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Mit einer konzentrierten Auswahl von dreißig Werken präsentiert das Städel Museum vom 2. März bis 22. Mai 2016 die frühe Druckgrafik Sigmar Polkes (1941–2010). Polke zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Kunstszene des 20. Jahrhunderts. Für seine druckgrafischen Werke aus den Jahren 1967 bis 1979 wählt er mit Offset- oder Siebdruckverfahren handwerklich weniger anspruchsvolle und künstlerisch eher triviale Techniken, mit denen er scheinbar zufällige, irritierende Kommentare zu Kunst und Gesellschaft transportiert und verbreitet. Andere Arbeiten Polkes überraschen durch die ungewöhnliche Zusammenstellung verschiedenster Drucktechniken und Materialitäten: So kombiniert er beispielsweise einen Siebdruck mit Blindprägungen und Stanzungen oder setzt haptische Oberflächenstrukturen ein. Für die Fertigung eines Offsetdrucks ist ein Künstler stets auf gelernte Drucker angewiesen. Umso nachdrücklicher konzentriert sich Polke in seiner druckgrafischen Arbeit auf die Auswahl von Motiv und Material. In einer Zeit, die vom Wachstumsglauben und von gesellschaftskritischen Unruhen geprägt ist, bleibt Polke seinen durch Beobachtung, Witz und Ironie getragenen Botschaften auch in der Druckgrafik treu. Das gedruckte Bild, massenmedial verbreitet oder vom Künstler fotografisch inszeniert, bildet eine wesentliche Grundlage seiner künstlerischen Arbeit. Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung zeigt eine ebenso hochwertige wie fokussierte Auswahl der frühen Druckgrafik Sigmar Polkes und befragt diese auf ihre besondere Qualität.
Der 1941 im schlesischen Oels (Oleśnica) geborene Sigmar Polke absolvierte zunächst eine Glasmalerlehre, bevor er sein Studium der Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf begann. Schon während seiner Studienzeit (1961–1967) unter Gerhard Hoehme und Karl Otto Götz ging Polke in seinen Gemälden auf Distanz zur vorherrschenden Tendenz zur Abstraktion. Sein Interesse galt nicht der ungegenständlichen malerischen Geste, sondern einem künstlerischen Umgang mit den damals aktuellen verfügbaren Bildwelten des aufstrebenden westdeutschen Wirtschaftswunders. Mit den älteren Kommilitonen Manfred Kuttner (1937–2007), Konrad Lueg (1939–1996) und Gerhard Richter (geb. 1932) stellte Polke im Jahr 1963 in einem leer stehenden Düsseldorfer Laden aus. In der gemeinsamen Presseerklärung gaben sie ihrer Kunst erstmals den Begriff Kapitalistischer Realismus. Während die Pariser Kunstszene in den 1960er-Jahren durch den zunehmenden Einfluss der amerikanischen Pop-Art in den Hintergrund trat, wurden die konsumorientierte Warenwelt und die kleinbürgerliche Nachkriegsidylle der BRD, wie sie sich in Illustrierten und Werbung spiegelten, für Polke zur Grundlage eines außerordentlich reflektierten und dabei nichtsdestotrotz spielerisch wirkenden Schaffens.
Auch in seinen druckgrafischen Arbeiten greift der junge Künstler auf vorgefundene Bildwelten zurück. So diente ihm etwa eine einfarbige Zeitungsreklame als Vorlage für sein erstes druckgrafisches Werk, Freundinnen I (1967). Diesen Zeitungsdruck hat er bereits 1964/65 für Übertragungen in ein Gemälde verwendet. Der dort imitierte, eigenhändig Punkt für Punkt gemalte Raster wird in der Druckgrafik durch die Wahl des Offsetverfahrens erzeugt. Die gerasterte Struktur tritt durch die Vergrößerung des Motivs verstärkt in den Vordergrund. Die für Polke typischen Rasterpunkte dominieren auch seinen Beitrag zum 1967 erschienenen druckgrafischen Mappenwerk Grafik des kapitalistischen Realismus: das in Siebdrucktechnik ausgeführte Wochenendhaus.
Neben vorgefundenen Bildern aus Printmedien verwendet Polke für seine Drucke auch eigene Fotografien wie die eines zum Stern geformten, mit einer Polaroidkamera aufgenommenen Zollstocks (Zollstocksterne, 1970), experimentell verarbeitete Negative (Selbstbildnis, 1971), sichtbar lädierte Vergrößerungen (Fernsehbild [Kicker], 1971) oder die während einer Reise nach Amerika im Stadtbild fotografierten New Yorker Bettler (1974). Im Unterschied zu den künstlerischen Techniken des Holzschnitts, der Radierung oder Lithografie wählt Polke mit Offset und Siebdruck in der Gebrauchsgrafik übliche Drucktechniken, die sehr viel höhere Auflagen erlauben. Vor diesem Hintergrund überrascht es besonders, dass er 1972 für eine Reihe von Schuldrucken des Landes Nordrhein-Westfalen einen Siebdruck aufwendig mit Blindprägung und Stanzung versehen ließ und die einzelnen Exemplare der Auflage durch die individuelle Überarbeitung mit Glitzerfarben zu Unikaten aufwertete.
