Hier finden Sie alle unseren aktuellen Pressematerialien in der Übersicht. Nutzen Sie gern die Filter oder die Suchfunktion, um gezielt zu suchen.
(Frankfurt am Main, 22. Mai 2016) Mit einer feierlichen Veranstaltung im Frankfurter Römer wurde Max Hollein heute offiziell verabschiedet. Die Ehrung des langjährigen Direktors der Schirn Kunsthalle Frankfurt, des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung fand im Kaisersaal des Römers statt, im Beisein des Kulturdezernenten Prof. Dr. Felix Semmelroth, des Vorsitzenden der Administration des Städel Museums, Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, des Vorsitzenden der Schirn-Freunde, Christian Strenger, der Vorsitzenden des Städelschen Museums-Vereins, Sylvia von Metzler und von mehr als 350 weiteren Wegbegleitern und Freunden. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Max Hollein das Gemälde „Das rote Flugzeug“ (1932) von Franz Radziwill präsentiert, welches ihm zu Ehren und aus Dankbarkeit für seine Verdienste für die Sammlung des Städel erworben wurde. Bevor Max und Nina Hollein mit ihren drei Kindern von einem VW-Bus aus der Hippiezeit vor dem Römer abgeholt wurden, überraschte ein Mitarbeiterchor aus den drei Häusern den scheidenden Direktor mit einem persönlichen musikalischen Dankeschön.
Der Frankfurter Kulturdezernent, Prof. Dr. Felix Semmelroth, betonte: „Die Kultur spielt in unserer Stadt eine besondere Rolle. Sie ist das entscheidende Element für unser Zusammenleben. Max Hollein hat diesen Wert früh erkannt und sich mit Nachdruck und Verve immer für das kulturelle Leben in dieser Stadt eingesetzt. Er ist ein außergewöhnlicher Kultur-Botschafter und hat sich in hohem Maße um die Kulturstadt Frankfurt verdient gemacht. Mit fachlicher Kompetenz und Esprit hat Hollein unzählige Menschen für Kunst begeistert – und das nicht nur in Frankfurt mit seiner offenen Bürgergesellschaft, sondern auch im Ausland.“
Der Vorsitzende der Administration des Städel Museums, Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, sagte: „In seinen insgesamt über 15 Frankfurter Jahren ist es Max Hollein gelungen, alle drei Kunsthäuser zu den aufregendsten und erfolgreichsten ihrer Art zu machen. Es ist keineswegs übertrieben zu betonen, dass er wie kaum ein anderer die Art und Weise, wie man heutzutage eine Kulturinstitution leitet, bestimmt und verändert hat.“
Der Vorsitzende der Schirn Freunde, Christian Strenger betonte: „Max Hollein bringt Menschen durch und für die Kunst zusammen. Er hat beispielgebend gezeigt, wie Menschen zu motivieren sind, für die Kunst zu 'brennen'! Die inzwischen 1.900 Schirn Freunde sind dafür lebendiger Beweis.“
Sylvia von Metzler, die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins, erinnerte in ihrer sehr persönlichen Rede an Holleins Talent, viele Freunde für die drei Häuser zu gewinnen: „Du hast es geschafft, die internationale Kunstszene – von Julian Schnabel über Jeff Koons bis Yoko Ono, wichtige Galeristen, Sammler und Museumsdirektoren aus aller Welt – mit zahlreichen Frankfurter Kunstfreunden, Mäzenen und Unterstützern zusammenzubringen und damit einen lebendigen Ort des Austausches und der menschlichen Bereicherung entstehen zu lassen. Dafür gilt Dir unser aller Dank.“
Als Anerkennung und Dank für Holleins Verdienste hat das Städel Museum für die Sammlung der Kunst der Moderne Franz Radziwills „Das rote Flugzeug“ (1932) erworben. Der Künstler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit und war bislang nicht in der Städelschen Sammlung vertreten. Radziwill wuchs in der Nähe eines Flugplatzes in Bremen auf, was zu einer lebenslangen Faszination für die Luftfahrt führte. Obwohl Flugzeuge vielfach in seinem Œuvre wiederkehren, zeichnet sich dieses Hauptwerk Radziwills durch die Monumentalisierung der Maschine sowie eine äußerst detailgetreue Wiedergabe aus. Im Hinblick auf das Bildmotiv passt das Werk ausgezeichnet zur Flughafenstadt Frankfurt, in der Flugzeuge wie nirgends sonst in Deutschland ein fester Bestandteil städtischer Identität sind. Zugleich fügt sich das Werk nahtlos in eine Reihe von Gemälden von Volker Böhringer, Otto Dix, Karl Hubbuch, Lotte Laserstein und Josef Scharl aus der Städel-Sammlung ein. Da sich Max Hollein in seiner Zeit als Direktor am Städel durch signifikante Erwerbungen auch besonders für die Neue Sachlichkeit eingesetzt hat, bietet der Ankauf von Radziwills „Das rote Flugzeug“ eine einzigartige Möglichkeit, sein Engagement dauerhaft zu manifestieren. Insgesamt konnten die Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung unter Max Hollein um mehr als 2.800 Werke erweitert werden.
