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Im Städel Garten: David Claerbout. Die reine Notwendigkeit 15.8.2016

Im Rahmen der Reihe „Im Städel Garten“ und als Teil des Gastlandauftrittes von Flandern & Die Niederlande auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse präsentiert das Städel Museum eine eigens für diesen Anlass entstandene Arbeit des belgischen Künstlers David Claerbout (geb. 1969). Der Film Die reine Notwendigkeit (2016) ist eine überraschende Adaption des Trickfilm-Klassikers Das Dschungelbuch von 1967. Claerbouts einstündiger Loop verwandelt die ebenso anrührende wie komische Geschichte der tanzenden, singenden und trompetenden Urwaldtiere in einen – fast – artgerechten Tierfilm, der sich allem ‚Vermenschlichten’ entledigt hat – nicht zuletzt seines jungen Protagonisten Mogli. Balu, Baghira und Kaa, deren Lieder und Slapstick-Einlagen Kinder wie Erwachsene seit Jahrzehnten begleiten und begeistern, sind wieder ganz Bär, Panther und Schlange. Für Die reine Notwendigkeit wurde Wolfgang Reithermans Filmvorlage in aufwendiger Handarbeit Folie für Folie, Einstellung für Einstellung nachgezeichnet und zu einem vollkommen neuen Film zusammengefügt: Vor Urwaldhintergründen bewegen sich die Tiere nur noch als schemenhafte Umrisse. Auf die Ebene des Originals verweist bei Claerbout lediglich der Titel der Arbeit Die reine Notwendigkeit, denn im englischen Originalsoundtrack singt Balu der Bär nicht wie auf Deutsch „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, sondern von den „bare necessities of life“.

Die Ausstellung „David Claerbout. Die reine Notwendigkeit“ wird unterstützt von Flandern & Die Niederlande Ehrengast der Buchmesse Frankfurt 2016, der Regierung Flanderns und der Städel Gartengesellschaft.

„David Claerbout hat in seinem 20 Jahre umfassenden Œuvre eine faszinierende Meisterschaft darin entwickelt, noch die reduziertesten fotografischen oder filmischen Setzungen, die auf den ersten Blick ultimativ entschleunigt, entleert oder von jeder Narration befreit scheinen, in ästhetisch wie inhaltlich hoch komplexe Kunstwerke zu verwandeln. Seine zeitbasierten Arbeiten entwickelten über die Jahre eine gänzlich eigenständige und unverwechselbare Ästhetik“, betont Martin Engler, Leiter der Sammlung Gegenwartskunst am Städel und Kurator der Ausstellung.

Obwohl in Die reine Notwendigkeit der Filmvorlage die ursprüngliche Narration komplett entzogen wurde, geht von David Claerbouts Adaption eine ganz eigene Faszination aus. Diese speist sich gleichermaßen aus den Assoziationen der Betrachter wie aus der sonderbaren, ruckelnd-steifen Bewegungsmotorik der zugleich fremden und vertrauten Tiere. Die Doppelbödigkeit und Gebrochenheit seiner Protagonisten, denen ein menschliches Ego erst einverleibt und dann in Claerbouts Bearbeitung wieder entzogen wurde, lädt das in der Version des belgischen Künstlers völlig ereignislos dahintreibende Filmgeschehen mit einer suggestiven, schwer greifbaren Spannung auf.
Anstatt die Geschichte jenes kleinen Jungen zu erzählen, der fernab der Zivilisation inmitten des Dschungels und mitten unter dessen Tieren ausgesetzt wurde, kulminiert Claerbouts Filmloop jede volle Stunde – ähnlich einer Uhr – von neuem in der Schlussszene des Trickfilm-Originals. Es ist der Moment, in dem ein junges Mädchen an den Rand des Dschungels kommt, um Wasser zu holen, und Mogli mit ihrem Gesang schließlich derart betört, dass er seine tierische Wunderwelt verlässt und wieder zurück in die geordnete Zivilisation gelockt wird. „Ein Schluss, der uns schon damals als Kindern nicht einleuchten wollte“, wie Engler kommentiert.

Der durch das Städel Museum koproduzierte Film wird während der Laufzeit der Ausstellung auf einer sechs mal vier Meter messenden LED-Wand gezeigt und konnte mit großzügiger Unterstützung aus privaten Mitteln für die Städelsche Sammlung erworben werden.

Zur Eröffnung der Schau findet am Dienstag, 27. September 2016, um 19.00 Uhr ein öffentliches Künstlergespräch zwischen David Claerbout und Martin Engler statt.

David Claerbout
Der 1969 im belgischen Kortrijk geborene David Claerbout studierte von 1992 bis 1995 am Artesis University College in Antwerpen und der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. Er wurde mit dem Will-Grohmann-Preis der Berliner Akademie der Künste sowie dem Peill-Preis der Günther-Peill-Stiftung ausgezeichnet und zählt zu den international wichtigsten Gegenwartskünstlern. Einzelausstellungen von Claerbout waren unter anderem in der Wiener Secession, im Tel Aviv Museum of Art, im San Francisco Museum of Modern Art, in der Münchener Pinakothek der Moderne sowie dem Lenbachhaus, im Centre Georges Pompidou in Paris, in den Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique und im WIELS in Brüssel sowie im De Pont Museum in Tilburg zu sehen. David Claerbout lebt und arbeitet in Antwerpen und Berlin.

In seinen fotografischen und filmischen Installationen verwendet der Künstler unterschiedliches visuelles Ausgangsmaterial, welches von historischen Fotografien und rekonstruierten Bildern bis hin zu Filmaufnahmen reicht, die nach seiner Anweisung gedreht wurden. Aufwendig digital bearbeitet, entstehen Arbeiten, die die Grenzen zwischen Fotografie und Film verschwimmen lassen. So dekonstruiert Claerbout lineare Zeitverläufe und hinterfragt die Art und Weise, wie Geschichten mittels Bildern erzählt werden.

