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Seit der Eröffnung am 8. Februar lockte die Schau über 100.000 Besucher ins Städel – am 28. April ist sie bis nachts im Rahmen der Party „THE SESSION“ geöffnet
Elf Wochen nach ihrem Start zählt die Sonderausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“ im Städel Museum bereits 100.000 Besucher. Besonders die Nachfrage nach Überblicksführungen ist außerordentlich hoch, weshalb das Museum eine frühzeitige Buchung empfiehlt. Noch bis zum 21. Mai präsentiert die Schau den weltbekannten Künstler anhand zahlreicher Meisterwerke und internationaler Leihgaben und veranschaulicht, wie tief Peter Paul Rubens (1577–1640) in den Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen eintrat.
„Der Name Rubens, bekannt wie eine Marke, Inbegriff des Barock, und die rund 100 hochkarätigen Leihgaben, die aus aller Welt ins Städel reisten, bieten bereits für zahlreiche Frankfurter, aber auch für Einzelbesucher und Gruppenreisende aus der ganzen Welt ein attraktives Kulturerlebnis. Besonders ist es dem Kurator Jochen Sander gelungen, mit einem sehr eingängigen wie spannenden Konzept über Rubens‘ Schaffensprozess den Künstler neu erfahrbar zu machen. Verbunden mit unseren zahlreichen Vermittlungsangeboten – vom Digitorial bis zur Sonderführung – bietet die Ausstellung die Möglichkeit, dem Barockstar beim Denken und Arbeiten über die Schulter zu schauen. Eine einmalige Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte“, so Städel Direktor Philipp Demandt.
Auf dem umfassenden Rahmenprogramm der letzten Wochen stehen noch einige Höhepunkte: Neben zahlreichen Workshops und Führungen spricht Prof. Dr. Nils Büttner (Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart) am Donnerstag, 17. Mai, in einem Vortrag über „Rubens und der Weg zum Reichtum“.
Bei ,,THE SESSION. Die Party zur Rubens-Ausstellung‘‘ dreht sich alles um Rubens künstlerischen Schaffensprozess. Bis tief in die Nacht geben junge Kunstexperten Einblicke in die Ausstellung. Im Metzler-Saal werden die DJs Celestino und RIO gesampelte Electrobeats auflegen. Beim Sampeln werden bereits vorhandene Beats kreativ genutzt und zu etwas Neuem. Passend zu Rubens‘ flämischer Herkunft werden an drei Bars im Metzler-Foyer, im Metzler-Saal und auf der Terrasse diverse Drinks und Snacks angeboten. Tickets sind im limitierten Vorverkauf im Online-Shop des Städel erhältlich (tickets.staedelmuseum.de).
Peter Paul Rubens (1577–1640) hat die europäische Barockmalerei geprägt wie kaum ein anderer Künstler. Vom 8. Februar bis 21. Mai 2018 widmet das Frankfurter Städel Museum dem weltbekannten Künstler die umfassende Sonderausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“. Anhand von etwa 100 Arbeiten – darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen von Rubens – arbeitet die Schau einen bisher wenig beachteten Aspekt im Schaffensprozess des Meisters heraus: Sie zeigt, wie tief Rubens in den Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen eintrat und wie dies sein fünfzigjähriges Schaffen prägte. In Rubens’ umfangreichem Œuvre spiegeln sich die Einflüsse antiker Skulptur ebenso wider wie jene späterer Kunst aus Italien und nördlich der Alpen, von den Meistern des ausgehenden 15. Jahrhunderts bis zu seinen Zeitgenossen. Seine Bezugnahme auf Werke von Künstlern unterschiedlicher Epochen ist häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar – in der aufwendig inszenierten Ausstellung kann der Besucher die zuweilen überraschenden Korrelationen nun im Detail nachvollziehen. Die Gattungsgrenzen überschreitende Schau vereint Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Werke der angewandten Kunst. Neben Originalskulpturen von der Antike bis zur Renaissance werden auch Gemälde und Grafiken von Rubens’ Vorläufern und Zeitgenossen zu sehen sein, darunter Schlüsselwerke von Tizian und Tintoretto, von Goltzius, Rottenhammer und Elsheimer sowie von Giambologna, Van Tetrode und Van der Schardt.
Die Ausstellung wird durch die finanzielle Unterstützung der Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH und des Städelschen Museums-Vereins e.V. ermöglicht. Sie erfährt zusätzliche Förderung durch die Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die Frankfurter Sparkasse.
THE SESSION.
DIE PARTY ZUR RUBENSAUSSTELLUNG
Samstag, 28. April 2018, 20.00-3.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: ab 20.00 Uhr bis 3.00 Uhr
Information: www.staedelmuseum.de
Eintritt: 12 Euro (limitierter Vorverkauf), 14 Euro (Abendkasse)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
RUBENS. KRAFT DER VERWANDLUNG
Ausstellungsdauer: 8. Februar bis 21. Mai 2018
Kuratoren: Prof. Dr. Jochen Sander (Ausstellung im Städel Museum Frankfurt), Dr. Gerlinde Gruber (Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien) und Dr. Stefan Weppelmann (Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien)
Information: www.staedelmuseum.de
Besucherservice und Führungen: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten (10.00–18.00 Uhr): 1.5., 10.5., 20.5., 21.5.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro; Sa, So, Feiertage: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro; Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 regulär zahlenden Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine frühzeitige Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de
Für Mitglieder des Städelschen Museums-Vereins ist der Eintritt in die Sonderausstellung frei.
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di, 15.00 Uhr; Mi, 13.00 Uhr; Do, 18.00 Uhr; Fr, 19.00 Uhr; Sa, 16.00 Uhr; So, 12.00 Uhr. An den Feiertagen des 10.5. und 21.5. findet die Führung jeweils um 16.00 Uhr statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Tickets für die Führungen sind für 5 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich.
Digitorial: Das Digitorial ist unter rubens.staedelmuseum.de abrufbar.
Die Ausstellung wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet. Eine aktuelle Übersicht finden Sie unter www.staedelmuseum.de
Förderer und Partner der Ausstellung:
Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, Städelscher Museums-Verein e.V. und Sparkassen-Finanzgruppe (vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die Frankfurter Sparkasse)
Mit zusätzlicher Unterstützung von: Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, Die Regierung Flanderns
Medienpartner: Süddeutsche Zeitung, WirtschaftsWoche, Deutschlandfunk Kultur, ARTE
Marketingpartner: VISITFLANDERS
Kulturpartner: hr2-kultur
Im Zuge seiner systematischen Provenienzforschung erhielt das Frankfurter Städel Museum von dritter Seite Hinweise auf die belastete Provenienz des Werkes Eisgang (1923) von Max Beckmann (1884–1950). Das im Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes gelistete Ölgemälde zeigt das charakteristische Mainpanorama Frankfurts mit Blick auf den Eisernen Steg und wurde 1994 vom Städelschen Museums-Verein erworben. Es stellte sich heraus, dass der erste Besitzer des Werkes Fritz Neuberger war, ein jüdischer Textilfabrikant aus Frankfurt, der das Gemälde direkt von Max Beckmann gekauft hatte. Neuberger und seine Frau Hedwig wurden von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und in Ostpolen ermordet. Was mit dem Bild im Einzelnen geschah, ist über weite Strecken nicht ermittelbar. Alles spricht dafür, dass Eisgang dem Ehepaar Neuberger verfolgungsbedingt abhandenkam. Nach langjährigen Forschungsarbeiten des Städel Museums und intensiven Gesprächen zwischen dem Vorstand des Städelschen Museums-Vereins und den Erben einigten sich beide Parteien nun auf eine einvernehmliche „Goodwill - Vereinbarung“ im Sinne der Washingtoner Prinzipien zur NS-Raubkunst, welche eine faire und gerechte Lösung des Falles darstellt und die den dauerhaften Verbleib des Gemäldes in Frankfurt ermöglicht. Zudem wird mit einer Tafel am Gemälde an das tragische Schicksal des Voreigentümers Fritz Neuberger und seiner Frau erinnert werden.