Max Hollein (*1969) studierte Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte in Wien. Während dieser Zeit war er unter anderem freier Mitarbeiter der Tageszeitung „Der Standard“. 1995 zog er nach New York, um am Solomon R. Guggenheim Museum zu arbeiten, wo er zuletzt als „Chief of Staff and Manager of European Relations“ tätig war. 2001 kam er als Direktor der Schirn Kunsthalle nach Frankfurt am Main. Von 2006 bis Mai 2016 war er in Personalunion auch Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Rasch gewann Max Hollein die Unterstützung von Privatleuten, Stiftungen und Unternehmen. Publikumserfolge wie „Edvard Munch. Der moderne Blick“ in der Schirn Kunsthalle, „Monet und die Geburt des Impressionismus“ im Städel, „Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulptur“ im Liebieghaus oder der Städel Erweiterungsbau, für den er 52 Millionen Euro akquirierte, prägten sein Schaffen an der Spitze der drei Häuser. Alle drei haben sich unter seiner Leitung signifikant weiterentwickelt und zählen heute zu den erfolgreichsten Kunstinstitutionen Europas. Auch konnten die Einrichtungen dank innovativer Online-Kommunikations- und Vermittlungsprogramme ihre Bekanntheit ausbauen und ihren Bildungsauftrag weit über die physischen Grenzen der Häuser hinaus wahrnehmen. Max Hollein ist Mitglied in zahlreichen Aufsichts- und Beratungsgremien internationaler Kulturinstitutionen, u. a. der Nationalgalerie in Prag, der Eremitage in St. Petersburg, des Palais de Tokyo in Paris, der Istanbul Modern oder der Neuen Galerie in New York. Hollein wird zum 1. Juni 2016 neuer Direktor der Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF), der größten öffentlichen Kunstinstitution in Nordkalifornien, deren Häuser mit 1,6 Millionen Besuchern 2014 die am vierthäufigsten besuchten Museen der USA waren.
PRESSEKONTAKT:
Axel Braun, Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, E-Mail: braun@staedelmuseum.de; Telefon: +49 (0)69 60 50 98-170, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188
Pamela Rohde, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, D-60311 Frankfurt, E-Mail: pamela.rohde@schirn.de; Telefon: +49 (0)69 29 98 82-148, Fax: +49 (0)69 29 98 82-240
Veranstaltungsprogramm Juni 2016
Vom 22. Juni bis zum 25. September 2016 widmet das Städel Museum der Kunst des Mittelalters eine konzentrierte Schau mit erlesenen Exponaten. In der Ausstellung „Schaufenster des Himmels“ wird eine der eindrucksvollsten Kirchenausstattungen zu erleben sein, die sich aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert erhalten hat: Der frühgotische Altenberger Altar und seine reiche Bildausstattung. In der Schau werden das Hochaltarretabel mitsamt seinem Schreinkasten, der zentralen Muttergottesfigur und den Flügelbildern mit Passions- und Mariendarstellungen sowie das aus dem ehemaligen Prämonstratenserinnen-Kloster Altenberg an der Lahn stammende Ensemble kostbarster Ausstattungsstücke rund um den Altar wieder zusammengeführt. Werke der Tafelmalerei und Skulptur sowie der Textil- und Goldschmiedekunst lassen ein komplexes Bezugssystem von Bildern lebendig werden und führen das Zusammenspiel verschiedener Medien in einer konkreten Altarraumausstattung des frühen 14. Jahrhunderts eindrücklich vor Augen. Die 37 Exponate können innerhalb der Ausstellung erstmals seit der Säkularisation des Klosters zu Beginn des 19. Jahrhunderts zusammen gezeigt werden. Im Zentrum der Ausstellung steht das wandelbare Flügelretabel des Hochaltars, das diesen ab etwa 1330 schmückte. Die Flügeltafeln des Altarzusammenhangs wurden 1925 für das Städel erworben und zählen nicht nur zu den frühesten, sondern zugleich zu den herausragendsten Werken der deutschen Tafelmalerei. Diese zentralen Werke des Städelschen Sammlungsbereichs Alte Meister können nun umfassend in ihrem historischen, künstlerischen und funktionalen Zusammenhang präsentiert werden. Die Schau basiert auf den Ergebnissen langjähriger Forschungsarbeiten und jüngster gemäldetechnischer Untersuchungen des Retabels zu Fragen der Betrachtungsweise von Bildern auf dem Hochaltar auch außerhalb der Gottesdienste.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung der Länder.
