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Städel Museum erhält bedeutende Werke von Werner Tübke 13.12.2023

PRESSEINFORMATION

STÄDEL MUSEUM ERHÄLT BEDEUTENDE WERKE VON WERNER TÜBKE
Schenkung der Sammler und Mäzene Barbara und Eduard Beaucamp

Eduard Beaucamp nannte ihn den „großen Unzeitgemäßen“: Werner Tübke (1929–2004). Der Maler und Grafiker gehört zu den markantesten Künstlern der deutschen Nachkriegszeit. Das Städel Museum erhält aus der Sammlung von Barbara und Eduard Beaucamp ein ebenso eindrucksvolles wie repräsentatives Konvolut von insgesamt 46 Zeichnungen und Aquarellen des Künstlers. Die Werke umspannen nahezu die gesamte Schaffenszeit Tübkes.

Der zeitlebens in Leipzig ansässige Tübke war einer der bedeutendsten Maler der DDR. Neben Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer zählt er zu den Hauptvertretern der sogenannten ersten Leipziger Schule. Eines seiner Hauptwerke ist bis heute das Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen (1976–1987), ein monumentales Panoramagemälde zu den Bauernaufständen während der Reformationszeit, das den Bauernkrieg nicht etwa als Vorläufer des sozialistischen Staates verherrlicht, sondern als düsteres, aller Hoffnung beraubtes menschliches Drama beschreibt.

Mit seiner sowohl formalen wie auch ikonografischen Anverwandlung der älteren Kunstgeschichte blieb Tübke lange Zeit singulär in der zeitgenössischen Kunst. Seine vieldeutigen Kompositionen sind das Ergebnis der Reflexion einer als problematisch empfundenen Wirklichkeit. Genauso beruhen sie auf einer einfallsreichen, manchmal geradezu überbordenden Fantasie und einem feinen Gespür für die Verletzlichkeit des Menschen, für existenzielle Fragen, Nöte und Konflikte. Dies gilt für die Malerei genauso wie für die Arbeiten auf Papier, die keine notizhaften Ideenskizzen darstellen, sondern eigenständige Überlegungen, die Gemäldekompositionen zwar flankieren können, aber in sich abgeschlossen und eigenwertig sind. Tübke schuf in Malerei und Zeichnung ein ebenso autarkes wie konsequentes, formal und inhaltlich dichtes Œuvre, das dank der Schenkung des Ehepaars Beaucamp nun auch im Städel Museum erfahrbar ist.

Eduard Beaucamp, der das Schaffen Tübkes seit den späten 1960er-Jahren verfolgte – zunächst als Kunstkritiker der F.A.Z., dann auch als Freund und Sammler –, erläutert seine Bewunderung für dessen Werk und die Entscheidung zur Schenkung an das Städel Museum: „Tübke ist ein außergewöhnlicher Künstler. Er ließ sich in der DDR nicht auf die Gegenwart verpflichten, sondern bewegte sich mit seiner einzigartigen spirituellen Fantasie zwischen den Epochen, Kulturen und Landschaften. Es geht ihm nicht um Brüche, Neuanfänge und Fortschritte, sondern um Erinnerungen, Wiedergeburten, Metamorphosen und Verspiegelungen. Der Nerv seiner Kunst ist ein äußerst verfeinertes Zeichnen, mit dem er seelische Verfassungen und schicksalhafte Prägungen von Menschen aufspürt und ergründet. Tübke sprach vom Zeichnen als ,elementares Bedürfnis, alles andere kommt dannʻ (1979). Das zu verfolgen, hat mich über Jahrzehnte fasziniert. Ich bin überzeugt, dass meine Sammlung im Städel ihren angemessenen Platz findet und dazu beitragen wird, sein Erbe zu bewahren und zu vermitteln.“

Städel Direktor Philipp Demandt freut sich über die großzügige Schenkung: „Ein zentraler Schwerpunkt des Städel Museums ist die deutsche Nachkriegskunst in all ihren Facetten. Längst klassifizieren wir nicht mehr in ‚Ost‘ oder ‚West‘. Tübkes verrätselter Realismus ist vielmehr gesamtdeutsch eine wichtige Position. Seine eindrücklichen Zeichnungen und Aquarelle, die Eduard Beaucamp mit sicherem Gespür über viele Jahrzehnte erwarb, bereichern unsere Graphische Sammlung nun in einer Qualität und Dichte, die alle Vorurteile sprengt. Mein außerordentlicher Dank geht an das Ehepaar Beaucamp für ihre Weitsicht, ihre Kennerschaft und diese großzügige Geste.“

