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Städel Newsroom Städel Museum

Bilder & Texte

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FINDING VAN GOGH - DER STÄDEL PODCAST

11.1.2017

Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne

9.1.2017

Veranstaltungsprogramm Februar 2017 9.1.2017

Veranstaltungsprogramm Februar 2017

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Veranstaltungsprogramm Januar 2017 2.1.2017

Veranstaltungsprogramm Januar 2017

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Weihnachten und Neujahr im Städel Museum und in der Liebieghaus Skulpturensammlung 12.12.2016

Mit über 8000 Besuchern blickt das Liebieghaus zufrieden auf seinen ersten Weihnachtsmarkt vom vergangenen Adventswochenende zurück. „Die intime und gefühlvolle Atmosphäre in unserem weihnachtlich beleuchteten Garten und ein passgenaues Begleitprogramm haben viele neue Besucher angelockt“, ist Direktor Philipp Demandt überzeugt. Mit weihnachtlichem Spezialprogramm geht es auch weiter: Erstmals bieten Städel und Liebieghaus über Weihnachten und Neujahr ein umfangreiches eigenes Familienprogramm mit Kinder- und Familienführungen sowie zahlreichen Ferienkursen an. Die Teilnahme an allen Führungen – täglich vom 25. Dezember bis 7. Januar – ist dabei im Eintrittspreis inbegriffen. Um möglichst vielen Besucherinnen und Besuchern den Kunstgenuss während der Feiertagszeit zu ermöglichen, sind beide Museen zusätzlich am Montag, dem 26. Dezember und am Montag, dem 2. Januar von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Im Städel Museum sorgen neue Familienführungen Spezial für Unterhaltung und Kreativität in den Winterferien. So erforscht die Führung „Z wie Zimt und Ziegelstein“ Kunstwerke mit ungewöhnlichen Materialien, und bei „Kaspar, Melchior, Balthasar“ erkunden junge Besucher die auf verschiedenen Städel Gemälden abgebildeten drei Weisen aus dem Morgenland. Mit glänzenden Buntstiften werden anschließend die kostbaren Gaben und prächtigen Gewänder in Zeichnungen festgehalten. Viele der Führungen sind mit kreativem, praktischem Arbeiten verbunden. Zudem gibt es die Atelierkurse Spezial, zum Beispiel zum Thema Familiengeschichten: Wie haben Künstler das Thema Familie dargestellt? Anschließend malen die Kinder ein eigenes Familienbild.

In der Liebieghaus Skulpturensammlung zeigen Kinder- und Familienführungen verschiedene Aspekte der Ausstellung „Heilige Nacht. Die Weihnachtsgeschichte und ihre Bilderwelt“ oder befassen sich mit den Skulpturen der Sammlung. Die Familienführungen Spezial in der Sonderausstellung widmen sich Themen wie „Wunderliches Jesuskind“ oder „Himmlische Gesandte“. In der Sammlung geht es um „Kleine Ohren, große Nasen“ von Skulpturen. Im Offenen Atelier werden aus Ton und Papier Krippenfiguren hergestellt. Die Atelierkurse Spezial nehmen sich unter anderem prächtige Klappaltäre zum Vorbild und leiten zum Nachfalten aus Papier und zum Punzieren an.

Sonderöffnungszeiten zu Weihnachten und Neujahr im Städel Museum und in der Liebieghaus Skulpturensammlung:

Sa, 24.12.2016 geschlossen
So, 25.12.2016 10.00–18.00 Uhr
Mo, 26.12.2016 10.00–18.00 Uhr
Sa, 31.12.2016 geschlossen
So, 1.1.2017 11.00–18.00 Uhr
Mo, 2.1.2017 10.00–18.00 Uhr

Das vollständige Winterferien-Sonderprogramm für Kinder und Familien finden Sie mit Erläuterungen und Angaben zu Anmeldungen und Preisen unter www.staedelmuseum.de/winterferien bzw. unter www.liebieghaus.de/winterferien. Die Übersicht aller Veranstaltungen und Angebote der beiden Museen finden Sie unter www.staedelmuseum.de/kalender bzw. www.liebieghaus.de/kalender.

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Dr. Corina Meyer erhält Johann David Passavant-Preis 16.11.2016

Der Johann David Passavant-Preis für kunsthistorische Forschung geht in diesem Jahr an Dr. Corina Meyer. Die Stuttgarter Kunsthistorikerin wird damit für ihre umfassende Forschungstätigkeit zu Johann Friedrich Städel und der Gründung des Städelschen Kunstinstitutes geehrt. Der von einem privaten Unterstützer gestiftete Johann David Passavant-Preis wird seit 1996 vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 20. November 2016, im Metzler-Saal des Städel Museums statt. In der diesjährigen Jury saßen Prof. Dr. Wulf Raeck (Goethe-Universität, Frankfurt am Main), Dr. Julia Voss (Frankfurter Allgemeine Zeitung) sowie Prof. Dr. Hans Aurenhammer (Goethe-Universität, Frankfurt am Main), der auch die Laudatio zur Preisverleihung halten wird. Der Preis erinnert an die wegweisende wissenschaftliche Arbeit von Johann David Passavant, der dem Städel Museum von 1840 bis 1861 als Inspektor vorstand.

Dr. Corina Meyer studierte Kunstgeschichte und Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Ihre Magisterarbeit schrieb sie über das Kunstgewerbemuseum Berlin (Museale Präsentation und Vermittlung von Kunstgewerbe – am Beispiel des Kunstgewerbemuseums Berlin). Sie forschte unter anderem am Getty Research Institute zu Prinzipien der Gemäldehängung – Europäische Hängungspläne des 18. Jahrhunderts im Vergleich, zu Passavant und Charles Eastlake in einer binationalen Forschungskooperation mit der Londoner National Gallery und lehrt seit mehreren Jahren unter anderem an den Universitäten Frankfurt am Main und Göttingen. Meyer veröffentlichte ihre Forschungen in zahlreichen Aufsätzen in internationalen Zeitschriften und verschiedenen Museumskatalogen. Sie hält seit 2007 Vorträge auf unterschiedlichen Kongressen im In- und Ausland. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Sammlungs- und Museumsgeschichte, Kunsthistoriographie/Rezeption sowie sozialhistorische Einflüsse auf die Bewertung von Kunst.

