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Restaurierung der Flémaller Tafeln abgeschlossen 11.11.2025

Meisterwerke der niederländischen Renaissance wieder in der Dauerausstellung Alte Meister zu sehen: Robert Campin und Werkstatt, Flémaller Tafeln: Heilige Veronika, Stillende Gottesmutter, Gnadenstuhl, (ca. 1428–1430)

Das Städel Museum präsentiert nach sieben Jahren intensiver Forschungs- und Restaurierungsarbeit zwei Hauptwerke aus der Sammlung Alte Meister wieder in neuem Glanz. Zwischen 2019 und 2025 wurden die Gemälde Heilige Veronika und Stillende Muttergottes des sogenannten Meisters von Flémalle einer umfassenden kunsttechnologischen Erforschung sowie einer konservatorischen und restauratorischen Bearbeitung unterzogen. Im Fokus der Maßnahmen standen die langfristige Sicherung der empfindlichen Substanz sowie die Wiederherstellung der ursprünglichen ästhetischen Wirkung der Gemälde. Des Weiteren konnten wichtige neue Erkenntnisse für die kunsthistorische Forschung gewonnen werden. Beide Werke sind ab sofort gemeinsam mit der dritten Flémaller Tafel, dem Gnadenstuhl, wieder im Sammlungsbereich Alte Meister zu sehen.

Gefördert wurde das Projekt durch die Enthusiasten des Städelschen Museums-Vereins e.V.

Mit Hilfe modernster kunsttechnologischer Untersuchungsverfahren, darunter Röntgenaufnahmen, Infrarotreflektografie und Mikro Röntgenfluoreszenz-Analysen, konnte die Maltechnik der Meisterwerke präzise rekonstruiert und das Ausmaß späterer Eingriffe nachvollzogen werden. In mehrjähriger Arbeit wurden die Tafeln anschließend konserviert und spätere Eingriffe Schritt für Schritt zurückgenommen. Die fragile Malschicht wurde gefestigt und stark vergilbte Firnisschichten, nicht originale Übermalungen sowie frühere Retuschen behutsam entfernt. Fehlstellen in der Malschicht wurden geschlossen, rekonstruiert und die ursprüngliche künstlerische Intention wieder erfahrbar gemacht. So kommen die außergewöhnliche Detailgenauigkeit und die intensive Farbigkeit der Malerei wieder eindrucksvoll zur Geltung. Besonders sichtbar wird dies zum Beispiel in den kostbar gestalteten Brokathintergründen, im tief leuchtenden Blau und Rot der Gewänder, in der mit höchster Präzision ausgeführten Malerei der Pflanzen oder in den fein modellierten Gesichtszügen.

Im Werk „Heilige Veronika“ konnte der großflächig geschädigte Brokathintergrund, von dem nur etwa 30 Prozent der Originalsubstanz erhalten war, dank detaillierter Voruntersuchungen präzise rekonstruiert werden. Eine besondere Entdeckung war dabei der Nachweis der Verwendung einer sogenannten Lochpause – einer Technik, mit der das aufwendige Rapportmuster durch eine mit feinen Löchern versehene Vorlage und das Einreiben von Kohlestaub auf die Bildoberfläche übertragen wurde. Diese Erkenntnis erlaubt einen tieferen Einblick in die Arbeitsweise des Meisters von Flémalle. Beim Gemälde „Stillende Muttergottes“ stand die Bearbeitung der großflächigen Beschädigung von Lasuren in den dunkelblauen Farbpartien wie zum Beispiel dem Madonnenmantel im Vordergrund. Der teilweise zerstörte originale Faltenwurf des Mantels wurde bei der jüngsten Restaurierung freigelegt und behutsam retuschiert, und so für die Betrachter wieder lesbar gemacht.

Über die Werke
Die drei Tafeln zählen zu den bedeutendsten Werken der frühen niederländischen Malerei. Sie waren ursprünglich Teile eines großen Flügelaltars und wurden nach ihrem vermeintlichen Herkunftsort im belgischen Maastal zunächst einem „Meister von Flémalle“ genannten Künstler zugewiesen. Deutliche Unterschiede zwischen den drei Bildern schließen die Zuschreibung an eine einzige Künstlerhand jedoch aus. Heute gilt als sicher, dass die Tafeln in der Werkstatt des Malers Robert Campin in Tournai entstanden, in der um 1430 auch Rogier van der Weyden tätig war. Die genaue Zuschreibung ist jedoch bis heute umstritten.

