wertschätzung deutlich macht. Die groß angelegte Sonderausstellung im Städel nimmt die über 40 Jahre andauernde Freundschaft vor dem Hintergrund des jeweiligen Beitrags der beiden Künstler zur Klassischen Moderne in den Blick und zeigt den Stellenwert der Beziehung für ihr Œuvre. Anhand von etwa 100 Gemälden, Plastiken und Zeichnungen eröffnet die Schau einen Dialog zwischen den beiden Künstlern und bietet damit neue Perspektiven auf die Entwicklung der europäischen Avantgarde vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Wie eng der Austausch zwischen den Künstlern war, zeigt sich in ihrer intensiven Auseinandersetzung mit ganz ähnlichen Themen. In mehreren Kapiteln zu zentralen Sujets wie Interieur, Stillleben, Landschaft und Akt werden die unterschiedlichen künstlerischen Umsetzung verdeutlicht. Die hochkarätigen Exponate umfassen Meisterwerke aus international bedeutenden Sammlungen wie dem Art Institute of Chicago, dem Baltimore Museum of Art, der Tate Modern in London, dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Pompidou in Paris, der Eremitage in Sankt-Petersburg, der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen sowie der National Gallery of Art in Washington. Bereichert wird die umfangreiche Werkauswahl durch eine Reihe von Fotografien Henri Cartier-Bressons, der 1944 sowohl Bonnard als auch Matisse in Südfrankreich besuchte.
Kurator: Dr. Felix Krämer (Städel Museum)
Ko-Kurator: Dr. Daniel Zamani (Städel Museum)
Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes
11. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Die in Frankfurt geborene und aufgewachsene Maria Sibylla Merian (1647–1717) zählt zu den berühmtesten Töchtern der Stadt. 2017 jährt sich ihr Todestag zum 300. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Städel Museum in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin eine Ausstellung, die sich der Blumendarstellung in Zeichnungen und Druckgrafiken vom 15. bis zum 18. Jahrhundert widmet. Maria Sibylla Merian – Kupferstecherin, Blumen- und Insektenmalerin, Naturforscherin und Forschungsreisende – steht im Zentrum dieser Präsentation. In der Tradition von Florilegien (Blumenbüchern) und Tulpenbüchern ausgebildet, entwickelte sie sich zu einer Naturforscherin, die zunächst der Metamorphose von Raupen und Schmetterlingen, dann der Symbiose von Insekten und Pflanzen nachging. Die Ergebnisse ihrer Forschungen publizierte Merian in illustrierten Büchern mit Kupferstichen und Radierungen sowie in Deckfarbenzeichnungen von höchster künstlerischer Qualität. Eingebettet werden diese zentralen Arbeiten der außergewöhnlichen Künstlerin in Blumendarstellungen ihrer Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger. Gärten und wertvolle Pflanzen, darunter speziell Tulpen, waren insbesondere im 17. Jahrhundert ein kostbares Gut. Florilegien aus dieser Zeit mit prachtvollen Deckfarbenzeichnungen auf Pergament oder als exklusive Kleinauflagendrucke mit kolorierten Kupferstichen im Riesenformat, wie etwa der berühmte Hortus Eystettensis des Basilius Besler, vermitteln einen Eindruck dieses besonderen Stellenwerts. Daneben umfasst die Ausstellung florale Ornamentstiche etwa von Martin Schongauer, Apothekerbücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Pflanzenstudien aus dem Umkreis von Albrecht Dürer sowie Naturstudien von Georg Flegel und Georg Hoefnagel aus der Zeit um 1600. Außerdem werden eine Gruppe von Blumenzeichnungen von Bartholomäus Braun, der ebenso wie Maria Sibylla Merian in Nürnberg tätig war, sowie Blumenkompositionen von Barbara Regina Dietzsch und ihrem Umkreis aus dem 18. Jahrhundert gezeigt.
Kuratoren: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum), Dr. Michael Roth, (Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett)
Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten
Das Städel Museum und das hr-Sinfonieorchester laden gemeinsam zu einem großen Wandelkonzert in die Galerieräume des Frankfurter Museums. Am Samstag, 12. November 2016, erhalten Besucher ab 20.00 Uhr die außergewöhnliche Gelegenheit einer unmittelbaren Begegnung von Musik und bildender Kunst. In verschiedenen Besetzungen präsentieren die Orchestermusiker des Hessischen Rundfunks unter anderem Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Dmitrij Schostakowitsch, Felix Mendelssohn Bartholdy, Gunther Schuller, Christian Braica und machen die Sammlungswerke des Museums auf anregende Weise völlig neu erlebbar. Das Publikum ist eingeladen, zwischen den Epochen und musikalischen Sphären zu wandeln, inne zu halten, sich Zeit zum Betrachten und Lauschen zu nehmen. Die Tickets im Vorverkauf zum Wandelkonzert sind limitiert und kosten 20 Euro, sie können unter tickets.staedelmuseum.de erworben werden. Karten an der Abendkasse sind für 22 Euro erhältlich.
Das Wandelkonzert wird gefördert durch die Sparda-Bank Hessen eG.
Beim Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester werden zahlreiche Galerieräume des Städel zum Klingen gebracht. Dabei begegnet mittelalterliche Malerei einem Stabat Mater von Antonio Vivaldi, dem Exercitium ‚La Folia‘ für Solo-Kontrabass von Cristian Braica und Auszügen aus den Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach. Französische Impressionisten treffen auf Harfenklänge von Gabriel Fauré sowie Henriette Renié, während zu Bildern des Idealismus und Realismus das 2. Streichquintett von Felix Mendelssohn Bartholdy und Dmitrij Schostakowitschs 8. Streichquartett erklingen. Vor Werken der Gegenwartskunst werden unter anderem Bläsermusik von Gunther Schuller, Beethovens Septett op. 20 und eine Parabel für Solo-Trompete von Vincent Persichetti zu erleben sein.