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Weihnachten und Neujahr im Städel und Liebieghaus 13.12.2023

PRESSEINFORMATION
WEIHNACHTEN UND NEUJAHR IM STÄDEL UND LIEBIEGHAUS

SONDERÖFFNUNGSZEITEN UND RAHMENPROGRAMM ZU „HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN“, VICTOR MAN, MIRON SCHMÜCKLE UND UGO RONDINONE IM STÄDEL SOWIE „MASCHINENRAUM DER GÖTTER“ IM LIEBIEGHAUS, WEITERE HOLBEIN-HIGHLIGHTS IM NEUEN JAHR

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Ausstellungsvorschau 2024 8.12.2023

PRESSEINFORMATION

AUSSTELLUNGSVORSCHAU 2024

EINZIGARTIGE WERKE VON HONORÉ DAUMIER AUS EINER PRIVATSAMMLUNG, AB MÄRZ GROSSE KOLLWITZ-AUSSTELLUNG, GEGENWARTSKUNST VON MUNTEAN/ROSENBLUM, DER SOMMER MIT DEN STÄDEL / FRAUEN, HERAUSRAGENDE BILDNISKUNST VON REMBRANDT UND ZEITGENOSSEN, ITALIENISCHE ZEICHNUNGEN DES BAROCK ZUR BUCHMESSE, PORTRÄTS VON RINEKE DIJKSTRA

Titel- und Laufzeitänderungen vorbehalten.

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Wandelkonzert – Das hr-Sinfonieorchester im Städel Museum 20.10.2023

PRESSEINFORMATION
WANDELKONZERT – DAS HR-SINFONIEORCHESTER IM STÄDEL MUSEUM

AUSGEWÄHLTE KAMMERMUSIKEN VON JOHANN SEBASTIAN BACH BIS ZU SONGS VON GEORGE GERSHWIN IN DER DAUERAUSSTELLUNG

SAMSTAG, 11. NOVEMBER 2023, EINLASS AB 19.15 UHR, BEGINN 20.00 UHR
Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

Das Städel Museum und das hr-Sinfonieorchester laden mit dem großen Wandelkonzert erneut zu einer besonderen Begegnung der Künste ein. Am Samstag, dem 11. November 2023, erleben die Besucher ab 20.00 Uhr einen außergewöhnlichen Dialog zwischen Kammermusik und bildender Kunst in der Dauerausstellung. Das Städel Museum und das Orchester des Hessischen Rundfunks setzen damit ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und präsentieren beim Wandelkonzert zum fünften Mal gemeinsam ein Rendezvous der Künste. Vor ausgewählten Werken von Max Liebermann, Edvard Munch, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein oder Michael Müller präsentieren die Musiker des hr-Sinfonieorchesters in verschiedenen Besetzungen Musik diverser Stile. Zu hören sind unter anderem Kompositionen von Johann Sebastian Bach, George Gershwin, Francis Poulenc, Gioacchino Rossini und Patrice Sciortino, welche die Kunstwerke auf inspirierende Weise neu erlebbar machen. Das Publikum kann zwischen den Epochen und musikalischen Welten wandeln, innehalten, betrachten und zuhören – eine einzigartige Erfahrung für die Sinne.

Die Tickets sind erhältlich im Online-Shop unter shop.staedelmuseum.de zum limitierten Vorverkaufspreis für 32 Euro, ermäßigt 22 Euro. An der Abendkasse sind Karten für 34 Euro, ermäßigt 24 Euro erhältlich.

Das Wandelkonzert wird gefördert durch die Sparda-Bank Hessen eG.