Großzügige finanzielle Unterstützung für die vereinbarte Einigung erhielt der Städelsche Museums-Verein von der Bundesrepublik Deutschland. Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte: „Das Gemälde Eisgang, das während der Frankfurter Jahre Beckmanns entstand, ist nicht nur ein zentrales Werk im Oeuvre dieses großen deutschen Expressionisten. Durch die Darstellung des Eisernen Stegs, eines Wahrzeichens der Stadt, ist dieses Bild für alle Menschen in der Main-Metropole und darüber hinaus ein wichtiges, beliebtes und identitätsstiftendes Zeugnis. Anliegen des Bundes ist es, durch die Förderung solcher Ankäufe zu fairen und gerechten Lösungen und Einigungen im Sinne der Washingtoner Prinzipien beizutragen. Dass der Eisgang nun endgültig seinen Platz im Städel Museum gefunden hat, ist ein Gewinn nicht nur für Frankfurt, sondern für die deutsche Museumslandschaft überhaupt.“
„Wir freuen uns sehr, dass wir eine einvernehmliche und faire Lösung erzielen konnten, die Beckmanns Eisgang für die Sammlung des Städel Museums erhält und das Bild damit weiterhin am Ort seiner Entstehung der Öffentlichkeit zugänglich macht. Mit der nun gefundenen Einigung wollen wir als Städel Museum und Städelscher Museums-Verein abermals ein deutliches Zeichen setzen, dass auch wir als nichtöffentliche Institutionen die Prinzipien der Washingtoner Erklärung anerkennen und uns der Verantwortung gegenüber historischem Unrecht stellen“, kommentiert Städel Direktor Philipp Demandt.
„Max Beckmanns Eisgang ist eines jener Gemälde, die beim Frankfurter Publikum besonders beliebt sind und die Identität der Städelschen Sammlung maßgeblich prägen. Umso glücklicher bin ich, dass es uns gelungen ist, den Verbleib des Gemäldes in Frankfurt zu erreichen, dessen Erwerb schon 1994 nur durch den Städelschen Museums-Verein ermöglicht werden konnte“, so Sylvia von Metzler, die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins.
Max Beckmann: Eisgang (1923)
Die 47,5 auf 59,5 cm große Leinwand ist eine der mehr als ein Dutzend Stadtansichten in Öl aus der Frankfurter Zeit von Max Beckmann. 17 Jahre seines Lebens verbrachte der bedeutende Expressionist in der Stadt. Mit dem Städel Direktor Georg Swarzenski verband ihn eine enge Freundschaft. Bis zu seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten im April 1933 hatte Beckmann eine Professur an der Städelschule inne. Sein Gemälde Eisgang zeigt das charakteristische Mainpanorama Frankfurts. An einem stillen Wintermorgen geht der Blick von der Untermainbrücke flussaufwärts auf die Altstadt mit dem Dom St. Bartholomäus, dem Eisernen Steg und rechts dem Ufer der Sachsenhäuser Seite. Die Ansicht war Beckmann sehr vertraut – der Weg von seiner Wohnung in der Schweizer Straße zur Innenstadt führte über die Brücke. Es ist keine topografisch exakte Ansicht: Beckmanns ganze Aufmerksamkeit gilt dem Fluss, der wie ein dunkles Band zwischen den beiden Ufern liegt. Auf dem Main treiben große Eisschollen, wodurch die dynamische Bewegung des Flusses akzentuiert wird. Das kalte Licht eines Sichelmondes betont die in kühlen Farben wiedergegebene Szenerie. Die kahlen Bäume und zwei vermummte Gestalten auf Fahrrädern am Sachsenhäuser Ufer unterstreichen die melancholische Grundstimmung der nächtlich-geheimnisvollen Darstellung. Beckmanns Pessimismus gegenüber einer oftmals als kalt und gefühllos empfundenen Moderne kommt darin beispielhaft zum Ausdruck. Über das Werk, das zu den seltenen Winterbildern in Beckmanns Œuvre zählt, schrieb der Redakteur Benno Reifenberg 1924 anlässlich einer Ausstellung im Frankfurter Kunstverein in der Frankfurter Zeitung:
„Die Stadt duckt sich; als ob sie fröre, als ob sie sich fürchte vor der Gewalt des Flusses, als ob sie sich ineinanderziehe unter dem kalten, unerbittlich grauen Himmel. […] Den dunklen Strom hinab gleiten die Eisschollen. Wie seltsame Fische mit breiten Rücken, spitzen Schnauzen. Sie quellen aus dem Mainbogen. Stumm ziehen sie, gewaltiger Schub aus der Ferne, an der Stadt vorüber. Kaum dass sie den rötlichen Kai streifen. Mit bösem Knirschen.“
Seit 2011 wird das Gemälde, das 1964 auf der Documenta III gezeigt wurde, auf der Liste national wertvollen Kulturgutes geführt. Heute beherbergt das Städel Museum insgesamt fünfzehn Gemälde, zwei Skulpturen und zahlreiche Zeichnungen und Druckgrafiken von Max Beckmann. Das für Frankfurt so signifikante Gemälde Eisgang ist fester Bestandteil der dauerhaften Sammlungspräsentation in einem eigens eingerichteten Beckmann-Saal.
Die Provenienz des Werks
Der Eisgang stammt aus der Privatsammlung des jüdischen Textilfabrikanten Fritz Neuberger (1877–1943), der es vor 1928 direkt vom Künstler erwarb und in dessen Besitz es bis mindestens Dezember 1931 nachzuweisen ist. Hier bricht die bisher vorliegende faktische Dokumentation zur Provenienz des Gemäldes ab. Erst in der Nachkriegszeit tauchte das Gemälde 1952 in Frankfurter Privatbesitz wieder auf, von wo aus es 1953 über eine Galerie an einen Privatsammler verkauft wurde, von dessen Erben der Städelsche Museums-Verein das Bild 1994 erwarb. Der Verein erwarb das Bild in gutem Glauben mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder, der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung und breiter Unterstützung aus den Reihen seiner Mitglieder und der Frankfurter Bürgerschaft.
Nach heutigem Forschungsstand besteht für den Eisgang eine Provenienzlücke von ca. 20 Jahren, welche die NS-Zeit mit einschließt. Die Recherchen des Städel ergaben jedoch, dass das Gemälde Fritz Neuberger mit großer Wahrscheinlichkeit während der NS-Zeit abhandengekommen ist. Das Ehepaar Neuberger wurde im Sommer 1941 aus seiner Wohnung im Frankfurter Westend vertrieben, nach einem Zwischenaufenthalt im sogenannten Ghettohaus in der Gaußstrasse 14 1942 nach Ostpolen deportiert und vermutlich im Vernichtungslager Majdanek ermordet. Das Ehepaar hinterließ einen Sohn, der den Holocaust überlebte, weil seine Eltern ihn 1939 mit einem internationalen Hilfswerk nach England schicken konnten, von wo aus er ein Jahr später in die USA emigrierte. Wie die Recherchen des Städel rekonstruieren konnten, machte der Sohn der Neubergers bereits nach dem Krieg bis noch Mitte der 1980er Jahre in mehreren Anläufen bei unterschiedlichen Behörden den Verlust des Gemäldes geltend, ohne jedoch dessen Abhandenkommen konkret beweisen zu können und ohne Kenntnis über dessen damaligen Verbleib zu haben. Dabei erwähnte er unter anderem auch, dass sich das Gemälde seiner Erinnerung nach zum Zeitpunkt seiner Emigration im Jahr 1939 noch im Besitz der Eltern befand. Er verstarb 1997 im Alter von 75 Jahren. Im Zuge seiner eigenen Provenienzforschung hatte das Städel Museum nach möglichen Erben von Fritz Neuberger gesucht. Noch bevor es diese ausfindig machen konnte, wurde das Museum von den Bevollmächtigten der Erben angesprochen.
Provenienzforschung am Städel Museum
Bereits seit 2001 erforscht das Frankfurter Städel Museum – als eines der ersten deutschen Museen – systematisch die Herkunft aller Objekte, die während der NS-Zeit erworben wurden bzw. in diesem Zeitraum den Besitzer wechselten oder gewechselt haben könnten. Grundlage für diese Forschung bildet die 1998 auf der „Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust“ in Washington formulierte „Washingtoner Erklärung“ sowie die daran anschließende „Gemeinsame Erklärung“. Für jedes Objekt, das nach 1933 erworben wurde und vor 1945 datiert werden kann, wird versucht, eine möglichst lückenlose Provenienz nachzuweisen. Parallel zu diesem laufenden Projekt beschlossen die Administration und die Direktion des Städel Museums 2008, die Geschichte der Institution während des Nationalsozialismus in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ an der Universität Hamburg durch ein unabhängiges Expertenteam aufarbeiten zu lassen. Die Forschungsergebnisse wurden 2011 in der Schriftenreihe der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ im Berliner Akademie-Verlag unter dem Titel Museum im Widerspruch publiziert.
Bisher konnte für elf Objekte aus den Gemälde- und Grafikbeständen des Städelschen Kunstinstituts und der Städtischen Galerie sowie fünf Objekte aus dem Bestand der Liebieghaus Skulpturensammlung ein verfolgungsbedingter Vermögensverlust nachgewiesen und diese restituiert bzw. zurückerworben werden.