In ihrer nun ausgezeichneten Dissertation Die Geburt des bürgerlichen Kunstmuseums – Johann Friedrich Städel und sein Kunstinstitut in Frankfurt am Main erforscht Meyer die Entwicklung und den Wandel des Städelschen Kunstinstituts hin zu einem bürgerlichen Kunstmuseum. Der aufklärerische Bildungsgedanke der Stiftung stieß europaweit auf großes Interesse und bemerkenswerte Resonanz. Corina Meyer untersuchte, wie heftig in der Folge unter den von Johann Friedrich Städel eingesetzten Administratoren und vielen Persönlichkeiten aus ganz Europa um die Weiterentwicklung des Sammlungskonzepts und die Ankaufsrichtlinien gerungen wurde. Sie zeigt einen ab 1819 einsetzenden Geisteswandel auf, der eine Teilhabe der Bürger an der Konzeption ermöglichte und in der Folge ein völlig neuartiges bürgerliches Kunstmuseum hervorbrachte.

Die Verleihung des Passavant-Preises sowie die im Wechsel ausgerichteten Passavant-Kolloquien, finden seit 1996 in regelmäßigen Abständen von ungefähr drei Jahren statt und werden von einem privaten Förderer gestiftet. Die Auszeichnung exzellenter Forschung und die regelmäßige Veranstaltung wissenschaftlicher Kolloquien am Städelschen Kunstinstitut und der Liebieghaus Skulpturensammlung befördern die wissenschaftliche Tätigkeit auf den Gebieten der Kunstgeschichte und Archäologie und festigen den wissenschaftlichen Ruf der Institutionen im In- und Ausland. Die bisherigen Passavant-Preisträger sind: Prof. Dr. Peter C. Bol, Dr. Bodo Brinkmann, Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen, Prof. Dr. Jochen Sander, Dr. Maraike Bückling, Dr. Stefan Roller und nun Dr. Corina Meyer. Die Themen der zahlreichen bisher veranstalteten Passavant Kolloquien umfassen unter anderem „Zeichnen in Rom“, „Hans Holbein und der Wandel in der Kunst des frühen 16. Jahrhunderts“, „Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter“ und „Circumlitio. Internationales Colloquium zur Polychromie der antiken und mittelalterlichen Skulptur“.

Das Kolloquium und der Preis erinnern an eine der herausragendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Städel Museums. Mit Johann David Passavant (1787–1861), Mitglied der Künstlervereinigung der Nazarener, begann im Städel ab 1840 nicht nur die wissenschaftliche Erfassung der Objekte. Mit seinem Namen ist auch das einsetzende Bestreben nach einer Systematik der Sammlung und der Kunstankäufe verbunden. Passavant, der das Städel von 1840 bis 1861 leitete, war ein ausgewiesener Kenner der altniederländischen Malerei sowie der deutschen und italienischen Malerei der Renaissance. Mit seiner Abhandlung über Raffael schuf er ein epochemachendes Werk der Kunstwissenschaft. Für die Sammlung des Städel kaufte er unter anderem bedeutende Werke wie die Flémaller Tafeln (1428–1430) des Meisters von Flémalle, die Lucca Madonna (1437) von Jan van Eyck sowie eine Vielzahl hochrangiger italienischer Zeichnungen an.

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Veranstaltungsprogramm Dezember 2016 10.11.2016

Veranstaltungsprogramm Dezember 2016

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Ausstellungsprogramm 2017 3.11.2016

Watteau. Der Zeichner
bis 15. Januar 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Bis zum 15. Januar 2017 zeigt das Städel Museum eine umfassende Ausstellung zu Antoine Watteau (1684–1721) – einem der hervorragendsten Zeichner der französischen Kunstgeschichte. Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung versammelt 50 Zeichnungen Watteaus, ergänzt durch sechs Gemälde des Künstlers sowie eine kleine Auswahl an Zeichnungen von Zeitgenossen und Nachfolgern. Die in Zusammenarbeit mit dem Teylers Museum im niederländischen Haarlem entstandene Ausstellung „Watteau. Der Zeichner“ ist die erste monografische Präsentation des Künstlers in Deutschland seit über 30 Jahren. Sie widmet sich hierzulande zum ersten Mal explizit dem Phänomen des Zeichners Watteau in seinen vielfältigen Facetten. Die Zeichnungen, die der Künstler in großer Zahl und in den verschiedensten Situationen anfertigte, waren die Grundlage für seine malerische Arbeit.
Kuratoren: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum), Dr. Michiel Plomp (Teylers Museum)


Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo
bis 19. März 2017
Ausstellungshaus
Die Ausstellung behandelt die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Die traditionelle Definition von männlich und weiblich als aktiv/passiv, rational/emotional, Kultur/Natur war in der Kunst der Moderne ein intensiv behandeltes Thema: Viele Künstler führten ihrem Publikum den Geschlechtern zugeschriebene überzogene Charaktereigenschaften vor Augen und untermauerten in ihren Werken stereotype Rollenbilder. Andere griffen gängige Rollenklischees an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen. Anhand von 150 Werken der Malerei, Skulptur, Grafik und Fotografie sowie Filmen macht es sich das groß angelegte Ausstellungsprojekt zur Aufgabe, besonders prägnante künstlerische Positionen zu bestimmen und in einen Dialog zu stellen. Die Ausstellung baut auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums auf, der mit Gemälden von Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck, Skulpturen von Auguste Rodin sowie Fotografien von Frank Eugene oder Man Ray wichtige Arbeiten zu der Thematik umfasst. Anhand von bedeutenden Leihgaben werden bekannten Namen der Kunstgeschichte, wie Gustave Moreau, Édouard Manet, Gustav Klimt, Otto Dix, Meret Oppenheim oder Frida Kahlo, gezielt Entdeckungen zur Seite gestellt, die den Kanon um aussagekräftige Positionen erweitern, darunter Künstlerinnen und Künstler wie Leonor Fini, Jeanne Mammen, Rudolf Jettmar oder Gustav Adolf Mossa. Vor dem Hintergrund der intensiven Diskussion um Genderfragen und die sich stetig wandelnden Rollen von Frau und Mann bietet das Projekt einen Einblick in die Komplexität der Problematik und beleuchtet die kunsthistorische Dimension eines hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themas.
Kuratoren: Felicity Korn (Städel Museum), Dr. Felix Krämer (Städel Museum)