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Miron Schmückle. Flesh for Fantasy 28.9.2023

PRESSEINFORMATION

Miron Schmückle. Flesh for Fantasy
1. DEZEMBER 2023 BIS 14. APRIL 2024
Sammlung Gegenwartskunst

Der rumänisch-deutsche Künstler Miron Schmückle (*1966, Sibiu/Hermannstadt) gehört zu den singulären Protagonisten der Gegenwartskunst. Aufgewachsen in Rumänien unter Ceaușescu, träumte sich der Künstler bereits als Kind in andere Welten, die durch den Eisernen Vorhang jedoch für immer unerreichbar schienen. Die früh einsetzende Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte einerseits wie mit der Flora und Fauna ferner Länder andererseits mündete in einem einzigartig kohärenten künstlerischen Werk. Das Städel Museum zeigt vom 1. Dezember 2023 bis 14. April 2024 eine Einzelausstellung von Miron Schmückle mit 28 Werken, darunter auch erstmals neu entstandene Arbeiten.

Schmückles Bilderkosmos war von Anfang an mit der Vorstellung von Urwald und Dschungel verbunden und oszilliert zwischen feinmalerischem Hyperrealismus und unverstelltem Eskapismus, präziser Naturbeobachtung und überbordender Vorstellungskraft. Die geradezu wissenschaftlich-botanische Herangehensweise seiner Pflanzendarstellungen täuscht über die Tatsache hinweg, dass seine komplexen Schöpfungen nicht der Natur entstammen, sondern der Fantasie. Sie basieren auf seinem Verständnis und seinen Beobachtungen der Natur mit ihren vielfältigen Farben, Formen und Beschaffenheiten von Oberflächen. Seine Arbeiten weisen Verbindungen zu Florilegien und Parallelen zur Pflanzen- und Stilllebenmalerei der Renaissance und des Barock auf, wie sie in den Kunst- und Wunderkammern gesammelt wurde.

Mit der eigens für die Ausstellung Flesh for Fantasy angefertigten Serie Cosmic Attractors (2023) lässt der Künstler das Publikum an der räumlichen und zeitlichen Komplexität seiner floralen Fantasiegebilde teilhaben, die er stets dreidimensional denkt: Durch die Anordnung unterschiedlicher großformatiger Ansichten und Erscheinungsformen ein- und derselben Pflanzenkomposition im Raum entsteht eine Installation, in der die Besucher den Pflanzen beim Wachsen förmlich zuschauen können.

Kurator: Dr. Philipp Demandt (Direktor, Städel Museum)

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Holbein und die Renaissance im Norden 13.9.2023

PRESSEINFORMATION
 
HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN

2. NOVEMBER 2023 BIS 18. FEBRUAR 2024
Ausstellungshaus
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 31. Oktober 2023, 11.00 Uhr
 
Sie ist eine Zeitenwende in der Geschichte der Kunst: die Malerei der Renaissance. Was in Italien seinen Anfang nahm, entwickelte sich im Norden Europas zu etwas völlig Neuem – mit den Malern Hans Holbein d. Ä. (um 1464–1524) und Hans Burgkmair (1473–1531) als Wegbereiter dieser einzigartigen Kunst. Ihr Zentrum war die freie Reichs- und Handelsstadt Augsburg, die sich in nur wenigen Jahrzehnten zur Hauptstadt einer deutschen und zugleich internationalen Renaissance entwickelte. Kein anderer als einer der größten deutschen Renaissancemaler der Zeit, Hans Holbein d. J. (1497–1543), machte diese Kunst schließlich europaweit bekannt. Das Städel Museum widmet sich vom 2. November 2023 bis zum 18. Februar 2024 dieser faszinierenden Epoche der Kunst. Erstmals werden die wichtigsten Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken Holbeins d. Ä. und Burgkmairs in einer Ausstellung zusammengeführt, ergänzt durch Arbeiten weiterer Augsburger Künstler aus der Zeit von ca. 1480 bis 1530 sowie durch bedeutende Werke deutscher, italienischer und niederländischer Meister. Albrecht Dürer, Donatello, Jan van Eyck oder Hugo van der Goes haben das Schaffen von Holbein d. Ä. und Burgkmair nachhaltig geprägt. Mit rund 180 bedeutenden Kunstwerken aus führenden internationalen Museumssammlungen entsteht ein Überblick über die verschiedenen stilistischen Besonderheiten der Malerei der Renaissance im Norden. Ein Höhepunkt der Frankfurter Ausstellung ist die Präsentation der beiden Meisterwerke von Hans Holbein d. J., der Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen (1526–1528) aus der Sammlung Würth und der Solothurner Madonna (1522) aus dem Kunstmuseum Solothurn.