Meister von Flémalle, Robert Campin und Werkstatt, „Flémaller Tafeln: Heilige Veronika; Stillende Gottesmutter; Gnadenstuhl“, ca. 1428 – 1430, Mischtechnik auf Eichenholz, 151,8 x 61 cm; 160,2 x 68,2 cm; 148,7 x 61 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Public Domain

Weitere Informationen zu den Flémaller Tafeln gibt es in der Digitalen Sammlung unter sammlung.staedelmuseum.de

Restauratoren: Stephan Knobloch, Leiter Kunsttechnologie und Restaurierung - Gemälde und moderne Skulpturen (Städel Museum), Linda Schmidt, Diplom-Restauratorin (Städel Museum)
Sammlungsleiter: Prof. Dr. Jochen Sander, Sammlungsleiter Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800
Gefördert durch: Enthusiasten des Städelschen Museums-Vereins e.V.

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Städel Museum startet das digitale Roederstein-Jughenn-Archiv 6.11.2025

Neues innovatives digitales Archiv macht Kunst- und Frauengeschichte für ein breites Publikum online erlebbar

Das Städel Museum macht mit dem digitalen Roederstein-Jughenn-Archiv ein einzigartiges Stück Kunst- und Frauengeschichte erstmals online zugänglich. Nutzer können vom eigenen Bildschirm aus in den Nachlass der Malerin Ottilie W. Roederstein (1859–1937) eintauchen, ihre Biografie erkunden und ihr weitreichendes Netzwerk von Freundinnen, Künstlerinnen und Akteurinnen der Frauenbewegung entdecken. Die digitale Anwendung ist ab dem 10. Oktober unter archiv.staedelmuseum.de abrufbar.

Nur selten sind Nachlässe von Künstlerinnen in diesem Umfang erhalten. Das außergewöhnliche Archivkonvolut wurde dem Städel Museum 2019 als großzügige Schenkung aus Privatbesitz übergeben. Es umfasst rund 1.000 Briefe, über 3.000 historische Fotografien und Werkreproduktionen sowie weitere Dokumente wie Ausstellungsbesprechungen oder Presseartikel. Für die Präsentation dieses einzigartigen Bestands wurde – angelehnt an die modulare Struktur der Digitalen Sammlung des Städel Museums – ein innovatives Online-Format entwickelt, in dessen Zentrum die dynamische Visualisierung des weitverzweigten Netzwerks der Künstlerin Ottilie Roederstein steht. Interaktive Such- und Filterfunktionen machen eine repräsentative Auswahl von über 1.000 Text- und Bilddokumenten aus dem Nachlass zugänglich. Sie ermöglichen es, das Material gezielt nach Themen, Orten oder Personen zu durchsuchen und die bewegenden Geschichten um Roederstein anhand der Archivalien nachzuvollziehen. Ergänzt wird das Angebot durch eine interaktive und bebilderte Chronologie ihres Lebens und Schaffens.

Ottilie Roederstein war zu Lebzeiten eine hoch angesehene Künstlerin, geriet jedoch nach ihrem Tod lange in Vergessenheit. Ihr Nachlass besitzt daher einen unschätzbaren Wert für die Kunst- und Frauengeschichte. Bisher teils unveröffentlichte und persönliche Quellen eröffnen Einblicke in ihren Lebensweg, ihre künstlerische Entwicklung und ihr dichtes Netzwerk. Sie laden zum Entdecken und Erkunden ein, bieten aber auch wertvolle Impulse für die weitere wissenschaftliche Forschung. Das Roederstein-Jughenn-Archiv baut auf der langjährigen Erfahrung mit der Digitalen Sammlung auf. Der Einzelarchivbestand Roederstein-Jughenn ist Teil des historischen Archivs des Städel Museums, das über 150 Jahre Museums- und Sammlungsgeschichte vereinigt.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums: „In den Ausstellungen zur Malerin Ottilie W. Roederstein und den Städel Frauen konnten bereits mehr als 180.000 Besucherinnen und Besucher bedeutende Künstlerinnen der Jahrhundertwende und ihren Einfluss auf die moderne Kunst wiederentdecken. Nun bietet unser digitales Roederstein-Jughenn-Archiv dem Publikum die Möglichkeit, diesen Künstlerinnen dauerhaft digital zu begegnen. Mit historischen Fotografien, Briefen und weiteren Dokumenten macht das Städel Museum ihre Biografien und Netzwerke nachhaltig sichtbar. Die Entwicklung des digitalen Archivs basiert auf den wissenschaftlichen Forschungsleistungen unseres Hauses und auf unserer innovativen Digitalen Sammlung, in der wir die Städel Sammlung seit rund zehn Jahren einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.“

Projektbeteiligte: Dr. Iris Schmeisser (Leiterin Provenienzforschung und historisches Archiv, Städel Museum), Gabi Schulte-Lünzum (stv. Abteilungsleitung Digitale Sammlung, Städel Museum), Aude-Line Schamschula (wissenschaftliche Mitarbeiterin, Städel Museum), Alexandra Reißer (Projektmanagerin für digitale Kultur, Städel Museum)
Gefördert durch: Rudolf-August Oetker-Stiftung, Damengesellschaft des Städelschen Museums-Vereins e.V., private Spende. 