Bildangaben:
Max Beckmann (Leipzig 1884 – New York 1950)
Eisgang, 1923
Öl auf Leinwand, 47,5 x 59,5 cm
Erworben 1994 mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder, der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung und anderer Spender. Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V. sowie der Bundesrepublik Deutschland
Foto: Städel Museum - ARTOTHEK
© VG Bild Kunst Bonn
Rudolf Jahns (1896–1983) und Hermann Glöckner (1889–1987) gehören zu den wichtigsten und zugleich unkonventionellsten Konstruktivisten der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Eine neue Sammlungspräsentation in den Gartenhallen des Städel Museums thematisiert die erstaunlichen Verwandtschaften dieser beiden Künstlerpersönlichkeiten. Darüber hinaus fokussiert die auf ein Kabinett und 22 Arbeiten sich konzentrierende Auswahl ein zentrales Anliegen der Städel Sammlung: die Verbindung von Vorkriegs- und Nachkriegsmoderne, der Zeit zwischen und nach den Weltkriegen – und ihre Bedeutung für die Kunst unserer Gegenwart.
Glöckner und Jahns sind in der Städelschen Sammlung mit außergewöhnlichen Werken vertreten. Dies verdankt das Museum unter anderem Schenkungen und Dauerleihgaben von Margarethe und Klaus Posselt und von Barbara Roselieb-Jahns, der Tochter des Künstlers, sowie der Rudolf-Jahns-Stiftung. Durch die großzügige Unterstützung des Ehepaares Posselt besitzt das Städel seit 2011 mehrere Tafeln, Objekte und Grafiken Hermann Glöckners. Mit der Rudolf-Jahns-Stiftung besteht seit einigen Jahren eine enge Zusammenarbeit. Dies zeigt sich einmal mehr in der aktuellen Kabinettpräsentation, welche die Stiftung mit mehreren Leihgaben unterstützt. Darüber hinaus kann sich das Museum über eine weitere großzügige Schenkung von Barbara Roselieb-Jahns freuen – insgesamt drei neue Werke, von denen zwei – Konstruktiv, 1928, und Häuser an der Steilküste von Boulogne-sur-Mer, 1931 – auch in der Kabinettausstellung zu sehen sein werden.
„Mit den drei uns neu übergebenen Arbeiten von Rudolf Jahns wird unsere Sammlung Gegenwartskunst in der Zeit der Zwischen- und Nachkriegsmoderne wunderbar ergänzt. Wir danken Barbara Roselieb-Jahns für die erneute, großzügige Schenkung“, sagt Städel Direktor Philipp Demandt.
„Wir freuen uns über die erstmalige gemeinsame Präsentation der beiden Künstler im Städel, die interessante Parallelen zwischen den beiden Konstruktivisten aufzeigt. Die Rudolf-Jahns-Stiftung hat den Auftrag, das künstlerische Werk von Rudolf Jahns durch wissenschaftliche Forschung zu erschließen und zu pflegen. Das Städel Museum war durch seinen Forschungsschwerpunkt prädestiniert für eine enge Zusammenarbeit, die wir durch die Förderung eines wissenschaftlichen Volontariates am Städel gerne noch untermauert haben“, so Professor Dr. Ulrich Krempel, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung.
Hermann Glöckner und Rudolf Jahns nehmen innerhalb der avantgardistischen, ungegenständlichen Kunstströmung eine Sonderposition ein. Die geometrischen, konstruktiven Grundlagen der Malerei untersuchend und diese um neue, für die Kunst damals noch ungewöhnliche Materialien erweiternd, begrenzten sie ihre Gestaltungsmöglichkeiten nicht durch ästhetische Dogmen und Regeln. Abseits einer strengen Formgrammatik ließen sie sich von einem fast experimentellen, forschenden Erkunden und Ausprobieren leiten.
Bei Jahns wird das geometrische Vokabular aus Linie, Rechteck und Diagonale immer wieder gebrochen durch eine organische Welle oder scheinbar unsorgfältig ausgeschnittene und collagierte Papiere – ein Freimachen vom konstruktivistischen Verständnis eines klaren, entpersonalisierten Rationalismus. Ähnlich bei Glöckner, der die Pinselstriche seiner monochromen Farbflächen als „handgemacht“ erkennbar stehen lässt und dessen Positiv- und Negativ-Formen auf vorangegangene Faltungen des Papiers zurückzuführen sind. Ganz loslösen vom Gegenständlichen wollen sich beide Künstler nicht, immer wieder finden sich vor allem bei Jahns, aber auch bei Glöckner, figurative Verweise.
Der Konstruktivismus ist im Kern ein Phänomen der 1920er-Jahre, zugleich verfolgten Glöckner und Jahns ihre künstlerische Überzeugung unabhängig von den Konjunkturen der Stile und arbeiteten konsequent über Jahrzehnte hinweg an denselben ästhetischen Fragestellungen. Sie waren Freunde im Geiste, auch wenn sie sich persönlich nie kennengelernt haben.
NEUE SCHENKUNGEN VON BARBARA ROSELIEB-JAHNS 2018:
Rudolf Jahns
Komposition Nr. 18, 1924
13,9 x 20,5 cm
Schwarze Zeichenkreide auf Papier
Städel Museum, Frankfurt am Main
Erworben 2018 als Schenkung von Barbara Roselieb-Jahns
Rudolf Jahns
Konstruktiv, 1928
28,4 x 22,5 cm
Tempera auf Karton
Städel Museum, Frankfurt am Main
Erworben 2018 als Schenkung von Barbara Roselieb-Jahns
Rudolf Jahns
Häuser an der Steilküste von Boulogne-sur-Mer, 1931
32 x 46,5 cm
Öl auf Leinwand
Städel Museum, Frankfurt am Main
Erworben 2018 als Schenkung von Barbara Roselieb-Jahns
HERMANN GLÖCKNER UND RUDOLF JAHNS. GEOMETRIE ALS GESTALTUNGSPRINZIP
Kuratoren: Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter Gegenwartskunst, Städel Museum), Iris Hasler (wissenschaftliche Volontärin Gegenwartskunst, ermöglicht durch die Rudolf-Jahns-Stiftung, Städel Museum)
Ausstellungsdauer: 28. Februar bis 27. Mai 2018
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro; Sa, So, Feiertage: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro; Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Gefördert durch: Rudolf-Jahns-Stiftung
Peter Paul Rubens (1577–1640) hat die europäische Barockmalerei geprägt wie kaum ein anderer Künstler. Vom 8. Februar bis 21. Mai 2018 widmet das Frankfurter Städel Museum dem weltbekannten Künstler die umfassende Sonderausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“. Anhand von etwa 100 Arbeiten – darunter 31 Gemälde und 23 Zeichnungen von Rubens – arbeitet die Schau einen bisher wenig beachteten Aspekt im Schaffensprozess des Meisters heraus: Sie zeigt, wie tief Rubens in den Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen eintrat und wie dies sein fünfzigjähriges Schaffen prägte. In Rubens’ umfangreichem Œuvre spiegeln sich die Einflüsse antiker Skulptur ebenso wider wie jene späterer Kunst aus Italien und nördlich der Alpen, von den Meistern des ausgehenden 15. Jahrhunderts bis zu seinen Zeitgenossen. Seine Bezugnahme auf Werke von Künstlern unterschiedlicher Epochen ist häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar – in der aufwendig inszenierten Ausstellung kann der Besucher die zuweilen überraschenden Korrelationen nun im Detail nachvollziehen. Die Gattungsgrenzen überschreitende Schau vereint Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Werke der angewandten Kunst. Neben Originalskulpturen von der Antike bis zur Renaissance werden auch Gemälde und Grafiken von Rubens’ Vorläufern und Zeitgenossen zu sehen sein, darunter Schlüsselwerke von Tizian und Tintoretto, von Goltzius, Rottenhammer und Elsheimer sowie von Giambologna, Van Tetrode und Van der Schardt.
Die Ausstellung wird durch die finanzielle Unterstützung der Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH und des Städelschen Museums-Vereins e.V. ermöglicht. Sie erfährt zusätzliche Förderung durch die Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die Frankfurter Sparkasse.
Städel Direktor Philipp Demandt: „Mit diesem groß angelegten Ausstellungsvorhaben können wir unserem Publikum die Genialität eines außergewöhnlichen Künstlers in all ihren Facetten präsentieren. Die umfassende Schau eröffnet einen faszinierenden Blick auf Meisterwerke des Barock, die den Betrachter – damals wie heute – in ihren Bann ziehen.“
„Rubens war einer der produktivsten und spannendsten Künstler des Barock, der nicht nur zahlreiche nachfolgende Künstlergenerationen beeinflusste, sondern auch selbst verschiedene Quellen für seine Bilderfindungen förmlich in sich einsaugte. Unsere Ausstellung bietet die einmalige Gelegenheit, diesen kreativen und schöpferischen Prozess nun direkt nachzuvollziehen“, erklärt Jochen Sander, Kurator der Ausstellung und Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800 am Städel Museum.