Städel Direktor Philipp Demandt über die Ausstellung: „Das Städel Museum wird weithin für seine großen Altmeister-Ausstellungen geschätzt. Nach Rubens, Rembrandt und Reni darf sich das Publikum abermals auf eine außergewöhnliche Schau freuen. Das Städel Museum präsentiert die Renaissance im Norden – eine neue, ganz einzigartige Malerei, die vor mehr als 500 Jahren im Norden Europas an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit entstanden ist. Mit rund 180 bedeutenden Kunstwerken aus den führenden internationalen Museumssammlungen feiern wir die großen deutschen Renaissancemaler und ihre Vorbilder in einer Ausstellung. Berühmte Gemälde von Hans Holbein dem Älteren, Hans Burgkmair und Holbein dem Jüngeren treten in einen Dialog mit Werken von Albrecht Dürer, Jan van Eyck oder Donatello. Ein Schlüsselwerk der Ausstellung ist die Madonna von Holbein dem Jüngeren aus der Sammlung Würth, die als eines der größten Meisterwerke der deutschen Renaissance gilt. Dass dieses Gemälde zusammen mit der Madonna aus dem Kunstmuseum Solothurn in Frankfurt zu sehen ist, sollte man sich nicht entgehen lassen.“

„Um 1500 war Augsburg eines der führenden Kunstzentren nördlich der Alpen. Unter den Künstlern dieser Zeit stechen die Kollegen und Konkurrenten Holbein der Ältere und Burgkmair der Ältere besonders hervor: Ihre Werke stehen beispielhaft für die unterschiedlichen stilistischen Möglichkeiten der Renaissancemalerei im Norden und beeinflussten auch nachfolgende Künstlergenerationen, wie die Werke von Holbein dem Jüngeren zeigen. Wie wegweisend seine Auseinandersetzung mit der Kunst aus Augsburg war, lässt sich eindrücklich in seinem Frühwerk nachvollziehen. In weniger als zehn Jahren hat Holbein der Jüngere eine unverwechselbare, eigene künstlerische Ausdrucksweise entwickelt, die seinen Rang als eines der bedeutendsten europäischen Künstler des 16. Jahrhunderts ausmacht“, erläutert Jochen Sander, Kurator der Ausstellung, Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter für Deutsche, Holländische und Flämische Malerei vor 1800 am Städel Museum.

KURATOR STÄDEL MUSEUM: Prof. Dr. Jochen Sander (Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter holländische, flämische und deutsche Malerei vor 1800)
AUSSTELLUNGSDAUER: 2. November 2023 bis 18. Februar 2024
PRESSEVORBESICHTIGUNG: Dienstag, 31. Oktober 2023, 11.00 Uhr
GEFÖRDERT DURCH: Sparkassen-Finanzgruppe mit Deutsche Leasing AG, Frankfurter Sparkasse & Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- & Giroverbandes; Städelscher Museums-Verein e.V., Dagmar-Westberg-Stiftung

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Victor Man. Die Linien des Lebens 29.8.2023

PRESSEINFORMATION

Victor Man. Die Linien des Lebens

14. OKTOBER 2023 BIS 4. FEBRUAR 2024
Sammlung Alte Meister

Der rumänische Künstler Victor Man (geb. 1974) gilt seit Jahren als einer der gefragtesten und gleichzeitig rarsten Künstler der Gegenwartskunst. Seine intimen und der Zeit scheinbar entrückten Gemälde entziehen sich einer unmittelbaren Interpretation. Inmitten der Sammlung Alte Meister präsentiert das Städel Museum vom 14. Oktober 2023 bis 4. Februar 2024 eine Ausstellung mit 20 Werken des Malers aus den vergangenen zehn Jahren. Sie ist seinem künstlerischen Schwerpunkt gewidmet, dem Porträt. In tiefem Dunkelgrün, Blau und Schwarz entfaltet Man ebenso feinfühlige wie rätselhafte Bildnisse, die von einem existenzialistischen, düsteren und introspektiven Ton bestimmt sind. Es sind subtile Einflüsse der Vorrenaissance, verdichtet mit Metaphern, die in seiner melancholischen Bildwelt aufscheinen. Stilistisch schwer einzuordnen und doch unverkennbar eröffnet Mans Œuvre zahlreiche kunsthistorische Referenzen und stellt zugleich eine einzigartige Position der zeitgenössischen Malerei dar. Im Städel Museum entsteht ein faszinierender Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart.