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Beckmann 3.11.2025

Presseinformation

Beckmann

3. Dezember 2025 bis 15. März 2026
Ausstellungshalle der Graphischen Sammlung

Max Beckmanns Werk entsteht in einer von Krisen und Umbrüchen geprägten Welt und verwandelt diese Erfahrungen in eine bis heute faszinierende Bildsprache. Den intimsten Teil seines Œuvres bilden die Zeichnungen: Wie ein Tagebuch dokumentieren sie Beckmanns künstlerische Entwicklung und dienten ihm zugleich als Medium der Beobachtung, der Bildfindung, aber auch der Bild-Erfindung. Das Städel Museum rückt diese Arbeiten nun in den Mittelpunkt und präsentiert rund 80 Werke aus allen Schaffensphasen – von bislang wenig bekannten Blättern bis hin zu herausragenden Hauptwerken. Sie eröffnen einen direkten, intensiven Zugang zu Beckmann (1884–1950), einem der bedeutendsten Künstler der Moderne.

Das Städel Museum verfügt über einen der herausragendsten Beckmann-Bestände weltweit und widmet sich seit mehr als einem Jahrhundert der Sammlung, Erforschung und Vermittlung seines Werkes. 2021 erhielt das Museum durch wichtige Dauerleihgaben aus der Sammlung von Karin und Rüdiger Volhard bemerkenswerten Zuwachs. Zusammen mit der Veröffentlichung des dreibändigen Werkverzeichnisses der schwarz-weißen Zeichnungen Max Beckmanns im Hirmer Verlag – mit dem Hedda Finke und Stephan von Wiese eine der letzten großen Forschungslücken zu Beckmanns Zeichnungen geschlossen haben – ist dies der Anlass für die retrospektive Schau.

Den Grundstock der Ausstellung bilden Zeichnungen aus dem eigenen Bestand des Städel Museums, ergänzt durch Leihgaben renommierter internationaler Museen und Privatsammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das British Museum in London, das Art Institute of Chicago, das Kunstmuseum Basel, die Hamburger Kunsthalle, das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin und das Museum der bildenden Künste Leipzig. Einzelne Gemälde und Druckgrafiken eröffnen darüber hinaus Einblicke in Beckmanns Arbeitsprozess und das Wechselspiel verschiedener Medien.

Die Ausstellung wird durch die Förderung der Adolf Würth GmbH & Co. KG, der Dagmar-Westberg-Stiftung und des Städelschen Museums-Vereins e. V. ermöglicht und erfährt darüber hinaus Unterstützung durch die Franz Dieter und Michaela Kaldewei Kulturstiftung sowie Dr. Ina Petzschke-Lauermann.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Max Beckmann, das Städel Museum und die Stadt Frankfurt am Main sind seit über einem Jahrhundert eng miteinander verbunden. Trotz der Verluste fast aller Werke des Künstlers während der NS-Zeit verfügt das Museum heute über einen Beckmann-Bestand von internationalem Rang. Mit der aktuellen Ausstellung rücken wir nach über vierzig Jahren erstmals wieder gezielt Beckmanns Zeichnungen in den Mittelpunkt. Sie eröffnen einen eigenen, faszinierenden Kosmos seines Schaffens und machen seine künstlerische Entwicklung unmittelbar erfahrbar – nicht zuletzt dank der herausragenden Zusammenarbeit mit Hedda Finke und Stephan von Wiese, den Herausgebern des dreibändigen Werkverzeichnisses seiner Zeichnungen.“

Daniel Hoster, Vorstandsvorsitzender der Dagmar-Westberg-Stiftung: „Mit dem Blick unserer Stifterin auf Max Beckmann erscheint das Zitat aus seinem Tagebuch vom 18. Dezember 1940 als inspirierende Mahnung auch für unsere Zeit: ‚Die Rolle, die Du zur Zeit spielst, ist die schwierigste, aber auch großartigste die Dir das Leben bieten konnte – vergiß das nicht – Max Beckmann – und gerade so wie sie ist.‘ Im Sinne der großen Verbundenheit unserer Stiftungsgründerin mit dem Städel Museum freuen wir uns daher sehr, die Ausstellung zu Beckmanns Zeichnungen zu fördern. Sie eröffnet einen neuen Blick auf einen der bedeutendsten deutschen Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und auf ein Werk, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.“