Die Ausstellung
Auf dem nach Bildmotiven und Themen strukturierten Rundgang treffen die Besucher auf altbekannte mythologische Sujets wie Venus und Adonis, das Parisurteil oder den an den Felsen geschmiedeten Prometheus, aber auch auf zentrale Themen des Alten oder Neuen Testaments wie die Enthauptung des Holofernes oder die Grablegung Christi. Beispielhaft verdeutlicht wird Rubens’ kreativer Arbeitsprozess gleich im ersten Ausstellungsraum anhand seiner Darstellung Christi als Ecce homo (um 1612): Mittels dreier Exponate wird die metamorphotische Verwandlung der antiken Skulptur eines Kentauren zu dem einer Zuschauermenge vorgeführten Christus veranschaulicht. Von der antiken Skulptur fertigte Rubens zunächst mehrere Zeichnungen an, die er anschließend in dem Gemälde weiterentwickelte: In einer vollständigen ikonografischen Neubestimmung verwandelte er das antike Vorbild des ungezügelten, animalischen Kentauren in eine Darstellung des leidenden, vom Betrachter Empathie und Mitgefühl einfordernden Christus. Mit Rückgriff auf die Antike wird der Leib Christi so auf überraschende Weise inszeniert und mit seinem athletisch gebildeten Oberkörper regelrecht zur Schau gestellt.
Ein weiteres prägnantes Beispiel ist die antike römische Skulptur einer kauernden Venus, die sich auf ein Bad vorbereitet: Rubens verwandelt sie mit identischer Haltung, aber völlig anderem Gemütszustand nicht nur in eine frierende Venus, die Venus Frigida (1614), sondern auch in die ihren toten Geliebten Adonis beklagende Liebesgöttin (Venus um Adonis trauernd, um 1614). Eine ähnliche Motivkette entwickelt sich ausgehend von einem Gemälde des flämischen Malers Michiel Coxcie mit dem Mord Kains an seinem Bruder Abel (Der Tod Abels, nach 1539). Rubens erwarb Coxcies Zeichnungsstudie des erschlagenen Abel und überarbeitete sie in seinem Sinne (Abel erschlagen von Kain, um 1609). Wenig später formte er sie in eine Studie eines hinterrücks zu Boden gestürzten, tragisch gescheiterten Helden um (Studie eines stürzenden Mannes, um 1610/11). Diese diente Rubens als direkte Vorlage für zwei weitere in der Ausstellung präsentierte Gemälde: das auf einer Kupfertafel ausgeführte Gemälde Tod des Hippolytus (1611–1613) und die monumentale Darstellung des an den Felsen geschmiedeten Prometheus (1611/12–1618). An diesem Meisterwerk sollte sich einige Jahre später Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606 – ca. 1669) messen: Seine Blendung Simsons (1636), ein Hauptwerk des Städel Museums, ist nicht ohne die Auseinandersetzung mit Rubens zu verstehen und daher in die Frankfurter Ausstellung integriert.
Mittels des direkten Vergleichs von Vorbildern und Rubens-Werken gewährt die Ausstellung einen faszinierenden Einblick in die Arbeits- und Denkweise des Künstlers: in seine geistreichen Bildgenesen und überraschenden Motivverwandlungen, aber auch in das intensive Ringen um das richtige Format und die rechte Form. Gerade den bewussten Rückgriffen auf identifizierbare Vorbilder, die Rubens dabei noch – im Sinne der „Aemulatio“ der zeitgenössischen Kunsttheorie – zu überbieten suchte, verdanken seine Schöpfungen häufig ihre modern anmutende, dynamische Erscheinung. Am Ende eines jeden dieser Verwandlungsprozesse stehen Werke, die den Betrachter damals wie heute unmittelbar ansprechen.
Die Sonderausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Städel Museum und dem Kunsthistorischen Museum in Wien, aus dessen umfassenden Rubens-Beständen alleine fünf Werke nach Frankfurt reisen. Auch Rubens-Werke aus dem Städel werden in die Ausstellung eingebunden, darunter die Ölskizze Die Mystische Vermählung der heiligen Katharina (ca. 1628, Entwurf für den Augustineraltar in der Augustinerkirche in Antwerpen) sowie einige bedeutende Zeichnungen aus der Graphischen Sammlung des Städel Museums.
Zu den zahlreichen internationalen Leihgebern zählen zudem unter anderem das Koninklijk Museum voor Schone Kunsten in Antwerpen, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die Uffizien in Florenz, das Israel Museum in Jerusalem, die National Gallery in London, das J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der Prado und das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, das Musée du Louvre in Paris, das Metropolitan Museum of Art in New York, die Staatliche Eremitage in St. Petersburg, die Vatikanische Museen und die National Gallery of Art in Washington.
Der Künstler
Peter Paul Rubens wurde 1577 als sechstes von sieben Kindern in Siegen, Westfalen, geboren und starb am 30. Mai 1640 in Antwerpen. Bereits als junger Mann fand er internationale Anerkennung als außerordentlich innovativer Künstler. Doch Rubens war nicht nur Maler, sondern auch Kunsttheoretiker und -sammler, geschätzter Gesprächspartner europäischer Gelehrter und Fürsten sowie Diplomat in europäischen Diensten – all dies ausgehend von seinem Lebensmittelpunkt Antwerpen. Er wurde unter anderem bei dem Antwerpener Maler Otto van Veen (1556–1629) zum Maler ausgebildet. Mit nur 21 Jahren wurde er 1598 als Meister in die Lukasgilde, die Antwerpener Malerzunft, aufgenommen, und erhielt so Zugang zu den intellektuellen Kreisen der Stadt. Im Jahr 1600 ging er nach Italien, wo er insgesamt acht Jahre blieb – diese Zeit, vor allem der Einfluss antiker Skulpturen, hat sein Werk nachhaltig geprägt. Nach seiner Rückkehr nach Antwerpen 1608 wurde er Hofmaler der Erzherzöge Albrecht und Isabella, der katholischen Regenten der Südlichen Niederlande, und heiratete Isabella Brant, die Tochter des Stadtsekretärs von Antwerpen. Rubens war inzwischen zu einem der meist gefragten Maler Europas aufgestiegen, der Gemälde für Könige und Fürsten, Staatsmänner und Diplomaten schuf. 1610 kaufte er ein Haus, das er zu einem italienisch anmutenden kleinen Stadtpalast mit Wohnhaus und Werkstatt ausbauen ließ. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1626 und dem des Erzherzogs wurde Rubens Berater der Erzherzogin Isabella. Er reiste in diplomatischer Mission durch Europa, um über einen möglichen Frieden zwischen Spanien und England zu verhandeln, und um für ein Ende der Auseinandersetzungen zwischen den Nördlichen und Südlichen Niederlanden zu werben. Er trug dazu bei, dass 1630 der Friedensvertrag zwischen Spanien und England unterzeichnet werden konnte. 1630 heiratete er erneut: Helena Fourment, eine junge Frau aus gutbürgerlicher Familie, mit der er fünf Kinder bekam. Gemeinsam mit seiner Familie fand Rubens seine letzte Ruhestätte in der Gedächtniskapelle der Antwerpener St.-Jakobskirche.
Ausstellungskatalog und Tagung Der Ausstellungskatalog ist im Hirmer Verlag, München, erschienen und behandelt alle in der Ausstellung in Frankfurt und Wien gezeigten Werke. Er enthält Aufsätze internationaler Rubensforscher, die in das breitgefächerte Themenfeld einführen.
Während der Laufzeit der Ausstellung findet im Städel Museum eine internationale Tagung statt, die sich dem Thema „Kunst und Katholizismus in der niederländischen Republik“ widmet. Hier wird die Auseinandersetzung mit Rubens und seiner Kunst ein zentrales Thema sein.
RUBENS. KRAFT DER VERWANDLUNG
Pressevorbesichtigung: Mittwoch, 7. Februar 2018, 11.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 8. Februar bis 21. Mai 2018
Kuratoren: Prof. Dr. Jochen Sander (Ausstellung im Städel Museum Frankfurt), Dr. Gerlinde Gruber (Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien) und Dr. Stefan Weppelmann (Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien)
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten (10.00–18.00 Uhr): 30.3., 1.4., 2.4., 1.5., 10.5., 20.5., 21.5.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro; Sa, So, Feiertage: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro; Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 regulär zahlenden Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine frühzeitige Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de.
Für Mitglieder des Städelschen Museums-Vereins ist der Eintritt in die Sonderausstellung frei.
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di, 15.00 Uhr; Mi, 13.00 Uhr; Do, 18.00 Uhr; Fr, 19.00 Uhr; Sa, 16.00 Uhr; So, 12.00 Uhr. An den Feiertagen des 30.3., 2.4., 10.5. und 21.5. findet die Führung jeweils um 16.00 Uhr statt.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Tickets für die Führungen sind für 5 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich.