In die dritte Dimension. Raumkonzepte auf Papier vom Bauhaus bis zur Gegenwart
15. Februar bis 14. Mai 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Uns scheinbar vertraute Merkmale wie Form, Volumen, Grenzen, Leere und Strukturen bilden den Raum und stiften somit Orientierung. Doch wie werden diese Elemente einer dritten Dimension in Zeichnung und Druckgrafik, also in der Fläche, dargestellt? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung „In die dritte Dimension. Raumkonzepte auf Papier vom Bauhaus bis zur Gegenwart“ in der Graphischen Sammlung des Städel Museums. Zu sehen sind ausgewählte Arbeiten von 13 Künstlern, darunter Lucio Fontana, Eduardo Chillida, Donald Judd, Sol LeWitt, Giò Pomodoro, Blinky Palermo, James Turrell und Michael Riedel. Die Schau setzt bei den geometrischen Kompositionen von El Lissitzky und Laszlo Moholy-Nagy aus dem Jahr 1923 an und führt bis zu Druckgrafiken der gegenwärtigen Konzeptkunst. So treffen Lithografien mit konstruktivistischen Perspektivdarstellungen auf in den Raum drängende Prägedrucke. Schlitzungen, die imaginative Räume eröffnen, werden Entwürfen für Wandarbeiten gegenübergestellt. Das Objekthafte evozierende Druckgrafiken von Künstlern der Minimal Art, der Raum- und Lichtkunst begegnen Kreidezeichnungen, Faltungen und Collagen von Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Um vielfältige Raumerfahrungen zu ermöglichen, werden die gezeigten Druckgrafiken und Zeichnungen zudem mit Skulpturen kombiniert, sodass die verschiedenen Dimensionen in einen angeregten Dialog treten können. Die Ausstellung versammelt bedeutende Blätter aus der Graphischen Sammlung und ausgewählte Werke der Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum.
Kuratorin: Jenny Graser (Städel Museum)


Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse
27. April bis 13. August 2017
Ausstellungshaus
Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth – mit diesen Namen und mehr noch mit jenen ihrer Lehrer, Bernd und Hilla Becher, verbindet sich eine der radikalsten Veränderungen der Kunst unserer Gegenwart in Bezug auf ihre ästhetischen, medialen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Diese Generation von Künstlern, zu der auch Namen wie Volker Döhne, Tata Ronkholz oder Petra Wunderlich gehören, bildete die erste von vielen folgenden „Becher-Klassen“ an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die Ausstellung „Fotografien werden Bilder. Die Becher-Klasse“ versammelt über 180 teils großformatige Hauptwerke, aber auch Frühwerke dieser bedeutenden Künstlerinnen und Künstler. Sie haben die Fotografie in den 1990er-Jahren nicht nur international wesentlich geprägt, sondern auch Stellenwert und Wahrnehmung der künstlerischen Fotografie vollkommen neu bestimmt. In ihren formal wie konzeptuell argumentierenden Bildschöpfungen befragen sie den Natur- und Lebensraum des Menschen, dessen unmittelbare Umgebung, private oder globale Dimensionen ebenso wie gesellschaftliche und ästhetische Organisationsprinzipien. Ihr Œuvre kennzeichnet, bei aller Heterogenität, stets ein ambivalentes Verhältnis zur Malerei, das sich zwischen Aneignung und Abgrenzung bewegt. Ihre Werke sind Ausdruck einer selbstbewussten Emanzipation der Fotografie als künstlerisches Medium und reflektieren zugleich jenen – nicht nur digitalen – Moment, in dem sich die Grenzen der beiden ehemals konkurrierenden Medien auflösen.
Kurator: Dr. Martin Engler (Städel Museum)
Ko-Kuratorin: Dr. Jana Baumann (Städel Museum)


Géricault bis Toulouse-Lautrec. Französische Lithografien des 19. Jahrhunderts
22. Juni bis 10. September 2017
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Im Sommer widmet sich die Graphische Sammlung des Städel Museums der reichen Vielfalt der französischen Lithografie. Mit dieser Ende des 18. Jahrhunderts erfundenen Technik (Lithografie: Steindruck) brach eine gänzlich neue Epoche des Druckens von Bildern an: Die gestalterischen Möglichkeiten wurden vielfältiger, das Drucken schneller und immer höhere Auflagen möglich. In Frankreich experimentierten bedeutende Künstler seit etwa 1820 mit dem neuen Verfahren und erweiterten im Verlauf des 19. Jahrhunderts in entscheidendem Maße die damit verbundenen künstlerischen Möglichkeiten.
Das Spektrum der ausgestellten Arbeiten umfasst ausdrucksvolle Kompositionen Théodore Géricaults, eine der seltenen Lithografien, die Goya während der 1820er Jahre im Exil in Bordeaux geschaffen hat, Eugène Delacroix‘ meisterhafte Goethe- und Shakespeare-Illustrationen oder Honoré Daumiers politische und gesellschaftliche Stellungnahmen in Zeitungskarikaturen. Des Weiteren werden auch Edouard Manets virtuose Erfindungen, die symbolistischen Werke Rodolphe Bresdins und Odilon Redons sowie Meisterwerke der Farblithografie von Henri de Toulouse-Lautrec und den „Nabis“ Edouard Vuillard und Pierre Bonnard, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, zu sehen sein. Die rund 80 gezeigten Blätter der Sonderausstellung zeigen Höhepunkte aus dieser Zeit und in dieser Technik; sie stehen stellvertretend für die hohe Qualität und Bandbreite des Bestandes der Graphischen Sammlung in diesem Bereich.
Kurator: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum)