Der Titel der Ausstellung Die Linien des Lebens ist ein Zitat aus Friedrich Hölderlins Gedicht An Zimmern (1812) und verweist auf die enge Verbindung Victor Mans zur Lyrik und zu Literatur allgemein. Diese Bezüge finden sich immer wieder in seiner Malerei, wie auch Verbindungen zur eigenen Lebensrealität. So stammen etwa die in den Porträts dargestellten Personen im Hauptteil der Ausstellung aus seinem familiären Umfeld und Freundeskreis. In überwiegend dunkle Szenerien getaucht und mit gedankenversunkenem Blick, sind die Porträtierten in eine existenzielle Schwere gehüllt. Die Gemälde zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz und erzählen von der poetischen wie auch tragischen Ambivalenz des Lebens. Im zweiten Teil der Ausstellung wird die Gattung Porträt mit der Werkserie The Chandler (seit 2013) fortgesetzt und zugleich aufgebrochen, womit die Möglichkeit einer neuen Lesart entsteht. Victor Man präsentiert in verschiedenen Gemälden das gleiche Motiv in stets leicht abgewandelter Form – eine sitzende Figur mit einem Kopf auf dem Schoß – und lädt dazu ein, die eigene Wahrnehmung zu erkunden. Das Städel Museum vereint in der Ausstellung vollständig die bisher entstandenen Arbeiten dieser Serie, die selten in ihrer Gesamtheit zu sehen ist – darunter auch das jüngste Werk, welches zuvor noch nie gezeigt wurde.

„Das Städel als Bildermuseum ist der perfekte Ort für die erste institutionelle Einzelausstellung mit Werken Victor Mans in Deutschland nach fast einem Jahrzehnt. Victor Mans Œuvre ist der Malerei verpflichtet. Seine Gemälde eröffnen inmitten der 700 Jahre umfassenden Sammlung einen in der Fülle der Kunstgeschichte verankerten Dialog. Die stillen und zeitlosen Porträts wirken wie ein Gegenentwurf zu unserer hoch technologisierten und komplexen Lebenswelt. Verstehen wir sie als Angebot, auf die Suche zu gehen, nach der Essenz unseres Daseins“, so Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums.

Svenja Grosser, Kuratorin der Ausstellung, führt weiter aus: „Victor Mans Kunst ist zeitlos, und so verweigern sich seine Gemälde einer kunsthistorischen Einordnung nach Kriterien wie Stil und Entstehungszeit, selbst der Epochenzugehörigkeit. Vielschichtige Referenzen aus der Kunstgeschichte und Literatur eröffnen dabei eine Fülle an Deutungsmöglichkeiten. Eines steht jedoch immer im Mittelpunkt: Victor Mans gesamtes Œuvre kreist um die Malerei und die ihr innewohnenden Möglichkeiten, uns als Betrachter auf die Probe zu stellen.“

Kuratorin: Svenja Grosser (Stellvertretende Leiterin Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Projektleiterin: Maja Lisewski (wissenschaftliche Volontärin, Sammlung Gegenwartskunst, Städel Museum)
Gefördert durch: Deutsche Bank, Städelscher Museums-Verein e.V.

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„SELBST & PORTRÄT“ – NEUES CLOSE UP IN DER SAMMLUNG GEGENWARTSKUNST 4.8.2023

PRESSEINFORMATION
„SELBST & PORTRÄT“ – NEUES CLOSE UP IN DER SAMMLUNG GEGENWARTSKUNST
DIGITALE ANWENDUNG IM MUSEUM UND FÜR ZUHAUSE // FÜHRUNGSANGEBOT