„Im Städel Garten“
Die Reihe „Im Städel Garten“ ist eine von der Städel Gartengesellschaft unterstützte Initiative, mit der das Städel Museum seine frei zugängliche Gartenfläche für wechselnde Installationen, Performances und Veranstaltungen zur Gegenwartskunst öffnet. Seit der Neupräsentation der Skulpturensammlung im Städel Garten 2013 wurde der Außenraum des Städel immer wieder zum Ort für performative und installative Arbeiten, zum Beispiel von Adrian Williams („Watering Hole“, 2013), Adolf Luther („Architektur als Licht und Spiegelung“, 2013), Erwin Wurm („One Minute Sculptures“, 2014) oder Franz Erhard Walther („Schreitsockel und Standstellen“, 2014).


David Claerbout. Die reine Notwendigkeit
Aus der Reihe im „Im Städel Garten“

Kurator: Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Gegenwartskunst
Ausstellungsdauer: 28. September bis 23. Oktober 2016
Pressegespräch: Dienstag, 27. September 2016, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: Mo, 3.10.2016, 10.00–18.00 Uhr

Der Besuch des Städel Gartens ist kostenfrei.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Claerbout und #Staedel.

Mit Unterstützung von: Flandern & Die Niederlande Ehrengast der Buchmesse Frankfurt 2016, Die Regierung Flanderns sowie der Städel Gartengesellschaft

David Claerbouts Die Reine Notwendigkeit entstand in Koproduktion mit dem Städel Museum und wurde großzügig unterstützt durch private Mittel.

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Museumsuferfest 2016 im Städel Museum 12.8.2016

Beim diesjährigen Museumsuferfest von Freitag, 26. August, bis Sonntag, 28. August 2016 gewährt das Städel Museum lebendige Einblicke in 700 Jahre Kunstgeschichte. Die Besucher erwartet ein vielfältiges Programm aus zahlreichen Führungen, kreativen Workshops für alle Altersgruppen sowie spannenden Sonderausstellungen.

Die facettenreichen Führungsangebote erkunden unter anderem unterschiedliche künstlerische Materialien und laden zum Betrachten der Gartenskulpturen oder auch zum Erkunden von Künstlern fernab des Kanons ein. Darüber hinaus bieten die aktuellen Sonderausstellungen des Städel Museums Begegnungen mit einer der eindrucksvollsten Kirchenausstattungen, die sich aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert erhalten hat („Schaufenster des Himmels. Der Altenberger Altar und seine Bildausstattung“) sowie mit den monumentalen, aggressiv und trotzig gemalten „Helden“ von Georg Baselitz. Das Programm wartet mit zahlreichen weiteren Höhepunkten auf und gibt zudem bereits einen Ausblick auf die kommende Sonderausstellung „Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“. Doch auch die kleinen Städel Besucher kommen nicht zu kurz. So erwartet sie ein buntes Workshop-Angebot, bei dem der Kreativität etwa in der Druckwerkstatt freien Lauf gelassen werden kann. Bei abwechslungsreichen Führungen geht es für sie auf Märchenreise durchs Städel.

Programm

Freitag, 26. August 2016

15.30 Uhr Hoch hinaus und fest verankert. Skulpturen im Städel Garten Führung
16.00 Uhr KUNSTKOLLEG Basiswissen Kunst: Emotionen in der Kunst III: Provokant
16.30 Uhr Die Fahrt der Argonauten und andere atemberaubende Abenteuer Familienführung
17.30 Uhr Starke Frauen, schwache Männer. Vom Kampf der Geschlechter Führung
18.30 Uhr Schaufenster des Himmels Führung in der Ausstellung
19.00 Uhr Von Plastikmüll und Klobürsten. Die Vielfalt künstlerischer Materialien Führung 20.00 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung

Treffpunkt für Führungen zu „Georg Baselitz. Die Helden“: Ausstellungshaus, OG
Treffpunkt für Führungen zu „Schaufenster des Himmels“: Graphische Sammlung
Treffpunkt für Führungen im Städel Garten: Städel Garten, Mitte des Hügels
Treffpunkt für alle weiteren Führungen: Metzler-Foyer

Samstag, 27. August 2016

11.00–18.00 Uhr Wilde Wunderwelten (Workshop für Kinder ab 4 Jahren vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Unter Hochdruck. Die Städel Druckwerkstatt (Workshop für Kinder ab 6 Jahren vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Vom Winde verweht (Workshop für Kinder ab 6 Jahren vor dem Museum)

11.00 Uhr Adam und Eva. Ein Grundkonflikt Führung
11.30 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
12.00 Uhr Hoch hinaus und fest verankert. Skulpturen im Städel Garten Führung
12.30 Uhr No Names. Künstler fernab des Kanons Führung
13.30 Uhr Schaufenster des Himmels Führung in der Ausstellung
14.00 Uhr Von Dürer bis Picasso Führung
15.00 Uhr Wilde Bestien und bunte Hunde Familienführung
15.30 Uhr Grenzüberschreitung. Die Geschlechterrollen Führung
16.30 Uhr Zeitreise. Kunst aus Sicht der Zeitgenossen Führung
17.00 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
17.30 Uhr Schaufenster des Himmels Führung in der Ausstellung
18.30 Uhr Der Unbekannte auf dem Hotelflur. Rätselhafte Geschichten Familienführung
19.00 Uhr Das Bild der Frau durch die Jahrhunderte Führung
19.30 Uhr Hoch hinaus und fest verankert. Skulpturen im Städel Garten Führung
20.00 Uhr Das Alltägliche in der Kunst Führung
20.30 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
21.00 Uhr Hoch dramatisch. Mythische Themen Führung

Sonntag, 28. August 2016

11.00–18.00 Uhr Wilde Wunderwelten (Workshop für Kinder ab 4 Jahren vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Unter Hochdruck. Die Städel Druckwerkstatt (Workshop für Kinder ab 6 Jahren vor dem Museum)
11.00–18.00 Uhr Vom Winde verweht (Workshop für Kinder ab 6 Jahren vor dem Museum)