Early-Bird Special: 10 Euro (limitiertes Angebot im Vorfeld der Ausstellung)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag mit 312 Seiten und 304 Farbabbildungen. Hg. für das Städel Museum, Frankfurt am Main, von Jochen Sander und für das Kunsthistorische Museum Wien von Gerlinde Gruber, Sabine Haag und Stefan Weppelmann. Mit Beiträgen von G. Bisacca, N. Büttner, A. Georgievska-Shine, G. Gruber, F. Healy, N. van Hout, D. Jaffé, E. Oberthaler, G. Prast, J. Sander, I. Slama, A. Vergara, S. Weppelmann und J. Wood, sowie einem Vorwort von Sabine Haag und Philipp Demandt. Deutsche Ausgabe / englische Ausgabe, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 7,50 Euro.
Städel App und Audiotour: Die Audiotour führt in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Die deutsche Audiotour wird von dem deutschen Theater- und Filmschauspieler Thomas Wlaschiha gesprochen, der durch die Rolle des Jaqen H’ghar in der Serie Game of Thrones international bekannt wurde. Die Tour kann bequem von zu Hause auf die Städel App geladen werden. Die Städel App ist kostenfrei im Android und Apple Store verfügbar, der In-App-Kauf für gängige IOS und Android Smartphones kostet 0,99 Cent: app.staedelmuseum.de.
Vor Ort im Museum kann der Audioguide zu einem Preis von 4 Euro (7 Euro für zwei Audioguides) ausgeliehen werden. Die Audiotour wird unterstützt von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung.
Digitorial: Das Digitorial ist ab Ende Januar unter rubens.staedelmuseum.de abrufbar.
Die Ausstellung wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet. Eine aktuelle Übersicht finden Sie unter www.staedelmuseum.de
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Rubens und #Staedel.
Förderer und Partner der Ausstellung:
Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH, Städelscher Museums-Verein e.V. und Sparkassen-Finanzgruppe (vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing, die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die Frankfurter Sparkasse)
Mit zusätzlicher Unterstützung von: Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung, Die Regierung Flanderns
Medienpartner: Süddeutsche Zeitung, WirtschaftsWoche, Deutschlandfunk Kultur, ARTE
Marketingpartner: VISITFLANDERS
Kulturpartner: hr2-kultur
Mit mehr als 200.000 Besuchern ist „Matisse – Bonnard“ eine der erfolgreichsten Ausstellungen der letzten Jahre im Städel
Die große Sonderausstellung „Matisse – Bonnard. ‚Es lebe die Malerei!‘“, die am vergangenen Sonntag endete, ist mit 200.235 Besuchern eine der erfolgreichsten der letzten fünf Jahre des Städels, nach „Monet und die Geburt des Impressionismus“ (11. März – 28. Juni 2015 mit 432.121 Besuchern) und „Dürer. Kunst – Künstler – Kontext“ (23.Oktober 2013 – 2. Februar 2014 mit 258.577 Besuchern). Besonders in den Wochen nach Weihnachten drängten sich die Besucher vor den farbintensiven Interieurs, Stillleben, Landschaften und weiblichen Akten der beiden französischen Künstlerfreunde Henri Matisse (1869–1954) und Pierre Bonnard (1867–1947).
„Mit ‚Matisse – Bonnard‘ ist es dem Städel wieder gelungen, sehr hochkarätige Leihgaben aus den renommiertesten Museen der Welt nach Frankfurt zu holen, und das Publikum mit der Ausstellungsidee und den Werken von Henri Matisse und Pierre Bonnard zum Schwärmen zu bringen. Die Besucher können sich nun auf das nächste groß angelegte Vorhaben des Städel freuen, die Ausstellung ‚Rubens. Kraft der Verwandlung‘. Die Schau bringt Rubens erstmals mit einer umfang- und facettenreichen Auswahl an Werken nach Frankfurt und eröffnet einen Blick auf Rubens´ kreativen Umgang mit seinen Vorlagen in ganzer Bandbreite“, so Städel Direktor Philipp Demandt.
Schon seit dieser Woche wird der Ausstellungsrundgang zu „Rubens. Kraft der Verwandlung“ aufgebaut. „Bisher ging es in Rubensausstellungen vor allem um die Wirkungsgeschichte des Künstlers – in unserer Präsentation hingegen wird seine Arbeitsweise, der kreative und schöpferische Prozess, für die Besucher direkt nachvollziehbar“, erklärt Jochen Sander, Kurator der Ausstellung und Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800 am Städel Museum. Nach der ersten Station beim Kooperationspartner der Schau, dem Kunsthistorischen Museum Wien, werden in Frankfurt einige Werke neu in die Ausstellung eingebunden, wie die Blendung Simsons (1636) von Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606–ca. 1669) und der Kreuzaltar (1603–1605) von Adam Elsheimer (1578–1610), beides Hauptwerke aus dem Städel.
Beim umfangreichen Begleitprogramm können die Besucher der Genialität des Künstlers weiter auf die Spur kommen: Geboten werden unter anderem wissenschaftliche Vorträge, regelmäßige Überblicksführungen, Abendführungen mit dem Kurator, die KUNSTKOLLEG-Reihe „Meister des Barock“, Kinder- und Familienführungen sowie Ferienkurse. In Atelierkursen und Workshops zu Themen wie „Sampling als kreative Strategie“ kann man Rubens‘ verschiedene innovative Techniken dann selbst ausprobieren. Mehr zur Ausstellung und zum Programm finden Sie auf der Website. Vertiefende Informationen bietet ab 23. Januar das Ausstellungsdigitorial unter rubens.staedelmuseum.de. Noch bis 25. Januar sind Early Bird Tickets für 10 Euro im Onlineshop erhältlich unter tickets.staedelmuseum.de.
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten (10.00–18.00 Uhr): 30.3., 1.4., 2.4., 1.5., 10.5., 20.5., 21.5.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro; Sa, So, Feiertage: 16 Euro, ermäßigt 14 Euro; Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 regulär zahlenden Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine frühzeitige Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de.
Schirn Kunsthalle Frankfurt: 2017 eines der besucherstärksten Jahre in der Geschichte / erstes Ausstellungshighlight 2018 „Basquiat. Boom For Real“ // Städel Museum: wesentlicher Besucherzuwachs 2017 / Zugriffe auf die digitale Sammlung verdreifacht / große Ausstellung „Rubens. Kraft der Verwandlung“ ab 8. Februar // Liebieghaus Skulpturensammlung: 2017 Projekte zur Provenienzforschung und Restaurierung gestärkt / Ausstellung von William Kentridge im gesamten Museum ab dem 22. März
Im Jahr 2017 haben insgesamt 834.025 Besucher die Ausstellungen in der Schirn Kunsthalle Frankfurt, dem Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung gesehen. Damit schließen die von Philipp Demandt seit mehr als einem Jahr geführten Frankfurter Kunstinstitutionen 2017 mit einer sehr erfolgreichen Publikumsresonanz. Mit 401.514 Besuchern verzeichnet die Schirn eines der besucherstärksten Jahre ihrer Geschichte (Vorjahr: 352.285). Das Städel Museum zählte mit 390.532 Besuchern deutlich mehr als im Jahr 2016 (311.138 Besucher). Die Liebieghaus Skulpturensammlung, die mit Projekten zur Provenienzforschung und Restaurierung auf sich aufmerksam machte, verbuchte 41.979 Besucher (Vorjahr: 72.804). Besuchermagnete 2017 waren die Ausstellungen „Magritte. Der Verrat der Bilder“ (190.120 Besucher) in der Schirn, „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“ (80.888 Besucher) und „Matisse-Bonnard. ‚Es lebe die Malerei!‘“, die bis zum 31. Dezember 2017 bereits 162.787 Besucher zählte. Die Städel-Schau ist noch bis zum 14. Januar 2018 zu sehen.