Die Kuratoren Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung ab 1800 am Städel Museum, Hedda Finke und Stephan von Wiese, Autoren des dreibändigen Werkverzeichnisses der Zeichnungen Beckmanns, ergänzen: „Die Zeichnungen sind ein Schlüssel zu Beckmanns Werk. Zeichnend entwickelte er seine unverwechselbare Bildsprache, hielt Gesehenes und Erlebtes fest, formte seine persönliche Weltanschauung und verwandelte flüchtige Eindrücke in vielschichtige, bedeutungsgeladene Kompositionen. Im Lauf seines Lebens entstanden mehr als 1.900 schwarz-weiße, nicht in Skizzenbüchern gebundene Zeichnungen in Feder, Kreide oder Bleistift – vom raschen Entwurf bis hin zum autonomen Bild. Die Ausstellung zeigt daraus eine ebenso konzentrierte wie repräsentative Auswahl, die – ergänzt um einzelne farbige Arbeiten, Druckgrafiken und Gemälde – den Zeichner Max Beckmann in großer Intensität erfahrbar machen.“

Rundgang durch die Ausstellung
Die Ausstellung verfolgt in sechs Kapiteln Beckmanns eigenständige künstlerische Entwicklung von der frühen Berliner Zeit bis zu den letzten Lebensjahren in den USA. Ergänzend sind ausgewählte druckgrafische Blätter in einem eigenen Kabinett neben dem Beckmann-Saal in der Dauerausstellung der Moderne zu sehen.

Anfänge in Berlin
Seine ersten künstlerischen Erfolge erzielte Max Beckmann 1906 in der Ausstellung der Berliner Secession. Akademisch ausgebildet, entwickelte er einen Stil, der dem deutschen Impressionismus nahestand. Dies zeigt sich etwa in den sanften Schraffuren des Selbstporträts von 1912 oder in der atmosphärischen Abendlichen Straßenszene (1913?). Inhaltlich reizten ihn die großen Themen: In monumentalen Historiengemälden mit biblischen, mythologischen oder zeitgeschichtlichen Motiven verarbeitete er grundlegende menschliche Konflikte, etwa in dem Entwurf Elefantenschlacht (1908). Mit dem Aufkommen des Expressionismus und der wachsenden kritischen Resonanz auf seine Werke begann Beckmann, sich stärker mit persönlichen Erlebnissen auseinanderzusetzen. Dies zeigen die Skizzen zum Entwurf von Die Nacht (1912), die Szenen einer Gewalttat festhalten, von der Beckmann vermutlich selbst Zeuge war.

Der Künstler im Krieg
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldete sich Max Beckmann – wie viele Künstler seiner Generation – freiwillig zum Sanitätsdienst in der Hoffnung, neue Impulse für sein Schaffen zu gewinnen. Auf frühere, bildhaft komponierte Werke, die das Grauen des Krieges in Ostpreußen zeigen, folgten in Flandern zunehmend reduzierte Zeichnungen, die den Alltag der Soldaten, das Leid der Verwundeten und die Zerstörungen des Krieges sachlich und knapp festhalten. Werke wie Verwundeter Soldat mit Kopfverband (1915) zeigen den Menschen mit schnellen, kantigen Strichen in seiner Verletzlichkeit, während Aufgebahrter Toter (1915) durch seine eindringliche Bildsprache mit starken perspektivischen Verkürzungen wirkt. Auch die beiden Bildnisse Prof. Ferdinand Sauerbruch (1915) und Selbstporträt beim Zeichnen (1915) spiegeln diesen formalen Wandel und deuten bereits auf die charakteristische Bildsprache der kommenden Jahre hin.

Noch im Dezember 1914 entstanden Entwürfe für das Gemälde Auferstehung (Staatsgalerie Stuttgart), das Beckmann 1915 in Straßburg beginnen, aber nie vollenden sollte. Es ist das einzige Ölbild, das Beckmanns Kriegserfahrungen unmittelbar reflektiert. Fernab jeder Hoffnung steigen Tote aus ihren Gräbern in eine zersplitterte Landschaft. Erstmals wird in der Ausstellung eine große Entwurfszeichnung zu diesem Schlüsselwerk präsentiert, die vor wenigen Jahren im Nachlass Mathilde Q. Beckmanns im Zuge der Arbeit am Werkverzeichnis entdeckt wurde.