Die Städelsche Sammlung
1815 als bürgerliche Stiftung von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel begründet, gilt das Städel Museum als älteste und renommierteste Museumsstiftung in Deutschland. Die Vielfalt der Sammlung bietet einen nahezu lückenlosen Überblick über 700 Jahre europäische Kunstgeschichte – vom frühen 14. Jahrhundert über die Renaissance, den Barock und die klassische Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart. Insgesamt umfasst die Sammlung des Städel rund 3.100 Gemälde, 660 Skulpturen, über 4.600 Fotografien und über 100.000 Zeichnungen und Grafiken. Höhepunkte der Sammlung bilden Werke von Künstlern wie Lucas Cranach, Albrecht Dürer, Sandro Botticelli, Rembrandt van Rijn, Jan Vermeer, Claude Monet, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann, Alberto Giacometti, Francis Bacon, Gerhard Richter, Wolfgang Tillmans oder Corinne Wasmuht.
Programm
Gegenwartskunst, Untergeschoss
20.00 Uhr, Mitte
Begrüßung: Prof. Dr. Jochen Sander, stellv. Direktor Städel Museum, Michael Traub, hr-Musikchef und Manager des hr-Sinfonieorchesters
20.15 Uhr, Mitte
Johannes Brahms: Streichquintett G-Dur op. 111 – 1. Satz
Andrea Kim / Fanny Fröde – Violine
Stefanie Pfaffenzeller / Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello
20.30 Uhr, Raum 21
Johann Sebastian Bach: Auswahl aus den Suiten für Violoncello solo
Ulrich Horn – Violoncello
20.45 Uhr, Raum 13
Vincent Persichetti: Parable XIV for Solo Trumpet op. 127
Jürgen Ellensohn – Trompete
21.00 Uhr, Mitte
Antonio Vivaldi: Drei Sätze aus dem ‚Stabat Mater‘ bearbeitet für Altposaune, Marimba und Vibraphon
Oliver Siefert – Alt-Posaune
Andreas Hepp – Marimba/Vibraphon
21.30 Uhr, Mitte
Ludwig van Beethoven: Septett Es-Dur op. 20 – 1. Satz
Andrea Kim – Violine
Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello
Simon Backhaus – Kontrabass
Zoltán Kovács – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Maciej Baranowski – Horn
22.15 Uhr, Raum 2
Dmitrij Schostakowitsch: 8. Streichquartett c-Moll op. 110
Mariane Vignand / Fanny Fröde – Violine
Gabriel Tamayo – Viola
Ulrich Horn – Violoncello
22.45 Uhr, Raum 25
Gunther Schuller: Suite for Woodwind Ensemble
Christiane Tétard – Flöte
Nicolas Cock-Vassiliou – Oboe
Tomaz Mocilnik – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Marc Gruber – Horn
23.15 Uhr, Raum 25
Ludwig van Beethoven: Septett Es-Dur op. 20 – 4. & 6. Satz
Andrea Kim – Violine
Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello
Simon Backhaus – Kontrabass
Zoltán Kovác – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Maciej Baranowski – Horn
Kunst der Moderne, 1. Obergeschoss
20.30 Uhr, Raum 4
Gabriel Fauré: Une châtelaine en sa tour op. 110 für Harfe solo
Anne Sophie Bertrand – Harfe
Henriette Renié: Ballade fantastique, mit Lesung
Helge Heynold – Sprecher
Anne-Sophie Bertrand – Harfe
20.45 Uhr, Raum 5
Felix Mendelssohn Bartholdy: 2. Streichquintett B-Dur op. 87 – 1. Satz
Andrea Kim / Fanny Fröde – Violine
Stefanie Pfaffenzeller / Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello
21.00 Uhr, Raum 11
Cristian Braica: Exercitium ‘La Folia’ für Kontrabass solo
Raum 11 Cristian Braica – Kontrabass
21.30 Uhr, Raum 5
Franz Schubert: Streichtrio B-Dur D 581
Webern Trio Frankfurt:
Akemi Mercer-Niewöhner – Violine
Dirk Niewöhner – Viola
Ulrich Horn – Violoncello
22.15 Uhr, Raum 11
Joseph Haydn: Sonate Nr. 3 B-Dur für Violine und Viola Hob. VI:3
Jenö Takács: Duo für Violine und Viola op. 103 Nr. 7 „Disput (Sie und Er)“
Sergej Prokofjew: Sonate für zwei Violinen op. 56 – 1. & 2. Satz
Rachelle Betancourt – Violine
Stefanie Pfaffenzeller – Violine/Viola
22.45 Uhr, Raum 5
Vincent Persichetti: Parable XIV for Solo Trumpet op. 127
Jürgen Ellensohn – Trompete
23.15 Uhr, Raum 5
Dmitrij Schostakowitsch: 8. Streichquartett c-Moll op. 110
Mariane Vignand / Fanny Fröde – Violine
Gabriel Tamayo – Viola
Ulrich Horn – Violoncello
Alte Meister, 2. Obergeschoss
20.30 Uhr, Raum 11
Vincent Persichetti: Parable XIV for Solo Trumpet op. 127
Jürgen Ellensohn – Trompete
20.45 Uhr, Raum 2
Gunther Schuller: Suite for Woodwind Ensemble
Christiane Tétard – Flöte
Nicolas Cock-Vassiliou – Oboe
Tomaz Mocilnik – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Marc Gruber – Horn
21.00 Uhr, Raum 11
Johann Sebastian Bach: Auswahl aus den Suiten für Violoncello solo
Ulrich Horn – Violoncello
21.30 Uhr, Raum 2
Joseph Haydn: Sonate Nr. 3 B-Dur für Violine und Viola Hob. VI:3
Jenö Takács: Duo für Violine und Viola op. 103 Nr. 7 „Disput (Sie und Er)“
Sergej Prokofjew: Sonate für zwei Violinen op. 56 – 1. & 2. Satz
Rachelle Betancourt – Violine
Stefanie Pfaffenzeller – Violine/Viola
22.15 Uhr, Raum 2
Antonio Vivaldi: Drei Sätze aus dem ‚Stabat Mater‘ bearbeitet für Altposaune
Oliver Siefert – Alt-Posaune
Andreas Hepp – Marimba/Vibraphon
22.45 Uhr, Raum 11
Franz Schubert: Streichtrio B-Dur D 581
Webern Trio Frankfurt:
Akemi Mercer-Niewöhner – Violine
Dirk Niewöhner – Viola
Ulrich Horn – Violoncello
23.15 Uhr, Raum 1
Cristian Braica: Exercitium ‚La Folia‘ für Kontrabass solo
Cristian Braica – Kontrabass
Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester
Samstag, 12. November 2016, ab 20.00 Uhr