In Zusammenarbeit mit der „Griffelkunst-Vereinigung Hamburg“ entstehen 1973 mehrere Editionen, für die Polke als Druckträger hochwertige Buchbinderpapiere wählt, die sich durch mitunter haptische Oberflächenstrukturen auszeichnen. Im Druck werden die Papiere mit Bild- und Textebenen kombiniert. Die aufwendig umgesetzten Resultate dieser überblendeten Schichten verunsichern den Betrachter und lassen ihn bei allen vielversprechend erscheinenden Verweisen letztlich doch im Ungewissen. Polkes kalkulierter Umgang mit Bildern und Textzitaten aus der Physik, Biologie, aber auch Mythologie mündet in ein kreatives Spiel, das in subjektiven Bahnen um Wissenschaft und Mysterium kreist.
Die Frage nach der Inspiration alles künstlerischen Tuns beantwortet Polke mit der Äußerung „… Höhere Wesen befehlen“. Es ist eine selbstironische Entgegnung, unter deren Titel 1968 in der Edition René Block 14 Offsetdrucke in einer Auflage von nur 50 Exemplaren erscheinen. Später, in der Fotomontage seiner Druckgrafik Mu nieltnam netorruprup (1975), deren szenisches Geschehen ein riesiger Fliegenpilz beherrscht, thematisiert Polke auch die Qualität bewusstseinsverändernder Substanzen. Den Abschluss der Schau bildet Polkes Großer Kopf von 1979, ein 1989 durch den Städelschen Museums-Verein für die Graphische Sammlung erworbenes Werk. Es ist eine komplexe, auf Papier ausgeführte Arbeit, in der unterschiedliche Motive und bildnerische Techniken wie Zeichnung, Schablonendruck und Scherenschnitt miteinander verschränkt sind. Bei aller Nähe dieser vielschichtigen Gestaltung unterstreicht Großer Kopf die von Sigmar Polke mit Bedacht berücksichtigten eigenständigen Qualitäten von Zeichnung, Malerei und Druckgrafik.
Die Präsentation in der Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung gibt einen umfassenden Überblick in das druckgrafische Frühwerk von Sigmar Polke. Dank der Sammlung Deutsche Bank im Städel Museum kann diese Auswahl vollständig aus dem eigenen Bestand des Städel getroffen werden. 28 Blätter stammen aus dem Konvolut von insgesamt 600 Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank die 2008 an das Städel übergeben wurden.
SIGMAR POLKE. FRÜHE DRUCKGRAFIK
Kuratorin: Dr. Jutta Schütt, Leiterin Graphische Sammlung ab 1750
Ausstellungsdauer: 2. März bis 22. Mai 2016
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 1. März 2016, 11.00 Uhr
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Do 19.00 Uhr, So 14.00 Uhr
Sonderführungen auf Anfrage unter: +49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de.
Weitere Programmangebote unter www.staedelmuseum.de
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten: 25., 27., 28.3. 10.00–18.00 Uhr; 1.5., 5.5., 15.5., 16.5., 17.5. 10.00–18.00 Uhr; 26.5. 10.00–18.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf unter: tickets.staedelmuseum.de
Öffnungszeiten Studiensaal, Graphische Sammlung: Mi, Fr 14.00–17.00 Uhr; Do 14.00–19.00 Uhr
Veranstaltungsprogramm März 2016
Labeltexte "Sigmar Polke. Frühe Druckgrafik"
Wandtexte "Sigmar Polke. Frühe Druckgrafik"
Ab dem 24. Februar 2016 zeigt das Städel Museum die groß angelegte Sonderausstellung „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“. Anhand von rund 120 bedeutenden Leihgaben wird dem Publikum erstmals in Deutschland ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt: der Florentiner Manierismus. Zu sehen sind Werke u. a. von Jacopo Pontormo, Agnolo Bronzino, Andrea del Sarto, Rosso Fiorentino und Giorgio Vasari. Insgesamt 50 Gemälde sowie 81 Zeichnungen, Skulpturen und Exponate weiterer Gattungen bieten eine außerhalb von Florenz noch nie dagewesene Übersicht zu einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Vasari mit dem schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Die Ausstellung widmet sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso bis hin zu den 1568 in der zweiten Auflage veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten Giorgio Vasaris. Ausgangspunkt ist ein Hauptwerk der Städelschen Sammlung, Bronzinos berühmtes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) (um 1533), das zu den kostbarsten Stücken im Besitz des Hauses zählt. Besondere Unterstützung mit außerordentlichen Konvoluten von Leihgaben erfährt die Ausstellung durch die Florentiner Museen, insbesondere die Uffizien, die Galleria dell’Accademia und die Galleria Palatina. Weitere zentrale Leihgaben kommen u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der National Gallery of Art in Washington, dem Louvre in Paris, dem Prado und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Szépművészeti Múzeum in Budapest sowie aus der Brera in Mailand.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
„Das Städel startet mit einem wahren Ausstellungshighlight in das Jahr 2016. Für ‚Maniera‘ ist es uns gelungen, eine ganz besonders hochkarätige Werkauswahl in Frankfurt zu versammeln. So können die Besucher im Städel den italienischen Manierismus und seinen kreativen Eigensinn in all seiner medialen Vielfalt erleben. Zu entdecken sind Meisterwerke von Pontormo, Sarto, Bronzino und vielen weiteren Künstlern“, so Max Hollein, Direktor des Städel Museums.