„Operationsbasis“ Frankfurt am Main
1915 kam Max Beckmann nach Frankfurt am Main und fand Zuflucht in der Schweizer Straße 3 bei seinem Studienfreund Ugi Battenberg und dessen Frau Fridel, die er in der intimen Federzeichnung Das Schäferstündchen (1915) festhielt. Nach den Erfahrungen im Ersten Weltkrieg entstand in diesem geschützten Umfeld eine neue Bildsprache. Die Kompositionen sind durch reduzierte, flächenhafte Formen geprägt. Perspektivische Verzerrungen erzeugen Bewegung und Spannung und betonen das „Groteske“, das etwa in Drei Zuschauer vor einer Bühne (1917) sichtbar wird. Dieser Stilwandel wird besonders deutlich im lithografischen Zyklus Die Hölle von 1919, zugleich eine der sozialkritischsten Arbeiten Beckmanns der Frankfurter Jahre. In der Ausstellung sind eine erste Variante sowie die Umdruckzeichnung und die Lithografie des vorletzten Blatts dieses Zyklus zu sehen. Sie verdeutlichen die enge Wechselwirkung zwischen Druckgrafik und Zeichnung, aber auch die Verbindung zur Malerei, etwa im Selbstbildnis mit Sektglas (1919), einem Hauptwerk der Städel-Sammlung, in dem Beckmann sich als Beobachter einer aus den Fugen geratenen Welt inszeniert. Beckmanns Zeichnungen werden immer eigenständiger, zudem beginnt sich in den späten 1920er-Jahren die Formensprache zu klären, sei es in Werken wie Spiegel auf einer Staffelei (1926), Junge mit Hummer (1926) oder Quappi mit Kerze (1928). Das gilt auch für seine größte Landschaftszeichnung Rimini (1927), die bis zur Beschlagnahmeaktion „Entartete Kunst“ Teil der ersten Beckmann-Sammlung im Städel unter Direktor Georg Swarzenski war.

Zäsur Nationalsozialismus
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 verlor Max Beckmann seine Lehrtätigkeit an der Frankfurter Kunstgewerbeschule, der heutigen Städelschule. Seine Werke wurden als „entartet“ diffamiert. Er zog sich in seine Arbeit zurück und schuf im Jahr 1933 eine Gruppe motivisch sehr unterschiedlicher Aquarelle. In der Ausstellung sind Der Mord (1933), Geschwister (1933/37) und Schlangenkönig und Hummerfrau (1933) zu sehen. Sie repräsentieren Beckmanns Schaffen dieser Jahre und zeigen die zunehmende Mythisierung sowie die geheimnisvolle Komplexität seiner Kompositionen.

Exil in Amsterdam
Vor dem Hintergrund der bedrohlichen politischen Entwicklung reisten Max und Mathilde Q. Beckmann 1937 nach Amsterdam. Der zunächst als Zwischenstation auf dem Weg nach Paris geplante Aufenthalt dauerte aufgrund des Zweiten Weltkriegs nahezu zehn Jahre. Beckmann erlebte diese Zeit als Exil, geprägt von existenziellen Ängsten und materieller Unsicherheit. Im Auftrag des Frankfurter Mäzens Georg Hartmann entstanden die sehr persönlichen Zeichnungen zu Goethes Faust. Der Tragödie zweiter Teil. Sie zählen zu den Hauptwerken der Amsterdamer Zeit und bildeten die Grundlage für Beckmanns weiteres zeichnerisches Schaffen. In den 143 Federzeichnungen, von denen vier Blätter in der Ausstellung zu sehen sind, setzte Beckmann sich mit weitreichenden Themen auseinander, darunter das Verhältnis der Geschlechter und die Auswirkungen des Krieges. Daneben entstanden bildmäßig komponierte Arbeiten wie Haltestelle (1945), die die Erfahrung von Isolation und Stillstand im Exil spiegeln, sowie Champagnerfantasie (Vergrößerungsglas) (1945), in der Beckmann sein Leibgetränk in einer surrealen Vision zu einer symbolischen Ursuppe des Menschen verwandelte.

Neuanfang in den USA
1947/48 gelang Max Beckmann ein Neuanfang in den Vereinigten Staaten. Unbeeindruckt von der wachsenden Abstraktion in der zeitgenössischen Kunst rang er weiterhin um eine lesbare Weltdeutung und blieb formal der Figuration verpflichtet. Selbstbildnis mit Fisch (1949) und Rodeo (1949) zählen zu den eindrücklichsten Kompositionen, die Beckmanns Auseinandersetzung mit seiner neuen Lebensumgebung spiegeln. Die Ausstellung schließt mit Backstage (Hinter der Bühne) (1950), einem der letzten unvollendeten Gemälde Beckmanns, sowie seiner letzten Zeichnung, dem Bildnis Georg Swarzenski (1950). Swarzenski hatte ab 1918 die bedeutende Beckmann-Sammlung im Städel Museum aufgebaut, die bis heute die Grundlage für die kontinuierliche Erforschung und Präsentation seines Werkes bildet.
 