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Einlass ab 19.30 Uhr (Abendkasse), Beginn 20.00 Uhr
Eintritt: 20 Euro (limitierter Vorverkauf), 22 Euro (Abendkasse)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
Kooperationspartner: hr-Sinfonieorchester
Gefördert durch: Sparda-Bank Hessen eG
Medienpartner: hr-INFO
In einer umfassenden Sonderausstellung widmet sich das Frankfurter Städel Museum vom 24. November 2016 bis 19. März 2017 einem zeitlosen Thema: der spannungsgeladenen Beziehung zwischen Mann und Frau und deren Darstellung in der Kunst. „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ beleuchtet die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Anhand von über 150 Werken zeigt die Ausstellung, wie kontrovers Künstlerinnen und Künstler der Moderne auf die Konstruktion von Geschlechtermodellen reagierten und wie sie Stereotypen, Idealbilder und Identifikationsfiguren in Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Film behandelten: Manche führten dem Publikum in ihren Werken überzogene Charaktereigenschaften der Geschlechter vor Augen oder untermauerten stereotype Rollenbilder. Andere griffen gängige Klischees an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen. Die Geschlechterdifferenz – basierend auf einer traditionellen Assoziation von männlich und weiblich mit Begriffen wie aktiv/passiv, rational/emotional, Kultur/Natur, Staat/Familie – wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer stärker herausgearbeitet und hat nicht nur die ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen, sondern auch die Kunst maßgeblich geprägt. Die Ausstellung baut auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums auf, der mit Gemälden von Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck, Skulpturen von Auguste Rodin sowie Fotografien von Frank Eugene oder Claude Cahun wichtige Positionen in Bezug auf diese Thematik umfasst. Anhand von bedeutenden Leihgaben werden bekannten Namen der Kunstgeschichte wie Hannah Höch, Édouard Manet, Gustav Klimt, Otto Dix oder Frida Kahlo gezielt kunsthistorische Entdeckungen zur Seite gestellt, die den Kanon um aussagekräftige Positionen erweitern, darunter Arbeiten von Leonor Fini, John Collier oder Gustav Adolf Mossa. Vor dem Hintergrund der intensiv geführten Diskussionen um die Rollen von Frau und Mann bietet das Ausstellungsprojekt einen differenzierten Einblick in die Komplexität der Problematik und beleuchtet die kunsthistorische Dimension eines bis heute hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themas.
Die Ausstellung wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert und erfährt zusätzliche Unterstützung von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung.
„Unser Ausstellungshöhepunkt zum Jahreswechsel widmet sich einem Sujet, das in der Kunst der zweiten Hälfte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts besonders präsent war: die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen. Das groß angelegte Projekt macht es sich zur Aufgabe, ebenso brillante wie prägnante künstlerische Werke zu bestimmen und in einen Dialog zu stellen. Wie es die unterschiedlichen Positionen in der Schau verdeutlichen, hat das Hinterfragen der Konstruktion männlicher und weiblicher Identität bis heute nichts an Aktualität verloren“, kommentiert Städel Direktor Dr. Philipp Demandt.
In insgesamt zwölf Abschnitten zeigt die Ausstellung zentrale Aspekte der künstlerischen Beschäftigung mit der Beziehung zwischen den Geschlechtern in einer neuen motivischen Bandbreite auf. Von den mythologischen Darstellungen Gustave Moreaus bis hin zu den fantastischen Bildfindungen des Surrealismus stellt die Präsentation sich wandelnde männliche und weibliche Rollenbilder in der Kunst der Moderne in den Fokus und betrachtet deren Entwicklung vor dem Hintergrund umfassender historischer und sozialer Veränderungen: vom Beginn der Frauenbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die Geschlechterdebatten und Sexualkontroversen der Weimarer Republik bis hin zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Der chronologisch gespannte Bogen erstreckt sich über beide Etagen des Ausstellungshauses, wobei die thematische Präsentationsfolge von insgesamt fünf monografischen Ausstellungskapiteln unterbrochen wird. Diese widmen sich Künstlerinnen und Künstlern, in deren Werk das Thema des Geschlechterkampfes einen herausragenden Stellenwert einnimmt: Franz von Stuck, Jeanne Mammen, Félicien Rops, Edvard Munch und Lee Miller.
Kuratiert wird die Ausstellung von Felicity Korn und Dr. Felix Krämer.
„Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass sowohl männliche als auch weibliche künstlerische Positionen in der Ausstellung vertreten sind, um die konfliktreiche Beziehung zwischen den Geschlechtern von beiden Seiten beleuchten zu können. Allerdings haben deutlich weniger Künstlerinnen das Thema behandelt – vor allem im 19. Jahrhundert –, was natürlich auch auf ihre Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Die in der Präsentation gezeigten Werke von Frauen sind umso spannender, denn erstaunlicherweise reagierten Künstlerinnen häufig mit Ironie und Humor auf die Thematik – obwohl sie selbst direkter vom Geschlechterkampf betroffen waren“, so Felicity Korn.