Philipp Demandt, Direktor der drei Frankfurter Häuser zum Besuchererfolg:
„2017 konnten wir mit unserem international ausgerichteten Ausstellungsprogramm und einer zeitgemäßen Kommunikations- und Vermittlungsarbeit insgesamt 834.025 Besucher begeistern. Das ist Erfolg und Ansporn zugleich. Besonders freue ich mich über den wachsenden Zuspruch zu unserer digitalen Sammlung, die auszubauen mir sehr am Herzen liegt. Gespannt starten wir nun in das neue Jahr mit Höhepunkten wie der Rubens-Schau im Städel, der Basquiat-Ausstellung in der Schirn sowie William Kentridge im Liebieghaus.“
Die Bedeutung und Relevanz der drei Frankfurter Kunstinstitutionen zeigte sich ebenfalls in den umfangreichen und stark frequentierten Bildungs- und Vermittlungsangeboten sowie den zahlreichen Veranstaltungen des vergangenen Jahres. Besonders hervorzuheben sind in der Schirn das neue kostenfreie Workshop-Angebot für Kinder und Jugendliche „Schirn Studio. Die Kunstwerkstatt“, das ausstellungsbegleitende WiFi-Special, die Kinderkunstnächte (insgesamt 6.904 Besucher), die Schirn at Nights (insgesamt 3.751 Besucher) und die Summer Hang Outs. Die MINISCHIRN, der einzigartige, dauerhafte Spiel- und Lernparcours für Kinder ab drei Jahren, feierte im Dezember 2017 dreijähriges Jubiläum und wurde bereits von rund 30.000 Kindern besucht. 2017 haben in Städel und Liebieghaus mit rund 4.500 Führungen, Workshops und Sonderevents wieder eine große Anzahl von Veranstaltungen stattgefunden: Darunter im Städel ein internationaler Welcome Day mit Führungen in 17 Sprachen (2.810 Besucher), die Bildungswoche für Kinder und Jugendliche (3.063 Teilnehmer), Artemis-Führungen für Demenzkranke, ein Wandelkonzert mit dem HR- Sinfonieorchester oder die Städel-Party „Salon des amis“. Das Liebieghaus bot ein großes Kinderfest (1.216 Besucher), den „Weihnachtszauber“ sowie die neue Veranstaltungsreihe „Liebieghaus Live“, deren drei Termine jeweils komplett ausgebucht waren.
Neben den Besuchern vor Ort erreichen die Schirn, das Städel und das Liebieghaus mit ihren verschiedenen Onlineaktivitäten und digitalen Maßnahmen auch zahlreiche Menschen im digitalen Raum und tragen damit ihren Bildungsauftrag weit über die Grenzen der Häuser hinaus. Die Schirn erreichte mit ihrer Website (www.schirn.de) rund 2.7 Millionen Nutzer. Das beliebte Schirn Magazin (www.schirn-magazin.de) hat eine Leserschaft von rund 35.000 Lesern im Monat. Die Social Community der Schirn ist auch 2017 weiter gewachsen und weist aktuell 155.000 Fans und Follower auf. Die Websiten des Städel Museums (www.staedelmuseum.de) und des Liebieghauses (www.liebieghaus.de) wurden im vergangenen Jahr zusammen rund 4 Millionen Mal aufgerufen. Auf allen Social Media Kanälen gemeinsam folgen Städel und Liebieghaus bis heute rund 158.000 Fans. Ein besonderer Fokus richtete sich 2017 auf die Produktion von Film- und Bewegtbild, dem sich die drei Kunstinstitutionen auch in diesem Jahr verstärkt widmen werden. Im Rahmen der Digitalen Erweiterung des Städel Museums konnten die seit dem Jubiläumsjahr 2015 angestoßenen Initiativen und Projekte ebenfalls erfolgreich weiterentwickelt werden. Die Digitale Sammlung konnte mit 300.000 ihre Seitenaufrufe im Vergleich zum Vorjahr verdreifachen und die Nutzerzahl des Onlinekurses zur Kunst der Moderne ist aktuell auf 25.000 Nutzer angestiegen. Das preisgekrönte digitale Vermittlungsangebot, das Digitorial, wurde 2017 für das Städel Museum sammlungs- und themenspezifisch ausgebaut. In den letzten drei Jahren haben Schirn, Städel und Liebieghaus insgesamt 17 Digitorials produziert, die – bei einer überdurchschnittlich hohen Verweildauer – bisher 800.000 Seitenaufrufe zählten.
Ausblick 2018
Die Besucher der Schirn, des Städel Museums und des Liebieghauses erwartet im Jahr 2018 ein vielfältiges Programm mit zahlreichen Höhepunkten. In der Schirn läuft noch bis zum 25. Februar 2018 die Ausstellung „Glanz und Elend in der Weimarer Republik. Von Otto Dix bis Jeanne Mammen“, die mit 190 Werken von 62 Künstlerinnen und Künstler einen Blick auf die Kunst im Deutschland der Jahre 1918 bis 1933 wirft. Mehr als 30 Jahre nach seiner letzten Einzelpräsentation in einer öffentlichen Sammlung in Deutschland widmet die Schirn dem Werk von Jean-Michael Basquiat (1960–1988) ihre erste Ausstellung 2018 – organisiert in Kooperation mit der Barbican Art Gallery, London. Vom 16. Februar bis 27. Mai 2018 wird mit „Basquiat. Boom for Real“ in über 100 Werken erstmals die Beziehung des Künstlers zu Musik, Texten, Film und Fernsehen seiner Zeit in einem übergeordneten kulturellen Zusammenhang deutlich. Die Schirn hat hierfür herausragende Gemälde, Zeichnungen, Notizbücher und Objekte aus öffentlichen wie privaten Sammlungen sowie seltene Filme, Fotografien, Musik und Archivmaterial versammelt. Die Vielfalt und Dynamik des Ausnahmekünstlers wird so eindrücklich sichtbar.
Als erste Sonderausstellung im neuen Jahr zeigt das Städel in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum Wien vom 8. Februar bis 21. Mai 2018 „Rubens. Kraft der Verwandlung“. Anhand bedeutender Leihgaben aus internationalen Museen wird für das Publikum die Kreativität und der Erfindungsreichtum des weltbekannten Barockkünstlers erstmals umfassend sichtbar. Die Schau gewährt einen direkten und faszinierenden Einblick in Rubens (1577–1640) schöpferische Arbeitsweise.
Die Liebieghaus Skulpturensammlung präsentiert vom 22. März bis 26. August 2018 mit „William Kentridge. O Sentimental Machine“ ein ebenso umfassendes wie außergewöhnliches Ausstellungsprojekt in Zusammenarbeit mit einem der international bedeutendsten zeitgenössischen Künstler. In vielen künstlerischen Disziplinen beheimatet, ist William Kentridge (* 1955) eingeladen, seine Werke in einen Dialog mit dem Bestand der 5.000 Jahre umfassenden Frankfurter Skulpturensammlung zu bringen.
Die vollständigen Jahresprogramme aller drei Institutionen können online in den jeweiligen Newsrooms eingesehen werden:
Schirn Kunsthalle Frankfurt: http://www.schirn.de/m/presse/newsroom/
Städel Museum: http://newsroom.staedelmuseum.de/de/
Liebieghaus Skulpturensammlung: http://newsroom.liebieghaus.de/de/
Pressekontakt:
Alexandra Hahn, stv. Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Städel Museum, Dürerstraße 2, 60596 Frankfurt, E-Mail: hahn@staedelmuseum.de; Telefon: +49 (0)69 60 50 98-234, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188
Pamela Rohde, Leiterin Presse/PR, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, 60311 Frankfurt, E-Mail: pamela.rohde@schirn.de; Telefon: +49 (0)69 29 98 82-148, Fax: +49 (0)69 29 98 82-240
Veranstaltungsprogramm Januar 2019
Vor genau zehn Jahren wurde in Frankfurt das Städelkomitee 21. Jahrhundert ins Leben gerufen. Das deutschlandweit einzigartige Gremium ermöglicht dem Städel Museum einen kontinuierlichen und strategischen Ausbau seiner Sammlung der Gegenwartskunst. Dank des besonderen Engagements der derzeit über 40 Mitglieder konnten bereits 159 bedeutende Werke der zeitgenössischen Kunst für die Städelsche Sammlung angekauft werden. Neben Highlights von Hans Hofmann, Philip Guston und Konrad Klapheck sind darunter auch viele Entdeckungen und Künstler abseits des bereits gefestigten Kanons, wie Werke von Georg Karl Pfahler, Marwan, Hermann Glöckner oder Gerhard Hoehme. Sein zehnjähriges Jubiläum feierte der Freundeskreis gestern mit einem Festvortrag von Steffen Seibert, Mitglied des Städel Kuratoriums und Sprecher der Bundesregierung, und zahlreichen Künstlervorträgen im Städel Museum. Dabei wurde auch der jüngste und im Rahmen des Jubiläums getätigte Ankauf des Komitees vorgestellt: die großformatige Arbeit „Cieszowa III“ (1973) des bedeutenden US-amerikanischen Minimal Art Künstlers Frank Stella (*1936). Gegründet wurde das Städelkomitee 21. Jahrhundert 2007 im Kontext der baulichen Erweiterung des Städel Museums von dem damaligen Städel Direktor Max Hollein und Sylvia von Metzler, der Vorsitzenden des Städelschen Museums-Vereins.