Die Bandbreite der zum Altenberger Retabel gehörigen Ausstattungsstücke, die in der Schau zu sehen sind, ist groß: Sie reicht von Reliquiaren, die ursprünglich im Inneren des Schreinkastens präsentiert wurden, über figürlich bestickte, mit Stifterinschriften versehene Altardecken von etwa 1330, Goldschmiedearbeiten und Altarkreuze des 13. Jahrhunderts bis hin zu figürlichen Glasmalereien des Chorachsenfensters aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die Überlieferung der zugehörigen Altardecken für ein Altarensemble dieser Zeit ist einmalig. Zeitgleich mit den Tafelbildern entstanden sie als gestickte Bilder von beeindruckender Größe und Qualität, die den Altartisch vor dem Retabel schmückten. Zwei dieser bestickten Leinendecken werden in der Ausstellung gezeigt. Auch das Chorscheitelfenster, das ehemals hinter dem Hochaltarretabel einen eigenständigen Bildzyklus darstellte, kann in mehreren originalen Fensterabschnitten, die unter anderem eigens aus dem Metropolitan Museum of Art in New York nach Frankfurt entliehen werden, und ergänzenden Aquarellkopien aus dem 19. Jahrhundert präsentiert werden.
Die unterschiedlichen Ausstattungsstücke der Klosterkirche beziehen sich funktional wie auch inhaltlich aufeinander. Die Darstellung einer auf einem Thron sitzenden, von den Heiligen Drei Königen verehrten Madonna mit Kind findet sich nicht nur prominent platziert auf den schon um 1300 entstandenen Glasmalereien im zentralen Chorfenster, sie ist auch als in reichen Farben gestaltete Skulptur im Zentrum des Retabels von 1330 sowie im Bildprogramm der gestickten Altardecken erkennbar.
„Die bewusste Wiederholung ein und desselben Motivs in unterschiedlichen Medien und an verschiedenen Orten verstärkte die zentrale Bedeutung, die der hier dargestellten Figur – der Gottesmutter als Hauptpatronin des Klosters Altenberg – beigemessen wurde“, so Jochen Sander, Kurator der Ausstellung. „Dabei funktionierte der Hochaltar mit seinen gestickten, gemalten und plastischen Bildern, vor allem aber mit seinen heilsvermittelnden Reliquien der Heiligen für den mittelalterlichen Betrachter buchstäblich als Schaufenster des Himmels.“
Die Wandelbarkeit des Altarretabels, dessen Flügel in sich faltbar waren und damit neben einer vollständigen Öffnung oder Schließung des Schreins zusätzlich dessen Teilöffnung ermöglichte, erlaubte verschiedene Inszenierungen der im Schrein ausgestellten zentralen Muttergottesfigur und der sie begleitenden Reliquiare. Durch die jeweilige Auswahl einer der ursprünglich drei zugehörigen Altardecken mit ihren gestickten Bildprogrammen konnte diese Inszenierung noch weiter variiert werden.
In einer 3D-Visualiserung können die Ausstellungsbesucher über ein Bedienfeld das Zusammenwirken dieser verschiedenen Objekte des Altarraums von verschiedenen simulierten Standorten im Kirchenraum aus erleben. Eine Audiostation gibt zusätzlich Aufschluss darüber, wie Altarflügel und Hochaltar zu verschiedenen Festtagen im Kirchenjahr inszeniert wurden.