„Mit unserer Ausstellung möchten wir zur Beschäftigung mit dem Thema des Geschlechterkonflikts anregen und einen historischen Einblick in ein komplexes Themenfeld bieten. Die Ausstellung knüpft an den Erfolg der ‚Schwarzen Romantik‘-Präsentation an, mit der wir 2012 im Städel Museum bereits ein aktuelles Thema, das gesellschaftliche Tendenzen aufgreift, kunsthistorisch in den Blick genommen haben. Während die Nachkriegsgeschichte des Geschlechterkampfes gut dokumentiert und vielen Zeitgenossen präsent ist, gilt dies nicht in gleichem Maße für deren Vorgeschichte. Für viele Künstler der Moderne war der Geschlechterkampf ein Lebensthema“, ergänzt Felix Krämer.
Den historischen Ausgangspunkt der „Geschlechterkampf“-Ausstellung bildet die sich während des 19. Jahrhunderts über ganz Europa ausbreitende Forderung nach sozialer Gleichstellung von Mann und Frau, angeführt von der weiblichen Emanzipationsbewegung. Erstmals wurden weibliche und männliche Rollenbilder in der breiten Öffentlichkeit diskutiert – eine Debatte, die ab den 1860er-Jahren auch in den bildenden Künsten ihre Spuren hinterließ.
Der Ausstellungsparcours beginnt mit einem einführenden Abschnitt zu Adam und Eva, der biblischen Urgeschichte des Geschlechterkonflikts. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden vielfältige Darstellungen des ersten Menschenpaares, die bereits auf die künstlerische Bandbreite in der Beschäftigung mit dem Thema verweisen. Zu sehen sind prägnante Werke von Franz von Stuck, Julius Paulsen oder Suzanne Valadon, für deren Adam ihr zwanzig Jahre jüngerer Partner André Utter Modell gestanden hat.
Parallel zum gesellschaftlichen Erstarken der Frau finden sich in der Kunst des Fin de Siècle Darstellungen, welche die Schuld der Ursünde und die Verführungskünste der Frau hervorheben. So gewann die künstlerische Beschäftigung mit der destruktiven, ins Verderben führenden Weiblichkeit zunehmend an Bedeutung, wobei die den Mann erniedrigende Femme fatale (franz.: Unheil bringende Frau) als zentrale Projektionsfläche sowohl für männliche Ängste als auch für sexuelle Begierden diente. Viele in erster Linie männliche Künstler sahen in der nach Gleichberechtigung strebenden Frau eine essenzielle Bedrohung. In ihren Werken stilisierten sie das weibliche Geschlecht zur Figur des Bösen, das seine sexuellen Reize gezielt zur Entmachtung des Mannes einsetzt. Starke biblische Charaktere wie Salome, Judith und Delila erreichten gegen Ende des 19. Jahrhunderts Kultstatus und wurden von zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern verarbeitet, darunter Gustave Moreau, Jean Benner, Lovis Corinth oder Aubrey Beardsley.
Das aufkommende Fach der Sexualforschung revolutionierte zur Jahrhundertwende die bürgerliche Auffassung von klar getrennten Geschlechterrollen und stellte Aspekte wie sexuelle Instinkte und Vorlieben zur öffentlichen – jedoch fast ausschließlich von Männern geführten – Diskussion. Künstler wie Alfred Kubin, Thomas Theodor Heine oder Félicien Rops griffen nicht länger auf mythologische und biblische Figuren zurück, sondern visualisierten stereotype Eigenschaften der Geschlechter in exaltierten Bildideen. Zu dieser Zeit finden sich zudem vermehrt Darstellungen, in denen die Frau als hilfloses Opfer erscheint, das dem Mann, der seine sexuelle und gesellschaftliche Macht über sie ausübt, vollkommen ausgeliefert ist. Ein in der Ausstellung vertretenes eingängiges Beispiel ist Emmanuel Frémiets Skulptur Gorilla, eine Frau raubend (1887), die als Inspiration für Merian C. Coopers knapp fünfzig Jahre später entstandenen berühmten Film King Kong und die weiße Frau (1936) diente.
Eine ganz andere Perspektive bildet das hier erstmals ausgestellte Frühwerk Jeanne Mammens, dem ein monografisches Ausstellungskapitel gewidmet ist. Die Künstlerin befasste sich intensiv mit der fantastischen Gedanken- und Traumwelt des literarischen Symbolismus. Dabei schuf sie eine Werkserie zu Gustave Flauberts Die Versuchung des heiligen Antonius (1874) sowie mehrere Darstellungen starker Frauenfiguren, darunter Medusa und Salome. Ein weiterer Künstler, in dessen Œuvre die Thematik des Geschlechterkampfs einen besonderen Stellenwert einnimmt und dem hier ein Kapitel gewidmet wird, ist Edvard Munch. Der Norweger thematisierte in seinen Bildern die Ambivalenz in der Beziehung zwischen den Geschlechtern und verband Erotik und Liebe häufig mit Schmerz und Tod. Dabei bringt er den Betrachter oftmals in die Position des männlichen Voyeurs und Liebhabers, welcher der körperlichen Anziehungskraft der Frau zum Opfer fällt.
Im freiheitlichen Klima der Weimarer Republik eröffneten Amüsierbetriebe, Nacktbars und Transvestitenlokale, in denen Großstadtbewohner versuchten, die Schrecken des Ersten Weltkrieges mit sinnlichem Vergnügen zu verdrängen. Damit einhergehend konzentrierte sich das künstlerische Interesse auf Sujets wie Lustmord, sexuelle Gewalt und Prostitution. Männliche Vertreter der Neuen Sachlichkeit wie Otto Dix, Heinrich Maria Davringhausen und Karl Hubbuch zeigten auf grausamste Weise zerstörte weibliche Körper als Fetischobjekte. Mit dieser neuen Drastik verlagerten die Künstler ihren Fokus auf die Wiedergabe menschlicher Abgründe sowie des sozial Randständigen, was als Hinweis auf die Verrohung des sozialen Klimas und als Metapher für das krankende politische System verstanden wurde. Das Interesse an Sexualverbrechen war genreübergreifend. Frank Wedekinds Drama Lulu. Erdgeist / Die Büchse der Pandora diente etwa Georg Wilhelm Pabst als Vorlage für seinen Film Die Büchse der Pandora (1928/29). In beiden Versionen fällt Lulu dem Mörder Jack the Ripper zum Opfer. Künstlerinnen und Künstler aus dem Umkreis der Berliner Dada-Bewegung wie Hannah Höch oder Hans Bellmer konfrontierten das Publikum mit skandalträchtigen Bildern von entstellten, mechanisierten oder monströsen Figuren, dies jedoch vor allem, um Kritik an der bürgerlichen Sexualmoral zu üben.