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Rembrandts „Die Blendung Simsons“ wird restauriert 30.9.2025

Aufwändige Konservatorische und restauratorische Maßnahmen geplant

Das Städel Museum freut sich, den Start der umfassenden konservatorischen und restauratorischen Behandlung, ergänzt durch intensive konservierungswissenschaftliche Forschung, eines der bedeutendsten Werke seiner Sammlung bekanntzugeben: Die Blendung Simsons (1636) von Rembrandt Harmensz. van Rijn. Das monumentale Historiengemälde, über zwei Meter hoch und mehr als drei Meter breit, zählt zu den zentralen Hauptwerken der europäischen Kunstgeschichte. Frühere Restaurierungen sowie natürliche Alterungsprozesse haben Spuren am Gemälde hinterlassen. Die nun geplante, über die kommenden drei bis vier Jahre laufende Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahme bietet die große Chance, Rembrandts Meisterwerk wieder in voller Tiefe und Ausdruckskraft erlebbar zu machen.

„Rembrandts Die Blendung Simsons ist ein Meisterwerk von internationalem Rang und eines der Schlüsselwerke unserer Sammlung niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts. Umso dankbarer sind wir der Bank of America, dass sie im Rahmen ihres Art Conservation Project die dringend notwendige Restaurierung ermöglicht. Diese Förderung ist ein bedeutender Beitrag zum Erhalt unseres kulturellen Erbes und stellt sicher, dass dieses außergewöhnliche Werk auch künftig in seiner ganzen Strahlkraft erlebbar bleibt“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.

Bereits im Rahmen der Ausstellung „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ (2021/2022) haben die Planungen für dieses Projekt begonnen. Der Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800, Jochen Sander, betont: „Mit der Sonderausstellung ‚Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam‘ und dem begleitenden Forschungskolloquium Rembrandt im Spiegel neuer technologischer Untersuchungen, dessen Ergebnisse kürzlich in ‚ArtMatters. International Journal for Technical Art History‘ publiziert wurden, haben wir nicht nur neue Perspektiven auf Rembrandts Schaffen eröffnet, sondern zugleich die Grundlage für ein weiterführendes Forschungsprojekt gelegt. Dieses Vorhaben ist der konsequente nächste Schritt in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem Hauptwerk unserer Altmeister-Sammlung.“

„Unser Ziel ist es, Rembrandts Malerei wieder in ihrer ursprünglichen Intensität erfahrbar zu machen und gleichzeitig die Substanz des Gemäldes langfristig zu sichern. Jede Maßnahme wird sorgfältig auf die originalen Techniken und Materialien abgestimmt, um das Werk wie vom Künstler intendiert zu bewahren“, erläutert Stephan Knobloch, Leiter der Kunsttechnologie und Restaurierung am Städel Museum.

Den gesamten Pressetext finden Sie hier als PDF. 

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Rembrandts „Die Blendung Simsons“ wird restauriert 30.9.2025

Presseinformation

Rembrandts „Die Blendung Simsons“ wird restauriert

Aufwändige konservatorische und restauratorische Maßnahmen geplant

Das Städel Museum freut sich, den Start der umfassenden konservatorischen und restauratorischen Behandlung, ergänzt durch intensive konservierungswissenschaftliche Forschung, eines der bedeutendsten Werke seiner Sammlung bekanntzugeben: Die Blendung Simsons (1636) von Rembrandt Harmensz. van Rijn. Das monumentale Historiengemälde, über zwei Meter hoch und mehr als drei Meter breit, zählt zu den zentralen Hauptwerken der europäischen Kunstgeschichte. Frühere Restaurierungen sowie natürliche Alterungsprozesse haben Spuren am Gemälde hinterlassen. Die nun geplante, über die kommenden drei bis vier Jahre laufende Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahme bietet die große Chance, Rembrandts Meisterwerk wieder in voller Tiefe und Ausdruckskraft erlebbar zu machen.

„Rembrandts Die Blendung Simsons ist ein Meisterwerk von internationalem Rang und eines der Schlüsselwerke unserer Sammlung niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts. Umso dankbarer sind wir der Bank of America, dass sie im Rahmen ihres Art Conservation Project die dringend notwendige Restaurierung ermöglicht. Diese Förderung ist ein bedeutender Beitrag zum Erhalt unseres kulturellen Erbes und stellt sicher, dass dieses außergewöhnliche Werk auch künftig in seiner ganzen Strahlkraft erlebbar bleibt“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.