Mit Leonardo, Michelangelo und Raffael gilt die Epoche der Hochrenaissance zu Beginn des 16. Jahrhunderts als ein Höhepunkt der Kunstentwicklung in Italien. Die Ausstellung im Städel Museum führt nun in insgesamt acht Kapiteln mit verschiedenen zeitlichen und thematischen Schwerpunkten eindrücklich vor Augen, dass einige besonders herausragende künstlerische Leistungen erst durch die beiden auf die Hochrenaissance folgenden Künstlergenerationen erbracht wurden. „Die Kunst des Manierismus in Florenz hat viele Facetten: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. Raffinierte Eleganz und kreativer Eigensinn zeichnen die Malerei der ‚maniera‘ als eines der faszinierendsten Phänomene der Kunst Italiens aus“, sagt Bastian Eclercy, Kurator der Ausstellung.
Aufbauend auf den Florentiner Ausstellungen „L’officina della maniera“ (1996/97), „Bronzino. Pittore e poeta alla corte dei Medici“ (2010/11) und „Pontormo e Rosso Fiorentino. Divergenti vie della maniera“ (2014) präsentiert die Sonderausstellung im Städel Museum eine Gesamtschau der Malerei des Manierismus in Florenz im Kontext weiterer Kunstgattungen und der Stadtgeschichte. Zeitlich und topografisch knüpft die Schau damit an die erfolgreiche Städel Ausstellung „Botticelli. Bildnis, Mythos, Andacht“ von 2009/10 an.
Rundgang durch die Ausstellung
Die Präsentation erstreckt sich über beide Etagen des Ausstellungshauses. Zu Beginn widmet sich die Ausstellung „Maniera“ mit Pontormo und Rosso Fiorentino den prominentesten Vertretern der jungen Florentiner Malergeneration. Anhand verschiedener Varianten des florentinischen Bildthemas der „Madonna mit Kind und dem Johannesknaben“ wird deutlich, dass Pontormo und Rosso sich von den künstlerischen Idealen der Hochrenaissance – hier repräsentiert durch Raffael – zunehmend abwenden und dabei bewusst mit den damals geltenden Gestaltungsregeln spielen. Mit dem Bildnis eines Goldschmiedes (um 1518, Musée du Louvre, Paris) erweist sich Pontormo zudem als innovativer Porträtist seiner Zeit. Pontormos Zeichnungen jener Phase sind von einer kaum zu überbietenden Dynamik geprägt. Besonders deutlich wird dies etwa an dem Werk Drei männliche Aktstudien (um 1517, Musée des Beaux-Arts, Lille).
Zwischen 1519 und 1525 findet Rosso z. B. in Heilige Familie mit dem Johannesknaben (um 1521, Walters Art Museum, Baltimore) zu neuen, expressiven künstlerischen Ausdrucksmitteln, wie der folgende Abschnitt der Ausstellung verdeutlicht. Pontormo entwickelt zeitgleich vor allem durch die Beschäftigung mit nordalpiner Kunst seine ganz eigene künstlerische Handschrift und übersetzt Druckgrafiken Albrecht Dürers und Lucas van Leydens in eine Mischform aus florentinischem und deutschem Stil. Hierfür steht beispielhaft seine berühmte Anbetung der Könige (um 1519–23, Galleria Palatina, Florenz), die für die Frankfurter Ausstellung erstmals aus Florenz entliehen wurde.
Wie das nächste Kapitel der Schau veranschaulicht, steht die Kunst- und Stadtgeschichte von Florenz in jenen Jahren in engem Zusammenhang mit den Ereignissen, die sich in der päpstlichen Metropole Rom zutragen. Unter dem Medici-Papst Clemens VII. versammeln sich viele junge Talente in der Stadt, darunter Rosso Fiorentino, Parmigianino, Polidoro da Caravaggio und Perino del Vaga. Mit der Plünderung Roms durch die Söldnertruppen Karls V. (Sacco di Roma) findet diese fruchtbare Konstellation 1527 ein Ende. Rosso trifft 1524 in Rom ein und schafft dort Fresken und Tafelbilder, verlagert seine Produktion jedoch bald auf das Gebiet der Druckgrafik, darunter etwa die hier gezeigte Serie der Götter in Nischen (1526) aus der Graphischen Sammlung des Städel Museums. Die Plünderung Roms ist auch für Florenz folgenreich. So vertreibt die Fraktion der Medici-Gegner die Familie aus der Stadt und ruft die Republik aus. Doch im Herbst 1529 beginnt die Belagerung der Stadt durch kaiserliche Truppen, denen sich die Republik Florenz 1530 ergeben muss. Diese Zeit politischer wie auch gesellschaftlicher Umwälzungen ist eine der kreativsten und produktivsten Perioden der Florentiner Malerei. Beispielhaft dafür stehen in der Ausstellung Hauptwerke dieser Phase, etwa Andrea del Sartos Opferung Isaaks (um 1529/30, Museo del Prado, Madrid) oder Bronzinos Heiliger Sebastian (um 1528/29, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid). Die stadtgeschichtlichen Ereignisse der Zeit spiegeln sich auch in den vier verschiedenen Versionen des Motivs Martyrium der Zehntausend (um 1522–30) von Pontormo, Bronzino und Perino del Vaga wider, welche in der Ausstellung erstmals an einem Ort zusammengeführt werden.