Matisse – Bonnard. „Es lebe die Malerei!“
13. September 2017 bis 14. Januar 2018
Ausstellungshaus
„Es lebe die Malerei!“ – mit diesem programmatischen Ausruf grüßte Henri Matisse (1869–1954) seinen Freund Pierre Bonnard (1867–1947) am 13. August 1925. Die kurzen Worte auf einer Postkarte aus Amsterdam waren der Beginn eines Briefwechsels zwischen den beiden Künstlerkollegen, der bis 1946 andauerte und ihre gegenseitige Wertschätzung deutlich macht. Die groß angelegte Sonderausstellung im Städel nimmt die über 40 Jahre andauernde Freundschaft vor dem Hintergrund des jeweiligen Beitrags der beiden Künstler zur Klassischen Moderne in den Blick und zeigt den Stellenwert der Beziehung für ihr Œuvre. Anhand von etwa 100 Gemälden, Plastiken und Zeichnungen eröffnet die Schau einen Dialog zwischen den beiden Künstlern und bietet damit neue Perspektiven auf die Entwicklung der europäischen Avantgarde vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Wie eng der Austausch zwischen den Künstlern war, zeigt sich in ihrer intensiven Auseinandersetzung mit ganz ähnlichen Themen. In mehreren Kapiteln zu zentralen Sujets wie Interieur, Stillleben, Landschaft und Akt werden die unterschiedlichen künstlerischen Umsetzung verdeutlicht. Die hochkarätigen Exponate umfassen Meisterwerke aus international bedeutenden Sammlungen wie dem Art Institute of Chicago, dem Baltimore Museum of Art, der Tate Modern in London, dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Pompidou in Paris, der Eremitage in Sankt-Petersburg, der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen sowie der National Gallery of Art in Washington. Bereichert wird die umfangreiche Werkauswahl durch eine Reihe von Fotografien Henri Cartier-Bressons, der 1944 sowohl Bonnard als auch Matisse in Südfrankreich besuchte.
Kurator: Dr. Felix Krämer (Städel Museum)
Ko-Kurator: Dr. Daniel Zamani (Städel Museum)


Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes
11. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung
Die in Frankfurt geborene und aufgewachsene Maria Sibylla Merian (1647–1717) zählt zu den berühmtesten Töchtern der Stadt. 2017 jährt sich ihr Todestag zum 300. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Städel Museum in Zusammenarbeit mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin eine Ausstellung, die sich der Blumendarstellung in Zeichnungen und Druckgrafiken vom 15. bis zum 18. Jahrhundert widmet. Maria Sibylla Merian – Kupferstecherin, Blumen- und Insektenmalerin, Naturforscherin und Forschungsreisende – steht im Zentrum dieser Präsentation. In der Tradition von Florilegien (Blumenbüchern) und Tulpenbüchern ausgebildet, entwickelte sie sich zu einer Naturforscherin, die zunächst der Metamorphose von Raupen und Schmetterlingen, dann der Symbiose von Insekten und Pflanzen nachging. Die Ergebnisse ihrer Forschungen publizierte Merian in illustrierten Büchern mit Kupferstichen und Radierungen sowie in Deckfarbenzeichnungen von höchster künstlerischer Qualität. Eingebettet werden diese zentralen Arbeiten der außergewöhnlichen Künstlerin in Blumendarstellungen ihrer Vorläufer, Zeitgenossen und Nachfolger. Gärten und wertvolle Pflanzen, darunter speziell Tulpen, waren insbesondere im 17. Jahrhundert ein kostbares Gut. Florilegien aus dieser Zeit mit prachtvollen Deckfarbenzeichnungen auf Pergament oder als exklusive Kleinauflagendrucke mit kolorierten Kupferstichen im Riesenformat, wie etwa der berühmte Hortus Eystettensis des Basilius Besler, vermitteln einen Eindruck dieses besonderen Stellenwerts. Daneben umfasst die Ausstellung florale Ornamentstiche etwa von Martin Schongauer, Apothekerbücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Pflanzenstudien aus dem Umkreis von Albrecht Dürer sowie Naturstudien von Georg Flegel und Georg Hoefnagel aus der Zeit um 1600. Außerdem werden eine Gruppe von Blumenzeichnungen von Bartholomäus Braun, der ebenso wie Maria Sibylla Merian in Nürnberg tätig war, sowie Blumenkompositionen von Barbara Regina Dietzsch und ihrem Umkreis aus dem 18. Jahrhundert gezeigt.
Kuratoren: Dr. Martin Sonnabend (Städel Museum), Dr. Michael Roth, (Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett)

Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten

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Wandelkonzert: Mit dem hr-Sinfonieorchester durch die Sammlung des Städel 2.11.2016

Das Städel Museum und das hr-Sinfonieorchester laden gemeinsam zu einem großen Wandelkonzert in die Galerieräume des Frankfurter Museums. Am Samstag, 12. November 2016, erhalten Besucher ab 20.00 Uhr die außergewöhnliche Gelegenheit einer unmittelbaren Begegnung von Musik und bildender Kunst. In verschiedenen Besetzungen präsentieren die Orchestermusiker des Hessischen Rundfunks unter anderem Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Dmitrij Schostakowitsch, Felix Mendelssohn Bartholdy, Gunther Schuller, Christian Braica und machen die Sammlungswerke des Museums auf anregende Weise völlig neu erlebbar. Das Publikum ist eingeladen, zwischen den Epochen und musikalischen Sphären zu wandeln, inne zu halten, sich Zeit zum Betrachten und Lauschen zu nehmen. Die Tickets im Vorverkauf zum Wandelkonzert sind limitiert und kosten 20 Euro, sie können unter tickets.staedelmuseum.de erworben werden. Karten an der Abendkasse sind für 22 Euro erhältlich.

Das Wandelkonzert wird gefördert durch die Sparda-Bank Hessen eG.

Beim Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester werden zahlreiche Galerieräume des Städel zum Klingen gebracht. Dabei begegnet mittelalterliche Malerei einem Stabat Mater von Antonio Vivaldi, dem Exercitium ‚La Folia‘ für Solo-Kontrabass von Cristian Braica und Auszügen aus den Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach. Französische Impressionisten treffen auf Harfenklänge von Gabriel Fauré sowie Henriette Renié, während zu Bildern des Idealismus und Realismus das 2. Streichquintett von Felix Mendelssohn Bartholdy und Dmitrij Schostakowitschs 8. Streichquartett erklingen. Vor Werken der Gegenwartskunst werden unter anderem Bläsermusik von Gunther Schuller, Beethovens Septett op. 20 und eine Parabel für Solo-Trompete von Vincent Persichetti zu erleben sein.