11.00 Uhr Kommt alle, alle zum Nachtigallenballe! Märchenreise durchs Städel für Kinder ab 4 Jahren mit Rudi Gerharz
11.30 Uhr Hoch hinaus und fest verankert. Skulpturen im Städel Garten Führung 12.00 Uhr Ein Bild von einem Mann Führung
12.30 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
13.30 Uhr Gleißendes Gold und feuriges Funkeln Familienführung
14.00 Uhr Der Kampf der Künstlerinnen Führung
15.00 Uhr Schaufenster des Himmels Führung in der Ausstellung
15.30 Uhr Zeitlos. Wie aktuell ist die Kunst? Führung
16.00 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung
16.30 Uhr Ganz schön düster. Kehrseiten der Liebe Führung
17.00 Uhr Kunst und Religion Führung
17.30 Uhr Helden und Bösewichte Familienführung
18.00 Uhr Sex Sells. Geschlechterrollen Führung
19.00 Uhr Georg Baselitz. Die Helden Führung in der Ausstellung

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Datum: Freitag, 26. bis Sonntag, 28. August 2016
Öffnungszeiten während des Museumsuferfestes: Freitag 10.00–21.00 Uhr, Samstag 10.00–22.00 Uhr, Sonntag 10.00–20.00 Uhr. Der Städel Garten ist zudem Freitag und Samstag bis 1.00 Uhr und Sonntag bis 0.00 Uhr geöffnet.
Information: www.staedelmuseum.de, E-Mail: info@staedelmuseum.de, Telefon: +49-69 60 50 98-0, Fax: +49-69 60 50 98-111
Eintritt zum Museumsuferfest: Der Museumsuferfest-Button zum Preis von 7 € berechtigt zum freien Eintritt in den teilnehmenden Museen für die Dauer des Festes – von Freitag, dem 26. August, ab 15 Uhr bis Sonntag, dem 28. August 2016. Für Kinder unter 12 Jahre ist der Eintritt im Städel Museum frei.

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Veranstaltungsprogramm September 2016 8.8.2016

Veranstaltungsprogramm September 2016

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Veranstaltungsprogramm August 2016 11.7.2016

Veranstaltungsprogramm August 2016

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Open-Air-Kino im Städel Garten zeigt Helden der Geschichte 1.7.2016

Auch in diesem Jahr können sich Open-Air-Kino-Fans wieder auf das beliebte Sommerkino im Städel Garten freuen. Vom 13. bis 16 Juli bietet das grüne Dach des Städel Erweiterungsbaus die einzigartige Freiluft-Kulisse für ein ausgewähltes und vielfältiges Filmprogramm. Passend zur parallel laufenden Sonderausstellung „Georg Baselitz. Die Helden“ (30. Juni bis 23. Oktober 2016) widmet sich das Sommerkino in seiner vierten Ausgabe Filmen, die Geschichten von außergewöhnlichen Helden erzählen. Bei freiem Eintritt werden nach Anbruch der Dunkelheit an den ersten drei Abenden die Dokumentation „Georg Baselitz“ (2013) von Evelyn Schels, Giulio Ricciarellis „Im Labyrinth des Schweigens“ (2014) sowie „Searching for Sugar Man“ (2012) von Regisseur Malik Bendjelloul zu sehen sein. Am Samstag, 16. Juli, findet zudem eine Vorführung für junge Zuschauer im Metzler-Saal statt: Gezeigt wird dort bereits nachmittags um 15.00 Uhr der Film „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ (2014). Welcher Film am letzten Abend, 16. Juli, läuft, kann das Publikum wieder selbst entscheiden. Zur Auswahl stehen Sönke Wortmanns „Das Wunder von Bern“ (2003), Carol Reeds Klassiker „Der dritte Mann“ (1949) und „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015) von Lars Kraume. Abgestimmt werden kann vom 27. Juni bis einschließlich 11. Juli per Stimmzettel vor Ort im Städel Museum oder auf http://facebook.com/staedelmuseum.de.

Der Eintritt zum Sommerkino im Städel Garten ist an allen Tagen frei. Einlass ist an jedem der Abende ab 19.00 Uhr, der Film beginnt jeweils bei Anbruch der Dunkelheit. Es wird darum gebeten, eigene Decken und Sitzgelegenheiten (keine Stühle) mitzubringen. Für kalte Getränke sowie herzhafte und süße Speisen vor und während der Filmvorstellungen ist gesorgt. Schon vor Filmbeginn sorgt DJ Biffy (Discocaine) für sommerlich-entspannte Stimmung. Bei schlechtem Wetter finden die Vorführungen im Metzler-Saal des Städel Museums statt.

Das Sommerkino wird unterstützt durch die Städel Gartengesellschaft.

Das Sommerkino ist Teil einer Initiative, mit der das Städel Museum seine frei zugängliche Gartenfläche für wechselnde Installationen, Performances und Veranstaltungen zur Gegenwartskunst öffnet. Bereits im Zuge der Neupräsentation der Skulpturensammlung im Städel Garten 2013 sowie der Reihe „Im Städel Garten“ wurde der Außenraum des Städel in jüngerer Vergangenheit immer wieder zum Ort für performative und installative Arbeiten, zum Beispiel von Adrian Williams („Watering Hole“, 2013), Adolf Luther („Architektur als Licht und Spiegelung“, 2013), Erwin Wurm („One Minute Sculptures“, 2014) oder Franz Erhard Walther („Schreitsockel und Standstellen“, 2014). In diesem Jahr wird der belgische Künstler David Claerbout vom 28. September bis 6. November 2016 eine neue Arbeit im Städel Garten präsentieren.