Das folgende Kapitel widmet sich dem Aufstieg Bronzinos zum führenden Porträtmaler in Florenz unter dem ersten Herzog Alessandro de’ Medici. Im Mittelpunkt steht dabei Bronzinos fulminantes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) im Städel (um 1533), ein Schlüsselwerk der Florentiner Porträtmalerei. Der Entstehung dieses neuen Bildtypus des monumentalen, repräsentativen Damenbildnisses geht die Ausstellung erstmals nach und versammelt um das Bildnis einer Dame in Rot eine Reihe eng verwandter Frauenporträts.
Der Auftakt der zweiten Ausstellungsetage widmet sich dem sogenannten „Paragone“ – dem Rangstreit zwischen den Gattungen Malerei und Skulptur, der in den 1540er-Jahren in der Florentiner Kunstszene diskutiert wurde. Pontormos monumentales Gemälde Venus und Amor (um 1533, Galleria dell’Accademia, Florenz), das ebenfalls erstmals außerhalb von Florenz gezeigt werden kann, führt der Künstler nach dem Entwurf Michelangelos aus. Die skulpturale Anmutung der Körperdarstellung wird hier regelrecht zum künstlerischen Argument in der Paragone-Debatte. Auch die Architektur des Florentiner Manierismus wetteifert mit der Bildhauerei: So nimmt die Treppe in Michelangelos Treppenhaus der Biblioteca Laurenziana (1524–59) skulpturale Formen an. Ein für die Ausstellung angefertigtes monumentales Modell im Maßstab von ca. 1:3 vermittelt einen Eindruck von der spielerischen Eleganz dieses Bauwerks.
Im Jahr 1539 wird Bronzino Hofmaler des neuen Herzogs Cosimo I. de’ Medici; dies wird im zweiten Raum dieses Ausstellungsteils thematisiert. Er porträtiert den Herzog, dessen Gemahlin Eleonora di Toledo und ihre Kinder in einer ganzen Bilderserie. Bronzino prägt in jener Zeit maßgeblich die Gattung des höfischen Kinderbildnisses, wie das Bildnis des Garzia de’ Medici (um 1550, Museo del Prado, Madrid) veranschaulicht. Daneben setzt er mit der Freskenausstattung von Eleonoras Privatkapelle im Palazzo Vecchio sowie mit religiösen Tafelbildern neue Maßstäbe für die Hofkunst in Florenz. 1546 lässt Cosimo I. eine Manufaktur für Tapisserien einrichten und beauftragt Bronzino mit dem Entwurf monumentaler Bildteppiche, die sich in Form von komplexen Allegorien der Herrschaft des Herzogs widmen. Gezeigt werden die erste dieser Tapisserien, die sogenannte Dovizia (1545, Galleria del Costume, Florenz), und mehrere Entwurfszeichnungen.
Abschließend widmet sich die Ausstellung dem vornehmlich als Kunstschriftsteller und Architekten bekannten Giorgio Vasari, den sie als bedeutenden Maler und Zeichner vorstellt. Ab 1555/56 führt Vasari als Hofmaler zahlreiche Freskendekorationen im Palazzo Vecchio aus, die er in Zeichnungen eingehend vorbereitet. In dieser Phase entstehen auch einige seiner eindrucksvollsten Tafelbilder wie die Toilette der Venus (um 1558, Staatsgalerie Stuttgart). Sein schriftstellerisches Hauptwerk ist die zweite Auflage seiner Künstlerviten von 1568, die erste umfassende Geschichte der italienischen Kunst von Giotto bis zu Vasari selbst. Neben den Lebensbeschreibungen verschiedener Florentiner Manieristen beinhalten die Viten auch die früheste theoretische Reflexion über die Kunst der „maniera“. Im Schlusskapitel der Ausstellung wird zudem Pontormos Tagebuch aus der Nationalbibliothek in Florenz präsentiert, das als eines der frühesten erhaltenen Künstlertagebücher einen authentischen Einblick in Werkprozess und Lebensalltag des Florentiner Malers gewährt.
Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici
Kurator: Dr. Bastian Eclercy, Sammlungsleiter italienische, französische und spanische Malerei vor 1800, Städel Museum.
Ausstellungsdauer: 24. Februar bis 5. Juni 2016.
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 23. Februar 2016, 11.00 Uhr.
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111.
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de.
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr.