Der Altar und die übrigen Exponate der Ausstellung befanden sich bis zur Säkularisierung im Kloster Altenberg und gingen 1803 in den Besitz der Fürsten von Solms-Braunfels über. Zahlreiche Stücke befinden sich deshalb noch heute im Schlossmuseum Braunfels. Wegen der herausragenden Qualität der Altenberger Kirchenausstattung bestand allerdings schon im 19. Jahrhundert großes Interesse an den Objekten, und so gelangten viele der Kunstwerke in bedeutende Sammlungen weltweit – von hochkarätigen Privatsammlungen über die Sammlungen der Stadt Frankfurt, der Wartburg-Stiftung in Eisenach sowie des Bayerischen Nationalmuseums in München bis hin zur Eremitage in Sankt Petersburg und dem Metropolitan Museum of Art in New York. In der Präsentation im Städel Museum werden diese Objekte nun wiedervereint und in ihrem ursprünglichen Kontext als Gesamtkunstwerk zu erleben sein.
Die Schau bietet zudem einen sehr persönlichen Blick auf eine der seit dem Mittelalter wohl beliebtesten Heiligen: Elisabeth von Thüringen. Sie hatte ihre jüngste Tochter Gertrud als Kleinkind der Obhut der Altenberger Klosterschwestern anvertraut. Gertrud übernahm mit 21 Jahren die Leitung des Klosters und bestimmte die Ausstattung der Klosterkirche entscheidend mit. Ein um 1270 entstandener Wandbehang veranschaulicht die Vita Elisabeths und ihres Gatten Landgraf Ludwig IV. Dieses Werk könnte vor der Errichtung des Retabels an hohen Festtagen hinter der Altarmensa präsentiert worden und damit der textile Vorläufer des Altarretabels gewesen sein. Die gestickte Bildvita und ein zweiter großer, ebenfalls unter Gertrud entstandener, mit Figuren bestickter Behang, der an Gedenktagen der Familie gezeigt wurde, ermöglichen – zusammen mit weiteren Stücken des Klosters wie dem Armreliquiar der hl. Elisabeth, ihrer Silberkanne und dem angeblichen Ringes ihres Mannes – einen Einblick in die Geschichte Elisabeths von Thüringen und ihrer Familie. Gleichzeitig wird über die sich in diesen Werken offenbarenden, weitreichenden Verbindungen der Landgrafentochter auch politische Geschichte auf internationaler und regionaler Ebene sichtbar.
Die im Rahmen der Sonderausstellung gezeigten textilen Bildwerke führen zusammen mit den hier erstmals präsentierten Ergebnissen jüngster gemäldetechnischer Untersuchungen des Retabels zu neuen Erkenntnissen und Perspektiven bezüglich der Zugänglichkeit und nahsichtigen Rezeption von Bildern am Hochaltar. Die aktuellen Forschungsergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Außenseiten des Altars ursprünglich ein Dekorationssystem mit weiteren Heiligendarstellungen und Inschriften aufwiesen, das sich nahtlos an die Flügelbemalung anschloss. Seiten und Rückwand waren demnach integraler Bestandteil der Retabelgestaltung und aus nächster Nähe zu betrachten. Die Altar-Rückseite ergänzte die Schauseite somit um eine zusätzliche Sinnebene und war offensichtlich auch für eine außerliturgische Nutzung, etwa zur privaten Andacht, konzipiert. Für die kunst- und kulturhistorisch höchst spannende Diskussion über die Funktion der Bilder am Hochaltar im Mittelalter werden mit diesen Entdeckungen völlig neue Grundlagen geschaffen. Die aktuellen Befunde werden im Ausstellungskatalog dokumentiert, weitere detaillierte Ergebnisse und Forschungsbeiträge zu diesen Themen präsentiert der zeitgleich zur Schau erscheinende Begleitband Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter, eine Publikation zum gleichnamigen Passavant-Kolloquium 2015 im Städel Museum, herausgegeben und eingeleitet von Jochen Sander, Stefanie Seeberg, Fabian Wolf und mit Texten zahlreicher internationaler Wissenschaftler. Die Ergebnisse der Röntgenfluoreszenz-Untersuchung werden zudem unter www.staedelmuseum.de/ausstellungen/altenberger-altar im Detail digital veröffentlicht und dort dauerhaft zugänglich sein.