Die Städelsche Sammlung
1815 als bürgerliche Stiftung von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel begründet, gilt das Städel Museum als älteste und renommierteste Museumsstiftung in Deutschland. Die Vielfalt der Sammlung bietet einen nahezu lückenlosen Überblick über 700 Jahre europäische Kunstgeschichte – vom frühen 14. Jahrhundert über die Renaissance, den Barock und die klassische Moderne bis in die unmittelbare Gegenwart. Insgesamt umfasst die Sammlung des Städel rund 3.100 Gemälde, 660 Skulpturen, über 4.600 Fotografien und über 100.000 Zeichnungen und Grafiken. Höhepunkte der Sammlung bilden Werke von Künstlern wie Lucas Cranach, Albrecht Dürer, Sandro Botticelli, Rembrandt van Rijn, Jan Vermeer, Claude Monet, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann, Alberto Giacometti, Francis Bacon, Gerhard Richter, Wolfgang Tillmans oder Corinne Wasmuht.


Programm

Gegenwartskunst, Untergeschoss

20.00 Uhr, Mitte
Begrüßung: Prof. Dr. Jochen Sander, stellv. Direktor Städel Museum, Michael Traub, hr-Musikchef und Manager des hr-Sinfonieorchesters

20.15 Uhr, Mitte
Johannes Brahms: Streichquintett G-Dur op. 111 – 1. Satz
Andrea Kim / Fanny Fröde – Violine
Stefanie Pfaffenzeller / Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello

20.30 Uhr, Raum 21
Johann Sebastian Bach: Auswahl aus den Suiten für Violoncello solo
Ulrich Horn – Violoncello

20.45 Uhr, Raum 13
Vincent Persichetti: Parable XIV for Solo Trumpet op. 127
Jürgen Ellensohn – Trompete

21.00 Uhr, Mitte
Antonio Vivaldi: Drei Sätze aus dem ‚Stabat Mater‘ bearbeitet für Altposaune, Marimba und Vibraphon
Oliver Siefert – Alt-Posaune
Andreas Hepp – Marimba/Vibraphon

21.30 Uhr, Mitte
Ludwig van Beethoven: Septett Es-Dur op. 20 – 1. Satz
Andrea Kim – Violine
Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello
Simon Backhaus – Kontrabass
Zoltán Kovács – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Maciej Baranowski – Horn

22.15 Uhr, Raum 2
Dmitrij Schostakowitsch: 8. Streichquartett c-Moll op. 110
Mariane Vignand / Fanny Fröde – Violine
Gabriel Tamayo – Viola
Ulrich Horn – Violoncello

22.45 Uhr, Raum 25
Gunther Schuller: Suite for Woodwind Ensemble
Christiane Tétard – Flöte
Nicolas Cock-Vassiliou – Oboe
Tomaz Mocilnik – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Marc Gruber – Horn

23.15 Uhr, Raum 25
Ludwig van Beethoven: Septett Es-Dur op. 20 – 4. & 6. Satz
Andrea Kim – Violine
Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello
Simon Backhaus – Kontrabass
Zoltán Kovác – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Maciej Baranowski – Horn


Kunst der Moderne, 1. Obergeschoss

20.30 Uhr, Raum 4
Gabriel Fauré: Une châtelaine en sa tour op. 110 für Harfe solo
Anne Sophie Bertrand – Harfe

Henriette Renié: Ballade fantastique, mit Lesung
Helge Heynold – Sprecher
Anne-Sophie Bertrand – Harfe

20.45 Uhr, Raum 5
Felix Mendelssohn Bartholdy: 2. Streichquintett B-Dur op. 87 – 1. Satz
Andrea Kim / Fanny Fröde – Violine
Stefanie Pfaffenzeller / Peter Zelienka – Viola
Christiane Steppan – Violoncello

21.00 Uhr, Raum 11
Cristian Braica: Exercitium ‘La Folia’ für Kontrabass solo
Raum 11 Cristian Braica – Kontrabass

21.30 Uhr, Raum 5
Franz Schubert: Streichtrio B-Dur D 581
Webern Trio Frankfurt:
Akemi Mercer-Niewöhner – Violine
Dirk Niewöhner – Viola
Ulrich Horn – Violoncello

22.15 Uhr, Raum 11
Joseph Haydn: Sonate Nr. 3 B-Dur für Violine und Viola Hob. VI:3
Jenö Takács: Duo für Violine und Viola op. 103 Nr. 7 „Disput (Sie und Er)“
Sergej Prokofjew: Sonate für zwei Violinen op. 56 – 1. & 2. Satz
Rachelle Betancourt – Violine
Stefanie Pfaffenzeller – Violine/Viola

22.45 Uhr, Raum 5
Vincent Persichetti: Parable XIV for Solo Trumpet op. 127
Jürgen Ellensohn – Trompete

23.15 Uhr, Raum 5
Dmitrij Schostakowitsch: 8. Streichquartett c-Moll op. 110
Mariane Vignand / Fanny Fröde – Violine
Gabriel Tamayo – Viola
Ulrich Horn – Violoncello


Alte Meister, 2. Obergeschoss

20.30 Uhr, Raum 11
Vincent Persichetti: Parable XIV for Solo Trumpet op. 127
Jürgen Ellensohn – Trompete

20.45 Uhr, Raum 2
Gunther Schuller: Suite for Woodwind Ensemble
Christiane Tétard – Flöte Nicolas Cock-Vassiliou – Oboe
Tomaz Mocilnik – Klarinette
Daniel Mohrmann – Fagott
Marc Gruber – Horn

21.00 Uhr, Raum 11
Johann Sebastian Bach: Auswahl aus den Suiten für Violoncello solo
Ulrich Horn – Violoncello

21.30 Uhr, Raum 2
Joseph Haydn: Sonate Nr. 3 B-Dur für Violine und Viola Hob. VI:3
Jenö Takács: Duo für Violine und Viola op. 103 Nr. 7 „Disput (Sie und Er)“
Sergej Prokofjew: Sonate für zwei Violinen op. 56 – 1. & 2. Satz
Rachelle Betancourt – Violine
Stefanie Pfaffenzeller – Violine/Viola