Neben derartigen radikalen Überzeichnungen fand das Thema der sogenannten „Neuen Frau“ Berücksichtigung. Im Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs nach dem Ersten Weltkrieg sahen sich die Frauen, die an der „Heimatfront“ an sozialer und beruflicher Selbstständigkeit und an Selbstbewusstsein gewonnen hatten, und die von den Kriegserfahrungen traumatisierten Männer mit neuen Rollenerwartungen konfrontiert. Als die Frauenbewegung mit dem Wahlrecht für Frauen im Jahr 1919 ein wichtiges Ziel auf dem Weg zur Erlangung politischer, sozialer und ziviler Bürgerrechte erreicht hatte, beförderte dies die weitere Herausbildung eines selbstsicheren und aktiven Frauentyps. Bildnisse von Otto Dix, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen oder Christian Schad spiegeln dieses neue gesellschaftliche Rollenverständnis wider.
Einen anders gelagerten Schwerpunkt setzten die Vertreter des Surrealismus um André Breton, Marcel Duchamp und Max Ernst, deren Kunst von einem libertären Verständnis von Sexualität und zugleich von einem Spiel mit bürgerlich geprägten geschlechtlichen Stereotypen bestimmt war. Angeregt von Sigmund Freuds psychoanalytischen Studien strebten viele Surrealisten die Überwindung der Grenzen zwischen den Geschlechtern an. Besonders interessierten sie sich für die Figur des Androgyns, eines mythologischen Zwitterwesens mit männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen. Der Androgyn symbolisierte für die Surrealisten sowohl die Überschreitung konventioneller Rollenbilder als auch die Synthese der beiden Geschlechter. Der surrealistische Einfluss spiegelte sich auch im Film wider. Künstler wie Maya Deren und Alexander Hamid, die den Pariser Surrealisten nahestanden, suchten nach geschlechtlicher Identität, wie in Meshes in the Afternoon von 1943.
Die Künstlerinnen im Kreis der Surrealisten waren vielfach darum bemüht, ihren männlichen Künstlerkollegen ein alternatives Frauenbild entgegenzusetzen. Einen filmischen Vorläufer gab es bereits 1906: Alice Guy hatte in ihrem Film Les Résultats du féminisme (Die Folgen des Feminismus) die Rollen von Mann und Frau auf komische Art vertauscht. Ebenso humorvoll spielte Meret Oppenheim später mit der weiblichen Rolle als passivem Lustobjekt, indem sie dem Betrachter ein Paar Stöckelschuhe wie einen Gänsebraten auf einem Tablett darbot, während Frida Kahlo mit ihrem Selbstbildnis als Der kleine Hirsch eine sehr persönliche und symbolgeladene Darstellung präsentierte.
GESCHLECHTERKAMPF. FRANZ VON STUCK BIS FRIDA KAHLO
Kuratoren: Felicity Korn (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kunst der Moderne, Städel Museum),
Dr. Felix Krämer (Leiter Kunst der Moderne, Städel Museum)
Ausstellungsdauer: 24. November 2016 bis 19. März 2017
Pressevorbesichtigung: Mittwoch, 23. November 2016, 11.00 Uhr
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: Sa, 24.12., geschlossen; So, 25.12., 10.00–18.00 Uhr; Mo, 26.12., 10.00–18.00 Uhr; Sa, 31.12., geschlossen; So, 1.1.2017, 11.00–18.00 Uhr; Mo, 2.1.2017, 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de (Bis zum 10. November 2016 ist im Onlineshop ein Early-Bird-Ticket zum Preis von 10 Euro erhältlich.)
Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Es ist abrufbar unter geschlechterkampf.staedelmuseum.de.
Audiotour und Städel App: Die Audiotour wird unterstützt von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung. Sie führt in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Die deutsche Audiotour wird von Constanze Becker und Felix Rech gesprochen (beide Schauspiel Frankfurt). Der Preis für einen Audioguide beträgt 4 Euro, der Preis für zwei Audioguides 7 Euro. Neben dem Verleih vor Ort kann die Audiotour auch bequem zu Hause auf die Städel App geladen werden. Die Städel App ist kostenfrei im Android und Apple Store verfügbar, der In-App-Kauf für gängige IOS und Android Smartphones kostet 1 Euro: www.staedelmuseum.de/de/angebote/staedel-app
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Geschlechterkampf und #Staedel.
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 19.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr und So 12.00 Uhr sowie am 26.12. um 16.00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Tickets für die Führungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis von 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar.
Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Prestel Verlag mit 336 Seiten und ca. 400 Abbildungen, mit einem einleitenden Gespräch zwischen Felicity Korn, Felix Krämer und Rose-Maria Gropp, Essays von Andreas Beyer und Ute Frevert sowie Texten von Ingo Borges, Jo-Anne Birnie Danzker, Katharina Ferus, Miriam Halwani, Kristina Lemke, Nele Putz, Elena Schroll, Svetlana Svyatskaya, Melanie Ulz, Anne Vieth und Daniel Zamani sowie einem Vorwort von Philipp Demandt. Deutsche Ausgabe / Englische Ausgabe, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 7,50 Euro.
Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain
Mit zusätzlicher Unterstützung von: Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung
Medienpartner: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, Cicero – Magazin für politische Kultur
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn
Kulturpartner: hr2-kultur
Im Rahmen einer technologischen Untersuchung des Werkes Schlittenfahrt im Schnee (1927–1929) von Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) ist im Städel Museum ein bisher unbekanntes Gemälde des bedeutenden Expressionisten und Gründungsmitglieds der Künstlervereinigung Brücke aufgetaucht. Szene im Café verbarg sich unter der Leinwand der später entstandenen Schlittenfahrt im Schnee. Das Gemälde wurde 1987 von dem Frankfurter Unternehmer und Mäzen Dr. Kurt Möllgaard dem Städelschen Museums-Verein geschenkt, wobei die doppelte Bespannung des Keilrahmens bisher unentdeckt blieb. Nach eingehender Analyse sind beide Gemälde ab sofort bis März 2017 als Teil der Kabinettpräsentation „Über das Untersuchen, Finden und Restaurieren von Bildern“ im Sammlungsbereich Kunst der Moderne ausgestellt. Anhand von insgesamt fünf Beispielen wird ein Einblick in aktuelle Forschungs- und Restaurierungstätigkeiten des Museums geboten. Im Zentrum stehen dabei künstlerische Materialien, Techniken und Werkprozesse sowie alterungsbedingte Zustandsveränderungen und deren restauratorische Behandlung.
„Die neu entdeckte Szene im Café bereichert den Städelschen Bestand an expressionistischen Arbeiten um ein Gemälde, das die stilistischen Änderungen in Kirchners Œuvre der 1920er-Jahre eindringlich vor Augen führt. Werke der Brücke-Künstler und insbesondere auch Arbeiten von Kirchner selbst gehören zu den Schwerpunkten unserer Sammlung der Moderne“, erklärt Städel Direktor Philipp Demandt. „Der glückliche Fund von Szene im Café baut diesen Fokus weiter aus.“
Entstanden ist das Werk um 1926, als sich Kirchner bereits seit acht Jahren in die Nähe des Schweizer Ortes Davos zurückgezogen hatte. In dieser Zeit veränderte sich sein Stil maßgeblich: Die zackige, nervöse Linienführung seines Frühwerks wich einer betont flächigen Malweise und einem oft rigiden, stark abstrahierenden Bildaufbau. Während viele der damals entstandenen Werke das ländliche Leben in den Bergen thematisieren, verweist Szene im Café auf Kirchners fortwährendes Interesse am urbanen Alltagsleben und der mondänen Welt von Bars und Varietés, dem er sich auch in früheren Städel Werken wie Varieté; Englisches Tanzpaar (um 1909/26) gewidmet hat. Schlittenfahrt im Schnee befand sich bis zum Tod Kirchners 1938 in seinem Besitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es aus dem Nachlass an einen Privatsammler verkauft, bevor Dr. Kurt Möllgaard das Bild 1965 von der Galerie Roman Norbert Ketterer, Campione, erwarb. 1987 schenkte der Frankfurter Mäzen Möllgaard das Werk dem Städelschen Museums-Verein.
Die Neuentdeckung eines intakten, abgeschlossenen Werks unter einem Gemälde von gleicher Hand mag zunächst verblüffen. Allerdings ist dies nicht der einzige Fall, in dem Kirchner mehrere Leinwände auf ein und denselben Keilrahmen aufspannte. In einem Brief vom Februar 1918 bat er den Sammler und Mäzen Carl Hagemann, bei Käufern zweier seiner Werke nachzufragen, ob unter diesen nicht eventuell weitere Leinwände aufzufinden seien. Als Grund für diese Vorgehensweise gab Kirchner den Mangel an zur Verfügung stehenden Keilrahmen an: „Sehr geehrter Herr Doktor! Würden Sie wohl die Liebenswürdigkeit haben bei der Fehmarnlandschaft bei Herrn Isernhagen und dem blühenden Kastanienbaum bei Herrn Clingstein nachsehen zu lassen bei Gelegenheit, ob unter dem verkauften Bild noch andere Bilder darunter auf dem Keilrahmen gespannt sind. Es ging mir des öfteren so, dass 3–4 Leinwände übereinander gezogen wurden, wenn ich keine Keilrahmen hatte.“ Weitere Beispiele von übereinander gespannten, bemalten Leinwänden Kirchners wurden bereits 1969 sowie 1970 am Bündner Kunstmuseum Chur entdeckt. Dort fand man unter den Werken Bergwald (1937) und Augustfeuer (1933–35) ebenfalls Leinwände mit früheren Kompositionen. Kirchner verwendete auch bei Schlittenfahrt im Schnee sowie bei Szene im Café denselben Keilrahmen, der während der technologischen Untersuchung am Städel noch die originale Aufspannung aufzeigte. Spuren der Grundierung beider Gemälde waren zudem auf der Rahmenkonstruktion sichtbar.
Felix Krämer, Sammlungsleiter für die Kunst der Moderne, zeigt sich von diesem Glücksfund sehr erfreut: „Das Städel verfügt zwar über einen außergewöhnlich qualitätvollen Bestand an Brücke-Werken“, so der Kunsthistoriker, der 2010 die Kirchner-Retrospektive am Städel kuratierte, „allerdings haben wir bislang nur wenige repräsentative Gemälde aus dem Spätwerk Kirchners. Der Fund der Szene im Café ist auch gerade in diesem Sinne eine bedeutende Bereicherung unserer Expressionismus-Sammlung.“
Einen weiteren bedeutenden Fund machten die Restauratoren des Städel Museums bei der Untersuchung des kürzlich angekauften Gemäldes Glasbild II (1928), ein Hauptwerk von Walter Dexel (1890–1973). Auf dem Rückseitenschutz des Gemäldes entdeckten sie ein Fragment von Haus mit Zwiebelturm (1917), das in dem 1995 erschienenen Werkverzeichnis zu Dexel abgebildet und dort als verschollen aufgeführt wird. Genau wie die Gemälde Kirchners werden auch diese Bilder erstmals im Rahmen der neuen Kabinettpräsentation Seite an Seite zu sehen sein. Ergänzt werden sie von weiteren im Restaurierungsatelier des Städel Museums bearbeiteten Werken. Alle in der Ausstellung dokumentierten Untersuchungen sowie sämtliche Konservierungen und Restaurierungen der Präsentation wurden von der Diplomrestauratorin Eva Bader durchgeführt.