SCHAUFENSTER DES HIMMELS. DER ALTENBERGER ALTAR UND SEINE BILDAUSSTATTUNG
Kurator: Prof. Dr. Jochen Sander, stv. Direktor und Sammlungsleiter holländische, flämische und deutsche Malerei vor 1800, Städel Museum
Ausstellungsdauer: 22. Juni bis 25. September 2016
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 21. Juni 2016, 11.00 Uhr
Information: www.staedelmuseum.de, info@staedelmuseum.de,Telefon +49(0)69-605098-200, Fax +49(0)69-605098-112
Besucherdienst: Telefon +49(0)69-605098-232, besucherdienst@staedelmuseum.de
Ort: Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr, Do + Fr 10.00–21.00 Uhr
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro; freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren; Gruppen ab 10 Personen: ermäßigter Eintrittspreis pro Person. Für Gruppen ist vorab eine Anmeldung unter Telefon +49(0)69-605098-200 oder info@staedelmuseum.de erforderlich.
Kartenvorverkauf: tickets.staedelmuseum.de
Überblicksführungen durch die Ausstellung: Fr 19.00 Uhr, So 11.00 Uhr. Die Teilnahmegebühr ist im Eintrittspreis enthalten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Katalog: Zur Ausstellung erscheint im Deutschen Kunstverlag ein umfassender, von Jochen Sander herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Max Hollein und Texten von Jochen Sander, Julia Schultz, Stefanie Seeberg, Christoph Krekel, Christiane Weber und Fabian Wolf. Zweisprachige Ausgabe auf Deutsch und Englisch, 186 Seiten, 24,90 Euro (Museumsausgabe).
Begleitpublikation: Als Begleitpublikation erscheint im Deutschen Kunstverlag der Tagungsband des Passavant-Kolloquiums vom 13. und 14. November 2015 unter dem Titel Aus der Nähe betrachtet. Bilder am Hochaltar und ihre Funktionen im Mittelalter, herausgegeben von Jochen Sander, Stefanie Seeberg und Fabian Wolf, mit Beiträgen von Angela Kappeler, Stephan Kemperdick, Peter Knüvener, Christian N. Opitz, Victor M. Schmidt, Johannes Tripps, Gerhard Weilandt, Matthias Weniger, Jörg Widmaier und Susanne Wittekind; durchgängig farbige Abbildungen, 192 Seiten, 19,90 Euro.
Social Media: Das Städel Museum kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #AltenbergerAltar und #Staedel.
Gefördert durch: Kulturstiftung der Länder
Medienpartner: Weltkunst
Veranstaltungsprogramm Mai 2016
(Frankfurt am Main, 23. März 2016) Nach über 15 Jahren in Frankfurt am Main beendet Max Hollein seine Arbeit an den von ihm geleiteten Kunstinstitutionen Städel Museum, Liebieghaus Skulpturensammlung und Schirn Kunsthalle Frankfurt. Hollein wird zum 1. Juni 2016 Direktor der Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF), der größten öffentlichen Kunstinstitution in Nordkalifornien und mit 1,6 Millionen Besuchern in 2014 am vierthäufigsten besuchten Museums der USA.
Der Vorsitzende der Administration des Städel Museum, Prof. Dr. Nikolaus Schweickart, kommentierte Holleins Entscheidung wie folgt: „Wir bedauern den bevorstehenden Weggang von Max Hollein außerordentlich. Städel und Liebieghaus verlieren damit einen seiner erfolgreichsten und visionärsten Direktoren, welcher beide Häuser nicht zuletzt durch eine inhaltliche und räumliche Erweiterung in völlig neue Dimensionen geführt hat und deren Bildungsauftrag massiv ausbauen konnte. Das Städel ist heute erfolgreich wie selten zuvor. Das ist insbesondere auch Max Holleins Verdienst. Dafür sind wir ihm unendlich dankbar und wünschen ihm für seine persönliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Für uns beginnt ab sofort die herausfordernde Suche nach einem geeigneten Nachfolger, dessen Verantwortungsbereich sich wieder auf die Leitung aller drei Häuser erstrecken soll.“
Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Schirn Kunsthalle Frankfurt, betont: „Die Entscheidung von Max Hollein verdient unseren Respekt, auch wenn wir diese sehr bedauern und sein Abschied einen großen Verlust für die deutsche Kulturlandschaft darstellt. In seiner unermüdlichen Tätigkeit hat Max Hollein die von ihm geführten Häuser – allen voran die Schirn – zu den profiliertesten, bekanntesten und spannendsten Kunstinstitutionen in Europa entwickelt und allen Bürgerinnen und Bürgern der Region unvergessliche Begegnungen mit Kunst und Kultur beschert. Dafür danken wir ihm sehr.“
„15 Jahre lang hat Max Hollein das Frankfurter Kulturleben maßgeblich mitbestimmt und wie kein Zweiter dazu beigetragen, Frankfurt als bedeutende Kulturstadt fest auf der internationalen Museumskarte zu verankern. Wir danken Max Hollein für seine überaus erfolgreiche Arbeit. Sowohl das Städel Museum, als auch die Schirn Kunsthalle Frankfurt und die Liebieghaus Skulpturensammlung stehen extrem erfolgreich da und demnach wurden hier die Weichen für eine positive Zukunft gestellt. Natürlich hätten wir solch einen versierten Museumsdirektor gerne noch länger behalten, aber nun wünschen wir ihm und seiner Familie für die neue Herausforderung in San Francisco alles Gute“, so der Frankfurter Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth.