22.15 Uhr, Raum 2
Antonio Vivaldi: Drei Sätze aus dem ‚Stabat Mater‘ bearbeitet für Altposaune
Oliver Siefert – Alt-Posaune
Andreas Hepp – Marimba/Vibraphon

22.45 Uhr, Raum 11
Franz Schubert: Streichtrio B-Dur D 581
Webern Trio Frankfurt:
Akemi Mercer-Niewöhner – Violine
Dirk Niewöhner – Viola
Ulrich Horn – Violoncello

23.15 Uhr, Raum 1
Cristian Braica: Exercitium ‚La Folia‘ für Kontrabass solo
Cristian Braica – Kontrabass


Wandelkonzert mit dem hr-Sinfonieorchester

Samstag, 12. November 2016, ab 20.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Einlass ab 19.30 Uhr (Abendkasse), Beginn 20.00 Uhr
Eintritt: 20 Euro (limitierter Vorverkauf), 22 Euro (Abendkasse)
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Kooperationspartner: hr-Sinfonieorchester
Gefördert durch: Sparda-Bank Hessen eG

Medienpartner: hr-INFO

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Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo 1.11.2016

In einer umfassenden Sonderausstellung widmet sich das Frankfurter Städel Museum vom 24. November 2016 bis 19. März 2017 einem zeitlosen Thema: der spannungsgeladenen Beziehung zwischen Mann und Frau und deren Darstellung in der Kunst. „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“ beleuchtet die künstlerische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Anhand von über 150 Werken zeigt die Ausstellung, wie kontrovers Künstlerinnen und Künstler der Moderne auf die Konstruktion von Geschlechtermodellen reagierten und wie sie Stereotypen, Idealbilder und Identifikationsfiguren in Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Film behandelten: Manche führten dem Publikum in ihren Werken überzogene Charaktereigenschaften der Geschlechter vor Augen oder untermauerten stereotype Rollenbilder. Andere griffen gängige Klischees an und versuchten, diese durch Strategien wie Ironie, Überzeichnung, Maskerade und Hybridisierung aufzubrechen. Die Geschlechterdifferenz – basierend auf einer traditionellen Assoziation von männlich und weiblich mit Begriffen wie aktiv/passiv, rational/emotional, Kultur/Natur, Staat/Familie – wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer stärker herausgearbeitet und hat nicht nur die ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen, sondern auch die Kunst maßgeblich geprägt. Die Ausstellung baut auf dem Sammlungsbestand des Städel Museums auf, der mit Gemälden von Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck, Skulpturen von Auguste Rodin sowie Fotografien von Frank Eugene oder Claude Cahun wichtige Positionen in Bezug auf diese Thematik umfasst. Anhand von bedeutenden Leihgaben werden bekannten Namen der Kunstgeschichte wie Hannah Höch, Édouard Manet, Gustav Klimt, Otto Dix oder Frida Kahlo gezielt kunsthistorische Entdeckungen zur Seite gestellt, die den Kanon um aussagekräftige Positionen erweitern, darunter Arbeiten von Leonor Fini, John Collier oder Gustav Adolf Mossa. Vor dem Hintergrund der intensiv geführten Diskussionen um die Rollen von Frau und Mann bietet das Ausstellungsprojekt einen differenzierten Einblick in die Komplexität der Problematik und beleuchtet die kunsthistorische Dimension eines bis heute hochrelevanten gesellschaftspolitischen Themas.

Die Ausstellung wird durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert und erfährt zusätzliche Unterstützung von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung.

„Unser Ausstellungshöhepunkt zum Jahreswechsel widmet sich einem Sujet, das in der Kunst der zweiten Hälfte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts besonders präsent war: die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und -beziehungen. Das groß angelegte Projekt macht es sich zur Aufgabe, ebenso brillante wie prägnante künstlerische Werke zu bestimmen und in einen Dialog zu stellen. Wie es die unterschiedlichen Positionen in der Schau verdeutlichen, hat das Hinterfragen der Konstruktion männlicher und weiblicher Identität bis heute nichts an Aktualität verloren“, kommentiert Städel Direktor Dr. Philipp Demandt.

In insgesamt zwölf Abschnitten zeigt die Ausstellung zentrale Aspekte der künstlerischen Beschäftigung mit der Beziehung zwischen den Geschlechtern in einer neuen motivischen Bandbreite auf. Von den mythologischen Darstellungen Gustave Moreaus bis hin zu den fantastischen Bildfindungen des Surrealismus stellt die Präsentation sich wandelnde männliche und weibliche Rollenbilder in der Kunst der Moderne in den Fokus und betrachtet deren Entwicklung vor dem Hintergrund umfassender historischer und sozialer Veränderungen: vom Beginn der Frauenbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die Geschlechterdebatten und Sexualkontroversen der Weimarer Republik bis hin zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Der chronologisch gespannte Bogen erstreckt sich über beide Etagen des Ausstellungshauses, wobei die thematische Präsentationsfolge von insgesamt fünf monografischen Ausstellungskapiteln unterbrochen wird. Diese widmen sich Künstlerinnen und Künstlern, in deren Werk das Thema des Geschlechterkampfes einen herausragenden Stellenwert einnimmt: Franz von Stuck, Jeanne Mammen, Félicien Rops, Edvard Munch und Lee Miller.

Kuratiert wird die Ausstellung von Felicity Korn und Dr. Felix Krämer.
„Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass sowohl männliche als auch weibliche künstlerische Positionen in der Ausstellung vertreten sind, um die konfliktreiche Beziehung zwischen den Geschlechtern von beiden Seiten beleuchten zu können. Allerdings haben deutlich weniger Künstlerinnen das Thema behandelt – vor allem im 19. Jahrhundert –, was natürlich auch auf ihre Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Die in der Präsentation gezeigten Werke von Frauen sind umso spannender, denn erstaunlicherweise reagierten Künstlerinnen häufig mit Ironie und Humor auf die Thematik – obwohl sie selbst direkter vom Geschlechterkampf betroffen waren“, so Felicity Korn.