„Aus der Idee und der mäzenatischen Initiative mehrerer Bürgerinnen und Bürger ist ein unvergleichbares Gremium entstanden, welches uns ermöglicht, die Sammlung Gegenwartskunst strategisch weiterzuentwickeln. Die über 60 Persönlichkeiten, die im letzten Jahrzehnt diesem Kreis angehörten, eint ihre besondere Leidenschaft für Kunst der Gegenwart, eine enge Verbundenheit mit dem Städel sowie gelebte bürgerschaftliche Verantwortung. Für dieses außergewöhnliche Engagement sind wir zu großem Dank verpflichtet. Es ist Garant für die Weiterentwicklung und das Fortbestehen unserer Sammlungen und damit der spezifischen Identität des Städel – als Frankfurter Bürgermuseum par excellence“, betont Städel Direktor Dr. Philipp Demandt.
„Der kontinuierliche Einsatz des Städelkomitees hat Spuren hinterlassen. Das Ergebnis dieser besonderen Initiative unter der Leitung von Philipp Demandt und Martin Engler ist eine außergewöhnliche Sammlung, die sich wesentlich von anderen Sammlungen der Gegenwartskunst unterscheidet, da sie eben nicht nur einem Kunstmarkt-Kanon folgt, sondern die Geschichte der Gegenwartskunst weiterschreibt“, kommentiert Sylvia von Metzler, Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins.
„Durch das Städelkomitee 21. Jahrhundert konnten wir immer wieder herausragende Schlüsselwerke jenseits des gängigen Kanons erwerben, um wichtige Sammlungskonvolute zu komplettieren, zu internationalisieren und untereinander zu verknüpfen. Das Ergebnis ist eine Erzählung der Kunst der Gegenwart, die mit überraschenden Gegenüberstellungen und Nachbarschaften einen Bogen von der Kunst der Nachkriegszeit bis in unsere unmittelbare Gegenwart spannt“, so Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter für Kunst nach 1945 am Städel Museum.
Das Städelkomitee 21. Jahrhundert, zu dem aktuell 45 Privatpersonen zählen, ermöglicht den gezielten Ankauf wichtiger Werke der Gegenwartskunst für das Städel Museum. Wer sich für diesen exklusiven Freundeskreis des Städel engagiert, leistet unverzichtbare finanzielle Unterstützung und erhält einen besonderen Einblick in die strategische Sammlungsentwicklung des Frankfurter Museums. Bei Ankaufsbesuchen in Künstlerateliers und Galerien, bei gemeinsamen Reisen zu Kunstbiennalen oder auf wichtigen Messen und Ausstellungen im In- und Ausland werden Entwicklungen beobachtet, Arbeiten begutachtet und am Ende vielleicht für die Städelsche Sammlung erworben.
Seit seiner Gründung im Jahr 2007 hat das Städelkomitee 21. Jahrhundert insgesamt 159 Arbeiten von folgenden Künstlern für die Städelsche Sammlung erwerben können:
Hans Peter Adamski; Peter Angermann; John M Armleder; Art & Language; Herbert Aulich; Enrico Baj; Christiane Baumgartner; Thomas Bayrle; Michael Beutler; Dike Blair; Armin Boehm; Robert Breer; Daniel Buren; Janet Cardiff & George Bures Miller; David Claerbout; Thomas Demand; Jean Fautrier; Adolf Fleischmann; Otto Freundlich; Bernard Frize; Günter Fruhtrunk; Rupprecht Geiger; Isa Genzken; Hermann Glöckner; Leon Golub; Gotthard Graubner; Tamara Grčić; Philip Guston; Raymond Hains; Mary Heilmann; Philipp Hennevogl; Antonius Höckelmann; Gerhard Hoehme; Hans Hofmann; Jörg Immendorf; Per Kirkeby; Konrad Klapheck; Barbara Klemm; Peter Kogler; Arthur Köpcke; Norbert Kricke; Eugène Leroy; Markus Lüpertz; Adolf Luther; Michel Majerus; Marwan (Marwan Kassab-Bachi); Jonathan Meese; Johannes Molzahn; François Morellet; Reinhard Mucha; Otto Muehl; Olaf Nicolai; A. R. Penck; Georg Karl Pfahler; Arnulf Rainer; Tobias Rehberger; Ad Reinhardt; Daniel Richter; Michael Riedel; Larry Rivers; David Salle; Wilhelm Sasnal; Jörg Sasse; Dierk Schmidt; Julian Schnabel; Thomas Schütte; Dirk Skreber; Leon Polk Smith; Haim Steinbach; Frank Stella; Jessica Stockholder; Jan Svenungsson; Wolfgang Tillmans; Günther Uecker; Victor Vasarely; Wolf Vostell; Franz Erhard Walther; Corinne Wasmuht; Amelie von Wulffen; Erwin Wurm.
Die Besucher der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung erwartet im Jahr 2018 ein vielfältiges Programm. Philipp Demandt, seit Oktober 2016 Direktor der drei Frankfurter Kunstinstitutionen, hat heute einen Ausblick auf die kommenden Projekte der drei Häuser gegeben, darunter zahlreiche Ausstellungen und Initiativen, die in seiner nunmehr einjährigen Amtszeit in Frankfurt neu entwickelt wurden.
Zu den Höhepunkten der Programme zählen 2018 in der Schirn die Ausstellung zu Jean-Michel Basquiat, die Retrospektive des Afrika-Malers Wilhelm Kuhnert und eine Schau zum Begriff der „Wildnis“ in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Auf der anderen Mainseite wird das Städel Museum Ausstellungen zu Peter Paul Rubens sowie zu Lotte Laserstein, Victor Vasarely und der Fotografin Ursula Schulz-Dornburg zeigen. In der Liebieghaus Skulpturensammlung ist William Kentridge dazu eingeladen, das gesamte Haus mit seinen teils raumfüllenden Arbeiten und Installationen zu bespielen.
„Unter Berücksichtigung der spezifischen Identitäten der drei Institutionen haben wir ereignisreiche, interdisziplinäre und international ausgerichtete Jahresprogramme zusammengestellt. Eingebettet in unsere innovative Kommunikation und Vermittlungsarbeit – analog wie digital – wollen wir möglichst viele Menschen erreichen und zur Beschäftigung mit der Kunst anregen – aber auch mit gesellschaftlichen Fragen früher wie heute. Zentral bleibt unser Anspruch, dass eine Kunstinstitution Menschen auf vielfältige Weise bewegen und berühren soll, und genau dafür stehen Schirn, Städel und Liebieghaus. 2018 beginnen zudem wichtige Bauarbeiten an den drei Häusern, die das Fundament der Institutionen und ihrer Kernaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen, Vermitteln auch für die Zukunft sichern sollen“, kommentiert Philipp Demandt seine Pläne für die von ihm geleiteten Häuser.
In der Schirn werden die Ausstellungsflächen (ca. 1.500 qm²) im Zeitraum Juni bis September 2018 saniert. Die damit verbundenen Maßnahmen umfassen die Erneuerung der Klimatechnik, des Parketts in allen Ausstellungsräumen und der Elektroverkabelung sowie das Einbringen von BOS-Funkverstärkern für die Feuerwehr. Die Schirn bleibt während der Sanierung im Sommer jedoch für die Besucher in Teilen geöffnet. So wird der Künstler Neïl Beloufa in den nicht von der Sanierung betroffenen Räumen eine Präsentation mit installativen, skulpturalen und filmischen Bühnen realisieren. Zur Eröffnung am 7. Juni 2018 findet auch das jährliche Sommerfest der Schirn statt. Darüber hinaus wird es in den Sommermonaten ein abwechslungsreiches Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm geben, das unter anderem die beliebten Summer Hangouts mit Konzerten und das Open-Air-Kino umfasst.
Im Städel Museum ist eine umfassende Sanierung der mainseitigen Fassade geplant. Nach der Schadenskartierung in den letzten Monaten wird im Winter 2017/18 mit den aufwändigen Arbeiten an der Sandsteinfassade begonnen. Darüber hinaus wird auch der mainseitige Garten des Museums neugestaltet, um die Präsentation der Außenskulpturen ebenso zu verbessern wie die Aufenthaltsqualität. Auch ein neues Beleuchtungskonzept wird umgesetzt.
Nachdem sich alle drei Häuser in den vergangenen Jahren einer grundlegenden digitalen Transformation unterzogen haben, soll diese Strategie mittels technologischer Innovationen für alle Kernaufgaben der Häuser ausgebaut werden. Schwerpunkte der neuen Planungen sind ein stärkerer Einsatz von Film im Bereich der Kommunikation und Vermittlung von Kunst, die thematische Erweiterung des Digitorial-Formats hin zu Themen und Künstlern der Städel Sammlung sowie eine konsequente Fortführung – sowohl quantitativ als auch qualitativ – der Digitalisierung der Sammlungen.