Sommerkino im Städel Garten

Programm

Mittwoch, 13. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Georg Baselitz
D 2013, Regie: Evelyn Schels, 105 Minuten, deutsche Fassung, FSK 0
Für die Regisseurin Evelyn Schels hat der Maler und Bildhauer Georg Baselitz erstmalig seine Ateliers in Deutschland und Italien für Filmaufnahmen geöffnet. Sie durfte ihn drei Jahre aus nächster Nähe begleiten, folgte ihm nach New York, Paris, und Berlin, befragte seine Ehefrau nebst Weggefährten und vollzieht in diesem sehr privaten dokumentarischen Filmporträt die wichtigsten Lebensstationen des Künstlers nach. Darüber hinaus wohnt der Zuschauer den sensiblen Entstehungsphasen von Bildern sowie Skulpturen bei und bekommt im Laufe des Films einen sehr persönlichen Eindruck von Baselitz.

Donnerstag, 14. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Im Labyrinth des Schweigens
D 2014, Regie: Giulio Ricciarelli, 123 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Das Jahr 1958 bedeutet für Deutschland in erster Linie eines: Aufschwung durch den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder. Von „Auschwitz“ haben die einen nie gehört – die anderen wollen es so schnell wie möglich vergessen. Auch als ein Freund des Journalisten Thomas Gnielka (André Szymanski) einen Lehrer als ehemaligen Auschwitz-Aufseher wiedererkennt, scheint sich daran zunächst nichts zu ändern und niemand interessiert sich für den Fall – niemand bis auf den jungen Staatsanwalt Johann Radmann (Alexander Fehling). Gegen den Willen seiner Vorgesetzten übernimmt Radmann den Fall. Auf seiner schwierigen Suche nach Aufklärung stößt er auf ein Dickicht aus Lügen, Verdrängung und Verleugnung, wird dabei jedoch neben Gnielka auch vom Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Gert Voss) unterstützt.

Freitag, 15. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Searching for Sugar Man
S/GB 2012, Regie: Malik Bendjelloul, 86 Minuten, Orginal mit Untertiteln, FSK 0
Der Folksänger Sixto Rodriquez aus Detroit war in den 1970er-Jahren ein Star – allerdings nicht in den USA, sondern in Südafrika und vor allem ohne dass er selbst etwas davon wusste. Fernab seines Heimatlandes wurde sein Album „Cold Fact“ zum Soundtrack der Anti-Apartheid-Bewegung. Zwei seiner südafrikanischen Fans machen sich eines Tages auf die Suche nach ihrem Idol, um das sich zahlreiche Gerüchte ranken, insbesondere um dessen vermeintlichen Selbstmord. In seinem Dokumentarfilm erzählt Regisseur Malik Bendjelloul die unglaubliche Geschichte dieses Musikers.

Samstag, 16. Juli, Einlass 14.00 Uhr, Filmbeginn 15.00 Uhr, Metzler-Saal
Rico, Oskar und die Tieferschatten
D 2014, Regie: Neele Vollmar, 96 Minuten, deutsche Fassung, FSK 0
Der zehnjährige Rico lebt allein mit seiner Mutter im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Er ist ein etwas ungewöhnlicher Junge, der sich selbst als „tiefbegabt“ bezeichnet und ein Auge für „die kleinen Dinge“ hat. Eines Tages lernt er den zwei Jahre jüngeren Oskar kennen, der so ganz anders ist als Rico: nämlich „hochbegabt“ und ängstlich. Die beiden ungleichen Kinder freunden sich an und begeben sich gemeinsam auf die Spur des berüchtigten Kindesentführers „Mister 2000“. Als Oskar plötzlich verschwindet, muss Rico seinen ganzen Mut und seine Hartnäckigkeit unter Beweis stellen, um den Freund auf eigene Faust wiederzufinden.

Samstag, 16. Juli, Einlass 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Publikumsfilm
Zur Abstimmung stehen:
„Das Wunder von Bern“ (2003), „Der Dritte Mann“ (1949) und „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (2015)

Das Wunder von Bern
D 2003, Regie: Sönke Wortmann, 118 Minuten, deutsche Fassung, FSK 6
Nach seinem Dienst als Soldat im Zweiten Weltkrieg geriet der Bergmann Richard (Peter Lohmeyer) aus Essen in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach über zwölf Jahren kehrt er 1954 schließlich zu seiner Familie zurück, die ihm und der er fremd geworden ist. Der ältere Sohn hinterfragt die Rolle des Vaters in der NS-Zeit kritisch, die Tochter bandelt mit britischen Besatzungssoldaten und damit dem ehemaligen Feind an und der elfjährige Sohn Mattes (Louis Klamroth), der in Richards Abwesenheit geboren wurde, hat in dem Fußballnationalspieler Helmut Rahn ein Vorbild und eine Vaterfigur gefunden. Während sich das Verhältnis zwischen Richard und Sohn Mattes allmählich verbessert, nimmt Helmut Rahn bei der Fußballweltmeisterschaft eine immer tragendere Rolle in der Mannschaft ein und gelingt es der deutschen Elf, sich als Außenseiter bis ins Endspiel des Turniers vorzuarbeiten.

Der Dritte Mann
UK 1949, Regie: Carol Reed, 104 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Der arbeitslose Romanautor Holly Martins kommt ins Wien der Nachkriegszeit, das von den siegreichen Alliierten in Sektoren unterteilt wurde. Der Grund für Martins Reise ist eine Einladung seines früheren Schulfreundes Harry Lime, der ihm einen Job angeboten hat. In Wien muss er jedoch feststellen, dass Lime vor Kurzem in einem sonderbaren Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Während Holly Martin sich bei Freunden und Bekannten des Opfers umhört, bemerkt er bald, dass einige der Geschichten nicht zusammenpassen und ist entschlossen herauszufinden, was Harry Lime wirklich zugestoßen ist.