„Mit unserer Ausstellung möchten wir zur Beschäftigung mit dem Thema des Geschlechterkonflikts anregen und einen historischen Einblick in ein komplexes Themenfeld bieten. Die Ausstellung knüpft an den Erfolg der ‚Schwarzen Romantik‘-Präsentation an, mit der wir 2012 im Städel Museum bereits ein aktuelles Thema, das gesellschaftliche Tendenzen aufgreift, kunsthistorisch in den Blick genommen haben. Während die Nachkriegsgeschichte des Geschlechterkampfes gut dokumentiert und vielen Zeitgenossen präsent ist, gilt dies nicht in gleichem Maße für deren Vorgeschichte. Für viele Künstler der Moderne war der Geschlechterkampf ein Lebensthema“, ergänzt Felix Krämer.

Den historischen Ausgangspunkt der „Geschlechterkampf“-Ausstellung bildet die sich während des 19. Jahrhunderts über ganz Europa ausbreitende Forderung nach sozialer Gleichstellung von Mann und Frau, angeführt von der weiblichen Emanzipationsbewegung. Erstmals wurden weibliche und männliche Rollenbilder in der breiten Öffentlichkeit diskutiert – eine Debatte, die ab den 1860er-Jahren auch in den bildenden Künsten ihre Spuren hinterließ.

Der Ausstellungsparcours beginnt mit einem einführenden Abschnitt zu Adam und Eva, der biblischen Urgeschichte des Geschlechterkonflikts. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden vielfältige Darstellungen des ersten Menschenpaares, die bereits auf die künstlerische Bandbreite in der Beschäftigung mit dem Thema verweisen. Zu sehen sind prägnante Werke von Franz von Stuck, Julius Paulsen oder Suzanne Valadon, für deren Adam ihr zwanzig Jahre jüngerer Partner André Utter Modell gestanden hat.

Parallel zum gesellschaftlichen Erstarken der Frau finden sich in der Kunst des Fin de Siècle Darstellungen, welche die Schuld der Ursünde und die Verführungskünste der Frau hervorheben. So gewann die künstlerische Beschäftigung mit der destruktiven, ins Verderben führenden Weiblichkeit zunehmend an Bedeutung, wobei die den Mann erniedrigende Femme fatale (franz.: Unheil bringende Frau) als zentrale Projektionsfläche sowohl für männliche Ängste als auch für sexuelle Begierden diente. Viele in erster Linie männliche Künstler sahen in der nach Gleichberechtigung strebenden Frau eine essenzielle Bedrohung. In ihren Werken stilisierten sie das weibliche Geschlecht zur Figur des Bösen, das seine sexuellen Reize gezielt zur Entmachtung des Mannes einsetzt. Starke biblische Charaktere wie Salome, Judith und Delila erreichten gegen Ende des 19. Jahrhunderts Kultstatus und wurden von zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern verarbeitet, darunter Gustave Moreau, Jean Benner, Lovis Corinth oder Aubrey Beardsley.

Das aufkommende Fach der Sexualforschung revolutionierte zur Jahrhundertwende die bürgerliche Auffassung von klar getrennten Geschlechterrollen und stellte Aspekte wie sexuelle Instinkte und Vorlieben zur öffentlichen – jedoch fast ausschließlich von Männern geführten – Diskussion. Künstler wie Alfred Kubin, Thomas Theodor Heine oder Félicien Rops griffen nicht länger auf mythologische und biblische Figuren zurück, sondern visualisierten stereotype Eigenschaften der Geschlechter in exaltierten Bildideen. Zu dieser Zeit finden sich zudem vermehrt Darstellungen, in denen die Frau als hilfloses Opfer erscheint, das dem Mann, der seine sexuelle und gesellschaftliche Macht über sie ausübt, vollkommen ausgeliefert ist. Ein in der Ausstellung vertretenes eingängiges Beispiel ist Emmanuel Frémiets Skulptur Gorilla, eine Frau raubend (1887), die als Inspiration für Merian C. Coopers knapp fünfzig Jahre später entstandenen berühmten Film King Kong und die weiße Frau (1936) diente.

Eine ganz andere Perspektive bildet das hier erstmals ausgestellte Frühwerk Jeanne Mammens, dem ein monografisches Ausstellungskapitel gewidmet ist. Die Künstlerin befasste sich intensiv mit der fantastischen Gedanken- und Traumwelt des literarischen Symbolismus. Dabei schuf sie eine Werkserie zu Gustave Flauberts Die Versuchung des heiligen Antonius (1874) sowie mehrere Darstellungen starker Frauenfiguren, darunter Medusa und Salome. Ein weiterer Künstler, in dessen Œuvre die Thematik des Geschlechterkampfs einen besonderen Stellenwert einnimmt und dem hier ein Kapitel gewidmet wird, ist Edvard Munch. Der Norweger thematisierte in seinen Bildern die Ambivalenz in der Beziehung zwischen den Geschlechtern und verband Erotik und Liebe häufig mit Schmerz und Tod. Dabei bringt er den Betrachter oftmals in die Position des männlichen Voyeurs und Liebhabers, welcher der körperlichen Anziehungskraft der Frau zum Opfer fällt.

Im freiheitlichen Klima der Weimarer Republik eröffneten Amüsierbetriebe, Nacktbars und Transvestitenlokale, in denen Großstadtbewohner versuchten, die Schrecken des Ersten Weltkrieges mit sinnlichem Vergnügen zu verdrängen. Damit einhergehend konzentrierte sich das künstlerische Interesse auf Sujets wie Lustmord, sexuelle Gewalt und Prostitution. Männliche Vertreter der Neuen Sachlichkeit wie Otto Dix, Heinrich Maria Davringhausen und Karl Hubbuch zeigten auf grausamste Weise zerstörte weibliche Körper als Fetischobjekte. Mit dieser neuen Drastik verlagerten die Künstler ihren Fokus auf die Wiedergabe menschlicher Abgründe sowie des sozial Randständigen, was als Hinweis auf die Verrohung des sozialen Klimas und als Metapher für das krankende politische System verstanden wurde. Das Interesse an Sexualverbrechen war genreübergreifend. Frank Wedekinds Drama Lulu. Erdgeist / Die Büchse der Pandora diente etwa Georg Wilhelm Pabst als Vorlage für seinen Film Die Büchse der Pandora (1928/29). In beiden Versionen fällt Lulu dem Mörder Jack the Ripper zum Opfer. Künstlerinnen und Künstler aus dem Umkreis der Berliner Dada-Bewegung wie Hannah Höch oder Hans Bellmer konfrontierten das Publikum mit skandalträchtigen Bildern von entstellten, mechanisierten oder monströsen Figuren, dies jedoch vor allem, um Kritik an der bürgerlichen Sexualmoral zu üben.