Bereits im Rahmen der Ausstellung „Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam“ (2021/2022) haben die Planungen für dieses Projekt begonnen. Der Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800, Jochen Sander, betont: „Mit der Sonderausstellung ‚Nennt mich Rembrandt! Durchbruch in Amsterdam‘ und dem begleitenden Forschungskolloquium Rembrandt im Spiegel neuer technologischer Untersuchungen, dessen Ergebnisse kürzlich in ‚ArtMatters. International Journal for Technical Art History‘ publiziert wurden, haben wir nicht nur neue Perspektiven auf Rembrandts Schaffen eröffnet, sondern zugleich die Grundlage für ein weiterführendes Forschungsprojekt gelegt. Dieses Vorhaben ist der konsequente nächste Schritt in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem Hauptwerk unserer Altmeister-Sammlung.“

„Unser Ziel ist es, Rembrandts Malerei wieder in ihrer ursprünglichen Intensität erfahrbar zu machen und gleichzeitig die Substanz des Gemäldes langfristig zu sichern. Jede Maßnahme wird sorgfältig auf die originalen Techniken und Materialien abgestimmt, um das Werk wie vom Künstler intendiert zu bewahren“, erläutert Stephan Knobloch, Leiter der Kunsttechnologie und Restaurierung am Städel Museum.

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Philipp Demandt

9.9.2025

Philipp Demandt

9.9.2025

Philipp Demandt verlängert sein Engagement als Direktor des Städel Museums 9.9.2025

Vertrag als Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung bis 2031 verlängert

Philipp Demandt bleibt sechs weitere Jahre an der Spitze des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Dies hat die Administration des Städel Museums auf ihrer letzten Sitzung einstimmig beschlossen. Mit der Entscheidung zur Vertragsverlängerung bekräftigt Demandt sein Engagement für eines der renommiertesten Kunstmuseen Europas. Philipp Demandt führt das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung seit 2016; bis 2022 leitete er zudem die Schirn Kunsthalle Frankfurt. 2016 war er von der Nationalgalerie in Berlin nach Frankfurt gewechselt.
Das Städel Museum, getragen von der Stiftung Städelsches Kunstinstitut, ist die älteste bürgerliche Museumsstiftung Deutschlands. Das Museum wird in seinem Betrieb maßgeblich unterstützt von Unternehmen, Stiftungen, privaten Förderern sowie der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen. Seit 2006 wird die Liebieghaus Skulpturensammlung als Betriebsgesellschaft durch das Städel Museum geführt.

Wolfgang Kirsch, Vorsitzender der Administration der Stiftung Städelsches Kunstinstitut, zur Verlängerung: „Philipp Demandt führt das Städel Museum und das Liebieghaus seit 2016 mit großem Erfolg und breitem Zuspruch. Mit klarer Handschrift und entschiedener Haltung, vielfältiger Programmatik und innovativen Vermittlungsangeboten hat er seine Institutionen in der Spitzengruppe der deutschen wie internationalen Museen fest verankert. Sonderausstellungen und Neuerwerbungen sowie Wissenschaft und Forschung setzen ebenso Maßstäbe wie Kommunikation, Vermittlung und Fundraising. Die Administration des Städel Museums dankt Philipp Demandt und seinem Team für die herausragende Leistung der letzten Jahre und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.“

„Die gemeinsame Arbeit in den kommenden Jahren am Städel Museum und am Liebieghaus fortsetzen zu können, erfüllt mich mit Spannung und mit Freude. Wir haben viel geschafft. Und uns noch mehr vorgenommen, denn entscheidende Jahre liegen vor unserer Institution. Mein herzlicher Dank gilt unserem treuen Publikum sowie allen Wegbegleitern und Förderern aus Wirtschaft, Politik und Stiftungswesen. Ohne das herausragende Engagement der hiesigen Bürgerschaft, deren Einsatz für das Städel Museum ohne Parallele ist, wäre die Erfolgsgeschichte unseres Hauses nicht zu schreiben. Großer Dank geht darum auch an den Städelschen Museums-Verein unter dem Vorsitz von Sylvia von Metzler, der uns mit seinen Mitgliedern und Fördergruppen ebenso großzügig wie verlässlich begleitet. Mein ganz besonderer Dank soll allen meinen Kolleginnen und Kollegen am Städel Museum und am Liebieghaus gelten, deren großartige Arbeit das maßgebliche Fundament für den gemeinsamen Erfolg unserer Häuser ist – ihr Vertrauen macht mich mehr als alles andere stolz, dieses Amt ausführen zu dürfen“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung.