Der 1969 in Wien geborene Hollein ist seit 2001 Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt sowie seit Januar 2006 Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Alle drei von ihm geleiteten Kulturinstitutionen haben sich unter seiner Leitung signifikant weiterentwickelt und zählen heute zu den erfolgreichsten Kunstinstitutionen Europas.
„Frankfurt nach über fünfzehn Jahren zu verlassen ist für mich und meine Familie eine schwere Entscheidung. Wir haben diese Stadt und deren Menschen sehr in unser Herz geschlossen. Im Grunde hätte es im Städel, in der Schirn und im Liebieghaus immer so weiter gehen können: Alle drei Häuser sind in allerbester Verfassung und können sehr positiv in die Zukunft blicken. Es war für mich eine riesige Freude für diese Institutionen und zusammen mit ihren herausragenden Mitarbeitern unzählige Projekte entwickeln und vorantreiben zu dürfen und dabei von einer schier unendlichen Welle der Unterstützung von so vielen getragen sowie von einer hervorragenden Kulturpolitik gestützt zu werden. Selbst wenn ich befürchte, so gut und schön kann es nirgendwo anders sein, war es doch an der Zeit, einen nächsten Schritt zu gehen und sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Die amerikanische Westküste im Allgemeinen und San Francisco im Besonderen bilden derzeit einen der interessantesten Kristallisationspunkte der kulturellen Vielfalt und der wirtschaftlichen Dynamik und die Fine Arts Museums of San Francisco stehen als großes enzyklopädisches Museum inmitten dieser beispiellosen Entwicklung, an der ich gerne aktiv teilnehmen möchte“, erläutert Max Hollein seine Entscheidung.
Die Fine Arts Museums of San Francisco
Mit ihren beiden Dependancen, dem California Palace of the Legion of Honor im Lincoln Park und dem M. H. de Young Memorial Museum im Golden Gate Park, sind die Fine Arts Museums of San Francisco (FAMSF) die größten öffentlichen Kunstinstitutionen der Stadt San Francisco und zählen zu den bedeutendsten Museen Kaliforniens. Die enzyklopädische Sammlung mit über 128.000 Kunstwerken erstreckt sich über sieben Abteilungen und Sammlungsbereiche mit Schwerpunkten in der amerikanischen und europäischen Kunst. Die FAMSF beschäftigen insgesamt 520 Mitarbeiter und zusätzlich rund 600 volunteers und besitzen einen der umfassendsten Freundeskreise der USA mit über 100.000 Mitgliedern.
PRESSEKONTAKT:
Axel Braun
Städel Museum, Dürerstraße 2, D-60596 Frankfurt, E-Mail: braun@staedelmuseum.de;
Telefon: +49 (0)69 60 50 98-170, Mobil +49 (0)171 5644061, Fax: +49 (0)69 60 50 98-188
Pamela Rohde
Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, D-60311 Frankfurt, E-Mail: pamela.rohde@schirn.de;
Telefon: +49.69.29 98 82-148, Fax: +49.69.29 98 82-240
Im Rahmen seiner groß angelegten digitalen Vermittlungsinitiative geht das Frankfurter Städel Museum den nächsten entscheidenden Schritt. In Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg, Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft und Centre for Digital Cultures, hat das Museum einen umfassenden kostenfreien Onlinekurs entwickelt. Im Verlauf des aufwändigen und groß angelegten Projekts entstand ein innovatives Vermittlungsformat, das neue Akzente im Bereich Bildung im Netz setzen soll. „Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“ führt von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Den kompletten Pressetext finden Sie hier als PDF zum Download.