Ausstellungsprogramm 2018
Die Schirn Kunsthalle Frankfurt beginnt das Jahr mit einem Höhepunkt: der Ausstellung „Basquiat. Boom for Real“ (16. Februar – 27. Mai 2018). Mehr als dreißig Jahre nach Jean-Michel Basquiats letzter Präsentation in einer öffentlichen Sammlung in Deutschland widmet die Schirn – organisiert in Kooperation mit der Barbican Art Gallery, London – dem Werk des US-amerikanischen Künstlers eine große Überblicksschau. Jean-Michel Basquiat (1960–1988) zählt heute zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Erstmals wird in der Ausstellung seine Beziehung zu Musik, Text, Film und Fernsehen in einem übergeordneten kulturellen Zusammenhang herausgestellt. Parallel dazu zeigt die Schirn eine Ausstellung über die Repolitisierung der Gegenwartskunst. Angesichts der politischen Umbrüche der letzten Jahre scheinen viele Künstler heute zunehmend unter dem Druck des Einspruchs zu stehen. Unter dem Titel „Power to the People“ (21. März – 27. Mai 2018) unternimmt die Schirn 50 Jahre nach 1968 eine Bestandsaufnahme zeitgenössischer, internationaler Kunstpositionen, die sich als Seismographen des politischen Handelns lesen lassen. Ihr Fokus liegt auf grundsätzlichen Fragen und der Auseinandersetzung mit Phänomenen und Möglichkeiten politischer Teilhabe.
Im Sommer entwirft der vielfach ausgezeichnete Künstler Neïl Beloufa (*1985) in den an die Ausstellungsflächen angrenzenden Räumen der Schirn installative, skulpturale und filmische Bühnen, in denen Fiktion und Realität verschmelzen. Der Fokus in Beloufas Œuvre liegt auf dem Film: Das Setting, das Licht, der Schnitt und die Perspektiven liegen sowohl der Entwicklung seiner Skulpturen als auch seiner Bilder und Installationen zugrunde.
Mit der Ausstellung zu Wilhelm Kuhnert (25. Oktober 2018 – 27. Januar 2019) wird die Schirn einem der erfolgreichsten und einflussreichsten Maler des frühen 20. Jahrhunderts erstmalig eine umfassende Retrospektive widmen. Wilhelm Kuhnert (1865–1926) zählte zu den außergewöhnlichsten Künstlerpersönlichkeiten Europas. Als erster deutscher Freilichtmaler gelangte er tief in das Innere der damaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“, wo er auf jahrelangen Expeditionen die dortige Tier- und Pflanzenwelt studierte. Kuhnerts Bilder, die er mit internationalem Erfolg verbreitete, prägten in hohem Maße das Bild, das sich Europa und Nordamerika zur damaligen Zeit von Afrika machte. Kuhnerts Karriere spiegelt die Verbindung von Naturwissenschaft und Kunst um 1900 ebenso wider wie Aspekte des Kolonialismus und Eskapismus. Zeitgleich stellt die Schirn mit der Schau „Außer Kontrolle. Wildnis in der Kunst“ (1. November 2018 – 27. Januar 2019) den Begriff der „Wildnis“ in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in den Mittelpunkt. Das Wilde, Ungezähmte, nicht Kultivierte hat seit Beginn der ästhetischen Moderne Künstler in seinen Bann gezogen. Die „Wildnis“ erscheint dabei oftmals als Projektionsfläche für das Andere und das Fremde. Von den erhabenen Naturdarstellungen der Romantik über die Trümmer verrohter Zivilisationen in surrealistischen Landschaften bis hin zu konzeptuell angelegten Arbeiten der Gegenwart haben Künstler das Thema Wildnis in wechselnden Bedeutungszusammenhängen reflektiert, in Form von Wunsch- genauso wie von Schreckensbildern. Die Ausstellung in der Schirn beleuchtet die Faszination und die vielfältigen Verbindungen von Kunst und Wildnis im 20. und 21. Jahrhundert aus aktueller Perspektive.
Neben dem monatlichen Videokunstformat „Double Feature“ werden auch die zeitgenössischen Kunstpräsentationen in der Rotunde der Schirn im Jahr 2018 fortgesetzt. Die polnische Künstlerin Maria Loboda (*1979), die an der Städelschule in Frankfurt studierte, wird vom 16. November 2018 bis 10. Februar 2019 neue Arbeiten in der öffentlich zugänglichen Rotunde präsentieren.
Mit einem groß angelegten Ausstellungsvorhaben startet das Städel Museum ins Jahr 2018. „Rubens. Kraft der Verwandlung“ (8. Februar – 21. Mai), eine Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum Wien, präsentiert dem Publikum anhand bedeutender Leihgaben aus internationalen Museen die Kreativität und den Erfindungsreichtum des weltbekannten Barockkünstlers erstmals umfassend in Frankfurt. Die Schau gewährt den Betrachtern einen direkten und faszinierenden Einblick in Rubens‘ (1577–1640) schöpferische Arbeitsweise. Auf das Barock folgen drei Projekte zur Gegenwartskunst: Der 1964 geborene Manuel Franke zeigt im Städel Garten von April bis Juli eine großflächige, speziell für das Städel entwickelte Arbeit, in der Graphischen Sammlung bildet ein zentraler Ankauf sowie eine umfangreiche Schenkung den Grundstock für eine Gegenüberstellung der beiden Maler und Graphiker Frank Auerbach (*1931) und Lucian Freud (1922–2011) (16. Mai – 12. August 2018), und im Ausstellungshaus ist im Sommer eine Einzelausstellung der Fotografin Ursula Schulz-Dornburg (4. Juli bis 16. September 2018) zu sehen. Anhand von 14 Serien bietet die Präsentation einen ersten institutionellen Gesamtüberblick über die künstlerische Entwicklung und Bandbreite der in Berlin geborenen und in Düsseldorf lebenden Fotografin während der vergangenen 40 Jahre. Mit ethnologischer Neugierde und archäologischem Auge liegt ihr Werk im Grenzbereich von Dokumentarismus und politischer Fotografie, von Konzeptkunst und aufklärerischem Ansatz.
Vom 19. September 2018 bis 13. Januar 2019 widmet das Städel der Malerin Lotte Laserstein (1898–1993) eine Schau mit 50 Werken, die im Anschluss im Moderna Museet in Malmö gezeigt wird – die erste Einzelpräsentation Lasersteins in einem großen deutschen Museum nach ihrer Wiederentdeckung im „Verborgenen Museum“ in Berlin vor anderthalb Jahrzehnten. Die Schau baut auf den Sammlungsbeständen des Städel auf, das mit den Gemälden Russisches Mädchen mit Puderdose von 1928 und Junge mit Kasper-Puppe (Wolfgang Karger) von 1933 in den vergangenen Jahren wichtige Arbeiten der Künstlerin erwerben konnte. Der Fokus der Präsentation liegt auf Lasersteins Arbeiten der 1920er- und 1930er-Jahre, die den Glanzpunkt ihres Schaffens markieren. Zeitgleich, vom 26. September 2018 bis 13. Januar 2019, zeigt das Städel eine Retrospektive zum Werk des Malers und Grafikers Victor Vasarely (1906–1997). Technoide und psychedelisch bunte Bilder, die mittels optischer Täuschungen in den Raum zu drängen scheinen, prägen bis heute hauptsächlich das Vasarely-Bild. Mit 120 Werken aus über 60 Jahren und aus europäischen wie US-amerikanischen Sammlungen wird die Durchdringung und gegenseitige Beeinflussung von Alltag und Kunst im Werk Vasarelys, der fortschreitende Übergang zwischen der Ästhetik von Pop und Moderne, sichtbar gemacht.
Im Frühjahr 2018 präsentiert die Liebieghaus Skulpturensammlung ein ebenso umfassendes wie außergewöhnliches Ausstellungsprojekt in Zusammenarbeit mit einem der international bedeutendsten zeitgenössischen Künstler, William Kentridge (* 1955). In vielen künstlerischen Disziplinen beheimatet, ist er vom 22. März bis 26. August 2018 eingeladen, seine Werke in einen Dialog mit dem Bestand der 5.000 Jahre umfassenden Frankfurter Skulpturensammlung zu bringen. In den musealen Räumen sind über 30, teils raumfüllende Arbeiten und Installationen zu sehen, die das Spektrum von Kentridges Œuvre aufzeigen. Im Herbst 2018 wird die Republik Georgien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein. Aus diesem Anlass wird die Liebieghaus Skulpturensammlung bedeutende Leihgaben aus dem Georgischen Nationalmuseum in der Präsentation „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ (AT, 5. Oktober 2018 – 10. Februar 2019) zeigen, eingebettet in die Erzählung der Argonauten-Sage.
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