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Geschäftsbericht 2024 14.8.2025

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Asta Gröting. Ein Wolf, Primaten und eine Atemkurve 6.8.2025

PRESSEINFORMATION

ASTA GRÖTING. EIN WOLF, PRIMATEN UND EINE ATEMKURVE

5. SEPTEMBER 2025 BIS 12. APRIL 2026 
Sammlung Gegenwartskunst

Intime Augenblicke und unmittelbare Nähe prägen das vielschichtige Werk der Künstlerin Asta Gröting (*1961). Ursprünglich und bis heute als Bildhauerin tätig, erweitert sie ihre künstlerische Praxis durch Videoarbeiten. Seit den 1990er-Jahren zählt sie zu den prägenden Stimmen der zeitgenössischen Kunst in Deutschland. In ihren Werken macht sie das Unsichtbare sichtbar, indem sie im Alltag oft unbemerkte Prozesse sowie das Zwischenmenschliche in den Fokus rückt. Das Städel Museum präsentiert vom 5. September 2025 bis 12. April 2026 in der Sammlung Gegenwartskunst eine Einzelausstellung der Künstlerin mit insgesamt acht Werken aus den Jahren 2015 bis 2025, darunter sieben Videoarbeiten und eine eigens für die Ausstellung entwickelte Laserprojektion. Die Auswahl der Arbeiten macht die fließenden Übergänge zwischen Natur und Kultur, Intimität und Distanz, Vertrautem und Fremdem für das Publikum erlebbar. In den Videos sind Momente von Grötings eigener Umwelt und des Menschseins festgehalten oder inszeniert. Ihre gezielte Manipulation von Zeit verleiht den Arbeiten eine besondere Intensität. Die Filme sind mehr als visuelle Darstellungen unserer Umwelt: Sie eröffnen kontemplative Räume, die dazu einladen, über die Komplexität verborgener Beziehungen und deren Dynamiken nachzudenken. In ihren Werken zeigt Gröting, wie Kunst als Medium für zwischenmenschliche Verbindungen wirken kann, indem sie intime und eindringliche Begegnungen einfängt. Die einfühlsame Übersetzung fesselnder Momente in bewegte Bilder lädt das Publikum ein, die feinen, oft verborgenen Zwischenzustände unserer Existenz zu erkunden und die Poesie des Augenblicks neu zu erfahren. Höhepunkte der Ausstellung sind die eigens für die Ausstellung entstandene Arbeit Atemkurve (2025) und die Premiere der neuesten Videoarbeit Matthias, Helge und Asta (2025), mit Matthias Brandt, Helge Schneider und Asta Gröting selbst als Protagonisten.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums, zur Ausstellung: „Asta Grötings Filme zeigen die visuelle Poesie unseres Alltags durch präzise Beobachtung und geben Raum für das Verborgene. Bereits seit 2019 besitzt das Städel mit Wir, wir, wir, du, du, ich (1994) eine skulpturale Arbeit der Künstlerin. Mit dieser Ausstellung setzen wir bewusst einen Schwerpunkt auf Videokunst. Grötings Werk steht für eine künstlerische Praxis, die gesellschaftliche und existenzielle Fragen vielschichtig verhandelt. Ihre Videokunst trägt dazu bei, die Grenzen zwischen Inszenierung und Alltag auszuloten, indem sie tradierte Erzählformen weiterentwickelt. Damit ergänzt sie das Profil der Sammlung Gegenwartskunst im Städel Museum auf ideale Weise.“

„In ihren Arbeiten richtet Asta Gröting den Blick auf das, was sich oft außerhalb unserer Aufmerksamkeit abspielt: auf feine Gesten des Alltags, auf Leerstellen, auf die Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Die gezeigten Werke wirken wie präzise Beobachtungen, in denen die Künstlerin Bedeutungen verschiebt und Empfindungen verdichtet. Grötings eindringliche Videoarbeiten rücken das scheinbar Unsichtbare sowie psychische Prozesse ins Zentrum und machen sie für die Betrachterinnen und Betrachter erfahrbar. Ihre konzentrierten Reflexionen stellen Fragen an unsere Kommunikation, unsere Umwelt und unsere Wahrnehmung; ohne eindeutige Antworten zu geben, schafft sie einen offenen Raum für persönliche Empfindungen“, ergänzt Svenja Grosser, Leiterin der Sammlung Gegenwartskunst des Städel Museums und Kuratorin der Ausstellung.

Kuratorin: Svenja Grosser (Leiterin Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Projektleitung: Gioia Mattner (Wissenschaftliche Volontärin, Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)

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