Der Staat gegen Fritz Bauer
D 2015, Regie: Lars Kraume, 105 Minuten, deutsche Fassung, FSK 12
Die junge Bundesrepublik erweckt im Jahr 1957 den Eindruck, die NS-Zeit hinter sich lassen zu wollen. Doch der engagierte Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaußner) setzt alles daran, die Täter im eigenen Land vor Gericht zu bringen. Zwölf Jahre nach Ende des Krieges bekommt er einen entscheidenden Hinweis darauf, wo sich der ehemalige SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann versteckt halten soll. Zusammen mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann (Ronald Zehrfeld) beginnt Bauer, die Hintergründe zu recherchieren. Währenddessen verschwinden plötzlich Akten, formiert sich Widerstand bis in höchste Kreise und behindern Oberstaatsanwalt Ulrich Kreidler (Sebastian Blomberg) und BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt (Jörg Schüttauf) die Ermittlungen von Bauer und Angermann.

Sommerkino im Städel Garten
Mittwoch, 13. Juli, bis Samstag, 16. Juli 2016

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Zeit: Mittwoch, 13. Juli, bis Samstag, 16. Juli, Einlass für die Abendvorführungen jeweils 19.00 Uhr, Filmbeginn bei Anbruch der Dunkelheit
Eintritt: frei

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Städel Museum und Frankfurter Volksbank laden Kinder und Jugendliche ein 30.6.2016

Bereits zum vierten Mal in Folge laden das Städel Museum und die Frankfurter Volksbank vor Beginn der Sommerferien alle Schulen, Kindertagesstätten und Horte der Region zur großen Bildungswoche ins Museum ein. Unter dem Motto „Eintauchen in die Kunst! 700 Jahre Kulturgeschichte“ öffnet das Städel vom 11. bis 14. Juli 2016 seine Türen für ein einzigartiges Bildungserlebnis. Eine ganze Woche lang können Kinder und Jugendliche auf spielerische Weise die Städelsche Sammlung entdecken und – von dieser inspiriert – selbst kreativ werden. Aufgrund des großen Interesses an dem einzigartigen Programm zur ästhetischen Bildung wird eine baldige Anmeldung empfohlen. Die Teilnahme an der Bildungswoche ist für alle Schulen, Kindertagesstätten und Horte völlig kostenfrei. Das Anmeldeformular ist unter www.staedelmuseum.de abrufbar, eine Anmeldung ist erforderlich.

Die überaus positive Resonanz auf die Bildungswochen in den vergangenen Jahren waren für das Städel Museum und die Frankfurter Volksbank Ansporn, die Erfolgsgeschichte „Städel ohne Grenzen“ auch in diesem Jahr fortzusetzen. „Wir waren uns sofort einig, dass wir diese einmalige Veranstaltung, die nicht nur die Kinder, Lehrer und Eltern begeistert, sondern auch auf spielerische Art wertvolles Wissen vermittelt, weiterführen wollen“, teilten Eva Wunsch-Weber, Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank und Heinz-Jürgen Bokler, stellvertretender Direktor des Städel Museums, mit.

Die Teilnehmer erwarten abwechslungsreiche, altersgerechte Programmpunkte zu verschiedenen Themen in allen Sammlungsbereichen des Museums. Workshops, die sich unter anderem dem Rätsel der Farbe oder Naturgewalten in der Malerei widmen, sowie Experimente mit der geometrischen Darstellung oder eine Anleitung zum eigenen Kunstwerk bieten vielfältige Möglichkeiten zum handlungsorientierten Lernen, zur kreativen Auseinandersetzung mit Kunst sowie zur praktischen Vertiefung von Kenntnissen und Fähigkeiten. Das Museum präsentiert einen bunten Strauß an Angeboten, der das Interesse für Kunst weckt. Darüber hinaus stellen junge Kunstvermittler die wichtigsten Werke der Städel Sammlung vor und geben an zahlreichen Wissensstationen im gesamten Museum Auskunft über spannende Themen aus mehreren Jahrhunderten Kunstgeschichte: von faszinierenden Stillleben über ungewöhnliche Materialien in der Kunst bis hin zum „Malen“ mit der Kamera. Ein Quiz führt die jungen Museumsbesucher schließlich auf spielerische Art durch die Sammlung des Städel und damit durch 700 Jahre Kunst und Kultur.

Am Sonntag, 17. Juli 2016, findet die Bildungswoche mit einem „Familiensonntag“ ihren Abschluss und Höhepunkt: Alle teilnehmenden Schul-, Kita- und Hortkinder erhalten einen exklusiven Eintrittsgutschein, der sie und ihre Familien für diesen Tag zum kostenfreien Museumsbesuch einlädt. So können die Kinder ihren Eltern zeigen, was sie in der Woche zuvor alles erlebt haben.

Unterstützt wird die Bildungswoche durch die Frankfurter Volksbank.

Schulklassen, Kita- und Hortgruppen können sich noch bis Freitag, den 8. Juli, kostenfrei auf der Städel Website (www.staedelmuseum.de/de/angebote/bildungswoche) bzw. unter info@staedelmuseum.de für die Bildungswoche anmelden.

BILDUNGSWOCHE „EINTAUCHEN IN DIE KUNST! 700 JAHRE KULTURGESCHICHTE"

Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt
Veranstaltungsdauer: 11. bis 14. Juli 2016 jeweils zwischen 9.00 Uhr und 14.00 Uhr für Schulklassen, Kita- und Hortgruppen, 17. Juli 2016 zwischen 10.00 Uhr und 18.00 Uhr für Familien

Download des Anmeldeformulars unter www.staedelmuseum.de/de/angebote/bildungswoche

Pressekontakt Städel Museum: Axel Braun (Pressesprecher); Telefon +49(0)69-605098-170; Fax +49(0)69-605098-188; braun@staedelmuseum.de

Pressekontakt Frankfurter Volksbank: Michael Kröhle (Leiter Vorstandsstab und Pressesprecher); Telefon +49(0)69-2172-10193; Fax +49(0)69-2172-20199; michael.kroehle@frankfurter-volksbank.de

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Philipp Demandt wird neuer Direktor von Städel und Liebieghaus 24.6.2016

Die Suche nach einem Direktor für das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung ist abgeschlossen. Der promovierte Kunsthistoriker Dr. Philipp Demandt (45) übernimmt die Leitung der beiden Museen zum 1. Oktober 2016. Demandt ist seit Januar 2012 Leiter der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und gilt als einer der renommiertesten Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher Deutschlands. Er bringt zudem umfassende Erfahrungen im modernen Kulturmanagement mit.