Sonderöffnungszeiten: 25., 27., 28.3. 10.00–18.00 Uhr, 1.5., 5.5., 15.5., 16.5., 17.5. 10.00–18.00 Uhr, 26.5. 10.00–18.00 Uhr.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Kombipreis Eintritt + Führung 16 Euro (nur online buchbar); Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Early-Bird-Ticket: Die ersten 1.000 Online-Tickets sind zum Vorzugspreis von 10 Euro statt regulär 14 Euro buchbar unter tickets.staedelmuseum.de.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de.
Rahmenprogramm:
Begleitend zur Ausstellung findet ein umfassendes Rahmenprogramm statt. Höhepunkte sind unter anderem:
Standpunkte zur Kunst:
Do. 10.3., 19.00 Uhr: Prof. Dr. Johannes Myssok (Düsseldorf), „Der Manierismus – Triumph der Malerei? Skulptur in Florenz 1500-1600“. Der Vortrag führt grundlegend in die Skulptur des Florentiner Manierismus ein und erweitert damit den Rahmen der Ausstellung, in der vor allem der Wettstreit zwischen Bildhauerei und Malerei thematisiert wird;
Do. 14.4., 19.00 Uhr: Prof. Dr. Gerd Blum (Münster), „Giorgio Vasari – Erfinder der Renaissance“. Ausgehend von seiner 2011 erschienenen Vasari-Biografie stellt Blum Giorgio Vasari als Künstler und Kunsttheoretiker vor, der die allgemeine Vorstellung von einer „Renaissance“ der Kunst maßgeblich geprägt hat.
Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Bastian Eclercy herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Hans Aurenhammer, Nicholas Scott Baker, Katharina Bedenbender, Anne Bloemacher, Gerd Blum, Ralf Bormann, Matteo Burioni, Heiko Damm, Bastian Eclercy, Chris Fischer, David Franklin, Dennis Geronimus, Sefy Hendler, Theresa Holler, Heidi J. Hornik, Fabian Jonietz, Adela Kutschke, Johannes Myssok, Susanne Pollack, Susanne Thürigen und Linda Wolk-Simon. Deutsche und englische Ausgabe, 304 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Es erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 40 Seiten, 7,50 Euro.
Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer. Es ist ab Mitte Februar 2016 abrufbar unter maniera.staedelmuseum.de.
Städel App: Die Städel App wird gefördert von der FAZIT-STIFTUNG. Die App ist für Android- und iOS-Smartphones optimiert und bietet mit Beginn der Ausstellung die Audiotour für 0,99 Euro zum Download auf das Smartphone.
Audiotour: Die Audiotour wird von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, gesprochen. Deutsch und Englisch, 4 Euro, zwei Audioguides für 7 Euro. Eine Audiotour auf Deutsch speziell für Kinder ist kostenfrei erhältlich.
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #maniera und #staedel.
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 18.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr, So 11.00 Uhr sowie Fr. 25.3., Mo 28.3., Do 5.5., Mo 16.5., Do 26.5. 16.00 Uhr. Tickets für die Überblicksführungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn (So ab 10.00 Uhr) an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis für 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing und die Frankfurter Sparkasse; Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH.
Medienpartner: Süddeutsche Zeitung; Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn AG
Kulturpartner: hr2-kultur
Veranstaltungsprogramm Februar 2016
In seinem 2015 gefeierten Jubiläumsjahr verzeichnet das Städel Museum mit 651.036 Besuchern die größte Publikumsresonanz in der 200-jährigen Geschichte von Deutschlands ältester bürgerlicher Museumsstiftung. Damit gehört das Städel eindeutig zu den bestbesuchten Kunstmuseen in Deutschland. Mit zusätzlich 273.763 Besuchern in der Schirn Kunsthalle Frankfurt und 56.933 Besuchern in der Liebieghaus Skulpturensammlung verbuchten die drei von Max Hollein geleiteten Frankfurter Kulturinstitutionen 2015 insgesamt 981.732 Besuche.
Das Städel Museum begeisterte in seinem Jubiläumsjahr Gäste aus dem In- und Ausland mit groß angelegten Sonderausstellungen wie „Monet und die Geburt des Impressionismus“, einer Schau zur deutschen Malerei der 1980er-Jahre, „Dialog der Meisterwerke“ (noch bis 24. Januar 2016) sowie Ausstellungen zu Jean-Jacques de Boissieu und William Hogarth. Das bislang besucherstärkste Ausstellungsjahr in der Geschichte des Städel war 2012 (447.395 Besucher), gefolgt von den Jahren 2014 (423.704) und 2013 (402.007). Die ungebrochene Relevanz des Städel Museums zeigte sich ebenfalls anhand des stark frequentierten Vermittlungsprogramms: Über 1.200 öffentliche Führungen für alle Altersgruppen, mehr als 850 Workshops, zwei international besetzte Symposien sowie zahlreiche Veranstaltungen – von Vorträgen, dem Sommerkino und dem Club Monet über das Bürgerfest bis zu einem großen Social-Media-Event – konnten erfolgreich umgesetzt werden. Doch nicht nur innerhalb des physischen Museumsgebäudes, sondern auch weit darüber hinaus ist es dem Städel Museum mit seiner groß angelegten Digitalen Erweiterung gelungen, zahlreiche Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern und den Bildungsauftrag der 1815 gegründeten Stiftung mit einem völlig neuen Radius einzulösen. Die neu entwickelten Kommunikations- und Vermittlungsangebote wurden 2015 mit zehn Fachpreisen ausgezeichnet – vom Grimme Online Award für die Digitorials bis zur Auszeichnung als bestes Programm des Jahres für das Städel-Game Imagoras.