Bereits seit der Antike beschäftigen sich Künstler mit dem Thema des menschlichen Abbildes: Unter dem Titel „Selbst & Porträt“ widmet sich das neue CLOSE UP der Auseinandersetzung mit dem Selbstbild in der Kunst. Vier Arbeiten von Maria Lassnig (1919–2014), Francis Bacon (1909–1992), Jonathan Meese (geb. 1970) und Gabriele Stötzer (geb. 1953) aus der Sammlung des Städel Museums zeigen, wie künstlerisch vielfältig die Beschäftigung mit dem Ich sein kann. Fühlend, spielend und abstrahierend gehen sie der Frage nach, wer oder was das Selbst ist. Zwischen Innensicht und Außensicht werden im (Selbst-)Porträt künstlerische Fertigkeiten, äußere Merkmale sowie das zugrundeliegende Selbstverständnis für den Betrachter sichtbar. Im Zentrum der gezeigten Arbeiten stehen das Erkunden des Ichs, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rollenbildern und das Ausloten der künstlerischen Darstellbarkeit des Selbst. Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler stehen dabei beispielhaft für unterschiedliche Positionen im 20. und 21. Jahrhundert. Wie in einer Nahaufnahme widmet sich CLOSE UP einem zentralen Thema der Sammlung Gegenwartskunst – als Kunst- und Vermittlungsraum vor Ort und als digitale Anwendung. Im Museum bietet CLOSE UP mit einer konzentrierten Werkauswahl Zugänge und Vertiefungsmöglichkeiten und setzt auf das Zusammenspiel von originalen Kunstwerken, Wandtexten und einer digitalen Anwendung. Durch die vielfältigen Recherchemöglichkeiten können sich die Besucher intensiv wie auch interaktiv mit dem Thema „Selbst & Porträt“ beschäftigen und dabei ihre Bild- und Informationskompetenz schärfen.

„Me, Myself and I – in der neuen Präsentation von CLOSE UP widmen wir uns der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Selbst. Wer bin ich? Was will ich? Wie zeige ich mich anderen? Sich selbst im rechten Licht zu präsentieren, ist durch die Sozialen Medien omnipräsent und trotzdem kein Phänomen des 21. Jahrhunderts, auch nicht in der Kunst. Die Werke der ausgewählten Künstlerinnen und Künstler zeigen eindrücklich, wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit dem Selbstbild sein kann. Mit der digitalen Anwendung und weiteren Möglichkeiten für eine vertiefende Recherche können sich die Besucherinnen und Besucher im CLOSE UP übergreifende Zusammenhänge selbständig erschließen und dabei Wissenswertes entdecken“, erläutern die beiden Projektleiterinnen Anne Dribbisch, Bildung und Vermittlung, und Maja Lisewski, Sammlung Gegenwartskunst.

Projektleitung und Konzept: Anne Dribbisch (Städel Museum, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bildung und Vermittlung) und Maja Lisewski (Städel Museum, Wissenschaftliche Volontärin Sammlung Gegenwartskunst)
Digitale Begleitung: Alexandra Reißer (Städel Museum, Projektmanagerin Digitale Kultur)
URL der digitalen Anwendung: closeup.staedelmuseum.de/selbstundportraet

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Wiedersehen mit Holbeins Madonna – Städel erhält bedeutende Leihgabe für Ausstellung "Holbein und die Renaissance im Norden" 8.7.2023

PRESSEINFORMATION

WIEDERSEHEN MIT HOLBEINS MADONNA – STÄDEL ERHÄLT BEDEUTENDE LEIHGABE FÜR AUSSTELLUNG „HOLBEIN UND DIE RENAISSANCE IM NORDEN“
MEISTERWERK DER RENAISSANCEMALEREI AUS DER SAMMLUNG WÜRTH NACH 10 JAHREN WIEDER IN FRANKFURT ZU SEHEN // ERSTE TICKETS AB SOFORT IM ONLINE-SHOP ERHÄLTLICH

Sie gilt als eines der größten Meisterwerke der deutschen Renaissance: Die Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen (1526–1528) von Hans Holbein dem Jüngeren. Ab dem 2. November 2023 wird das berühmte Gemälde in der großen Ausstellung „Holbein und die Renaissance im Norden“ im Städel Museum präsentiert. Damit ist das Werk nach mehr als 10 Jahren wieder in Frankfurt zu sehen.

Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Gemälde im Besitz der Großherzöge von Hessen und bei Rhein und bis 2003 im Schlossmuseum Darmstadt gezeigt worden, ehe es ab dem Jahr 2004 im Städel Museum ausgestellt wurde. 2009 fiel der Entschluss der Eigentümer, das Gemälde zu verkaufen. Trotz gemeinsamer Anstrengungen von Eigentümern und Städel Museum ließ sich weder ein Erwerb durch das Städel Museum noch eine Sicherung des Bildes für die Öffentlichkeit realisieren. Das Gemälde, welches auf der Liste national wertvollen Kulturgutes verzeichnet und damit vor dem Export geschützt ist, wurde in der Folge durch den Unternehmer, Sammler und Mäzen Reinhold Würth erworben, der es der Öffentlichkeit seit 2012 in der Johanniterkirche zu Schwäbisch Hall zugänglich macht. Als bedeutende Leihgabe der Sammlung Würth wird Holbeins Madonna gemeinsam mit rund 130 herausragenden Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken von weiteren wegweisenden Künstlern der Renaissance aus den bedeutendsten Museen Europas in einer Ausstellung gezeigt.

Städel Direktor Philipp Demandt sagt: „Holbeins Madonna ist ein Schlüsselwerk unserer großen Ausstellung zur Malerei der Renaissance. Als Städel Direktor bin ich sehr glücklich über diese bedeutende Leihgabe aus der Sammlung Würth. Dem Hohenloher Unternehmer, Kunstsammler und Mäzen ist es zu verdanken, dass dieses Meisterwerk noch immer zu sehen ist – er allein war es, der die Verpflichtung wahrnahm, dieses Werk zu sichern und für die Öffentlichkeit zu erhalten. Das Städel Museum, vor mehr als 200 Jahren aus privatem Stiftergeist entstanden, betrachtet diese großzügige Leihgabe auch als Würdigung seiner Arbeit. Denn mit Reinhold Würth, der seine bedeutende Kunstsammlung in fünf Museen und zehn Kunstdependancen kostenfrei dem Publikum zur Verfügung stellt, verbindet uns die Absicht, Kunst für Menschen zugänglich zu machen und immer wieder neu zu betrachten.“

Der Sammler und Unternehmer Reinhold Würth über sein Engagement: „Kunst verbindet Menschen, und sie inspiriert, zum Nachdenken und zum Eintauchen in andere Welten. Unsere Museen sind im Prinzip die demokratischsten Orte, hier sind alle gleich. Seit 2012 begeistert die Madonna von Hans Holbein dem Jüngeren nun die Besucherinnen und Besucher aus nah und fern in Schwäbisch Hall. Es ist mir eine große Freude, dass das Gemälde ab diesen Herbst in der großen Ausstellung zur Malerei der Renaissance des Nordens in Frankfurt präsentiert wird. Ich bin mir sicher, dass dem Städel Museum einmal mehr eine ebenso innovative wie wunderschöne Ausstellung gelingen wird.“

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das Zusammentreffen von Holbeins Madonna aus der Sammlung Würth mit der Solothurner Madonna (1522, Kunstmuseum Solothurn), die ebenfalls von Holbein dem Jüngeren gemalt wurde. Die Städel Schau „Holbein und die Renaissance im Norden“ (2. November 2023 – 18. Februar 2024) zeigt mit Blick auf die bedeutende Reichsstadt und Handelsmetropole Augsburg einen Überblick über die Entwicklung der Kunst zwischen Spätgotik und beginnender Neuzeit. Allen voran waren es die Maler Hans Holbein der Ältere und Hans Burgkmair der Ältere, die in Augsburg neue Möglichkeiten der Malerei erprobten. Nicht umsonst gelten sie neben Albrecht Dürer als Wegbereiter der deutschen Renaissance, die Holbein der Jüngere endgültig europaweit bekannt machte.

Kurator Städel Museum: Prof. Dr. Jochen Sander (Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter holländische, flämische und deutsche Malerei vor 1800)
Ausstellungsdauer: 2. November 2023 bis 18. Februar 2024
Pressevorbesichtigung: Dienstag, 31. Oktober 2023, 11.00 Uhr
Gefördert durch: Sparkassen-Finanzgruppe mit Deutsche Leasing AG, Frankfurter Sparkasse & Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- & Giroverbandes; Städelscher Museums-Verein e.V., Dagmar-Westberg-Stiftung

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Jahresbericht 2022 1.7.2023

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