Zeitstrahl im Onlinekurs
Aufgabe aus dem Onlinekurs
Im Rahmen seiner groß angelegten digitalen Vermittlungsinitiative geht das Frankfurter Städel Museum den nächsten entscheidenden Schritt. In Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg, Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft und Centre for Digital Cultures, hat das Museum einen umfassenden kostenfreien Onlinekurs entwickelt. Im Verlauf des aufwändigen und groß angelegten Projekts entstand ein innovatives Vermittlungsformat, das neue Akzente im Bereich Bildung im Netz setzen soll. „Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“ führt von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Basierend auf Werken der Städelschen Sammlung erwartet die Lernenden ein abwechslungsreiches Programm mit rund 40 Stunden Arbeitsmaterialien zur Kunstgeschichte. Neben einführenden und erklärenden Filmen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten finden Kursteilnehmer spielerische Lernformate, vertiefende Texte sowie einen umfangreichen Zeitstrahl zu historischen Ereignissen, Künstlern und Schlüsselwerken der modernen Kunst von 1750 bis heute. Durch den Kurs führt der renommierte Schauspieler Sebastian Blomberg, das Sound-Design gestaltete der Berliner Musiker Boys Noize. Das neue digitale Angebot richtet sich an alle, die auf abwechslungsreiche, zeitlich flexible Weise kunsthistorische und bildwissenschaftliche Kenntnisse erlangen wollen. Gleichermaßen Bildungs- und Weiterbildungsangebot ist der Onlinekurs für Teilnehmer ohne kunsthistorisches Fachwissen ebenso attraktiv wie für jene, die bereits Vorkenntnisse besitzen. Er eignet sich sowohl zum begleitenden Lernen neben Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf wie auch als unterhaltsamer und informativer Einblick in die Kunstgeschichte. Damit folgt dieses neue Angebot dem übergeordneten Anliegen des Städel, seinen Bildungsauftrag weit über die physischen Grenzen des Museums hinaus wahrzunehmen und unterschiedliche Zielgruppen zeitgemäß und innovativ für die Beschäftigung mit Kunst und Kultur zu begeistern. „Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“ ist ab 16. März 2016 kostenfrei über den Link onlinekurs.staedelmuseum.de zu erreichen.
Der Onlinekurs wird gefördert durch den Städelschen Museums-Verein e.V. mit Unterstützung der Christa Verhein-Stiftung.
Methodik und Aufbau des Kurses
Der Onlinekurs des Städel Museums bietet ein vielschichtiges Lernumfeld für das angeleitete Selbststudium. Dabei macht er sich die Vorteile des digitalen Raums, wie etwa die abwechslungsreiche Verknüpfung von Inhalten über unterschiedliche Medien, zu Nutze. Anhand von rund 250 ausgewählten Werken des Städel schafft das Kursprogramm eine wirkungsvolle Verbindung zwischen der Vermittlung kunst- und bildwissenschaftlicher Theorie in Form von Filmen, Texten, einem umfangreichen Zeitstrahl sowie interaktiv gestalteten Aufgaben, bei denen die Kursteilnehmer ihr erworbenes Wissen auf die Probe stellen können. Der Zugang zu den Werken erfolgt über Fragen und Problemstellungen, die vielfältige Perspektiven auf die jeweiligen Werke und Themenkomplexe eröffnen. Anstatt nüchtern und in chronologischer Abfolge kunsthistorisches Faktenwissen aufzubereiten, macht der Städel Onlinekurs Bezüge zwischen Künstlern und Werken über verschiedene Epochen hinweg deutlich. Er vermittelt bildwissenschaftliche Methoden, um Sichtbares zu verstehen und Verborgenes zu entdecken: Die Kursteilnehmer entwickeln ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Entstehungskontexte eines Werkes, sie erkennen, wie und warum sich Künstler und Künstlergruppen zusammengeschlossen haben oder aufeinander beziehen und auf welche Art und Weise unterschiedliche Institutionen mit Kunst umgehen. So befähigt das Programm die Lernenden letztlich zum selbstständigen und kritischen Umgang mit Kunst.