Max Hollein, Direktor des Städel Museums, zeigt sich über die Ereignisse im Jubiläumsjahr hoch erfreut: „Das ist ein außergewöhnlicher Erfolg in einem außergewöhnlichen Jahr. Obwohl die Reputation einer Kulturinstitution auf vielen unterschiedlichen Faktoren beruht, spiegeln die diesjährigen Besucherzahlen – im Museum und im digitalen Raum – die außerordentliche Lebendigkeit und die ungebrochene Relevanz des Museums wider. 200 Jahre nach der Museumsgründung konnten wir den Wirkungskreis des Hauses auf ein ganz neues Niveau heben.“
Prof. Dr. h. c. mult. Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städelschen Kunstinstituts, ist von der vielfältigen Resonanz begeistert: „Das Städel Museum präsentiert sich als bedeutendes Zentrum kunstwissenschaftlicher Forschung, die zielgruppenspezifisch vermittelt wird und den Stiftungsgedanken von Johann Friedrich Städel auf besondere Weise mit Leben erfüllt. Das Museum hat sich einmal mehr als identitätsstiftendes Zentrum für viele unterschiedliche Gruppen der Gesellschaft erwiesen und konnte in seinem Jubiläumsjahr auf beachtliche Weise verdeutlichen, wie die ursprüngliche Idee der Bürgerstiftung traditionsbewusst wie zeitgemäß fortgeschrieben werden kann.“
Erfolg für digitale Kommunikations- und Vermittlungsinitiativen
Auch im Netz feierte das Städel Museum im Jahr 2015 Rekorde. Vor allem gelang es, den Bildungsauftrag des Hauses auf innovative Weise digital zu erweitern und immer wieder neue Zielgruppen für die Beschäftigung mit Kunst und Kultur zu begeistern. So verzeichneten die für drei Sonderausstellungen konzipierten Digitorials, die multimedial in Ausstellungsinhalte einführen, allein im vergangenen Jahr insgesamt über 288.000 Seitenaufrufe. Die 2015 entwickelte Städel App wurde bereits über 33.000 Mal heruntergeladen. Das Appgame für Kinder Imagoras – Die Rückkehr der Bilder überzeugt seit seinem Release nicht nur mit konstant hohen Nutzerzahlen in der Zielgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen, sondern lässt die Spielfans auch in die Kunstwelten des Museums eintauchen. Die als Beta-Version veröffentlichte Städel Digitale Sammlung versammelt bereits mehr als 900 Werke und bietet einen neuartigen Zugang zu den Beständen. Derzeit arbeitet das Städel Museum gemeinsam mit der Leuphana Universität Lüneburg an einem neuartigen multimedialen Onlinekurs zur Kunst von 1750 bis in die Gegenwart („Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“), der im Frühjahr 2016 online gehen soll. Auch die Auftritte des Museums in den sozialen Netzwerken erfuhren im Jubiläumsjahr enormen Zuspruch. So wuchs im Vergleich zum vergangenen Jahr der jüngste Kanal im Social-Media-Bereich des Städel – der Instagram-Account – von 993 auf 5.120 Follower, während die Zahl der Fans des Facebook-Kanals um 63 Prozent auf nunmehr 40.427 Fans zunahm. 12.723 User folgen dem Museum auf Twitter. Derzeit arbeitet das Museum u.a. an einem neuen Format für Periscope.
Ausblick 2016
Auch in diesem Jahr erwarten die Besucher der drei Frankfurter Kulturinstitutionen zahlreiche Höhepunkte. Als nächste Sonderausstellung zeigt das Städel Museum ab 24. Februar mit „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“ herausragende Maler des Florentiner Manierismus wie Andrea del Sarto, Pontormo, Rosso und Bronzino. Zu weiteren Glanzpunkten im Ausstellungsreigen zählen im Städel unter anderem eine große Georg-Baselitz-Einzelausstellung sowie eine Sonderausstellung zum Kampf der Geschlechter.
Die vollständigen Jahresprogramme können online eingesehen werden:
Zum Städel-Newsroom
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Liebieghaus-Pressebereich
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,
Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111.
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de.