Neben derartigen radikalen Überzeichnungen fand das Thema der sogenannten „Neuen Frau“ Berücksichtigung. Im Kontext des gesellschaftlichen Umbruchs nach dem Ersten Weltkrieg sahen sich die Frauen, die an der „Heimatfront“ an sozialer und beruflicher Selbstständigkeit und an Selbstbewusstsein gewonnen hatten, und die von den Kriegserfahrungen traumatisierten Männer mit neuen Rollenerwartungen konfrontiert. Als die Frauenbewegung mit dem Wahlrecht für Frauen im Jahr 1919 ein wichtiges Ziel auf dem Weg zur Erlangung politischer, sozialer und ziviler Bürgerrechte erreicht hatte, beförderte dies die weitere Herausbildung eines selbstsicheren und aktiven Frauentyps. Bildnisse von Otto Dix, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen oder Christian Schad spiegeln dieses neue gesellschaftliche Rollenverständnis wider.

Einen anders gelagerten Schwerpunkt setzten die Vertreter des Surrealismus um André Breton, Marcel Duchamp und Max Ernst, deren Kunst von einem libertären Verständnis von Sexualität und zugleich von einem Spiel mit bürgerlich geprägten geschlechtlichen Stereotypen bestimmt war. Angeregt von Sigmund Freuds psychoanalytischen Studien strebten viele Surrealisten die Überwindung der Grenzen zwischen den Geschlechtern an. Besonders interessierten sie sich für die Figur des Androgyns, eines mythologischen Zwitterwesens mit männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen. Der Androgyn symbolisierte für die Surrealisten sowohl die Überschreitung konventioneller Rollenbilder als auch die Synthese der beiden Geschlechter. Der surrealistische Einfluss spiegelte sich auch im Film wider. Künstler wie Maya Deren und Alexander Hamid, die den Pariser Surrealisten nahestanden, suchten nach geschlechtlicher Identität, wie in Meshes in the Afternoon von 1943.

Die Künstlerinnen im Kreis der Surrealisten waren vielfach darum bemüht, ihren männlichen Künstlerkollegen ein alternatives Frauenbild entgegenzusetzen. Einen filmischen Vorläufer gab es bereits 1906: Alice Guy hatte in ihrem Film Les Résultats du féminisme (Die Folgen des Feminismus) die Rollen von Mann und Frau auf komische Art vertauscht. Ebenso humorvoll spielte Meret Oppenheim später mit der weiblichen Rolle als passivem Lustobjekt, indem sie dem Betrachter ein Paar Stöckelschuhe wie einen Gänsebraten auf einem Tablett darbot, während Frida Kahlo mit ihrem Selbstbildnis als Der kleine Hirsch eine sehr persönliche und symbolgeladene Darstellung präsentierte.

GESCHLECHTERKAMPF. FRANZ VON STUCK BIS FRIDA KAHLO

Kuratoren: Felicity Korn (Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kunst der Moderne, Städel Museum), Dr. Felix Krämer (Leiter Kunst der Moderne, Städel Museum)
Ausstellungsdauer: 24. November 2016 bis 19. März 2017
Pressevorbesichtigung: Mittwoch, 23. November 2016, 11.00 Uhr

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr, montags geschlossen
Sonderöffnungszeiten: Sa, 24.12., geschlossen; So, 25.12., 10.00–18.00 Uhr; Mo, 26.12., 10.00–18.00 Uhr; Sa, 31.12., geschlossen; So, 1.1.2017, 11.00–18.00 Uhr; Mo, 2.1.2017, 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de (Bis zum 10. November 2016 ist im Onlineshop ein Early-Bird-Ticket zum Preis von 10 Euro erhältlich.)

Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Es ist abrufbar unter geschlechterkampf.staedelmuseum.de.
Audiotour und Städel App: Die Audiotour wird unterstützt von der Georg und Franziska Speyer’schen Hochschulstiftung. Sie führt in deutscher und englischer Sprache durch die Ausstellung. Die deutsche Audiotour wird von Constanze Becker und Felix Rech gesprochen (beide Schauspiel Frankfurt). Der Preis für einen Audioguide beträgt 4 Euro, der Preis für zwei Audioguides 7 Euro. Neben dem Verleih vor Ort kann die Audiotour auch bequem zu Hause auf die Städel App geladen werden. Die Städel App ist kostenfrei im Android und Apple Store verfügbar, der In-App-Kauf für gängige IOS und Android Smartphones kostet 1 Euro: www.staedelmuseum.de/de/angebote/staedel-app

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Geschlechterkampf und #Staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 19.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr und So 12.00 Uhr sowie am 26.12. um 16.00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Tickets für die Führungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis von 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar.

Katalog: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Prestel Verlag mit 336 Seiten und ca. 400 Abbildungen, mit einem einleitenden Gespräch zwischen Felicity Korn, Felix Krämer und Rose-Maria Gropp, Essays von Andreas Beyer und Ute Frevert sowie Texten von Ingo Borges, Jo-Anne Birnie Danzker, Katharina Ferus, Miriam Halwani, Kristina Lemke, Nele Putz, Elena Schroll, Svetlana Svyatskaya, Melanie Ulz, Anne Vieth und Daniel Zamani sowie einem Vorwort von Philipp Demandt. Deutsche Ausgabe / Englische Ausgabe, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 7,50 Euro.

Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain
Mit zusätzlicher Unterstützung von: Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung
Medienpartner: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, Cicero – Magazin für politische Kultur
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn
Kulturpartner: hr2-kultur

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