Der Findung vorausgegangen war eine intensive nationale wie internationale Suche, die die Administration des Städel Museums unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Nikolaus Schweickart durchgeführt hat. Frankfurts Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Schirn Kunsthalle Frankfurt, Peter Feldmann, der scheidende Frankfurter Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth und die designierte Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig begrüßen die Entscheidung.

"Wir freuen uns sehr, dass es schon kurz nach dem Weggang von Max Hollein gelungen ist, mit Philipp Demandt einen der kreativsten Köpfe der deutschen Museumslandschaft für die Führung der beiden Häuser zu gewinnen. Als Leiter eines der bedeutendsten deutschen Museen und als zentraler Protagonist der Berliner Museumswelt hat er seine Fähigkeiten mehrfach unter Beweis gestellt – und ist darum genau der Richtige für den verantwortungsvollen Posten in Frankfurt", kommentiert der Vorsitzende der Administration des Städel Museums Prof. Dr. Nikolaus Schweickart.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Schirn Kunsthalle Frankfurt, betont: "Frankfurt und Philipp Demandt: Das passt. Ich freue mich, dass Philipp Demandt sich entschieden hat, das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung zu leiten. Er ist ein hervorragender Wissenschaftler und Kunstvermittler – ein Museumsmann von Format. Ich bin mir sicher, dass Demandt die Kultur in Frankfurt nachhaltig und zukunftsorientiert mitgestalten und weiter ausbauen wird."

Über die Leitung der Schirn Kunsthalle Frankfurt wird nach Amtsübernahme der designierten Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig von den zuständigen politischen Gremien entschieden. Sowohl der Oberbürgermeister als auch Dr. Hartwig sehen in der gemeinsamen Leitung der drei Häuser generell eine sinnvolle und zukunftsweisende Konstellation, die sich in der Vergangenheit als großer Gewinn für die Kulturstadt Frankfurt erwiesen hat.

"Die erfolgreiche Arbeit am Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung gemeinsam mit allen Kolleginnen und Kollegen fortzusetzen, ist eine Herausforderung, der ich mit Spannung entgegensehe. Zugleich blicke ich mit großer Dankbarkeit auf rund fünf erfüllte Jahre an der Nationalgalerie. Auf Frankfurt, das sich zu einem der aufregendsten Kunstzentren Deutschlands und darüber hinaus entwickelt hat, freue ich mich sehr – ganz persönlich auch, da mir Stadt und Region lange vertraut sind", so Dr. Philipp Demandt über seine Berufung nach Frankfurt.

Der 1971 in Konstanz geborene Demandt studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Publizistik und promovierte 2001 am Institut für Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Königin-Luise-Porträts von Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch sowie zur historischen Mythologie des preußischen Staates im Spiegel des "Luisenkults". Nach einer Ausstellungsassistenz im Bröhan-Museum 2002 wurde Demandt 2004 Dezernent bei der Kulturstiftung der Länder. Zu seinen Aufgaben zählten die Beratung und Unterstützung deutscher Kultureinrichtungen beim Erwerb und der Finanzierung von Kunstwerken von der Vor- und Frühgeschichte bis zum 19. Jahrhundert sowie bei Ausstellungsvorhaben. Von 2007 bis 2010 war er zudem Mitkurator der Ausstellung „Luise. Leben und Mythos der Königin“ der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Darüber hinaus konzipierte und leitete er die von der Kulturstiftung der Länder herausgegebene Zeitschrift "Arsprototo" sowie deren wissenschaftliche Publikationsreihe „Patrimonia“ und veröffentlichte zahlreiche Artikel zur Kunst- und Kulturgeschichte, unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und der Welt.

Im Januar 2012 wurde Demandt zum Leiter der Alten Nationalgalerie in Berlin ernannt. Hier hat er unter anderem mit einer umfassenden Neukonzeption der Schausammlung sowie mit ebenso innovativen wie erfolgreichen Ausstellungen auf sich aufmerksam gemacht. Zu den Höhepunkten unter seiner Leitung zählten die Ausstellungen "Rembrandt Bugatti", "Impressionismus/Expressionismus. Kunstwende" oder zuletzt "Der Mönch ist zurück", eine Sonderpräsentation zur Restaurierung von Caspar David Friedrichs Meisterwerken Mönch am Meer und Abtei im Eichwald. Die Alte Nationalgalerie beherbergt Gemälde und Skulpturen vom späten 18. Jahrhundert bis zum frühen 20. Jahrhundert. Ihre Sammlung ist Teil der Nationalgalerie, zu der auch die Neue Nationalgalerie, der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, das Museum Berggruen und die Sammlung Scharf-Gerstenberg gehören.

Dr. Philipp Demandt tritt in Frankfurt die Nachfolge von Max Hollein an, der zum 1. Juni 2016 als neuer Direktor an die Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF) gewechselt ist.