Das Städel Museum startet mit einer hochkarätigen Sonderausstellung ins kommende Ausstellungsjahr. Ab dem 24. Februar 2016 zeigt das Frankfurter Museum „Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici“. Anhand von rund 120 bedeutenden Leihgaben wird dem Publikum erstmals in Deutschland ein zentrales Kapitel der italienischen Kunstgeschichte in seiner ganzen Bandbreite vorgestellt: der Florentiner Manierismus. Zu sehen sind Werke u. a. von Jacopo Pontormo, Agnolo Bronzino, Andrea del Sarto, Rosso Fiorentino und Giorgio Vasari. Zeitlich und topografisch knüpft die Schau an die erfolgreiche Städel Ausstellung „Botticelli. Bildnis, Mythos, Andacht“ von 2009/10 an. Der Vorverkauf zur Ausstellung hat bereits begonnen. Zeitlich flexibel einlösbare „Early-Bird“-Tickets sind ab sofort zum Vorzugspreis von 10 Euro online buchbar.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
Die groß angelegte Sonderausstellung widmet sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso bis hin zu den 1568 in der zweiten Auflage veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten Giorgio Vasaris. Allein über 50 Gemälde, aber auch über 50 Zeichnungen und 8 Skulpturen bieten eine außerhalb von Florenz noch nie dagewesene Übersicht zu einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Vasari mit dem schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Ausgangspunkt der Schau ist ein Hauptwerk der Städelschen Sammlung, Bronzinos berühmtes Bildnis einer Dame in Rot (Francesca Salviati?) (um 1533), das zu den kostbarsten Stücken im Besitz des Hauses zählt. Besondere Unterstützung mit außerordentlichen Konvoluten von Leihgaben erfährt die Ausstellung durch die Florentiner Museen, insbesondere die Uffizien, die Galleria dell’Accademia und die Galleria Palatina. Weitere zentrale Leihgaben kommen u. a. aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, der National Gallery of Art in Washington, dem Louvre in Paris, dem Prado und dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Staatsgalerie Stuttgart, dem Szépművészeti Múzeum in Budapest sowie aus der Brera in Mailand.
Mit Leonardo, Michelangelo und Raffael gilt die Epoche der Hochrenaissance zu Beginn des 16. Jahrhunderts als ein Höhepunkt der Kunstentwicklung in Italien. Die Ausstellung im Städel Museum führt nun in insgesamt acht Kapiteln mit verschiedenen zeitlichen und thematischen Schwerpunkten eindrücklich vor Augen, dass einige besonders herausragende künstlerische Leistungen erst durch die beiden auf die Hochrenaissance folgenden Künstlergenerationen erbracht wurden. Die Kunst des Manierismus hat viele Facetten: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. Raffinierte Eleganz und kreativer Eigensinn zeichnen die Malerei der „maniera“ als eines der faszinierendsten Phänomene der Kunst Italiens aus. Aufbauend auf den Florentiner Ausstellungen „L’officina della maniera“ (1996/97), „Bronzino. Pittore e poeta alla corte dei Medici“ (2010/11) und „Pontormo e Rosso Fiorentino. Divergenti vie della maniera“ (2014) präsentiert das Städel Museum mit dieser umfassenden Sonderausstellung eine Gesamtschau der Malerei des Manierismus in Florenz im Kontext weiterer Kunstgattungen und der Stadtgeschichte.
Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Bastian Eclercy herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Hans Aurenhammer, Nicholas Scott Baker, Katharina Bedenbender, Anne Bloemacher, Gerd Blum, Ralf Bormann, Matteo Burioni, Heiko Damm, Bastian Eclercy, Chris Fischer, David Franklin, Dennis Geronimus, Sefy Hendler, Theresa Holler, Heidi J. Hornik, Fabian Jonietz, Adela Kutschke, Johannes Myssok, Susanne Pollack, Susanne Thürigen und Linda Wolk-Simon. Deutsche und englische Ausgabe, 304 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
MANIERA. PONTORMO, BRONZINO UND DAS FLORENZ DER MEDICI
Kurator: Dr. Bastian Eclercy, Sammlungsleiter italienische, französische und spanische Malerei vor 1800, Städel Museum.
Ausstellungsdauer: 24. Februar bis 5. Juni 2016.
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 23. Februar 2016, 11.00 Uhr.
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main.
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de, Telefon +49(0)69-605098-0, Fax +49(0)69-605098-111.
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de.
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr.
Sonderöffnungszeiten: 25., 27., 28.3. 10.00–18.00 Uhr, 1.5. geschlossen, 5.5., 15.5., 16.5., 17.5. 10.00–18.00 Uhr, 26.5. 10.00–18.00 Uhr.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder bis zu 12 Jahren; Kombipreis Eintritt + Führung 16 Euro (nur online buchbar); Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Early-Bird-Ticket: Die ersten 1.000 Online-Tickets sind zum Vorzugspreis von 10 Euro statt regulär 14 Euro buchbar unter tickets.staedelmuseum.de.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de.
Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Prestel Verlag ein umfassender, von Bastian Eclercy herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Beiträgen von Hans Aurenhammer, Nicholas Scott Baker, Katharina Bedenbender, Anne Bloemacher, Gerd Blum, Ralf Bormann, Matteo Burioni, Heiko Damm, Bastian Eclercy, Chris Fischer, David Franklin, Dennis Geronimus, Sefy Hendler, Theresa Holler, Heidi J. Hornik, Fabian Jonietz, Adela Kutschke, Johannes Myssok, Susanne Pollack, Susanne Thürigen und Linda Wolk-Simon. Deutsche und englische Ausgabe, 304 Seiten, 39,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitheft: Es erscheint ein Begleitheft in deutscher Sprache, 40 Seiten, 7,50 Euro.