„Solche Funde ereignen sich nicht jeden Tag. Die technologische Erforschung unserer Sammlungsobjekte ist für unsere Arbeit essentiell, weil sie uns Erkenntnisse über Entstehungsprozesse und künstlerische Arbeitsweisen ermöglicht. Daher freuen wir uns, mit der neuen Kabinettpräsentation einen Einblick in unsere Tätigkeit geben zu können“, so Stephan Knobloch, Leiter Restaurierung – Gemälde und moderne Skulpturen im Städel Museum.
Kabinettpräsentation
„Über das Untersuchen, Finden und Restaurieren von Bildern“
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: Sa, 24.12., geschlossen; So, 25.12., 10.00–18.00 Uhr; Mo, 26.12., 10.00–18.00 Uhr; Sa, 31.12., geschlossen; So, 1.1.2017, 11.00–18.00 Uhr; Mo, 2.1.2017, 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
Am Abend des 28. Oktober öffnet das Städel Museum seine Pforten für eine besondere Veranstaltung: Die Konzertreihe ROTOR trifft bei ihrem fünften Event auf ausgewählte Positionen aus dem Sammlungsbereich Gegenwartskunst. Bei Rotor #5 führen Benjamin Kobler (Klavier), Dirk Rothbrust (Percussion) und Florian Zwissler (Elektronik) Karlheinz Stockhausens Werk Kontakte auf, in welchem der Pionier der elektronischen Musik die beiden Klangwelten der akustischen Instrumente und der elektronisch erzeugten Töne zusammenführt. Wolfgang Voigt, Mitbegründer des Kölner Labels Kompakt und einer der prägendsten Protagonisten der deutschen Techno-, House- und Elektronik-Szene, präsentiert anschließend sein Stück Rückverzauberung live. Zu den Musik-Live-Performances gibt es jeweils kurze Einführungen durch Prof. Orm Finnendahl, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Prof. Heiner Blum, Hochschule für Gestaltung Offenbach, und Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Gegenwartskunst. Zudem werden Kurzführungen durch die Sammlung angeboten, bei der Zeitgenossen Karlheinz Stockhausens – von Günther Uecker bis Jessica Stockholder, von Donald Judd bis Michael Beutler – in den Kontext der musikalischen Interventionen gesetzt werden. Den Abschluss bildet ein DJ-Set von Ellen Allien, die zu den zentralen Künstlerinnen der deutschen Elektronik-Szene zählt. Der Vorverkauf zur Veranstaltung ist limitiert und kostet 12 Euro, die Karten können unter tickets.staedelmuseum.de erworben werden. Tickets an der Abendkasse sind für 14 Euro erhältlich, Studenten zahlen dort 8 Euro.
Die Konzertreihe ROTOR hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Szenen Neue Musik, Elektronische Clubmusik und Klangkunst stärker miteinander zu verbinden, indem sie gemeinsame Rezeptions- und Produktionsräume sowie Perspektiven schafft.
ROTOR #5 ist eine Kooperationsveranstaltung des Städel Museums, der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Musikinstituts Darmstadt (IMD), des Instituts für Klangforschung der Hochschule für Gestaltung Offenbach und des Instituts für zeitgenössische Musik (IzM) der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main im Rahmen der EUROPA KULTURTAGE der EZB in Kooperation mit der Deutschen Bundesbank.
Gegenwartskunst trifft auf Rotor #5
Freitag, 28. Oktober 2016, Einlass und Programmbeginn ab 20.00 Uhr
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, www.facebook.com/staedelmuseum, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: ab 20.00 Uhr bis spät in die Nacht
Eintritt: 12 Euro (limitierter Vorverkauf),
14 Euro (Abendkasse; reduzierter Eintrittspreis von 8 Euro für Studenten)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
Im Rahmen der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und als krönender Abschluss des Gastlandauftrittes von Flandern und den Niederlanden lesen verschiedene Autoren am Sonntag, 23. Oktober 2016, in den Galerieräumen des Städel. Insgesamt sechs Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben sich von Gemälden aus den unterschiedlichen Sammlungsbereichen des Städel Museums inspirieren lassen und eigens für den Anlass neue Texte verfasst. Die vorgetragenen Texte von Mano Bouzamour, Charlotte Van den Broeck, Bregje Hofstede, Herr Seele, Gustaaf Peek und Aline Sax ergeben eine außergewöhnliche Verbindung von Literatur und Kunst. Die persönlichen Assoziationen und Interpretationen der Autoren zu den Kunstwerken sind eine besondere Gelegenheit die Gemälde aus einer völlig neuen Perspektive kennenzulernen: Gelesen und erzählt wird unmittelbar vor den Originalen in deutscher Sprache. Die Teilnahme an der Lesung ist im Eintrittspreis des Museums enthalten. Um eine Anmeldung unter 069-605098-200 oder info@staedelmuseum.de wird gebeten.
Die Veranstaltung wird ermöglicht durch Flandern & Die Niederlande Ehrengast der Buchmesse Frankfurt 2016.
Die sechs lesenden Autoren sind dabei so unterschiedlich wie die Kunstwerke, mit denen sie sich befassen: Die studierte Sprachwissenschaftlerin Charlotte Van den Broeck trifft als Performing Poet auf ein Gemälde des zeitgenössischen Malers Gerhard Richter. Von dem Autor, Maler und Herausgeber des Cowboy Henk-Furore-Comics Herr Seele ist ein lebhafter Vortrag vor einem Werk des Meisters von Flémalle zu erwarten, während sich Mano Bouzamour, der Autor des in den Niederlanden zum besten Romandebüt des Jahres 2014 avancierten De belofte van Pisa, mit der blutrünstigen Blendung Simsons von Rembrandt auseinandersetzt. Weitere Paarungen bilden der Schriftsteller, Redakteur und Fotograf Gustaaf Peek und die Frankfurter Synagoge von Max Beckmann, die 1984 in Antwerpen geborene Aline Sax und Custave Courbets Die Woge sowie die Dozentin für Kunstgeschichte und Autorin des gefeierten De hemel boven Parijs (Der Himmel über Paris, 2015) Bregje Hofstede und Corinne Wasmuths großformatiges Gemälde Barrier.