Pressekontakt:
Axel Braun, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, E-Mail: braun@staedelmuseum.de; Telefon: +49 (0)69 60 50 98-170, Mobil +49 (0)171 5644061, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188

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Georg Baselitz. Die Helden 14.6.2016

Fünfzig Jahre nach ihrer Entstehung präsentiert das Städel Museum vom 30. Juni bis 23. Oktober 2016 Georg Baselitz’ berühmte „Helden“-Bilder in einer umfassenden monografischen Sonderausstellung. Georg Baselitz (geb. 1938) zählt zweifelsohne zu den prägendsten Malern und Bildhauern unserer Zeit. Seine kraftvolle Werkgruppe der „Helden“ und „Neuen Typen“ gilt weltweit als Schlüsselwerk der deutschen Kunst der 1960er-Jahre und wird in der von Max Hollein kuratierten Schau erstmals in großem Umfang gezeigt. Zu sehen sind 70 Gemälde und Arbeiten auf Papier, deren monumentale Figuren, aggressiv und trotzig gemalt, bis heute ambivalent, schicksalhaft und verletzlich wirken. Es sind zerschlissene Soldaten, resignierte Maler, denen ihr latentes Scheitern ebenso eingeschrieben ist wie ihre ungewisse Zukunft. Die inhaltliche Brüchigkeit und Widersprüchlichkeit der „Helden“ findet ihr Äquivalent im Formalen. Die stets mittig frontal gegebene und klar konturierte Figur kontrastiert mit der Wildheit der Farbwahl und Heftigkeit der Malweise. Leihgaben aus bedeutenden internationalen Museums- und Privatsammlungen eröffnen dem Publikum einen umfassenden Blick auf diese Ikonen der deutschen Nachkriegskunst, die der damals erst 27-jährige Baselitz 1965/66 in explosionsartiger Produktivität entwickelte. Nach ihrem Auftakt im Frankfurter Städel Museum wandert die groß angelegte Ausstellung weiter an das Moderna Museet Stockholm, in den Palazzo delle Esposizioni Rom und an das Guggenheim Museum Bilbao.

Die Ausstellung „Georg Baselitz. Die Helden“ wird gefördert durch Goldman Sachs.

„Die ‚Helden‘-Bilder sind Markstein und vehementer Dreh- und Angelpunkt im Werk von Georg Baselitz. Sie sind aus tiefster innerer Notwendigkeit entstanden, als bewusste Auseinandersetzung mit einer virulenten, inhaltlich aufgeladenen Thematik und stellen eine zeitlose Reflexion der künstlerischen Existenz an sich dar. Anhand einer eindrucksvoll veranschaulichten, selbst empfundenen Isolation, Entwurzelung und Haltlosigkeit etablieren die Arbeiten den prekären Erfahrungszustand des Künstlers in einer gebrochenen Welt und konfrontieren mit einem paradigmatischen Künstlerbild“, so Max Hollein, Kurator der Ausstellung.

Georg Baselitz hatte 1965 eine in vielerlei Hinsicht zerstörte Ordnung vor Augen: Zwanzig Jahre nach Kriegsende standen in Deutschland Ideologien und politische Systeme sowie künstlerische Stile zur Diskussion. Dem Künstler kam dieser Mangel an Ordnungen entgegen, denn jegliche Vereinnahmung durch kategorische Einteilungen war und blieb ihm fremd. In seiner skeptischen Grundhaltung betonte er die zwiespältigen Aspekte seiner Gegenwart. Entsprechend widersprüchlich wirken seine monumentalen „Helden“ im zerschlissenen Kampfanzug, die von Versagen und Resignation gezeichnet sind. Dass Baselitz sich in dieser Zeit überhaupt dem Thema der Helden zuwandte, war per se provokant. Das (männliche) Heldentum und seine einstigen Vertreter waren durch Krieg und Nachkriegszeit fragwürdig geworden. Der Künstler lässt Gestalten aus einer bereits verschüttet geglaubten Vergangenheit wiederauferstehen und bildet damit eine Wirklichkeit ab, wie sie in der bundesrepublikanischen Erfolgsgeschichte des Wirtschaftswunders nur ungern gesehen wurde. Und das in der damals vermeintlich obsoleten Form der figurativen Malerei. Es ging in dieser Auseinandersetzung aber um weit mehr als um allgemeine Gesellschaftsfragen. In zahlreichen Rollenbildern, die vom bisher unbeanspruchten „Neuen Typ“ über den historisch-politisch konnotierten Rebell und Partisan und den geistigen Hirten bis hin zu dem des positionierenden Malers reichten, vergegenwärtigt Baselitz seine individuelle Haltung und seinen besonderen Weg als Maler. Hier reflektierte er selbst über seine eigene Position im Verhältnis zu dieser Gesellschaft – eine wuchtige Selbstbehauptung und Identitätsbestimmung entgegen allen aktuellen Strömungen der damaligen Zeit. „Ich habe viele Experimente gemacht in 50 Jahren. Ich denke aber, dass die ‚Helden‘ keine Nachhilfe mehr benötigen“, so Georg Baselitz über die Werkgruppe der „Helden“ und „Neuen Typen“.

„Die Ausstellung im Städel Museum präsentiert die ‚Helden‘-Bilder Baselitz’ in einem Spiel aus Leere und Verdichtung über zwei Stockwerke des Ausstellungshauses“, erklärt die Co-Kuratorin Eva Mongi-Vollmer. Besonderer Wert wird auf die Wirkung der einzelnen Bilder und Zeichnungen gelegt. So wird sowohl durch die variierenden Wandfarben als auch durch eine stark rhythmisierte und immer wieder überraschende Hängung der Ausstellungsbesuch die Wahrnehmung für die Kunstwerke schärfen und den Betrachter sensibilisieren.

Die jeweiligen „Helden“ und „Neuen Typen“ mit ihren kolossalen Körpern und extrem kleinen Köpfen sind stets in der Bildmitte zu finden. Sie taumeln, schreiten teils ungeschickt, teils souverän durch den Bildraum. Die sie umgebende trostlose Landschaft zeugt, in Analogie zu ihren geschundenen Leibern, von Verwüstung: brennende Häuser, entlaubte Bäume, aufgewühlte Erdhaufen. Die vagabundierenden „Helden“ tragen ein Repertoire an wiederkehrenden Gegenständen wie Tornister, Paletten und Malerpinsel oder Marterinstrumente mit sich. Trotz der sich wiederholenden Ausführung im gleichen Format von 162 mal 130 Zentimetern birgt jedes einzelne Werk einen eigenen Ausdruck, der stark mit der jeweiligen Malweise und Farbwahl zusammenhängt. In der losen chronologischen Abfolge der Werke in der Ausstellung zeichnet sich Baselitz’ allmähliche Loslösung vom Motiv ab. Von dort bis zur seiner späteren Umkehrung des Motivs ist es nur noch ein kurzer Weg.