Digitorial: Das Digitorial wird ermöglicht durch die Aventis Foundation. Design und Programmierung: Scholz & Volkmer. Es ist ab Februar 2016 abrufbar unter maniera.staedelmuseum.de.
Städel App: Die Städel App wird gefördert von der FAZIT-STIFTUNG. Die App ist für Android- und iOS-Smartphones optimiert und bietet mit Beginn der Ausstellung die Audiotour zum Download auf das Smartphone.
Audiotour: Die Audiotour wird von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, gesprochen. Deutsch und Englisch, 4 Euro, zwei Audioguides für 7 Euro.
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #maniera und #staedel.
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Di 15.00 Uhr, Mi 13.00 Uhr, Do 18.00 Uhr, Fr 19.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr, So 11.00 Uhr sowie Fr. 25.3., Mo 28.3., Do 5.5., Mo 16.5., Do 26.5. 16.00 Uhr. Tickets für die Überblicksführungen sind für 4 Euro ab zwei Stunden vor Führungsbeginn (So ab 10.00 Uhr) an der Kasse erhältlich oder vorab zum Vorteilspreis für 16 Euro (Eintritt und Führung) online unter tickets.staedelmuseum.de bestellbar. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe, vertreten durch den Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die Deutsche Leasing und die Frankfurter Sparkasse; Kulturfonds Frankfurt RheinMain gGmbH.
Medienpartner: Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Mobilitätspartner: Deutsche Bahn AG
Kulturpartner: hr2-kultur
Mehr Zeit für Kunst in der Feiertagszeit bieten die Schirn Kunsthalle Frankfurt, das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung. Alle drei Häuser öffnen ihre Türen erstmals zusätzlich an zwei Montagen: am Montag, dem 28. Dezember 2015, und am Montag, dem 4. Januar 2016.
An Weihnachten und zwischen den Jahren erwarten die Besucher Ausstellungen wie „STURM-Frauen. Künstlerinnen der Avantgarde in Berlin 1910–1932, „Daniel Richter. Hello, I love you“ und „Heather Phillipson. EAT HERE“ in der Schirn, „Dialog der Meisterwerke. Hoher Besuch zum Jubiläum“ und „John Baldessari. The Städel Paintings“ im Städel oder „Gefährliche Liebschaften. Die Kunst des französischen Rokoko“ im Liebieghaus und versprechen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm.
Es gelten folgende Öffnungszeiten:
Schirn Kunsthalle Frankfurt:
Donnerstag, 24. Dezember 2015: geschlossen
Freitag, 25. Dezember 2015: 10.00–19.00 Uhr
Samstag, 26. Dezember 2015: 10.00–19.00 Uhr
Montag, 28. Dezember 2015: 10.00–19.00 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015: 10.00–17.00 Uhr
Freitag, 1. Januar 2016: 11.00–19.00 Uhr
Montag, 4. Januar 2016: 10.00–19.00 Uhr
Minischirn:
Donnerstag, 24. Dezember, bis Samstag, 26. Dezember 2015: geschlossen
Montag, 28. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015: geschlossen
Freitag, 1. Januar 2016: geschlossen
Montag, 4. Januar 2016: 10.00–18.00 Uhr
Reguläre Öffnungszeiten an allen anderen Tagen: Di–So 10.00-18.00 Uhr
Weitere Informationen unter: www.schirn.de
Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung:
Donnerstag, 24. Dezember 2015: geschlossen
Freitag, 25. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Samstag, 26. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Montag, 28. Dezember 2015: 10.00–18.00 Uhr
Donnerstag, 31. Dezember 2015 geschlossen
Freitag, 1. Januar 2016: 11.00–18.00 Uhr
Montag, 4. Januar 2016: 10.00–18.00 Uhr
Weitere Informationen unter: www.staedelmuseum.de und www.liebieghaus.de
Presse Schirn Kunsthalle Frankfurt
Pamela Rohde (Leitung Presse/PR), Timo Weissberg (Volontär).
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT, Römerberg, D-60311 Frankfurt,
Telefon: +49.69.29 98 82-148, Fax: +49.69.29 98 82-240, E-Mail: presse@schirn.de,
www.schirn.de (Texte, Bilder und Filme zum Download unter PRESSE), www.schirn-mag.de.
Presse Städel Museum/Liebieghaus Skulpturensammlung
Axel Braun (Leitung Presse/PR), Silke Janßen (stv. Leitung Presse/PR), Karoline Leibfried
(Pressereferentin), Jannikhe Möller (Pressereferentin), Paula Stuckatz (Volontärin).
Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, Telefon: +49 (0)69 60 50 98-212,
Fax: +49 (0)69 60 50 98-188, E-Mail: presse@staedelmuseum.de, www.staedelmuseum.de
(Texte, Bilder und Filme zum Download unter PRESSE).
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