‚Kunst ist, was wir teilen‘: Autorenlesungen im Städel
Termin: Sonntag, 23. Oktober 2016, 15.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Ablauf:
15.00 Uhr Begrüßung im Metzler-Saal
Anschließend finden alle Lesungen zwischen 15.00 und 17.00 Uhr in den Galerieräumen statt.
Eintritt frei (im Rahmen des Museumsbesuchs)
Anmeldung unter: info@staedelmuseum.de oder +49(0)69-605098-200
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-111
Veranstaltungsprogramm November 2016
Das Städel Museum, die Schirn Kunsthalle Frankfurt und die Liebieghaus Skulpturensammlung haben einen neuen Direktor. Zum 1. Oktober 2016 beginnt Dr. Philipp Demandt seine Tätigkeit an der Spitze der drei Frankfurter Kulturinstitutionen. Der Kunsthistoriker wurde im Zuge einer intensiven nationalen wie internationalen Suche eines Nachfolgers für Max Hollein ausgewählt. Er war zuvor Leiter der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Auf der Antrittspressekonferenz wurde der 1971 geborene Demandt heute von Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städel Museums, und Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main, vorgestellt.
Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städel Museums, unter dessen Vorsitz die Suche durchgeführt wurde, betonte: „Mit Philipp Demandt haben wir unseren Wunschkandidaten bekommen. Seine umfassenden Erfahrungen im modernen Kulturmanagement und seine ausgewiesene Expertise als Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher mit einem feinen Gespür für besondere Themen und Entdeckungen machen ihn zum richtigen Kandidaten für den Job. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit.“
„Ich freue mich sehr, dass wir den renommierten Kunsthistoriker Philipp Demandt als Direktor der drei Häuser gewinnen konnten. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt ist eines der führenden Ausstellungshäuser – mit einem klaren und unverwechselbaren Profil, das über die Grenzen Frankfurts und Deutschlands geschätzt wird. Sie korrespondiert auf hervorragende Weise mit den Sammlungsschwerpunkten des traditionsreichen Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Ein effektives Zusammenspiel der drei großen Kunstinstitutionen auch in Zukunft fortzuführen, ist für die kulturelle Entwicklung der Stadt und der Region sinnvoll und wichtig. Ich wünsche Philipp Demandt einen guten Start und viel Erfolg“, teilte die Frankfurter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig mit.
Dr. Philipp Demandt selbst nutzte die Pressekonferenz, um sich den versammelten Medienvertretern als neuer Direktor der drei Frankfurter Kunstinstitutionen vorzustellen: „Das Städel, die Schirn und das Liebieghaus als Direktor zu führen und deren erfolgreiche Arbeit in all ihrer Vielfalt weiterzuentwickeln ist eine Herausforderung, die ich mit großer Freude annehme. Ich danke dem Magistrat der Stadt Frankfurt und der Administration des Städel Museums für das entgegengebrachte Vertrauen. Das Städel Museum, die Schirn und das Liebieghaus sind drei bedeutende Kunstinstitutionen, die mit ihren progressiven Ausstellungen und Projekten die Menschen begeistern und immer wieder zeigen, wie wir eine lebendige Beschäftigung mit Kunst in unserer heutigen Zeit denken können und müssen. Es steht außer Frage, dass die eigenständigen und starken Profile der drei Institutionen erhalten bleiben und dabei auch zukünftig Synergien genutzt werden. Die drei Häuser haben ein in allen Bereichen qualifiziertes Team, dessen hervorragende Arbeit Sie kennen und die Ihnen auch in den nächsten Wochen mit unseren großen Herbstausstellungen wieder begegnen wird. Ich freue mich sehr auf die gemeinsame Zusammenarbeit.“
Der 1971 in Konstanz geborene Philipp Demandt studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Publizistik und promovierte 2001 am Institut für Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Königin-Luise-Porträts von Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch sowie zur historischen Mythologie des preußischen Staates im Spiegel des „Luisenkults“. Nach einer Ausstellungsassistenz im Bröhan-Museum ab 2002 wurde Demandt 2004 Dezernent bei der Kulturstiftung der Länder. Zu seinen Aufgaben zählten die Beratung und Unterstützung deutscher Kultureinrichtungen beim Erwerb und der Finanzierung von Kunstwerken von der Vor- und Frühgeschichte bis zum 19. Jahrhundert sowie bei Ausstellungsvorhaben. Von 2007 bis 2010 war er zudem Mitkurator der Ausstellung „Luise. Leben und Mythos der Königin“ der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Darüber hinaus konzipierte und leitete er die von der Kulturstiftung der Länder herausgegebene Zeitschrift „Arsprototo“ sowie deren wissenschaftliche Publikationsreihe „Patrimonia“ und veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Kunst- und Kulturgeschichte, unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und der Welt.
Im Januar 2012 wurde Demandt zum Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin ernannt. Hier machte er unter anderem mit einer umfassenden Neukonzeption der Schausammlung sowie mit ebenso innovativen wie erfolgreichen Ausstellungen auf sich aufmerksam. Zu den Höhepunkten unter seiner Leitung zählten die Ausstellungen „Rembrandt Bugatti“, „Impressionismus/Expressionismus. Kunstwende“ oder zuletzt „Der Mönch ist zurück“, eine Sonderpräsentation zur Restaurierung von Caspar David Friedrichs Meisterwerken Mönch am Meer und Abtei im Eichwald. Die Alte Nationalgalerie beherbergt Gemälde und Skulpturen vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Ihre Sammlung ist Teil der Nationalgalerie, zu der auch die Neue Nationalgalerie, der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, das Museum Berggruen und die Sammlung Scharf-Gerstenberg gehören.
Demandt tritt in Frankfurt die Nachfolge von Max Hollein an, der zum 1. Juni 2016 als neuer Direktor an die Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF) gewechselt ist.
Philipp Demandt
Philipp Demandt
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