Der Städel Onlinekurs gliedert sich in fünf Module. Diese folgen keiner zeitlichen Chronologie, sondern setzen inhaltliche Schwerpunkte, die aufeinander aufbauen:
Zu Beginn jedes Moduls führt ein ca. fünfminütiger Film in den jeweiligen Themenabschnitt ein. Unterhaltsam moderiert werden diese Filme von Film- und Theaterschauspieler Sebastian Blomberg. Aufeinander aufbauende Filme zu einzelnen Werken und Themen sowie vertiefende Texte vermitteln relevante kunsthistorische und bildwissenschaftliche Kenntnisse, die unterstützend zur erfolgreichen Bearbeitung der gestellten Aufgaben herangezogen werden können. Der Zeitstrahl mit Informationen zu Werken, Künstlern, Stilen und Schulen sowie zu historischen und kulturellen Kontexten kann vom Kursteilnehmer jederzeit für Lösungswege herangezogen werden. Jedes Modul schließt mit einer Zusammenfassung ab, in der das erlernte Wissen noch einmal kritisch reflektiert wird. Die Teilnehmer können sich grundsätzlich im für sie angemessenen Tempo durch die fünf Module bewegen und haben während des Kurses immer wieder die Möglichkeit, sich tiefgreifender mit einem Thema zu beschäftigen oder aber zum nächsten Punkt überzugehen. Insgesamt beinhaltet der Kurs rund 40 Stunden multimedial aufgearbeitetes Wissen.
Zugangsvoraussetzungen
Interessierte müssen sich lediglich auf der Website des Städel Onlinekurses über onlinekurs.staedelmuseum.de anmelden und können sofort in den Kurs einsteigen. Das völlig kostenlose Angebot kann auf Computern und Tablets genutzt werden und ist für moderne Browser optimiert.
Kunstvermittlung und Bildung im digitalen Raum
Die Förderung von „Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“ durch den Städelschen Museums-Verein resultiert aus einem der Kernanliegen des 1899 gegründeten Freundeskreises: Neben Neuerwerbungen und dem damit verbundenen Sammlungsausbau des Museums engagiert sich der Verein wesentlich bei der Förderung von wissenschaftlicher Arbeit und Bildungsprojekten. Die Realisierung des ersten Onlinekurses des Städel unterstreicht die gemeinsamen Bestrebungen von Verein und Museum: Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung des Alltags ist es von zentraler Bedeutung, den Bildungsauftrag der Kulturinstitutionen in den digitalen Raum hinein zu erweitern und völlig kostenfreie Angebote zu bieten, die allen Zielgruppen offen stehen und neue Zugänge zu Kunst und Kultur liefern. Was das Frankfurter Museum im letzten Jahr anlässlich seines 200-jährigen Jubiläums und breit angelegt unter dem Schlagwort der Digitalen Erweiterung begonnen hat, führt es auch 2016 konsequent weiter. Mit „Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne“ leistet das Städel Museum zeitgemäße, innovative und nicht zuletzt unterhaltsame Vermittlungs- und Bildungsarbeit im Kunstbereich.
KUNSTGESCHICHTE ONLINE –
DER STÄDEL KURS ZUR MODERNE
URL: onlinekurs.staedelmuseum.de
Launch: 16. März 2016
Technische Voraussetzungen: Kunstgeschichte Online – der Städel Kurs zur Moderne kann auf Computern und Tablets genutzt werden und ist für die Ansicht in modernen Browsern optimiert.
Eine Produktion des Städel Museums in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg, Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft und Centre for Digital Cultures
Gesamtkonzeption: Dr. Chantal Eschenfelder (Städel Museum, Leitung Bildung und Vermittlung), Prof. Dr. Beate Söntgen (Leuphana Universität Lüneburg, Professorin für Kunstgeschichte), Herbert Schwarze (Dramaturg, Berlin)
Technische Konzeption, Gestaltung und Umsetzung: agenturfuerkrankemedien GmbH, Berlin
Förderer: Städelscher Museums-Verein e.V. mit Unterstützung der Christa Verhein-Stiftung
Zusätzliche Unterstützung von: maze pictures GmbH, München & Berlin
Digitorial im Onlinekurs
Presseverteiler abonnieren
und nichts mehr verpassen.
Aktuelle Presseinformationen und Pressebilder unserer Ausstellungen und Projekte direkt in Ihr Mail-Postfach.