Ihren Anfang nahm die Werkgruppe der „Helden“ und „Neuen Typen“ während Baselitz‘ Stipendium an der Villa Romana in Florenz. Zurück in Westberlin arbeitete er das Thema weiter aus. Die vielfach besprochene Skandalgeschichte, die mit der Ausstellung in der Galerie Werner & Katz 1963 begann, war zu diesem Zeitpunkt im Ausklang begriffen. Im Frühwerk Baselitz‘ bilden die „Helden“-Bilder einen besonderen Wendepunkt und können heute als historisches Dokument angesehen werden. Die Werke fügen sich nicht ein, in die vorherrschenden damaligen künstlerischen Tendenzen, seien es die Zukunftsvision von ZERO, die französischen und amerikanischen Abstraktionen oder die Abwandlungen des deutschen Nachkriegsinformel. Sie geben sich auch zwanzig Jahre nach Kriegsende nicht mit einem oberflächlichen Gefühl des Neuanfangs zufrieden. Kreisen die „Helden“ und „Neuen Typen“ zwar motivisch um sich wiederholende Elemente, so werden sie in ihrer malerischen Ausformulierung monströs, zerrüttet und wuchtig. Sie bilden eine wichtige Position innerhalb der deutschen Kunst nach 1945.

Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein umfassender Katalog, in dem Herausgeber Max Hollein einleitend über Malerei als Befreiung schreibt, während Alexander Kluges literarische Texte einen ganz eigenen eindrucksvollen Wahrnehmungsraum entstehen lassen; Uwe Fleckner wendet sich in einem Kapitel dem postheroischen Helden zu, der Kunsthistoriker Richard Shiff verschafft sich einen lebendigen Eindruck von verlorenen Helden und Städel Kuratorin Eva Mongi-Vollmer widmet sich im Katalog der Entstehungsjahre der „Helden“.

Der Audioguide zur Ausstellung (auch auf der Städel App erhältlich) wird u. a. von Georg Baselitz und Alexander Kluge gesprochen. Ein aufwendig gestaltetes Digitorial gibt ab Mittwoch, 15. Juni 2016 unter baselitz.staedelmuseum.de umfassende Einblicke in zentrale Thesen und Werke der Ausstellung.

Georg Baselitz
Der am 23. Januar 1938 in Deutschbaselitz in Sachsen geborene Georg Baselitz begann sein Kunststudium an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin-Weißensee (Ost). Nach zwei Semestern wurde er wegen „gesellschaftspolitischer Unreife“ von der Schule verwiesen und setzte daraufhin 1957 sein Studium in Berlin-Charlottenburg (West) fort. Erste Auslandsreisen führten ihn nach Amsterdam und Paris. 1961 begann seine Ausstellungsaktivität gemeinsam mit Eugen Schönebeck in einem leerstehenden Haus, anlässlich deren das später so genannte erste „Pandämonische Manifest“ erschien. Es folgten kontrovers diskutierte Galerieausstellungen. 1966 verließ er Berlin und siedelte nach Rheinhessen (nahe Worms) um. 1969 malte Baselitz sein erstes Bild mit umgekehrtem Motiv – dieser Entscheidung blieb er in der weiteren Werkentwicklung treu. Die Bekanntheit des Künstlers wuchs und damit häuften sich seine Ausstellungsteilnahmen im Ausland; 1980 vertrat er zusammen mit Anselm Kiefer die Bundesrepublik Deutschland bei der 39. Biennale von Venedig. Es folgten vielbeachtete Ausstellungen in verschiedenen Ländern, darunter in Großbritannien und in den USA. Auch die bereits 1978 in Karlsruhe begonnene Lehrtätigkeit setzte sich zwischen 1983 und 1988, später wieder ab 1992 in Berlin fort. Zahlreiche Retrospektiven, Auszeichnungen, Preise und Ehrenprofessuren würdigen bis heute die Bedeutung seines Schaffens.

GEORG BASELITZ. DIE HELDEN

Kurator: Max Hollein, Direktor Fine Arts Museums of San Francisco
Co-Kuratorin: Dr. Eva Mongi-Vollmer, Städel Museum
Ausstellungsdauer: 30. Juni bis 23. Oktober 2016
Pressevorbesichtigung: Mittwoch, 29. Juni 2016, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: Mo 3.10., 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren;. Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de

Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein von Max Hollein und Eva Mongi-Vollmer herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Uwe Fleckner, Max Hollein, Alexander Kluge, Richard Shiff und Eva Mongi-Vollmer. Deutsche und englische Ausgabe, ca. 172 Seiten, 29,90 Euro (Museumsausgabe).

Digitorial: Das Digitorial wird durch die Aventis Foundation ermöglicht. Es ist ab 15. Juni 2016 unter baselitz.staedelmuseum.de abrufbar.
Städel App: Die App ist für Android- und iOS-Smartphones optimiert und bietet mit Beginn der Ausstellung die Audiotour zum Download auf das Smartphone.
Audiotour: Die Audiotour umfasst Ausschnitte eines Interviews mit Georg Baselitz sowie Essays zu einzelnen Bildern des „Helden“-Zyklus, verfasst und gelesen von Alexander Kluge. Deutsch und englisch, 4 Euro; zwei Audioguides 7 Euro.

Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #Baselitz und #Staedel.

Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Do 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr sowie Mo 3.10., 16.00 Uhr. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis enthalten.

Gefördert durch: Goldman Sachs

Medienpartner: Frankfurter Rundschau, Andy Warhol’s Interview Magazine, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main

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Veranstaltungsprogramm Juli 2016 8.6.2016

Veranstaltungsprogramm Juli 2016

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Jahresbericht 2015 7.6.2016

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